My Idol, My Nemesis [Taru x Yumia]

    • Arisa blieb vor Migi stehen und musterte ihn von oben bis unten. Einen Moment lang sagte sie nichts. Er sah tatsächlich erbärmlich aus. Zerzauste Haare, müdes Gesicht, dieser Stock in der Hand und dazu die völlig verkrampfte Haltung, als würde jeder einzelne Schritt seine Beine persönlich beleidigen. Und trotzdem hatte er offenbar noch genug Energie, um sie schon am frühen Morgen zu nerven. „Du siehst aus, als hätte dich ein Bus überfahren“, stellte sie trocken fest. Als er sie dann auch noch fragte, ob sie ihm bis zum Klassenraum helfen könne, hob sie lediglich eine Augenbraue. „Nein.“ Die Antwort kam ohne jedes Zögern. Sie schulterte ihre Tasche etwas höher und setzte sich in Bewegung. „Du kannst laufen. Sehr langsam zwar, aber du kannst laufen.“ Nach ein paar Schritten sah sie kurz über die Schulter. „Außerdem habe ich keine Lust, dich durch die ganze Schule zu schleppen.“
      Arisa ging weiter, ohne auf ihn zu warten, verlangsamte ihr Tempo aber unbewusst ein wenig. Sie konnte schließlich schlecht mit ansehen, wie er sich gleich auf dem ersten Meter auf die Nase legte. „Und bevor du wieder irgendwelche dummen Sprüche machst: Ich mache mich nicht über dich lustig“, fügte sie hinzu. „Na gut. Vielleicht ein bisschen.“ Ein kleines Grinsen huschte über ihr Gesicht, bevor sie wieder nach vorne sah.
      Während sie Richtung Schulgebäude gingen, fielen ihr die neugierigen Blicke einiger Schüler auf. Kein Wunder. Migi sah aus, als wäre er über Nacht um mehrere Jahrzehnte gealtert. Arisa konnte sich bereits vorstellen, wie er später die Geschichte seines Trainings ausschmücken würde. Wahrscheinlich würde aus einem anstrengenden Tanztraining innerhalb weniger Minuten eine epische Schlacht gegen einen übermächtigen Meister werden. Bei Migi war schließlich alles eine Nummer größer.
      Trotzdem musste sie zugeben, dass er sich offenbar wirklich angestrengt hatte. Je länger sie darüber nachdachte, desto absurder wurde die ganze Situation. In der Schule war er einfach nur der nervige Junge, der sie regelmäßig zur Weißglut brachte. Und außerhalb dieser Mauern war er plötzlich ihr Tanzpartner.
      Vor dem Klassenraum blieb Arisa stehen und sah ihn noch einmal an. „Komm. Sonst verpasst du noch den Unterricht.“ Sie deutete mit einem kurzen Kopfnicken auf die Tür. „Und wenn deine Beine wirklich so kaputt sind, wie du behauptest, solltest du dir vielleicht überlegen, ob du nicht, bei was auch immer du gestern getan hast, nicht ein bisschen vorsichtiger bist.“ Sie verdrhete genervt die Augen. „Ich habe nämlich keine Lust, morgen wieder einen wandelnden Zombie neben mir stehen zu haben.“ Auch wenn Arisa an harten Training gewöhnt war, musste sie sich gestehen, dass auch für sie das Training gestern anstrengend war und sie hier und da ein bissch ein Ziehen im Körper bemerkte.

      Nach dem Unterricht machte Arisa sich direkt auf den Weg zu Aurora 7. Schon auf dem Weg dorthin dachte sie an den vergangenen Tag zurück. Das Laufen hatte ihr zwar nicht besonders viel ausgemacht, doch bei Migi hatte es offensichtlich seine Spuren hinterlassen. Allein sein Anblick am Morgen hatte gezeigt, wie sehr Sagawa ihn an seine Grenzen gebracht hatte. Und trotzdem wusste Arisa, dass sie heute wieder laufen mussten. Sagawa würde ihnen diese Stunde Ausdauertraining vermutlich nicht einfach schenken. Als sie die Agentur betrat, zog sie sich um und wurde wenig später gemeinsam mit Migi zum Eingangsbereich gebracht. Dort wartete Sagawa bereits mit seiner Stoppuhr und einem Tablet. „Gestern seid ihr fünfzehn Kilometer gelaufen“, begann er ohne Begrüßung. „Heute machen wir dasselbe. Aber diesmal gibt es eine Änderung.“ Arisa sah zu ihm. Das konnte nichts Gutes bedeuten. Sagawa hielt das Tablet hoch. Darauf war eine Karte mit einer markierten Strecke zu sehen, die deutlich komplizierter aussah als die vom Vortag. „Ihr lauft heute nicht einfach nebeneinander her. Alle zwei Kilometer bekommt ihr eine neue Vorgabe. Einer von euch übernimmt die Führung, der andere muss sich exakt an dessen Tempo halten. Danach wird gewechselt.“ Arisa verstand sofort, worauf er hinauswollte. Es ging nicht mehr nur um Ausdauer. Er wollte sehen, ob sie auch außerhalb der Tanzhalle aufeinander reagieren konnten.
      Der erste Abschnitt begann ruhig. Arisa hielt ein gleichmäßiges Tempo und bemerkte schnell, dass Migi heute zwar noch steif wirkte, aber nicht mehr ganz so erbärmlich aussah wie am Morgen. Offenbar hatte er sich zumindest ein wenig erholt. Nach zwei Kilometern wechselte die Führung. Nun musste Migi das Tempo bestimmen. Arisa hätte beinahe die Augen verdreht, als Sagawa ihnen zusätzlich mitteilte, dass sie an jeder größeren Kreuzung für fünf Sekunden stehen bleiben und anschließend gleichzeitig wieder loslaufen mussten. „Ihr müsst lernen, aufeinander zu reagieren“, erklärte er. „Auf der Bühne könnt ihr auch nicht einfach weitermachen, wenn euer Partner hinter euch zurückbleibt.“ Arisa sagte nichts dazu. Sie wusste, dass er recht hatte, auch wenn sie seine Methoden weiterhin für unnötig brutal hielt.
      Eine weitere Änderung wartete nach der Hälfte der Strecke. Sagawa hatte einen kleinen Umschlag an einer markierten Stelle hinterlegen lassen. Darin befand sich jeweils eine kurze Aufgabe. Diesmal mussten sie den nächsten Abschnitt laufen, ohne miteinander zu sprechen. Nur über Blicke und Handzeichen sollten sie bestimmen, wann sie das Tempo erhöhten oder reduzierten. Arisa fand die Idee überraschend sinnvoll. Sie war es gewohnt, sich auf der Bühne über kleinste Bewegungen und Blicke mit anderen Tänzern abzustimmen. Für Migi hingegen dürfte es wesentlich schwieriger werden. Sie lief weiter und beobachtete ihn aus dem Augenwinkel. Immer wieder gab sie ihm kleine Zeichen, wenn eine Steigung kam oder sie das Tempo verändern wollte.
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    • Die Schule am Morgen war die Hölle gewesen. Jede Bewegung brannte sich in sein Gedächnis, und von Arisa hatte er auch wenig Hilfe erhalten. Diese eiskalte Egoistin. Grinste auch noch. Als wenn er es nicht bemerkt hätte. Sie wartete immer ein Stück, nur um sich an seinem Leid zu laben. Aber das würde ihn noch leid tun.
      "Paahh, du nennst mich Zombie? Schau dich mal an. Der Einzige der groß mit dir interagiert das bin ich. Sonst hängst du wohl nur in deinem finsteren Loch und beschwörst Dämonen, oder sowas. Oder du nörgelst laut rum, und verschreckst alle. Nimm dir mal ein Beispiel an Yusa! Lächel doch mal lieber so, anstatt über jemanden.", grinste er zurück.
      "Die ist zwar auch Solo unterwegs, aber im Gegensatz zu dir Herbssturm, wirkt sie wie ein angenehmer Frühlingstag. Sei einfach mal netter."
      Und dann hatte sie ihm die Tür vor der Nase zugezogen. Natürlich war Migi gestolpert und hatte alle Muskeln auf einen Schlag ruckartig bewegt, die irgendwas mit Schmerzen und Muskelkater zu tun hatten. Das war wohl ihre Meinung zu seiner Meinung. Das häufchen Elendmigi blieb einen Moment am Boden liegen und zuckte, ehe Klassenkameraden ihn irgendwie wieder zusammenbauten, und zum Tisch begleiteten.
      Danach war erstmal Funkstille.
      Und dann endete der Schultag wie gewohnt früher. Auch hier half Arisa nicht. Sie schien es besonders eilig zu haben, während Migi vom Hof humpelte wie ein Zombie.

      Migi brauchte etwas länger. Er war zunächst heim gefahren, und hatte sich umgezogen. Unter der warmen Dusche konnte er sich etwas beweglich machen. Er warf noch ne Schmerztablette ein und starrte in den Spiegel. "Wie schafft sie das nur?", fragte er sich. Damit meinte er Yusa. Vermutlich weil sie es gewohnt wäre.
      Irgendwann tauchte auch er bei Aurora 7 auf und grüßte knapp. Inzwischen bewegte er sich wieder flüssiger, auch wenn es hier und da mal zog und piekste.
      Herr Sagawa interessierte sich nicht für seinen Zustand, oder ein höfliches Hallo, sondern polterte direkt mit den nächsten Aufgaben über beide herein.
      Und die hatten es in sich.
      Tempo anpassen, reagieren, schweigen und Handsprache. Und das alles während der 15 km Laufstrecke. Herr Sagawa hatte den Weg so gelegt, das sie am Ende wieder hier am Gebäude ankämen.
      Und dann kam auch schon das Startsignal. Beide liefen los. Yusa begann mit der Führung. Migi folgte, auch wenn er abundzu mal zischelte. Aber das Laufen schien den Muskelkater beiseite zu schieben. Dann wechselten sie, und an jeder Kreuzung mussten sie stehen bleiben, bis fünf zählen, und zeitgleich starten. Es waren bestimmt 7 große Kreuzungen darunter. Erst beim Dritten Versuch klappte es aber auch bei Migi. Ein Abschnitt verlief schweigend, und mit einem Handgefuchtel, versuchte er zu kommunizieren ... und versagte. Yusa richtete das Ganze dann, und Migi merkte sich Handzeichen und Bedeutung.
      Sechs Kilometer hatten sie bereits geschaft. Was für ein Irrsinn. Und schon lauerte der nächste Umschlag auf die Beiden. Und Bänder.
      "Bänder? Was soll der Scheiss?", fauchte Migi. Yusa las die Anweisungen. Migi glaubte, sich verhört zu haben.
      "Was sollen wir? Wir sollen die nächsten 2 km einen Dreibeinlauf machen? Spinnt der denn total? Da sind Treppen. Und ein steiler Abschüssiger und recht egner Weg. Außerdem ist das eine belebte Straße. Da sind lauter Fußgänger."
      Aber Sagawa hatte sich sicherlich dabei was gedacht. Zusammen durch alle Hindernisse. Stabil bleiben, allem ausweichen, was im Wege stand. Eine Einheit werden. Na Prima. Und Migi war jetzt auch noch Führer.
      Yusa sagte trocken, das sie keine Wahl hätten, und nicht noch mehr Zeit verplempern sollten. Sie stellte ihren Fuß neben seinen, und dann band sie die Bänder um die füße.
      Sie waren zum Glück fast gleich groß. Allerdings hatte sie längere Beine. Innerlich kribbelte es Migi, da er Yusa jetzt auch noch um die Hüfte umarmen durfte. Jeder Fan hätte an seine Stelle treten, und ihn dabei wegtreten wollen, nur um mit Yusa laufen zu können. Irgendwie motivierte es ihn.
      "Also gut. Dann sind wir jetzt zusammen."
      Klang das blöd. Er stammelte kurz, verbesserte sich und meinte natürlich, das sie zusammengebunden waren. Und dann ..... flogen beide nach vorn, weil Migi mit dem falschen Fuß startete, zeitgleich Yusa sein anderes Bein vorzog, selbst in Straucheln geriet. Was für den einen Rechts war, war für den anderen nun Links. Also einigten sie sich auf eine Zahl. Eins für Mitte und Zwei für Außen. Und dann mit anfänglichen Schwierigkeiten liefen sie los. Und das Schlimme war, sie mussten nicht nur die Zeit im Auge behalten, sondern auch mindestens zwei Kilometer so durchhalten, auf schnellstem Wege.
      Und Migi war sich sicher. Beim nächsten Abschnitt, wäre Yusa wieder die Führung. Und die würde die verlorene Zeit bestimmt wieder reinholen wollen.
      Es war furchtbar anstrengend gewesen. Vorallem die Treppen. Gemeinsam hoch ohne zu stolpern. Einen steilen Weg bergab und dann kamen die Fußgängermassen. Um die Mittagszeit waren viele unterwegs. Mittagspausen usw. Und sie mussten auf einer Strecke von 400 m mittendurch - im Eiltempo.
      Oft genug versuchte jeder in seine Richtug auszuweichen. Auch hier einigte man sich auf ein gemeinsames Kommando von Migi. Da reichte aber das gewöhnliche Links und Rechts.
      Und endlich erreichten sie das nächste Ziel. 8 km waren damit vom Tisch, also mehr als die Hälfte. Aber es war äußerst anstrengend gewesen. "Endlich am Ziel ...", keuchte er. Eigentlich schade, das er sich jetzt schon wieder von Yusa trennen musste. Zumindest was den Dreibeinstatus betraf. Verdammt. Er hätte es aufnehmen sollen. Jetzt war es zu spät, und er sah sich erschöpft um.
      Zum Glück gab es hier Trinkbrunnen, und Migi saugte förmlich das Wasser heraus. Yusa nahm auch kurz ein paar Schluck, widmete sich dann aber der nächsten Anweisung.
      "Und, was ist es diesesmal? Soll jeder einmal Huckepack? Dann bring ich ihn um!"
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    • Es war ihr weiterhin unangenehm in Körperkontakt mit Migi zu kommen, schließlich hatten sie ihre eigenartige Beziehung zueinander auf der Schule. Sie sah weiterhin Migi als einen nervigen Bengel, der über seine eigene Füße stolperte und aus einen unerklärlichen Grund verrückt in Yusa verknallt. Überhaupt in seiner Nähe zu sein irritierte sie. Sie ekelte sich leicht dagegen. Doch hier hatte sie keine andere Wahl, wenn sie diese lästige Aufgabe bewältigen wollte. Sie musste sich also zusammen reißen, während sie weiterhin die bekannte Yusa spielte.
      Yusa nahm den nächsten Umschlag entgegen und öffnete ihn, während sie noch ein wenig außer Atem war. Ihre Augen wanderten über die Anweisungen und wurden für einen Moment größer. Nach all den bisherigen Aufgaben hatte sie eigentlich geglaubt, dass Sagawa sie kaum noch überraschen konnte.
      „Oh...“, murmelte sie und las die Aufgabe ein zweites Mal. Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
      „Wir sollen die nächsten zwei Kilometer mit verbundenen Augen zurücklegen. Einer führt und der andere muss sich vollkommen auf ihn verlassen.“ Sie sah kurz zu Migi und hielt ihm den Umschlag hin, damit auch er die Anweisung lesen konnte.
      „Das klingt zumindest interessanter als der Dreibeinlauf.“ Yusa nahm das beiliegende Tuch heraus und betrachtete es neugierig. Trotz der Erschöpfung wirkte sie noch immer erstaunlich motiviert. Sie war zwar müde, aber gerade solche Aufgaben weckten ihren Ehrgeiz.
      „Wir schaffen das schon“, sagte sie zuversichtlich. „Wir müssen nur gut aufeinander achten.“ Sie hielt Migi das Tuch entgegen. „Wenn du möchtest, kann ich zuerst die Augen verbinden lassen. Dann kannst du mich führen.“ Kurz darauf betrachtete sie die Strecke vor ihnen. Einige Passanten waren unterwegs, dazu kamen Kreuzungen und verschiedene Hindernisse. Einfach würde es definitiv nicht werden.
      „Und wenn wir merken, dass es so nicht funktioniert, wechseln wir einfach.“ Yusa lächelte aufmunternd.
      „Nach acht Kilometern geben wir jetzt bestimmt nicht auf. Außerdem sind es nur noch sieben.“
      Sie hob eine Hand und streckte die Finger aus, als würde sie die verbleibende Strecke noch einmal für sich zusammenzählen.
      „Sieben Kilometer. Das klingt doch gar nicht mehr so schlimm.“
      Ein kurzes, fröhliches Lachen entwich ihr.
      „Also... bereit für die nächste Runde?“ Yusa wartete kurz ab, bevor sie das Tuch entgegennahm und sich damit die Augen verband. Sie überprüfte noch einmal, ob wirklich kein Licht durchkam, und streckte anschließend vorsichtig eine Hand nach vorne aus.
      „Okay, dann kann es losgehen.“
      Sie setzte einen ersten vorsichtigen Schritt und blieb direkt danach wieder stehen.
      „Ich glaube, ich brauche am Anfang ein bisschen Hilfe. Sag mir einfach rechtzeitig, wenn etwas kommt.“
      Ihre Stimme klang weiterhin fröhlich, auch wenn sie sich ohne Sicht deutlich unsicherer fühlte. Sie bewegte sich langsam vorwärts und tastete mit einem Fuß vorsichtig nach dem nächsten sicheren Schritt. Am liebsten würde sie nicht seine Hand nehmen, vor allem weil sie womöglich sehr verschwitzt war.
      „Und bitte nicht vergessen, dass ich nichts sehen kann“, fügte sie lachend hinzu. „Ich möchte nicht schon nach zehn Metern im nächsten Busch landen.“ Nach einigen weiteren Schritten begann sie, sich etwas mehr auf die Führung zu verlassen. Ihre Schritte wurden sicherer, und sie versuchte, das Tempo langsam zu erhöhen.
      „So geht es doch schon ganz gut.“
      Sie musste kurz lachen, als sie beinahe über eine kleine Unebenheit stolperte, sich aber rechtzeitig wieder fing.
      „Fast.“
      Yusa atmete tief durch und konzentrierte sich wieder. Sie wollte die Aufgabe nicht unnötig schwer machen und achtete deshalb besonders auf jede Berührung und jedes Zeichen.
      „Wenn wir so weitermachen, sind die zwei Kilometer bestimmt schneller vorbei, als wir denken.“
      Nach einer Weile blieb sie kurz stehen und hob das Kinn ein wenig.
      „Warte... ich glaube, wir werden gerade schneller.“
      Sie setzte wieder einen Schritt nach vorne und vertraute darauf, dass sie sicher durch die nächste Strecke geführt werden würde. Trotz der Müdigkeit war ihr Ehrgeiz wieder geweckt. Sie wollte die Aufgabe unbedingt schaffen und vor allem wollte sie zeigen, dass sie sich auf ihren Partner verlassen konnte. Es war eigenartig Migi so viel zu vertrauen, in Anbetracht dessen, dass sie sich immer stritten und sie ihm heute nicht in der Schule geholfen hatte.
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    • Migi hätte fast gelacht, wenn jetzt tatsächlich drin gestanden hätte, das sie sich huckepack hätten nehmen sollten. Aber es kam anders.
      "Was sollen wir? Sollen wir Blinde Kuh spielen? Das ist doch lächerlich. Wozu das überhaupt? Wir tanzen doch nicht blind?", beschwerte sich Migi.
      Natürlich fand Yusa das wesentlich spannender als Migi. Vermutlich wusste se irgendwie mehr damit anzufangen, als er.
      Naja, sie musste ja im Wechsel laufen. Aber dieser ganze Mist hat doch eh schon so viel Zeit gefressen. Der Druck wird immer stärker es noch rechtzeitig, oder zumindestens nicht all zu spät zum Ziel zu schaffen.
      "Na, meinetwegen. Wir müssen es ja eh tun. Also nach deinem Vorschlag. Ich übernehme die erste Hälfte."
      Kurz darauf ging es dann auch los, wenn auch mit einem kurzen Stolpern von Yusa. "Bleib locker. Ich sag dir schon wenn es uneben wird."
      Aber so einfach war das nicht. Plötzlich nicht nur nichts sehen, sondern auch noch nur nach Gefühl und Führung zu gehen, oder gar zu laufen, war äußerst ungewohnt. Außerdem war das Yusa. Wenn Migi dafür sorgte, das sie sich verletzte, könnte das großen Schaden für sie bedeuten. Darum packte er ihre Hand fester. "Geh vorwärts, und dann erhöhe ich das Tempo.", meinte er. Yusa schien zu vertrauen und meinte sogar, das es mittlerweile ganz gut funktioniert.
      Es wurde etwas abschüssiger, und das Tempo zog an. Yusa bemerkte das und stoppte kurz. "Was ist? Ja, wir werden schneller. Es geht etwas bergab, ud außerdem waren wir schon ganz gut im Rhythmus. Das lief sich schon fast von alleine, hehe. Es macht sogar schon richtig Spaß. Im Gegensatz zu heute Morgen, wo eine ziemlich grobe Person mich mit meinem Muskelkater förmlich alleine ließ. GRRRR, sie hat mich auch noch absichtlich gedrängt. Beobachtet, wie ich mich Schritt für Schritt gequält hatte. Das wird sie noch bereuen. Genau, hehe. Ich werd ihr morgen ein Getränk ausgeben, eines mit Kohlensäure. Ihres werde ich natürlich gut durchschütteln. Hehehe.", erzählte er eben mal Yusa ( Arisa - husthuust ) den Plan.
      Dann hatten sie die Hälfte Wrgstrecke rum. "So, wir tauschen jetzt." Migi übernahm das Tuch und verband sich die Augen, damit sich Yusa erstmal wieder an das Licht gewöhnen konnte. Dann hielt er ihr einfach die Hand hin, mit einem 100 Prozent Vertrauen.
      "Yusa, mein Schicksal in deinen Händen. Führe mich nicht nur mit deinen Liedern durchs Leben. Und ganz anders als mein mürrischer Klassengrobian werde ich bei dir wohl nicht links liegen gelassen.", grinste er.
      Yusa machte wieder einen auf fröhlich und professionell. Migi sah ansonsten ja nichts. Er hörte nur die Stimme und fühlte ihre Hand. Und als sie los liefen, stolperte er direkt mal über seine eigenen Füße und riss Yusa zu Boden. Die Passanten in der Nähe guckten komisch, fragten sich, was zwei junge Menschen in Sportkleidung da eigentlich trieben? Wieso verbanden die sich die Augen?
      Yusa lag halb auf dem Boden, und Migi .... mit dem Gesicht fast in ihrem Schritt. Man hörte noch das Gemurmel der Leute. ..... ist bestimmt nen Pärchen ..... - ..... sieh nicht hin, mein Kind. Geh einfach weiter .... - ..... diese Jungend heutzutage ( von einer älteren Dame mit Taschenhund der kläffte und kläffte ) ....
      "V...verzeihung .... wo bin ich denn hingefallen?" Dann grabbschte er ihre Oberschenkel an. Yusa erschrak. Daraufhin erschrak Migi auch. "WAAHH, ... Verzeihung, das ist keine Absicht."
      Irgendwie rappelte er sich wieder auf und stand erstmal unter Strom. Wie ein Roboter rauschte die Hand wieder nach vorn. "N-nochmal von vorn."
      Und irgendwie schafften sie es dann wohl auch noch beim zweiten Kilometer. Was für eine Folter. Aber die Führung von Yusa war sehr gut gewesen. Sagawa wollte wohl das Vertrauen stärken. Und damit Migi nicht nochmal hinfiel, achtete sie auf jeden Kiesel.


      8 Km waren geschafft. Sie erreichten ein Zeil in der Nähe von Parkanlagen und Spielplätzen. Kinderlärm ertönte in der Nähe. Hier war sogar ein Kindergarten. Vor einer Bank blieben sie stehen. Dort hatte jemand einen weiteren Umschlag abgelegt. Migi legte erstmal die Binde ab, und setzte sich auf die Bank. Ganz schön anstrengend. Aber es hatte ihm Spaß gemacht. Von seinem Idol blind durch die Welt geführt zu werden. Er hätte sich vor Freude in den Boden bohren können.
      Die Zeit passte leider vorn und hinten nicht mehr. Aber das war Migi nun eh egal. Er schnaufte einen Moment, blinzelte die Helligkeit fort und nahm dann den Umschlag.
      "Mal sehen, was der Typ jetzt geplant hat.", knurrte er und las die Anweisungen. Die Beine brannte, die Lungen keuchten. Aber das war Herrn Sagawa wohl nicht genug. Die Arme fehlten.
      "WAS SOLLEN WIR?", keifte Migi plötzlich los. "Hääääää?"
      Er sah sich um, dann zu Yusa. "Yusa, wir gehen jetzt auf den Spielplatz dort drüben.Und dann sollen wir uns mit den Armen am Klettergerüst entlang hangeln. Und dabei sollen wir den Lied Text zitieren. Wenn wir vorher den Boden berühren, bevor das Lied zitiert wurde, müssen wir 20 Klimmzüge nachsetzen, und dürfen erst dann weiter laufen. Der Typ ist doch bekloppt. Ich schaff höchstens 5. Und wie soll ich mich so lange hangelnd fortbewegen, und dabei noch singen? ...... ziehen wir das wirklich durch?"
      Migi spürte schon jetzt seine Arme nicht mehr.
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    • Yusa betrachtete den Umschlag und anschließend den Spielplatz. Für einen Moment sagte sie nichts. Nach den vergangenen Kilometern hätte sie sich durchaus eine normale Laufpause gewünscht, doch Sagawa schien unter „Pause“ etwas vollkommen anderes zu verstehen. Bei Migis empörter Reaktion musste sie sich ein kleines Lächeln verkneifen. „Ich glaube kaum, dass wir eine Wahl haben“, meinte sie schließlich freundlich, während sie den Umschlag wieder in seine Hand zurücklegte. „Wenn wir jetzt anfangen zu diskutieren, verlieren wir nur noch mehr Zeit.“ Sie ging bereits ein paar Schritte in Richtung des Klettergerüsts, blieb dann aber stehen und sah über die Schulter zu ihm. „Und fünf Klimmzüge sind besser als gar keine. Du wirst schon sehen, vielleicht überraschen dich deine Arme ja noch.“ Ganz davon abgesehen war sie selbst gespannt, wie Sagawa diese Übung gedacht hatte. Es ging ihm offensichtlich längst nicht mehr darum, sie einfach nur fit zu machen. Er wollte, dass sie unter widrigen Umständen miteinander funktionierten, dass sie sich aufeinander verlassen konnten und selbst dann konzentriert blieben, wenn ihr Körper längst nach einer Pause verlangte. Für ihre bevorstehende Zusammenarbeit vor Kameras war das durchaus sinnvoll. Trotzdem hätte sie sich eine weniger brutale Methode gewünscht.
      Am Klettergerüst angekommen, legte Yusa eine Hand an die Stange und prüfte kurz deren Abstand. „Wir machen es gemeinsam“, sagte sie. „Wenn einer von uns abrutscht, stoppen wir beide. Kein unnötiges Risiko.“ Sie sah Migi dabei ernst an. „Und du musst nicht versuchen, schneller zu sein als ich.“ Das war vermutlich eine der wichtigsten Regeln, wenn sie tatsächlich als Duo funktionieren sollten. Sie nahm die erste Stange und zog sich hinauf, während sie gleichzeitig die ersten Zeilen des Liedtextes vortrug. Nach den vielen Kilometern spürte auch sie das Brennen in ihren Armen, doch sie ließ es sich nicht anmerken. Stattdessen konzentrierte sie sich auf ihren Rhythmus. Ein Griff, ein Satz, der nächste Griff, der nächste Satz. Nach wenigen Metern merkte sie allerdings, dass die Übung noch einen weiteren Haken hatte: Die Stangen waren nicht alle auf derselben Höhe. Einige verlangten einen größeren Schritt, andere einen kurzen Sprung. Genau dort würde die eigentliche Schwierigkeit liegen.
      Yusa hielt kurz inne und sah zu Migi. „Warte. Wir sollten das nicht einfach blind durchziehen.“ Sie deutete auf die nächsten Stangen. „Wir teilen es auf. Ich gebe dir jeweils vor, wann du die nächste Hand bewegen sollst. Wenn du merkst, dass deine Arme nachlassen, sagst du es sofort.“ Sie wusste bereits, dass er vermutlich versuchen würde, sich irgendwie durchzubeißen. Genau deshalb wollte sie verhindern, dass er sich dabei verletzte. Schließlich konnte sie es sich nicht leisten, ihren neuen Tanzpartner wenige Tage vor dem wichtigen Auftritt mit einem kaputten Arm zu verlieren.
      Gerade als sie erneut ansetzen wollte, hörte sie plötzlich ein bekanntes Geräusch. Das kurze Knacken eines Kameraverschlusses. Yusa erstarrte für den Bruchteil einer Sekunde. Ihr Blick wanderte über den Spielplatz. Zwischen zwei Bäumen stand eine Mutter mit ihrem Kind, das Handy allerdings auffällig in ihre Richtung gehalten. Vielleicht war es nur Zufall. Vielleicht hatte sie gerade tatsächlich erkannt, wer hier vor ihr stand. Yusa spürte, wie ihre professionelle Gelassenheit augenblicklich wieder einsetzte. Sie konnte sich keine Aufnahme in Sportkleidung leisten, die später irgendwo im Netz auftauchte und Fragen darüber aufwarf, warum sie mitten am Nachmittag mit einem unbekannten Jungen auf einem Spielplatz herumturnte.
      „Wir müssen weiter“, sagte sie leise. Diesmal lag ein deutlich ernsterer Ton in ihrer Stimme. Sie zog sich vom Gerüst zurück und sah kurz auf ihr eigenes Handy. Das Display hatte durch den Sturz vom Vortag noch immer einen Sprung, funktionierte aber wieder. Die Uhrzeit ließ sie kurz die Stirn runzeln. Sie hatten bereits mehr Zeit verloren, als Sagawa vorgesehen hatte. „Wenn wir hier noch lange stehen, wartet am Ende nicht nur Sagawa auf uns, sondern auch die nächste Trainingseinheit.“ Ein kurzer Blick zu Migi. „Also los. Wir erledigen die Aufgabe so sauber wie möglich und verschwinden dann.“
      Sie nahm erneut die erste Stange. Diesmal wartete sie nicht darauf, dass jemand den Start vorgab. „Erster Griff. Dann der nächste. Und den Text nicht vergessen.“ Ein kleines, aufmunterndes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. „Komm. Wir haben noch sieben Kilometer vor uns.“
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      Yusa übernahm schnell das Kommando, und auch wenn Migi hier und da mal jammerte oder eine andere Meinung hatte, was diese Aufgabe betraf, brauchte Yusa nicht viel Energie, um ihn dazu zu überreden. Letztenendes hatte sie ja recht. Sie mussten es tun und daher führte kein Weg dran vorbei.
      Dann standen sie vor dem Gerüst. War ja klar das es ein paar Sprossen waren, und dann auch noch ein kleiner Bogen. Nicht nur von Stange zu Stange, sondern dabei auch noch ein Stück höher.
      "Natürlich machen wir es zusammen. Und mach dir keine Sorgen, ich veranstallte hier kein Rennen gegen dich." Er tat es Yusa gleich, hing sich an eine der Stangen und begann mit dem Text. Dann ging es eine Stange weiter, der nächste Satz. Und sie sagten es laut genug. Könnte ja sein, das hier jemand spionierte. Aber etwas anderes schien wohl eher anzufallen. Yusa bemerkte es.
      Sie waren gerade dabei eine der schwereren Stellen zu meistern, als Yusa still wurde, und sich um sah. "Was ist los?", fragte Migi, während er baumelte und seine Arme brannten wie eine vertrocknete Knabber Chili auf der Zunge.
      Offenbar gab es hier Spione. Aber es waren wohl eher gewöhnliche Leute, und eine Dame machte ein Foto. Gleiche Sportkleidung, ein laut gesprochener Text, das klang nach Idole. Vermutlich nur ein Foto um herauszufinden, wer das war, oder .... sie wusste es, und würde es medial teilen. Migi war unbekannt. Aber Yusa nicht. Und wenn er mit ihr auf einem Spielplatz turnte, was würden wohl die Fans von Yusa denken, und die Medien? Witterte man schon einen Skandal?
      Yusa ließ keine Zeit für Diskussionen, und trieb Migi sofort erneut an, die Aufgabe schnell zu erledigen. Aufeinmal hatte sie es doch eilig. Migi seufzte und machte mit. Irgendwie mit zerknirschten Zähnen schafften sie es dann, das Gerüst gemeinsam zu meistern. Auch wenn ihnen danach die Arme leblos am Körper runterhingen.
      "Verdammt, ich spüre nichts mehr. Alles kribbelt ...", jammerte Migi. Und dann kam langsam wieder Leben und Kraft in die Arme, diese zu bewegen, wenn auch schwerfällig.
      Der Rest der Laufstrecke war dann einfach nur noch laufen. Keine weiteren Sonderaufgaben, und irgendwann erreichten sie wieder den Startbereich bei Aurora 7.

      Herr Sagawa war unzufrieden. "Das nennt ihr Leistung? Denkt daran. Als Duo seit ihr nur so gut wie der schlechtetse von euch. Und das dürfte definitif auf Sie zutreffen, Mr. Murai." Migi stand stramm. "J-jawohl! Selbstverständlich habe ich alles versemmelt.", gab er an, aber Sagawa winkte ab.
      "Was höre ich da? Nicht Sie haben das versemmelt. Ihr seit doch ein Team? Also habt ihr beide versagt. Wenn das auf der Bühne passiert, geht ihr auch beide unter. Also sorgt dafür, das jeder von euch der Beste ist, klar?" "J-jawohl."
      Herr Sagawa knurrte, wurde aber wieder ruhiger. "Was das Trainig heute betraf, so habt ihr sich bemerkt, das ich euch etwas mehr harmonieren lassen wollte. Wenn ihr YoRo Rush bezwingen, und von der Bühne schubsen wollt, müsste ihr eins werden. Gleiche Ausdauer, gleiche Power. Das Timing muss stimmen. Jede Bewegung sitzen und ihr müsst euch blind aufeinander verlassen, und wie mit dem Linial gezogen im gleichen Abstand zum Bühnenrand tanzen. Und glaubt mir, bis zum Auftritt habe ich euch so weich geklopft und neu geformt, das ihr glaubt im Himmel zu schweben. ABMARSCH ins Gebäude. Zeit für die nächste Einheit."
      Dasselbew Spiel wie am Vortag. Nur das jetzt schon der nächste Liedabschnitt dazu kam. Der Erste war bekannt und wurde nun wiederholt und verfeinert. Der Zweite kam hinzu, und jedesmal wenn etwas nicht passte, fing Sagawa beim ersten wieder an. Immerhin hatte die Sporteinheit seinen Muskelkater schwinden lassen, so das er sich jetzt frei bewegen konnte. Auch wenn er glaubte, heute nochmal ganz neue Muskeln im Körper gefunden zu haben. Und er fand heraus, wie weit er seine Sehen überdehnen konnte.
      Irgendwann war dann auch dieser Tag vorbei und Migi kroch förmlich nachhause, und lag dann auf dem Bett und schnaufte. Er biss ins Kissen und knurrte Sagawas Namen, schwor den Sack fertig zu machen. Immerhin war er Migimoto Murai, Yusas größter Fan. Und nun auch ihr Gehilfe? Ihr Retter? Ihr Kollege?
      Was auch immer. Jedenfalls würde er mitziehen und sie nicht im Stich lassen. Was sind dann schon ein paar Auftritte, und am Ende ein Duell gegen YR. Sind die erstmal weg vom Fenster kann Yusa wieder Solo durchstarten, und dürfte noch mehr erfolg haben. Migi würde selbstverständlich dann wieder zum heiligen Fan mutieren, und das Internet unsicher machen.


      Der nächste Schultag

      Migi sah heute schon viel frischer aus, auch wenn er lief, als hätte er 10 Stunden auf einem Pferd gesessen. Fehlten nur noch die Sporen mit dem typischen Scheppern beim gehen, ein Cowboyhut und ne Knarre. Dann wäre es perfekt gewesen.
      Als Arisa kam stampfte er demonstrativ an ihr vorbei.
      "G...guten Morgen, Arisa.", sagte er etwas tieftöniger, fast schon trotziger Ton. "Heute werde ich dich nicht um Hilfe bitten. Und hätte vermutlich auch keine bekommen. Aber wie du siehst, kann ich wunderbasr selber laufen. Trotz des harten Trainings. Hehe. Solltest du auch mal probieren. Ehrlich. Würde dir sicher gut tun."
      Und dann stiefelte er fort und kam wenig später mit zwei Getränkedosen in die Klasse. Er wollte seinen Plan in die Tat umsetzen, ganz wie er es Yusa am Vortag schon zufällig erzählt hatte. "Ariiiiisaaaaaa...", rief er übertrieben freundlich, als hätte er einen Goldtopf am Ende des Regenbogens gefunden, und wollte ihr jetzt davon erzählen. Die Klasse reagierte nur stumpf, aus Gewohnheit. Manche eher waren genervt und andere reagierten gar nicht mehr.
      "Heute habe ich gute Laune." - jetzt aufeinmal -, erklärte er, stellte zwei Dosen des gleichen Getränks auf Arisas Tisch, eine zu Arisa, eine näher zu sich. Natürlich hatte er die von Arisa komplett durchgeschüttelt. Zudem war es die berüchtigte Spritzbombe unter den kohlensäurehaltigen Getränken. Es gab schon genug Trolle, die diese Dosen öffneten, nach dem sie aus dem Automaten kamen. Man sollte sie erstmal ein paar Minuten ruhen lassen. Und Migi? Der hatte auf dem Weg zu Klasse so richtig den Schüttelmeister gemacht. Wenn Arisa gleich auf macht, dürfte sie zum klebrigen begossenen Klassenpudel mutieren.
      "Hier bitte. Wir sind doch gute Klassenkameraden, oder? Geht aufs Haus.", grinste er, drehte sich zu seinem Tisch, mit dem Rück zu Arisa, stellte seine Tasche ab, und rückte den Stuhl zurecht, so das er sich mit den Armen auf der Lehne abstützen konnte und zu Arisa grinste.
      Er freute sich innerlich schon, wenn Arisa sich gleich zum Gespött der Klasse machte. Als kleine Rache für ihr grobes Verhalten gestern.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück