Arien Darkbloom
Der Ort hinter dem Bartresen war für Arien ein absolut magischer Ort. Nicht weil es das Tor nach Narnia beinhaltete, wobei...wenn man genug getrunken hatte, war das wohl doch Narnia, sondern was hier passierte. Hinter der Bar war sein Königreich. Alkoholflaschen perfekt aufreiht hinter ihm an der Wand, sortiert nach Jahrgang mit glitzernden Inhalten und auf Hochglanz poliert, im Gegensatz zu den meisten Tischen, ragten hinter ihm auf wie Soldaten. Verschiedene Gläser in allen möglichen Formen, Größen und sogar Farben präsentierten sich wie modische Prinzessinnen in den Schränken. Er hatte zig Deko für verschiedene Cocktails, von quietschgrünen Limetten bis hin zu knallpinken Schirmchen. Arien hatte hier alles auf Hochglanz poliert und verbrachte jeden Abend nach seiner Schicht damit aufzuräumen und Ordnung zu halten. Vincent mochte das an ihm sehr und der junge Mann mit den weißblonden Haaren bekam immer ein warmherziges Lob dafür, was sich ihn innerlich fast schon flauschig fühlen ließ. Es war schwer zu beschreiben, aber ein Lob seines Chefs bedeutete ihm förmlich die Welt. Er hatte bei Vincent das Gefühl, dass es echt war und nicht wie bei seinem Vater, weil er sich perfekt verstellen konnte. Sein eigener Vater wusste nicht seine Lieblingsfarbe, Vincent schon. Seine Hobbys kannte sein Chef, aber nicht seine eigene Familie. Vincent wirkte wie ein attraktiver Sänger einer Rockband, rau und dunkel. In Wahrheit hatte er ein Herz aus Gold und ganz gleich wie sehr Arien hier seine sarkastische und unhöfliche Seite präsentierte, hier mochte ihn jeder gerade dafür. Hier hinter dem langen Tresen der unglaublich viel Platz in der Bar einnahm, war er alles. Von Förderer der Alkoholiker bis zum Seelendoktor. Barkeeper war nicht einfach ein Beruf, es war eine Lebensaufgabe. Natürlich eine absolute Schande für den Erben der Darkblooms. Schließlich hatte er eine sonnige Karriere als Anwalt vor sich.
Nicht, wenn er es verhindern konnte...
Natürlich wusste Arien wie naiv sein Denken war und das er ein gemachtes Nest, von dem viele Träumten aufgab. Aber er wollte etwas erreichen ohne dafür den Namen Darkbloom nutzen zu müssen. Er wollte er selbst sein und wenn er dabei scheiterte, dann hatte er es wenigstens versucht.
Er wollte wie jeder andere Mensch fallen und Fehler machen dürfen. Der Hellhaarige wollte auch einmal naiv sein, träumen dürfen...
Aus den Augenwinkeln erkannte er Faith, die etwas bestellen wollte. Das war etwas worauf Arien extrem stolz war, ganz gleich wie voll die Bar war und obwohl er hinter der Bar allein war, er hatte noch nie einen Kunden übersehen.
Arien hob kurz die Hand, um ihr zu versichern, dass er sie gesehen hatte und gleich bei ihr war, während er einer Dame mit dem wahrscheinlich krassesten Afro den er jemals gesehen hatte einen zitronengelben Cocktail überreichte.
Als Arien zu Faith ging, hatte Victoria sie schon bemerkt. Naja eher schielte sich betrunken in zweierlei Richtungen.
"Du siehst aus wie ein Engel....pass auf Engel, Arien ist ein Teufel. Ein hübscher Dämon, hast du seine Teufelshörner gesehen?", lallte sie Faith zu.
"Viki, komm dein Taxi ist da. Lass bitte meine Kunden in Ruhe.", Vincent in all seiner Größe und Autorität trat neben Faith und schnappte sich Viki, die er als wäre sie leicht wie eine Zimmerpflanze einfach auf die Arme hob.
"Vincent ich liebe dich!" sie lehnte sich über die Schulter und schrie zu Arien an die Bar "Arien ich liebe dich auch!"
"Jaja, wir lieben dich auch. Ab in dein Taxi.", Vincent trug also die betrunkene Dame nach draußen.
Arien blickte zu Faith und grinste schief. "Was darf der Teufel dir bringen?"
Eins musste er Faith und ihrer Freundin ja lassen, sie konnten echt bechern. Wahrscheinlich waren sie bestimmt schon angetrunken, aber dafür ziemlich brav. Er hatte schon genug Damen erlebt, die nach einem Cocktail sturzbetrunken waren und ihm ihre Brüste gezeigt hatten.
Nicht was er hier noch nicht erlebt hatte.
Faith wiederum wirkte bis auf einen leichten Rotschimmer auf ihren Wangen vom Alkohol ziemlich nüchtern oder aber sie konnte es gut verbergen.
Jade Rhea Summer
Natürlich war er noch hier und er fragte sie auch noch, ob er ihr helfen konnte. Ihr war nach heulen zu mute. Kaum war sie aus dem Laden verschwunden und Hawke begegnet, wünschte sie sich unsichtbar zu sein. Jade hatte von dem Verkäufer glücklicherweise eine Plastiktüre bekommen, welche sie zitternd versuchte mit den eiskalten Fingern festzuhalten. Als die Rothaarige bemerkte, dass sie ihm noch nicht geantwortet hatte, blickte sie ihn mit einem traurigen Lächeln an. Sie konnte ihn doch nicht wegen einer einzelnen Tüte, die nun wirklich nicht schwer war, um Hilfe bitten. Nur weil sie sich von ihrem Freund so herumschubsen und misshandeln ließ, war das nicht Hawkes Problem."Schon gut...", zitterte sie mit einem Lächeln. "Du hast doch...e....etwas vor.", sie biss sich auf die Lippen, damit sie endlich aufhörte zu bibbern. Sie würde wenn sie ihn morgen in der Uni entdeckte wahrscheinlich chronisch vor ihm flüchten. Sie kannte ihn kaum und hatte sich seit sie ihn getroffen hatte konstant vor ihm blamiert. "Du solltest los. Sicherlich warten alle auf dich.", ihr Blick wanderte zum Himmel. Der Regen hatte glücklicherweise etwas nachgelassen und der raue Wind sich gelegt, aber die Kälte war immer noch greifbar und kroch in die Knochen wie ein Jahrtausend alter Fluch.
Sie sollte los, also machte sie mutig einen Schritt in die Kälte, drehte sich aber noch einmal zu Hawke und blickte ihm in diese magischen Augen, bei denen sie das Gefühl hatte in eine andere Welt gezogen zu werden. Ihre Wangen färbten sich leicht rot als sie ihn anlächelte. "Danke für deine Freundlichkeit, wirklich. Ich hoffe ich sehe dich morgen." dann drehte sie sich um, um den Heimweg anzutreten.
Ja, sie hatte sich blamiert, ja sie sollte ihm aus dem Weg gehen und wünschte sich ein schwarzes Loch, welches sie einfach verschluckte, aber....sie wollte ihn wiedersehen.

ღ For my lovely Warlock ღ