Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

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    • Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

      „We were never meant to stand side by side.
      But here we are—fangs bared, claws drawn.
      Bound by blood. Bound by war. Bound by a city that refuses to fall.“



      Between Fangs and Claws - Werewolf vs Vampire


      Mafia | Dark Romance | Urban Fantasy


      Manche Städte schlafen nie. Manche Städte atmen Feuer, schwitzen Blut und spucken Tod in die Morgendämmerung.
      Halveth City gehört zu den Letzteren.
      Seit Jahrzehnten regieren zwei unsichtbare Reiche die Schatten dieser Metropole: das kalte, kalkulierte Imperium der Vampire – und das brennende Chaos der Werwölfe. Beide Clans führen ihre Geschäfte abseits der Öffentlichkeit, tief verankert in Korruption, Machtspielen und alter Magie. Drogen, Waffen, Blut. Alles hat seinen Preis.
      Bislang hielten sie sich an ungeschriebene Regeln. Traten sich nicht in die Quere. Doch Grenzen verwischen. Territorien verschieben sich. Alte Bündnisse zerfallen, neue Bedrohungen wachsen in der Dunkelheit – und plötzlich hängt das Überleben der Stadt an einem einzigen, brüchigen Faden.
      Zwei Erben. Zwei Namen, die mehr Furcht auslösen als ein Krieg.
      Verhasst. Verflucht. Verdammt dazu, Seite an Seite zu stehen.
      Denn wenn sie scheitern, brennt alles.
      Und das Monster unter deinem Bett?
      Das ist derjenige, der dir heute Abend die Kehle durchschneidet.


      Calder "Cal" Ridley - @Insane Pumpkin
      Ilya Crowley - @Akuma

      Vorstellung

      ~Aku


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    • Ilya Crowley

      "Verarsch mich nicht. Vater." Ilya hatte sehr wenig Geduld. Nicht heute. Nicht jetzt. Und auch wenn sie sich gerade im Kreuzfeuer zwischen hohen Rat und Senat befand, so hatte sie noch weniger Geduld für das was ihr gerade unter die Nase gejubelt wurde. Nicht so. Und garantiert nicht nur, weil dutzende und dutzende rote Augen sie anblickten als wäre sie der heilige Gral.
      "Ihr wollt also, dass ich in das Revier von Werwölfen spaziere, die mich mit einem Arm zerreißen können um mich mit Ridley zu treffen? Und dann? Hoffen dass er mich heile wieder raus lässt oder was?" Je mehr sie den Plan, der ihr in den letzten zwei Stunden erklärt wurde noch einmal auf sein wenigstes zusammenfasste, desto weniger konnte sich die junge Frau halten.
      "Und das hast du zugestimmt?" Fast schon fassungslos, anmaßend sah sie zu ihrer Mutter, die aussah als würde sie das Ganze deutlich mehr amüsieren. Ja dann. Wenn keiner auf ihrer Seite war musste sie es wohl so annehmen. Und dafür sterben.


      "Ich glaub es nicht. Meine Eltern verkaufen mich an die Köter." Ilya brauchte Ablenkung und zwar schnell. Vielleicht war es dumm kurz vor dem geplanten Manöver rauszugehen. Vor allem in die Szene in der Spezies keine Rolle spielten. Aber sie brauchte Alkohol und zwar viel. Immerhin konnte sie eh nicht betrunken werden. Aber der Geschmack war gut und die dunkle Partyszene war ablenkend genug.
      Der Club war versteckt, aber nicht genug um sich der gänzliche Szene zu entziehen. Ilya streifte sich eine lästige Haarsträhne aus dem Gesicht bevor sie ihn betrat und gleich von mehreren Augen angeguckt wurde. Zwei Vampire, welche schon so aussahen als würden sie gleich die vier Frauen in die nächste Ecke ziehen und vernaschen. Fünf Werwölfe. Sechs? Meine Güte, musste sie nicht schon bald genug Tiergestank aushalten?


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    • Gab es irgendwas besseres, als faul in der Morgensonne zu dösen? Wahrscheinlich nicht. Und dieser Tage bekam Cal nur selten die Gelegenheit dazu, das auch zu tun, also genoss er jede einzelne Sekunde davon. Genauso wie er es genossen hatte, einfach mal durch das Naturschutzgebiet zu rennen, das seinem Rudel gehörte. Naja, offiziell gehörte es der Stadt, aber die bekam ja auch genug Geld vom Rudel in den Rachen gestopft, um keine Fragen zu stellen. Anstatt also zu Abend zu essen hatte sich Cal die Klamotten vom Leib gerissen und das Monster in seinem Inneren zu Tage gefördert. Mit dabei sein kleineres Rudel aus Streunern, die den Auslauf auch genossen hatten, und seine Cousins Silas und Robin. Er war sich immer noch nicht sicher, ob sein Onkel die Zwillinge abgestellt hatte, um von ihm zu lernen oder ihm den Rücken zu decken. Eigentlich war das ja auch egal, solange sie ihm nicht in die Quere kamen. Waren sie auch nicht. Stattdessen hatten die drei sich ein Wettrennen geliefert, bis Cal den Duft eines Hirsches aufgefangen hatte. Wer brauchte schon Abendessen, wenn man auch einfach ein bisschen jagen gehen konnte?
      Jetzt lag er, zusammen mit etwa zehn Hunden und den Zwillingen, im Gras und ließ sich den pelzigen Bauch von der Sonne wärmen. Der Himmel auf Erden.
      "Kein Wunder, dass du nicht auf Anrufe reagierst," beschwerte sich eine vertraute, tiefe Stimme.
      Cal rollte mit den Augen, ließ sich aber nicht weiter beirren. Ein paar Sekunden konnte er bestimmt noch genießen.
      "Dir ist bewusst, dass wir ein Treffen der Ältesten haben? In zwanzig Minuten?" erinnerte ihn sein Onkel.
      Neben ihm regten sich die Zwillinge. Sie hörten noch ganz brav auf ihren Onkel, auch wenn Silas hier und da ein bisschen aufmüpfig wurde. Mit Mitte Zwanzig war er ein Spätzünder.
      Ein T-Shirt und ein paar Jeans landeten in Cals Gesicht. Er schnaufte, dann rollte er sich auf die Seite. Die Klamotten fielen vor ihm ins Gras.
      "Hopp hopp. Du musst noch duschen. Du stinkst nach Hirsch."
      Cal stand auf und streckte sich ausgiebig, bevor er seine Knochen wieder in menschliche Formen zwang. Die Zwillinge taten es ihm gleich.
      "Ich dachte, du händelst die Treffen?" beschwerte sich Cal als er in seine Hosen schlüpfte.
      "Ich hab gesagt, ich leite sie. Und du hast versprochen, da zu sein," schoss sein Onkel zurück, der seiner Tochter die Haare hoch hielt, damit sie in ihr Hemd schlüpfen konnte.
      Cal brummte. Er erinnerte sich daran, wie er das Versprechen gegeben hatte - und verfluchte sein Vergangenheits-Ich dafür.
      "Frühstück?" fragte er hoffnungsvoll.
      Sein Onkel warf ihm einen Proteinriegel zu.
      "Uh! Mit Waldbeeren!"

      Die Sitzung des Ältestenrates war wie immer furchtbar langweilig. Aber auch informativ. Das Rudel war stark, das wusste jeder. Und auch wenn sich immer mal wieder ein paar Stimmen beschwerten, niemand konnte behaupten dass Cals Strategie, Streuner aufzunehmen, eine schlechte war. Seit ein paar Jahren schon bot sein Rudel, sein Territorium, Platz für alle, die gerade kein eigenes Rudel hatten. Normalerweise musste man sich selbst der Gnade eines Rudels ausliefern und darauf hoffen, dass man aufgenommen wurde. Aber wenn man sein Rudel verloren hatte oder rausgeworfen wurde, hatte man nicht immer die Möglichkeit dazu. Die wenigsten wollten alte Wölfe aufnehmen oder junge, die vielleicht ein bisschen rauer spielten oder sich nicht leicht unterwarfen. Aber Cal handhabte das anders: jeder durfte auf seinem Land bleiben, solange man sich an die Regeln hielt und sein eigenes Gewicht stemmte. Cal erwartete von den Streunern, dass sie aushalfen, wo auch immer gerade Not am Mann war. Im Gegenzug durften die Wölfe bleiben, so lange sie eben brauchten, ohne sich dem Rudel anzuschließen. Sollten sie den Wunsch haben, sich seinem Rudel anzuschließen, dann stimmte der Rat darüber ab, nachdem alle Beiträge in Betracht gezogen wurden. Das System funktionierte. Das Problem: das Rudel wuchs schneller als normal war. Mittlerweile hatte sich Cals Taktik herumgesprochen und einige Streuner kamen extra zu ihnen. Und manche kamen auch, um die Situation auszunutzen. Cal war schwer damit beschäftigt, die Arschlöcher rauszuwerfen, die besser als Wanderer umherstreifen sollten.
      Ihnen ging also der Platz aus. Das hieß, sie mussten ihr Territorium erweitern. Und das hieß Verhandlungen mit den Vampiren führen. Cal würde lieber noch zehn Stunden im Rat festsitzen, als sich mit den Porzellanpüppchen herumschlagen zu müssen.
      "Du gehst," informierte ihn sein Onkel nachdem das Treffen vorbei war.
      "Was?!"
      "Du. Gehst."
      "Um mit den Vampiren zu plaudern? Das ist Diplomatie, Politik! Ich mach keine Politik!"
      "Du musst es lernen, Cal. Ob du willst oder nicht."
      Cal sprang von seinem Stuhl auf und marschierte im Büro seines Onkels auf und ab.
      "Entspann dich, Junge. Sie schicken nur einen und wir machen das auf unserem Boden," versuchte sein Onkel ihn zu beschwichtigen.
      "Dem haben sie zugestimmt?"
      Das machte keinen Sinn. Vampire begaben sich nicht gern in die Höhle des Wolfes. Erst recht nicht allein.
      Sein Onkel zuckte bloß mit den Schultern.
      "Sie wollen wohl auch was von uns, das spielt ihnen in die Karten. Aber gerade weil sie uns diese Zugeständnisse machen solltest du dich benehmen. Zieh was ordentliches an. Sorg dafür, dass du ihren ach so tollen Nasen nur marginal auf die Füße trittst."
      Onkel und Neffe lachten beide auf. Es war unmöglich einem Vampir nicht auf die Füße zu treten. Die fanden doch immer was zum Meckern. Erst recht, wenn sie einem Wolf begegneten. Cal hatte nicht selten das Bedürfnis, ihnen in ihre Designerschuhe zu kacken.
      "Sei nett, hör dir ihr Angebot an, mach dein eigenes, dann 'reich das weiter an deine Leute, ums zu besprechen'. Mehr musst du nicht machen."
      Cal seufzte und ließ sich wieder in den Stuhl fallen.
      "Wehe das geht schief. Dann beiß ich dir in die Ferse."

      Das Treffen war erst für die nächste Nacht angesetzt, also ließ sich Cal von seinen Cousins beschwatzen, mit ihnen in einen Club zu gehen. Er selbst war weniger für Clubs zu haben, aber hin und wieder ging er dann doch. Außerdem hatte er das Gefühl, auf die Zwillinge aufpassen zu müssen. Normalerweise machte deren älterer Bruder Flint das, aber der war damit beschäftigt, Vater zu werden. Der Welpe war noch gute drei Monate entfernt, aber Flint lief jetzt schon die Wände hoch und baute ein Nest nach dem anderen für seine Frau.
      Der keinen Delegation schlossen sich noch drei Jungwölfe an, alle in der ersten Hälfte ihrer Zwanziger. Vielleicht war es doch gut, dass er mitgekommen war. Eine Gruppe Wölfe in dem Alter konnte auf mehr als nur eine Art über die Stränge schlagen.
      "Ich hol Drinks!" verkündete Robin und schob sich gleich durch die Menge in Richtung Bar.
      "Brauchen wir einen Tisch?" fragte einer der anderen Jungwölfe, Aster.
      "So alt bin ich nicht, Pappnase," gab Cal zurück. "Macht, was ihr wollt, ich bin nicht euer Vater."
      Die Jungwölfe grinsten und verteilten sich auf der Tanzfläche.
      "Technisch gesehen bist du mehr als unser Vater," erinnerte Silas ihn.
      "Klappe halten, Fellkragen."
      Robin kam zurück und reichte erst ihrem Bruder, dann Cal einen Drink und jeweils ein Shotglas. Sie zählten gemeinsam runter, dann warfen sie die Köpfe in den Nacken und leerten die Shots. Sie feierten das Brennen mit lautem Geheule. Die Vampire waren ein Problem für morgen, beschloss Cal. Heute Nacht würde er sich gehen lassen.


    • Iliya

      Als sie die felligen Kinder beobachtete verspürte Ilya etwas, was sie so niemals zugeben würde. Kein Unbehagen. Kein Ekel. Einfach nur Neid. Denn während sie einen Whiskey nach dem anderen nur für den momentären Rausch herunterschluckte, konnten die Jungspunde sich vermutlich mit einer halben Flasche Vodka die Kante geben.
      Schön wäre es gewesen. Aber so war das eben, wenn man mehr Alkohol als Wasser vertrug und mehr Blut als Wein trank.
      "Doppelter." seufzte sie an der Bar und beobachtete die übermäßigen Werwölfe. War denen eigentlich bewusst, dass sie die Menschen hier alle entzwei reißen könnten wenn sie nicht aufpassten? Ilya ließ ihren Blick noch ein klein wenig weiter schweifen bis sie jemand Älteren entdeckte. Narben im Gesicht. Da klingelte doch was...
      Bevor sie sich weiter Gedanken machen konnte tauchte ein bekanntes Glas vor ihrem Gesicht auf und Ilya nickte nahezu dankbar. Nicht ganz. Schließlich war das Ganze mehr Geldverschwenderei als alles andere.
      Trotzdem. Immerhin. Wie auch so. Es gab wenig aus ihren Reihen in Ilyas Alter. Um genau zu sein drei. Und die drei waren ihr so unterlegen, dass sie sich noch nicht mal trauten in Ilyas Gegenwart ihren Mund aufzumachen. So war es vermutlich Freunde zu haben. Witzige Dinge zu unternehmen.
      Einmal hatte sie versucht sich unter Menschen zu mischen. Perücke. Kontaktlinsten. Sie war am Essen gescheitert. Hatte damals nicht gewusst, dass sie darauf anders reagierte als normale Vampire. Aber naja. Auch das passierte.
      "Eine Runde für die Jungspunde da." seufzte sie schließlich und zückte ihre Karte. Vielleicht war das ihre gute Tat für heute. Dafür, dass sie definitiv noch bei der Blutbank vorbeisehen würde.


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    • Robin und Silas verabschiedeten sich relativ schnell nach dem ersten Shot und mischten sich, wie die anderen auch, unter die Leute im Club. Drei Drinks festzuhalten war dann doch ein bisschen viel, also suchte sich Cal einen Tisch, auf den er zumindest mal die Gläser abstellen konnte.
      Ihm stellten sich die Nackenhaare auf, als er etwas in seinem Augenwinkel bemerkte. So war das, wenn man ein Jäger war: man hatte einen Sinn dafür, wenn andere Jäger in der Nähe waren. Und dieser spezielle Jäger hatte keine Möglichkeit, sich zu verstecken und auf die Beute zu warten. Cal musste sich nicht großartig umsehen, um sie zu finden; mit ihren weißen Haaren leuchtete sie geradezu in der Beleuchtung des Clubs. Ilya Crowley, oder wie er sie gern nannte: Die Eisprinzessin. Sie war die jüngste Vampirin der Stadt, vielleicht sogar im ganzen Staat, so genau wusste Cal das nicht. Interessierte ihn auch nicht. Er wusste nur, dass sie so ziemlich sein Gegenstück war: Erbin des gesamten Apparates der die Hälfte der Stadt kontrollierte.
      Cal nippte an seinem Drink, ohne die Augen von ihr zu lassen. Sie hing da wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Naja, nicht wirklich. Sie musste ja ein perfektes Top Model sein. Aber der Vibe war da. Würde er sich für sie interessieren, würde er vielleicht fragen, was los war. Nur war das nicht sein Problem, also riss er seine Aufmerksamkeit von ihr los und zählte schnell seine Jungwölfe durch. Nur, um auf Nummer sicher zu gehen.
      Eins, zwei, drei.... und die Zwillinge da drüben. Alle da, alle hatten Spaß. Gut.
      Cal sah zurück zu der Vampirin, die gerade sechs Drinks serviert bekam. Wow. Der Haussegen hing wohl mächtig schief bei der.


    • Ilya

      Er hatte sie wohl auch gesehen. Der Wolf den sie noch nicht ganz einordnen konnte. Hohes Tier. Sehr hoch. Aber wie hoch?
      Ach heute war es auch alles egal. Nicht, wenn die Nacht sich anfühlte wie ein Fluch und wenn der nächste Tag noch viel schlimmer werden würde. Ohne zu zögern drückte sie das Tablett der nächsten Kellnerin in die Hände und deutete zu den jungen Wölfen die eindeutig nur Party im Kopf hatten.
      Schön wäre es. Einfach mal loslassen zu können. Wenn Sie das tun würde, würde vermutlich kein Mensch hier unbeschadet rauskommen. Und sie auch nicht.
      Wenn Sie nicht gerade sowieso schon die Hälfte der Blicke auf sich gezogen hätte, dann würde sie jetzt am liebsten einfach ihren Kopf auf die Theke legen und versuchen alles durch die dröhnende Musik auszublenden.
      Aber Vampire gönnen nichts. Weder anderen Menschen, noch Wölfen, noch anderen Vampiren.
      "Hau ab." knurrte sie nur als einer der jüngeren Vampire sich zu ihr begab. 100 vielleicht? 150? Alt genug um zu wissen wen er da vor sich hatte. Wanderer vermutlich, den sie kannte sein Gesicht nicht. Und er anscheinend ihres auch nicht.
      Ilya's Hand zuckte schon ein bisschen. Ungerne würde sie hier ein Blutbad verrichten. Aber auch Vampire die nicht zu ihrem Clan gehörten müssten wohl wissen, wie die Rangordnung war.


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    • Sekunde mal, warum kamen diese Drinks jetzt rüber zu ihm?!
      "Von der Dame an der Theke," piepste die Kellnerin mit ihrem halb-aufgesetzten Lächeln.
      "Lassen Sie das Tablett da, dann bringen wir nachher die Gläser selbst zurück," meinte Cal, ohne den Blick von der Vampirin abzulassen, die gerade jemand anderem einen heftigen Korb gab.
      Cal konzentrierte sich, nahm eine Nase. Schweiß, Drogen, Alkohol... der Typ war auch ein Vampir. Hm.
      Die Kellnerin verkroch sich wieder und Cal warf einen Blick auf die servierten Drinks. Er konnte nichts darin riechen, was nicht hineingehörte. Er nippte an einem Glas. Scheiße, das war der teure Kram! Nicht der von ganz oben im Regal, aber durchaus besser als Studentengesöff. Er kippte den Rest des Glases runter und suchte den Blick seiner Cousine. Er nickte zu den Gläsern, hob die Augenbrauen. Sie verstand und nickte. Robin war jetzt zuständig für die Drinks, er würde sich verkrümeln.
      Und genau das tat er auch. Mit seinem leeren Glas bewaffnet machte sich Cal auf den Weg zur Bar, wo er sich ganz unzeremoniell auf den Hocker neben der Vampirin fallen ließ. Er erregte die Aufmerksamkeit der Barkeeperin und bestellte noch zwei Gläser von dem, was auch immer die Vampirin ihm da spendiert hatte.
      "Verrätst du mir, warum die legendäre Ilya Crowley einer Gruppe Jungwölfe teure Drinks ausgibt?" fragte er, während er an seinem Glas herumspielte.
      Er drehte es zwischen seinen rauen Fingern hin und her, beobachtete, wie sich das Licht der Bar darin brach. Er sah Ilya nicht an, um so tun zu können, als redeten sie nicht miteinander. In einer vollen Bar im neutralen Gürtel der Stadt konnte es schonmal passieren, dass Vampire und Werwölfe nebeneinander saßen, kein großes Ding. Zumindest versuchte Cal es so darzustellen. Man, dieses Politik-Ding war echt kompliziert!


    • Ilya

      Nachdem sie mehr oder weniger den Vampir los geworden war ohne ihm den Kopf abzureißen, hatte sie eigentlich vor gehabt einfach zu existieren und zu entspannen.
      Der werte Herr der die Drinks entgegen genommen hatte, hatte aber anscheinend andere Ideen, denn er kam mit seinem nach Wolf und Wald riechenden Körper immer näher. Bis er letztendlich neben ihr saß.
      “Teuer?” Sie tat es ihm gleich und sah weiter nach vorn, auch wenn sie das Glas, das er bestellte mit einem nicken entgegennahm.
      “Sie sehen aus als hätten sie Spaß.” Das war keine Begründung. Zumindest keine normale und keine gute, aber es war trotzdem der Grund.
      “Bei euch funktioniert der Alkohol immerhin.” Ilya unterdrückte ein bitteres Lächeln, welches nur ihre Fangzähne gezeigt hätte. Stattdessen sah sie kurz zu den jungen Wölfen, welche anscheinend mochten was sie ihnen spendiert hatte. Immerhin.
      “Hoffe es war kein Problem, dass ich das gemacht hab?” Wirklich. Sie konnte ihn nicht mal ansehen, nicht mal eine normale Konversation führen. Zumindest nicht, solange noch andere Vampire anwesend waren. Auch sie hatte einen Ruf zu wahren, auch wenn der ab morgen vermutlich sowieso im Arsch war. Verkauft. Verraten. Vielleicht sogar tot.
      Mann. Was würde sie dafür geben was zu finden was ihre Sinne so abtötete wie Alkohol beim Rest der Menschheit und Wolfheit.


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    • "Hoffe es war kein Problem, dass ich das gemacht hab?"
      Wenn Cal es nicht besser gewusst hätte, hätte er behauptet, die Eisprinzessin war unsicher.
      "Ein Problem nicht. Es wundert mich nur. In deiner Position muss man Wölfe doch eigentlich aus Prinzip schon hassen, oder? Sekunde. Was meinst du mit 'bei euch funktioniert Alkohol immerhin'? Ich hab noch nie einen Vampir ohne zumindest Wein in der Hand gesehen. Warum trinkt ihr den Kram denn, wenn der gar nichts bringt?"
      Das war eine Notiz, die sich Cal vielleicht wirklich mal machen sollte: kein Wetttrinken mit Vampiren, da verliert man bloß.
      Als ihm der zweite Drink serviert wurde, schnappte Cal sich das Glas und wandte sich um, um auch weiterhin ein Auge auf seine Wölfe haben zu können. Die hatten sich in einem kleinen Kreis um den Tisch mit ihren Drinks versammelt und kippten sich gerade ordentlich Geld hinter die Binde als sei es ein Shot. Wieder hallte Geheule durch den Club. Die Truppe hatte tatsächlich Spaß. Wahrscheinlich nur, weil sie mal einen draufmachen konnten, ohne dass sie jemand regelmäßig daran erinnerte, dass sie vorsichtig sein sollten. Cal spielte nicht oft Babysitter, aber er war definitiv der beliebteste im ganzen Rudel. Kaum zu glauben, dass er nur ein paar Jahre älter war als der Rest der Gruppe.
      Silas, aufmerksamer, cleverer Silas, erkannte die Frau, die neben Cal saß. Er hob die Augenbrauen, nickte zu ihr rüber. Cal schüttelte leicht den Kopf, nippte an seinem Drink. Silas runzelte die Stirn, nahm seinen Rudelführer aber beim unausgesprochenen Wort. Alles, was Cal von ihm brauchte war, dass er und seine Schwester ein genaueres Auge auf die Jungwölfe hatten, damit er sich auf die Eisprinzessin konzentrieren konnte.


    • Ilya

      “Um dekadent zu wirken. Weil man es sich leisten kann. Oder vielleicht um zu zeigen dass Vladimir einen Wein von 1470 noch im Keller hat, der sowieso nach Schuhsohle schmeckt.” Ilya versuchte schon gar nicht erst ihre Worte zu verschönern oder gar irgendwelche Lügen zu erzählen. Und ein wirkliches Geheimnis war es unter ihren Leuten auch nicht.
      Alkohol, Getränke, Essen, Vampire konnten es schon schmecken. Es hatte nur keinen Mehwert. Während manche Vampire deshalb auf menschliche Kost grundsätzlich verzichteten, waren die meisten der Meinung, dass es etwas mit ‘Genuss und Wohlstand’ zu tun hatte, Geld für etwas auszugeben, das man nicht brauchte. Und vielleicht Gewohnheit. Schließlich waren viele Vampire unrein oder geschaffen und konnten sich sehr wohl zu einem gewissen Grad von menschlichem Essen ernähren. Nur Ilya eben nicht. Was ein Pech aber auch. Wieder einmal.

      “Ich persönlich glaube, dass die Farbe von rotem Wein an Blut erinnert und das Trinken uns allgemein besser liegt als das Essen.” Während sie also weiter ihren nutzlosen Alkohol verzehrte und jungen Wölfen beim Feiern zu sah, dachte die Vampirin gar nicht darüber nach zu fragen, wen sie da eigentlich neben sich sitzen hatte. Würde wohl nicht so viel unterschied machen, solang sich alle zivil verhielten und keiner zu Schaden kam. Zumindest solange sich alle brav verhielten.


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    • "Das heißt, ihr trinkt aus Dekorationsgründen? Pfff. Und deine Leute halten uns für chaotisch."
      Mit einem Kopfschütteln leerte Cal sein Glas. Er bestellte sich keinen weiteren Drink; stattdessen orderte er sich ein Bier. Technisch gesehen war er immer noch der Erwachsene hier, daher sollte er nicht zu tief ins Glas tauchen, wenn es sich vermeiden ließ.
      "Alkohol macht bei euch also so gar nichts? Nicht mal, wenn ihr das Blut von jemandem trinkt, der hacke dicht ist?"
      Cal hatte eigentlich gar keine Ahnung, wie genau sich Vampire ernährten. Er wusste, dass sie Blut tranken, das war aber auch schon alles. Er hatte Vampire schon essen und trinken gesehen, aber brachte das wirklich was? Wenn Alkohol schon nicht anschlug...
      "Fairer Weise sollte ich wohl erwähnen, dass es einiges braucht, um einen Wolf zum Schwanken zu bringen. Wir lassen eine Menge Geld in Läden wie dem hier, wenn wir wirklich feiern gehen."
      Weswegen das Rudel mehr als eine Hand voll eigener Kneipen, Bars, und sogar Clubs auf dem eigenen Land hatte. Brachte Geld von den Touristen und der normalen Laufkundschaft ein, sorgte aber auch dafür, dass das Geld des Rudels nicht zu sehr verloren ging. Eine hervorragende Taktik, wenn man es mit rebellischen Jungwölfen zu tun hatte. Trips in den neutralen Gürtel musste man sich erst verdienen.
      "Andere Frage, ich bin einfach zu neugierig: Was macht die Prinzessin der Vampire allein in einem Club in der neutralen Zone? Ich dachte, man muss auf dich aufpassen wie eins von diesen russischen Glitzer-Eiern? Nichts für ungut."


    • Ilya

      "Alkohol macht bei euch also so gar nichts? Nicht mal, wenn ihr das Blut von jemandem trinkt, der hacke dicht ist?" Das war eigentlich eine gute Frage. Eine sehr gute Frage sogar. Ilya trank nichts direkt vom Mensch. Das hatte sie nie nötig gehabt und dementsprechend auch nie den Drang entwickelt. Blutkonserven waren die Regel. Frisch, ja, aber eben steril. Und dann konnte sie sich aussuchen welche Blutgruppe. Aber jetzt...hmmm. Naja, in den Genuss würde sie vielleicht später mal kommen.
      Anstatt darauf zu antworten hörte sie ihm weiter zu. Er schien genau zu wissen, wie er sich in dieser Situation verhalten sollte. Immerhin einer mit Anstand, nicht so wie der Vampir von vorhin.
      Ilya strich die lästige Strähne ihres wilden weißen Haares zurück und lehnte sich gegen die Bartheke.
      "Andere Frage, ich bin einfach zu neugierig: Was macht die Prinzessin der Vampire allein in einem Club in der neutralen Zone? Ich dachte, man muss auf dich aufpassen wie eins von diesen russischen Glitzer-Eiern? Nichts für ungut."
      Das entlockte ihr tatsächlich ein amüsiertes Lächeln. Russische Glitzer-Eier. Nicht schlecht der Vergleich. Vermutlich passend dazu.
      "Bin abgehauen. Sie können mich eh nicht aufhalten, selbst wenn sie es wollten. Irgendwo in der Nähe sind sicherlich meine Aufpasser. Sie verstecken sich nur gut, weil ich ihnen sonst in den Hintern trete." Das war die reine Wahrheit. Sie ging nirgendwo ohne Begleitung hin. Nur in den wenigen Jahren ihres Daseins hatten die Herren gemerkt, dass Ilya nicht gerne bemerkte, wenn jemand ihr folgte. Zumindest nicht so offensichtlich.
      "Aber deine Hundenase sollte sie vermutlich schon längst entdeckt haben oder?"


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    • "Wolf," knurrte Cal zurück.
      Warum waren immer alle versessen darauf, Wölfe mit Hunden zu vergleichen?! Es lagen tausende Jahre Evolution zwischen beiden und dann noch mal ein ganzer Haufen komplizierter Biologie und Magie zwischen Wölfen und Werwölfen!
      Cal biss sich auf die Zunge. Das war keine Diskussion, die man mit einem Vampir gewinnen konnte - die machten das meistens sogar mit Absicht. Cal wusste nicht einmal genau, warum ihn spezifisch diese Kommentare so trafen. Er mochte Hunde! Er sammelte Straßenhunde!
      Um sich abzulenken, nahm er noch eine Nase vom Club. Vorhin hatte er jeden Vampir als 'einfach nur da' abgestempelt, weil er sich auf Ilya konzentriert hatte. Jetzt zählte er durch und... ah ja, da waren sie. Zwei Vampire, ein bisschen älter als der Rest hier. Nicht viel, aber genug, um seiner Nase aufzufallen. Cal ließ den Blick schweifen. Wenn man wusste, wonach man suchen musste - und eine Nase hatte, die einem den Weg zeigte - dann waren diese Aufpasser gar nicht so gut versteckt.
      "Willst du wissen, wo sie sind?" fragte Cal und nippte an seinem Bier.
      Wenn die Eisprinzessin, das wohlgehegte Küken der Vampire, wegrannte, dann wollte Cal wissen warum. Sowas zu wissen, war immer gut; das könnten sie nutzen für... was auch immer man solche Informationen nutzte. Sein Onkel würde sicherlich was damit anzufangen wissen, wenn Cal ihm die Info brachte.
      Also entschloss er sich, sogar noch einen draufzulegen.
      "Willst du sie wirklich loswerden?"


    • Ilya,

      "Wolf, ja 'tschuldige." Ihre Stimme bot ihm keine Entschuldigung. Mehr als würde sie das nur sagen, weil es ihr zum ersten Mal aufgefallen war was sie da sagte. "Gewohnheitssache." schob sie hinterher, während sie ihn aus dem Augenwinkel beobachtete. Ah, er hatte sie also entdeckt. Damit war er ihr schon mal einen ganzen Schritt voraus.
      "Wissen? Nee dann muss ich immer so tun, als würde ich da nicht hingucken." Ilya zuckte mit den Schultern und wollte sich schon noch einen neuen Drink bestellen, als er ihr quasi den Schlüssel zur Box der Pandora unter die Nase legte.

      "Willst du sie wirklich loswerden?"
      Oho. Ilya's gesamtes Gesicht wandte sich ihm zu, die Mimik etwas zwischen Fassungslosigkeit und unverhohlener Freude. Die Gelegenheit hatte sich ihr noch nie geboten. Die junge Vampirin war sich ihrer eigenen Gebrechlichkeit bewusst. Selbst wenn sie es drauf anlegte konnte sie maximal genauso schnell rennen wie ihre älteren Begleiter. Und die waren wesentlich besser darin, sie einfach ruhig zu stellen. Wie auch immer sie das anstellten. Ilya hatte es oft genug versucht und es schließlich, kläglich scheiternd, aufgegeben.
      Der Mann neben ihr allerdings war kein Vampir. Auch kein Mensch. Sondern ein Wolf. Und Wölfe waren stärker als Vampire. Schneller auch, wenn es um das reine Laufen ging.
      "Das kannst du?" fragte sie, nahezu spitzbübisch als sie ihn zum ersten Mal richtig ansah. Hübsch war er allemal. Die Narben taten ihm nichts. Waren mehr interessant als abschreckend.
      "Wenn du das schaffst gebe ich deinen Kindern eine von den guten Flaschen aus."


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    • Cal verschluckte sich an seinem Bier und spuckte es beinahe über den Tresen wieder aus. Schnell schluckte er, dann hustete er den Rest, der sich in seine Lungen verirrt hatte, wieder raus, während er sich auf die Brust klopfte.
      "Kinder?!" krächzte er. "Nein nein nein nein nein. Ich bin bloß der Babysitter! Die gehören alle jemand anderem."
      Technisch gesehen gehörten sie durchaus zu Cal, aber das war Haarspalterei.
      Er spülte den Rest seines Hustenanfalls mit dem Rest seines Bieres hinunter, dann beorderte er den Barkeeper zu sich.
      "Euer bestes Bier, die ganze Nacht, für den Tisch da hinten," bestellte er und deutete auf den Tisch, an dem Silas ganz brav Wache stand.
      Der Jungwolf starrte Cal fragend an, was der nur mit einem Lächeln und einem Kopfschütteln beantwortete.
      "Die Lady hier zahlt dafür," beendete er seine Bestellung.
      Er stand auf und rollte mit den Schultern. Das hier würde zwar nicht in Gewalt umschlagen, wenn er alles richtig machte, aber man wusste ja nie. Er zückte sein Smartphone und rief Dusty an. Dusty war einer der Streuner, die Cal über die Jahre angesammelt hatte. Er war nach einem Machtwechsel in einem anderen, kleineren Rudel, rausgeworfen worden, wollte aber nicht als Wanderer leben. Er hatte Zuflucht bei Cal gefunden und bemühte sich, in sein Rudel aufgenommen zu werden. Aktuell war er das noch nicht, daher lebte er in der neutralen Zone. Man wusste nie, wann man mal einen treuen Wolf brauchte, der außerhalb der Linien agieren konnte. So wie heute Nacht.
      "Dusty, hey. Ich brauch deine Wohnung."
      "Will ich wissen, wofür?"
      "Jup. Aber ich werd's dir nicht verraten."
      "Tu mir den Gefallen und wechsel wenigstens die Bettlaken, bevor du gehst."
      "Ja ja. Wenn du sonst nichts vorhast, beweg deinen Hintern ins Borderland, ich hab hier fünf Jungwölfe, die einen Erwachsenen brauchen."
      "Darf ich dafür die Morgenpatrouille skippen?"
      "Von mir aus. Aber du machst den Nachmittag."
      "Yessir! Bin in zwanzig Minuten da."
      Cal legte auf und ließ sein Smartphone wieder in seiner Hosentasche verschwinden.
      "Geh auf's Klo, puder deine Nase oder sowas. In zwei Minuten verschwindest du durch den Mitarbeitereingang," informierte er die Eisprinzessin.
      Dann ging er, als sei das Gespräch, das sie geführt hatten, einfach vorbei. Als sei das alles nicht mehr als ein angespannter Austausch zwischen rivalisierenden Gruppen gewesen. Alles so wie immer, kein Grund für irgendwelche Aufpasser, genauer hinzusehen.
      Cal kehrte an den Tisch mit Silas zurück.
      "Trommel die anderen zusammen, ich brauche ein Ablenkungsmanöver."
      "Was hast du vor? Das ist doch-"
      "Ich weiß, wer das ist, und sie will hier raus, ohne dass ihr ihre Aufpasser folgen."
      Er musste Silas nicht erklären, was das für eine Gelegenheit für das Rudel war. Sein Vater war derjenige, der die Politik hier machte. Und er erzog seine Kinder auf eine Weise, die ihnen die gleichen Fähigkeiten gab. Silas wusste ganz genau, dass das hier ein goldenes Ticket war.
      Der Jungwolf nickte und suchte den Blick seiner Schwester auf der Tanzfläche. Ein kurzes Nicken und Robin zog die anderen drei mit sich zurück zum Tisch. Sie bedienten sich an ihren Drinks, bekam die erste Runde teures Bier serviert. Alles wirkte ganz normal. Nur ein paar Wölfe, die feierten.
      "Sitzplatz, drei Tische von der Bar entfernt, links," meinte Cal und nippte an einem fruchtig aussehenden Cocktail, den sich Silas vor einer Weile bestellt hatte. "Und neben der Säule rechts am Eingang. Lenkt sie für ein paar Minuten ab. Nichts großes, die kratzen an der zweihundert. Geht ihnen einfach nur auf den Sack, ich weiß, dass ihr das gut könnt. Macht ihr ja oft genug mit mir."
      Die Gruppe kicherte.
      "Los jetzt."
      Die Jungwölfe verteilten sich, als wollten sie nach ihrem Drink einfach weiter feiern. Aber Cal wusste, was sie da taten. Sie umkreisten ihre Beute, pirschten sich voran. Sie nutzten ihre Instinkte als Jäger. Cal spürte eine Welle des Stolzes, als er sie so beobachtete.
      "Dusty übernimmt für mich, er ist in zwanzig Minuten hier. Bis dahin bist du Chef," informierte er Robin, dann setzte er sich selbst auch ab, verschmolz mit der Menge.
      Er suchte sich seinen Weg über die Tanzfläche, um ungewollte Blicke abzuschütteln. Und just als seine Jungwölfe die Aufmerksamkeit der Aufpasser auf sich zogen, verschwand er in Richtung Mitarbeiterbereich. Er verließ den Club ebenfalls durch die Hintertür, wie er es Ilya gesagt hatte.


    • Ilya schmunzelte ein wenig, was auf ihrem Porzellangesicht wirklich gar nichts zu suchen hatte. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass der werte Herr so allergisch darauf reagierte, dass sie die jungen Wölfe als seine Kinder bezeichnete.
      Dabei waren sie es ja so oder so ein wenig. Auch wenn Ilya wenig über Werwölfe wusste, so war sie doch in einer Gesellschaft aufgewachsen die sich durch Rangfolge definierte. Und er war eindeutig der Chef hier.
      Das bewies er auch gleich nochmal, als er ihr Angebot wortlos annahm und sein Smartphone zückte. Während er anscheinend seine Truppe in die richtigen Bahnen wies hinterlegte sie eine ihrer Kreditkarten bei der Bar und nickte zum Tisch.
      "Geh auf's Klo, puder deine Nase oder sowas. In zwei Minuten verschwindest du durch den Mitarbeitereingang," sagte er, woraufhin er schon direkt verschwand. Wusste er denn nicht, dass Vampire keine Toilette benutzten? Und diese dementsprechend auch nicht brauchten? Na gut, ein bisschen Make-Up nachlegen würde wohl nicht auffallen. Ilya bewegte sich elegant durch die Menge, in die Richtung, die er meinte. Nicht schlecht. Er war mächtig genug um die Wölfe und die Vampire in Trab zu halten. Das konnte ja was werden. Aber anstatt Angst zu haben spürte Ilya nur Aufregung. Mehr Aufregung als sie je verspürt hatte, denn ihr kaltes Blut pochte unter ihren Adern und ihre Reiszähne fühlten sich selten so spitz an.
      Der Rest war einfach. Die Blicke, die sie sonst auf ihrem Rücken verspürte, waren mit einem Mal weg und im selben Moment war sie auch schon raus aus der stickigen Bar, rein in den Mitarbeitereingang. Ein paar vereinzelt verwirrte Menschen schienen irritiert von ihr zu sein, doch Ilya ließ sich nicht beirren. Stattdessen war sie schnell weiter, schnell dem Wolf, der ihr das hier ermöglicht hatte auf den Fersen.
      Und dann waren sie draußen. Endlich. Frische Luft. Nicht so abgestanden.
      Sie hätte gerne eine Nase mehr genommen, bis sie einen sehr vertrauten metallischen Geruch wahrnahm. Oh? Hielt sich da wohl jemand nicht an die Regeln? Ilya konnte schon förmlich riechen wer es war, ohne dass sie ihn sehen musste. Da hatte wohl jemand seinen Korb nicht so gut vertragen.


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪

    • Cal stolperte geradezu in Ilya hinein, die einfach direkt hinter der Tür stehen geblieben war. Es grenzte an ein Wunder, dass er sie nicht mit der Tür erwischt hatte.
      "Hey!"
      Er tanzte im letzten Augenblick um sie herum, verwirrt darüber, dass sie jetzt die Salzsäule gab. Hatte sie nicht eben noch die Flucht ergreifen wollen? Nachdem sie schon die Flucht ergriffen hatte? Versteh einer die Blutsauger...
      "Wir haben ungefähr zwei Minuten, um von hier zu verschwinden, also sollten wir uns auf die Socken machen," meinte er und fischte die Schlüssel zu seinem Wagen aus seiner Hosentasche.
      Ilya rührte sich immer noch nicht. Cal stellten sich die Nackenhaare auf und er sah die Gasse hinab. Den hatte er doch schonmal gesehen? Der Typ, dem die Eisprinzessin einen Korb gegeben hatte. Na toll. So viel zum stillen Abgang.
      Cal seufzte und wandte sich Ilya zu.
      "Das ist deiner. Regel das schnell, wenn du weg willst."
      Er würde den Teufel tun und sich in der neutralen Zone mit einem Vampir anlegen, wenn die Chefin - naja, fast-Chefin - direkt neben ihm stand. In der neutralen Zone durfte er zwar, theoretisch, Vampiren den Arsch aufreißen, ohne zu viele Konsequenzen erwarten zu müssen, aber man musste es ja nicht drauf anlegen.
      Cal lehnte sich gegen die Wand neben der Tür und spielte mit seinen Autoschlüsseln. Das hier war nicht sein Bier.


    • Ilya's Hand zuckte. Der Vampir gehörte nicht zu ihrem Clan, nicht zu ihrem Rat und stand daher auch nicht unter ihrer Befugnis. Sie könnte ihn in seine Schranken weisen. Auch wenn er um einige Jahre älter war, so konnte sich kein normaler Vampir ihr gegenüber behaupten wenn es um reine Hypnosetechniken ging. Ein Blick, ein Befehl würde genügen. Dann müsste sie sich aber auch um das Aufräumen kümmern.
      Sie könnte es aber auch einfach lassen. Das Gebiet war neutral. Niemand musste hier Verantwortung für die seinesgleichen übernehmen. Und auf die Gefahr hin, dass sie hier nicht wie geplant weg kam und die Mühen des Wolfes um sonst gewesen sein könnten? Ne danke.
      "Ne, da können sich andere drum kümmern." Sie zuckte mit den Schultern und trat entschlossen voran. Nicht, dass sie wusste wohin sie wollte. Oder wohin der Wolf wollte. Autoschlüssel hatte er immerhin. Also war das Auto vermutlich hier irgendwo in der Nähe oder?
      "Dann lass uns verschwinden. Du hast anscheinend einen Plan und einen Ort?"


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪

    • Cal zuckte mit den Schultern und stieß sich von der Wand ab. Wenn die Prinzessin der Vampire sagte, dass der Typ kein Problem war, dann nahm er das einfach mal so hin.
      "Solange du keine Angst hast, mit dem großen bösen Wolf ins Auto zu steigen, hab ich da was, ja. Alles in der neutralen Zone, natürlich."
      Mit einem grinsend schlenderte Cal in Richtung Ende der Gasse. Er konnte die beiden Wachtmeister hier draußen noch nicht riechen, also waren sie noch sicher. Geparkt hatte er seinen SUV eine Ecke weiter, sobald sie da drin waren, sollten sie eigentlich im grünen Bereich sein. Danach könnte die Eisprinzessin tun und lassen, was sie wollte - Cal brauchte Dusty's Wohnung eigentlich gar nicht. Aber er ging eben lieber auf Nummer sicher. Dass er das mal sagen würde...
      "Und was wollen Eure Hoheit mit der neu gewonnenen Freiheit anstellen?" fragte Cal, als er das Ende der Gasse erreichte.


    • "Hmm, du wirkst wie jemand, der weiß was es für Konsequenzen gibt wenn mein Blut an deiner Kleidung auftaucht." Ilya folgte ihm mit einem halben Schritt abstand. Eigentlich war er wirklich nett. Vor allem für einen Wolf der gerade einer Vampirin half. Nicht etwas, womit sie heute gerechnet hatte als sie aus dem Haus geflitzt war.
      Eigentlich hatte sie nur ein bisschen Ablenkung gesucht. Irgendwo, wo man sie nicht wie eine Prinzessin behandelte, oder schlimmer noch, wie jemand den man einfach opfern konnte. Denn auch wenn sie einen gewissen Status innehielt, wusste Ilya genau, wie es um ihre Position stand. Sie musste sich behaupten können. Und eigentlich hatte sie da mal so gar keine Lust drauf.
      Politik. Demokratie, Drogen. Warum sie? Konnten sich die alten Greise nicht einfach darum kümmern? Nur weil sie ja ach so 'reinblütig' war durfte man anscheinend alles auf sie abwälzen. Und wenn sie nicht, wie gefragt, zwei mal im Kreis sprang konnte man sie wohl einfach ins Werwolf Revier schicken. Ohne Schutz.
      Hm. Vielleicht... ach sie würde ihn vielleicht später fragen. Wenn er ein zumindest einen gewissen Rang hatte konnte er sie vielleicht bis zu Calder begleiten. Oder wie der Rudelführer auch immer hieß.
      "Hast du einen Platz wo man einfach mal entspannen kann? Du weißt schon, weg von allem und jedem. Hab gehört ihr Wölfe genießt sowieso viel mehr Freiheit. Ich glaub da werd ich lange nichts von sehen."


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪

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