Isaac schnaubte. Dann hatte sich zumindest eine Vermutung bestätigt: Kai konnte surfen. Irgendwie hatte er das ja schon erwartet.
Sie kamen zur Bücherei, wo an einem sonnigen Freitag wenig los war. So musste Isaac sich nicht um seinen Geruch kümmern, wobei er ja sowieso geduscht hatte. Er hatte geduscht und war völlig normal, also alles bestens.
"Willst du was zusammen lesen? Oder jeder guckt, was er so findet?"
Für Isaac war das ziemlich egal, es war schon ein Highlight, dass er überhaupt hier war - mit Kai. Er war schon ewig nicht mehr in der Bücherei gewesen; während dem Dienst kam man nämlich eher noch bei der Kneipe vorbei, nicht aber bei einem Bücherladen. Umso mehr freute er sich darauf, es jetzt tun zu können.
Mit Kai und dann auch alleine schlenderte er an den Bücherregalen entlang. Er hing ein bisschen vor den historischen Romanen herum, weil er früher immer gerne von der französischen Revolution gelesen hatte und das eigentlich auch heute noch gerne tat. Die Erzählungen waren immer auf eine ganz eigene Art leidenschaftlich, was ihm gefiel, aber heute wollte er sich nicht so schnell darauf festlegen. Lieber schlenderte er ein bisschen, schaute ein bisschen, schaute bei Kai vorbei, um zu sehen, zu welchen Büchern er so die Hand ausstreckte. Bei Science Fiction machte er den nächsten längeren Stopp, weil ihn das durch seine Karriere so gepackt hatte. Je mehr man vom Militär, von Waffen und Taktiken wusste, desto interessanter wurden die Bücher, die richtig gut geschrieben waren. Leider gab es davon nicht gar so viele, sodass jeder Griff zu Science Fiction auch ins Klo gehen konnte, aber hier und da hatte er schon ein paar Juwelen entdeckt. Aber auch heute las er sich die Sachen nur oberflächlich durch. Kein Science Fiction. Irgendwas... anderes.
Vor der Krimi-Abteilung blieb er schließlich unvermittelt stehen. Nicht etwa, weil er Krimis so gern hatte - ganz im Gegenteil -, sondern weil direkt daneben das Regal mit den aktuellen Bestsellern stand. Und dort, auf Platz 7, stand der neueste Band der Serie "Unter dem Sternenhimmel" von Emily Dawn. Vor drei Monaten veröffentlicht, als er im Krankenhaus gewesen war.
Isaac bemühte sich, nicht allzu auffällig zu starren. Die Serie war mit eine der kitschigsten, die es auf der ganzen Welt vermutlich gab, und es kribbelte ihm in den Fingerspitzen, sich den Klappentext durchzulesen, wohin die Reise diesmal gehen sollte. Der letzte Band hatte in Neapel gespielt und mit einem Cliffhanger aufgehört, für den Isaac die Autorin am liebsten am Kragen packen und schütteln wollte. Er hatte so die Vermutung, dass es jetzt nach Versailles gehen könnte, was fatal werden konnte. Er wusste ja schon, welcher Charakter in Versailles auf die Hauptcharakterin warten könnte.
Verstohlen sah er sich nach Kai um. Wenn er noch beschäftigt war, könnte er ja kurz reinschnuppern. Nur ganz, ganz kurz die ersten Zeilen lesen...
Sie kamen zur Bücherei, wo an einem sonnigen Freitag wenig los war. So musste Isaac sich nicht um seinen Geruch kümmern, wobei er ja sowieso geduscht hatte. Er hatte geduscht und war völlig normal, also alles bestens.
"Willst du was zusammen lesen? Oder jeder guckt, was er so findet?"
Für Isaac war das ziemlich egal, es war schon ein Highlight, dass er überhaupt hier war - mit Kai. Er war schon ewig nicht mehr in der Bücherei gewesen; während dem Dienst kam man nämlich eher noch bei der Kneipe vorbei, nicht aber bei einem Bücherladen. Umso mehr freute er sich darauf, es jetzt tun zu können.
Mit Kai und dann auch alleine schlenderte er an den Bücherregalen entlang. Er hing ein bisschen vor den historischen Romanen herum, weil er früher immer gerne von der französischen Revolution gelesen hatte und das eigentlich auch heute noch gerne tat. Die Erzählungen waren immer auf eine ganz eigene Art leidenschaftlich, was ihm gefiel, aber heute wollte er sich nicht so schnell darauf festlegen. Lieber schlenderte er ein bisschen, schaute ein bisschen, schaute bei Kai vorbei, um zu sehen, zu welchen Büchern er so die Hand ausstreckte. Bei Science Fiction machte er den nächsten längeren Stopp, weil ihn das durch seine Karriere so gepackt hatte. Je mehr man vom Militär, von Waffen und Taktiken wusste, desto interessanter wurden die Bücher, die richtig gut geschrieben waren. Leider gab es davon nicht gar so viele, sodass jeder Griff zu Science Fiction auch ins Klo gehen konnte, aber hier und da hatte er schon ein paar Juwelen entdeckt. Aber auch heute las er sich die Sachen nur oberflächlich durch. Kein Science Fiction. Irgendwas... anderes.
Vor der Krimi-Abteilung blieb er schließlich unvermittelt stehen. Nicht etwa, weil er Krimis so gern hatte - ganz im Gegenteil -, sondern weil direkt daneben das Regal mit den aktuellen Bestsellern stand. Und dort, auf Platz 7, stand der neueste Band der Serie "Unter dem Sternenhimmel" von Emily Dawn. Vor drei Monaten veröffentlicht, als er im Krankenhaus gewesen war.
Isaac bemühte sich, nicht allzu auffällig zu starren. Die Serie war mit eine der kitschigsten, die es auf der ganzen Welt vermutlich gab, und es kribbelte ihm in den Fingerspitzen, sich den Klappentext durchzulesen, wohin die Reise diesmal gehen sollte. Der letzte Band hatte in Neapel gespielt und mit einem Cliffhanger aufgehört, für den Isaac die Autorin am liebsten am Kragen packen und schütteln wollte. Er hatte so die Vermutung, dass es jetzt nach Versailles gehen könnte, was fatal werden konnte. Er wusste ja schon, welcher Charakter in Versailles auf die Hauptcharakterin warten könnte.
Verstohlen sah er sich nach Kai um. Wenn er noch beschäftigt war, könnte er ja kurz reinschnuppern. Nur ganz, ganz kurz die ersten Zeilen lesen...

