The Waves of Fate [Rheira&Tristale]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Arien Darkbloom

      Arien verfluchte sie alle! Diese gottverdammte Uni (er durfte so fluchen, er war ungefähr so gläubig wie ein Toastbrot), alle die aufgerufen wurden, auch wenn er sie nicht kannte und sie nichts dafür konnten und vor allem diesen beschissenen Dekan, Studienrektor oder wie auch immer man diese verfluchte Position nannte. Er wurde von einem Oger erschlagen! Einen hirnloser Oger! Arien hatte eine Laune, welche selbst die Hölle zufrieren lassen würde, aber das konnte er sich ja nicht ansehen lassen. Wieder einmal fragte sich Arien, ob es das alles wert war, aber ohne Startkapital und Rückendeckung würde er seine Bar nicht aufmachen können und wäre vollkommen mittellos, wenn er jetzt einfach die Uni schmiss. Sein Vater hatte ihm schon gedroht, dass er dann alles verlieren würde, aber wenigstens war er kompromissbereit gewesen. Das war mehr als der Hellhaarige seinem alten Herren zugetraut hätte. Rückendeckung von seiner Mutter konnte er nicht erwarten, die küsste förmlich den Boden unter den Füßen des Alten.
      Arien atmete also tief durch, setzte seine von allen geliebte Fassade auf und lief entspannt zum Zimmer des Dekan. Offenbar war er mal wieder als letztes da - wer hätte es gedacht. Er erkannte das Ashenvale-Mädchen, die anderen beide hatte er noch nie gesehen. Einmal ein wirklich süßes Mädchen mit beeindruckenden Haaren, das ihn an pures Feuer erinnerte und einmal einen Kerl, dessen Gesichtsausdruck die Stimmung von Arien perfekt widerspiegelte. Er sah aus, als würde er sie am liebsten alle ermorden wollen. Arien fühlte das...
      "Na dann, lasst uns mal herausfinden, was man von uns möchte, mh?", lächelte er der Gruppe aufmunternd zu, klopfte an die Tür und wartete nicht wirklich darauf hereingerufen zu werden. Er hatte hier einen gewissen Stand und Ruf und konnte sich das mehr als nur erlauben.

      Jade Rhea Summer

      Jade sah seinen gegenüber bei seiner Frage einfach nur an. Keinerlei Vorurteile oder auch nur den Ansatz, dass sie je glauben würde, dass er etwas in seinem Leben verbrochen hatte. Wenn man der zierlichen jungen Dame etwas anerkennen musste, dann ihre absolute Toleranz. Sie lernte Menschen gerne kennen, egal wie sie auf andere wirkten und oft stellten sich die ruppigsten Leute als die freundlichsten heraus und die freundlichen als Mistkerle. Die Rothaarige fand Hawke ziemlich nett, weshalb sie nur sanft lächelte, bis das Lächeln verschwand und sie panisch auf ihr Buch sah.
      "Ich hab das Buch mitgehen lassen...."
      Natürlich würde sie niemals deswegen zum Dekan gerufen werden, aber sie musste unbedingt daran denken, es später zurückzubringen. Wenigstens würde sie jetzt nicht grundlos zu spät zur nächsten Lesung kommen, schließlich wurde sie per Lautsprecher aufgerufen und die Professoren wussten Bescheid. Eilig lief Jade dem Schwarzhaarigen hinterher. Warum auch immer fühlte sie sich in seiner Nähe wohl und vor allem war er einfach losgelaufen, während sie noch in Gedanken versunken war.
      "Warte auf mich." schnell hatte sie ihn eingeholt und lief neben ihm her. Sie hatte das Buch noch an sich gedrückt, während sie zu ihm hinaufblickte. Sie hatten noch ein wenig Zeit bevor sie ankommen würden.
      "In welcher Fachrichtung bist du denn? Also...falls ich dich das fragen darf."
      Bald darauf kamen sie an ihrem Ziel an. Bislang war nur das andere Mädchen da. Wow, war die hübsch!


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Obwohl sie als Erste angekommen war, ließ die Gesellschaft nicht lange auf sich warten. Zwei weitere Studenten bogen um die Ecke – ein groß gewachsener junger Mann mit dunklem, leicht zerzaustem Haar und neben ihm ein Mädchen, hübsch auf eine fast unverschämte Art – und ihr Haar war schlichtweg atemberaubend. Sie war hübsch, aber auf eine fast künstlerische Art – und ihr Haar war so beeindruckend, dass es Faith sofort in den Fingern juckte, Skizzen zu machen. Sie wäre ein gutes Model für all die Entwürfe, die sie und Lydia sich für ihre Modeideen überlegt hatten.
      Arien erschien kurz darauf. Er machte keinen Hehl daraus, dass er keine Zeit verlieren wollte. Ohne zu zögern marschierte er auf die Tür des Rektorats zu, öffnete sie und verschwand darin. Faith zögerte einen Moment unsicher. Sie hatte keine Ahnung, was auf sie zukam – und das flaue Gefühl in ihrer Brust nahm immer mehr zu. Das konnte doch nichts mit ihrem Vater zutun haben.


      Hawke Li-Winslow
      Mit zusammengezogenen Augenbrauen sah er auf sie herab. Sein Blick war wachsam, aber nicht unfreundlich.
      "Das Buch?" fragte er, als könne er den Gedanken kaum fassen. "Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass sie dich deswegen aufrufen? Mal ehrlich – weder ich noch die anderen haben irgendwas damit zu tun. Und das Zeug fällt doch niemandem auf, wenn’s mal für ein paar Tage fehlt."
      Sein Tonfall war gelassen, fast gleichgültig. Dann wandte er sich ab, Hände in die Hosentaschen geschoben, und schlenderte den Flur hinunter in Richtung Rektorat.
      Hawke wartete nicht darauf, dass die junge Frau ihm folgte – doch es dauerte ohnehin nicht lange, bis sie wieder zu ihm aufgeschlossen hatte.
      "Sozialpädagogik, du?", fragte er ohne sie anzusehen. Die Worte klangen beiläufig, fast wie eine Feststellung. Hawke war kein Mann vieler Worte. Es war eine ruhige Selbstverständlichkeit in seiner Art zu sprechen – sparsam, aber nicht unfreundlich. Man könnte meinen, das wäre für den Beruf, den er anstrebte, ein Nachteil. Aber er selbst sah das offenbar anders. Für ihn zählte nicht, wie viel man sagte – sondern wann.
      Sie kamen schließlich an der Tür an. Vor dem Raum wartete bereits jemand und wie auf ein geheimes Kommando stieß auch die vierte Person in diesem Moment zu ihnen. Das musste dann wohl Arien sein, aber wer von beiden Jade oder die Andere war - absolut keine Ahnung. Der junge Student wartete auch nicht lange, sondern ging direkt in das Zimmer.
      ________________________
      Im Inneren des Rektorats war es angenehm kühl. Die Fenster waren weit geöffnet, draußen wehte ein sanfter Wind durch die Baumkronen, deren Blätter ein leises Flüstern erzeugten. Der Raum war hell, fast schon schlicht eingerichtet – und hinter dem großen Schreibtisch saß ein Mann mit leicht ergrautem Haar, randloser Brille und dem ruhigen Blick eines Menschen, der seit Jahren mit jungen Erwachsenen zu tun hatte. Professor Merten – der Rektor der Universität.
      Er legte die Hände gefaltet auf den Tisch, während die vier Studenten das Zimmer betraten. Sein Blick glitt einmal ruhig durch die Runde, als wolle er sich einen stillen Eindruck von jedem Einzelnen verschaffen, bevor er zu sprechen begann.
      "Ich nehme an, Sie fragen sich, weshalb Sie hier sind", sagte er schließlich mit einer Stimme, die ruhig und klar war – freundlich, aber von einer gewissen Autorität getragen. Mit einem kurzen Handwink gibt er den vier jungen Erwachsenen zu verstehen, das sie sich auf die bereit gestellten Stühle setzen sollten und begann erst dann zu sprechen, als sie es taten.
      "Wir möchten Ihnen eine besondere Möglichkeit vorstellen. Wie Sie wissen, pflegt unsere Universität Austauschprogramme mit mehreren internationalen Partnerhochschulen. In den vergangenen Wochen hat sich spontan die Gelegenheit ergeben, dass vier unserer Studierenden mit den zurückreisenden Austauschstudenten gemeinsam ins Ausland fliegen – um dort für einige Tage oder Wochen ihr Studium fortzuführen. Wie genau das ablaufen wird, ist aktuell noch in Planung", fuhr Professor Merten fort. „Aber wir wollten Sie schon jetzt darüber informieren – denn Sie sind durch ein Zufallsverfahren ausgewählt worden, an diesem besonderen Projekt teilzunehmen.".
      Er ließ einen kurzen Moment verstreichen, als wolle er den Satz wirken lassen.
      "Bis spätestens Anfang nächster Woche werden Sie alle nötigen Informationen erhalten – zur Dauer, Ablauf, Unterkunft und Studieninhalten. Dann möchten wir gern wissen, ob Sie diese Chance wahrnehmen möchten oder nicht. Sollte jemand von Ihnen absagen, werden wir eine andere Person auswählen.".
      Ein feines Lächeln umspielte seine dünnen Lippen, ehe er sich wieder leicht zurücklehnte.
      "Sie müssen sich nicht sofort entscheiden. Nehmen Sie sich Zeit, sprechen Sie mit Ihren Familien, Freunden – und hören Sie in sich hinein. Das ist keine gewöhnliche Gelegenheit. Aber manchmal, wenn man den Mut hat, einen neuen Schritt zu wagen... kann daraus etwas wirklich Besonderes entstehen."
    • Arien Darkbloom

      Freie Nachmittage waren kostbar und im strengen Tagesrhythmus von Arien Darkbloom, Topstudent und furchtbarem Gary Sue-Pseudo-Charakter nicht gegeben. Er wollte also so schnell er konnte hier wieder verschwinden. Arien hatte einen Oger zu töten! Außerdem hatte er heute Abend endlich wieder Dienst und er freute sich aufrichtig auf die Abendstunden in seiner muffigen Bar, mit den abgefuckten Bikern und fies dreinblickenden Rockern. Der Hellhaarige liebte diesen Job hinter dem Bartresen. Er liebte diese ruppige Kundschaft, die so echt war und sich nicht verstellte. Er mochte sogar seinen Chef, der Gerüchte zur Folge auf ihn stand, was Arien nicht egaler sein könnte. Der alte Herr hatte ihm eine Chance gegeben und Arien blühte in dem Job vollkommen auf. Die Geschichte dahinter war amüsant gewesen, aber er hatte jetzt keine Zeit in Nostalgie zu versinken. Da er nicht glaubte, dass die anderen Kandidaten einfach durch die Zimmertür des Dekan spazierten, nahm er das in die Hand und lief zielstrebig in den Raum.
      Ein leichter Windhauch kam ihnen entgegen, Arien konnte das Rascheln des großen Ahornbaumes vor dem Fenster hören und ein Blatt hatte sich sogar in das perfekt aufgeräumte Zimmer verirrt und thronte auf dem massiven Tisch, hinter dem Professor Merten saß.
      Arien war irgendwie enttäuscht, dass sein Toupet dieses Mal perfekt saß. Gerade wirkte er so seriös, dass sich Arien gedanklich gar nicht auf dieses plüschige Ding auf seinem Kopf konzentrieren konnte, um sich von den ewigen Reden abzulenken.
      Professor Merten war schon in Ordnung. Er war der geborene Dekan, besaß eine ruhige Stimme und eine solch innerliche Ruhe, die man einfach nur beneiden konnte.
      Dennoch konnte Arien den Kerl nicht leiden - wie die meisten Menschen auf diesem Erdball - da er auch andere Seiten des alten Herren kannte. Dem Professor war die Außenwirkung seiner Universität so wichtig und das Bild, dass er vermittelte, dass wichtige Themen oft unter den Teppich gekehrt wurden. Wie oft wurde Arien in diesen 2 Jahren schon in das Büro gerufen, damit er Studentengruppen beschwichtigte, damit es keine Beschwerden bei den Eltern gab?
      Aufgrund seiner Topnoten und dem Stipendiat, dass er aufgrund seines Aufnahmetest erhalten hatte, obwohl er sich als Darkbloom die Uni im Schlaf hätte leisten können, war Arien so oft das Aushängeschild gewesen, dass er sich fühlte wie ein einer Auktion bei Ebay. Professor Merten wusste wie man alles was zu seinem Vorteil war perfekt ausschlachten konnte. Seien es Studenten, Eltern oder andere Themen wie nun dieser Vorschlag.
      Er wollte seinen Einfluss nun auch in England geltend machen, damit auch die Partneruni wusste, wie herausragend diese Universität doch war.
      Nun Marketing hatte der Typ drauf, dass musste ihm Arien schon lassen.
      Jedenfalls hörte er ausnahmsweise wirklich mal zu und beobachtete nebenher die Blattkrone des Baumes, welche im Wind tanzte.
      Die Engländer waren ungefähr für 2 Monate hier, das bedeutete, dass sie mit Ihnen in 2 Monaten zurückreisen könnten.
      Zu dieser Zeit wollte sein Chef in den Urlaub und die Bar dicht machen. Da Arien zwar liebte, aber nicht die Bar alleine überlassen wollte, hätte er also abends frei.
      Zudem war es leichter ein wenig mehr er selbst zu sein, wenn er in einem anderen Land war und dort nicht unter den Argus Augen seines Vaters lächeln musste. Er sah die Engländer schließlich nie wieder und es war leichter 3 Studenten seiner Uni etwas vorzuspielen, die mit ihm reisten als einer kompletten Universität.
      Er war froh, wenn er von dem Schuppen hier mal eine Auszeit bekam.
      "Ich bin dabei.", verkündete er also direkt und richtete seinen Blick wieder zu dem Dekan. Arien war schon immer ein Freund schneller Entscheidungen.
      Professor Merten sah nicht überrascht aus, sondern lächelte wissend.
      "Das dachte ich mir schon Mr. Darkbloom. Auf Sie ist wie immer Verlass und ich bin davon überzeugt, dass Sie unsere Universität gebührend repräsentieren." kam es ruhig und sanft als Antwort. "Möchten Sie vielleicht vorher mit Ihrem Vater sprechen?"
      "Mein Vater ist Förderer von allem was mich im Leben voranbringt. Ich kann Ihnen versichern, dass er hier ebenfalls zustimmt und mir vertraut gewissenhafte Entscheidungen zu treffen.", mit einem selbstbewussten und doch charmanten Lächeln sah er zu dem Dekan, der das Lächeln erwiderte.
      "Daran habe ich keinen Zweifel. Ich werde Sie dann direkt notieren Mr. Darkbloom."
      Der Blick des Dekan wanderte nun zu den anderen, während er seinen perfekt metallisch glitzernden Füllfederhalter zückte.

      Jade Rhea Summer

      Schnell schüttelte Jade den Kopf, woraufhin ihr hochgebundener Zopf ihre langen Haare wehen ließ. "Natürlich nicht. Das wäre albern. Ich muss allerdings das Buch dennoch zurückbringen." antwortete sie ruhig und mit einem sanften Lächeln. Er hatte sie mit seiner Aussage beruhigen wollen. Hawke war im Gegensatz zu Killian, welcher pausenlos redete, kein Mann der großen Worte. Was er aber sagte, war informativ und gab genau die gewünschte Rückmeldung, ohne das zu viel oder zu wenig gesagt wurde. Offenbar hatte der Schwarzhaarige hier eine gute Basis gefunden, damit er nicht unnötig Zeit verschwendete. Natürlich wünscht man sich einen gesprächigen Gegenüber, aber ehrlich gesagt genoss Jade diese Ruhe sehr. Wenn man rund um die Uhr mit einem Selbstdarsteller zusammenlebte, war es angenehm mit jemanden schweigen zu können, ohne das man sich ignoriert fühlte.
      Außerdem stellte Hawke immer Rückfragen! Das war etwas das Jade von Killian nicht kannte. Dieser sprach nur von sich und stellte Jade keine Fragen, außer er wollte etwas von ihr. Als Hawke ihr verriet, welches Studienfach er belegte, leuchtete der Rothaarigen dies ein. Anerkennend blickte sie zu ihm auf, während sie neben ihm herlief und ein sanftes Lächeln umspielte ihre feinen Gesichtszüge.
      Das Studium passte zu ihm. Sie kannte Hawke nicht und es war dreist von ihr, zu behaupten etwas würde zu ihm passen oder sie würde glauben, dass er wirklich nett zu ihr war und nicht einfach nur kein unhöflicher Mensch war.
      Allerdings konnte sie sich den Schwarzhaarigen als coolen Betreuer sehr gut vorstellen. Sicher wäre er mit seinen lässigen Stil, den Tattoos und diesen direkten Blick sehr beliebt. Respektiert und beliebt.
      "Veterinärmedizin.", antwortete Jade ihm auf seine Frage hin. Dann erreichten sie schon das Zimmer und Jade begegnete offenbar Charilynn Ashenvale. Eine junge Frau mit Haaren wie flüssiges Silber und Augen wie ein türkiser Ozean. Sie strahlte ein solches Licht aus, dass es förmlich blendete. Sie war wunderschön! Sicherlich standen Männer Schlange bei ihr. Sie erinnerte Jade an eine Prinzessin wie in ihren geliebten Märchenbüchern, weshalb es der Rothaarigen sehr leicht fiel, Charilynn ein freundliches Lächeln zu schenken, als sie ihr gegenüberstand.
      Als Arien auftauchte, verlor er keine Zeit und marschierte direkt in den Raum. Jade hatte keine Zeit die Silberhaarige zu begrüßen und herauszufinden, ob ihre Stimme auch wie die einer Prinzessin war.

      Im Zimmer ging ein leichter Wind, weshalb sich Jade fröstelnd die Oberarme ihres Hoodies rieb. Sie war schon immer sehr verfroren. Vielleicht lag es auch daran, dass sie wirklich sehr zierlich war?
      Als der Professor sie begrüßte, erinnerte Jade der weiße Mann an einen typischen Geschichtenerzähler. Seine Stimme war ruhig, klar und beruhigend. Sicherlich wäre er der perfekte Kandidat für ein Hörbuch.
      Die Neuigkeiten, welche er ihnen allerdings überbrachte, waren zwar zum einen beruhigend, dass niemand etwas angestellt hatte, zum anderen aber auch furchtbar.
      Jades Augen weiteten sich.
      Ein Studienaustausch nach England.
      Wie gerne sie dort hin wollte....
      Killian würde sie niemals gehen lassen, unter keinen Umständen.
      Arien wiederum verlor absolut gar keine Zeit. So zielsicher und selbstbewusst er in den Raum getreten war, hatte er sich auch bereits entschieden.
      Woher nahm er nur diese Zuversicht?
      Ihr Blick wanderte zu Charilynn. Ob sie wohl mitgehen würde? Aber viel mehr.....sie sah unbewusst nun Hawke an.
      Würde er mitgehen und warum wollte sie noch mehr dorthin, würde er zusagen?


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Nach England! Faith blinzelte, als die Worte in der Luft hingen. Sie hatte schon einmal England besucht, aber damals war der Aufenthalt alles andere als ein Erlebnis gewesen, das sie in guter Erinnerung behielt. Ihr Vater war zu einem dieser langweiligen Events eingeladen worden, und sie hatte keine Wahl gehabt, als ihn zu begleiten. Es war eine dieser Veranstaltungen, bei denen man sich so sehr wünschte, irgendwo anders zu sein, dass die Zeit sich beinahe dehnend wie Kaugummi anzufühlen schien. Sie hatte nichts von dem Land mitbekommen, geschweige denn von seiner Kultur oder den Sehenswürdigkeiten. Stattdessen war sie in einem riesigen, grauen Raum gesessen, umgeben von steifen Reden und Gesprächen über Themen, die sie nicht interessierten.
      Nun jedoch bot sich ihr eine neue Gelegenheit. Eine, die sie selbst wählen konnte. Unabhängig von ihrem Vater, allein oder zumindest mit drei anderen Studenten. Und die Vorstellung, nach England zu reisen, ohne die ständige Präsenz ihres Vaters im Nacken, fühlte sich plötzlich aufregend und frei an.
      Kurz schielte sie zu den anderen rüber. Die Jungs waren nicht wirklich ihr Ding. Mit den Jungs konnte sie wohl kaum etwas anfangen, aber vielleicht würde Jade, so hatte sie ihren Namen in der Durchsage gehört, eine interessante Bekanntschaft werden. Sie wirkte sympathisch, und vorhin hatte sie ihr ein freundliches Lächeln zugeworfen, ehe sie alle das Zimmer betreten hatten, kaum war Arien dazugekommen. Vielleicht könnte sie eine Freundin werden – jedenfalls hatte sie nicht den Eindruck gemacht, eine dieser Zicken zu sein.
      "Ich würde ebenfalls gerne das Angebot annehmen", sagte Faith schließlich, ihre Stimme voller Enthusiasmus. "Und ich bin mir sicher, dass mein Vater nichts dagegen hat. Trotzdem werde ich das noch einmal mit ihm abklären und Ihnen dann sofort Bescheid geben, sobald ich seine Antwort habe."
      Wenn der Sohn der Darkblooms die Gelegenheit hätte, dorthin zu reisen, würde ihr Vater ihr diesen Wunsch sicherlich gewähren. Ihr Vater hatte immer wieder betont, wie wichtig es sei, sich in der Öffentlichkeit besser darzustellen als die Darkblooms und all die anderen 'Feinde', die er sich ständig ausdachte. Und außerdem… mehr Freiheit bedeutete auch mehr Raum für sie selbst.
      "Gut, Mrs. Ashenvale, lassen Sie mich bitte schnell wissen, ob Ihr Vater mit Ihrer Entscheidung einverstanden ist", sagte Direktor Professor Merten, während er eine Notiz auf seinem Block machte und dann seinen Blick zu Hawke wandte.

      Hawke Li-Winslow
      "Mach dir nicht so einen Stress", meinte Hawke ruhig. Er konnte nicht ganz nachvollziehen, warum die junge Studentin ein so großes Drama daraus machte, nur weil sie das Buch nicht sofort zurückgegeben hatte. Niemand würde ihr deswegen den Kopf abreißen, und das Buch war keines, das die Bibliothek in irgendeiner Weise schmerzlich vermissen würde.
      Doch dann kam ihm eine Idee: Vielleicht gab es noch mehr von diesen Märchenbüchern. Er könnte Mia mit einem neuen Exemplar überraschen.

      "Ich finde es gut, dass es Menschen wie dich gibt, die sich um die Tiere kümmern", antwortete er, und es klang ehrlich. Tiere konnten nicht für sich selbst sprechen und wurden viel zu oft schlecht behandelt, nur weil sie schwächer waren als der Mensch. Es gab wirklich erschreckend viele Menschen auf dieser Welt, die das ausnutzten.

      Für Hawke war das Angebot mehr als nur überraschend. Während die anderen beiden bereits freudig zugesagt hatten, wusste er nicht, was er tun sollte. Es war ihm nicht anzusehen – seine Miene war wieder die gewohnte, gleichgültige Maske –, aber innerlich ratterten die Gedanken wie Maschinen in seinem Kopf. Er hatte schon von diesen Angeboten gehört, doch niemals hätte er gedacht, dass er selbst einmal einer der Auserwählten sein würde. Dass ihm diese Möglichkeit angeboten werden würde. Der Flug, die Unterkunft, sogar Spesen würden übernommen. Es war eine Gelegenheit, die er sich sonst vielleicht nicht hätte leisten können. Natürlich hätte er sich ein Auslandssemester finanzieren können, aber das würde er nie tun. Seine Mutter und seine kleine Schwester brauchten das Geld viel dringender als er.
      Innerlich kämpfte er mit sich selbst. Sollte er wirklich zusagen? Eigentlich sollte er bei seiner Familie bleiben – sie waren auf ihn angewiesen. "Ich werde es mir noch überlegen. Es gibt einiges, das ich erst zu klären habe", sagte er schließlich, und es klang entschlossener, als er sich fühlte. "Aber danke für das Angebot." Ein kleines Gefühl der Schuld schlich sich in ihm ein. Vielleicht hätte er sofort ablehnen sollen.
      Der Blick des Professors glitt nun zu ihm. Also war die Ashenvale das andere Mädchen. Jade musste die rothaarige, schüchterne Studentin neben ihm sein.
      "Mr. Li-Winslow, ich vermerke Ihre Überlegung. Aber denken Sie nicht zu lange nach, sonst könnten Sie Ihre Chance verpassen", sagte Professor Merten und kritzelte etwas auf seinem Notizblock, bevor sein Blick zur letzten Person in der Runde wanderte – zu Jade.
    • Arien Darkbloom

      Arien hatte es dem Prof. fast schon wieder verziehen, dass er in seinem neuen Game haushoch versagt hatte, da er ihm die Chance bot, von dem wachsamen Blick der anderen wegzukommen ohne das es dem ach so tollen Ansehen schadete. Er konnte sich also nach Herzenslust in England austoben und sein Vater und die Uni würden es nie herausfinden. Arien konnte es kaum erwarten die ganzen Kneipen zu besuchen, die Sehenswürdigkeiten zu sehen und merkwürdige Sachen zu essen. Natürlich konnte er jeder Zeit in den Urlaub, aber immer mit dem Gefühl der Überwachung im Hintergrund, solange er eben unter der Fuchtel seines Vaters stand. Ob man es glaubte oder nicht, der Hellhaarige reiste für sein Leben gern. Das die Hellhaarige zusagte überraschte ihn tatsächlich nicht. Es gab drei Möglichkeiten, weshalb sie nicht lange fakelte.
      Die erste war wie bei ihm, sie wollte einfach raus. Die zweite Möglich wäre, dass es dem Ansehen schaden würde und sie damit die Chance hätte den Namen Ashenvale zu verbreiten und die dritte Option, dass sie einfach Bock darauf hatte.
      Arien tippte auf ersteres. Niemand konnte besser verstehen, wie es war einen Anwalt zum Vater zu haben. Nein, nicht einer der Anwälte, welcher alles daran setzte für seinen Mandant zu gewinnen und für die Rechte der Menschen einstand, für Fairness und Gerechtigkeit. Nein, einer der Anwälte der zwar jeden Prozess gewann und von den Mandaten geliebt wurde, aber dies nur tat um seine Feinde elend zu vernichten. Die Ashenvales waren ähnlich gestrickt wie die Darkblooms. Ja, er ging ganz stark davon aus, dass das arme Mädchen auch einfach nur wegwollte. Darum sah er zu ihr und schmunzelte. "Schön, dass du dabei bist."
      Zwar wäre es für sie sicherlich besser, wenn die Rothaarige auch mitkam, was wollte die Arme auch nur mit Kerlen, aber er war Arien Darkbloom. Natürlich musste er sich freuen, auch wenn es ihm eigentlich total egal war.
      So nah stand er ihr nicht und er bezweifelte, dass sie Interesse an einem Darkbloom hatte, wenn ihr Vater die Familie verachtete. Wer wusste schon wie sie dazu stand, auch wenn sie zugegeben sehr nett wirkte.

      Jade Rhea Summer

      Jade hätte sich so gerne viel lieber mit Hawke unterhalten. Sie konnte es sich nicht ganz erklären, weshalb er so eine Faszination auf sie auswirkte, aber er war ihr sympathisch. Sie hatte aber dazu nicht mehr großartig die Gelegenheit, da sie mit diesem Angebot einfach nach England zu reisen, total überrascht wurde. Jade selbst würde sich das niemals leisten können und alles in ihr schrie danach zuzusagen.
      Sie wollte so sehr daran teilnehmen und die Chance ergreifen. Nicht aus Lernzwecken oder weil ihr Dekan das für so eine Herausragende schulische Aktivität erachtete, sie wollte verreisen. Sie war noch nie außerhalb ihres Städtchens und träumte von der großen weiten Welt.
      Dennoch wanderte ihr Blick auf ihre weißen Sneaker, als wüssten ihre Schuhe die Antwort auf alle ihre Probleme.
      Wie brachte sie das bitte Killian bei? Ein Glück war dieser heute nicht in der Schule und hatte die Ansage nicht gehört. Früher oder später würde es ihm aber jemand stecken, dass seine Freundin ausgewählt wurde.
      Hawke schien aber auch ziemlich mit der Entscheidung zu kämpfen. Zwar wirkte er nicht gerade interessiert, aber irgendetwas sagte Jade, dass es einen anderen Grund hatte.
      Vielleicht hatte sie aber auch zu oft einen Schlag auf den Kopf bekommen und wollte sich das nur einreden.
      Sie bemerkte den Blick von Professor Merten auf sich.
      "Ich...also, ich muss auch noch einiges abklären, bevor ich mich zusagen kann. Ich würde wirklich gerne mit. Vielen Dank für die Gelegenheit.", antwortete sie höflich.
      "Ich verstehe Miss Summer. Bitte denken Sie darüber nach, aber genau wie Mr. Li-Winslow, sollten sie sich diese Chance nicht entgehen lassen. Sie stehen noch ganz am Anfang ihres Studiums und das wäre eine wichtige Erfahrung für Sie."
      "Natürlich.....danke...."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Professor Merten gab den beiden Studenten noch einmal eindringlich den Rat, ihre Entscheidung gut zu überdenken. Seine Stimme war ruhig, aber voller Nachdruck – er wollte sicherstellen, dass sie das Gewicht ihrer Wahl wirklich begriffen. Beide wussten, dass er recht hatte. Solch eine Gelegenheit würde sich ihnen vermutlich nie wieder bieten, und es wäre mehr als nur bedauerlich, wenn sie diese einzigartige Chance ungenutzt verstreichen ließen.
      Für einen Moment herrschte Schweigen im Raum. Der Professor blickte die beiden jungen Menschen ernst an, als wolle er ihnen mit seinem Blick vermitteln, dass es im Leben Momente gibt, die den Lauf der Dinge nachhaltig verändern können – und dass dieser Moment einer davon war.
      Dann sagte er nicht mehr viel. Er schien zu spüren, dass seine Worte angekommen waren und alles Weitere nun in ihren Händen lag. Mit einem knappen Nicken und einem 'Schönen Tag noch, ich höre spätestens nächste Woche von Ihnen.' entließ er die Studenten zurück in ihre Vorlesungen, während sie nachdenklich den Raum verließen – ein Stück ernster, als sie gekommen waren.

      Charilynn Faith Ashenvale
      Das konnte wirklich ein großer Spaß werden. Nein – nicht konnte, es würde! Faith war sich dessen sicher. Sie hoffte nur, dass ihr Vater ihr nicht in letzter Minute einen Strich durch die Rechnung machen würde.
      Bis jetzt hatten nur Arien und sie sich ohne zu zögern bereit erklärt, die Chance zu ergreifen. Die anderen beiden schienen noch zu zögern – entweder wegen persönlicher Bedenken oder weil es noch Dinge gab, die sie vorher klären mussten.
      Als sie Ariens Stimme neben sich hörte, wanderten Faiths grüne Augen zu ihm hinüber. Selbst wenn Jade sich letztlich gegen das Abenteuer entscheiden sollte, konnte es trotzdem ein Erlebnis werden. Faith hatte selten Schwierigkeiten, neue Leute kennenzulernen – zumindest dann nicht, wenn sie es wirklich wollte. Sie hoffte nur, dass Arien nicht wirklich so höflich und strebsam war, wie er manchmal wirkte.
      "Danke, ich freue mich ebenfalls.", erwiderte sie leise und mit einem kleinen Lächeln.
      Mit einer letzten, höflichen Verabschiedung verließen sie und die anderen das Zimmer. Kaum war die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen und außer Hörweite, da sprudelte es auch schon aus Faith heraus.
      "Oh Gott, das wird mega! Leute, das könnt ihr euch echt nicht entgehen lassen!" rief sie begeistert und ihre Augen glänzten vor Vorfreude. "Das ist wie geschenkter Urlaub – ne Pause von diesem ganzen Studienkram. Ich sag’s euch: Ihr müsst das machen."

      Hawke Li-Winslow
      Hawke nickte wie immer nur knapp, verabschiedete sich aber dennoch mit der ihm eigenen Höflichkeit. Zwei von ihnen hatten bereits zugesagt, doch Jade – die Zurückhaltendste der Gruppe – war ebenso noch unentschlossen. Was sie zögern ließ, wusste er nicht so genau. Vielleicht war es die Vorstellung, mit beinahe Fremden in ein anderes Land zu reisen. Vielleicht aber hatte sie, genau wie er selbst, Dinge zu klären, die sie innerlich zurückhielten.
      Ein leises Schuldgefühl nagte an ihm. Er hätte vielleicht wirklich gleich ablehnen sollen – zu viele Verpflichtungen, zu viele offene Fragen. Doch da war auch diese andere Stimme in ihm, leise, aber beharrlich. Die Stimme, die hoffte, dass sich doch noch alles irgendwie arrangieren ließ. Dass er beides schaffen konnte: die Verantwortung zu tragen – und trotzdem einen Moment zu leben.
      "Die Vorlesungen müssen wir trotzdem besuchen", sagte Hawke schließlich.
      "Oh, sei nicht so langweilig!" platzte es sofort aus Faith heraus. Ihre Augen funkelten, und ihr Lächeln war so voller Vorfreude, dass es fast ansteckend war. "Wir sind dann in England! Natürlich, klar – der Schein muss gewahrt bleiben. Hin und wieder schleichen wir uns bestimmt mal in so einen öden Vortrag rein, aber ganz ehrlich: Dort gibt’s so viel zu erleben! Das wird genial!"
      Sie war ganz offensichtlich schon mit dem Kopf auf der Insel – bereit, sich kopfüber in das Abenteuer zu stürzen.
    • Arien Darkbloom

      Okay, er hatte erledigt was er hier erledigen sollte. Zugegeben war die Nachricht nicht ganz so bescheuert wie er zunächst angenommen hatte, aber er hatte dennoch keine Lust hier noch länger zu versauern. Arien hatte bereits in seinen Ich-bin-nicht-mehr-an-der-Uni-Modus geschalten und wurde hier direkt herausgerissen, das war in etwa so, wie aus der Tiefschlafphase gerissen zu werden. Es kostete ihn ungemein viel Mühe, jetzt seine Fassade aufrecht zu erhalten. Er hatte nicht die geringste Lust jetzt noch mehr Konversation zu betreiben. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet, dass es jetzt so direkt aus Faith herausplatzte. Perplex sah er zu ihr und für einen kurzen Moment konnte er seine Maske nicht aufrecht halten. Sein Blick spiegelte ein ´ Bist du jetzt komplett übergeschnappt´ so deutlich wieder, dass ihn selbst die Rothaarige aufgrund seiner Reaktion geschockt ansah. Schnell räusperte er sich und lächelte wieder.
      "Lass die beiden erst einmal ihre Angelegenheiten klären. Sicherlich haben sie ihre Gründe, dass sie nicht einfach so schnell zusagen können wie wir.", kam es wie immer ruhig, charmant und freundlich von ihm. Danach machte er einen Schritt zurück. "Ich muss mich dann leider auch schon wieder verabschieden. Ein freier Nachmittag bedeutet nicht, dass ich von meinen Pflichten befreit bin. Wir sehen uns sicherlich bald wieder."
      Ja, seine Pflicht war es einen Oger zu killen.
      So schnell wie er konnte, suchte er also das Weite.

      Jade Rhea Summer

      Jade wusste nicht, was sie mehr überraschen sollte. Das die hübsche silberhaarige Prinzessin so platzte oder das ihr höflicher Prinz direkt das Weite suchte und Faith angestarrt hätte, als würde sie in eine Klapse gehören. Für seine Worte war sie dennoch ein klein wenig dankbar. Sie würde ja wirklich wahnsinnig gerne mit, zumal ihre Reisegruppe aus offenbar wirklich netten Leuten bestand. Allerdings war das bei ihr leider nicht so einfach und Hawke schien es da offenbar recht ähnlich zu gehen.
      Die Rothaarige wandte sich nun an Faith und schenkte ihr ein sanftes Lächeln. "Ich versuche mein Bestes. Es wäre schön mit euch allen diese Fahrt zu machen." sie konnte es nicht vermeiden zu Hawke zu sehen. "Ich hoffe du kommst auch mit."
      Okay, das war peinlich. Schnell wendete sie ihren Blick ab und sah auf ihr Buch. "Oh...ich muss das Buch noch zurückbringen. Ich bin jetzt ohnehin zu spät für meine Lesung. Ich denke da machen 10 Minuten mehr nichts aus." Sie lächelte Faith noch einmal an. "Ich habe mich sehr gefreut dich kennenzulernen."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faiths Blick huschte sofort zu Arien, dessen erstaunter Gesichtsausdruck sie gerade noch im letzten Moment auffing, bevor er, wie nicht anders zu erwarten, höflich und charmant antwortete, ganz der perfekte Musterschüler. Natürlich, das passte zu ihm. Doch selbst wenn die anderen beiden nicht mitkommen sollten, Faith war bereit, ihren Weg allein zu gehen und England zu erkunden.
      Die Vorlesungen mochten vielleicht eintönig sein, aber das bedeutete nicht, dass sie nicht auch ein bisschen Spaß haben durfte. Schließlich war dies eine seltene Gelegenheit, unbeobachtet von ihrem Vater zu sein. Mit einem schelmischen Lächeln und der Hand locker auf die Hüfte gestützt, meinte sie nur "Ach, komm schon. Ein bisschen Spaß hat noch niemandem geschadet."
      Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, schien Arien bereits seinen Rückzug anzutreten. "Echt jetzt?" meinte sie seufzend und sah ihm ungläubig nach. Irgendwie war dieser Typ wirklich... eigenartig.

      Da meldete sich Jades sanfte Stimme zu Wort. Es war nicht so als würde Faith es nicht verstehen können, aber die Vorfreude war schon jetzt gewaltig. Und außerdem war diese Gelegenheit zu großartig, um sie einfach so vorbeiziehen zu lassen. "Ich verstehe ja, dass ihr noch ein paar Dinge klären müsst," sagte Faith einfühlsam, "aber wir sollten das nicht zu schnell abhaken. So eine Chance kommt nicht so oft.". Aber damit beließ sie das Thema auch. Es ging sie nichts an und Spaß konnte sie am Ende auch noch immer alleine haben.
      Genauso wie sie jetzt wohl alle sie einfach alleine stehen lassen würden. "Danke, ich mich ebenfalls.", antwortete sie Jade dennoch mit einem Lächeln. Am liebsten hätte sie schon ihre ganzen Pläne geschmiedet, aber dann musste sie das wohl alleine machen.

      Hawke Li-Winslow
      Hawke konnte Faith ihre Begeisterung nicht verübeln. Es war eine großartige Gelegenheit, und wer hätte sich da nicht gefreut? Doch für ihn war die Sache schwieriger. Er musste noch einiges klären, denn schon jetzt plagten ihn Schuldgefühle, weil er sich nicht sofort gegen die Reise entschieden hatte. Seine Mutter und seine kleine Schwester brauchten ihn. Außerdem war ungewiss, wie lange sie unterwegs sein würden. Ein paar Tage könnte er sich vielleicht frei nehmen, aber Wochen? Obwohl er sich danach sehnte, wusste er, dass er das nicht übers Herz bringen konnte – seine Verpflichtungen waren ihm einfach zu wichtig.
      Als Jade ihn ansprach, ließ er seinen Blick zu ihr wandern. Doch kaum hatten sich ihre Blicke getroffen, sah sie schnell wieder weg. "Ich weiß es noch nicht.", antwortete er dennoch ruhig. Ein schwaches, belustigtes Lächeln huschte über sein Gesicht, als er sah, wie Jade sich wieder ihrem Buch widmete. Am ende glaubte sie noch, jemand würde sie wegen dem buch verhaften.
      "Na gut, ich mach mich dann auch mal auf den Weg. Meine Sachen liegen noch im Hörsaal," sagte Hawke schließlich und verabschiedete sich mit einem leichten Nicken, bevor er ruhig davonging, in Gedanken immer noch bei den Entscheidungen, die vor ihm lagen.
    • Am Abend

      Arien Darkbloom
      Seine Schicht in der Bar hatte um 22 Uhr angefangen und mit einem lässigen Grinsen reichte er einem seiner Kunden, einem alten Biker mit fetter Lederjacke, Vollbart und Zigarette im Mundwinkel, sein frisch gezapftes Bier. Dieses Grinsen, welches sein wahres Ich verkörperte und niemals an seiner Uni ans Licht kommen durfte. Dort war er der charmante und perfekte Musterschüler. Hier in der Bar, war er einfach Arien. Die Luft in der Bar roch nach schweren Zigarettenrauch, kalt und erdrückend. Ein Geruch welcher ihm wieder direkt in die Kleider und ins Haar ziehen würde. Eine attraktive Dame betrat die Bar, ihr knapper schwarzer Lederminirock betonte ihre langen Beine und ihre Corsage war so eng geschnürt, dass Arien sich fragte, ob sie überhaupt darin Luft bekam. Ihre hohen Lackschuhe waren solche Kolosse, dass sie sicherlich damit jeden ermorden konnte, wenn sie es darauf anlegte. Ihre blonden Locken lagen perfekt, lediglich ihr roter Lippenstift war verschmiert und ihr Make-up verlaufen.
      Die Blicke folgten der Dame, welche direkt die Bar ansteuerte. Arien drehte sich zu seinen Getränken und brauchte lediglich eine Minute um einen knallroten Cocktail zu mischen, welcher lieblich schmeckte, aber ordentlich knallte.
      Er reichte ihr diesen in einem hohen Glas. "Ein Casablanca."
      "Du weißt immer was ich brauche Schätzchen.", seufzte sie und schnappte sich das Getränk. "Willst du mich nicht anwerben? Ich bin mir sicher, wir hätten viel mehr Spaß, als mit diesen ganzen Idioten."
      "Und ich sage immer noch Nein, Veronika."
      "Ich nicht.", grinste der Bärtige an der Seite.
      "Für kein Geld der Welt."
      "Aber ein Kind? Perverse."
      "Arschloch."
      "H***."
      "Nicht in meiner Bar." eine kräftige und raue Stimme, wie der Sänger einer Rockband ertönte und ein groß gewachsener Mann mit pechschwarzen langen Haar trat aus Hinterzimmern der Bar. Seine Augen scharf geschnitten, hohe Wangenknochen und ein genialer Kleidungsstil. Arien war sich sicher, dass sein Boss in jungen Jahren garantiert vielen Damen den Kopf verdreht hatte. Nun, das konnte er sicherlich immer noch. Für sein Alter, sah er echt gut aus.
      "Alter Mann, du hast dir Zeit gelassen.", kam es von Arien, ehe er einen Klaps auf den Hinterkopf kassierte. "Rotznase."

      Jade Rhea Summer

      "Du hast die Cola vergessen."
      Ihre Gesichtszüge entglitten ihr, sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber sie brachte kein Wort heraus.
      "Ich bitte dich einmal um etwas und du kriegst nicht mal das auf die Reihe. Wozu bist du überhaupt gut? Kein Wunder, dass dich nicht mal deine Eltern wollten." Killian knallte die Fotografie-Zeitschrift, welche er in der Hand hatte der Rothaarigen schwungvoll entgegen. "Erwartest du jetzt, dass ich rausgehe? Es regnet."
      Jade hatte durch die ganze Geschichte mit England komplett vergessen, dass sie eigentlich für ihren Freund einkaufen gehen wollte. Sie wollte ihm davon berichten, aber Killian war so schlecht gelaunt, dass ihr die Worte förmlich im Hals stecken blieben. Er hatte sich vor ihr aufgebaut, groß wie eine endlose Mauer, welche sie nie zu erklimmen vermochte.
      "Geh raus und hol welche."
      "Aber..." ihr Blick wanderte aus dem Fenster ihres Wohnzimmers. Es war bereits stockdunkel, der starke Wind knallte den typischen Aprilregen erbarmungslos gegen die Fensterscheibe und immer wieder erzitterte die Jalousie.
      Grob hatte der Brünette sie am Kinn gepackt und zwang sie aufzublicken.
      "Ich sagte, GEH!"
      Als er sie von sich stieß, taumelte sie rückwärts gegen die Wand und war dabei gegen irgendetwas mit ihrem Rücken gestoßen.
      Sie hatte ihn enttäuscht - mal wieder.
      Und ihre Eltern? Kein Wunder, dass sie sie nicht wollten...
      Schweigend hatte sich Jade ihre Hausschlüssel geschnappt, sowie ihren langen schwarzen Trenchcoat, den sie sich zuband. Ein Regenschirm würde ihr nichts bringen, bei diesem Wetter würde er direkt umknicken.
      Die Frage bezüglich England konnte sie jetzt wohl auch vergessen...


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Der Regen fiel in dichten, schweren Tropfen und prasselte unaufhörlich auf die Straßen. Lydia hatte ursprünglich eine ganz andere Bar im Kopf gehabt – eine, die ihr empfohlen worden war –, doch das plötzliche Unwetter machte ihre Pläne zunichte. Ohne lange zu überlegen, zog sie Faith unter den nächstbesten Türrahmen, und als sie ihren Blick durch die Fensterscheiben wandern ließ, erkannte sie, dass sie vor einer Bar standen.
      "Na gut, dann eben hier." murmelte Lydia, während sie ihre nassen Haare aus dem Gesicht strich und Faith mit einem entschlossenen Blick bedeutete, ihr zu folgen. Die beiden traten ein, entkommen dem prasselnden Regen, der draußen weiter unbarmherzig auf die Stadt niederging.
      Drinnen hing der schwere Geruch von Zigarettenrauch in der Luft, hatte sich in den abgenutzten Möbeln und vergilbten Lampenschirmen festgesetzt. Das Licht war schwach, flackernde Neonzeichen tauchten die Bar in ein trübes Glimmen. Die Tische waren zerkratzt, halb gefüllte Aschenbecher standen verstreut herum, und der Boden knirschte unter ihren Schritten. Lydia schien das nicht zu stören, während Faith den Raum mit einem schnellen Blick musterte. Trotz der abgelebten Atmosphäre lag eine seltsame Art von Gemütlichkeit darin – ein Ort, an dem sich die Zeit langsamer zu bewegen schien. Aber wirklich überzeugt war Faith nicht unbedingt.
      Faith warf einen kurzen Blick auf ihr Outfit, das durch den Regen leicht durcheinandergebracht war, aber dennoch seinen Charme bewahrte. Der schwarze Lederrock saß perfekt, schmiegte sich an ihre Taille und ließ den Look elegant und ein wenig rebellisch wirken. Dazu trug sie Plateaustiefel, die bis knapp unterhalb der Knie reichten, das leicht glänzende Material ein Statement für sich. Die Stiefel wurden durch burgunderrote Overknee-Socken ergänzt, die ihren Beinen eine zusätzliche Dimension verliehen und den Look stilvoll abrundeten. Oben entschied sie sich für ein schlichtes, langärmliges Top in tiefem Burgunderrot, wie auch die Socken, das ihre Silhouette betonte und dem Gesamtbild einen Hauch von Wärme verlieh.
      Während Lydia bereits mit ihrer üblichen Leichtigkeit durch den Raum schritt, ließ Faith sich kurz Zeit, die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Der Regen trommelte gegen die Fenster, draußen war die Welt in einen verschwommenen Schleier aus Wasser und Licht gehüllt. Hier drinnen fühlte es sich anders an – ruhiger, wärmer. Lydia grinste, als sie sich an Faith wandte, und sie wusste, dass die Nacht trotz des Wetterumschwungs noch einiges bereithalten würde.
      Lydia führte Faith direkt zur Bar, ihr Ziel fest im Blick. Doch kaum hatte sie das Schild zur Toilette entdeckt, hielt sie inne, entschuldigte sich mit einem kurzen Lächeln und verschwand sofort in die angegebene Richtung. Faith sah ihr nach, ein sanftes Lächeln auf den Lippen, bevor sie sich auf einen der Barhocker niederließ und erstmals ihren Blick durch den Raum schweifen ließ.
      Ihre Augen blieben an den Barkeepern hängen. Das leise Klirren von Gläsern, das geschäftige Einschenken – und dann stockte sie plötzlich. Moment mal... Das war doch... "Arien?" brachte sie hervor, mehr überrascht als alles andere. Arien Darkbloom, hier, als Barkeeper? Faith konnte es kaum glauben und starrte ihn eine Sekunde zu lange an, während sich die Erkenntnis langsam in ihr festsetzte. Die Situation war so unerwartet, dass sie für einen Moment sprachlos blieb. Das passte so überhaupt nicht, auch nicht seine Klamotten die er trug.

      Hawke Li-Winslow
      Für Hawke war der Tag eine einzige Herausforderung gewesen. Die Vorlesungen hatten ihn schon genug gestresst, dann noch die Sache mit England, doch der wahre Marathon begann erst danach. Er hatte sich beeilen müssen, um rechtzeitig nach Hause zu kommen um auf Mia aufzupassen. Seine Mutter hatte eine Extraschicht übernommen und war bereits weg gewesen, als er die Tür öffnete.
      Ohne zu zögern hatte er sich seiner kleinen Schwester angenommen, ihr bei den Hausaufgaben geholfen - ausgerechnet Mathe. Ein Fach, das er selbst immer gehasst hatte. Er konnte ihre Unlust nur zu gut verstehen, aber es half nichts. Was sein musste, musste eben sein. Und obwohl sie anfänglich wenig motiviert war, gelang es ihm schließlich, sie zum Lächeln zu bringen, als sie endlich ein paar Aufgaben richtig löste.
      Als seine Mutter später nach Hause kam, hatte Hawke sich auf den Weg gemacht, um sich mit ein paar Freunden in der Bar zu treffen, in der er arbeitete. Die Bar war ihm vertraut, fast wie ein zweites Zuhause. Doch ausgerechnet heute, bei diesem unerbittlichen Regen und dem stürmischen Wind, mussten sie sich treffen. Der Wind hatte seinen Regenschirm regelrecht zerfetzt, und jetzt stand er unter dem Vordach eines Spätis, um sich vor dem Wetter zu schützen.

      Mit einem genervten Seufzen öffnete er die Packung Zigaretten, warf die Plastikfolie in den Mülleimer und zündete sich eine an. Der Rauch mischte sich mit der feuchten Luft, während er den Regen beobachtete, der in dichten Strömen auf das Vordach prasselte. "Was für ein verdammtes Scheißwetter", murmelte er leise und zog an seiner Zigarette, während der Wind kalt durch die Nacht pfiff. Es war einer dieser Tage, an denen alles nur mühsam schien, er hätte einfach zuhause bleiben sollen und zum dritten Mal mit Mia diesen komischen Prinzessinnenfilm ansehen sollen.

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    • Arien Darkbloom

      Diese kleine Spielunke, wobei so klein war die Bar eigentlich nicht, genau genommen war sie recht groß, war sein Ein und Alles. Er liebte diese schwummrige Licht, die Rock- und Gothicmusik, welche hauptsächlich alte Hits herunterratterte, die schrägen Gäste und dieses potthässliche Neonlicht über der Bar, welches den Namen der Bar noch einmal erleuchtete. Die Tische waren zerkratzt, aber immer blitzblank, lediglich die Aschenbecher quollen chronisch über weil man kaum hinterher kam diese auszuleeren. Was allerdings wirklich gehegt und gepflegt wurde war seine Bar. Ein riesiger Tresen aus massivem Eichenholz nahm ein ganzes Viertel der dunklen Bar ein, hinter ihm war ein riesiges gläsernes Regal voller alkoholischer Schätze. Vom billigen Fusel bis zum richtig teuren Tropfen. Alles blitze und glänzte und Arien wurde regelrecht aggressiv, wenn jemand seine Bar verschmutze. Hier hinter dem Tresen war er der König und Vinc sein Boss, ließ ihm diese Illusion. Vincent, Alter Mann, der einzige Mensch der seinen Traum kannte und vollkommen unterstützte. Er lehnte lässig am Tresen und passte mit seinem aktuellen Look einfach perfekt ins Setting. Seine Haare lagen dieses Mal nicht perfekt geordnet, sondern waren leicht zerzaust und einige der glänzenden weißblonden Haarsträhnen hing ihm ins Gesicht, hier konnte er endlich seine Piercings in den Ohren tragen und seine blaugrünen Augen schimmerten regelrecht, weil er sich ausnahmsweise pudelwohl fühlte. Er trug ein lässiges weißes Shirt, auf der Rückseite war eine chinesische Drachensilhouette und Schriftzug. Dazu einfach nur eine lässige schwarze Hose aus diesem Sportzeug, welches so raschelte. Arien kannte sich damit nicht aus, aber er liebte die Hose und schwarz-weiße Sneaker. Um den Hals eine Kette mit einem silbernen Anhänger, welcher eine Gravur hatte, die nur er kannte und sein Arm zierte eine Tätowierung, für die ihn sein Vater töten würde. Gerade als er vor hatte eines der Gläser nachzupolieren, öffnete sich die Tür der Bar erneut. Aufgrund des miesen Wetters herrschte hier noch mehr Betrieb als sonst. Alles in allem hatten sie hier ohnehin immer volles Haus. Zu den Klängen von 30 Seconds to Mars, traten zwei Mädchen ein, welche hier absolut nicht ins Bild passten und vor allem hier nichts zu suchen hatten.
      Zuerst hatte er geglaubt, dass die Mädels hier einfach nur Schutz vor dem Regen suchten, dann sah er nochmal genauer hin und spätestens als er seinen Namen hörte, starrte er in ein ihm leider viel zu bekanntes Augenpaar.
      "Fuck....."
      Seine Augen weiteten sich geschockt und aufgrund seiner Reaktion drehten sich nun einige der Gäste um.
      "Hui, Arien kennst du die Süße?" fragte einer, ein anderer pfiff und Vincent sah Arien einfach nur skeptisch an. "Bring bitte nicht deine Betthäschen in meinen Laden."
      Arien ignorierte sie alle und stürmte direkt zu der Silberhaarigen.
      "Was zur Hölle machst du hier? Du solltest überhaupt nicht hier sein."
      Was zur...die Bar war gefühlt am Arsch der Welt und Faith viel zu schickimicki für so ein Lokal. Wollte sie jetzt plötzlich einen auf coole Rebellin machen?
      Arien ignorierte einmal gekonnt, dass er gerade alles andere als wie der charismatische Topstudent klang.



      Jade Rhea Summer

      Es war eisig kalt. Vor etwa einer Stunde hätte man sich vielleicht noch herausgetraut, aber jetzt würde man nicht einmal seinen schlimmsten Feind vor die Haustür schicken. Es stürmte inzwischen so sehr, dass sich einige Bäume bogen und der Wind pfeifende Geräusche von sich gab. Jade zog ihren Mantel enger an sich, was auch nichts half, da sie bis auf die Knochen durchnässt war. Nach nicht einmal 5 Minuten hingen ihr die scharlachrote Mähne bereits im Gesicht und die lange Haare klebten genau wie die Kleider wie eine zweite Haut an ihrem Körper. Sie zitterte und wirkte im Augenblick noch so viel zierlicher als sie es ohnehin schon war. Der kleine Späti war ungefähr 10 Minuten Fußweg von ihrem Zuhause und auch wenn sie sich beeilte indem sie durch die Straßen rannte, konnte man vor lauter Regen fast nichts mehr erkennen. Der Weg fühlte sich so viel länger an und für einen kurzen Moment wünschte sie sich tatsächlich, dass vor ihr ein Blitz einschlug und einfach alles vorbei war.
      Als sie sich diesem Gedankengang bewusst wurde, riss sie panisch die Augen auf und schüttelte den Kopf. So etwas durfte sie nie wieder denken!
      Eines Tages würde sie frei sein....
      Vielleicht würde er sie eines Tages so lieben wie früher...
      Vielleicht könnte sie sich eines Tages auch wieder selbst lieben.
      Sie war alles einfach so leid.
      Der 24-Stunden-Shop kam langsam in ihr Blickfeld und schnell rettete sich Jade unter das Vordach des Geschäfts. Sie zitterte am ganzen Körper und da sie komplett durchnässt war, bildete sich an der Stelle an der sie stand bereits eine riesige Pfütze.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Wann immer Lydia und Faith zusammen unterwegs waren, schienen sie das Chaos magisch anzuziehen. Ihre Erlebnisse pendelten stets zwischen skurrilen Zufällen und unvergesslichen Nächten – entweder fanden sie sich in urkomischen Situationen wieder oder erlebten einen perfekten Abend. Doch dass sie ausgerechnet in dieser Bar landeten, war selbst für ihre Maßstäbe unerwartet. Noch weniger hatte Faith damit gerechnet, hier auf Arien zu treffen – und erst recht nicht, dass er hier tatsächlich arbeitete.
      Sein Erscheinungsbild war völlig anders als das, was sie von ihm gewohnt war. Die sonst so ordentlichen Haare trug er jetzt lässig zerzaust, seine Ohrpiercings schimmerten im schwachen Licht der Bar, und das Tattoo war ihr sofort aufgefallen. Die Kleidung, die er trug, wirkte rauer, dunkler, ganz anders als das Bild, das er sonst von sich präsentierte – und trotzdem, oder gerade deshalb, sah er in diesem Stil überraschend gut aus. Es irritierte Faith, wie sehr ihr Blick an ihm hängen blieb, als würde sie ihn zum ersten Mal wirklich sehen.
      Für einen Moment war sie einfach nur verdutzt, wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihre Gedanken rasten, und irgendwo in diesem Wirrwarr erinnerte sie sich an eine Bemerkung, die sie aufgeschnappt hatte, dass sie angeblich als sein 'Betthäschen' bezeichnet wurde. Allein der Gedanke daran ließ eine ungewollte Wut in ihr aufkochen, und sie hätte demjenigen, der das gesagt hatte, am liebsten auf der Stelle eine geknallt. Doch noch war sie viel zu überrumpelt von der aktuellen Situation, um darauf zu reagieren.
      Arien bemerkte sie sofort und kam direkt auf sie zu.. Faith sprang vom Barhocker, "Was ich hier mache?" begann sie, ihre Stimme schärfer als geplant. "Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig und kann hingehen, wo ich will. Aber was zur Hölle machst du hier? Du arbeitest hier?" Ihre Worte waren eine Mischung aus Verwirrung, Unglauben und einer unterschwelligen Neugier, die sie selbst nicht ganz einordnen konnte.

      Hawke Li-Winslow
      Hawke lehnte sich gegen einen der Pfeiler des Vordachs, die Zigarette zwischen den Fingern, während sein Blick über die verregnete Straße wanderte. Der Regen fiel in schweren, unaufhörlichen Strömen, prasselte auf den Asphalt und verwandelte die Gehwege in glänzende Spiegel, in denen sich die flackernden Lichter der Laternen verzerrt widerspiegelten. Die Luft war feucht und schwer, durchzogen von dem dumpfen Geräusch des Wassers, das in kleinen Bächen die Straßen hinabfloss und sich in dunklen Pfützen sammelte.
      Ein gelegentlicher Windstoß trug die feinen Spritzer des Regens unter das Vordach, ließ sie an Hawkes Wangen kriechen, kühl und unangenehm. In der Ferne hörte man das gedämpfte Rauschen von Autoreifen, die durch das Wasser glitten, vermischt mit dem dumpfen Summen der Stadt, das selbst der Sturm nicht völlig ersticken konnte. Die Neonreklamen der gegenüberliegenden Geschäfte flackerten durch den dichten Schleier aus fallenden Tropfen hindurch, ihre Farben verschwommen wie Aquarelle auf nassem Papier.
      Hawke blies den Rauch langsam aus, sah zu, wie er sich für einen Moment im Wirbel des Regens verlor, bevor er endgültig verschwand. Die Welt fühlte sich in diesem Moment klein an – eingehüllt in Dunkelheit, Regen und die gedämpften Geräusche einer Nacht, die sich keinen Moment um ihn scherte. Doch genau das mochte er daran. Es war ruhig, nicht unbedingt friedlich, aber unaufdringlich. Ein Moment, der ihn unbemerkt allein ließ, während die Tropfen unermüdlich auf die Stadt herabkamen.
      Er war wohl nicht der Einzige, der sich trotz des heftigen Regens noch draußen herumtrieb. Eine weitere Person tauchte aus der Dunkelheit auf, kam direkt auf den Kiosk zu, völlig durchnässt. Unter ihr bildete sich augenblicklich eine Wasserpfütze, das Regenwasser tropfte unaufhörlich von ihrer Kleidung, die sich eng an ihren zierlichen Körper schmiegte. Ihre Haare – scharlachrot, dunkler geworden durch die Nässe – klebten in Strähnen an ihrem Gesicht.
      Hawke blinzelte, überrascht über die vertrauten Züge. Er erkannte sie sofort. Wie oft sollte das heute eigentlich noch passieren? Es war fast schon lächerlich. Einen Moment lang musterte er sie, bevor sich ein Hauch von Amüsement in seinen Blick schlich.
      "Na wenigstens rennst du mich diesmal nicht um" meinte er trocken, die Andeutung eines Lächelns in seiner Stimme, ohne es wirklich zu zeigen.
    • Arien Darkbloom
      Arien wusste ja bereits, dass sein Karmakonto wirklich grottig war und irgendwo im Minusbereich herumwanderte, aber womit hatte er das verdient? Der Hellhaarige war kein Freund vom Schicksal oder Zufällen. Mal ehrlich, schicksalshafte Begegnungen funktionierten vielleicht in kitschigen Filmen und Arien hatte solche Filme schon immer gehasst. Wieso also musste er jetzt ausgerechnet Faith begegnen? Er hatte sie bislang nie großartig wahrgenommen, das erste Mal abgesehen von der Charity-Veranstaltung erst heute gesprochen und nun deckte sie sein Geheimnis auf? War sie nun sein fucking Stalker? Ein Möchtegern-Sherlock?
      "Kleiner, wer ist die Schnecke?", kam es aus einer dunklen Ecke von einem mageren Typen mit schrägen Hut, der ihn immer ein wenig an Van Helsing erinnerte. Seine Wangen waren eingefallen und Arien wusste, dass der Typ viel zu viel Zeug konsumierte. Er hatte Augenringe so tief wie Mondkrater und dunkle Schatten, die man schon kaum mehr menschlich nennen konnte.
      "Geht dich einen Scheiß an. Trink dein Zeug.", fauchte Arien ihm entgegen.
      "Awww, hat dich unser Kätzchen gekrallt?", lachte der Bärtige an der Bar nun den gruseligen Mager-Typen aus.
      "Arien, Bar." war alles was von Vincent zu dieser Sache kam. Es interessierte ihn herzlich wenig wer in seine Bar kam, solange niemand etwas zerstörte und seinen Alkohol bezahlte.
      "Ja, doch." Sein Blick wanderte nun wieder zu seinem ungebetenen Gast, der ihn direkt anzickte. Gut, hatte er verdient. Schließlich hatte er ja auch nicht gerade freundlich mit ihr gesprochen.
      Genervt schnalzte er mit der Zunge, etwas das er an der Uni niemals tun würde. "Jaja. Unabhängige Frau und so. Wage es ja nicht, dass hier irgendwie auszuplaudern oder Fotos zu machen, kapiert." Er seufzte sich geschlagen gebend. Der Hellhaarige konnte sich später noch überlegen, was er tun konnte, damit sein Privatleben nicht ans Licht kam. Man würde Faith zwar nicht glauben, aber wer wusste schon, ob sie nicht heimlich Bilder machte. "Was willst du Trinken?"

      Jade Rhea Summer

      Jade war sich nicht sicher, ob sich inzwischen mehr Wasser in ihren Turnschuhen befand oder auf der Straße in den Pfützen. Es fühlte sich widerlich an, wenn sie auftrat und es gab kaum etwas schlimmeres als nasse Socken und Schuhe. Okay, nasse Unterwäsche. Alles war einfach nur nass. Sie wollte ja gerne vermeiden in irgendwelche schimmernden Pfützen zu treten, aber die ganze Straße war gefühlt ein einziges Meer aus Regenwasser und inzwischen bildete der Regen keine kleinen Kreise mehr sondern krachte erbarmungslos auf die Welt nieder. Es roch richtig nach feuchter Luft und der eisige Wind machte alles nur noch schlimmer. Jade versuchte so gut sie konnte nicht auch noch erbärmlich mit den Zähnen zu klappern, es misslang hier. Sie rieb sich mit den schlanken Fingern über die zierlichen Schultern. Sie hatte wirklich stark abgenommen ...
      Trotz all ihrem Sport und dem trainierten Körper, welchen sie früher hatte, war davon kaum noch etwas übrig. Killian hatte sie nicht nur psychisch gebrochen. Dennoch war sie ihrer sportlichen Natur dankbar und deshalb kam sie auch schneller als gedacht zum Späti. Nun helfen tat es nicht, sie war bis auf die Knochen durchnässt in weniger als einer Minute gewesen.
      Als sie das Vordach des Geschäfts erreichte, wollte sie erleichtert durchatmen, bis ihr eine bekannte Stimme zu Ohren kam.
      Mit großen Augen blickte sie auf und erkannte ihn.
      "Hawke.", flüsterte sie leise. Ihre Stimme zitterte vor Kälte.
      Wieso begegnete sie ihm so oft? Seine Stimme klang so freundlich und sanft. Wahrscheinlich würde es keiner außer Jade als sanft empfinden, aber in ihren Augen war der Schwarzhaarige ein netter Kerl.
      Wieso war er hier? Warum nur redete er immer mit ihr? Wieso war er so nett?
      Sie hatte seinen Namen ausgesprochen und es fühlte sich so an, als würde sie den Namen eines ihrer Helden aus ihren geliebten Büchern flüstern. Nun vielleicht kein Held im klassischen Sinne. Ein düsterer Anti-Held. Diese waren Jade ohnehin am liebsten.
      Sie versuchte schwach zu lächeln. "Warum bist du denn hier draußen?"


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Diese Bar war wirklich einzigartig – allerdings weniger wegen ihrer Einrichtung, sondern vielmehr wegen der Menschen, die sich hier aufhielten. Der hagere Kerl in der Ecke schien mit einem Bein in einer anderen Welt zu stehen, und dass er es sich auch noch herausnahm, sie 'Schnecke' zu nennen, war schlichtweg unfassbar. Doch was Faith noch mehr überraschte, war die Art, wie Arien mit ihm sprach – ruhig, aber mit einer Schärfe, die sie nicht von ihm erwartet hätte – und wie er mit ihr sprach, was sie noch mehr aus der Fassung brachte.
      Ungläubig wanderte ihr Blick zwischen dem hageren Mann und Arien hin und her. "Was ist denn bitte dein Problem? Hat dir etwa jemand ans Bein gepisst?" Ihre Worte waren scharf, ihre Stimme durchzogen von einer Mischung aus Ärger und Verwunderung. Es war nicht die Art, wie sie sich normalerweise ausdrückte – schon gar nicht in der Uni oder vor ihrem Vater. Aber Arien hatte sie mit seiner unhöflichen Art völlig überrumpelt. "Als hätte ich nichts anderes zu tun, als von dir Fotos zu machen," fügte sie hinzu, ihre Stimme nun etwas ruhiger, aber nicht weniger bestimmt, während sie ihn weiterhin mit einem durchdringenden Blick fixierte.
      Einen Moment lang musterte sie ihn, versuchte, ihn und die Situation zu begreifen. Am liebsten würde sie einfach wieder gehen, immerhin hatte sie nichts verwerfliches getan und Arien blaffte sie ohne weiteren Grund so von der Seite an.
      Schließlich antwortete sie auf seine Frage, ihre Stimme wieder gefasst, aber mit einem Hauch von Trotz: "Ein Gimlet und ein Mojito." Sie bestellte für sich und Lydia, die noch immer auf der Toilette war und von all dem nichts mitbekam. Faith war sich sicher, dass Lydia ihr das alles nicht glauben würde – zumindest nicht, bis sie Arien mit eigenen Augen sah. Die Nacht nahm eine Wendung, die Faith nicht hatte kommen sehen, und sie konnte nicht leugnen, dass sie gespannt war, wie sich die Dinge weiterentwickeln würden. Es war, als hätte das Schicksal beschlossen, sie in ein Spiel zu verwickeln, dessen Regeln sie noch nicht kannte.

      Hawke Li-Winslow
      Der Regen rauschte unaufhörlich in den Hintergrund, während sie sich für einen Augenblick nur ansahen, ihre Begegnungen des Tages plötzlich zu einem unerwarteten Muster verknüpft.
      "Jade, richtig?" Hawke sprach ihren Namen aus, die Überraschung deutlich in seiner Stimme hörbar. Es war fast schon absurd, wie oft ihre Wege sich kreuzten – dies war bereits das dritte Mal, und jedes Mal war es völlig unerwartet. Doch anders als zuvor rannte sie diesmal nicht in ihn hinein. Stattdessen stand sie klitschnass und zitternd vor ihm, ihr Gesicht von Strähnen ihrer scharlachroten Haare umrahmt, die im Regen wie dunkler Rubin glänzten.
      Hawke konnte sich nicht erklären, was sie bei diesem Wetter hier draußen machte. Der Monsun artige Regen fiel in schweren Strömen, setzte alles unter Wasser und ließ die Luft kalt und feucht erscheinen. Jade stand unter dem Vordach, das nur ein kleines Stück Schutz bot, und zu ihren Füßen bildete sich eine stetig größer werdende Pfütze. Ihre durchnässte Kleidung haftete eng an ihrem schlanken Körper, und sie sah aus, als wäre sie geradewegs durch einen Sturm gegangen.
      "Ich wollte mich eigentlich mit ein paar Freunden treffen," begann Hawke schließlich, während er einen Blick auf den prasselnden Regen warf. "Aber bei dem Wetter… na ja, du siehst ja selbst, es ist nicht gerade ideal." Er ließ die Zigarette zwischen seinen Fingern kreisen und zuckte mit einem Schulterzucken. "Ich wollte noch abwarten, ob der Regen nachlässt, bevor ich mich auf den Weg mache. Und du? Was treibt dich hier raus?".
      Hawke musterte sie einen Moment, während der Wind erneut feine Spritzer Regen unter das Vordach trieb.
    • Arien Darkbloom

      Seine kleine feine oder eher ruppige Welt, seine garstige Seifenblase die er sich hier erschaffen hatte, drohte zu platzen und das alles nur weil die kleine Prinzessin hier auftauchen musste. Diese Bar war in einer Seitengasse, weit weg von der Uni und allein die Musikrichtung war nicht jedem seine Sache, was hatte sie hier bitte verloren? Faith passte so gar nicht in dieses Bild hier. Vielleicht präsentierte sich die Ashenvale-Tochter aber auch einfach ähnlich wie er ganz anders als sie eigentlich war. Wer Arien sie deshalb zu verurteilen. Es gab bei Weitem keinen größeren Lügner als ihn an dieser gottverdammten Uni. Das ihm die Kleine nun auch so patzig antwortete, unterstützte seine Vermutung. Er war nicht böse oder angegriffen von ihren Worten. Der Hellhaarige grinste. Es war nicht das charismatische Lächeln, welches er in der Universität aufsetzte und jeden damit in seinen Bann zog ...oder so ähnlich, wer wusste das schon. Es war ein neckisches Grinsen, dunkel, frech aber ehrlich. "Ohhh .", kam es in einem amüsierten Singsang von ihm. "Wohl doch nicht nur Daddys kleiner Engel. Vielleicht bist du ja genauso ein Fake wie ich.", amüsiert winkte er ab, weil er bereits das vierte Mal von seinem Boss gerufen wurde. "Einen Gimlet und einen Mojito. Lass mich raten Bobby ist auch hier?" Bobby, aufgrund der Bob-Frisur ihrer Freundin. Es war kein böser Unterton, er fand das Mädel eigentlich ganz in Ordnung. "Kommt sofort." er lief also zurück zur Bar. Der Bärtige wackelte zweideutig mit seinen Augenbrauen, erntete davon den Mittelfinger von Arien und dieser wieder einen Klapps auf den Hinterkopf von Vincent. Wollte er ihm die guten Noten herausprügeln. "Gewalttätiger alter Mann."
      "Drecksbengel."
      "Alter Sack."
      "Rotznase."
      Sie beide grinsten sich an und Arien machte sich daran die Cocktails der Damen zu mischen. Mit seiner großen Klappe musste er sich überall verstellen, nur nicht hier. Hier nahmen ihn die Leute wie er war. Vielleicht aber auch nur deshalb, weil er verflucht geniale Cocktails mixte. Ein paar Leute hatten einmal gelästert, dass Vincent etwas anderes für ihn übrig hatte, was absoluter Schwachsinn war. Vincent liebte seine Familie abgöttisch und Arien? Arien wünschte sich, dass er Teil dieser Familie wäre....
      Ein Geheimnis das er auf ewig in sich tragen würde.

      Jade Rhea Summer

      Er hatte sich ihren Namen gemerkt! Mit großen leuchtenden Augen sah sie zu ihm auf. Er sprach ihren Namen so ganz anders aus als Killian es tat. Natürlich war Hawke nicht der einzige Mann, mit dem Jade jemals in ihrem Leben Kontakt hatte, aber er war der erste von dem Killian nichts wusste. Ihr Freund hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt um Jade möglichst vor der Welt abzuschotten und wenn sie auch nur mit einem anderen Kerl sprach, um ihm den Weg zu erklären, würde ihr direkt Betrug vorgeworfen.
      Warum sie sich nicht trennte?
      Wenn hatte sie den sonst?
      Niemanden...sie war allein.
      Nein, sie wollte nicht daran denken! Hawke würde ihr kleines Geheimnis bleiben. Sie kannte ihn nicht, den düsteren Anti-Helden in ihrer eigenen kleinen Fantasygeschichte, welche sie sich zusammen gesponnen hatte, aber das war in Ordnung. Das hier war nur für sie. Ihre eigene kleine Welt.
      Der Schwarzhaarige hatte ihr verraten, was seine Pläne waren und sie hörte ihm aufmerksam zu, während sie immer weiter zitterte und langsam kein Gefühl mehr in den schlanken Fingern hatte. Sie unterdrückte mit aller Kraft das Zähne klappern.
      "Mich?...Oh, uhm...ich hatte auf dem Heimweg etwas vergessen einzukaufen und was ist ein Filmeabend ohne Cola und Knabberzeug?"
      Wow...sie fühlte sich lächerlich.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      Was glaubte er eigentlich, wer er war?! Arien benahm sich, als hätte sie ihn gezielt gesucht, als wäre ihr Erscheinen in dieser Bar kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung, um ihm nachzustellen. Dabei interessierte es Faith herzlich wenig, wo er sich aufhielt – sie hatte schlichtweg nicht damit gerechnet, ihn hier zu sehen. Noch dazu war es nicht einmal geplant gewesen, diesen heruntergekommenen Laden zu betreten.
      Und dann hatte er sie auch noch 'Daddys kleiner Engel' genannt. Jeder andere hätte für diese Bemerkung ihre geballte Wut zu spüren bekommen, doch bevor sie die Worte aussprechen konnte, hatte er noch etwas hinzugefügt – etwas, das sie innehalten ließ. Vielleicht bist du ja genauso ein Fake wie ich.
      Faith musterte ihn. Also war das, was sich in der Universität abspielte, nichts weiter als eine Fassade? War er hier, in dieser Bar, jemand völlig anderes? Jemand, der seine Maske ablegen konnte? Oder war es vielmehr so, dass dies seine wahre Seite war? Gedanken rasten durch ihren Kopf, während sie unbewusst die Bedeutung hinter seinen Worten zu entschlüsseln versuchte.
      "Und das kommt von Daddys Liebling," konterte sie schließlich trocken, ihre Stimme scharf, aber mit einem Hauch von Ironie. Ohne noch weiter darauf einzugehen, bestellte sie wenig später die Cocktails für sich und Lydia. "Ja, ist sie." kam es knapp, bevor sie sich wieder auf den Barhocker setzte, kaum war Arien hinter der Bar verschwunden.
      Sie hatte ihn nicht oft gesehen, aber sie wusste, wie andere über ihn sprachen – der charmante, stets höfliche Arien Darkbloom. Ab und an hatte sie ihn auf einem dieser langweiligen Anwalts-Events gesehen, wo er einen ganz anderen Eindruck machte. Hier jedoch war er anders. Direkt, kantig – ohne den polierten Anschein, den er sonst zur Schau stellte.
      Faith beobachtete ihn einen Moment, sah, wie er mit einem Mann sprach – vermutlich sein Chef –, während er routiniert ihre Cocktails mischte. So wie sie seinen Vater einschätzte, der vermutlich nicht sehr viel anders war als ihrer, wusste er entweder nicht das Arien hier arbeitete oder war alles andere als darüber erfreut.
      Es dauerte nicht lange, bis Lydia von der Toilette zurückkam und sich neben Faith setzte. Kaum hatte sie Arien erspäht, starrte sie ihn ungläubig an. "Ist das etwa Arien?" fragte sie verdutzt, ihre Stimme voll überraschter Verwunderung.
      "Jap." antwortete Faith schlicht, ihre Gedanken noch immer ein wenig kreisend, während die Nacht eine Wendung nahm, die sie definitiv nicht hatte kommen sehen.

      Hawke Li-Winslow
      Hawke blickte zu Jade hinunter, seine Augen prüfend, während der Wind unaufhörlich feinen Sprühregen unter das Vordach jagte. Sie stand direkt vor ihm, das Wasser tropfte unaufhörlich von den Rändern ihrer Kleidung, die sich eng an ihren Körper schmiegte. Die Kälte musste ihr längst in die Knochen gekrochen sein.
      Er zog an seiner Zigarette, beobachtete den Rauch, wie er sich für einen Moment in der feuchten Luft verlor, bevor er vom Wind verschluckt wurde. Der Regen fiel in dichten Strömen, prasselte auf die dunklen Straßen und verwandelte die Stadt in eine glitzernde, verschwommene Welt aus Lichtreflexen und fließendem Wasser. Es war eine Nacht, die niemand freiwillig draußen verbringen wollte. Wäre er nicht mit Freunden verabredet gewesen, hätte er sich sicher nicht hinausgewagt – er hätte stattdessen in seiner Wohnung gesessen, eine heiße Tasse Kaffee in den Händen, weit entfernt von dieser klammen Realität. Eigentlich sollte Mia schon im Bett liegen, aber vermutlich hätte sie ihn dann noch überreden wollen, mit ihr einer der tausend Prinzessinnen Filme anschauen zu wollen. Und bei diesem Wetter war der Gedanke deutlich angenehmer als hier draußen zu stehen.
      "Bei diesem Wetter?" murmelte er schließlich, die Verwunderung in seiner Stimme deutlich hörbar. Es war nicht nur die Tatsache, dass jemand freiwillig durch den Sturm gelaufen war – es war auch die absurde Zufälligkeit, dass er Jade nun zum dritten Mal an diesem Tag begegnete. Ihre Wege kreuzten sich immer wieder, als hätte das Schicksal sich dazu entschieden, sie in eine Reihe unvorhersehbarer Begegnungen zu verwickeln. Und jetzt stand sie vor ihm, völlig durchnässt, und er fragte sich, warum sie nicht längst nach drinnen geflüchtet war. "Wegen einer Cola und Süßigkeiten?".
    • Arien Darkbloom

      Ariens Gesicht umspielte immer noch das für andere Leute sicherlich extrem untypische freche Grinsen, dass man von ihm einfach nicht kannte. Nun viel mehr war es so, dass Arien diese Seite nicht zeigen konnte. Würde er sich an der Universität zeigen, wie er wirklich war, wäre er sicherlich nicht der Campus-Liebling. Sicher, es würde genug Leute geben, welche diese Art bevorzugten, aber er musste immer charmant, perfekt und vorzeigbar sein. Sonst würde sein Traum platzen wie eine Seifenblase und sein alter Herr die Wette gewinnen. Das konnte er nicht zulassen, auch wenn das bedeutete, dass er zu jemanden werden musste, denn er selbst hasste. Er war so Fake, dass er sich selbst morgens im Spiegel verabscheute. Hier, hier konnte er sein wie er war und gerade bei den abgefucktesten Menschen, kam seine verkorkste Seite gut an. Seine unhöfliche, freche und sarkastische Art. Seine Ehrlichkeit und große Klappe. Nicht alles an der Universität war gespielt, Intelligenz konnte man nicht vorstellen und er war stolz auf dieses Stipendium, welches er besaß. Allerdings nutzte er es nicht zu den Zwecken, welche er gerne wollte. Hier nutzte er seinen Verstand um sich nach nur einmal auf die Karte blicken, sämtliche Getränke und Preise zu merken. Er hatte in nur zwei Tagen sämtliche Cocktail-Mischungen im Kopf behalten und er kannte von den Stammkunden sämtliche Vorlieben. Das war der Grund weshalb er hier eingestellt wurde. Nicht sein elitärer und wohlhabender Hintergrund, nicht sein Nachname, nicht seine Noten, nicht sein Aussehen...naja gut, das Aussehen kam es Barkeeper extrem gut an, aber sein Chef wollte ihn aufgrund seiner Fähigkeiten. Weil er war wie er eben war. Das Faith ihm so schnippisch antwortete, hatte er verdient. "Ich bin wohl eher das absolute Gegenteil und darum muss ich es ja vorheucheln. Aber du hast Recht, ich bin nicht in der Position dir etwas vorzuwerfen, kleine Fakerin. Der größte Lügner bin immer noch ich.", damit nahm er die Bestellungen von ihr auf und schlenderte gemütlich zur Bar zurück. Er mixte die Wunschcocktails der beiden Damen mit einer solchen Routine und doch Genauigkeit, dass Vincent im Hintergrund zufrieden nickte. Arien würde es niemals zugeben, aber die Anerkennung von Vincent bedeutete ihm so viel mehr als die seines Vaters. Als Arien aufblickte, erkannte er die Freundin von Faith, die sich dem Tisch näherte und die ihn anstarrte, als würde er gerade in einem rosa Röckchen durch den Raum tänzeln. Nun den perfekten Arien Darkbloom hier anzutreffen, war wahrscheinlich genauso realistisch, wie in einem Ballettoutfit hier herum zu hüpfen. Wahrscheinlich wäre beides gleichermaßen verwirrend. Mit einem Grinsen zwinkerte er ihr zu und hoffte das Faith ihr mitteilte, dass auch sie die Klappe zu halten hatte.
      Gut, Arien wusste, dass er nicht zu befürchten hatte. Die Leute würden den beiden nicht glauben, dazu war sein Status an der Universität einfach zu gefestigt. Solange ihn hier kein Dozent oder einer der Studenten erwischte, die etwas zu sagen hatten. Vincent würde ihn ohnehin decken.
      Er packte die beiden Getränke:
      Einen Gimlet, welcher wie ein türkiser Calcit schimmerte und mit der Limette am Glasrand aussah wie aus einem perfekten Cocktailfotobuch und den Mojito, der mit all seinen verzierten Minzblättern einem kleinen Dschungel im Glas anmutete, auf ein schwarzes Tablet und steuerte auf den Tisch der beiden Damen.
      In der Regel brachte er die Cocktails nie selbst, weshalb er das Lachen der anderen Gäste im Hintergrund vernahm, aber direkt ausblendete.
      Er selbst hatte sich einen hatte sich einen saphirblauen Kamikaze-Shot mitgenommen. Als er die Gläser der Damen abstellte, hob er seinen kleinen Shot an und grinste. "Auf fragwürdige Begegnungen und schmutzige Geheimnisse?"


      Jade Rhea Summer
      Sie wusste wie bescheuert ihre Antwort war und die Verwunderung in der Stimme von Hawke konnte sie ihm kaum verdenken. Sie war ja schon dankbar, dass sie lediglich Verwunderung heraushörte und nicht eine Tonlage, die ihre Intelligenz anzweifelte. Wobei Jade ihre Hörigkeit gegenüber Killian nicht gerade als intelligent bezeichnen würde. Es war masochistisch, erbärmlich und einfach nur traurig. Die Rothaarige konnte nicht zählen wie oft sie sich bereits gefragt hatte, ob es nicht besser wäre, alles wäre einfach vorbei. Allerdings hing sie an diesem Leben. Sie hing an ihrer kleinen Märchenwelt, an ihren noch nicht zerstörten Träumen, an der erbärmlichen Hoffnung irgendwann den Absprung von ihm zu schaffen. Sie brauchte nur noch etwas mehr Geld und dann wäre sie frei.
      Sie hatte hinter dem Rücken von Killian bereits begonnen eisern zu sparen. Alles was sie ansatzweise aufbringen konnte und das nicht für das Studium drauf ging. Aber würde sie sich trauen einfach zu gehen? Die junge Frau mit den scharlachroten Haar und den bernsteinfarbenen Augen wusste, dass sie in einer Nacht- und Nebelaktion verschwinden musste. Aber mit jedem Tag mehr bezweifelte sie, dass sie es schaffen würde. Hatte sie noch so viel Kraft übrig? Wo sollte sie hin, wenn sie niemanden auf der Welt hatte? Könnte sie Killian einfach verraten, derjenige der sie gerettet hat?
      Sie schüttelte schnell den Kopf, was nur damit endete, dass ihr das nasse Haar direkt im Gesicht klebte - großartig. Wenn sie sich davor noch nicht vor Hawke blamiert hatte, dann jetzt.
      "Uhm......ja?", sie traute sich nicht ihn anzusehen. Ihre Zähne klapperten und sie schaffte es nicht mehr dies zu unterdrücken. "Ich...sollte in den Laden. Bis dann Hawke.....sei vorsichtig bei dem Wetter." Schnell huschte sie an ihn vorbei in den Laden und versuchte ein wenig Wärme aufzunehmen. Sie scheiterte kläglich.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Charilynn Faith Ashenvale
      "Sieht wohl so aus", murmelte Faith. Der Anblick ließ sie nicht los – es war einfach surreal. Arien hätte es gut sein lassen können, aber nein: Er bezeichnete sich selbst als Lügner und hatte sogar sie als 'Fakerin' betitelt. Ein bisschen unfair, oder? Wobei... wenn sie ehrlich war, lag er nicht komplett falsch. Nein, Faith hatte nie so einen radikalen Gegensatz gezeigt wie er, der hier auf einmal wie ein anderer Mensch wirkte. Aber die Wahrheit war, dass auch sie ein Leben führte, das sich nicht ganz wie ihres anfühlte. Dieses Studium, diese Erwartungen – es fühlte sich alles falsch an. Viel lieber würde sie etwas machen, das wirklich zu ihr passte, anstatt den vorgegebenen Weg ihres Vaters zu folgen.
      Ein Trost in all dem war Lydia. Ihre Freundin war ein echter Lichtblick, inmitten all der überheblichen Töchter aus dem Umfeld ihres Vaters – Frauen, die sich für etwas Besseres hielten und mit ihrer Arroganz Faith oft zur Verzweiflung brachten. Lydia war erfrischend anders. Und obwohl Faith vielleicht nicht danach aussah, sehnte sie sich insgeheim danach, ein freieres, selbstbestimmtes Leben zu führen.
      Auch Lydia war jetzt völlig baff und starrte Arien mit offenem Mund an. "Bist du dir sicher, dass er keinen Zwillingsbruder hat?", fragte sie, und ihre Augen wurden dabei immer größer.
      Faith stöhnte. "Das ist Arien, wie oft noch?" Lydias Blick wanderte zurück zu ihm. "Der sieht SO anders aus!" Faith rollte die Augen. "Ja, ich weiß. Aber hör auf, ihn so anzustarren!" Sie boxte ihrer Freundin spielerisch auf die Schulter, was Lydia mit einem überraschten "Au!" quittierte.
      Zum Glück verstummte sie, als Arien mit den Getränken kam. Mit breitem Grinsen griff Lydia nach ihrem Glas und rief: "Na aber sowas von! Und auf viele weitere!" Faith schüttelte lächelnd den Kopf, schnappte sich ihren Gimlet und stimmte mit einem Lächeln an. Vielleicht war alles gerade ziemlich verrückt, aber genau das machte es doch irgendwie besonders.

      Hawke Li-Winslow
      Hawke konnte es immer noch nicht ganz glauben, dass diese junge Frau tatsächlich nur für ein paar Snacks bei diesem grauenhaften Wetter losgezogen war. Er selbst wäre niemals draußen gewesen, hätte er sich nicht fest mit seinen Freunden verabredet. Zumindest hatte er es geschafft, sich halbwegs vor dem Regen zu retten – seine Lederjacke war zwar nass und seine Haare leicht feucht, aber Jade war bis auf die Haut durchnässt. "Okay, mach das. Bis dann", war alles, was er ihr antwortete, während er beobachtete, wie sie in den Kiosk stapfte, das Wasser von ihrer Kleidung tropfend. Ob sie wohl weit nach Hause hatte? Vielleicht wohnte sie ja in der Nähe und hatte das Wetter einfach unterschätzt. Mit etwas Glück würde der Regen bald aufhören, in Strömen zu fallen, und sie könnte sich bequem auf den Heimweg machen.
      Jade ging an ihm vorbei, hinein in den hell erleuchteten Kiosk, während Hawke draußen blieb und an seiner Zigarette zog. Der Rauch kringelte sich in die feuchte Luft, und er dachte daran, dass er sich auf den Weg machen würde, sobald die Zigarette zu Ende geraucht war. Der Regen prasselte weiter, und die Welt schien in diesem Moment nur aus grauen Wolken und glänzenden Pfützen zu bestehen. Doch irgendwie hatte dieser Augenblick auch etwas Eigenes – eine seltsame Ruhe, die ihn innehalten ließ und die Szenerie wirken ließ, als sei sie aus einem Film entsprungen. Es war eigenartig, aber auch faszinierend.
    • Arien Darkbloom
      Er stieß mit den beiden Mädchen an, kippte seinen Shot auf ex, dafür war er ja schließlich da und stellte das kleine Glas zurück auf sein Tablet. Da Arien arbeiten musste, hatte er nicht die Zeit sich zu Faith und Lydia zu setzen, weshalb es eben ein kleiner Drink sein musste. "Wenn ihr was bestellen wollt, schreit einfach. Schreit wirklich, ihr werdet sonst übertönt.", er schnappte sich seine Sachen und ging zurück an die Bar. "Du hast gleich zwei? Ich wäre so gern wieder jung.", seufzte der Bärtige, woraufhin Arien grinste. "Würde dir auch nicht helfen, alter Mann." "Kleiner Scheißer.", brummte der Bärtige, woraufhin Vincent mit verschränkten Armen zu ihm blickte. "So darf nur ich ihn nennen. Arien mach deine Arbeit und hör auf zu flirten."
      "Ich flirte nicht.", brummte Arien, gehorchte aber und machte sich wieder an die Arbeit die Leute in der Bar zu bedienen oder viel mehr abzufüllen. Die Bar füllte sich immer mehr und war irgendwann so voll, dass sie die Rockmusik lauter aufdrehen konnten, da vielen nach feiern zu mute war. Ein paar Mädels tanzten mitten im Raum, feierten das Leben und es floss Alkohol in Hülle und fülle. Ein paar Kerle machten mit, andere betranken sich in stillen Ecken und es herrschte ein buntes und geselliges Treiben. Sie wirkten alle wie harte und raue Leute, Außenseiter, aber in Wahrheit waren sie die einzig echten Menschen in dieser falschen Gesellschaft. Sie waren echt, sie waren laut und Arien liebte diese Arbeit abgöttisch. "Schätzchen, du bist so süß es ist so unfair, das du ein Kind bist.", seufzte Viktoria sturzbetrunken, die mehr auf der Bar lag als gerade sitzen zu können.
      "So süß, dass man Karies bekommt."
      "Wir rufen dir ein Taxi, Viki.", antwortete Vincent geduldig.
      "Wieso bist du verheiratet Vinc? Die Welt ist scheiße..."
      "Jaja, alles ist doof.", Vincent winkte ab, das Spiel jahrelang mitmachend und wählte vorsorglich die Taxizentrale seines Vertrauens, welche in der Berufsbeschreibung förmlich stehen hatte, dass sie Dichtsäcke nach Hause fuhren. Der Bärtige hing auch komplett schief an der Bar, während Arien die restlichen Gäste glücklich machte und reichlich Drinks mischte. Das würde ordentlich Kohle heute in der Kasse von Vinc geben. Trinkgeld bekam er ständig, aber er machte den Job nun wirklich nicht deshalb. Er war ein Darkbloom, wenn er etwas hatte dann Kohle - die ihm nicht gehörte.
      Nein, hier fühlte er sich lebendig.

      Jade Rhea Darkbloom

      Sie hätte gern weiter mit Hawke gesprochen, allerdings war sie dann doch wieder erleichtert, dass sie verschwunden war. Jade fühlte sich im Augenblick so erbärmlich, wie sie einfach tropfnass mit klappernden Zähnen vor ihm stand, dass sie am liebsten im Erdboden versunken wäre. Er musste sie doch wirklich für eine totale Idiotin halten und war nur zu nett, es ihr einfach ins Gesicht zu sagen. Die Cola, welche sie endlich gefunden hatte, konnte sie vor Zittern kaum in der Hand halten und es fiel ihr schwer überhaupt nach irgendwelchen Snacks Ausschau zu halten, da ihr der gesamte Körper schmerzte. Ihre Hände fühlten sich an die Eiszapfen und sie hatte sich regelrecht mit einer Packung Chips und zwei falschen Cola an die Kasse geschleppt, als wäre sie eine Art Zombie aus einem viel zu schlechten Film. Der Kassierer starrte sie zurecht an, als wäre sie absolut bescheuert.
      "Ähm....geht es dir gut?" Dafür das er so teilnahmslos wirkte, war er erstaunlich besorgt. Sah sie so schlimm aus? Wahrscheinlich.
      "M...mi..mir....g..g..geht es gut.", sie konnte vor Zittern kaum sprechen und reichte wacklig das Geld. Sie wollte hier einfach nur noch verschwinden.
      Hoffentlich war Hawke schon gegangen. Wenn er sie nochmal so sah, würde er das Bild ihrer Armseligkeit sicherlich nie wieder aus dem Gedächtnis verbannen können.


      ღ For my lovely Warlock ღ

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    • Charilynn Faith Ashenvale
      Faith nippte genüsslich an ihrem Cocktail, während Lydia einen kräftigen Schluck von ihrem nahm und Arien mit ihnen einen kurzen Shot trank. "Danke dir", sagte Faith lächelnd, nachdem er ihnen versicherte, sie könnten einfach nach ihm rufen, wenn sie etwas Neues bestellen wollten. Sie müssten bloß laut genug schreien.
      Eines musste Faith Arien wirklich lassen: Dieser Gimlet war mit Abstand der beste, den sie je getrunken hatte. Auch Lydia war von ihrem Mojito absolut begeistert. Die beiden probierten neugierig die Cocktails der jeweils anderen, und Lydia zeigte sich auch von Faiths Gimlet beeindruckt. Faith hingegen verzog das Gesicht, als sie Lydias Mojito probierte – Minze war einfach nicht ihr Ding. Warum sie es überhaupt versucht hatte, blieb ein Rätsel, aber Lydia konnte sich bei Faiths Ausdruck vor Lachen kaum halten.
      Während sie plauderten, drehte sich das Gespräch um Lydias Modeblog und kreative Ideen für neue Outfits. Faith hatte viele ihrer Skizzen auf dem Handy abgespeichert und zeigte sie ihrer Freundin. "Wow, das ist der Wahnsinn! An dir geht echt eine unglaublich talentierte Modedesignerin verloren", sagte Lydia begeistert, während sie Faiths Zeichnungen ansah. Der Kommentar traf Faith direkt ins Herz. Ihre Leidenschaft für Mode war ungebrochen und so viel stärker als das fade Jurastudium, mit dem sie sich quälte. Ein leiser Stich der Sehnsucht überkam sie.
      Ihr Blick wanderte zu Arien, der hinter der Bar stand und mit geschickten Bewegungen die Getränke mixte. Sein Lachen war ansteckend, sein freches Grinsen wirkte so echt, und er schien vollkommen gelassen. Es war schwer zu glauben, dass dieser entspannte, charismatische junge Mann tatsächlich Jura studierte. Faith konnte sich einfach nicht vorstellen, wie jemand Freude an einem Studium haben konnte, das so trocken und emotionslos war – für sie blieb es ein Rätsel. Arien hingegen schien in seiner eigenen Welt aufzugehen, so natürlich und frei, wie sie sich selbst auch gern fühlen würde.
      Faith leerte inzwischen ihren dritten Cocktail, einen verführerischen Piña Colada, während Lydia genüsslich an ihrem Bloody Mary nippte – einem Cocktail, den Faith persönlich als absolut widerlich empfand. Lydia hingegen schien sich daran nicht zu stören und war bereits bei ihrem fünften Drink angekommen. Ihre ausgelassene Stimmung spiegelte sich in ihrem strahlenden Lächeln und ihrer fröhlichen Art wider.
      Während die beiden über Mode plauderten und neue Ideen austauschten, fiel Faith auf, wie Lydias Blick immer wieder zu einem schwarzhaarigen Typen hinüberglitt. Der Mann schien ebenfalls mit ein paar Freunden unterwegs zu sein, doch seine Aufmerksamkeit lag offensichtlich bei den beiden Frauen. Immer wieder sah er zu ihnen herüber, und Lydia erwiderte seinen Blick mit einem vielsagenden Funkeln in ihren Augen. Faith bemerkte es mit einem amüsierten Lächeln – anscheinend war die Atmosphäre nicht nur von Cocktails, sondern auch von kleinen Flirts geprägt. Es verlieh dem Abend eine leichte, spannende Note. "Ich hol mir noch was, brauchst du auch was?", fragte Faith, doch Lydia schüttelte nur den Kopf. Faith machte sich auf den Weg zur Bar, quetschte sich geschickt durch die ausgelassene Menge an tanzenden und feiernden Leuten, bis sie schließlich bei Arien ankam, um erneut etwas zu bestellen.

      Hawke Li-Winslow
      Noch einmal zog er genüsslich an seiner Zigarette, während der Regen nunmehr sanft und gleichmäßig prasselte. Die stürmische Nacht hatte sich beruhigt, doch die Dunkelheit blieb tief und undurchdringlich. Er war sich nicht sicher, wie spät es mittlerweile war – die Zeit schien mit dem Sturm einfach davongezogen zu sein. Das Licht des Kiosks schimmerte warm durch die geschlossene Tür und verlieh dem sonst so rauen und kalten Abend einen Hauch von Behaglichkeit.
      Als er die Zigarette ausgedrückt und den Stummel in den Mülleimer geworfen hatte, wandte er seinen Blick wieder zur Eingangstür des Kiosks. Er hatte erwartet, Jade wiederzusehen, und tatsächlich öffnete sich die Tür kurz darauf. Sie trat hinaus in die kühle Nacht und sah völlig durchgefroren aus. Ihr Körper zitterte am ganzen Leib, und ihre nassen Haare klebten an ihrer Stirn und ihren Wangen. Es war offensichtlich, dass sie die Kälte und der Regen hart getroffen hatten, auch wenn das Unwetter sich verzogen hatte und nun nur noch ein feiner Regen auf die Straßen niederfiel.
      Hawke musterte sie einen Moment, bevor er sich an sie wandte. "Brauchst du Hilfe?", fragte er schließlich, während seine Stimme ruhig und beinahe sanft klang. Der Abend hatte sie beide auf unterschiedliche Weise herausgefordert, und während sie sich beide fremd waren, lag in diesem Moment eine merkwürdige Vertrautheit. Die Frage hing in der Luft, und Hawke wartete geduldig, ob Jade darauf eingehen würde. Der Abend war zwar kalt und unwirtlich, doch irgendetwas daran fühlte sich fast bedeutungsvoll an. Auch wenn er sich nicht um andere Angelegenheiten kümmern wollte, konnte er sie doch nicht alleine um diese späte Stunde gehen lassen.