Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

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    • "Das letzte Mal bist du praktisch aus meiner Wohnung geflohen. Hatte jetzt nicht erwartet, dass du so schnell wieder kommen willst."
      Nicht Cals bester Moment, das gab er selbst zu.
      "Ja... das. Ich... keine Ahnung. Ich glaube, ich wollte einfach nur Abstand, um klar denken zu können? Tut mir leid. Das hätte ich besser machen können."
      Er erreichte sein Haus, das dunkel in der noch jungen Nacht dastand. Eigentlich war es das Haus seiner Mutter. Er war hier eingezogen, als er offiziell das Jungwolfsein hinter sich gelassen hatte. Davor hatte er bei seinem Onkel gelebt. Und jetzt lebte er da eigentlich immer noch. Sein Zimmer war noch genau so wie vor ein paar Jahren und er nutzte es noch regelmäßig. Es gab Wochen, da verbrachte er mehr Zeit bei seinem Onkel als in seinem eigenen Haus. Generell war er viel mehr unterwegs als Zuhause. Trotzdem war das hier seins. Seine letzte Zuflucht, sein Den. Und es war viel zu groß und leer für ihn.
      "Wenn du’s ernst meinst dann bind dir die Augen und die Nase zu oder so. Ist kein schöner Anblick. Der Code für die Tür ist..."
      Cal notierte sich die Zahl mit einem Kugelschreiber auf seinem Unterarm, damit er die Zahlenfolge nicht gleich wieder vergaß. Und er versuchte krampfhaft, sich nicht vorzustellen, in was er gleich hineinstolpern würde.
      "Okay. Ich bin in zwanzig Minuten da. Vorausgesetzt, deine Leute lassen mich rein. Bis gleich."
      Er legte auf und hüpfte in seinen SUV. Irgendwo in seinem Hinterkopf jaulte die Stimme des Zweifels einmal mehr. Er sollte nicht zu einer Vampirin fahren. Er wollte ihr nicht sein Blut anbieten. Vor allem sollte er es nicht heute machen, nachdem er letzte Nacht noch von einem Wildschwein auseinandergenommen worden war. Aber diese Stimme wurde übertönt vom Unterton in Ilyas Stimme, die Art wie sie atmete. Sie hatte Schmerzen, irgendwas stimmte nicht. Und er war in der Position, ihr zu helfen.

      Zwanzig Minuten später lief er durch die Eingangshalle des Hochhauses, in dem Ilya lebte. Er ignorierte die Blicke, die ihm ein paar Leute - Vampire - zuwarfen und suchte sich einen leeren Aufzug. Nur eine Minute später war er oben und betrat Ilyas Apartment.
      Da war so viel Blut.
      "Ilya?! Ilya, wo steckst du?!"
      Was, bei der großen Wölfin, war hier nur passiert?! Hatte einer der manipulierten Vampire es in ihre Wohnung geschafft?! Sie angegriffen?! Getötet?!
      "Ilya?!"
      Da lag ein Arm auf der Arbeitsplatte. Nur ein Arm.
      "Fuck, Ilya?! Wo bist du?!"
      Nicht schon wieder. Nicht jetzt. Nicht sie.


    • Ilya hatte nicht mit einer Entschuldigung gerechnet. Auch nicht damit, dass er sich tatsächlich zu ihr auf den Weg machte. Scheisse. Damit hatte sie wirklich nicht gerechnet.
      Als Calder schließlich aufgelegte, war es auf einmal still. Zu still. Verdammt, sie hatte vergessen ihn wirklich über die Situation aufzuklären! Wusste er überhaupt, dass Vampire sowohl regenerierten als auch generierten? Was, wenn er als erstes den Arm sah? Das widerliche, Leichenblasse etwas auf der Anrichte? Das sah ja schon aus wie eine Zutat, wie Sashimi oder so. Und Was wenn er bei dem ganzen Blut sie nicht roch oder erkannte?
      Ilya stöhnte leise vor Frustration und Schmerzen zugleich. Bis lang hatte sie sich gut davon ablenken können. Mit den Blutkonserven hatte sie einiges überbrückt und während sie versucht hatte ihren Arm endlich anzuheilen, hatte sie genug zu tun gehabt. Nun, jetzt wo sie mit ihrem Atem und ihren Schmerzen ganz alleine war, ließ ihre Konzentration zwangsläufig nach. Und damit wurde der Schmerz immer größer. So hatte sie sich ihr nächstes Treffen nun wirklich nicht vorgestellt.
      Die nächsten 20 Minuten vergingen regelrecht unproportional zu allem, was sie bis lang erlebt hatte. Für jemanden, für den Tage vergingen wie Atemzüge war es nicht gewohnt, dass 20 Minuten sich wie Jahrzehnte anfühlten. Nur das Ticken einer Uhr (seit wann hatte sie überhaupt eine tickende Uhr?), ihr eigener Atem und das leise Tropfen ihres immer noch blutenden Stumpfes an ihrem Oberarm begleiteten sie durch die Zeit. Komisch. Dabei wusste Ilya gar nicht, ob sie sich schämen sollte oder nicht. Ob sie sich über seine Ankunft freuen sollte oder nicht.

      Als Calder letztendlich ihre Wohnung betrat erfüllte der Geruch von Wald, Wiese und seinem Blut den Raum wie ein sehr kräftiger Sprühstoß von Frebreez. Ilya war fast weggedöst, oder eher weg gedriftet gewesen, als er schließlich panisch nach ihr rief. Scheisse.
      “Hier unten!” Versuchte sie, kläglich, genauso wie die gesamte Situation, auf sich aufmerksam zu machen. Sie hatte es nur geschafft sich gegen den Barhocker zu lehnen und hob den rechten Arm, um zu signalisierten so er hingucken sollte.
      “Sorry, hab’s nicht geschafft aufzuräumen.” Lächelte sie trocken, aber versucht die Atmosphäre zumindest ein bisschen zu lockern.


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    • "Hier unten!"
      Cal lokalisierte die Stimme binnen eines Herzschlages, dann sah er auch schon die zierliche, blasse Hand hinter der Kücheninsel. Sofort eilte er an ihre Seite, fiel neben ihr auf die Knie. Ihm war vollkommen egal, dass er sich dabei in einen Pool aus Blut setzte.
      "Scheiße, Ilya..."
      Er suchte sie nach Verletzungen ab, aber abgesehen davon, dass ihr arm auf dem Tresen lag und nicht an ihrer Schulter hing, schien sie intakt zu sein. Ihr ganzer scheiß Arm war ab!
      "Fuck!"
      Cal zog sofort seine Sweatjacke aus und drückte sie gegen den blutenden Stumpf. Er sah sich nach etwas um, das er zum Verbinden nutzen konnte, fand aber nichts in seiner Reichweite. Da war so viel Blut... das konnte doch unmöglich nur von Ilya sein. Instinktiv schnupperte er nach einem Angreifer, fand aber nur den klinischen Duft von medizinisch aufbewahrtem Menschenblut und Ilya. Immerhin ein Problem, um das er sich keine Sorgen machen musste.
      "Sag mir bitte, dass Vampire richtig gut im Heilen sind und du deinen Arm da wieder dran bekommst. Ansonsten verrätst du mir besser gleich, wo das nächstbeste Krankenhaus ist."
      Er suchte nach Ilyas Blick, um sicherzugehen, dass sie ihm nicht gleich aus den metaphorischen Latschen kippte. Gleiches Problem wie letztes Mal: er war ein Wolf mitten im Gebiet der Vampire. Und dieses Mal fehlte der Vampirin, die für seine Sicherheit hier sorgte, ein Arm und sie lag in einem See aus Blut. Jeder, der jetzt hereinkam, würde nur einen einzigen Schluss ziehen - und das würde sehr ungesund für alle Parteien enden.
      "Ilya? Sag mir was ich tun soll."


    • "Scheiße, Ilya..."
      "Fuck!"
      Oh, da war aber jemand sehr viel panischer als er sein musste. Natürlich. Ilya hatte es ja schon vorher geahnt, dass Calder wenig über Vampire wusste. Für ihn sah das Ganze vermutlich aus wie ein sehr sehr schlecht gegangener Raubüberfall. Auch wenn sie sich kaum erklären konnte, wer sich trauen würde eine Vampirin zu überfallen.
      Calder kniete sich sofort neben sich, versuchte die Blutung zu unterdrücken und sah absolut verstört aus. Bevor sie ihn jedoch beruhigen konnte, dass alles schlimmer aussah als es war fuhr er schon fort.
      "Sag mir bitte, dass Vampire richtig gut im Heilen sind und du deinen Arm da wieder dran bekommst. Ansonsten verrätst du mir besser gleich, wo das nächstbeste Krankenhaus ist."
      "Ilya? Sag mir was ich tun soll."

      "Beruhig dich erstmal." Okay, das war vielleicht nicht der beste Anfang. Vor allem nicht, wenn er gerade ihren eigenen Verstand durch seine bloße Anwesenheit vernebelte. "Normalerweise sollte der Arm schon längst wieder dran sein." Gott, er sah so verängstigt aus, dass Ilya gar nicht anders konnte als mit ihrer anderen Hand ihm ein wenig durch das Gesicht zu streichen. Dass sie dabei ihr Blut in an seiner Wange hinterließ versuchte sie erstmal gekonnt zu ignorieren.
      "Sorry dass du das hier alles sehen musst." Sie lächelte bitter. "Ich bin einfach nur richtig schlecht da drin, das Ding wieder anzubringen. Total bescheuert, vor allem wenn man bedenkt dass ich richtig gut darin sein müsste. Aber ich hatte nicht mehr die Kraft nach dem ganzen Schlamassel. Und die Blutkonserven sind halt nicht dein Blut..." War das zu viel Wahrheit? Ilya hatte eigentlich schon alle Facade über Bord geschmissen, als sie ihn gebeten hatte vorbei zu kommen. Sein Blut war quasi wie ein 5-Gang Dinner während die Blutkonserven so schmeckten wie abgestandenes Regenwasser. Schrecklich.
      "Darf ich...?" fragte sie schließlich, fast schon peinlich berührt. Irgendwie lag es ihr nicht, direkt nachzufragen ob sie ihre Zähne in seinen Hals zu rammen. "Dann hab ich bestimmt genug Kraft dafür."


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    • "Beruhig dich erstmal."
      Leichter gesagt als getan. Er hatte keine Ahnung, wie gut Vampire heilen konnten und was dafür notwendig war. Er hatte keine Ahnung, wie er Ilya im Moment helfen konnte und das stresste ihn ungemein. Er fühlte sich so nutzlos angesichts dieser Situation. Und da war so viel Blut, beinahe so wie als-
      "Normalerweise sollte der Arm schon längst wieder dran sein."
      Cal blinzelte, sah Ilya wieder an.
      "Wieder dran..?" murmelte er, während sein Hirn die Information verarbeitete, dass Vampire tatsächlich Gliedmaßen wieder anwachsen lassen konnte.
      Wow. Das war ja mal was. Kein Wunder, dass sie so schwer zu töten waren.
      Er half Ilya in eine aufrechtere Position, wobei er seine Jacke noch immer fest gegen das drückte, was von ihrem Arm übrig geblieben war. Oder besser den Teil, der noch dran war. Lebendes Blut schien also tatsächlich besser zu sein. Noch was, was gut zu wissen war.
      "Soll ich dir deinen... Arm geben..? Wow, das klingt abgedreht."
      Cal schüttelte den Kopf und vermied es, die abgetrennte Gliedmaße direkt anzusehen. Er würde ihn weiterreichen, wenn er wirklich musste, aber in diesem Augenblick beschloss er, dass er das nicht unbedingt gern tun würde. Je weniger er sich damit beschäftigen musste, desto besser, ehrlich gesagt.
      "Darf ich...?" fragte Ilya und starrte seinen Hals an. "Dann hab ich bestimmt genug Kraft dafür."
      "Oh, ja. Klar. Sekunde."
      Er knotete seine Jacke so fest er konnte an ihrer Schulter fest, dann schob er seine Arme unter ihre Beine und hinter ihren Rücken. Er hob sie hoch, als sei sie nicht mehr als eine Feder und trug sie rüber zum Sofa, einfach nur, weil er sich vorstellte, dass es hier einerseits bequemer war, andererseits sie aber auch besser Zugang zu ihm hatte. Er setzte sich und platzierte sie vorsichtig auf seinem Schoß. War er nervös? Ja, vielleicht. Aber nicht, weil er Angst davor hatte, dass sie ihn ausleerte wie die vielen im Raum verteilten Blutkonserven. Vielmehr war es die Vorfreude auf den Biss, die ihn innerlich ein bisschen hibbelig machte.
      Er lehnte den Kopf ein wenig zur Seite, um Ilya Platz zu machen.
      "Nimm dir, was du brauchst," meinte er, die Augen auf ihre spitzen Zähne gerichtet.



    • Ilya atmete tief ein, als er sie hochhob. Nicht vor Schmerz, auch wenn der natürlich immer noch präsent war, sondern weil er einfach viel zu gut roch. Ihre Zähne wurden automatisch länger, wie aus Vorfreude, als ihre Augen unweigerlich an seinem Hals hängen blieben. Fuck.
      Als er sich mit ihr setzte und den Kopf sogar noch zur Seite lehnte, musste sie sich wirklich zusammen reißen ihn nicht gleich zu vernaschen. In allen Sinnen.
      Sie sagte nichts mehr, es gab ja auch nichts mehr zu sagen, als sie sich zu ihm streckte und ihre Zähne in sein weiches Fleisch sinken ließ.
      Scheiße.
      Ilya’s Hand Griff nach seinen Haaren um sich festzuhalten. War es weil sie so ausgelaugt war? Quasi am Boden ausgeblutet? Warum schmeckte sein Blut noch besser als beim letzten Mal? Ihr wurde warm. Wohlig. Es war, wie als würde zum ersten Mal Leben in ihren Körper zurückkehren. Mit einem Stöhnen klammerte sie sich an ihn, versuchte näher an ihn zu kommen, die blöde Distanz zwischen ihnen zu überbrücken. Der Schmerz war vergessen. Die Frustration auch. Da war nur er und sein Blut in ihrem Mund und sein Körper unter ihrem. Es dämmerte ihr schon, dass sie ihn nicht so einfach wieder gehen lassen würde wie beim letzten Mal. Nicht noch einmal.


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    • Ilya lehnte sich ohne groß zu zögern nach vorn und versenkte ihre Zähne in seinem Hals. Cal keuchte leise auf, als der Schmerz rasend schnell durch seinen gesamten Körper zuckte und dann einfach verschwand, wie auch schon beim letzten Mal. Er hatte gewusst, wie es sich anfühlte, und doch überraschte es ihn.
      Er schloss die Augen und versuchte, sich nicht zu sehr auf das Gefühl einzulassen. Vielleicht, wenn er sich dem ganzen nicht einfach so hingab, könnte er einen klaren Kopf behalten, das ganze professionell angehen. Er half ihr, sie half ihm, mehr nicht. Er glaubte sogar, es funktionierte, doch da packte Ilya in an den Haaren und stöhnte an seinem Hals. Sie presste sich an ihn als sei er das Einzige, was sie über Wasser hielt.
      Cal konnte den Drang, seine Arme um sie zu legen, gerade so unterdrücken, indem er sich in die Sofakissen krallte. Er schloss die Augen, versuchte, sich zu konzentrieren. Aber da war nichts, auf das er seinen Fokus hätte richten können. Da war nur Ilya. Ilya und ihre spitzen Zähne an seinem Hals. Ilya und ihre weichen Lippen auf seiner Haut. Ilya und ihr schlanker Körper auf seinem Schoß.
      Er seufzte tief, seine Muskeln entspannten sich. Das hier fühlte sich so gut an, warum versuchte er überhaupt, sich zu wehren? Er könnte es doch auch einfach passieren lassen. Ja, das war eine gute Idee.
      Cal schmolz geradezu in die Kissen des Sofas hinein, verwandelte sich in Pudding in Ilyas festem Griff. Ihm wurde ein bisschen kalt, aber das war ihm egal. Das war bestimmt nur Ilya, deren Körpertemperatur ja praktisch gar nicht vorhanden war. War das Sofa letztes Mal auch schon so bequem gewesen? Es war schon spät... Ilya hätte bestimmt nichts dagegen, wenn er hier ein kleines Nickerchen machte, oder..?




    • Ilya fühlte sich wie im Himmel. Nicht nur wegen des Geschmacks, sondern auch, weil ihr Hunger sich endlich stillen ließ. Sie hatte nicht erwartet, so ausgelaugt zu sein. Vampire empfanden keine Müdigkeit. Zumindest keine, nur weil sie müde waren. Aber jetzt gerade? Jetzt holte sie die ganze Nacht ein.
      Die Verzweiflung, die sie verspürt hatte, als die Vampire aus dem Lager Altair, Miklas und sie einfach überrumpelt hatten. Ilya hatte nur aus Reflex reagiert, aber nicht schnell genug. Auch wenn die Wunden, bis auf ihr Arm, längst verheilt waren spürte sie noch die scharfen Fingernägel auf ihrer Haut und die Bisse in ihren Muskeln.
      Vampirbisse waren nicht gerade witzig. Wenn sie nicht reinblütig gewesen wäre, hätten die Wunden bestimmt wesentlich länger geblutet. Vielleicht hatte sie auch deswegen so Probleme gehabt ihren Arm wieder anzuheilen? So oder so tat Calders Blut gut. Es wärmte ihren Hals, ihren Bauch und ihren ganzen Körper. Seine Hände hatte er nicht um sie gelegt. Leider. Am liebsten würde sie sich morgen um ihren Arm kümmern. Verwesen taten Vampire ja nicht. So, wie Calder unter ihr zerschmolz schien er ähnliche Gedanken zu haben. So dumm war das doch gar nicht oder? Dann hatte sie bestimmt einen frischen Kopf und solang konnte er ja auf sie aufpassen. Falls doch wirklich jemand versuchte in ihre Wohnung einzubrechen oder so.
      Ilya überlegte nicht lange weiter. Zu viel war passiert. Vampire waren gestorben. Altair und Miklas würden auch noch ein paar Tage brauchen um wieder einsatzfähig zu sein. Da war es doch nicht verwerflich oder? Sie seufzte gegen seinen Hals, ließ langsam, fast schon zu langsam von ihm ab, leckte die kleinen Bissspuren um sie zu schließen, erhob sich aber nicht. Stattdessen ließ sie ihren Kopf in seiner Halsbeuge, kuschelte sich noch ein bisschen mehr in seiner Wärme ein und schloss einfach die Augen.
      Der Rest? Konnte auch Probleme für morgen sein.




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    • Calder war nicht direkt eingenickt, aber definitiv irgendwie... abgesunken? Es war seltsam, seinen Zustand zu beschreiben. Was weniger kompliziert in Worte zu fassen war: Er spürte, wie seine Gedanken zu ihm zurückkamen, als Ilya sich von seinem Hals entfernte, als ihre Zunge über seine Haut tanzte. Sein Kopf war schwer, zu schwer, um ihn zu heben. Er konnte ja kaum seine Augen öffnen. Und als sich Ilya dann einfach gegen ihn lehnte, da sagte er sich, dass er auch einfach hier sitzen bleiben konnte. Ihm war immer noch kalt, er war immer noch erschöpft, obwohl er den ganzen Tag ein Nickerchen nach dem anderen gemacht hatte. Er sollte nicht so müde sein. Aber was war ein Nickerchen mehr?
      Sekunde. Stop.
      Calder schlug die Augen auf, zwang sich dazu, einen tiefen Atemzug zu nehmen - und verzog sofort das Gesicht, als es in seiner Seite brannte. Ach ja, richtig. Wildschwein.
      Als er sich umsah, drehte sich alles. Kalt, müde, schwindelig... Ilya hatte sich ordentlich an ihm bedient. Das waren alles Zeichen von starkem Blutverlust. Vielleicht war es wirklich eine dumme Idee gewesen, ihr ausgerechnet heute dieses Angebot zu machen...
      "Hey..." brummte er leise. "Hast du vielleicht 'nen Saft da oder sowas?"
      Seine Worte waren nur halb gescherzt. Er musste seine Augen schließen, damit ihm nicht auch noch schlecht wurde.



    • Calders müde Stimme riss sie förmlich aus dem Halbschlaf, in den sie schon hineingerutscht war. Saft? Oh ja, sowas brauchten andere Wesen ja. Etwas versteift, aber definitiv auf einmal wach löste sie sich ein wenig von ihm, sah ihm prüfend ins Gesicht. Er war blasser als sonst. Wesentlich blasser, selbst als sie mehrmals von ihm getrunken hatte. Hatte er vorher schon so ausgesehen?
      Ihre Erinnerungen waren recht vage, sie war mehr darauf fixiert gewesen wie es ihr selber ging. Doch jetzt fiel ihr auf, dass er selbst nicht ganz so frisch aussah. Scheiße, hatte sie ihn so leer getrunken.
      “Oh ja klar, warte ich gucke eben.” Etwas überstürzt und definitiv noch nicht ganz klar auf den Beinen stand sie auf und begab sich etwas schwankend in die Küche. Mit geübter Hand riss sie den Kühlschrank auf, ignorierte das ganze rote Chaos und den blassen Arm, und suchte nach etwas normalem. Ah. Orangensaft. Warum war der überhaupt hier? Kurz zuckte ein Schmerz durch ihren nutzlosen Stumpf als sie aus Gewohnheit mit der linken Hand danach greifen wollte. Achja. Der war ja noch nicht dran.
      Etwas irritiert nahm sie also die Rechte und prüfte noch eben das Ablaufdatum. Krass, da hatte Calder Glück gehabt. Anders als Getränke gab es nämlich garantiert kein menschliches Essen in ihrer Wohnung.
      Genauso wackelig wie vorher machte sie sich auf den Weg zurück zu ihm und hielt ihm die Liter Flasche Saft hin.
      “Hier, was anderes hab ich nicht. Sorry, ich hätte mich mehr zurück halten sollen.” Sagte sie schließlich nüchtern, fast schon beklommen. Er sah fast genauso Scheiße aus wie sie.
      “Jetzt sag mir nicht du hast auch ne Auseinandersetzung mit ein paar Vampiren gehabt und hast mich dann noch von dir trinken lassen.”


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    • Calder setzte sich auf, als Ilya verschwand. Er stützte seine Ellenbogen auf seine Knie und drückte seine Handballen in seine Augen, als könne das gegen den Schwindel und die drohende Übelkeit helfen. Tat es nicht, aber es rüttelte ihn ein bisschen aus seiner Trägheit heraus.
      "Hier, was anderes hab ich nicht. Sorry, ich hätte mich mehr zurück halten sollen."
      "Schon okay," meinte Cal, und nahm die Saftflasche entgegen. "Du brauchst es offensichtlich eher als ich."
      Er deutete vage auf das blutige Chaos in der Wohnung, bevor er die Flasche öffnete und auf einen Schlag ein Drittel davon leerte, bevor er Luft holen musste.
      "Jetzt sag mir nicht du hast auch ne Auseinandersetzung mit ein paar Vampiren gehabt und hast mich dann noch von dir trinken lassen."
      Cal schüttelte den Kopf und fuhr sich mit einer Hand über die Lippen.
      "Wildschwein," antwortete er.
      Er hob sein Shirt und zeigte ihr seine Bandagierte Flanke.
      "War abgelenkt," von Gedanken an dich, and uns, "und der Eber war clever genug, das auszunutzen."
      Er stellte die Flasche auf dem Couchtisch ab und ließ sich mit einem Seufzen zurück in die Kissen fallen. Mit einer Hand fuhr er sich über das Gesicht, durch die Haare. Dann hob er den Blick zu Ilya, zu der Stelle, an der ihr Arm sein sollte.
      "Du kannst das wirklich reparieren?" fragte er etwas skeptisch.




    • Ilya stockte in ihrer Bewegung. Eigentlich hatte sie gerade ihren Arm holen wollen. Den konnte sie natürlich nicht mit der Orangenflasche zusammen holen. Eber? Wildschwein?
      “Du hast dich als Wolf von einem Schwein umlegen lassen?” Ihre Stimme spiegelte ihre Ungläubigkeit perfekt wieder. Das machte ja mal gar kein Sinn. Sie hatte seine Wolfsform oft genug gesehen um zu wissen, dass ein einfaches Wildschwein zwar gefährlich war, aber eigentlich keine Chance gegen ihn hatte. Kurz war alles andere vergessen.
      “Holy Shit und dann lässt du dich auch noch von mir anzapfen? Calder, du solltest mehr auf dich selber achten. Man!” Sie drehte sich wieder um, stapfte zu der Kücheninsel und schnappte sich den immer noch kalten, aber nicht steifen Arm.
      “Die meisten Vampire können das im Schlaf. Ich bin aber irgendwie zu blöd dafür. Als Kind hat es drei Tage gedauert.” Gab Ilya bitter zu, als sie sich neben ihn ins Sofa sinken ließ. Dass sie vermutlich alles gleich Vollbluten würde ignorierte sie gekonnt.
      “Aber jetzt mal ernsthaft, du redest immer davon, dass du ein Rudel zu verteidigen hast und kümmerst dich nicht um dich selbst.” Schimpfte sie während sie Calders Jacke versuchte von dem Stumpf zu ziehen. Er hatte ihn ziemlich fest gebunden, weshalb sie letztendlich ihm den Oberarm ins Gesicht schob. “Kannst du das abmachen. Und guck nicht genau hin, ich musste die Wunde ab und zu wieder öffnen, sonst funktioniert das anheilen nicht.”


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    • "Wie gesagt: ich war abgelenkt!" verteidigte sich Calder.
      "Calder, du solltest mehr auf dich selber achten."
      "Jetzt klingst du schon wie meine Tante..." grummelte er.
      Er sah Ilya nach, als sie losging, um sich ihren Arm zu holen. Was für ein Anblick. Nicht unbedingt auf eine charmante Art und Weise, mehr... verstörend. Wer lief schon durch die Gegend mit dem eigenen Arm in der Hand?!
      "Aber jetzt mal ernsthaft, du redest immer davon, dass du ein Rudel zu verteidigen hast und kümmerst dich nicht um dich selbst."
      "Und jetzt klingst du wie mein Onkel!"
      Cal schüttelte den Kopf. Er wusste doch auch nicht, warum er so scharf darauf gewesen war, Ilya zu Hilfe zu eilen. Es war genau das gleiche Gefühl, das er sonst hatte, wenn er jemandem im Rudel helfen wollte. Nur das Ilya nicht Teil des Rudels war. Es verwirrte ihn genauso sehr.
      Ilya hielt ihm die Überreste ihres Oberarms hin. Er öffnete den Knoten, als sei es nichts. Seine Jacke war komplett ruiniert, also warf er sie einfach über die Rückenlehne in Richtung blutiger Küche.
      "Ich hab schon schlimmeres gesehen," meinte er und besah sich den Stumpf, der aussah, als sei er schon vor Monaten verheilt, abgesehen von dem vertrockneten Blutresten. "Aber gut, wenn ich wegsehen soll, dann guck ich halt weg."
      Er ließ von ihr ab und schnappte sich die Saftflasche. Damit stand er auf - wartete einen kurzen Schwindelanfall ab - dann schlenderte er rüber zu dem Panoramafenster. Er sah sich die Stadt bei Nacht an, während Ilya tat, was auch immer sie tun musste, um ihren Arm wiederzukriegen.




    • Sie klang wie seine Familie? Ilya schmunzelte ein wenig. Stimmt. In ihrer Familie sorgte man sich relativ wenig umeinander. Zwar würden ihre Eltern ihren Tod nicht einfach hinnehmen, doch sowas wie gerade? Das war nicht genug um die alten Vampire aufzuschrecken. Wenn Ilya angerufen hätte, dann hätten sie sich natürlich bewegt, aber sonst? Ließ man sie walten. Was war das nochmal? Jugendliche Erfahrung. Jeder von ihnen hatte schon mal irgendwann ein Bein verloren oder so. Oft musste dann auch ein anderes herhalten. Vampire waren generell ziemlich crafty. Ein abgetrenntes Menschenbein brauchte zwar länger um anzuheilen und zu einem Vampirbein zu werden, aber es war nicht unmöglich. Auch wenn Ilya kaum glaubte, dass sie das in den nächsten paar Jahrzehnten schaffen würde.
      Andere Gedanken. Calder hatte ihr geholfen, die Jacke abzulegen und war netterweise zumindest aus der direkten Sichtschneise gegangen. Die hässlichen Geräusche konnte sie allerdings nicht unterdrücken, als sie in ihren Arm biss und die Wunde wieder öffnete. Immerhin waren ihre Zähne scharf, sodass es mehr ein Schneiden, als ein Reißen war.
      Sofort fing ihr Blut wieder an zu tropfen. Ilya seufze frustriert, dass nun auch noch das Wohnzimmer ruiniert war. Ja gut, da hätte sie auch selbst drauf kommen können. Anstatt sich weiter mit irgendwelchen Lappalien auseinander zusetzen konzentrierte sie sich diesmal richtig auf ihren Arm. Und siehe da. Es dauerte zwar ewig, viel viel länger als es sollte, aber Calders Blut hatte Wunder gewirkt. Wahre Wunder. Nicht nur, weil sie nun endlich genug Kraft hatte um die Verbindung durchzustehen, sondern auch tatsächlich genug Blut um den Arm durch zu zirkulieren. Natürlich war ihr nun wieder schummrig vor Augen und ihr Arm musste definitiv noch geschont werden, aber er war zumindest wieder dran.
      “Bin fertig.” Sagte sie nach ungefähr einer halben Stunde voller Stille. “Sorry dass du das sehen musstest. Ist nicht so mein bestes Gebiet.”


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    • Calder starrte nach draußen und betrachtete die vampirische Hälfte der Stadt. Da waren nur dunkle Schatten. Überall Licht, das nicht wärmte. Neonzeichen warfen kalte Schatten auf den Asphalt, als wollten sie mit Gewalt die Sterne überstrahlen. Der Himmel war ein dunkles Grau, nie schwarz, nie klar – als hätte die Stadt selbst den Blick zu den Sternen vergessen. Der Dunst aus Abgasen und Lichtverschmutzung lag wie ein Schleier über allem. Autos zogen vorbei wie gehetzte Tiere aus Blech, ihre Scheinwerfer zerschnitten die Dunkelheit in grellen Streifen. Ein Rudel aus Maschinen. Hart, glatt, unnahbar. Eine Welt, die zu viele Ecken hatte und zu wenig Erde. Kein Wind, der durch Blätter rauschte – nur der Luftzug vorbeirasender Züge. Kein Tiergeruch, nur der nach kaltem Metall und frittierter Einsamkeit. Und unter allem lag dieses Gefühl: falsch. Wie ein Herzschlag im falschen Takt. Die Stadt war lebendig, ja. Aber nicht auf eine Art, die er verstand.
      Cal konnte nicht behaupten, dass er ein Fan war. Sicher, da war auch sowas sie Schönheit, selbst hier, aber es war eine künstliche Schönheit. In seinem Zustand sehnte er sich nach Gras unter seinen Füßen, dem Fell seiner Hunde unter seinen Händen, den Duft des Waldes in seiner Nase. Aber da war nur der Geruch von Kupfer, weil Ilya ihre ganze Küche geflutet hatte.
      "Bin fertig. Sorry dass du das sehen musstest. Ist nicht so mein bestes Gebiet."
      Cal sah auf und über seine Schulter und tatsächlich: Ilyas Arm war wieder da, wo er hingehörte. Noch ein bisschen blasser als der Rest von ihr, aber er war eindeutig wieder dran.
      "Ich hab doch gar nichts gesehen," meinte er schlicht und stand auf.
      Irgendwann in seinen Beobachtungen hatte er sich hingesetzt. Er hatte auch die Saftflasche komplett geleert. Es hatte in bisschen geholfen, aber ihm war immer noch ein bisschen kalt und er war immer noch erschöpft. Das würde wohl auch noch ein bisschen anhalten - so schnell bildete ein Körper ja kein neues Blut. Zumindest glaube Cal das, er hatte ja nie Medizin studiert oder sowas.
      "Immerhin kannst du das einfach so machen. Wäre das mein Arm, dann wär der jetzt ab. Wahlweise hätte ich Jahr an Physio vor mir."
      Er zuckte mit den Schultern und kehrte zum Sofa zurück, wo er sich schwerfällig in die Kissen fallen ließ.
      "Warum hast du dir keinen Menschen kommen lassen oder so? Wenn du doch weißt, das lebendiges Blut besser für sowas ist?"
      Er warf einen Blick über die Rückenlehne des Sofas.
      "Da trocknet genug für zwei, würd ich spontan behaupten."
      Cal griff sich ein Kissen und schob es sich unter den Kopf. Dieses Markenteil hatte kein Recht, so bequem zu sein, wie es gerade war.
      Er tippte eine von Ilyas noch zu blassen Fingerspitzen an. Er wusste nicht genau, warum er das tat. Ihr Haut war blasser, ja, auch ein bisschen kühler, aber immer noch weich, immer noch schön.



    • "Warum hast du dir keinen Menschen zukommen lassen oder so? Wenn du doch weißt, das lebendiges Blut besser für sowas ist?" Ilya sah ihn ungläubig an. War ihm nicht bewusst, dass die meisten Vampire sowas schon fast als barbarisch ansahen? Nicht nur das, er war schließlich der Erste und vermutlich auch für lange Zeit der Einzige, den sie jemals lebendig aussaugen würde.
      Sie wusste gar nicht so wirklich, wie sie darauf oder auch seine kurze Berührung reagieren sollte. Beleidigt? Verblüfft? Empört? Es dauerte kurz, bis sie sich letztendlich sammelte und sich einfach ein wenig mehr in das Sofa sinken ließ.
      "Wir trinken nicht von lebenden Menschen ohne ihr Einverständnis." Antwortete sie schließlich, während ihr Blick hinunter zu ihrem Arm glitt, der sich noch nicht so ganz richtig anfühlt. Steifer. Dumpfer. Taub, noch nicht ganz da. Es würde wohl noch ein paar Tage dauern, bis er wieder richtig angeheilt war. Sie sollte aufpassen, dass kein Vampir ihn nochmal abriss. Und vielleicht keine Türen öffnen mit dem Arm. Als Kind hatte sie es versucht und ihr Arm war einfach an der Türklinke hängen geblieben. Das gab ein Geschrei.
      "Außerdem ist es vermutlich nicht das Blut von Lebenden, sondern dein Blut." fügte sie schließlich hinzu und biss sich prompt auf die Zunge. Scheiße.. Warum sagte sie das überhaupt? Sie hätte ihn doch auch einfach in dem Glauben lassen können, dass er gar nichts besonderes für sie war. Das sein Geruch nicht das leckerste und anziehendste in ihren kurzen drei Dekaden war, die sie existierte. Musste sie immer so spottehrlich sein?


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪

    • "Da lassen sich doch bestimmt trotzdem ein Haufen Leute finden. So wie die Menschen auf diesen ganzen Romatasy-Quatsch abfahren. Ihr Vampire seid doch gerade wieder im Kommen?"
      Cal lachte leise, dann rollte er sich auf den Rücken und starrte die Decke an, um nicht mit Ilya's Anblick - wunderschön, so zerzaust wie sie war - konfrontiert zu sein. Warum war sie auch so viel hübscher, wenn sie nicht perfekt gestylt war? Das war ja fast schon unfair.
      "Außerdem ist es vermutlich nicht das Blut von Lebenden, sondern dein Blut."
      "Mein Blut?"
      Jetzt sah Cal sie doch wieder an. Was sollte denn bitte an seinem Blut so toll sein? Er wusste, dass seine Blutlinie stärker war, wenn man den Rudelkontext bedachte, aber sowas sollte doch für Vampire keine Rolle spielen. Ehrlich gesagt war er überrascht gewesen, dass Vampire überhaupt Wolfsblut trinken können. Das hatte man ihm aber schon als Kind erklärt: Lass dich nicht von Vampiren beißen, die beißen nur, um zu töten.
      "Warum denn ausgerechnet meins?"
      Ilya irrte sich bestimmt. Sie hatte ja gesagt, dass sie noch nie von jemandem getrunken hatte. Bestimmt war das Blut von Menschen genauso gut, vielleicht sogar noch besser, weil sie keine Wölfe waren. Das musste es sein: fehlende Erfahrung.


    • Ilya sah ihn nicht an, als er anscheinend wirklich nicht so viel über Vampire wusste, wie sie es erwartet hätte. Als Rudelführer und damit als Verantwortlicher für Verhandlungen mit ihnen war es etwas verblüffend. Andererseits wusste sie auch nicht viel über Wölfe, außer dass sie durchaus problematischer unter Vollmond Einfluss waren und sich verwandeln konnten. Scheiße man, sie wusste eigentlich echt nichts über ihn.
      "Gibt's ab und zu mal unter uns. Normalerweise sind es Menschen, die einem besonders anziehen. Geruch. Geschmack. Meist auch direkt das Gesamtpaket. Das gilt natürlich nur für den einen Vampir. Hab noch nie gehört, dass zwei Vampire auf den gleichen Menschen abgefahren sind. Obwohl...so abwegig ist das jetzt auch nicht." Sie schloss die Augen und unterdrückte den Plapper-Schwall diesmal nicht. Brachte ja doch nichts und irgendwie hatte Calder ein Recht zu wissen, warum sie sein Blut so sehr mochte.
      "Ich kanns nicht genau sagen, aber ein Schluck von deinem Blut ist definitiv nahrhafter als zwei Blutkonserven." fügte sie hinzu und lächelte nahezu bitter. Das hatte sie sich bis lang nicht zugeben wollen. Normalerweise hoben Vampire sich diese Menschen auf. Behandelten sie wie ihre Gefährten und verwandelten sie letztendlich oft selbst in Vampire, auch wenn dies den Geschmack ein klein wenig veränderte. Aber das würde sie ihm nicht sagen. Schließlich brachte das nicht nur Calder unter Zugzwang, egal, wie viel von der Wahrheit er wusste.
      Es war schon schlimm genug, dass sie ihm damit quasi sagte, dass alles andere nun für sie zu Staubkörnern geworden war, während er die Torte vor ihrer Nase war.


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪

    • Sie klang ziemlich sicher für jemanden, die keine Erfahrung hatte.
      "Okay," meinte Cal langsam und ließ sich das alles durch den Kopf gehen.
      Eigentlich könnte - sollte - es ihm immer noch egal sein. Ilya sollte ihm egal sein. Aber zu hören, dass er einen besonderen Status hatte, sorgte für ein seltsames Kribbeln in seiner Magengrube. Er wusste nicht, was er davon halten sollte.
      "Und du weißt das? Einfach so? Ich mein, du hast doch selbst gesagt, dass du noch nie an einem Menschen geknabbert hast? Vielleich schmeck ich eigentlich scheiße im Vergleich?"
      Was bedeutete das für sie beide, wenn sie Recht hatte? Konnte sie sich dann noch von den Konserven ernähren oder musste er sich brav zweimal die Woche hier her begeben und sie nuckeln lassen? Wie sollte er das denn bitte seinem Rudel erklären?!
      Er griff nach dem Zahn an seiner Kette. Mit sowas hatte sich seiner Mutter bestimmt nie herumschlagen müssen.


    • Ilya war sich gerade eigentlich schon sicher, dass sie ihn gerade für immer aus ihrer Wohnung verjagt hatte, als er ziemlich ungläubig neben ihr verlauten ließ:
      "Und du weißt das? Einfach so? Ich mein, du hast doch selbst gesagt, dass du noch nie an einem Menschen geknabbert hast? Vielleich schmeck ich eigentlich scheiße im Vergleich?" Ha. Schön wäre es. Instinktiv griff sie nach einem der blutverschmierten Kissen und zog es vor ihren Bauch. Irgendwie war die gesamte Konversation in eine Richtung abgerutscht, die sie nicht deuten konnte. Wollte sie das hier alles zugeben? War das der richtige Zeitpunkt? Gab es überhaupt einen richtigen Zeitpunkt für sowas? Woher sollte sie das denn wissen? Das hier war doch auch ihr erstes Mal. Hatte sie geplant, dass es ein Wolf war? Und dann auch noch ein Rudelführer? Garantiert nicht.
      "Ich wünschte ich könnte dir sagen, dass ich mich irre." murmelte sie und unterdrückte den Drang ihren Kopf im Kissen zu verbergen. "Aber das ist Instinkt, weißt du? Das ist nichts, was ich mir aussuchen. Oder beeinflussen kann. Ich habs schon beim ersten Mal, wo ich dein Blut gerochen hab, vermutet. Oder eigentlich das erste Mal wo wir uns gesehen haben." Normalerweise würden andere Vampire jetzt von Glück sprechen. Viele warteten Jahrzehnte oder Jahrhunderte, bis sie jemanden fanden, der für sie das darstellte, was Calder für sie war. Aber das half ja nicht, wenn sie auch noch verfeindeten Spezies angehörten.


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪

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