Adopted by a witch [yuyuumyn&Royal]

    • "Hier wird niemand gefressen.", gab die Hexe mit einem tiefen Seufzen von sich, es war überraschend schwierig Antworten aus dem mysteriösen Jungen zu bekommen. Damals mit Ryuki war das deutlich einfacher, der Kitsune dagegen scheint jede Fragen gekont zu ignorieren.
      Selbst nachdem er endlich realisiert hatte, dass Xyla eine Hexe war, veränderte sich seine Einstellung nicht im geringsten. Die meisten Kinder hätten an dieser Stelle wohl Angst gehabt. Aber Kitsune waren wohl nicht die meisten Kinder, was?
      "Wie wärs mit einem Deal? Du sagst uns, warum du hier bist, und dafür kriegst du etwas zu essen. Ich hoffe doch du magst Suppe und frisches Brot?", was im Grunde die einzigen Gerichte waren, die Xyla einigermaßen gut konnte.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Soras Fuchsohren begannen bei der Aussicht auf etwas zu essen wieder leicht zu zucken. Auch wenn er sich nach außen hin unbeeindruckt gab, hätte er im Moment wohl alles gegessen, was ihm zwischen die Zähne gekommen wäre. Selbst eine trockene Wurzel wie vorhin– selbst wenn sie kein bisschen schmeckte.

      „Warum ich hier bin?“, ging er schließlich – endlich – auf die Frage der Herrin dieses Waldes ein.
      Ein kurzer Blick zu dem noch immer empört vor sich hin zwitschernden Spatz folgte, bevor er wieder die Hexe ansah.
      „Ganz einfach! Ich habe mich verlaufen!“, erklärte er mit einem breiten Grinsen, als wäre dies das offensichtliche dieser Welt.
      „Bin von zu Hause weggelaufen“, fügte er hinzu und zuckte leicht mit den Schultern, auch wenn sein Lächeln diesmal etwas unechter wirkte.

      Nun war es Ryuki, der verblüfft blinzelte. Mit dieser Antwort hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Sora hatte sich verlaufen? Und war von zu Hause weggelaufen?
      „Dann hast du eine Familie.“, stellte er fest. Er konnte nicht nachvollziehen, warum jemand freiwillig von seiner Familie fortlief, wenn er doch noch eine hatte. Warum hatte er das getan?

      Erneut zuckte Sora mit den Schultern. „Jup. Viele Brüder und Schwestern. War mir zu viel. Aber ich komme alleine klar. Ich kann nämlich auf mich selbst aufpassen!“
      Wieder knurrte sein Magen laut. Sofort wanderte sein Blick zurück zu der Hexe. „Was ist jetzt mit dem Essen? Du hast es versprochen! Und Versprechen darf man nicht brechen!“

      Auch Ryuki blickte zu Xyla zurück. Diesmal lag jedoch etwas Zerrissenes in seinen Augen. Niemand lief doch einfach so von zu Hause weg, oder? Wenn dort alles in Ordnung gewesen wäre, hätte es dafür keinen Grund gegeben...
    • "... was ist das denn für ein komisches Gör? Bitte sag nicht, dass das auch bleiben kann.", kommentierte nun auch Anarxia die Situation und er klang alles andere als gut gelaunt. Wobei, das war er ja eher selten.
      Es war typisch für den Mantel fremde argwöhnisch zu mustern, selbst wenn sie Kinder waren.
      "Ein Deal ist ein Deal.", nickte Xyla, auch wenn der Gedanke den Jungen etwas zu ärgern amüsant war, so war sie doch dafür bekannt ihr Wort zu halten.
      Doch zuerst ging sie rüber zu Ryuki, wischte ihm den Dreck von der Schulter und nutzte ein klein wenig Magie um seine Kratzer zu heilen und die von Krallen verursachten Löcher wieder zu flicken.
      "Dann wollen wir unseren ungeduldigen Gast wohl bewirtschaften, was?", lächelte sie, ehe sie Sora bedeutete ihr zu folgen.

      Es dauerte nicht lange da servierte die Hexe auch schon Brot und Supper, nur gut, dass sie das Essen bereits vorbereitet hatte. Als hätte sie damit gerechnet, ein weiteres Maul stopfen zu müssen und ihre Schattenhände waren eine große Hilfe dabei mehrere Teller zu balancieren.
      "Und? Wie lange bist du schon von Zuhause weg gelaufen?"
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Beim Anblick des Brotes und der dampfenden Suppe lief Sora bereits das Wasser im Mund zusammen. Eigentlich hatte er diesem komischen Mantel noch gehörig die Meinung geigen wollen, doch das hatte er beim Anblick des Essens längst wieder vergessen.
      Ohne ein Wort zu sagen, griff er bereits nach dem Löffel und wollte anfangen zu essen, als Ryuki ihn leicht mit dem Ellenbogen anstieß.
      „Beantworte zuerst ihre Frage.“, forderte er und schüttelte missbilligend den Kopf. Beinahe so, wie es ein großer Bruder getan hätte. Sora schien schließlich noch jünger zu sein als er selbst – besaß dafür allerdings ein doppelt so großes Mundwerk und noch weniger Manieren.

      Soras Augen verengten sich für einen Moment, und ein leises Grummeln war zu hören. Doch dann – wohl zur Überraschung aller Anwesenden – legte er langsam den Löffel wieder auf den Tisch und wandte seine Aufmerksamkeit der Hexe zu.
      Der Junge schien wirklich die Aufmerksamkeitsspanne einer Kartoffel zu haben. Einer rohen Kartoffel. Oder vielleicht doch eher die einer völlig zerkochten.
      „Seit vier Vollmonden.“, verkündete er düster und hielt dabei fünf Finger in die Höhe.

      Ryuki öffnete bereits den Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn dann jedoch wieder und stieß einen fast erschöpften Seufzer aus. Wenigstens ließ Sora sich diesmal auf ein richtiges Gespräch mit Xyla ein...
      Gerade wollte er sich wieder seiner eigenen Schüssel widmen, als er sich an Anarxias Worte erinnerte: „... was ist das denn für ein komisches Gör? Bitte sag nicht, dass das auch bleiben kann.“

      Sein Blick wanderte langsam zu einen seiner vielen Augen. „Sag mal...“, begann er leise. „Hast du damals auch so von mir gedacht, Anarxia?“
    • "Mhmm... verstehe. Seit vier Vollmonden, was?", lächelte die Hexe amüsiert als er fünf statt vier Finger in die Höhe hob, ehe sich eine Schattenhand näherte und einen seiner Finger nach unten schob.
      "Das sind vier. Das wären fünf.", streckte die Hand den fünften Finger wieder aus.
      Dafür, dass der Junge so lange auf sich alleine gestellt war, schien ihn der Mut noch nicht verlassen zu haben. Und das freche Mundwerk ebenfalls nicht.
      "Und wohin genau möchtest du? Du scheinst dich ja verlaufen zu haben?"

      "Natür-.", wollte Anarxia gerade mit einem selbstgefälligen Nicken zugeben, als wäre es das selbstverständlichste der Welt, bevor er realisierte was er da gerade zugeben wollte und verstummte sogleich.
      Nicht eins seiner Augen traute sich Ryuki anzusehen, geflissentlich zur Seite blickend.
      "... natürlich nicht...", gab er klein laut von sich, ungewöhnlich für den sonst so stolzen Mantel.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Sora blickte überrascht auf seine Hand, als die Schattenhand der Hexe einen seiner Finger sanft wieder nach unten schob.
      „Vier?“, murmelte er und sah anschließend zu Xyla, die ihm ihre Hand mit ausgestreckten fünf Fingern entgegenhielt.
      „Fünf?... huh, das ist mir aber neu.“, stellte er mit einem leichten Schnauben fest, bevor sich das freche Grinsen auch schon wieder auf seinen Lippen ausbreitete.

      „Wo ich hin möchte? Na, überallhin! Bis ich mein neues Zuhause gefunden habe! Ganz ohne Regeln und Vorschriften! Ich höre nämlich auf niemanden!“, erklärte er und ließ seine Beine auf dem Stuhl locker hin und her schwingen, bevor sein Blick erneut die Augen der Hexe fand.
      „Du und die Ziege habt mir übrigens immer noch nicht eure Namen verraten, Ms. Hexen-Frau.“, sagte er und es klang fast so, als würde er versuchen wollen höflich zu sein... wenn auch auf seine ganz eigene Art.

      Aus dem Augenwinkel warf Ryuki dem Fuchsjungen einen kurzen, irritierten Blick zu. Er hatte ihn schon wieder als Ziege bezeichnet ... und wie hatte der Xyla genannt?!
      Doch dann wanderten seine Augen zurück zu Anarxia, und bei dessen kleinlauter Antwort zog er leicht die Augenbrauen hoch. Er konnte sich noch gut daran erinnern, wie er den Mantel früher stets mit „großer Anarxia“ angesprochen hatte. Das hatte er allerdings schon seit vielen Monden nicht mehr getan.
      Da Ryuki jedoch niemand war, der unnötig Situationen provozierte, nickte er nur: „Natürlich nicht... großer Anarxia.“
    • "... oh? Auf niemanden, wie? Das ist aber nicht einfach, weißt du? Ein Ort ganz ohne Regeln und Vorschriften ist schwer zu finden.", gab die Hexe mit einem Lächeln von sich, amüsiert darüber das ein Kind, das nicht mal richtig zählen konnte, sich fest vorgenommen hatte alleine zu leben. Ganz ohne Regeln und Vorschriften... wie? Er musste wohl aus einem sehr strengen Haushalt kommen, seine Kleidung hatte auch eine gute Qualität, wenn davon absah wie dreckig und zerrissen sie von der Reise war.
      "Mh? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass du mich nach meinem Namen gefragt hast.", erwiderte Xyla und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.
      "Du kannst mich Xyla nennen.", fügte sie hinzu und überließ es Ryuki sich selbst vorzustellen.

      "Natürlich nicht.", nickte der Mantel währenddessen, stolz darauf, dass Ryuki ihm das glaubte und nochh mehr, als er als großer Anarxia angesprochen wurde.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Ryuki – der definitiv hin und wieder eine gewisse Attitüde an den Tag legte (sich vielleicht manchmal auch wie eine kleine Diva benahm) – rollte langsam mit den Augen, als er Anarxias Antwort hörte, und wollte sich endlich seiner eigenen Schüssel widmen.
      Doch dann hörte er, wie Xyla dem Fuchsjungen ihren Namen verriet, und hob den Blick erneut.
      „Ryuki.“, stellte er sich schließlich ebenfalls vor und fügte mit einem leisen Grummeln hinzu: „Und ich bin keine Ziege. Ich bin ein Drachenwandler.“

      Soras Fuchsohren richteten sich aufmerksam auf, und mit großen Augen sah er zwischen Xyla und Ryuki hin und her.
      „Xenia und Yokri, verstanden.“, sagte er mit einem zufriedenen Nicken. Augenblicklich zog er jedoch wieder die Augenbrauen zusammen. „Aber warum leben eine Hexe und ein Drache zusammen? Und was ist das Ding überhaupt, hää?“, fragte er und deutete auf Anarxia.
    • Dieses Mal konnte sich Xyla das Lachen nun wirklich nicht verkneifen. An diesen Namen war ja fast schon alles falsch, hörte dieser Junge überhaupt zu?
      "Ms. Hexe geht auch.", glaubte sie nicht, dass Sora sich noch die Mühe machen würde ihren Namen zu lernen. Lange würde er wahrscheinlich sowieso nicht bleiben.
      "Nun...", wollte die Hexe gerade erklären, wie es zum zusammen leben kam, dass mischte sich der Mantel auch schon mit einem "Ich bin kein Ding!" ein.
      Seine Ärmel flatterte wild auf und er gab ein genervtes Schnauben von sich.
      "Ich bin Anarxia der Große! Merk dir das gefälligst, du verdammtes Balg!"
      "... es hat sich einfach so ergeben.", beendete Xyla Ohren Satz mit einem Lächeln.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Soras Augen verengten sich, während er den Mantel mit seinem Blick fixierte. „Der große Arawichxia? Was ist das denn bitte für ein bescheuerter Name, du blödes Stück Stoff?!“, konterte der Fuchsjunge sofort, während sein Fuchsschwanz verärgert hinter ihm hin und her peitschte.
      „Und ich bin der große Sora! Merk du dir das lieber gefälligst!“, schnaubte er und warf er Xyla einen Blick zu, der förmlich fragte: „Kannst du das glauben?!“

      Ryuki, der sich gerade dazu entschieden hatte, einen Löffel Suppe zu essen, verschluckte sich daraufhin so heftig, dass ihm die Hälfte beinahe wieder durch die Nase kam.
      Er drehte sich hastig zur Seite, um sich mit einer Serviette die Nase abzuwischen, doch sein Husten... der klang verdächtig nach einem Lachen. Noch nie hatte er jemanden erlebt, der so mit Anarxia gesprochen hatte...
    • "Blödes Stück Sto-?! Wie kannst du es wagen, du vorlautes Balg?!", flatterten die Ärmel des Mantels und er schien mit jeder wütenden Minute größer und länger zu werden, während jedes einzelne Auge Sora wütend anstarrte.
      "... oh? Ein blöder Name, wirklich? Dabei habe ich mir solche Mühe gegeben ihm einen Namen zu geben... tut mir Leid, Anarxia...", legte Xyla nachdenklich die Hand an die Wange.
      "... was? Nein! Dieses Kind hat einfach keinen Geschmack!", beschwerte sich das Stück Stoff und verschränkte seine Ärmel.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Sora erwiderte den wütenden Blick des Mantels völlig unbeeindruckt, wusste allerdings selbst nicht so recht, welches der vielen Augen er eigentlich fixieren sollte. Seine Fuchsohren hatte er inzwischen angelegt, und sein buschiger Schwanz peitschte noch immer unruhig hinter ihm hin und her.
      Dann wandte er sich wieder an die Hexe und nickte überzeugt: „Ja, wirklich! Du hättest ihn anders nennen sollen, Ms. Hexe. Vielleicht einfach nur Mantel... oder Waschlappen. Oder Pünktchen. Wegen den ganzen vielen komischen Augen.“

      Währenddessen gab Ryuki ein Geräusch von sich, das sich beinahe wie das Wimmern eines sterbenden Tieres anhörte. Mit der Hand fest vor den Mund gepresst versuchte er verzweifelt, sein Lachen hinter einem Hustenanfall zu verbergen.
    • "... Waschlappen? P-Pünktchen?! Ich sag doch der Junge hat keinen Geschmack für Namen! Und Respekt hat er erst recht keinen! Iss deine verdammte Suppe und dann verschwinde!", regte sich Anarxia nur noch mehr auf und grummelte vor sich her, während Xyla leise in ihre Hand hinein kicherte.
      "Nein, nein, in diesem Fall finde ich Anarxia ist ein wundervoller Name. Oder sollen wir dich von nun an Füchschen nennen?"
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Stille.

      Sora blinzelte und ließ seinen Blick von Xyla über den Mantel zu dem Drachenjungen wandern, bevor er schließlich wieder die Hexe ansah.
      „Aber ich bin doch auch ein Fuchs.“, sagte er, als wäre das die offensichtlichste Tatsache der Welt. Und dennoch... stieg ihm bei diesem Namen die Röte ins Gesicht. Wurde er etwa... verlegen?!

      Ryuki, der sich inzwischen wieder einigermaßen beruhigt hatte, schob die Suppenschüssel ein Stück näher zu Sora.
      „Iss, bevor sie kalt wird.“, sagte er, bevor er endlich selbst einen ordentlichen Löffel Suppe nahm.
      Sora widersprach diesmal nicht. Ohne ein weiteres Wort hob er seinen Löffel wieder auf und kostete vorsichtig von der inzwischen nur noch lauwarmen Suppe.

      Im nächsten Moment wurde er ganz still. Reglos saß er da. Seine Fuchsohren hatten sich kerzengerade aufgerichtet, sein Schwanz war erstarrt und seine Augen weiteten sich vor Schock.
      Dann legte er ganz langsam den Löffel wieder ab und schob die Schüssel ein Stück von sich weg. „Ew... das schmeckt eklig.“

      Nun war es Ryuki, der erstarrte. Das hatte er völlig vergessen. Er hatte sich einfach schon viel zu sehr an Xylas Essen gewöhnt, als dass ihm noch aufgefallen wäre, wie schrecklich es eigentlich schmecken konnte.

      Hastig wandte er den Blick ab und interessierte sich plötzlich auffallend intensiv für die Deckenbalken, nur um Xylas Blick nicht begegnen zu müssen.
    • Die Hexe lächelte daraufhin nur. Sie mag in ihrem Leben schon vielen verschiedenen Wesen begegnet sein, doch dieser Junge und seine Reaktionen überraschten sie immer wieder. Mag es wohl daran liegen, dass er ein Kind war? Mit Kindern hatte sie ja nicht besonders viel zu tun... Naja, zumindest deutlich weniger oft als mit Erwachsenen und übernatürlichen Wesen die zu alt waren, um sich daran zu erinnern wie es war ein Kind zu sein. Oder die niemals Kinder waren. Xyla selber konnte sich nur wage an eine Kindheit erinnern.
      Auch sie riss ein Stück Brot ab um es in ihre Suppe zu tunken, sie aß als würde sie der Geschmack kaum interessieren... und wenn wir ehrlichen waren tat es das auch nicht. Es war auch nicht ungewöhnlich für die Hexe zu vergessen zu essen. Nun... in den letzten zwei Jahren war das nur einmal geschehen. Als Ryuki zu höflich - oder womöglich auch einfach zu schüchtern - war um sie an ein Frühstück oder ein Mittagessen zu erinnern und der Junge zusammen brach. Seitdem hatte sie keine einzige Mahlzeit vergessen. Oder besser gesagt: Anarxia erinnerte sie daran wie eine Uhr.
      "... mh?", blickte sie überrascht auf, als ihr Essen verschmäht wurde, nur um einen weiteren Löffel ihrer Suppe zu nehmen. Sie empfand die Suppe als vollkommen normal und nutzte eine Schattenhand um einen Löffel von Soras Teller zu nehmen. Die Suppe schmeckte genauso.
      "... fehlt vielleicht etwas Salz?", schlug die Hexe verwundert vor und eine Schattenhand streckte sich bereits wie von selbst nach dem Gewürz aus.
      Währenddessen rollte Anarxia mit einem seiner vielen Augen.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Sora konnte seinen Augen nicht trauen. Wie konnten die Hexe und der andere Junge die Suppe einfach so essen, als... als würde sie gut schmecken?!
      Langsam verzog sich sein Gesicht. Vorsichtig beugte er sich über seine Schüssel und roch an dem Gebräu – nur um augenblicklich seine überempfindliche Nase zu rümpfen und sich schützend beide Hände darüber zu halten. Tränen stiegen ihm in die Augen, als er wimmerte:
      „Das tut in der Nase weh!“

      Ryuki, der bis eben noch immer von den Deckenbalken fasziniert gewesen war, wagte es schließlich, langsam wieder zu Xyla hinüberzusehen. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn dann jedoch wieder.
      Das Letzte, was er wollte, war, ihre Gefühle zu verletzen. Erst recht nicht, weil er ihr so viel zu verdanken hatte. Doch Sora hatte die Wahrheit bereits auf seine ganz eigene, erschreckend direkte Art ausgesprochen.
      „Ich... ich glaube, da hilft auch kein Salz mehr...“, murmelte Ryuki schließlich. Nach einem kurzen Zögern fügte er leise hinzu:
      „Ich merke das inzwischen gar nicht mehr so.“
    • "Oh... es tut in der Nase weh? Vielleicht hab ich zu viel Zimt rein getan?", legte Xyla den Kopf schief, als wäre es vollkommen normal Zimt in eine Suppe zu tun.
      "... oder hab ich es mit den Vanilleschotten übertrieben...? Eigentlich sollte es die Suppe einfach süß machen... ich dachte Kinder mögen süßes...", murmelte sie vor sich hin, als würde sie über ein neues Trankrezept grübeln. Das Problem? Bei Tränken war es vollkommen egal wie sie schmeckten.
      "Nun... es ist essbar und zumindest das Brot sollte normal schmecken.", beendete sie ihre Grübellei mit einem Lächeln.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Sowohl Ryuki als auch Sora starrten Xyla mit geweiteten Augen an. Stille. (erneut)

      Zimt und Vanilleschoten...? Hat sie gerade gesagt, dass sie Zimt und Vanilleschoten in die Suppe gemacht hat, damit sie süßer schmeckt?

      Sora saß noch immer wie erstarrt da. Er starrte Xyla an, dann auf die Suppe und dann wieder zurück zur Hexe, als wäre sie vollkommen verrückt geworden. Selbst er schien zu wissen, dass es keine gute und übliche Kombination für eine Suppe ist.

      Ryuki hingegen war eher überrascht darüber, dass es Xyla die Kritik an ihrem Essen kaum (oder eher gar nicht) zu stören schien. Auch wenn ihm bei den Gedanken an Zimt und Vanille in einer Suppe ein leichter schauer über den Rücken lief.
      Nichtsdestotrotz begann er die Suppe zu essen um sie nicht zu verschwenden. Aus dem Augenwinkel blickte er wieder zu dem Fuchsjungen und flüsterte ihm leise zu: "Halt die Luft an, wenn du was von der Suppe isst... dann ist es nicht so schlimm."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von yuyuumyn ()

    • Xyla lächelte einfach nur weiter, selbst als sie angestarrt wurde, als wäre sie verrückt. Ein Gesichtsausdruck, der ihr durchaus nicht fremd war, aber normalerweise aus ganz anderen Gründen.
      Einmal hatte sie einen ganzen Berge verschwinden lassen, weil er die Menschen störte und sie jemandem noch einen Gefallen geschuldet hatte. Da hatte sie auch jeder so angesehen. In ihren Augen bedeutete dieser Blick schlicht und einfach, dass sie etwas unglaubliches vollbracht hatte.
      Wobei sie wahrscheinlich nicht mal falsch lag. Wer würde schon glauben, dass jemand Zimt und Vanille in eine Suppe packte.
      "Siehst du? Ryuki isst es doch auch.", legte sie zufrieden die Hände aneinander, als Ryuki die Suppe einfach weiter aß, nicht bemerken, was er Sora entgegen flüsterte.
      Nicht wissend, dass der junge Drachenwandler einfach zu nett war.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Wieder blickte Sora zwischen der Hexe und dem Drachenjungen hin und her. Dann wanderten seine Augen zurück zu der Schüssel mit der Suppe, und er starrte sie an, als hätte das Gebräu seine gesamte Blutlinie beleidigt. In seiner Welt war das vielleicht sogar der Fall.

      Doch dann begann sein Magen erneut zu knurren. Die Suppe und das Brot waren wohl immer noch besser als irgendwelche Wurzeln aus dem Wald... oder gar nichts zu essen zu haben. Da hieß es wohl: "Der Hunger treibt's rein."
      Er holte tief Luft, griff die Schüssel mit beiden Händen und setzte sie an die Lippen. Mit lauten Schlucken leerte er sie in einem Zug.

      Ryuki, der gerade den Löffel zum Mund geführt hatte, hielt inne und blickte Sora überrascht an. Damit hatte der junge Drache nun wirklich nicht gerechnet.
      Noch weniger damit, dass das Fuchswesen Xyla tatsächlich seine leere Schüssel entgegenhielt und vorsichtig fragte:
      „Mehr?“