Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

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    • "Ich hab auch noch ein paar...Sachen, über die wir reden sollten."
      Also waren sie schon zu zweit. Seltsamerweise fühlte sich Cal jetzt ein bisschen weniger allein. So gesehen hatten sie beide noch eine Menge zu bereden, sie hatten sich nur nie die Zeit dafür genommen. Ob jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt für sowas war, sei mal dahin gestellt.
      "Fang du an. Möchtest du noch was anderes trinken? Bier hab ich noch da. Erinnert mich irgendwie an unser erstes Treffen."
      "Zu einem Bier sag ich nicht nein."
      Bewaffnet mit ihren Getränken verlegte Cal das Ganze auf Ilyas riesiges Sofa. Fühlte sich auch eher wir ihr erstes Treffen an; weniger formal. Das hielt ihn aber nicht davon ab, mit dem Etikett der Flasche rumzuspielen, während er er nach den richtigen Worten suchte.
      "Wie hast du das nochmal genannt, als du mir das mit dem Blut erklärt hast? Resonanz oder sowas?" Es war doch Resonanz gewesen, oder? Scheiße, nicht einmal das bekam er hin. "Wölfe haben das auch. Also... nicht mit Blut. Nicht direkt. Aber..."
      Er kratzte sich an der Schläfe. Fuhr sich durch die Haare. Schlussendlich schloss er die Hand um den Zahn seiner Mutter.
      "Für uns ist es mehr eine Sache von Geruch. Und Instinkten. Wir wissen einfach, wen wir beschützen wollen. Wen wir um uns herum haben wollen. Es ist nicht ganz so klar wie bei dir mit dem Blut und plötzlich schmeckt alles andere scheiße. Bei uns ist das eher fließend und die Linien sind ungefähr so klar wie ein dichter Wald voller Nebel. Aber... naja... ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Instinkte dich zumindest mal als Teil meines Rudels sehen. Und ich bin mir nur sicher, weil du kein Wolf bist und mir alle anderen Vampire komplett egal sind. Und außerdem..."
      Komm schon, Cal. Sie wird das schon verstehen. Hoffentlich.
      "Vorhin als ich dich gebissen habe... also da... naja... da hab ich... also..."


    • Gut, dass Bier etwas war, was wirklich schmeckte. Jetzt, wo sie so drüber nachdachte hatte sie Orangensaft noch nie probiert. Vielleicht sollte sie das mal machen. Dann, wenn Calder nicht da war und sie dabei betrachten musste, falls sie sich doch wieder die Seele aus dem Leib reierte.
      Ilya setzte sich halb neben Calder und legte die Beine über seine, während sie immer wieder an ihrem Bier nuckelte. Der Durst war immerhin an sich gestillt, sodass das Ganze weniger ein Getränk im weitesten Sinne war, sondern mehr eine einfache Beschäftigungsmaßnahme. Denn so wie der Mann da herum druckste konnte sie nicht anders als nervös mit ihren Beinen zu wippen.
      Sie legte den Kopf schief, während er versuchte irgendetwas vor sich hin zu stammeln. Dass sie eine Ausnahme für seine Instinkte war, das hatte sie schon längst wahrgenommen. Aber das war auch nicht so schwer, wenn man sowieso wenig über Wölfe wusste. Allgemein fiel ihr mal wieder auf, wie wenig sie eigentlich über seine Spezies wusste.
      Da schienen sie aber schon zu zweit zu sein, denn wenn sie so drüber nachdachte, dann hatte Calder seine wenigen Informationen über sie sicherlich auch nur aus ihrem Mund gehört. Oder er hatte irgendwelche Halbwahrheiten von seinem Rudel eingetrichtert bekommen.
      Auf jeden Fall hatte sie nicht mit so viel Zögerlichkeit gerechnet. Cal wirkte allgemein nicht wie ein Mann, der viel zögerte. Dass er sich so zurückgehalten hatte mit ihr bis lang, hatte sie auf die Kompliziertheit ihrer Situation geschoben, nicht auf seine Persönlichkeit. Soviel Kenntnis hatte sie geglaubt zu haben
      "Du hast mein Blut geschmeckt?" fragte sie schließlich, als er immer noch stotterte. Eigentlich hatte sie ihn nicht unterbrechen wollen, aber die Worte flossen aus ihrem Mund, bevor sie sie aufhalten konnte.


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    • Calder wusste ja, dass er manchmal Probleme hatte, sich richtig auszudrücken, aber wirklich so gar keine Worte zu finden, das war eigentlich nur sehr selten der Fall. Es war extrem frustrierend.
      "Du hast mein Blut geschmeckt?" steuerte Ilya bei.
      "Äh... ja. Also... nein..."
      Cal seufze schwer.
      Er stellte sein bier weg und legte seine freie Hand auf Ilyas Bein. Ihr langes, glattes, perfektes Bein. Beinahe sofort klärten sich seine Gedanken und er fühlte sich besser. Weniger verkrampft. Genau das war es doch, was Cal ihr sagen wollte.
      "Ich hab dein Blut geschmeckt. So wie man einen Lollipop schmeckt." Richtig gutes Beispiel, toll gemacht, Cal. "Aber ich hab dein Blut nicht getrunken." Jap, das klärte die Sache perfekt auf.
      Cal biss sich auf die Zunge. Vielleicht musste er einfach ein bisschen weiter ausholen? Sich an die Sache heranarbeiten?
      "Wölfe können viele Partner in ihrem Leben haben. Oft sogar mehrere gleichzeitig - hauptsächlich Jungwölfe, die gerade dabei sind, sich selbst und ihren Platz im Rudel zu finden. Das hat nicht immer was mit Liebe zu tun, sondern eher mit Verbundenheit. Zugehörigkeit. Wir fahren echt total auf kuscheln ab und so. Feste Beziehungen sind da ein bisschen seltener. Zumindest welche, dir wirklich jahrelang halten. Und selbst die sind nicht komplett monogam. Sowas wie fremdgehen gibt's bei uns eigentlich nicht wirklich."
      Er atmete tief durch, denn jetzt kam der Teil, den er die ganze Zeit nicht hatte in Worte fassen können.
      "In sehr seltenen Fällen, hauptsächlich in den starken Blutlinien, kann es aber vorkommen, dass man die eine Person findet. Die Person. Das läuft über Geruch und Instinkte, wie alles andere auch, aber... naja, da ist dieser eine Instinkt, den man sonst nicht hat. Der Instinkt, das Ganze permanenter zu machen."


    • Bis zu seinem letzten Wort hätte Calder auch gut in Kryptiden reden können. Kuscheln? Das hatte sie schon irgendwie wahrgenommen. So kuschelig wie seine Hunde waren. Bei dem Gedanken an Maple musste Ilya kurz lächeln. Irgendwie vermisste sie die Hündin. Ob Calder sie wohl mal zu ihr lassen würde? Vermutlich weniger. Hier konnte man kaum mit Hunden spazieren gehen. Um ehrlich zu sein konnte man in ihrem Teil der Stadt überhaupt nicht gut spazieren gehen. Geschweige denn mit Hund.
      Dann jedoch sagte er was, was sie eher verstehen konnte. Monogamie war unter Vampiren vermutlich genau so selten. Entweder weil der Partner starb oder weil es nach ein paar Jahrhunderten doch langweilig wurde. Generell war das festlegen auf eine bestimmte Person relativ selten. Vermutlich, weil es bei Vampiren eine halbe Ewigkeit bedeutete. In ihrem Reinblutdasein? War es wohl eher eine ganze Ewigkeit.
      Wie hatte ihre Mutter das damals genannt? Ein Segen und ein Fluch zugleich? Wenn man jemanden fand, den man wortwörtlich gut schmecken konnte, dann war der Rest meist vorprogrammiert. Dass man sich allerdings so wie ihre Eltern fand? Das war wohl noch seltener. Wobei man sich in ihren Reihen wohl so oder so mit dem Sterben der reinen Blutlinien abgefunden hatte.
      “Und das…hast du bei mir?” Ilya klang weniger unsicher als überrascht. So viel wie Calder sie immer wieder abgewiesen hatte? War das ja nicht zu verübeln oder?


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    • "Und das…hast du bei mir?"
      Calder nickte. Dabei sah er wahrscheinlich aus wie ein Hund, den man bei Regen nach draußen gesetzt hatte. Er wollte Ilya nicht mit seinen dummen Problemen belasten - weder mit der Rudelpolitik, noch mit seinen durchdrehenden Instinkten. Aber er konnte sie auch nicht einfach im Dunkeln lassen. Das wäre unfair.
      "Ich hab das schonmal gedacht, als ich die Bisswunde gesehen habe. Aber vorhin, da ist mir das während dem Biss durch den Kopf geschossen..."
      Er begann, kleine Kreise auf Ilyas Bein zu malen.
      "Ich hab nichts gemacht! Ich hab nur... naja. Der Drang war da. Und wenn ich jetzt..." er hob den Blick und betrachtete die Stelle, in die er seine Zähne versenkt hatte. Er fand noch immer, dass der Abdruck Ilya gut stand. Der Drang, es durchzuziehen war sofort da.
      Schnell wandte er den Blick wieder ab. Er hatte noch nie etwas so starkes empfunden. Es machte ihm ehrlich gesagt ein bisschen Angst.
      "Ich wollt's dir nur gesagt haben," murmelte er.


    • Ein seltsam warmes Gefühl breitete sich in ihrem Bauch aus. Sie verstand auf einmal ziemlich gut, warum Calder so gezögert hatte. Immerhin war das weder ein einfaches Thema, noch eines, was man so von jetzt auf gleich klären konnte.
      Es erinnerte sie mehr an sich selbst, als ihr lieb war. Dabei war es ja gar nicht schlimm. Dass er das Verlangen hatte, war ja eher ein gutes Zeichen oder? Oder war es ein so großer Drang, dass er ihm nicht länger widerstehen konnte?
      “Und du zögerst..weil du nicht sicher bist ob ich das will? Oder weil du es selbst nicht weißt?” Die Frage war kein Vorwurf. Vielmehr war es seltenes Verständnis. Wenn er das ernst meinte…dann konnte sie ihm vielleicht auch mehr darüber erzählen. Über das, was so ähnlich war zu dem, was er da beschrieb und doch irgendwie so ganz anders. Das was schon in ihren Gedanken trieb, seitdem sie sein Blut zum ersten Mal getrunken hatte.
      “Du hast es eben Resonanz genannt. Das ist nicht ganz falsch. Aber Man könnte es auch einfach Kompatibilität nennen. Wie Vampire…haben vermutlich etwas ähnliches zu dem, was Du da beschreibst.” Ilya rückte etwas näher an ihn an, Gerade so, dass sie sich gegen seine Schulter lehnen konnte. Es war gut, dass sie darüber redeten. Dass sie sich trotz der wenigen Zeit genau diese Zeit nahmen. Sie fühlte sich wesentlich mehr mit ihm verbunden als vorher und das, obwohl sie ja nichts entschieden hatten. Kurz atmete sie einfach nur tief ein und aus, genoss die Nähe zu ihm.
      “Das mit der Bindung..kann ich glaube ich zumindest teilweise verstehen.” Nuschelte sie dann. Sie konnte ihm ja schlecht erzählen, dass sie mit dem Gedanken gespielt hatte ihn für alle Ewigkeiten an sich zu binden.


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    • "Und du zögerst.. weil du nicht sicher bist ob ich das will? Oder weil du es selbst nicht weißt?"
      Ilya war tatsächlich das Hirn ihrer kleinen Operation hier, so wie es schien. Sie packte ohne Probleme in Worte, was Cal ja nicht einmal in Gedanken fassen konnte.
      "Das ist nicht unbedingt eine Entscheidung die ich allein treffen sollte," meinte er. "Du hättest dann für den Rest deines... naja, meines Lebens einen Wolf an der Backe, den du nicht einfach so loswirst."
      Er würde seinen Onkel fragen müssen, was genau es bedeutete, wenn ein Wolf einen solchen Bund einging. Cal hatte ehrlich gesagt abgeschaltet, nachdem man ihm gesagt hatte, dass es das gibt und wie es funktionierte, weil er nie damit gerechnet hatte, jemals eine solche Bindung zu haben. Als Rudelführer war die Wahrscheinlichkeit für ihn zwar höher, aber gleichzeitig auch geringer. Rudelführer hatten Kinder mit Wanderern, so war das schon immer gewesen und würde es auch immer sein. Welche Wölfin auch immer er akzeptieren würde, sie könnte seinem Rudel zwar beitreten, aber sie würde niemals an seiner Seite stehen. Sie wäre die Mutter seiner Welpen, nicht seine Partnerin.
      Seltsamerweise war der Gedanke daran für ihn völlig absurd. Was wollte er denn mit irgendeiner Wölfin, wenn er Ilya haben konnte?
      "Du hast es eben Resonanz genannt. Das ist nicht ganz falsch. Aber Man könnte es auch einfach Kompatibilität nennen. Wie Vampire…haben vermutlich etwas ähnliches zu dem, was Du da beschreibst. Das mit der Bindung... kann ich glaube ich zumindest teilweise verstehen."
      Cal legte seinen Arm um Ilyas Schultern.
      "Also... geht's dir genauso?" fragte er.


    • Ilya lachte sogar leise, als er anmerkte, dass sie den Rest seines Lebens ihn wortwörtlich an der Backe haben könnte. War das nicht schön? Was das nicht etwas tolles? Viel mehr machte sie sich Sorgen darum, dass er schon bald wieder von ihnen gehen konnte. Während sie nur hübscher, nur erwachsener werden würde, würde er im gleichen a Atemzug, mit den Jahren grauer werden. Natürlich nicht so schnell wie andere Menschen aber trotzdem wesentlich schneller als sie.
      Der Gedanke stieß ihr ungewöhnlich bitter auf. Dabei hatte sie selbst noch nicht mal ihr erstes halbes Jahrhundert hinter ihr. Wenn man ein paar Hunderte Jahre gelebt hatte…sah man das dann anders?
      “weißt du eigentlich wie man zum Vampir wird, wenn man nicht so geboren ist?” Ilya kuschelte sich mehr an ihn an und sah auf seinen wesentlich brauneren Unterarm. Etwas nervös malte sie kleine Kreise auf ihm, während sie fortfuhr.
      “Wenn wir unser Blut freiwillig jemand anderem geben, dann können wir andere verwandeln. Manche Vampire machen das aus Machtgier, manche aus Spaß. Die meisten von uns machen es aber nicht aus solch niederen Gründen. Wir geben ja etwas von uns an Andere.” Ilya hatte nicht so ganz verstanden, warum das so problematisch war, aber anscheinend gab es da Unterschiede, je nachdem wie viel Vampirblut man hatte. Das traf einfach weniger auf sie zu.
      “ Aber es gibt da noch etwas anderes. Damit binden wir uns nicht nur an einander aus Instinkt. Das ist mehr als einfach nur einander zu mögen oder niemand anderen haben zu wollen.”


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    • "Aber es gibt da noch etwas anderes. Damit binden wir uns nicht nur an einander aus Instinkt. Das ist mehr als einfach nur einander zu mögen oder niemand anderen haben zu wollen."
      Cal brummte zustimmend. So war das auch bei Wölfen, wenn er sich richtig erinnerte. Schon faszinierend, wie ähnlich sich ihrer beider Spezies eigentlich waren. Vielleicht lagen sie sich ja deswegen ständig in den Haaren? Sie waren sich zu ähnlich, aber nicht ähnlich genug.
      "Was glaubst du würde passieren, wenn jemand versuchen würde, einen Wolf zum Vampir zu machen?" fragte er spaßeshalber und drückte seine Nase in Ilyas Haare.
      Ihr Geruch war einfach zu unwiderstehlich, um es nicht zu tun.
      "Blutsaugender Wolf klingt wie ein schlechter Horrorfilm, wenn du mich fragst."
      Es war überraschend angenehm, einfach nur hier zu sitzen und zu reden. So wie in ihrer ersten gemeinsamen Nacht. Aber jetzt fühlte es sich noch besser an, denn jetzt wusste Cal, wie sehr er es mochte, Ilya zu berühren, sie in seiner Nase zu haben. Hier zu sitzen und zu kuscheln fühlte sich gut an. Richtig. Beinahe schon notwendig.


    • "Gute Frage." Ilya lehnte sich mehr an ihn und schloss ein weiteres Mal die Augen. Es war überraschend einfach sich einfach nur auf ihn zu konzentrieren. War es dieses Gefühl, was manche Vampire dazu trieb selbst ein Jahrtausend danach immer noch nicht die Finger von ihren Partner lassen zu können?
      Eine leichte Gänsehaut bildete sich, als sie an ihre Eltern dachte. Der Rat hatte die beiden nicht ohne Grund in verschiedene Positionen gedrängt. Deren Kompatibilität war vermutlich der einzige Grund, warum sie selbst entstanden war.
      Wie war das eigentlich generell mit Wölfen und Vampiren? Da gabs doch bestimmt schon mal einen Präzedenzfall ohne dass darüber geredet wurde oder?
      "Willst du denn ein Vampir werden?" Ilya schmunzelte leicht. Sie konnte sich diese Kombination irgendwie nicht gut vorstellen. Auch wenn ihre Instinkte zum Teil ähnlich waren, waren sie doch irgendwie total unterschiedlich. Zumindest dachte sie das.
      "Nicht, dass unsere Jagdtriebe sich kombinieren und du zu einem komischen Zombiewolf wirst, der nur Jagd auf Menschen macht." Gedankenverloren piekste sie ihn ein wenig in die Seite. Das wäre schon gruselig. Und etwas witzig. Ein klein wenig. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Das, was nur diejenigen mit sehr viel Vampirblut machen konnten.
      "Im Prinzip ist es..glaube ich..ein sehr ähnliches Ritual." Ilya tippte ein weiteres Mal gegen seine Bauchmuskeln, die sich durch sein Shirt abzeichneten. Ob sie da mal rein beißen dürfte?
      "Je nachdem können wir einen Teil von unserem Blut abgeben. Einander geben. Dann fließt ein Teil meines Blutes in deinen Adern und ein Teil deines Blutes in meinen." So hatte man ihr das immer erklärt. Dabei hatte man ihr allerdings auch gleich eingetrichtert, dass ihr eigenes Blut dazu viel zu wertvoll war um sich an einen X-Beliebigen Vampir zu binden. Ha. Wenn die wüssten.
      "Ich weiß nicht wie gut das zwischen Wolf und Vampir klappt. Ob es überhaupt klappt." Ihr Finger wanderte etwas über seinen Bauch bis hin zu seiner Brust, dort wo sein Herz schlug. "Es verbindet Herzen. Im Wahrsten Sinne es Wortes." Sie tippte gegen seine Brust.
      "Meine Lebensspanne und deine Verbinden sich. Je nachdem wie stark die Bindung ist spürst du das, was ich spüre. Je nachdem spüre ich das, was du spürst. Intimität und Ewige Bindung. Nichts, was man mal eben so macht. Vor allem wenn man eine Ewigkeit lebt."


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    • "Je nachdem können wir einen Teil von unserem Blut abgeben. Einander geben. Dann fließt ein Teil meines Blutes in deinen Adern und ein Teil deines Blutes in meinen. Ich weiß nicht wie gut das zwischen Wolf und Vampir klappt. Ob es überhaupt klappt. Es verbindet Herzen. Im Wahrsten Sinne es Wortes. Meine Lebensspanne und deine Verbinden sich. Je nachdem wie stark die Bindung ist spürst du das, was ich spüre. Je nachdem spüre ich das, was du spürst. Intimität und Ewige Bindung. Nichts, was man mal eben so macht. Vor allem wenn man eine Ewigkeit lebt."
      Cal zuckte jedes Mal, wenn Ilya ihn piekte. Er war nicht wirklich kitzelig, aber ein bisschen eben schon. Als sie ihre Hand auf seine Brust legte, legte er seine sofort darüber. Er strich ihre eleganten Finger hinauf und hinab. Ihre waren so weich im Vergleich zu seinen.
      "So läuft das auch bei uns, wenn ich mich richtig erinnere. Ich war mehr damit beschäftigt, die Eichhörnchen zu beobachten, als Cora versucht hat, mir das alles beizubringen."
      Und ja, er war gleich danach den Eichhörnchen hinterher gehetzt. Jungwölfe waren nicht dafür bekannt, besonders clever zu sein. Erst recht nicht, wenn der Jagdtrieb übernahm.
      "Cora und Linden wissen irgendwie immer, wo der jeweils andere ist und wie der andere sich fühlt. Einander immer finden zu können klang für mich irgendwie einschränkend. Wie eine Leine, weißt du? Aber jetzt... ach ich weiß auch nicht. Der Gedanke, an dich geleint zu sein, erschreckt mich irgendwie nicht."
      Das Verbinden von Lebenszeiten allerdings schon, zumindest ein bisschen. Wölfe wurden nur ein bisschen älter als Menschen - keine zwei Jahrhunderte, wenn sie nicht vorher irgendwas anderem zum Opfer fielen. Aber hunderte von Jahren? Das klang ganz schön gruselig für ihn.
      Zogen sie diesen Gedanken etwa wirklich in Betracht?
      "Wir müssen das nicht machen," meinte Cal. "Ich wollte dir nur sagen, dass es mir so geht. Dass ich diese Instinkte für dich habe. Ich will dich nicht zu irgendwas drängen, nur, weil ich dir das gesagt habe."


    • Ilya nickte ein weiteres Mal, als Calder ihr von seiner Familie erzählte. Früher hatte sie das gruselig gefunden. Wenn sie sich bei ihrer Mama ausgeweint hatte und ihr Vater es auf einmal wusste. Sie hatte es mehr als hilfreich angesehen als alles andere. Jetzt allerdings wurde ihr langsam aber sicher bewusst, was es bedeutete so einen Schwur einzugehen.
      Deshalb wartete man meist. Lange. Manchmal auch für immer. Denn auch wenn ein Blutschwur zu brechen war....hatte sie noch nie davon gehört, dass das besonders gut gegangen war. Für keinen der Beteiligten.
      "Davon abgesehen, dass wir gar nicht wissen ob das zwischen uns...du weißt schon, physikalisch funktioniert..." Ilya lächelte ein wenig verlegen bevor sie fortfuhr "haben wir ja Zeit. Also nicht so viel Zeit, wenn wir beide morgen drauf gehen oder so, aber wir haben Zeit." Eigentlich wollte sie sich nicht an das erinnern, was bevor stand. Ihnen und Calder in seinem Kampf. Aber so wie sie gerade mit einander redeten? Da fühlte sich alles gar nicht mehr so schlimm an. Zumindest nicht mehr so erdrückend.
      "Ich bin nicht abgeneigt." gab sie dann schließlich zu. Der Gedanke war immer noch ein wenig fremd, doch der Instinkt war schon vor dem ganzen Gespräch da gewesen. Es wäre schlichtweg sinnlos gewesen es nicht so zu sagen, wie es war.
      "Also eine Bindung mit dir einzugehen. Ich glaube wir dürfen unseren Instinkten schon trauen." Mit den Worten kuschelte sie sich näher an ihn ran, legte ihren Kopf in seine Halsbeuge.
      "Aber wir müssen es ja nicht jetzt entscheiden. Auch nicht in ein paar Wochen. Wenn wir Vampire eines haben, dann wohl Geduld."


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    • Cal schlang die Arme fest um Ilya und hielt sie einfach nur fest, wobei er seine Nase strategisch an ihrem Scheitel platzierte.
      "Aber wir müssen es ja nicht jetzt entscheiden. Auch nicht in ein paar Wochen. Wenn wir Vampire eines haben, dann wohl Geduld."
      Er lachte leise.
      "Es gibt also doch Unterschiede zwischen Vampiren und Wölfen," meinte er mit einem Lächeln auf den Lippen. "Warten ist so ziemlich das Nervigste, was du mir antun kannst."
      Er drückte einen Kuss auf Ilyas Stirn und ließ sich dann gänzlich in die Kissen ihres Sofas sinken. Ein bisschen Entspannung würde er sich ja wohl gönnen dürfen so kurz vor einem Ereignis, dass ihn töten könnte. Er wollte das hier genießen, so lange er konnte.
      "Danke, dass wir darüber reden konnten," brummte er irgendwann. "Ich war mir nicht sicher, ob wir noch gut aufeinander zu sprechen sind nach unserem kläglichen Versuch, professionell voneinander Abstand zu halten. Ich weiß nicht, wie's dir geht, aber auf meiner Seite hat das so gar nicht geklappt. Jede freie Minute hab ich an dich gedacht. Und Maple hat nicht gerade geholfen. Sie hat dich regelmäßig in meinem Schlafzimmer gesucht."


    • Sie lachte leise. Ja, was gute Kommunikation so alles bewirken konnte. Warum hatten sie sich eigentlich vorher damit so schwer getan? Das konnte ja wohl unmöglich daran liegen, dass sie Vampir und Wolf waren.
      Ilya konnte sich diese Frage eigentlich schon selbst beantworten, gerade mit dem was Calder nun ansprach. Die Beiden waren eben auch nicht gerade in einfachen Positionen gefangen. Das ganze Drama um ihre Familie würde noch kommen. Spätestens, wenn sie sich diesem Bund unterziehen würden. Und mit seinem Rudel? Das fing ja gerade erst richtig an.
      "Ich hab mich mit Arbeit zugeschüttet. Musste ich zwar auch, aber ich hab versucht nicht an dich zu denken." Ilya nuschelte gegen seine Haut, atmete gleich nochmal tiefer seinen Geruch ein. Vielleicht konnte sie sich den Geruch auch als Parfum verewigen lassen oder so? Jedenfalls wäre es schön, wenn ihre Kissen immer nach ihm rochen.
      "Hat bei mir überhaupt nicht geklappt. Ich war kurz davor mich einfach in einen Sarg zu legen und einfach zu schlafen zu gehen. Hätte ich vermutlich auch gemacht, wenn ich es gekonnt hätte." Das wäre auf jeden Fall wesentlich entspannter gewesen. Aber dann wären nur mehr Vampire gestorben und sie ständen noch genau da, wo sie sich getrennt hatten. Irgendwo im Nirgendwo, verloren und ohne Plan.
      "Die meiste Zeit hab ich entweder unsere Reihen gefilzt oder meine Nase in etwaige Bücher gesteckt. Ich glaube es braucht eigentlich eine ganzes Leben nur um die Bücher im Archiv zu sortieren. Geschweige denn sie zu lesen. Dafür haben wir allerdings erstaunlich wenig Informationen über die Wesen Übersee. Auf das Internet kann man sich ja leider auch nicht verlassen."


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    • "Mit Arbeit hab ich mich auch eingedeckt. Aber ohne Bücher, die sind nicht so meins."
      Stattdessen hatte er die Jungwölfe trainiert, sein Arsenal aufgestockt, und seine Verteidigungspläne überarbeitet. Er war eigentlich nur zum Schlafen zu Hause gewesen und das aus gutem Grund - seine Kopfkissen rochen noch immer nach Ilya. Deswegen war Maple auch ständig in seinem Bett gewesen. Jedes Mal, wenn er den Raum betreten hatte, hatte sie ihn angewinselt.
      "Weißt du, ich glaube du solltest Maple haben," sagte er nach einer kleinen Weile. "Wenn dir ein Hund nicht zu viel ist. Sie ist ziemlich pflegeleicht, sie passt also in deinen Chrompalast."
      Er sagte das nicht nur, weil er übermorgen vielleicht schon tot war und sich nicht mehr um seine Hunde kümmern konnte. Sein Onkel würde das schon regeln. Die Zwillinge hätten bestimmt Spaß daran, sich mit den Streunern zu beschäftigen. Aber Ilya lebte hier so ganz allein und wenn ihre Welt nicht gerade von irgendwelchen Dämonen aus Asien bedroht wurde, schien sie nicht viel zu haben, was ihr Interesse weckte. Ein Hund konnte da wahre Wunder wirken. Und sollte er tatsächlich draufgehen, dann hätte sie zumindest jemanden, der ihr Gesellschaft leistete.
      "Sie findet dich nach nur ein paar Besuchen viel besser als mich und ich hab sie seit zwei Jahren."


    • Erst jetzt setzte sie sich wieder ein bisschen auf. Sein Angebot war ein schönes Angebot. Etwas, was sie nur liebend gerne annehmen würde. Wäre da nicht dieser Grund dahinter gewesen, den sie selbst ohne Hundenase riechen konnte wie ein dampfender Misthaufen auf dem Betonboden.
      "Cal." Ihre Stimme klang nicht bedrohlich, aber mit diesem kleinen Funken an Dringlichkeit, die man unmöglich ignorieren konnte. Sie mochte es nicht, was hinter dieser Aussage stand. Sie würde Maple gerne übernehmen, auch wenn das mit dem Spazierengehen und dem Auslauf geben bei ihr eher weniger gut auszuführen war. Aber nicht unter diesen Umständen. Nicht, wenn er das so sagte, als wäre das sterbliche Tier am Ende das letzte, was sie von ihm übrig haben würde.
      "Sag mir nicht, dass du dir tatsächlich nicht sicher bist, ob du gewinnst oder verlierst." Ihre Hand, welche bis lang in seinen gelegen hatte und sich von ihm hatte streicheln lassen, griff fest um seine größeren Finger. In dem schummrigen Dämmerungslicht glänzten ihre Auge auf einmal dunkel. Ilya hatte nicht vor, sich in seine internen Probleme einzumischen. Wenn es aber um Leben und Tod ging...
      "Sonst komme ich noch auf sehr dumme Gedanken."


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    • "Cal."
      "Hm?"
      Er ließ Ilya los, als sie sich aufsetze.
      "Sag mir nicht, dass du dir tatsächlich nicht sicher bist, ob du gewinnst oder verlierst. Sonst komme ich noch auf sehr dumme Gedanken."
      Er erwiderte den Druck an seiner Hand.
      "Ilya. Die Möglichkeit besteht. Der Herausforderer," Cal wollte keine Namen nennen, denn das spielte keine Rolle, "hat einen legitimen Anspruch auf meinen Posten. Sein Blut ist so stark wie meins. Wir sind zusammen aufgewachsen, wurden gleich erzogen, und gleich ausgebildet. Er weiß und kann, was ich weiß und kann."
      Ein Lächeln schlich sich auf Cals Lippen und er hob Ilyas Hand an seine Lippen, wobei er den Blick nicht von ihr ließ.
      "Was für dumme Gedanken wären das denn, die da in deinem hübschen Kopf so rumfliegen, hm?"


    • Fuck. Konnte er das mal bitte sein lassen? Warum machte er aus so einem wichtigen Thema...so etwas unwiderstehliches? Ilya verzog leicht die Lippen. Nicht unzufrieden aber definitiv auch nicht gerade erfreut sowas zu hören. Sie kannte sich mit den Regeln des Rudels zu wenig aus, auch wenn Calder sie schon um einiges besser aufgeklärt hatte, als die Vampire es je hätten tun können. Aber zu hören, dass jemand anderes so stark sein sollte wie Calder, wenn auch nur in seinem Blut? Das mochte sie ganz und gar nicht.
      "Hmm. Alleine kann ich nicht so viel ausrichten. Im Zweifel werd' ich vermutlich von vielen deiner Leute zerfetzt. Ich hab vielleicht meine Tipps und Tricks, aber meine Stärke ist sicherlich nicht der physikalische Kampf." Ihre Augen wanderten diesmal nicht, blieben auf seinen dunklen kleben, wie als würde sie nichts anderes sehen.
      "Aber das bedeutet nicht, dass ich es nicht für dich versuchen würde." Hachja. Politik war auch nicht wirklich ihre Stärke. Man mischte sich doch nicht in die Probleme anderer ein. Schon gar nicht in die des Feindes.
      "Ich glaube nur, dass da alle Seiten sehr drunter leiden würden. Immerhin bin ich die Einzige, die sich momentan mit euch abgibt." Eigentlich war das total dumm. Richtig dumm sogar, wenn man bedachte, dass der Pakt, den Calders Mutter mit ihrem Vater abgeschlossen hatte, das Einzige war, warum sie sich nicht alle schon längst wieder an den Kehlen hangen.
      "Wenn der aus unserer Sicht legitime Vertreter der Wölfe nicht mehr da ist...könnte der Rat auch entscheiden das Abkommen zu ignorieren."


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    • "Wenn der aus unserer Sicht legitime Vertreter der Wölfe nicht mehr da ist...könnte der Rat auch entscheiden das Abkommen zu ignorieren."
      Daran hatte Cal noch gar nicht gedacht. Flint war zwar Teil seiner Familie, aber so altmodisch, wie die Vampire sich normalerweise verhielten, würde es ihn nicht wundern, wenn sie seinen Cousin, der sich den Thron durch Misstrauen erkämpft hatte, nicht als legitim anerkennen würden - auch wenn er das nach Wolfsrecht wäre.
      "Das wäre echt ein Problem," meinte Cal. "Aber das wäre dann nicht mehr unser Problem, weil wir beide tot wären."
      Er zuckte mit den Schultern. Sterben stand zwar nicht allzu weit oben auf seiner To-Do Liste - eigentlich gar nicht - aber der Gedanke daran machte ihm keine Angst. Wenn er tot war, dann war er eben tot. Alles musste einmal sterben, so war das eben.
      Cal zog Ilya wieder an seine Brust.
      "Aber ich finde es süß, dass du dich für mich mit einem Rudel Wölfe anlegen würdest," meinte er mit einem Kuss auf ihre Stirn. "Und nur fürs Protokoll: ich würde dir Mable so oder so geben. Du brauchst Gesellschaft in dieser Festung der Einsamkeit. Und was mit ein bisschen mehr Textur als nur Marmor, Stahl, und noch mehr Marmor. Du brauchst was pelziges. Und ich kann hier nicht immer auf allen Vieren rumrennen. Dafür ist deine Wanne zu klein."


    • Ilya grummelte leise, immer noch nicht ganz zufrieden mit der ganzen Situation, kuschelte sich aber weiter an ihn ran. Wo er Recht hatte er Recht. Wenn Calder wirklich bei dem Kampf sterben würde, dann würde Ilya vermutlich ziemlich schnell folgen.
      "Eine neue Wanne lässt sich besorgen. Außerdem könnte ich auch einfach irgendwann bei dir einziehen. Merkt sowieso niemand von meiner Seite, außer sie wollen es bemerken." Sie kicherte leise, als sie darüber nachdachte, wie man sie angeschaut hatte. Für die meisten Vampire wäre ihr kleiner Ausflug ein Ausdruck von Jugendlichem Leichtsinn. Solange sie keine Blutbindung mit ihm einging würden ihre Eltern vermutlich noch ein ganzes Jahrhundert mit den Augen rollen und einfach demonstrativ zur Seite sehen.
      Anerkennung zu erhalten allerdings...naja das konnte ihr ja doch relativ egal sein. Sollten sie sich doch freuen sich selbst nicht mehr mit den Wölfen abgeben zu müssen. War sie da nicht sowieso das beste Bauernopfer?
      "Um nochmal auf das Ding mit dem Binden zurück zu kommen... hat das bei dir noch mehr Auswirkungen?" fragte sie schließlich. Es war immerhin noch etwas ganz Anderes, ob er sich an sie band oder sie ihr halbes Blut mit ihm teilte. Auch wenn es schon viele Vorteile gab, gerade im Anblick der Situation in der sich befanden. Vielleicht gab es da ja noch interessantere Lücken oder s?


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