Between Light & Sin [Sakura & Kitty]

    • Cain schnaubte leise durch die Nase.
      Natürlich. Sie war kaum wieder auf den Beinen und diskutierte bereits erneut mit ihm darüber, dass sie ihn jederzeit wieder beschützen würde. Als wäre das eine völlig normale Aussage.
      Seine roten Augen hoben sich kurz von den Unterlagen in seiner Hand und musterten sie einen Moment schweigend.
      Sie meinte jedes einzelne Wort ernst.
      Das war vermutlich das Verstörendste an der ganzen Sache.
      Die meisten Wesen, denen Cain in seinem Leben begegnet war, wollten etwas. Macht. Geld. Schutz. Einfluss. Einen Gefallen. Einen Vertrag. Irgendetwas.
      Luna hingegen schien vollkommen unfähig zu sein, ihren eigenen Selbsterhaltungstrieb über den Haufen zu werfen, wenn es darum ging, jemanden zu beschützen.
      Selbst ihn. Besonders ihn.
      Ein Gedanke, der ihm immer noch absurd vorkam.
      Mit einem leisen Seufzen legte er die Akte auf den Tisch und lehnte sich dagegen.
      „Täubchen“, murmelte er schließlich mehr zu sich selbst als zu ihr, „du bist wirklich miserabel darin, vernünftige Entscheidungen zu treffen.“
      Seine Finger trommelten nachdenklich gegen die Tischkante.
      Die Frage, was er machen würde…?
      Ehrlich gesagt hatte er darauf selbst keine besonders gute Antwort.
      Früher wäre sie einfach gewesen.
      Jemand bedrohte etwas, das ihm gehörte.
      Cain beseitigte die Bedrohung.
      Fertig!
      Doch mittlerweile hatte die ganze Angelegenheit längst aufgehört, so einfach zu sein.
      Sein Blick wanderte unwillkürlich zu ihr.
      Sie wirkte immer noch erschöpft, blass und zerbrechlich.
      Und trotzdem hatte sie vor nicht einmal einem Tag einen Erzengel zusammengestaucht, als wäre dieser lediglich eine lästige Fliege.
      Widersprüchliches kleines Ding.
      Mit einem genervten Laut fuhr er sich durchs Haar.
      Die eigentliche Frage war ohnehin nicht, was er machen würde.
      Sondern warum er überhaupt darüber nachdachte.
      Vor wenigen Tagen hatte dieser Engel noch versucht, ihn umzubringen.
      Jetzt stand er hier und organisierte Kleidung für sie, ließ Nachforschungen zu ihrer Vergangenheit anstellen, war kurz davor, seine eigenen Untergebenen zusammenzuprügeln, wenn sie ihr zu nahe kamen, und überlegte ernsthaft, wie er verhindern konnte, dass sie sich bei der nächsten heldenhaften Dummheit selbst ins Grab beförderte.
      Wenn Hyla davon erfuhr, würde sie ihn bis zum Ende aller Zeiten damit aufziehen.
      Wahrscheinlich völlig zurecht.
      Als Luna nach den Akten fragte, glitt sein Blick automatisch zurück auf den Schreibtisch.
      Die Unterlagen lagen dort mittlerweile in mehreren ordentlich sortierten Stapeln.
      Einige waren bereits aussortiert, mit Markierungen versehen und ein einzelner Ordner lag noch immer geöffnet dort.
      Genau der Ordner, der all das hier überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte.
      Seine Lippen verzogen sich leicht.
      „Weil es mich nervt.“
      Die Antwort kam sofort.
      „Ich hasse offene Fragen.“
      Er griff nach dem Ordner und blätterte einige Seiten durch.
      „Irgendjemand hat vor zehn Jahren Entscheidungen in meinem Namen getroffen. Jemand hat Befehle freigegeben, die ich nicht freigegeben habe. Und irgendjemand geht offenbar davon aus, dass ich zu beschäftigt oder zu dumm bin, das zu bemerken.“
      Ein gefährliches Funkeln trat in seine Augen.
      Das war der eigentliche Grund, oder zumindest der, der er sich selbst einzureden versuchte.
      Jemand hatte ihn benutzt.
      Und das war eine der wenigen Dinge, die Cains Stolz deutlich schlechter ertrug als Verrat.
      Langsam schloss er die Akte wieder.
      „Außerdem“, fügte er nach einem Moment hinzu und warf ihr einen kurzen Seitenblick zu, „schuldest du mir einen Gefallen, wenn ich dir weiterhin helfe.“
      Ein trockenes Grinsen erschien auf seinem Gesicht.
      „Und ich habe schon einige Ideen, wie ich diesen Gefallen einlösen könnte.“
    • Luna sah ihn an. „Was willst du denn?“ Fragte sie neugierig. „darf ich dich was fragen. Was willst du tun wenn du sie oder er gefunden hast?“ Fragte sie. „Weil ganze Unter uns . Ich habe da ne verdachte wer es sein konnte.“ Meinte sie. Und seufzte. „Geht es dir wirklich gut keine Schmerzen.“ Fragte sie. Und sah ihn an. „Ich denke tief in dir drin willst du mir Helfen. Du magst mich. Und das nicht wegen meine Gaben das glaube ich dir seit gestern nicht mehr.“ Sie tauchte hinter ihm auf. „Du empfindest was für mich das kann ich merken.“ Meinte sie. „Aber rede dir das weiterhin ein. Das da Nix ist.“ Meinte sie und dreht sich um und sah aus dem Fenster.
    • Einen Moment verharrte Cain regungslos. Dann überkam ihn ein kurzes, ungläubiges Auflachen, als hätte sie gerade etwas derart Absurdes gesagt, dass es keine andere angemessene Reaktion gab.
      „Du überschätzt deine Menschenkenntnis gewaltig, Täubchen.“
      Er schloss den Ordner mit einem dumpfen Geräusch und ließ ihn auf den Schreibtisch sinken.
      „Wenn ich anfangen würde, Gefühle für jeden Engel zu entwickeln, der versucht hat mich umzubringen, hätte ich mittlerweile ein ernsthaftes Problem.“
      Mit demonstrativer Gelassenheit lehnte er sich gegen die Tischkante.
      Natürlich bemerkte er, dass sie inzwischen viel zu nah an die Wahrheit gekommen war.
      Das allein war schon unerquicklich genug.
      Denn je länger er darüber nachdachte, desto weniger gefiel ihm die Frage.
      Nicht, weil die Antwort offensichtlich war.
      Sondern weil sie es nicht war.
      Normalerweise wusste Cain immer genau, was er wollte.
      Er wollte Macht, Kontrolle und seine gottverdammte Ruhe.
      Luna hingegen war zu einer Variable geworden, die sich weigerte, sich in irgendeine dieser Kategorien einordnen zu lassen.
      Und das ging ihm gewaltig auf die Nerven.
      „Und falls ich tatsächlich irgendwann herausfinde, wer hinter der Sache von damals steckt?“
      Seine roten Augen verengten sich leicht wie die Pupillen einer Raubkatze
      „Dann hoffe ich für diese Person, dass sie bereits tot ist.“
      Die Worte waren ruhig ausgesprochen, abe rmit einem deutlichen Drohenden Unterton versehen.
      „Denn wenn jemand meinen Namen benutzt hat, um seine eigene Drecksarbeit zu erledigen, dann schuldet er mir zehn Jahre Zinsen.“
      Ein kaltes Lächeln huschte über sein Gesicht.
      Das Thema gefiel ihm deutlich besser.
      Rache, Vergeltung und verstand er.
      Die ganze Angelegenheit mit Luna hingegen wurde von Stunde zu Stunde komplizierter.
      Und genau deshalb vermied er es, weiter auf ihre Behauptung einzugehen.
      Stattdessen griff er nach seinem Glas und nahm einen langen Schluck.
      „Außerdem solltest du dir nicht zu viel auf deine Theorie einbilden.“
      Er deutete mit dem Glas in ihre Richtung.
      „Du bist interessant. Das ist nicht dasselbe.“
      Für einen Moment schwieg er.
      Dann wanderte sein Blick kurz zu ihr.
      Einen Herzschlag zu lange.
      „... vermutlich.“
      Das Wort verließ seinen Mund, bevor sein Verstand es aufhalten konnte.
      Sofort verzog er missbilligend die Lippen.
      „Vergiss, dass ich das gesagt habe.“
      Bevor Luna darauf antworten konnte, wurde die Tür seines Büros mit einem lauten Knall aufgestoßen. Schon wieder.
      „CAAAAIN!“
      Der Dämon schloss augenblicklich die Augen. Nein. Nicht jetzt.
      „Du glaubst nicht, was mir gerade passiert ist!“ tönte eine vertraute Stimme durch den Raum.
      Hyla stolzierte herein, als gehöre ihr das Gebäude.
      Was sie technisch gesehen zu einem gewissen Prozentsatz tatsächlich tat.
      Ihre Schritte waren etwas schwankender als gewöhnlich, ihre Wangen leicht gerötet und der süßliche Geruch irgendeines sündhaft teuren Alkohols hing an ihr wie ein Parfüm.
      Oh großartig. Sie war angetrunken.
      „Ich schwöre dir, wenn dieser Idiot noch EINMAL versucht, mir zu erklären, dass Basilikum und Minze dieselbe Pflanze sind, dann schiebe ich ihm den Blumentopf dahin, wo niemals Sonnenlicht hinkommt!“
      Sie ließ sich ohne Einladung auf die Ecke seines Schreibtisches fallen.
      „Und dann musst du dir das vorstellen: Dieser Vollidiot schaut mich an und sagt—"
      Hyla hielt mitten im Satz inne.
      Ihr Blick war endlich an Luna hängen geblieben.
      Cain wartete bereits auf das Unvermeidliche.
      Auf die Empörung, die Fragen warum eine Engel hier war, das Drama.
      Stattdessen wurden Hylas Augen schlagartig riesig.
      „OH MEIN GOTT!“
      Sie sprang wieder auf.
      „Deine HAARE!“
      Cain blinzelte. „... meine was?“
      Die ungehaltene Dämonin winkte sofort ab. „Nicht deine Haare, die sind seit Jahrhunderten dieselben.“
      Sie deutete begeistert auf Luna.
      „Ihre Haare!“
      Wie ein aufgeregtes Kind trat sie näher.
      „Wie machst du das? Ist das natürlich? Färbst du die? Ist das genetisch? Benutzt du Öle? Bitte sag mir, dass du Öle benutzt!“
      Cain starrte seine Schwester an. Oh bei allen sieben Höllen, sie war wirklich betrunken.
      „Hyla.“
      „Nein, ernsthaft!“
      Sie ignorierte ihn vollkommen und hatte eine von Lunas Haarsträhnen in der Hand, die sie fasziniert zwischen ihren Fingern hin und her drehte.
      „Dieses Schwarz-Weiß sieht unfassbar gut aus! Weißt du, wie viele Leute versuchen, so etwas hinzubekommen und dabei aussehen, als hätten sie einen Unfall mit Bleichmittel gehabt?“
      „Hyla.“
      „Und sie glänzen auch noch!“
      „Hyla.“
      „Welche Haarpflege benutzt du?“
      „HYLA!“
      Endlich sah sie zu ihm.
      „Was denn?“
      Cain zeigte langsam auf den Engel.
      „Das.“
      „Ja?“
      „Ist ein Engel.“
      Hyla blickte wieder zu Luna.
      Dann wieder zu ihm.
      Dann wieder zu Luna.
      „Cain, wenn du erwartest, dass mich das mehr interessiert als ihre Haare, dann kennst du mich wirklich schlecht.“
    • Luna zuckte plötzlich zusammen. Als sie hatte sie jemanden geohrfeigt. Was aber nicht war. Fuck sie sah Cain Schwester an.
      „Ich sollte lieber gehen.“ Denn tief in ihr Löste Hyla was aus. Sie ballte die Fauste. Und geht dann bleiben aber stehen. „sind Natürlich. Allerdings wenn ich kämpfe sind Sie Blau. Frag dein Bruder. Ich Wunsch euch beide eine Gute Nacht.“ Meinte sie. Und geht wieder zu Sofa und setzt sich hin und lehnt an die Wand.
      /Fuck warum kommt die Tiefe Erinnerung hoch die ich über Jahre hinweg Verschlossen hatte. Fuck ich muss mich von Hyla fern halten. Auch wenn sie ihr. Ein Bisschen Gleicht. (Was später raus kommt)
      Luna schläft langsam ein.
    • Überrascht folgte Cain Luna mit dem Blick.
      Sie hatte eben noch erstaunlich gefasst gewirkt.
      Und plötzlich… wirkte sie, alshätte sie einen Geist gesehen.
      Seine roten Augen wanderten kurz zwischen seiner Schwester und dem Engel hin und her.
      Seltsam.
      Vor allen anderen Dämonen hatte Luna mit erhobenem Schwert gestanden, hatte sich mit Erzengeln geprügelt und war selbst dann noch aufrecht geblieben, als sie kaum noch stehen konnte.
      Und ausgerechnet Hyla brachte sie derart aus dem Konzept?
      Interessant.
      „Jetzt hör auf, sie anzustarren.“
      Hyla stieß ihm grinsend den Ellenbogen in die Seite.
      „Du verschreckst sie noch.“
      Cain hob trocken eine Augenbraue.
      „Ich starre nicht.“
      „Ach nein?“
      „Ich analysiere.“
      „Das klingt deutlich ungesünder.“
      Er schenkte ihr einen flachen Blick.
      „Von uns beiden bist eindeutig du diejenige, die leicht angetrunken in fremde Büros spaziert und Engel nach Haarpflegeroutinen fragt.“
      Hyla legte sich gespielt empört eine Hand auf die Brust.
      „Ich habe Stil.“
      Ein kaum merkliches Schmunzeln huschte über Cains Lippen.
      Dann glitt sein Blick erneut zu Luna.
      Mittlerweile hatte sie sich auf das Sofa zurückgezogen.
      Sie wirkte erschöpfter als zuvor.
      Irgendetwas arbeitete in ihr, etwas, das mit Hylas Auftauchen begonnen hatte.
      Er trommelte nachdenklich mit den Fingern gegen seinen Unterarm.
      Seine Schwester bemerkte solche Feinheiten grundsätzlich nicht.
      Oder sie ignorierte sie bewusst.
      Cain hingegen entgingen kleine Veränderungen nur selten.
      „Was?“
      Hyla hatte offensichtlich bemerkt, dass er wieder grübelte.
      „Nichts.“
      „Lügner.“
      Sie verdrehte lachend die Augen.
      „Weißt du eigentlich, dass du furchtbar kompliziert geworden bist? Früher hast du wenigstens noch offen zugegeben, wenn dich etwas beschäftigt hat.“
      „Früher habe ich auch noch geglaubt, Leuze würden an Türen klopfen.“
      Hyla lachte laut auf.
      Cains Blick hingegen ruhte noch einen Moment auf Luna.
      Er konnte nicht erklären, warum.
      Aber irgendetwas sagte ihm, dass Hylas Erscheinen gerade mehr ausgelöst hatte als bloß eine flüchtige Irritation.
      Und dieses Gefühl...
      Gefiel ihm ganz und gar nicht.
      Hyla schnippte plötzlich mit den Fingern.
      „Ach! Beinahe hätte ich den eigentlichen Grund vergessen, warum ich überhaupt hier bin.“
      Cain sah sie trocken an.
      „Das überrascht mich jetzt wirklich überhaupt nicht.“
      „Du hast mir doch dieses Foto von der Unterschrift geschickt.“
      Mit einem Mal wurde ihr Gesichtsausdruck etwas ernster.
      „Ich hab ein bisschen herumtelefoniert.“
      Sie wedelte beiläufig mit ihrem Handy.
      „Einer meiner Kontakte hat sie tatsächlich wiedererkannt.“
      Cains Aufmerksamkeit war augenblicklich bei ihr.
      „Wer?“
      “Ein ehemaliger Angestellter der Greed-Familie.“
      Hyla grinste schief.
      „Wir haben uns vor ein paar Jahren auf einer Feier gemeinsam komplett abgeschossen.“
      „... Natürlich hast du das.“
      „War ein großartiger Abend.“
      Sie winkte ab.
      „Jedenfalls meinte er sofort, dass ihm die Unterschrift bekannt vorkommt. Gehört wohl zu irgendeinem höheren Verwaltungsheini aus dem Greed-Haus. Den genauen Namen wusste er nicht mehr, aber er ist sich ziemlich sicher, dass die Signatur von dort stammt.“
      Für einen Moment herrschte Stille.
      Cain ließ die Information sacken.
      Greed.
      Ausgerechnet diese hinterhältigen Schlangen.
      Seine Finger trommelten langsam gegen seinen Oberarm.
      „Das erklärt zumindest, warum ich den Namen nirgends in meinen eigenen Archiven gefunden habe.“
      Ein kaum merkliches Lächeln huschte über sein Gesicht.
      „Gut gemacht.“
      Hyla strahlte.
      „Ich weiß.“
      „Danke.“
      Sie blinzelte überrascht.
      „Moment... war das gerade ein ernst gemeintes Dankeschön?“
      „Gewöhn dich nicht daran.“
      Er griff nach ihrem Mantel und drückte ihn ihr kurzerhand in die Arme.
      „Und jetzt verschwinde.“
      „Wie bitte?“
      „Du riechst wie eine Destillerie.“
      „Das nennt man Parfüm.“
      Er öffnete bereits die Tür.
      Hyla schmollte theatralisch.
      „Aber ich wollte doch noch ihre Haarpflegeroutine erfahren!“
      Sie deutete mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck auf Luna.
      Cain stieß ein ergebenes Seufzen aus.
      „Ich frage sie später.“
      „Versprochen?“
      “Versprochen.“
      Sofort hellte sich Hylas Miene wieder auf.
      „Na gut.“ Sie grinste. „Du bist heute erstaunlich umgänglich. Das macht mir ehrlich gesagt ein bisschen Angst.“
      „Raus.“
      „Jaa, jaa.“
      Mit einem letzten Winken verschwand sie pfeifend über den Flur.
      Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss.
      Endlich, Ruhe.
      Cain atmete einmal tief durch.
      Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie still der Raum plötzlich geworden war.
      Sein Ausdruck wurde unwillkürlich nachdenklicher.
      „... Ist bei dir alles in Ordnung?“
      Die Frage kam schneller über seine Lippen, als ihm lieb war.
      Er räusperte sich leise und verschränkte die Arme vor der Brust.
      „Du hast vorhin ziemlich merkwürdig reagiert, als Hyla hereingekommen ist.“
      Erst nachdem die Worte seinen Mund verlassen hatten, bemerkte Cain, dass überhaupt keine Antwort kam.
      Er hob den Blick.
      Luna war längst wieder eingeschlafen.
      Einen Moment starrte er sie bloß an, ehe ihm ein leises Schnauben entwich.
      „Natürlich“, murmelte er trocken. „Warum sollte ich auch einmal mit jemandem sprechen, der wach bleibt?“
      Sie saß zusammengesunken an der Wand, den Kopf leicht zur Seite geneigt. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig. Offenbar hatte ihr Körper endgültig beschlossen, sämtliche Erschöpfung der letzten Tage auf einmal nachzuholen.
      Cain blieb noch einen Augenblick stehen.
      Eigentlich hätte er sie einfach schlafen lassen und sich wieder seiner Arbeit widmen sollen.
      Eigentlich.
      Mit einem kaum hörbaren Seufzen griff er schließlich nach dem Buch, das noch immer auf dem kleinen Tisch neben der Couch lag, schlug es an der Stelle auf, an der er zuletzt aufgehört hatte, und ließ sich neben ihr nieder.
      Nur, weil der Platz bequemer war als sein Schreibtisch.
      Redete er sich zumindest ein.
      Die Seiten raschelten leise, während sein Blick über die Zeilen glitt.
      Ein Kapitel, Zwei Seiten, Drei…
      Er hatte keine Ahnung, was dort eigentlich stand.
      Seine Gedanken schweiften ständig ab.
      Immer wieder glitten seine Augen wie von selbst zu Luna hinüber.
      Sie wirkte im Schlaf vollkommen anders.
      Kein trotziges Funkeln in den Augen, keine hitzigen Diskussionen und keine dummen halsbrecherischen Heldentaten.
      Einfach nur... friedlich.
      Fast zerbrechlich.
      Ein Anblick, der überhaupt nicht zu dem Mädchen passen wollte, das gestern noch einen Erzengel quer durch sein Büro geprügelt hatte.
      Unwillkürlich blieb sein Blick etwas länger auf ihrem Gesicht liegen.
      Die schwarzen und weißen Haarsträhnen fielen ihr locker über die Schulter. Einzelne Strähnen hatten sich in ihrem Gesicht verfangen.
      Seine Finger zuckten beinahe.
      Für den Bruchteil einer Sekunde spielte sein Verstand mit dem Gedanken, sie ihr einfach aus dem Gesicht zu streichen.
      Erst als seine Hand sich tatsächlich ein paar Zentimeter hob, erstarrte er.
      Was zum…?! Mit beinahe demonstrativer Genervtheit ließ er den Arm wieder sinken.
      „Reiß dich zusammen“, murmelte er sich selbst zu.
      Er war Cain.
      Oberhaupt der Pride-Familie.
      Auftragsmörder!
      Albtraum zahlloser Wesen!
      Nicht irgendein verliebter Idiot, der einen schlafenden Engel anstarrte.
      Er zwang seinen Blick zurück auf das Buch.
      Wieder vergingen einige Minuten.
      Oder vielleicht auch nur Sekunden.
      Er wusste es nicht.
      Denn kaum hatte er den nächsten Absatz begonnen, schweiften seine Gedanken erneut ab.
      Dieses Mal allerdings in eine Richtung, die ihm noch weniger gefiel.
      Sein Blick glitt über den Stoff ihrer neuen Kleidung, der sich ruhig mit jeder ihrer Atembewegungen hob und senkte.
      Er erinnerte sich nur allzu gut daran, wie ihre zerrissene Bluse zuvor ausgesehen hatte.
      Wie viel Haut sie freigelegt hatte.
      Wie nah er ihr gewesen war.
      Ein leises Knirschen ging durch seine Zähne.
      Verdammt.
      Er wusste ganz genau, welche Gedanken sich da gerade anschlichen.
      Wie seine Finger sich am liebsten in ihrem Haar verfangen würden.
      Wie gern er sie an sich ziehen würde.
      Wie reizvoll es wäre, den stoischen Trotz aus ihrem Gesicht verschwinden zu sehen und stattdessen eine völlig andere Reaktion hervorzurufen.
      Einfach nur...weil er wissen wollte, wie sie reagieren würde.
      Der Gedanke ließ ihn das Buch etwas fester umfassen.
      „Du bist wirklich das reinste Unglück“, murmelte er mehr zu sich selbst als zu ihr.
      Mit einem hörbaren Schnappen klappte er das Buch wieder zu und rieb sich mit Daumen und Zeigefinger über den Nasenrücken.
      „Nicht genug, dass du ständig bewusstlos wirst...“
      Ein trockenes Schnauben entwich ihm.
      „...jetzt bringst du mich auch noch auf dumme Gedanken.“
      Luna schlief unbeirrt weiter.
      Und gerade das machte es vermutlich nur noch nerviger.
    • Luna Träume schön wieder von Cain. Und das Gefiel ihr ein bisschen sogar. Wie er ihre Körper küsst und wie er… mit seinem Lippen einfach. Ihr ein Stöhnen entlockte. Einfach nur… und dann entwich ihr ein leises Keuchen. „Ah Cain.“
      dann stille.
      Luna schläft ruhiger. Und plötzlich wie aus den Nix Ändert sich der Traum. Und die eine Erinnerung drang aus ihr. „Halt. Nicht so schnell Warte auf mich“ „Ich kriege dich gleich Schwester!“
      „Bleib hinter mir. Nicht lässt sie Gefälligst in Ruhe ihr Verdammten Dämon. Nein“ Plötzlich riss sie die Augen auf.
      Es war mitten in der Nacht. Und sie blickte sich um „fuck noch mal warum muss du ihr so Ähnlich sehen.“ Sie amtet aus und sah Cain erst jetzt. /fuck hat er das Gehört?/
      „Ahm wie lange bist du hier?“ Fragte Luna Cain und wirkte Nervös. Sehr Nervös. „Erst Träume ich von dir..“ „aber bilde dir nix drauf ein Cain.“
      „Und dann … von jemandem der…“ Sie brach ab.
      und stand auf. „Du Cain … gibt es was Neues? Und vergiss bitte was ich im Schlaf gesagt habe ich das ist längst Vergangenheit, das andere ist oder war nur, ein Traum nix von Bedeutung. Auch wenn es sich echt angefüllt hat.“ Und schaut Verlegen weg.
      Fuck wie gerne wurde sie ihn küssen und mit seine Haare spielen sich dran Fest krallen. Und ihre Körper an seine Drucken. „Du bringst mich durcheinander. Cain ich denke Sachen die ich nicht denken darf die Verboten sind.“ Meinte sie lachend. Fügte noch hinzu. „und das Witzige ist das es mir vielleicht Gefallen könnte.“ Meinte sie leise.
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