Der Fluch von Nebelhafen (Takei & Lady_Cookie)

    • Edward spürte, wie die Spannung in Rhiannons Körper nachließ und sie erschöpft in sich zusammensackte. Der letzte Rest ihrer Magie war in die Wunde geflossen; ein schwaches Glühen, das gerade ausreichte, um das Schlimmste zu verhindern, bevor ihre Kraft endgültig versiegte.

      „Keine Sorge, ich kümmere mich um dich“, murmelte er, und seine Stimme war nun so sanft wie der Sommerwind.
      Ohne Zögern schob er seine kräftigen Arme unter ihren Körper und hob sie behutsam vom Boden auf, als wäre sie aus zerbrechlichem Glas. Er trug sie wie eine Braut über eine unsichtbare Schwelle, weg vom Blut und dem Staub des Kampfes. Bei einer mächtigen, alten Eiche fand er eine massive Wurzel, die wie ein natürlicher Thron aus der Erde ragte. Dort setzte er sie vorsichtig ab, darauf bedacht, dass ihr Kleid nicht im feuchten Waldboden verschmutzte.

      Edward kniete sich vor sie und öffnete seinen ledernen Rucksack. Nach kurzem Wühlen förderte er ein kleines, bauchiges Tonfläschchen und eine Rolle aus sauberem, hellem Leinen zutage.
      „Deine Magie hat gute Vorarbeit geleistet“, stellte er fest, während er den Korken mit den Zähnen aus der Flasche zog. Ein herber, krautiger Duft erfüllte die Luft. „Das erspart uns das Ausbrennen. Ein Aufguss aus Ringelblumen sollte genügen, um das Fieber fernzuhalten und die Heilung zu beschleunigen.“

      Mit einer Behutsamkeit, die man seinen großen, vom Kampf gezeichneten Händen kaum zugetraut hätte, schob er den Stoff ihrer grünen Kluft von der verletzten Schulter. Er achtete peinlich genau darauf, den Stoff nur so weit wie unbedingt nötig zu lockern, um ihre Würde zu wahren, während er die Wunde freilegte.

      Dann begann er, die Tinktur auf ein Stück der Bandage zu gießen. Als er anfing, das geronnene Blut vorsichtig wegzutupfen, sah er, wie sie vor Schmerz zusammenzuckte.
      „Meine Mutter war eine Kräuterhexe“, begann er leise zu erzählen, um sie von dem brennenden Gefühl abzulenken. Sein Blick wurde weich bei der Erinnerung. „Sie besaß keinen Funken echter Magie, aber es gab kein Kraut im Umkreis von hundert Meilen, dessen verborgene Kraft sie nicht kannte. Sie sagte immer, dass die Natur für jedes Leiden ein Pflaster bereithält, wenn man nur geduldig genug ist, danach zu suchen.“

      Während er sprach, legte er die getränkte Bandage mit sicherem Griff um ihre Schulter und begann, sie fachmännisch zu verbinden. Jede Bewegung war ruhig und bestimmt, ein stilles Versprechen, dass sie bei ihm in Sicherheit war.
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • Rhiannon unterdrückte ein Wimmern. Sie konzentrierte sich Dankbar auf Edward´s Worte.
      Als Edward mit sanfter Hand beendete was er begonnen hatte, und ihr fürsorglich das Oberteil wieder zurecht rückte, hielten beide noch kurz inne. beiden gaben sich noch einen kurzen Moment in diesem Augenblick, ehe sie gemeinsam aufstanden.
      "Danke Edward. Dankeschön.
      Wir ... sollten ins innere des Schiffs sehen. Bevor eine neue Welle kommt. Ich schaffe das schon"
      einen kurzen Moment herrschte völlige stille auf der Lichtung.
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    • Edward nickt entschlossen. „Okay, sag mir sofort Bescheid, wenn du etwas brauchst“, flüstert er Rhiannon ermutigend zu. Dann treten die beiden gemeinsam durch eine klaffende Lücke im Rumpf in das Innere des Schiffes.
      Der Gestank, der ihnen dort entgegenschlägt, ist schier unerträglich. Es ist eine beißende Mischung aus Schwefel, verwesendem Fleisch, salzigem Seewasser und uraltem Schimmel. Edward presst sich reflexartig den Stoff seines Ärmels vor die Nase, um nicht würgen zu müssen. „Kein Wunder, dass hier auf den Klippen keiner ein Haus gebaut hat“, presst er durch den Stoff hervor. „Wenn hier der Wind dreht, fällt man ja tot um.“

      Das Schiff scheint einst eine stolze Schatzgalleone gewesen zu sein. Im dämmrigen Licht, das durch die Löcher im Rumpf fällt, erkennt man die Umrisse alter Kanonen, die teils noch in ihren Verankerungen stehen oder wirr im Bauch des Schiffes umherliegen. Zwischen den massiven Stützbalken hängen verrottete Stofffetzen – die kläglichen Überreste dessen, was wohl einst die Schlafkojen der Mannschaft waren. Überall stapeln sich morsche Kisten, deren Inhalt längst eins mit dem Schlamm und dem Unrat am Boden geworden ist.
      „Vermutlich befindet sich weiter oben das Quartier des ehemaligen Kapitäns“, vermutet Edward und deutet mit dem Ende seines Hammers vage nach oben, wo eine halb weggebrochene Treppe in die Dunkelheit der oberen Decks führt. „Ich denke, wenn wir irgendwo etwas finden, das uns weiterhilft, dann dort.“

      Er geht einen vorsichtigen Schritt voran, wobei er peinlich genau darauf achtet, nicht auf morsche Dielen zu treten, die unter seinem Gewicht wegbrechen könnten. Sein eisblaues Auge glüht in der Finsternis des Decks schwach auf, als würde es die lauernden Schatten im Inneren des Wracks fixieren.
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • Rhiannon geht zuerst hinter dem Paladin. Als er den Weg nach Oben besteigt, geht sie voran, um ihm Lose Dielen ausfindig machen zu können.
      Sie warnt ihn hier und da mal, ehe sie ein Gespräch beginnt, dass ihr doch auf der Seele brennt.

      "Das was du vorhin getan hast, kommt sowas öfters vor? Ich meine, dass beide deine Augen dieses Glühen beginnen? Und deine Stimme war so ... Unnatürlich"

      Rhiannon tritt in die alten Captains Räumlichkeiten ein. Sie schaut sich um, geht langsam auf den Tisch zu. Sieht ein zum größten teil vermodertes Buch und seuftzt.

      Während Edward gerade noch am Antwort suchen war, unterbricht sie seine Gedanken.
      "Ich kann den alten Zustand dieses Buches wieder herstellen. Aber es wird mich vermutlich meine letzte Kraft rauben. Sollte es soweit kommen, sei so nett und lass mich nicht auf den kalten Boden fallen."
      Rhi hebt die Hände über dem alten Buch ...
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    • Noch bevor Rhiannon ihre Magie wirken kann, legt Edward sanft seine Hand auf ihre. „Warte“, flüstert er und blickt sie aus müden, aber ehrlichen Augen an. „Wir müssen es nicht direkt wieder in Ordnung bringen. Hier in der Kapitänskajüte ist der Geruch nicht so penetrant wie im restlichen Bauch des Schiffes. Wir können uns hier eine Weile ausruhen.“
      Er lässt seinen Blick durch den Raum schweifen, der einst Prunk und Autorität ausstrahlte. „Wir haben noch nichts von Thoras Proviant gegessen. Lass uns eine richtige Pause machen, bevor wir uns dem Rest stellen“, schlägt er vor.
      In der Ecke der Kajüte steht ein wuchtiges Bettgestell, auf dem tatsächlich noch eine richtige Matratze liegt. Edward tritt darauf zu und klopft mit der flachen Hand kräftig den Staub aus dem verblichenen Stoff. Eine graue Wolke wirbelt auf, doch das Material scheint noch stabil zu sein. „Schlafen würde ich darin jetzt nicht unbedingt“, stellt er fest und zieht die Nase kraus, „aber draufsetzen kann man sich.“
      Er lässt sich auf die Kante der Matratze sinken, wobei das alte Holz leise unter seinem Gewicht ächzt. Er legt seinen Hammer neben sich ab und sieht Rhiannon abwartend an. „Du hast eben mein Auge erwähnt“, beginnt er und deutet auf die eisblaue Iris, die im fahlen Licht der Kajüte fast von selbst zu leuchten scheint. „Was genau meintest du damit? Was ist dir daran aufgefallen?“
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • Rhi lässt die Hände sinken.
      setzt sich jedoch lieber auf den boden vor Edward.
      "Als ich vorhin getroffen wurde... als du auf den Untoten zugelaufen bist, warst du wie ausgewechselt. Deine Stimme war nicht von dieser Welt. Beide deiner Augen haben gleich geleuchte. Du hast diese. Zombie einfach den Schädel gebrochen.
      Ich meine... naja. Ich war kurz erschrocken."
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    • Edward verzieht eine Augenbraue und blickt sie entgeistert an. „Verstehe …“, murmelt er heiser. „Ich dachte eigentlich, ich hätte einfach nur das Bewusstsein verloren. Mir wurde schlagartig schwarz vor Augen, als ich sah, wie du verletzt wurdest. Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist, wie ich vor diesem Untoten mit dem geplatzten Schädel stand.“
      Ein Schatten tritt in seine Augen, während er Rhiannon sein Unbehagen gesteht. „Ich dachte ernsthaft, du hättest einen Zauber gewirkt, um uns zu retten. Dass ich selbst dafür verantwortlich sein soll …“ Er bricht ab und schüttelt langsam den Kopf.
      „Kannst du mir mehr darüber erzählen? Wie genau sah das aus?“, fragt er und sieht sie nun bittend an. „Ich hatte das früher schon einmal – vor Jahren. Damals war aber niemand in meiner Nähe, der mir hätte berichten können, was vorgefallen ist. Ich bin einfach nur inmitten von Zerstörung aufgewacht und wusste nicht, wie ich dorthin gekommen bin.“
      Edward senkt den Blick wieder und fixiert die staubigen Dielen des Bodens. Er wirkt in diesem Moment nicht wie der stolze Paladin in strahlender Rüstung, sondern wie ein junger Mann, der sich vor der Dunkelheit in seinem eigenen Inneren fürchtet. Er denkt angestrengt darüber nach, was genau mit ihm geschehen ist. Ist es ein Segen seines Gottes Helm – oder schlummert da eine weitaus unberechenbarere Kraft in seinem Blut?
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • "Wie soll ich das beschrieben ..." begann die Druidin.
      Sie nahm sanft seine Hände in die ihren. Ihre Hände waren im vergleich zu seinen, ziemlich klein und es wirkte fast ein wenig komisch.
      "es war als hätte man einen Schalter umgelegt. In dir ist ein Inferno ausgebrochen. Deine Stimme wurde unmenschlich. Du hast den Untoten gedroht. Deine beiden Augen haben so blau geglüht wie dein eines jetzt. Du bist langsam drohend auf ihn zugegangen. Pfeile die er nach dir schoss verpulverten einfach in deiner Aura. Du warst... unaufhaltsam.
      Und kaum dass der untote bis ins Jenseits geschickt wurde ... warst du zurück"
      Rhiannon drückte seine Hände fest. Wollte ihm beistehen
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    • Edward nickt schwach, während sein Blick in die Leere des staubigen Raumes gleitet. Er konzentriert sich ganz auf die Berührung ihrer Hände; sie sind das Einzige, was ihn in der harten Realität der Gegenwart hält und verhindert, dass er in der Dunkelheit seiner Erinnerungen versinkt.

      „Ich verstehe. Ich schätze, etwas Ähnliches ist damals auch passiert“, beginnt er mit brüchiger Stimme. „Ich war mit einem netten älteren Pärchen unterwegs. Sie waren einfache Händler und hatten mich in ihrem Karren mitgenommen. Dann wurden wir überfallen. Es waren zu viele Banditen … sie überwältigten mich und zwangen mich, zuzusehen, wie sie die beiden hinrichteten.“
      Er hält inne, und das leise Knarren des Schiffes wirkt plötzlich wie das ferne Echo eines Schreiens. „Ich schrie … genau wie vorhin bei dir. Und dann wurde alles schwarz.“ Er schließt für einen Moment die Augen, als könne er die Bilder so auslöschen. „Das Nächste, was ich weiß, ist, dass von den Banditen nichts mehr übrig war. Nur noch verkohlte Leichen und Körperteile, die um den zerstörten Karren verstreut lagen.“

      Ein Schauer läuft über seinen Rücken, und er schüttelt kurz den Kopf, um die grausamen Gedanken zu verdrängen. „Seitdem bin ich mir nicht mehr sicher, ob mein Auge wirklich ein Segen des Gottes Helm ist – oder vielleicht der Fluch eines Wesens, das ich noch nicht kenne.“
      Er schlägt die Augen wieder auf und sieht Rhiannon direkt an. Das tiefe Grün ihrer Augen wirkt in diesem Moment magnetisch auf ihn; er verliert sich in ihrem Blick und erkennt sein eigenes, fragendes Spiegelbild in ihren Pupillen. Ein Teil von ihm möchte sich einfach fallen lassen, doch das kalte Metall seiner Rüstung erinnert ihn an seine Pflicht. Er darf nicht schwach werden. Er muss für sie da sein, für das Dorf und für all jene, die diesen Gefahren schutzlos ausgeliefert sind.
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • Rhiannon zieht den Paladin einfach in eine tiefe, herzliche und ehrliche Umarmung. Eine dieser seltenen, die man nicht oft im Leben hat.
      Und während sie diese tiefe Umarmung hält flüstert sie ihm entgegen
      "Wenn dein Gott dir so zur Seite steht, dann glaube ich kaum, dass er ein böses Wesen in dir schlummern lassen würde.
      Mein Stamm pflegt zu sagen, der Eichvater will das beste für seine Schützlinge. Und auch wenn dinge schlimm erscheinen, werden sie später irgendwann zeigen, was ihre wahre Bedeutung war. Manchmal muss man erst seinen Verlobten und seinen Stamm verlieren, um einem netten Paladin zu begennen, der einem ein neues Ziel für seinen Weg gibt.
      Was auch immer das mit deinem Auge ist, wir schaffen das. Ich bin bei dir.. Sowas tun Freunde nun mal"

      Erst jetzt löst Rhiannon die Umarmung und lächelt den Paladin an.
      Versucht ihm Hoffnung zu schenken. Beistand. Vertrauen.
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    • Die Umarmung wirkt wie ein göttlicher Segen, nur viel greifbarer. Es ist, als würde die verloren geglaubte Kraft durch den bloßen Kontakt direkt wieder in Edwards erschöpften Körper fließen. Er löst sich sanft aus der Umklammerung, blickt sie an und schenkt ihr ein ehrliches, warmes Lächeln.
      „Danke, Rhiannon“, sagt er leise, aber aufrichtig. Er legt ihr kurz eine Hand auf den Kopf – eine fast schon väterliche oder brüderliche Geste der Verbundenheit – und gibt ihr einen platonischen Kuss auf die Stirn. Es ist ein Versprechen, dass er wieder ganz bei sich ist. „Wir haben mächtig was zu tun, und wir sind gerade erst am Anfang.“
      Mit neuer Entschlossenheit greift Edward nach dem Jutesack von Thora und öffnet ihn. Die rustikalen Vorräte wirken in dieser düsteren Umgebung fast wie ein Festmahl. Er holt die verschiedenen Lebensmittel heraus und breitet sie auf einem sauberen Stück Stoff aus, das er auf der Matratze ausbreitet.
      „Komm, lass uns etwas essen. Danach geht es uns bestimmt besser“, sagt er und reicht Rhiannon eine Auswahl an getrockneten Früchten, das würzige Dörrfleisch und ein großes Stück vom Hartkäse. Er selbst wartet gar nicht erst lange ab; der Hunger meldet sich nun lautstark zurück. Mit einem hörbaren Seufzer der Erleichterung fängt er an, auf dem ersten Stück Fleisch herumzukauen.
      Der Geschmack von Salz und Rauch vertreibt den modrigen Schwefelgeruch des Schiffes aus seinen Sinnen und erinnert ihn daran, wofür sie kämpfen: für das einfache, gute Leben, das Thora und Alfred repräsentieren.
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • Fast schon ein wenig verwirrt über diese Geste, lächelt Rhiannon noch kurz.
      Setzt sich dann wieder auf den Boden und isst ebenfalls. Edward ist fast schon kurz verwirrt als Rhiannon das Fleisch isst. Irgendwie hat er ein wenig was anderes erwartete, von einer Naturliebenden Druidin.
      Aber Scheinbar hat Rhi auch mächtig Hunger und isst drauf los. auch wenn sie bei weitem nicht so viel isst wie der Paladin.

      Fürs erste sind beide ruhig. Genießen das essen, und den Moment der Ablenkung.
      Als Rhiannon fertig ist, geht sie zum Schreibtisch. schaut sich das Buch genauer an, ohne es zu berühren.
      Untersucht es auf Zauber, Flüche, und mehr.
      Im selben Atemzug schaut sie sich nun etwas genauer im Raum um. Die Kajüte ist runter gekommen, aber vergleichsweise gut in Takt.
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    • „Da schau an“, kichert er leise und wischt sich ein paar Krümel vom Mundwinkel. „Ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass du beim Fleisch zugreifst. Ist es nicht eher unüblich für eine Druidin und Elfin, das Fleisch eines Tieres zu essen? Oder habe ich da einfach nur ein völlig falsches Weltbild, das mir in den Tavernen von Niewinter eingeredet wurde?“ Er grinst sie neckisch an, wobei der Funke von Neugier in seinem Blick zeigt, dass er wirklich gerne mehr über ihre Lebensweise erfahren möchte.

      Während sie kaut, beobachtet er aufmerksam, wie sie bereits wieder ihre Sinne ausstreckt und den Blick durch die verstaubte Kajüte wandern lässt. Die Rastlosigkeit in ihrem Wesen entgeht ihm nicht. Er schluckt seinen Bissen herunter und deutet auf das mysteriöse Buch, das noch immer wie ein lauerndes Tier auf dem Tisch liegt.

      „Willst du das mit dem Buch noch einmal probieren oder brauchst du noch einen Moment?“, fragt er mit einer Spur Besorgnis in der Stimme. „Ich möchte nicht, dass du mir hier noch umfällst. Wenn du noch nicht bereit bist, es hier im Herzen dieses verfluchten Wracks mit Magie zu bearbeiten, dann nehmen wir es einfach mit zurück ins Dorf. Dort kannst du es in aller Ruhe probieren, wenn du dich wieder fit fühlst.“

      Er schiebt sich eine Handvoll getrockneter Früchte in den Mund und genießt die süße Abwechslung zum salzigen Fleisch, während er auf ihre Antwort wartet. Sein Hammer lehnt griffbereit an der Bettkante – er ist bereit, die Pause jederzeit abzubrechen, sollte das Buch erneut eine so heftige Reaktion hervorrufen.
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • "Tatsächlich habe ich irgendwann über diese ganze Tier Geschichte lange nachgedacht. Tiere reißen sich Gegenseitig. das ist der lauf der Natur. Es gehört zum Leben dazu. Die Menschen neigen lediglich dazu, den Mord grausam zu begehen. Davon halte ich nichts.
      Ist der tot ein schneller, und für den Zweck des Überlebens, so ist das der lauf der Dinge"
      Antwortet sie ihm, als sie den Blick durch den Raum schweifen lässt.

      Als der Paladin sie auf das Buch anspricht, muss sie wahrlich zuerst in sich hinein fühlen.
      Ist sie bereit dafür?
      Absolut. Und es wird hier, an diesem Ort einfacher sein, das Buch in seinen Urzustand zurück zu bringen. Also nickt sie Edward zu.
      Sie wartet jedoch geduldig bis er zu Ende gegessen hat, und hilft ihm beim zusammen packen.

      Dann geht sie zum Buch.
      Sie fährt vorsichtig mit den Fingern über den Einband. Sie schließt die Augen und nimmt einmal alles wahr. Den Geruch, die Kälte, ...

      Rhiannon beginnt etwas zu nuscheln. Eine Sprache die Edward nicht versteht.
      Ihre Finger gleiten wieder und wieder über die Ränder des Buches. Und Edward kann quasi zusehen, wie das Buch langsam Rückwärts altert.
      bis es wieder in einem Zustand ist, der das Lesen seiner erlaubt.

      Mit einem Plötzlichen ruck zieht Rhiannon die Hände weg.
      "Das sollte genügen. Sonst fehlen uns nachher noch die letzten Seiten"
      Sie sieht kurz angestrengt aus, aber fängt sich schnell wieder
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    • Edward steht dicht hinter Rhiannon und beobachtet mit angehaltenem Atem, wie die Zeit selbst vor seinen Augen zurückweicht. Die zerrissenen, moderigen Seiten des Buches glätten sich, das verblichene Leder wird wieder geschmeidig, und die Tinte fließt zurück in die Fasern, als hätte die Fäulnis der Jahrzehnte niemals existiert.
      „Das ist der Wahnsinn, Rhiannon“, murmelt er ehrfürchtig.
      Als der Zauber endet, spürt er, wie Rhiannon kurz das Gleichgewicht verliert. Reflexartig tritt er noch einen Schritt näher und legt seine Hände stabilisierend an ihre Hüften. „Ganz ruhig, ich hab dich“, sagt er mit tiefer, beruhigender Stimme. „Das hast du verdammt gut gemacht.“
      Erst als er sicher ist, dass sie wieder fest auf beiden Beinen steht, löst er den Griff und wendet sich dem Buch zu. Auf dem Einband prangt in goldenen, nun wieder glänzenden Lettern: „Logbuch der 'Stolz von Oakhaven' – Kapitän Jack Harlow“.
      Edward schlägt das Buch vorsichtig auf. Die Seiten riechen nicht mehr nach Verwesung, sondern nach altem Papier und getrockneter Tinte. Er blättert ein wenig, bis sein Blick an mehreren markierten Stellen hängen bleibt.
      „Hör dir das an“, sagt er und liest mit gedämpfter Stimme vor:


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      14. Tag des Erntefest-Mondes, Jahr des singenden Riffs
      „Der Nebel ist nicht natürlich. Er riecht nach altem Eisen und vergessenem Schmerz. Seit drei Tagen folgen wir dem Kompass, doch die Nadel kreist nur noch wirr umher. Die Männer flüstern von den Schatteninseln. Sie sagen, dort, wo der Ozean den Himmel berührt, habe sich ein Riss im Gefüge der Welt aufgetan. Ein Tor, das niemals hätte geöffnet werden dürfen.“



      22. Tag des Erntefest-Mondes
      „Wir haben es gesehen. Ein grünliches Leuchten am Horizont, das die Wellen in schwarzes Glas verwandelt. Es ist ein Riss – ein klaffendes Maul zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich der Toten. Die Seeleute, die zu lange in das Licht blickten, begannen zu gurgeln und ihre eigenen Namen zu vergessen. Wir versuchen zu wenden, doch das Meer zieht uns unaufhaltsam in den Schlund. Der Fluch beginnt bei den Füßen ... sie werden kalt wie Eis, und das Herz folgt kurz darauf.“


      „Die Toten kommen nicht von außen. Sie kommen von innen. Wer den Riss schließen will, braucht das 'Licht von Helm' oder ein Herz, das rein genug ist, um den Gesängen der Geister zu widerstehen. Wir haben den Anker geworfen, um sie nicht mit uns an Land zu bringen. Mögen die Götter uns vergeben. Wir sind nun der Wächter vor dem Tor. Wer diesen Bericht findet: Sucht nicht nach uns. Sucht nach dem Siegel im Kielraum ... es ist der einzige Weg, das Portal zu schwächen.“

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      Edward lässt das Buch langsam sinken und sieht Rhiannon mit bleichem Gesicht an. „Der Kielraum … das Siegel“, wiederholt er. „Jack Harlow hat das Schiff absichtlich hier auf die Klippen gesetzt, um den Fluch aufzuhalten. Er war kein Pirat, er war ein Wächter.“
      Er greift nach seinem Hammer, und sein eisblaues Auge beginnt erneut zu pulsieren, diesmal heftiger als zuvor. „Wenn das Siegel da unten noch aktiv ist, dann ist es das, was die Untoten hier hält – und vielleicht ist es der Schlüssel, um diesen Riss endgültig zu schließen. Wenn wir das Siegel reparieren, führt es uns zu den Schatteninseln und dem Portal was immer mehr untote hier anschwemmt.“
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • Rhiannon stand fast schon entsetzt da.
      Alles was sie erwartet hatte, war falsch.

      Er war nie der Böse, machtsüchtige. Er wollte nur alles Beschützen.
      "aber ..." Rhiannon begann ins stocken zu kommen.
      In ihrem Kopf begann es zu Arbeiten wie in einem Mahlwerk. Edward hatte den Schutz des Helm. Aber sie? Sie war nur eine Druidin. Sie konnte sich selbst nicht mit reinem Herz betrachten. Sie gab sich immer gut gelaunt und positive. Aber in ihrem Inneren hatte sie geweint und geflucht als ihr Verlobter sie hat gehen lassen.
      In ihr ist alles zerbrochen.
      Sie konnte einfach nicht glauben, dass sie eines Reinen Herzen sein sollte. Vielleicht verstand sie auch einfach die Tiefe und die Bedeutung eines reinen Herzens nicht.
      Aber dann überlegte sie weiter. Und dann war es ihr egal. Sie musste es versuchen. Für die Menschen im Dorf. Für all die Unschuldigen.
      sie konnte Edward begleiten, bis zu ihrem Tot. Damit zumindest er es schaffen könnte.
      Und so hob sie den Kopf und sah Edward an
      "Also, worauf warten wir? aufgehts"
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    • Dort, halb im Schlamm vergraben und zwischen den massiven Kielbalken eingeklemmt, finden sie es: das Gegenstück zum Siegel. Es ist ein Bruchstück aus tiefschwarzem Obsidian, glatt wie Glas, aber überzogen mit einem Netzwerk aus fein ziselierten Runen. Selbst im dämmrigen Licht des Schiffsbauchs scheinen die Schriftzeichen ein schwaches, unheimliches Flimmern von sich zu geben.
      Edward bückt sich und hebt das Kristallstück vorsichtig auf. Das Material fühlt sich in seiner Hand unnatürlich kalt an, als würde es die Körperwärme direkt aus seinen Fingern saugen. Er dreht den Kristall hin und her und begutachtet die scharfen Kanten.
      „Ich habe so etwas noch nie gesehen“, gibt er ehrlich zu. „Ich meine, ich bin in magischen Runen nun wirklich kein Experte – mein Handwerk ist eher das Eisen und der Glaube –, aber diese Zeichen hier … sie wirken alt. Älter als alles, was sie uns im Tempel beigebracht haben.“
      Er reicht das Kristallstück mit einer behutsamen Bewegung an Rhiannon weiter. „Kannst du damit etwas anfangen? Spürst du eine Verbindung zur Natur oder ist das etwas völlig anderes?“
      Während er darauf wartet, dass sie den Stein untersucht, behält er die dunklen Ecken des Kielraums im Auge. Das Wasser um ihre Beine kräuselt sich leicht, und Edward hofft inständig, dass das Siegel das Einzige ist, was hier unten im Dunkeln auf sie gewartet hat.
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • Rhi nimmt das Stück in ihre Hände.
      Alles in ihr Zuckt zusammen, als sie das Kalte stück in die Finger nimmt.
      Was sie in den Händen trägt ist alles andere als Natürlich. Es ist eine Materie die sie noch nie vorher Erlebt hat.
      Und trotzdem steckt sie voller Magie und Geheimnissen.
      Rhi weiß nicht so recht was sie damit nun anfangen soll und hebt den Stein unbeholfen Edward hin
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    • Edward grinst, als er sieht, dass Rhiannon den Kristall ebenso rätselhaft findet wie er selbst. „Ich merke schon, scheinbar kannst du mit diesem Ding genauso viel anfangen wie ich“, stellt er fest und schüttelt amüsiert den Kopf. „Lass uns zurück ins Dorf gehen und schauen, ob der Leuchtturmwärter mehr weiß. Er hat ja noch das andere Stück des Kristalls. Ich gehe stark davon aus, dass er in der Taverne hockt und auf Neuigkeiten wartet.“
      Trotz seiner lockeren Worte entgeht ihm nicht, dass Rhiannon sich verändert hat. Ihre Bewegungen sind weniger federleicht als beim Aufstieg, und ihr Blick wirkt seltsam abwesend. Er sagt zunächst nichts, verstaut den Obsidiankristall sicher in seinem Rucksack und bedeutet ihr, ihm zu folgen.
      Gemeinsam verlassen sie die „Stolz von Oakhaven“ und treten hinaus auf den felsigen Pfad. Der Nebel hat sich kaum gelichtet; er liegt wie ein Leichentuch über den Klippen. Während sie den Abstieg antreten, fällt Edward die unnatürliche Stille auf, die zwischen ihnen herrscht. Rhiannon, die sonst so eins mit der Umgebung wirkt, sagt kein einziges Wort.
      Nach etwa der Hälfte des Weges bleibt Edward abrupt stehen. Er dreht sich um und legt ihr eine Hand auf die Schulter, um sie sanft zu stoppen. Sein eisblaues Auge beginnt schwach zu pulsieren – nicht vor Gefahr, sondern vor Besorgnis. Er sucht ihren Blick, in dem er vorhin noch sein Spiegelbild gesehen hat.
      „Beschäftigt dich etwas?“, fragt er sie leise. Seine Stimme ist ernst, frei von dem vorherigen Grinsen. „Du bist so still, seit wir den Kristall im Kielraum gefunden haben. Hat der Zauber dich zu sehr mitgenommen, oder … fühlst du etwas durch diesen Stein, das ich nicht wahrnehmen kann?“
      Er wartet geduldig auf ihre Antwort, während der Wind ihre Umhänge peitscht und das ferne Grollen der Brandung die einzige andere Stimme in dieser Einöde ist.
      Nyarlathotep… das kriechende Chaos… Ich bin der letzte…
      Ich werde es der lauschenden Leere verkünden…
    • Rhiannon schaut auf. Leicht ertappt.
      Sie stockt kurz.
      Atmet durch.

      "Das Buch des Captains sagte ein würdiger des Helm, oder eine Person reinen Herzens.
      Ich bin beides nicht.
      Aber bevor du etwas sagst, ich werde dich begleiten, so lange ich kann. Und wenn es soweit ist, hab ich alles in meiner Macht stehende getan, um dir und den Dorfbewohnern zu helfen. ... Nur... ist es, als würde man auf ein Messer zu rennen, und wissen es würde einen töten Aer man macht es trotzdem."
      Als Edward sie unterbrechen will und was sagen möchte, hebt sie eine Hand. stoppt ihn.

      "Ich habe nun lange überlegt. Es gibt eine Sache an die mich dieser Stein erinnert. ich kam aber nicht genau darauf was es ist. Nun erinnere ich mich.
      In meinem Stamm gab es ein altes Ritual, welches den Hain beschützte in dem ich lebte. Die Statue dieses Rituals hatte die selbe Grundmagie.
      Diese Magie ist Jahrhunderte Alt. mein Stamm weiß nichtmal mehr wie sie ihn damals gemacht haben. Aber vielleciht gibt es ein paar sehr alte Elfen, die es noch wissen könnten. Ich weiß aber gar nicht wo wir anfangen könnten"
      Beendete Rhi ihren Monolog.
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