erona kämmte ihre pinken Haare so gründlich wie möglich mit den Fingern. Es mochte wie ein überflüssiger Luxus wirken oder als Zeitverschwendung erscheinen, sich um das eigene Aussehen zu kümmern, doch sie hatte in der Vergangenheit schmerzlich erfahren, was passierte, wenn sie ihre Haare vernachlässigte. Knoten hatten sich gebildet, das Gefühl war unangenehm, und die Strähnen verfingen sich ständig. Am Ende blieb ihr nichts anderes übrig, als die Haare kürzer zu schneiden. Sicherlich wäre eine Kurzhaarfrisur praktischer und pflegeleichter gewesen, doch aus einem ihr selbst nicht ganz erklärlichen Grund hielt sie an ihrer Haarlänge fest. Vielleicht war es eine Frage der Identität oder ihres Geschlechts, vielleicht auch einfach Gewohnheit.
In Gedanken versunken, bemerkte sie die herannahenden Schritte zu spät, um sich noch rechtzeitig die Kapuze ins Gesicht zu ziehen. Wenig überraschend stand erneut der Mann vor ihr, dem sie am Morgen begegnet war. Serona hatte angenommen, dass die Angelegenheit zwischen ihnen erledigt und abgeschlossen war. Seine plötzliche Anwesenheit kam daher unerwartet. Mit prüfendem Blick musterte sie ihn. Zumindest wirkte er nicht bedrohlich oder feindselig, weshalb sie sich nicht sofort in Alarmbereitschaft versetzte. Dennoch konnte sie sich nicht verkneifen, ihn mit einem gewissen Misstrauen zu betrachten.
Der Mann kam ohne Umwege zur Sache. Seine Worte offenbarten ihr alles, was sie wissen musste. Sie hatte es geahnt – auch er war auf dem Weg nach Sommer, und wie es schien, hatten sie beide dieselbe Idee gehabt, sich einer Karawane anzuschließen. Offenbar hatte keiner von ihnen diese Möglichkeit erhalten. Daraus ergab sich, dass sie sich nun wohl häufiger begegnen würden, zumindest solange, bis einer von ihnen in einer der Städte Sommers eine neue Bleibe fand. Trotz des unangenehmen ersten Aufeinandertreffens hatte Serona andere Sorgen, die ihr schwerer wogen als der Mann. Etwa ihre knappen Vorräte, ihre Sicherheit und die Frage, wo sie schlafen würde. Er hatte bei ihr nicht den Eindruck hinterlassen, dass er ihr im Schlaf etwas antun würde. Doch man konnte nie ganz sicher sein, was in einem anderen Menschen vorging. Ihre Einschätzung wollte sie daher mit Vorsicht genießen.
"Solange du nicht auf dumme Ideen kommst," sagte sie schließlich und durchbrach das Schweigen. Ihre Stimme klang ruhig, aber bestimmt. Serona war es gewohnt, allein unterwegs zu sein, daher war sie im Umgang mit Menschen und im Führen von Gesprächen wenig geübt. Ihre Worte fielen entsprechend knapp aus. "Sehe ich kein Problem damit," ergänzte sie nach einem kurzen Moment und begann, die Beeren zu essen, die sie auf dem Weg gesammelt hatte. Der Geschmack war eher herb als süß, mit einem leicht bitteren Nachklang. Sie würde wohl erst am Abend feststellen, ob ihr Magen die Früchte vertrug.
"Ist das der einzige Grund, weshalb du mit mir sprichst?" fragte sie dann mit einem Anflug von Misstrauen in der Stimme. Es kam ihr seltsam vor, dass er sie wegen einer vermeintlichen Kleinigkeit aufgesucht hatte. Vielleicht verbarg sich mehr hinter seinem Auftauchen, und er hatte einfach noch nicht die Worte gefunden, um es auszusprechen.
In Gedanken versunken, bemerkte sie die herannahenden Schritte zu spät, um sich noch rechtzeitig die Kapuze ins Gesicht zu ziehen. Wenig überraschend stand erneut der Mann vor ihr, dem sie am Morgen begegnet war. Serona hatte angenommen, dass die Angelegenheit zwischen ihnen erledigt und abgeschlossen war. Seine plötzliche Anwesenheit kam daher unerwartet. Mit prüfendem Blick musterte sie ihn. Zumindest wirkte er nicht bedrohlich oder feindselig, weshalb sie sich nicht sofort in Alarmbereitschaft versetzte. Dennoch konnte sie sich nicht verkneifen, ihn mit einem gewissen Misstrauen zu betrachten.
Der Mann kam ohne Umwege zur Sache. Seine Worte offenbarten ihr alles, was sie wissen musste. Sie hatte es geahnt – auch er war auf dem Weg nach Sommer, und wie es schien, hatten sie beide dieselbe Idee gehabt, sich einer Karawane anzuschließen. Offenbar hatte keiner von ihnen diese Möglichkeit erhalten. Daraus ergab sich, dass sie sich nun wohl häufiger begegnen würden, zumindest solange, bis einer von ihnen in einer der Städte Sommers eine neue Bleibe fand. Trotz des unangenehmen ersten Aufeinandertreffens hatte Serona andere Sorgen, die ihr schwerer wogen als der Mann. Etwa ihre knappen Vorräte, ihre Sicherheit und die Frage, wo sie schlafen würde. Er hatte bei ihr nicht den Eindruck hinterlassen, dass er ihr im Schlaf etwas antun würde. Doch man konnte nie ganz sicher sein, was in einem anderen Menschen vorging. Ihre Einschätzung wollte sie daher mit Vorsicht genießen.
"Solange du nicht auf dumme Ideen kommst," sagte sie schließlich und durchbrach das Schweigen. Ihre Stimme klang ruhig, aber bestimmt. Serona war es gewohnt, allein unterwegs zu sein, daher war sie im Umgang mit Menschen und im Führen von Gesprächen wenig geübt. Ihre Worte fielen entsprechend knapp aus. "Sehe ich kein Problem damit," ergänzte sie nach einem kurzen Moment und begann, die Beeren zu essen, die sie auf dem Weg gesammelt hatte. Der Geschmack war eher herb als süß, mit einem leicht bitteren Nachklang. Sie würde wohl erst am Abend feststellen, ob ihr Magen die Früchte vertrug.
"Ist das der einzige Grund, weshalb du mit mir sprichst?" fragte sie dann mit einem Anflug von Misstrauen in der Stimme. Es kam ihr seltsam vor, dass er sie wegen einer vermeintlichen Kleinigkeit aufgesucht hatte. Vielleicht verbarg sich mehr hinter seinem Auftauchen, und er hatte einfach noch nicht die Worte gefunden, um es auszusprechen.