The Red Storm [yuyuumyn & Concorde]

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    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire

      Lucius spähte zu seinem neusten Gefäß hinüber, da er dessen Magenknurren vernahm. Als Vampir war es ihm nicht entgangen. Das Geräusch des blubbernden Magens und es war auch denkbar, dass der junge Sylva nach diesen Torturen des Tages und Lucius Durststillung wirklich etwas zu essen brauchte. Für einen Vampir war das jedoch nur bedingt nachvollziehbar. Erst Recht für solche wie Lucius, die Zeit ihres Lebens Vampir sind und nie ein Mensch waren. Hunger ist ihm fremd. Durst das kennt er, aber das Intervall zu trinken, ist bedeutend weiter als bei anderen Wesen, sodass Lucius kaum ein Gefühl für solche Bedürfnisse entwickeln konnte. In den großen Burgen gab es dafür Personal (meist Menschen, die als Bedienstete gehalten wurden), die für die Gefäße kochten und ihre sonstige Versorgung sicherten. Diesen Luxus war er gewöhnt, doch nun würde er sich selbst damit rum ärgern müssen, weswegen der junge Prinz missmutig das Gesicht verzog. Doch seine miese Stimmung war nur von kurzer Dauer.

      Denn gerade nachdem Kommandat Adrian gefragt hatte, was sie herführte, plapperte sein Wildfang los. Adrian drehte sich von Lucius ab und sah das fremdartige Wesen an. Adrian holte mit der Hand aus und war dabei Sylva eine zu klatschen, ehe Lucius kurz vor Sylvas Gesicht den Arm von Adrian aufhielt. "Na na na. Er ist immer noch mein Gefäß und du willst ihn mir doch nicht zerstören. Er hat so ein schönes Gesicht", Lucius drehte sich zu Sylva "und doch ein so loses Mundwerk. Ich werde ihn nachher schon maßregeln."
      "Das will ich schwer hoffen. Dein Haus ist ja bekannt für seine Vorliebe für 'besondere' Gefäße." Lucius winkte dabei ab, damit das Thema nicht weiter aufgekocht wurde.
      "Aber die Frage ist dennoch von Belang. Haben deine Wachen eine Wesen wie ihn in den letzten Tagen gesehen?"
      "Du meinst einen Vulthera?"
      "Ehh ja", fragte Lucius verwundert, "Woher kannst du den Namen so gut einordnen?"
      "Wir hatten vor 2 Wochen tatsächlich eines von diesen Dingern im Wald unweit von hier aufgegriffen." Lucius hörte Sylva knurren und warf ihm einen bösen Blick zu, der sagte 'ein Wort und ich trink nochmal von dir'. Der Vulthera zügelte sich daraufhin, wenn auch sichtlich schwer.
      "Es war ein weibliches Exemplar. Die Jungs wollten sich ein bisschen mit ihr vergnügen. Doch es war ein so launisches Ding, das glaubst du nicht. Hat alle gebissen und um sich geschlagen." Lucius Augen weiteten sich, da er gerade selbst kaum glauben konnte, was er hörte. Sie wollten ihren Spaß? Doch ehe er die Männer dafür verurteilen konnte, setzte der Kommandant fort.

      "Na ja da wir mit ihr augenscheinlich nichts anfangen konnten und sie sich hier auch nur gegen uns stellte, haben wir sie dann verkauft." Lucius hatte während des Gesprächs die ganze Zeit ein Auge auf Sylva und er riß sich zusammen doch mit diesen Worten schien bei ihm eine Sicherung zu platzen. Lucius öffente seine Hand und wirkte einen schwachen Beruhigungszauber, der Sylva an Ort und Stelle sitzen ließ und sein Sprechen unterband. Er könnte nicht riskieren, dass der Vulthera diese Spur aus purem Zorn kaputt machte.
      Lucius spürte Adrians Skepsis und er schien wohl fragen zu wollen, wieso sich ein so ranghoher Prinz für eine Streunerin wie diese Vulthera interessierte. Daher spielte er mit und sagte: "Hmm ja verständlich. Manche Lebewesen sind einfach zu störrisch. Wobei ich dieses WIlde ja mag. Sag Adrian, an wen habt ihr sie verkauft?"
      "Habt ihr etwa Lust auf noch eins von den Dingern?"
      "Vielleicht", grinste Lucius süffisant.
      "Nun gut vor ein paar Tagen war hier eine Unterhändlerin eines kleinen Hauses, das einen Gefäßhandel betriebt. Er hat sie uns abgekauft. War ganz interessiert an diesem fremdartigen Wesen."
      "Von welchem Haus war er?"
      "Lucius in solchen Politischen Sachen seid ihr bedeutend bewanderter als ich. Ich bin nur ein Krieger." Adrian raunte und kratzte sich am Kopf, ehe ihm die Idee kam und er aufstand. Anschließend kam er mit einem Pergament wieder und studierte dieses. "Wir führen eine Besucherliste. Da müsste der Unterhändlerin draufstehen.", säuselte er und musterte die Liste. Dann zeigte er Lucius den Eintrag.
    • Sylva's Augen weiteten sich, als der Kommandant mit seiner Hand ausholte, um ihm eine Ohrfeige zu schlagen. Doch bevor dessen Handfläche Bekanntschaft mit Sylva's Gesicht machen konnte, wurde er von Lucius selbst aufgehalten.
      Sylva's ganze Körperhaltung war angespannt und er ballte seine Hände zu Fäusten, um zu verstecken, dass diese nun leicht zitterten. Wie konnte es dieser Mann nur wagen, ihm einfach so ins Gesicht schlagen zu wollen?

      Als er Lucius nächsten Worte hörte, ballte er seine Hände noch mehr zu Fäusten, sodass seine Handknöchel weiß wurden und sich seine Fingernägel in seine Handfläche bohrten.
      Maßregeln? - als wäre er nichts weiter als ein ungehorsamer Sklave? Oder ein Haustier? Ohne Wert und nur da zum dienen? - Sylva konnte spüren, wie er nur noch mehr Abscheu für Vampire entwickelte, welche aber leider dennoch an der Spitze er Nahrungskette standen.
      Und was genau hat der Kommandant gerade damit gemeint, dass Lucius' Haus eine bekannte Vorliebe für besondere Gefäße hat? Dieser Aussage würde er zu einem späteren Zeitpunkt noch auf dem Grund gehen...

      Aber als Lucius das Thema dann wieder auf Sylva's Schwester lenkte und der Kommandant dann auch noch bestätigte sie gesehen zu haben, drehte Sylva seinen Kopf sofort wieder zu dem Kommandanten.
      Sie ist tatsächlich vor zwei Wochen hier gewesen! Aber wie konnte dieser Bastard es wagen, sie und das Volk der Vulthera als Dinger zu bezeichnen?!
      Ein dunkles Knurren entwich seiner Kehle, doch als er aus dem Augenwinkel Lucius Blick bemerkte, versuchte er dieses wieder zu unterdrücken, was ihm aber mehr als schwer fiel.

      Der Kommandant sprach weiter und Sylva weitete wieder seine Augen. Diesmal vor purem Entsetzen. Was hat dieser verdammte Blutsauger da gerade gesagt? Die Jungs wollten sich mit ihr Vergnügen?! Mit seiner großen Schwester?! Mit Sylvara?!
      Bei dem Gedanken breitete sich große Panik in ihm aus und sein Herzschlag erhöhte sich bis zu dem Punkt, dass er befürchtete das sein Herz ihm gleich aus der Brust springen oder einfach stehen bleiben würde.
      Er wird jeden umbringen, der es gewagt hat seiner Schwester auch nur ein Haar zu krümmen!

      Er sah nur noch rot und eine immer stärker werdende Mordlust breitete sich in ihm aus, während er den Kommandant anstarrte. Seine Fuchsohren waren flach an seinem Kopf angelegt und das Fell an seinem Schweif stand gestresst in alle Richtungen ab.
      Er wollte diesen Mann anschreien...er wollte ihm an den Hals springen und ihn bereuen lassen, so über seine Schwester gesprochen zu haben.

      Doch dann...breitete sich plötzlich eine unerwartete Wärme ihn ihm aus...eine Wärme die dafür sorgte das er ruhiger wurde und die Spannung aus seinem Körper wieder verschwand...ganz egal ob er wollte oder nicht.
      Aus dem Augenwinkel blickte er wieder zu Lucius. Er muss damit etwas zu tun haben...da war sich Sylva sicher. Auch seine Zunge fühlte sich an als wäre sie taub, was ihn daran hinderte erneut zu sprechen.
      Ihm blieb nichts weiter übrig als einfach auf dem Sessel zu sitzen und zuzuhören, wie der Kommandant berichtete das seine Schwester nicht länger hier war und sie an einen Unterhändler eines anderen Hauses verkauft wurde.

      Wieder begann sein sein Herz schneller in seiner Brust zu schlagen und er starrte schweigend auf das Pergament, welches der Kommandant in seinen Händen hielt. Der Begriff 'Gefäßhandel' sorgte dafür, dass sich sein Magen nur noch zusätzlich umdrehte.
      Als der Kommandant Lucius dann den Eintrag zeigte, versuchte Sylva so gut es ging auch mit ins Pergament hinein zu schauen.

      "Cassian Rhyder im Auftrag Ihrer königlichen Majestät Aurora Dawnbloom - Haus Dawnbloom"

      Sylva, der sich in der Welt der Vampire nicht auskannte und somit auch keine Ahnung von dem Haus hatte, runzelte ein wenig seine Stirn und suchte mit seinen Augen wieder nach Lucius um seine Reaktion auf den Namen zu sehen.
      Wenn Sylvara wirklich an das Haus Dawnbloom verkauft wurde, dann mussten sie so schnell wie möglich da hin und Sylvara befreien!
    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire

      Lucius runzelte die Stirn als er den Zettel las. "Haus Dawnbloom also? Ja das Haus kenne ich ... zumindest vom Hören. Sie betreiben wohl einen exzellenten Gefäßhandel und mein Vater hatte öfter bei ihnen eingekauft.", erinnerte sich der Vampir und fragte sich in diesem Moment, ob er sich an einen Moment in ihrem Palast erinnern könnte. Vielleicht war Aurora damals schon mit? Doch ihm fiel dazu nichts ein und er ließ sich ernüchternd in den Sessel fallen. Adrian entschuldigte sich, da von außen Lärm drang. "Ahhh! Mist! Die Jungs kriegen sich wieder in die Wolle." Mit diesen Worten verschwand der Kommandant und schritt schnell zur Tür des Pallas, öffnete die schwere Türe und trat hinaus. Lucius löste den Zauber auf Sylva, ehe er sich diesen am Oberteil seiner Kleidung packte. "Ich weiß, dass das gerade nicht die angenehmste Situation für dich ist. Aber reiß dich zusammen. Wenn du einem Vampir ohne mein Zutun an den Hals springst, werde ich dich nicht retten können." Er ließ Sylva los und schubste ihn dabei zurück in den Sessel, ehe er den Kopf schüttelte. "Wusste doch das es eine schlechte Idee war, mich auf dich Wollknäuel einzulassen", raunte er und sah auf den Zettel in seiner Hand. "Sei froh, deine Schwester lebt zumindest. Das ist ein Anfang, wenngleich mir dieses Haus überhaupt nichts sagt." Er schnaubte und fuhr sich dann durch seine dunkelblauen Haare.

      Wie naiv von mir, dachte er sich und sah zu Sylva, ehe er nochmals schwer den Kopf schüttelte. "Wir werden morgen aufbrechen, wenn deine Schwester vor 2 Wochen hier war, stehen die Chancen gut, dass sie noch bei Haus Dawnbloom ist." Lucius richtete sich auf und verließ die Kaminstelle. Er ging in die Mitte des Saals, wo eine große auf dünnes Tuch fein säuberlich gemalte Karte hing. Etwa mittig in der Karte war due Festung Schwarzdämmerung. Er verschaffte sich etwas Orientierung und versuchte sich an seinen königlichen Unterricht zu erinnern. Dort musste er alle Häuser, mit Sitzen und Mottos lernen. Die großen Häuser fielen ihm einfach, doch Dawnbloom. Er biss sich mit den spitzen Zähnen auf die Unterlippe, ehe er sich erinnerte. "505 Fuß nordöstlich von Redfall!", sagte er zu sich und suchte auf der Karte nach der besagten Burg. "Da ist Redfall und dann ..." er tippte mit den Fingern in die Luft und zählte ab. "Habe ich dich." Er drehte sich um und sah zu Sylva, der noch immer am Kamin saß. Er kam zu diesem zurück. "Wir haben eine Spur. Es wird jedoch etwas dauern ..." Ehe er weitersprechen konnte, kam Adrian mit einem lauten Türknall herein. Er richtete sich beim Reingehen seine Rüstung und blieb vor dem Vampirprinzen stehen. "Danke, Adrian", sagte er und hielt den Zettel fest in der Hand. "Nun kein Ding. Eine Wache erfüllt stets ihren Eid."
      "Hmm Eide ja ... gut dass ihr es sagt. Ihr wisst nicht zufällig, wie der Ritus zur Entbindung meiner Eide ist?"
      "Deiner was?", fragte der Kommandant der Wachgruppe geschockt.
      "Ich habe eine andere Bestimmung im Leben und das weißt du auch. Ich muss den Thron meines Vaters besteigen und Iulius endlich ..."
      Adrian hob entschuldigend die Hand. "Ich will es gar nicht wissen. Du wirst das Richtige tun, aber sich von seinem Eid entbinden zu lassen." Adrian holte Luft. "Das ist schwierig."
      "Wieso? Ich habe keinen echten Eid wie ihr geleistet."
      "Trotzdem lässt das Haus seine Kämpfer nur ungerne gehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was euch erwartet, doch so wie ich das Oberhaupt des Hauses Nocturn einschätze wirst du deinen Tribut in Blut zahlen müssen"
      Lucius raunte und war sichtlich zornig über diese Antwort. "Aber vielleicht kann er dich auch einfach entbinden und wenn du Hausoberhaupt wirst, hätte er eh keine Macht mehr über dich."
      "Das glaubst du selbst nicht", winkte er ab und ging zu Sylva an den Kamin.

      "Wir brauchen eine Auszeit. Wo sind die Zimmer?" Adrian nickte und wies dann eine der Wachen am Eingang des Pallas an, den beiden Weg zu zeigen. Die Wache brachte die beiden in die Zimmer, die der Kommandantur unterstanden und Teil des Pallas waren. Es waren zwar nicht so luxuriöse Zimmer wie auf einem Vampirschloss, aber bedeutend wertiger als die regulären Zimmer der Burg. Die Wache verließ den Raum und Lucius starrte Sylva nur für einen Moment an, ehe dieser sich auf die Schüssel in der Mitte des Raumes zubewegte. Es war eine große mit Obst gefüllte Schüssel auf die Sylva starrte. "Iss schon!", raunte Lucius und ließ sich mit beiden Händen am Kopf auf das Bett fallen. Er gab ein genervtes Stöhnen von sich. Hätte das nicht alles einfacher sein können? Er konnte froh sein, dass Sylva scheinbar nicht genug Zeit hatte oder zu interessiert an dem Gespräch zwischen Adrian und Lucius war, sodass er dem Kommandanten nicht an den Hals springen konnte.
    • Das ließ sich Sylva nun wirklich nicht zweimal von dem Blutsauger sagen. Sofort schnappte er sich den großen rot-glänzenden Apfel und biss hungrig hinein. Er hätte nie gedacht, dass ein einfacher Apfel einmal so gut schmecken würde, aber nach diesen anstrengenden und ereignisreichen Tag würde er vermutlich fast alles essen.

      Während er kaute, ließ er seinen Blick über das Zimmer schweifen und legte leicht angepisst die Fuchsohren an als er sah, dass es nur ein einziges Bett gab.
      Er war es im allgemeinen nicht gewohnt in einem Zimmer wie diesen oder in einem Bett zu schlafen. Er bevorzugte den freien Sternenhimmel oder ein einfaches Zelt.

      Die grobe Behandlung durch den Vampir hatte er ebenfalls nicht vergessen und schwor sich, ihm das irgendwann heimzuzahlen. Auf welche Art und Weise auch immer...
      Doch wenigstens gab es einen Lichtblick: Sylvara, seine große Schwester, ist am Leben und die Hoffnung sie bald wieder zu sehen, ließ sein Herz vor Freude und Ungeduld ein wenig schneller schlagen.
      Selbst wenn sie in der Gefangenschaft durch andere Vampire war...so kamen wenigstens nicht diese verdammten Blutghule an sie heran. Das war wohl ein Glück im Unglück. Sobald er seine Schwester wieder hatte...würde er sich mit ihr auf und davon machen und sich nie wieder dem Reich der Vampire nähern.

      Ziemlich schnell hatte er den Apfel verschlungen und griff sich nun ein paar der hellen Tafeltrauben. Er glaubte nicht das Vampire, abgesehen von Blut, etwas zu sich nahmen, weshalb er sich auch nicht schämte die ganze Schüssel mit dem Obst alleine zu verputzen. Außerdem hatte der Vampir heute seinen Durst bereits schon gestillt.

      Sylva hielt für einen Moment inne und strich sich mit den Fingerspitzen seiner freien Hand ein wenig über die Stelle seines Halses in die Lucius ihn vorhin gebissen hatte, bevor er seine Stirn in Falten legte und wieder leicht gereizt zu Lucius herüber blickte.

      "Blödmann...", grummelte er unter seinem Atem, ehe er sich eine weitere Traube in den Mund schob. Während er kaute, wanderte seine Gedanken wieder zu dem Gespräch, welches sich vorhin noch zwischen Lucius und den Kommandanten ereignet hatte.
      Lucius wollte sich von seinem Eid entbinden lassen...und der Kommandant vermutet, dass er seinen Tribut in Blut zahlen muss...was genau könnte damit gemeint sein?

      Sylva
      seufzte leise und schüttelte dann leicht seinen Kopf. Er verstand die ganzen politischen Angelegenheiten der Vampire nicht wirklich und er wollte sie auch nicht verstehen. Das einzige das ihn interessierte war es Sylvara wieder zu finden und zurück zu ihren Stamm zu kehren.

      Nachdem er sich seinen Bauch mit dem Obst vollgestopft hatte, blickte er wieder zum Bett und grummelte erneut etwas unter seinem Atmen, ehe er langsam näher heran trat.
      "Rutsch mal...mach mir auch etwas Platz.", sagte er und blickte fordernd auf ihn herab.
    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire

      Lucius lag auf dem Bett, die Augen geschlossen, doch die Gedanken wirbelten in seinem Kopf wie ein Sturm. Der Zettel über Haus Dawnbloom war ein Fortschritt, keine Frage. Aber es fühlte sich an, als würde der nächste Schritt trotzdem auf einem schmalen Grat gehen, der in jede Richtung kippen konnte. Noch hatte er nicht den Eindruck, dass ein Konflikt bevorstand – zumindest nicht mit dem Haus Dawnbloom selbst. Diese Familie schien mehr im Hintergrund zu agieren, ein Netzwerk von Verbindungen. Vielleicht keine bis in die höchsten Ränge der Vampirwelt, aber eventuell nützlich für Lucius’ Vorhaben seinen Onkel von seinem Thron zu stürzen.

      Doch diese Gedanken zogen ihn in ein weiteres Problem, das er noch nicht wirklich gelöst hatte: die Frage nach seinem Eid. Das Gespräch mit Kommandant Adrian war ein harter Schlag gewesen. Lucius war sich immer bewusst gewesen, dass er nicht für immer dem Eid des Hauses Nocturn dienen konnte. Aber nun war er sich der Konsequenzen viel klarer. Ein Tribut in Blut? Diese Vorstellung ließ ihn grinsen, doch es war ein bitterer, zynischer Grinser. Das war genau der Grund, warum er sich von dem Gedanken lösen musste, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Sie holte ihn ständig wieder ein. Er hatte nie den wahren Wert dieses Eides verstanden, den er geleistet hatte, als er noch ein junger Prinz gewesen war. Damals hatte er keine Ahnung von der Welt jenseits seines Vaters’ Palast und der Schatten des Hauses Nocturn. Aber jetzt wusste er es besser. Wenn er sich von diesem Eid lösen wollte, würde er bezahlen müssen. Lucius konnte nicht zulassen, dass seine eigenen Verpflichtungen ihm die Hände banden, bevor er das erreichen konnte, was für ihn und Sylva so wichtig war.

      “Du solltest etwas ruhen”, murmelte Lucius, als Sylva, der immer noch hungrig an der Obstschüssel zupfte, nun zum Bett trat und fordernd Platz einnahm. Lucius erhob sich und drehte sich zu ihm. „Es wird eine lange Reise morgen. Wir müssen uns beeilen, um herauszufinden, wo sie deine Schwester versteckt halten. Aber wir dürfen uns dabei keine Fehler leisten.“
      Er wusste, dass Sylva von den politischen Fäden, die in der Vampirwelt gesponnen wurden, nicht viel verstand. Es war auch nicht seine Aufgabe, sich darum zu kümmern – Sylva wollte nur seine Schwester retten. Aber Lucius spürte die wachsende Verantwortung, auch für sich selbst und seine Zukunft zu entscheiden. „Du wirst deine Energie brauchen, Vulthera. Und du wirst das nicht nur wegen deiner Schwester brauchen, sondern auch wegen dessen, was noch kommen mag.“

      Als Sylva sich weiterhin ungeduldig auf dem Bett ausbreitete, sprach Lucius weiter, während er nachdenklich aus dem Fenster auf die düstere Szenerie der Schattenwälder blickte. „Haus Dawnbloom… Sie mögen keine feindlichen Konflikte suchen. Sie agieren aus dem Hintergrund. Es wird kein Kampf mit ihnen sein, zumindest nicht direkt. Aber ich kann dir auch sagen, dass der Weg, deine Schwester zu befreien, mehr verlangt, als nur ein paar einfache Entscheidungen.“
      Lucius musste im Gegensatz zu dem Fuchswesen nicht schlafen. Es hatte seine Vorteile ein Vampir zu sein und so würde er auch nicht mehr am heutigen Abend den Konflikt mit Sylvia wegen dessen aufmüpfiger Art suchen. Vielleicht erinnerte ihn das Fellknäuel an ihn selber, der auch gerne mal aus der Haut fuhr, wenn er mit seinem despotischen Onkel Iulius diskutierte. Er grinste schwach und sah sich den weißhaarigen Sylva auf dem Bett in Ruhe an. Sein leckeres Blut klang noch immer in dem Vampir nach.
    • Sylva grummelte wieder etwas unverständliches unter seinem Atem. Er war sichtlich genervt und übermüdet von dem viel zu langen Tag. Die Sorge und Angst um Sylvara lag noch immer schwer in seinen Knochen. Doch war es auch ein deutlicher Lichtblick, dass sie zuletzt vor zwei Wochen lebendig gesehen worden ist.
      Es bestand Hoffnung...Hoffnung, an die sich Sylva mit allen was er hatte verzweifelt klammerte.

      Er hörte kaum zu, als der Vampir erneut zu ihm sprach. Erschöpft machte er sich auf dem weichen Bett breit und hoffte wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu finden. Er vermisste den Sternenhimmel, den frischen Duft des Waldes, seinen Stamm und am allermeisten seine große Schwester, die schon immer sein ein und alles gewesen ist - die ihn so viel gelehrt und beigebracht hat.
      Sylva würde es niemals offen zugeben, aber in Situationen wie diesen fühlte er sich wie ein hilfloses kleines Kind, das sich in der brutalen Realität verlaufen hat.
      Und die Tatsache, dass sich ein Raubtier, welches nach seinem Blut durstete, direkt neben ihm im selben Bett befand, machten seine Gedanken und Gefühle nicht gerade besser...

      ~~~

      Am nächsten Morgen, als die Sonne den Himmel in Rot- und Orangetönen tauchte, erwachte Sylva langsam aus einem unruhigen Schlaf, erfüllt von merkwürdigen Träumen....oder eher Albträumen...
      In seinen Traum hat er Sylvara gesehen...doch egal wie sehr er sich auch bemüht hat...egal wie schnell und wie weit er gerannt ist...egal wie oft er seine Hand nach ihr ausgestreckt hat...er hatte sie einfach nicht erreichen können.
      Die ganze Nacht hat er sich unruhig im Bett herumgewälzt, im Schlaf gewimmert und ab und an, ohne es zu merken, sogar die körperliche Nähe zu Lucius gesucht.

      Seine Haare und das Fell seiner Fuchsohren und seines Fuchsschweifes waren verwuschelt und noch konnte er seine Augen kaum offen halten. Er achtete kaum auf Lucius, zwang sich mit einem müden Grummeln aus dem Bett und machte sich direkt auf den Weg ins Badezimmer.
      Auch wenn Sylva die Natur immer bevorzugte...konnte er sich über die Möglichkeit eine heiße Dusche in Anspruch zu nehmen wirklich nicht beschweren.
      Kaum im Badezimmer angekommen, lehnte er die Badezimmertür nur leicht an und vergaß vollkommen diese hinter sich abzuschließen.

      Nachdem er sich von seiner Kleidung befreit hatte, trat er unter die Dusche und drehte das heiße Wasser voll auf. Schon bald war das komplette Badezimmer vom Wasserdampf eingehüllt und Sylva seufzte zufrieden, als er das Wasser auf seiner nackten Haut spürte.
      Bald würden Sylvara und er wieder vereint sein...da war er sich ganz sicher...
    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire

      Der Vampir verzichtete auf einen abfälligen Kommentar gegenüber Sylva. Seine Manieren waren durchaus verbesserungswürdig, aber er war ja ein Tier oder so. Vermutlich würde er es ihm nie beibringen können, das man nicht jeden Unwillen mit einem Grummeln wie eine wilde Katze quittieren müsste. Doch für den Tag hatte der Vulthera genug erlebt und Lucius winkte bloß ab, als er sah, wie es sich das silberne Fellknäuel im Bett bequem machte. 'Schlaf war ein Luxus, den sich Vampire nicht erlauben konnten', erinnerte er sich an die mahnenden Worte seines Vaters. Doch er wusste auch, dass manche Probleme eben nicht gleich zu lösen waren und er wusste genauso gut, dass Vampire so viel Zeit im Leben hatten, dass sie alles weitestgehend aussitzen konnten - es sei denn der verfeindete Vampir lebte länger als man selbst.

      Eine Weile noch starrte der Vampirprinz aus dem Fenster der Kommandatenunterkünfte ins Dickicht der Schattenwälder. Die Bäume wehten im Dunkel und unter der Kraft des Windes. Ghule würden wohl durch den Wald jagen. Sie waren auf der Suche besonders in der Nacht und aßen alles, was Ihnen in die Quere kam. Das Geraschel vom Bett lenkte Lucius' Aufmerksamkeit auf Sylva. Er räkelte sich im Schlaf und Lucius beschloss, es sich auch in dem Bett bequem zu machen. Irgendwie nervte ihn dieses Wesen und doch fand er es spannend und hatte nun Zeit es ganz in Ruhe zu beobachten ohne einen genervten Blick zu erhalten. Über die Nacht dachte der Vampir viel nach und spürte, dass Albträume sein Gefäß plagten. Das band war noch zu jung, als dass er sie exakt spüren konnte. Doch er spürte Angst, Schmerz und Verlust. Immer mehr kam das Wesen zu ihm und suchte seine Nähe bis es am Morgen seine Hand auf Lucius Bauch gelegt hatte und den Kopf an ihn gelehnt. Zufrieden schnurrte der Vampir und lehnte sich zurück.

      Am nächsten Morgen stand sein Gefäß ohne ein Wort zu sagen auf und begab sich ins angegliederte Bad. Lucius sah ihm kurz hinterher, ehe er sich aufrichtete und streckte. Es war ein nebeliger Tag. Graue, dunkle Wolken versperrten die Sonne, was den Vampir zufrieden lächeln ließ. Je weniger Sonne, desto stärker waren seine Kräfte am Tag (wobei sie kein Vergleich zur Nacht waren). Die meisten Vampire fröhnten tagsüber ihren Lüsten wie Trinken, Sex oder anderen Hobbies wie Lesen. Dies hätte Lucius gerne auch gemacht, doch getrunken hat er erst, sein letztes Buch hat er im Graumoor verloren und Sex ... Lucius grübelte, ehe er den Qualm aus dem Bad entdeckte. Sylva schien heiß zu duschen und hatte vergessen die Tür abzuschließen. Der Vampir konnte nicht leugnen, dass er sowieso ein Interesse an exotischen Gefäßen hatte und für Männer gerade zu eine Schwäche, sodass er neugierig ins Bad ging und durch den Nebel Sylva duschen sah. Er sah nicht viel und wollte ihn auch nicht allzu sehr ausspähen, dennoch genoß er für einen Moment den Anblick des fremdartigen Wesens unter der Dusche. Das zierliche Wesen räkelte sich wie am Abend im Bett nun unter dem heißen Wasser.
      "Wird das hier eine Ork-Sauna?", fragte Lucius und lehnte sich an das Waschbecken des Bads. Er fuhr sich durch die langen dunkelblauen Haare und ließ seinen Blick kurz durch das für diese Burg sehr gut ausgestattete Bad fallen. 'Vampire mochten Hygenie', sinnierte er und spürte Sylvas Blick auf sich. Er grinste schief und machte keine Anstalten das Bad zu verlassen. Vielmehr noch. Er drückte sich vom Waschbecken ab und zog sich dann seine leichte Rüstung und das Hemd darunter aus, sodass er Oberkörperfrei im Raum stand. Der Qualm im Raum lichtete sich und er spürte Sylvas Blick über seinen Körper wandern. "Du bist nicht der einzige, der hier duschen wird", zuckte er die Schultern und grinste dann. Lucius wusste durchaus mit seinem Körper und seinem vampirischen Charme zu spielen.
    • Sylva hatte seine Augen geschlossen und genoss das heiße Wasser auf seiner Haut und auf seinem Fell. Ein tiefes zufriedenes Seufzen entwich seinen Lippen und die Anspannung in seinem Körper löste sich langsam nach der unruhigen Nacht voller Albträume.
      Doch seine Entspannung hielt nicht lange, als die tiefe Stimme von Lucius ihn plötzlich wieder aus seinen Gedanken riss.

      Er öffnete seine Augen und drehte seinen Kopf in die Richtung der Badezimmertür. Erst als er sah, wie Lucius sich bereits ans Waschbecken lehnte wurde ihm bewusst, dass er vorhin vergessen hatte die Tür hinter sich abzuschließen.
      Er verengte seine Augen, um Lucius durch den Wasserdampf besser zu erkennen.
      Bevor er aber auch nur irgendetwas sagen konnte, begann der Blutsauger aber auch schon damit seine leichte Rüstung und das darunter liegende Hemd auszuziehen, bis dieser Oberkörperfrei da stand.

      Sylva weitete leicht seine Augen und ließ seinen Blick über die Muskeln seines Gegenüber wandern. Er konnte nicht verhindern, dass ihm langsam die Röte ins Gesicht stieg und er fast schon ein wenig nervös zu werden schien.
      Doch natürlich war der Stolz des Vulthera viel zu groß, als das er sich das anmerken lassen wollte. Stattdessen legte er angepisst seine nassen Fuchsohren an und warf Lucius durch den gelichtet Wasserdampf einen leicht feindseligen Blick zu.

      "Und du hättest wirklich nicht warten können, bis ich mit dem Duschen fertig bin, Lucy?!", fragte er und benutzte versehentlich wieder den unbeliebten Spitznamen, bis ihm dann aber auch bewusst wurde, dass er selbst komplett nackt vor Lucius unter der Dusche stand.
      Er weitete seine Augen nur noch mehr, konnte nun wirklich nicht mehr die aufsteigende Röte in seinem Gesicht verstecken und hielt sich schnell seine Hände vor einen...gewissen Bereich.

      Sein Blick wanderte abermals über Lucius Oberkörper, ehe er ihm dann aber seinen Rücken zu drehte, um sein rotes Gesicht vor dem Vampir zu verstecken.
      Doch er kam einfach nicht drum herum, immer mal wieder leicht über seine Schulter zu schauen, um noch einen weiteren Blick auf Lucius Körper zu erhaschen.
    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire



      Sylvas geweitete Augen spähten auf Lucius, ehe er sich ein bissigen Kommentar nicht verkneifen konnte. Lucius entging der lästige Spitzname nicht und raunte kaum hörbar. 'Na warte', dachte er sich und zog sich gekonnt auch seine Stiefel und die Hose aus, ehe er nackt im Bad stand. Die aufsteigenden Schwaden verdeckten immer wieder Teile von ihm und Sylva. Zwischenzeitlich hielt sich Sylva die Hände vor seinen Intimbereich, was Lucius nur süffisant grinsen ließ. Durch den Nebel erkannte er eindeutig, wie Sylva rot wurde. Scheinbar um sich abzulenken sah der Vulthera nochmals über Lucius Oberkörper und wandte ihm dann den Rücken zu. Immer wieder wand er über seine Schulter Lucius neugierige Blicke zu, was diesen schwach lächeln ließ. Er wartete noch einen Moment, ehe er auch unter die große Dusche trat. Sylva, der ihm immer noch den Rücken zu wand, schien zu sehr damit beschäftigt zu sein nicht mehr den Vampir anzustarren, sodass er es kaum merkte.

      Lucius stützte sich mit einem Arm an die Wand und beugte sich über Sylva. Zu dessen anderer Seite ebenfalls eine Wand war, sodass er zwischen den Wänden und Lucius eingeschlossen war. "Du bist ganz schön frech, Sylvi", raunte Lucius und beugte seinen Kopf hinunter an Sylvas pelzige Ohren. Lucius beam nun auch etwas des warmen Wassers ab und lehnte sich ganz intuitiv noch näher Richtung Sylva. "Vielleicht bin ich einfach zu nachsichtig mit dir", säuselte der Vampir überlegt laut, ehe er an dem fremden Wesen heruntersah und es begutachtete. Er hatte eine zierliche und dennoch sportlich wirkende Figur, wie ein Wesen, das permanent durch den Wald kletterte oder rannte. Der Vampir grinste zufrieden und streckte seine zweite Hand aus und ließ sie sanft über Sylvas Rücken wandern. "Du wirst zwar rot, wenn du mich anschaust, aber dafür schaust du ziemlich oft auf mich." Lucius beugte sich noch etwas weiter vor und spürte dabei wie hastig Sylva erneut seinen Körper musterte und dieses Mal von oben nach unten. "Auch wenn ich ein Vampir bin, siehts sonst so aus wie bei jedem Menschenmann", grinste er und mochte Sylvas offensichtliche Scham. "Und du", überlegte er und blickte nun nochmals auf den Vulthera, "siehst sonst auch fast aus wie ein Mensch." Er grinste breit, ehe er mit seiner freien Hand, die gerade noch über Sylvas Rücken streichelte ihn zu sich umdrehte und nun über ihm hing und ihm ins Gesicht starrte. Es funkelten ihn die violetten Augen an und er kam nicht umhin sich kurz in diesen zu verlieren, ehe er die Lippen schürzte und seinen Unterkörper näher an Sylvas Körper bewegte. Für ihn als Vampir war das alles nur ein Spiel, aber er mochte es wie auch alle seine anderen Artgenossen war er äußerst freigebig und offen für jegliche sexuelle Aktivität. Mit seiner freien Hand, hob er Sylvas Kinn an, da dieser Richtung Boden oder auf Lucius Unterkörper starrte. "Was gibt's denn da unten, dass deine Neugierde wächst? Du solltest nicht alles so anstarren, sonst könnte ich auf einen ganz anderen Appetit als dein Blut kommen", schnurrte der Prinz süffisant. "Oder aber ich muss dir mit etwas Nachdruck zeigen, dass mein Name nicht Lucius ist." Lucius musterte das Fuchswesen, ehe er schelmisch grinste.
    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire


      Ein Schauer lief Sylva über den Rücken, als er spürte wie Lucius seine Hand sanft über seinen Rücken wandern ließ und ihm zusätzlich noch mit seiner tiefen Stimme ins Ohr raunte.
      "F-frech?", fragte er leise lachend und versuchte sichtlich seine Fassung zu bewahren. "Dann hast du mich noch nicht erlebt, wenn ich dich ernsthaft provozieren will.", fuhr er fort und konnte ein weiteres Schaudern seines Körpers nicht unterdrücken.
      Bei jedem anderen hätte er sich jetzt umgedreht und der Person einen ordentlich Schlag in die Magengrube verpasst. Aber aus irgendeinen Grund hielt ihn etwas bei Lucius davon ab. Etwas, das er sich selbst nicht wirklich erklären konnte. Und der Grund war garantiert nicht der deutliche Größen- bzw. Kräfteunterschied.

      Als er die nächsten Worte des Vampirs hörte, biss er leicht seine Zähne zusammen. "Du verdammter...", begann er leise, wurde aber im nächsten Moment von dem Blutsauger umgedreht, was ihn kurz überrascht aufquietschen ließ.
      Er starrte mit seinen großen violetten Augen zu Lucius hoch, bevor sie Blick dann aber unweigerlich weiter runter wanderten. Seine Augen weiteten sich bei dem was er dann sah nur noch mehr.
      Sein Herz begann wild in seiner Brust zu hämmern und seine Atmung wurde unwillkürlich schneller und unkontrollierter. Es war nicht zwar nicht so, dass Sylva noch nie einen anderen Mann nackt gesehen hatte...aber in solch einer Situation wie dieser ist er auch noch nie gewesen. Aber das er total unerfahren war, würde er natürlich niemals vor Lucius zugeben und einfach auf seine übliche Art und Weise überspielen.

      Bevor er weiter auf Lucius Unterkörper starren konnte, wurde sein Kinn von diesem angehoben, sodass er gezwungen war ihm wieder ins Gesicht zu blicken.
      Die Worte des Vampir's drangen kaum zu dem Vulthera durch, als dessen eigene Gedanken weiter rasten und von verschiedenen Szenarien erfüllt wurden. Eine sündhafter und lebhafter als die andere...
      Erst nach einem Moment, schaffte es Sylva, sich wieder aus seinen Gedanken zu reisen und sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. Auf Lucius, das heiße Wasser das auf sie herab prasselte und die Situation in der die beiden sich gerade befanden.

      Mit all seiner Kraft – und wahrscheinlich auch, weil der Überraschungsmoment auf seiner Seite lag – schaffte es Sylva, Lucius an den Oberarmen zu packen und ihre Positionen zu tauschen. Nun war es Sylva es, der Lucius gegen die kalten Fliesen drückte und ihn mit geweiteten Pupillen breit angrinste, wobei auch seine kleinen Reißzähne entblößt wurden.
      „Nachdruck, ja? Also, ich finde, der Name passt hervorragend zu einer spitzohrigen Prinzessin wie dir, Lucy.“, hauchte er und grinste dann sogar noch breiter, während er seinen eigenen Körper dichter an den des Vampirs drückte, um ihn fester an der Fliesenwand zu fixieren.
      "Oder soll ich vielleicht lieber Lucylein sagen? Oder wie wäre es doch einfach mit Prinzesschen? Immerhin hältst du doch so viel auf deinen Titel."
    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire

      Lucius grinste amüsiert nachdem Sylva das Mächteverhältnis getauscht hatte. "Hm du willst also den Ton angeben, freches Ding?", hakte er mit schelmischen Unterton nach und musterte nun Sylva eingehend. Er mochte noch immer was er sah und leckte sich zufrieden über seine Lippen während sein Gegenüber ihn weiter versuchte zu necken. Der Vulthera kam ihm dabei näher und drückte seinen Körper gegen den des Vampirs, was diesen nur breiter grinsen ließ. Auch das Fuchswesen grinste breit, wobei er seine kleinen Spitzzähne offenbarte, die Lucius neugierig machten. Etwas überrascht war er schon von der Kraft des kleinen Wesens, doch er machte es diesem auch recht einfach. Es war für den Vampir eher ein nettes Spiel, eine Unterhaltung. Und so beugte sich Lucius nach vorne und drückte seine Arme, die Sylva hielt ebenfalls nach vor. Seinen Kopf beugte er in Richtung Hals des Vulthers als ob er an diesen wollte. Dies schien den Vulthera zu überraschen. Lucius befreite seine beiden Arme und griff dann Sylva. Er packte seine Beiden Hände an Sylvas Rücken und sein Gesäß und hob diesen an. Dabei legte dieser seine Beine um den Vampir. Lucius grinste schelmisch und drehte Sylva gegen die Wand. Noch immer hielt er den Vulthera in der Luft. "Weißt du ich hatte schon lange keine Unterhaltung wie diese mehr", lächelte er und drückte mit seiner Hand, die Sylva noch immer am Gesäß hielt.

      Ein Klopfen beendete den Spaß jedoch. Lucius stöhnte genervt. Er setzte Sylva ab und schnappte sich ein Handtuch, das er sich locker um die Hüfte band, ehe er das Bad verließ und zur Tür ging. Eine Wache empfing ihn salutierend. "Ihr Pferd ist zur Abreise bereit, Sire. Kommandant Adrian erwartete Sie in der großen Halle." Mit diesen Worten verabschiedete sich die Wache. Lucius schloss die Tür, ehe er raunte. "Dabei war es gerade so spaßig", nuschelte er zu sich und sah zu Sylva, der nun auch aus dem Bad kam. Scheinbar um zu sehen, wer geklopft hatte. "Immer muss man aufhören, wenn's am schönsten ist", raunte der Vampir und sah den Silberhaarigen an. "Schau nicht so traurig", neckte er ihn und ging auf ihn zu. Er musterte ihn erneut und spürte auch Sylvas Blicke. Er wollte einen bissigen Kommentar los werden, verkniff sich diesen jedoch und setzte stattdessen ein Grinsen auf. "Hat Spaß gemacht. Bin gespannt wie wild du wirklich bist", sagte er dann mit süffisanten Unterton und ging am Vulthera vorbei ins Bad. Dort zog er sich seine Unterkleidung und Rüstung an. Anschließend sammelte er im Zimmer sein Schwert und die letzten Utensilien zusammen. Nachdem auch Sylva angezogen war, ging die beiden in die große Halle.

      Kommandat Adrian verabschiedete sich von Lucius und sah sein Gefäß mit einem abwertenden Blick an. Der Vampir realisierte dies nicht und ging mit Sylva aus dem Pallas wieder die Vorburgen hinunter zu den Stallungen. "Wir reiten heute zur Hauptburg des Hauses Nocturn. Ich muss diesen Eid entbinden lassen. Sie liegt ohnehin auf dem Weg zum Palast des Hauses Dawnbloom.", erklärte Lucius während er sein schwarzes Pferd sorgsam begutachtete und es dann streichelte. Zufrieden wieherte es. "Also? Läufst du oder soll ich dich mitnehmen?" Sylva spähte auf die anderen Pferde in den Stallungen. "Komm gar nicht erst auf die Idee. Gefäße reiten keine Pferde. Sie laufen nebenher oder reiten mit, wenn ihr Vampir sie besonders mag." Ganz freiwillig tat Lucius das nicht. Er wusste aber, dass sie sonst länger brauchen würden, wenn der Vulthera den Weg zu fuß bestreiten würde. Der Vulthera war Zweifels ohne Schnell, doch Lucius Pferd Schattenwind war von der schnellsten Pferderasse und damit eine große Zeitersparnis, die sie beim Lauf gegen die Zeit brauchen würden. 'Machte ich mir Gedanken, um Sylvas Schwester?', fragte sich der Vampir als diese Überlegung durch seinen Kopf ging. Eigentlich könnte es ihm doch egal sein, was aus Sylvas Schwester wurde. Er war sein Gefäß und konnte ihm jederzeit seinen Willen aufzwingen. Doch Sylvas Albträume von der letzten Nacht ... irgendwie spürte der Vampir sie immer noch und fühlte sich - wenn er ehrlich war - schlecht dabei. Er biss sich mahnend auf die Unterlippe und sah wieder zu seinem Gefäß. "Also"?, fragte er um sich von seinen plagenden Gedanken abzulenken.
    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire


      Während Sylva ein wenig hinter Lucius her lief, drehte er sich nochmal halb zu dem Kommandanten um und präsentierte diesem mit einem verschlagenen Grinsen zum Abschied seinen Mittelfinger, ehe er sich schnell wieder umdrehte und an Lucius Seite lief.
      Noch immer geisterten die Bilder von den vorherigen Ereignissen in der Dusche ziemlich lebhaft in seinem Kopf. Was wohl passiert wäre, wenn sie nicht von der Wache unterbrochen worden wären? Allein der Gedanke sorgte dafür, dass er wieder leicht errötete.
      Aus dem Augenwinkel blickte er zu Lucius und verzog leicht sein Gesicht. Warum hat er sich selbst nur so schnell auf den Blutsauger eingelassen?...das darf auf keinen Fall nochmal passieren...


      Sie kamen bei den Stallungen an und Sylva lies seinen Blick über die verschiedenen Pferde wandern. Mal wieder hörte Sylva Lucius dabei nur mit einem halben Fuchsohr zu.
      Doch als er realisierte, was der Vampir da gerade wieder gesagt hat, drehte er seinen Kopf zu ihm und starrte ihn mit verengten Augen an.

      "Gefäße reiten keine Pferde. Sie laufen nebenher oder reiten mit, wenn ihr Vampir sie besonders mag."

      Sylva konnte sich selbst nicht genau erklären, warum diese Worte ihn so provozierten. Wahrscheinlich lag es daran, dass diese erneut ziemlich deutlich machten, was Vampire von Wesen hielten, die anders waren. Die nicht so waren wie sie selbst.
      Doch er verkniff es sich etwas zu sagen und schluckte seinen Ärger und Frust einfach hinunter.
      Er hatte sowieso keine andere Wahl als dies, zumindest bis sie Sylvara gefunden hatten, über sich ergehen zu lassen. Sobald sie wieder vereint waren, würde er mit ihr abhauen und sich nie wieder auch nur in die Nähe des Reiches der Vampire wagen.

      Er blickte wieder einen kurzen Moment über die verschiedenen Pferde, bevor er wieder zu Lucius blickte und es sich dann doch nicht ganz verkneifen konnte ihn zu provozieren. Aber natürlich nicht, ohne vorher einen gewissen Sicherheitsabstand zu dem Vampir einzunehmen.
      "Ach, zum Vögeln in der Dusche war ich also gut genug, aber nun soll ich auf deine Gnade hoffen, um mit auf deinen Gaul zu dürfen, Lucy?", fragte er in solch einer Lautstärke das sich einige Köpfe von nahstehenden Stallburschen und Rittern zu ihnen drehten.
      Sylva's Mundwinkel zogen sich zu einem leichten Grinsen, bis Schattenwind erneut wieherte und diesmal nicht wirklich begeistert klang.
      Der Vulthera, der die Sprache der Tiere verstand und selbst auch sprechen konnte, ignorierte die offensichtliche Entrüstung des Hengstes, bevor er auf Lucius frage antwortete: "Ich sitze vorne."
      Er bewegte sich auf den Hengst zu und blickte es warnend an: "Wehe du beißt mir in meinen Schweif...dann mach ich Eintopf aus dir, verstanden?", fragte er und schwang sich dann aber bereits schon in den Sattel.

      Noch immer sah sich Sylva selbst nicht wirklich als das Gefäß von Lucius. Das alles hier war eine reine Geschäftsbeziehung. Nicht mehr und nicht weniger. Und daher würde er sich garantiert nicht Lucius unterordnen. Auch wenn dieser sich immer so aufspielte, als wäre Sylva sein Untertan.

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    • Fort Schwarzdämmerung, Schattenwälder, Reich der Vampire

      Lucius zuckte mit den Schultern auf Sylvas Spruch. "Noch haben wir nicht gevögelt", mahnte er ihn und beugte sich dann zu ihm vor. Er musterte ihn süffisant und leckte sich über die spitzen Eckzähne als Drohung an dem wieder erstarkten Sylva nochmals zu trinken, denn das würde diesem ganz und gar nicht gefallen, aber so würde er sicherlich sein freches Mundwerk halten. Eine andere Chance dazu entging Lucius heute, was ihn nun entnervt stöhnen ließ, denn der Tag hatte eigentlich sehr schön für seinen Geschmack angefangen. "Natürlich sitzt du vorne. Denkst du ich lasse dich aus den Augen?", fragte Lucius ernst und musterte das Fuchswesen.

      Bald darauf schwang sich der Silberhaarige gekonnt aufs Pferd. Lucius folgte ihm und saß nun hinter ihm, was ihn zufrieden grinsen ließ. Als ob er das kleine Ding hinten mitreiten lassen würde. Hier vorne hatte er ihn viel besser unter Kontrolle und wen das kleine Plappermaul zu aufsässig wurde, hatte der Vampirprinz sogar einen Snack vor sich sitzen. Lucius ritt mit dem Pferd aus der Stallung und der letzten Vorburg. Erste Tropfen kamen vom Himmel hinunter. Jedoch war dieses Wetter dem Vampir lieber als Sonnenschein. Er gab seinem Hengst einen leichten Stoß in die Seite und sie ritten aus der Vorburg. Im Rücken spürte er wie Kommandant Adrian die beiden beobachtete. War das ein gutes oder schlechtes Zeichen? Was interessierte sich der Kommandant überhaupt so für die beiden? Lucius hoffte, dass er nicht zu viel Dreck mit seinen Fragen über die Entbindung von seinem Eiden auf sich gezogen hatte.

      Schattenwälder, Reich der Vampire

      Eine Zeit lang ritten die beiden stumm durch die dunklen Wälder. Das Wetter ließ den Wald nur noch schauriger wirken und Lucius spürte immer wieder eine dunkle Präsenz, die den Wald durchzog. Er konnte es sich noch nicht erklären, doch er war sich sicher, dass dort im Dunkeln etwas lauerte. Schattenwind trugt die beiden Nichtsdestotrotz schnell durch den Wald und nahm jede Wurzel, jeden Stein und jedes andere Hindernis mit Bravour. Lucius streichelte dem Tier zufrieden durch die Mähne. Er hoffte, dass sie bis zum Abend die Festung Schwarzer Stern, den Palast des Hauses Nocturn erreichten. Er sah zu Sylva vor ihm hinunter. "Wenn du Vampire speziell findest, wirst du Haus Nocturn noch spezieller finden. Sie sind sehr ... militärisch und streng. Sie halten nichts von Palästen, Diplomatie und Bündnissen. Diese Vampir folgen stur ihrem Schwur und ..." Lucius stockte "der Macht. Mein Onkel statte sie mit einigen neuen Pachten für Burgen aus und nun sind sie ihm dankbar. Daher wird meine Eidentbindung nicht einfach." Der Vampirfürst schaute in die Ferne. Die dunklen Wolken am Horizont machten es schwer etwas zu erkennen. Doch auf dem Hügel, auf dem sie sich gerade befanden und die Bäume nur recht dünn wuchsen, war er sich sicher könnte man den Palst der Nocturns sehen. Es war eine dunkle Festung, kein Palast. "Da hinten", zeigte Lucius in die Ferne, "das müsste die Festung Schwarzer Stern sein."
      Die Festung lag in einem moorigen Feld, das sich an die Schattenwälder anschloss und die letzte große Festung vor den weiten Gebirspässen Richtung Norden war. Im Winter lag hier Schnee und die Festung war kaum einnehmbar. Doch jetzt im Herbst, glich das Moor einer großen Seenlandschaft, aus der die Burg wie ein Fels im Meer hervorragt. Hohe Mauern aus dunklem Stein, viele Türme und Zisternen. Die Mauen besßaen zum Teil dunkle Metallstacheln und die Burg besaß nur zwei Eingänge. Der sich in der Mitte der Burg erhebende Pallas war dennoch luxuriös und wirkte groß und mächtig. Die Nocturns hatten es verstanden ein Statement zu setzen, wer für die Sicherheit des Reichs zuständig war und da skes keiner um sie drumherum kam. Dazu war die Burg geografisch gut gelegen an einer der wenigen Gebirgspässe, die den Süden aus dem Lucius stammt mit dem Norden, wo das Haus Dawnbloom saß, verbanden.

      Graumoor, Reich der Vampire


      Bald schon erreichten die beiden das Ende des Waldwegs und vor ihnen tat sich das Graumoor auf. Lucius rümpfte die Nase. "Niemals hätte ich meinen Palast in ein Moor gesetzt. Hier ist alles tot", raunte er und sah über das Moor. Noch immer waren überall Spuren diverser Kriege zu sehen. "Das Haus Nocturn lässt Kriegsmaterial hier draußen verwittern. Als Warnung an alle Häuser, die so töricht sind, sie anzugreifen. Und auch ihre Krieger" Sylva starrte auf ein Skelett das halb im Moor versunken war. Lucius wusste das die Nocturns brutal sein konnte, war er hier doch lange in der Ausbildung. Umso mehr drehten sich seine Gedanken, um den Blutzoll, den er zur Entbindung seiner Eide bezahlen sollte.
    • Schattenwälder, Reich der Vampire

      Sylva hörte Lucius schweigend zu, während sie durch das Unterholz des dunklen Waldes ritten. Noch immer verstand er die verschiedenen Regelungen der Vampirhäuser nicht wirklich – dafür war die Welt, in der er aufgewachsen war, einfach zu anders gewesen. In dieser Welt gab es weder Gefäße, noch Ghule...
      Und dennoch war er nun eben in genau dieser Welt gefangen. Als Gefäß eines Höhergeborenen Vampirs.
      Er öffnete seinen Mund um etwas zu dem Eid zu sagen, aber schloss diesen dann einfach grummelnd wieder. Er verstand sowieso nichts von der ganzen Thematik...


      Graumoor, Reich der Vampire


      Auch Sylva rümpfte angewidert seine Nase, als sich vor ihnen das Graumoor auftat. Seine Sinne als Vulthera schrien ihn an, sich nicht weiter ins Graumoor zu begeben, aber er wusste das weder er noch Lucius eine andere Wahl hatten. Nur wenn sie den Eid zwischen Lucius und dem Haus Nocturn aufhoben, konnten sie weitere Schritte gehen, um Sylvara zu finden.

      "Ich glaube man muss ziemlich Masochistisch sein, um hier freiwillig zu leben.", antwortete er und schüttelte seinen Fuchsschweif vor Ekel.
      Bei den nächsten Worten des Vampirprinzen, runzelte der Vulthera leicht seine Stirn und blickte über seine Schulter zu ihm hoch.
      "Moment...was meinst du mit: Und auch ihre Krieger? Warum sollte man seine eigenen Krieger warnen, wenn sie einem treu ergeben sind?", fragte er sichtlich verwirrt, konnte seine Gedanken dann aber nicht weiter fortführen, als er aus der Ferne etwas hörte. Es klang fast...wie ein Hilferuf...

      "Hast du das gehört?", fragte er leise und bevor Lucius in irgendeiner Form reagieren konnte, hatte sich Sylva auch schon flink aus dem Sattel von Schattenwind geschwungen.
      Er ging ein paar Schritte in die Richtung des Rufes und achtete darauf, weiterhin sicheren Grund unter seinen Füßen zu haben, um nicht noch selbst im Moor zu versinken. Er stellte seine Fuchsohren aufmerksam auf und dann...hörte er es wieder - ein leiser, verzweifelter Hilferuf, der weder von seinem Vampir oder ähnlichen stammen konnte.

      Ohne weiter darüber nachzudenken und auch ohne nur ein einziges Mal zu Lucius zurückzublicken, rannte Sylva auch schon bereits in die Richtung des Hilferufs.
      Auch wenn er ein ungutes Bauchgefühl dabei hatte, alleine in diesem fremden, auch zugegebenermaßen leicht furchterregend, Gebiet einfach so vorzurennen. Wer weiß, was hier alles nur so lauerte...aber er musste dem Geschöpf einfach helfen!

      Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis Sylva ihn schließlich in der Ferne entdeckte. Einen sterben Hirsch, welcher schwer verletzt am Boden lag. Es war ziemlich eindeutig, das er von irgendwas angegriffen worden ist. Und soweit es Sylva die Situation einschätzen konnte...gab es keine Möglichkeit mehr ihm noch das Leben zu retten....die Verletzungen waren einfach zu stark...
      "Oh nein...", murmelte er leise unter seinem Atem und ging nun auf leisen Schritten auf den Hirsch zu, während er mit einer beruhigen Stimme zu ihm sprach:

      "Hab keine Angst...ich werde dir nichts tun...ich bin dein Freund...", sprach er weiter, setzte sich langsam neben den Hirsch und legte dessen Kopf vorsichtig auf seinen Schoss ab.
      Es steckte kaum noch leben in dem armen Tier, was Sylva in dem Moment nur noch trauriger machte. Schnell wurde er sich bewusst, dass das einzige das er tun konnte war, den Hirsch während seiner letzten Atemzüge zu begleiten.

      Sanft streichelte er dem Hirsch über den Kopf und bemerkte dabei nicht, dass sich leise von allen Seiten Blutghule anschlichen...die selben Blutghule, die den Hirsch zuvor bereits angegriffen hatten und die Sache nun scheinbar zu Ende bringen wollten...

      "Ich weiß das du Angst hast...aber ich werde bei dir bleiben...ich werde dich nicht alleine lassen...", sprach Sylva leise weiter.
    • Graumoor, Reich der Vampire

      Ehe Lucius etwas sagen konnte, sprang Sylva wie von der Tarantel gestochen vom Sattel und rannte durchs Moor. "Hey?! Spinnst du, Pelz?" Doch in diesem Moment hörte er auch das Geräusch. Es klang jedoch nach einem Tier, was Lucius genervt stöhnen ließ. "Tierrettung? Dein Ernst?" Skeptisch sah er sich um. Sylva war bereits in den grauen Nebelschwaden des Moors verschwunden. Er schüttelte genervt den Kopf und stieg sportlich vom Hengst, der aufgeregt wieherte. "Ich weiß, Schattenwind. Ich bin gleich zurück", strich er dem unruhigen Pferd durch die Mähne, wodurch sich dieses wieder beruhigte. Lucius folgte nun Sylvas Geruch, den er besser identifizieren konnte als seine Spur im Schlamm und Morast des Moors. Dabei musste er aufpassen, nicht falsch zu treten und in die Pfützen zu rutschen. Er raunte dabei immer wieder, denn er hasste diesen Landtsrich wie keinen anderen. Nun verstand er die Taktik der Nocturns hinter diesem Land. Es bot ihnen Schutz und erschwerte jede Bewegung von Armeen, insbesondere feindseliger Armeen. Immer wieder blickte der Prinz in die Gesichter toter Krieger, die im Moor wie konserviert waren. Ab und an hörte er ihre Stimmen, die nach ihm riefen. Doch der Prinz konzentrierte sich auf sein entflohenes Haustier, das er bald schon auf einer Insel im Moor entdeckte. "Da bist du ja!", sagte er mit einem erleichterten Unterton. Es wäre ja zu schade gewesen, wenn sein Spielzeug hier ertrunken wäre. Das würde der Vampir jedoch nicht zugeben.

      Neugierig kam er auf den knienden Vulthera zu. Er hatte sich über einen verletzten Hirsch gebeugt. Der Vampir verzog das Gesicht. "Wer tut sowas einem Geschöpf an?", raunte er in Anbetracht der Brutalität, die das Wesen erfahren hatte. Seine Antwort erhielt er in Kürze mit einem weckenden Schrei, der das Mark durchdrang. "Kein gutes Zeichen", raunte Lucius und packte sein Schwert aus der Scheide. In die andere Hand nahm er einen kurzen gekrümmten Dolch. "Ich habe eine Vorahnung und es sind 6 ... nein 7", zählte der Vampir und sah suchend im die Insel umgebenen Nebel umher. Die Schreie kamen näher und dann hörten sie Schritte. Sie kamen näher, näher und mit einmal. Es plätscherte im Wasser. Lucius packte Sylva und zerrte ihn hinter sich während er mit dem Dolch in die Luft staß. Doch was so aussah als wäre es für einen Moment Luft gewesen, war ein Ghul der über den Moor rannte und auf Sylva zugesprungen war. Er hatte einen Schlitzer am langen Hals erlitten und jaulte kurz, ehe aus dem Nebel weitere 6 Ghule traten. Den, den Lucius getroffen hatte, wirkte jedoch größer und bulliger als die anderen Ghule. Er jaulte erneut. Lucius verzog die Stirn. "Ihr kleinen Scheißer. Wird wohl Zeit für eine Lektion.", raunte er und richtete sich auf. Er sah über seine Schulter zu Sylva. "Komm nicht auf dumme Gedanken. Sie wollen uns trennen. Du bleibst neben mir.", warnte er sein Gefäß, das gerne einen eigenen Kopf hatte. Im nächsten Moment jaulte der große Ghul erneut und zwei Ghule sprangen Lucius an. Gekonnt schwang er das Schwert, drehte sich und nutzte mit der anderen Hand den Dolch, sodass schwarzes Blut der Ghule den Boden bedeckte und die beiden Tiere leblos zu Boden fielen. Blut klebte nun in Lucius Gesicht. Er raunte laute. "Ihr miesen Geschöpfe. Wie könnt ihr es wagen?" Der große Ghul machte ein gluckerndes Geräusch als ob er lachte. Lucius schnaufte, er streckte die Hand mit dem Dolch aus. Rote Runen leuchtete auf seiner Hand und der Ghul stoppte sofort. Er schien sich am Hals kratzen zu wollen, als ob ihn Lucius ersticken würde. Die Augen des Vampir verfärbten sich rot und er schloss die Hand, die er gerade noch ausgestreckt hatte. Der Ghul wurde wie von einer unsichtbaren Macht an den Boden gezogen. "Du wehrst dich zu sehr für einen Ghul!", krächzte Lucius und drückte fester. Nun heulten die anderen 4 Ghule. Mit einem Mal sprangen 2 von ihnen auf Sylva, der kurz hinter Lucius war. Er wurde umgerissen von den beiden Wesen und verlor den Kontakt zum großen Ghul, der nun los sprang und sich auf Lucius stürzte. Seine massiven Pfoten drückten den Vampir in den morastigen Boden. Die schwarzen Krallen drückten gegen Lucius' Haut an den Armen. Der Ghul biß nach Lucius Kehle. Dabei gab er dem Ghul eine Kopfnuss, sodass dieser zurücksprang. Lucius richtete sich auf und sah nach Sylva. Er hatte nur Sekunden, da beide Ghule ihn links und rechts auf dem Boden fixiert hatten. Der Vampir musterte den größeren Ghul.

      Als dieser erneut auf Lucius springen wollte, drehte er sich zur Seite. Packte sein Schwert, das heruntergefallen war, und zog es in der Rolle hoch. Im nächsten Moment rollte der Kopf des großen Ghuls über die Insel. Mit einem Jaulen ließen die Ghule von Sylva ab und Lucius, packte diesen und stellte ihn auf die Beine. Als er sich den anderen Ghulen zuwenden wollte, sah er wie diese im Nebel verschwanden. "Was für Bastarde. Sie haben uns scheinbar eine Falle gestellt!", raunte Lucius noch immer fassungslos, ehe er zum röchelnden Hirsch sah. Er sah bedrückt auf das Tier und dann zu Slyva.
    • Am ganzen Leib zitternd und mit vor Schreck geweiteten Augen, stand Sylva einen ganzen Moment einfach nur schweigend da.
      Der Angriff der Ghule hatte seine Spuren hinterlassen: Schlamm und Dreck klebten an seiner Kleidung, durchzogen sein Haar und bedeckten fast jedes Stück seines Fells.
      Er wollte gar nicht erst darüber nachdenken, was wohl passiert wäre, wenn Lucius nicht da gewesen wäre und so schnell auf den Angriff reagiert hätte...dann würde er und der Hirsch nun wahrscheinlich das selbe Schicksal teilen.

      Als er das Röcheln des Hirsches hörte, wurde er aus seinen Gedanken gerissen und sein volle Aufmerksamkeit lag wieder auf das sterbende Tier.
      Während er wieder zu dessen Seite rannte, blickte er Lucius nicht an. Vielleicht lag es daran, dass er sich ein wenig dafür schämte einfach vor gerannt zu sein und das Lucius ihn bereits zum weiten Mal das Leben gerettet hat. Das er ihm bereits ein zweites Mal davon bewahrt hat, als Abendessen für diese verdammten Ghule zu Enden.

      Das Röcheln und Klagen wurde immer leiser. Die Augen des Hirsches waren nur noch halb geöffnet und es war deutlich, dass das Licht bald endgültig aus ihnen verschwinden würde.
      Wieder kniete sich Sylva neben den Hirsch und legte sanft seine Hand auf dessen Kopf. Für einen Bruchteil einer Sekunde dachte Sylva darüber nach, selbst das Leid des Hirsches vorzeitig zu beenden. Aber er entschied schlussendlich sich dagegen. Er brachte es nicht über das Herz für den Tod des Tieres verantwortlich zu sein. Viel eher würde er an dessen Seite bleiben und ihn bei seinen letzten Atemzügen begleiten.
      Während er den Kopf des Hirsches wieder auf seinen Schoß legte und diesem sanft über den Kopf streichelte, begann eine leise Melodie zu singen. Es war eine Melodie, welche zu einen der vielen Lieder der Vulthera gehörten. Der Wanderstamm sang und tanzte zu vielen verschiedenen Anlässen und die meisten ihrer Lieder waren fröhlicher Natur. Doch gab es auch Lieder, wie dieses, welche bei traurigen Ereignissen gesungen wurden...

      Stille zog sich über das Graumoor, welche nur von Sylva's Stimme und das immer und immer leiser werdende Röcheln des Hirsches unterbrochen wurde.
      Nach wenigen Minuten verstummte das Röcheln und so auch Sylva's gesang. Er blieb sitzen und streichelte dem toten Tier mit den nun leeren Augen noch eine ganze Weile über den Kopf.
      Dann atmete er tief ein, schloss seine Augen und begann dann in der Sprache der Vulthera ein leises Gebet zu sprechen:

      „Möge dein Geist, edler Hirsch, den Schatten dieser Welt hinter sich lassen.
      Was auch immer dich fand, soll dich nie wieder finden.
      Kein Zahn, keine Klaue, kein schmutziger Hauch soll dich je berühren.
      In deinem nächsten Leben wandle frei – durch Wälder voller Licht,
      fern von Ghulen, fern von Schmerz.
      Ich halte dein Andenken in meinem Herzen,
      und wünsche dir Frieden, tiefer als jeder Schlaf.“

      Er öffnete wieder seine Augen, legte den Kopf des Hirsches wieder sanft auf den Boden ab und stand wieder auf. Nachdem er sich noch einmal vor dem Hirsch verbeugt hatte, wandte er sich ab und bewegte sich wieder auf Lucius zu, damit sie zu Schattenwind zurückgehen konnten.

      Als Sylva Lucius erreichte, blieb er neben ihm stehen, blickte ihn aber weiterhin nicht an. "Es tut mir leid, dass ich uns in Schwierigkeiten gebracht habe. Aber ich werde niemals ein wehrloses Tier im Stich lassen und werde sowas jederzeit wieder tun, wenn es sein muss."
      Er öffnete erneut seinen Mund, um noch etwas hinzuzufügen, schloss diesen dann aber wieder und schluckte den Dank den er Lucius gegenüber aussprechen wollte einfach hinunter.
    • Graumoor, Reich der Vampire

      Lucius beobachtete, wie sich der Vulthera um den sterbenden Hirsch kümmerte. Für einen Moment kam ihm der Gedanke, Sylva anzubieten den Hirsch von seinem Leid zu erlösen, doch er entschied sich dagegen. Vermutlich gab dieser Moment - so traurig er auch war- Sylva eine Verbindung zu seiner Heimat, seiner Kultur und damit etwas Nähe in dieser für ihn viel zu rauen und fremden Welt. Lucius beschlich ein Gefühl von Reue, das er jedoch nach außen nicht zeigte. Er schürzte die trockenen Lippen, ging ein paar Schritte von der Insel weg und drehte Sylva den Rücken zu. Er schaute lieber übers Graumoor und wollte nicht weiter durchdenken, was diese Erlebnisse alle mit Sylva machten. Gleichwohl war der störrische Vulthera selbst Schuld an seiner Lage. Der Vampir umgriff den Scheid seiner Schwerts fester und blickte an diesem herunter. Schwarzes Ghulblut klebte noch immer an der Klinge und er machte diese mit seinem Reisemantel sauber. Er atmete zufrieden aus und steckte das Schwert wieder ein ebenso den schwarzen Dolch.

      Sylvas Gesang erfüllte das stille Moor mit Kummer und Trauer und gleichzeitig etwas Erhellendem in dieser kargen Landschaft. Hier war der Tod allgegenwärtig und es wirkte beinahe wie ein Trauerlied auf alle gefallenen Krieger hier. Seit Jahrhunderten standen sich hier Armeen gegenüber: Vampire, Menschen, Elfen, Orks ... Lucius spürte die Dunkelheit des Orts und gleichzeitig die Kraft, die der Ort ausstrahlte. Die Vampire hielten diese Gegend schon ewig. Er atmete seufzend aus und drehte sich zu Sylva, nachdem dessen Gesang geendet hatte. Abschließend sprach das Fuchswesen eine Art Gebet in einer anderen Sprache - vermutlich seiner eigenen. Lucius nickte stumm mit einer leichten Verbeugung und wartete dann auf Sylva.

      Als dieser vor ihm stand, sagte dieser zwar es tue ihm Leid, aber er würde es wieder tun. "Sei beim nächsten Mal einfach nicht so töricht", raunte Lucius und blickte zum Hirsch, "Wir verlieren genug Lebewesen an die Ghule als Fraß. Tu es ihnen nicht gleich." Mit diesen mahnenden Worten beließ es Lucius auf sich. Er schüttelte beim Zurückgehen den Kopf und erreichte nach einigen Minuten mit Sylva wieder Schattenwind, seinen schwarzen Hengst. Erfreulich wieherte das Pferd und tippte mit den Hufen. "Ja ich weiß. Du hasst es hier", sagte Lucius und kraulte das Tier hinter seinem Ohr. Anschließend zückte er aus einer der hinteren Taschen des Sattels eine Karotte und fütterte das Pferd damit, wobei er ihm sanft über den Kopf strich. Er seufzte zufrieden. "Schattenwind ist das Einzige, was mir geblieben ist. Iulius hat es geschafft mir alles andere zu nehmen", stellte der Vampir ernüchtert fest und sah über seine Schulter zu Sylva, der ihn und das Pferd bisher beobachtet hatte. "Er hat - da bin ich mir sicher - meinen Vater ermordet und mich dann an die Nocturns 'verliehen'. Als ob ich sein Besitz wäre" Der Vampirprinz schüttelte heftig den Kopf und hielt weiterhin die Karotte, die Schattenwind zufrieden aß. "Doch dieser Tyrann wird dafür einen hohen Preis bezahlen", raunte der Vampir unheilvoll und starrte nun in die graue Leere des Moors.

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    • Schweigend folgte Sylva dem Vampir zurück zu seinem schwarzen Hengst. Schattenwind. Dieses wieherte erfreut, als es seinen Reiter erblickte und tippte mit den Hufen.
      Für den Bruchteil einer Sekunde tat es Sylva leid, dass er dem Hengst vorhin noch angedroht hatte, es zu einem Eintopf zu verarbeiten, sollte es in seinen Fuchsschweif beißen.
      Er beobachtete Lucius dabei, wie er es erst hinter dem Ohr krauelte und kurz darauf eine Karotte aus der hinteren Tasche seines Sattels hervorzog.
      Während der Vampirprinz seinem Pferd wieder über den Kopf streichelte und es dann mit der Karotte fütterte, verlor sich Sylva ein weiteres Mal in seinen Gedanken. In Momenten wie diesen wirkte Lucius so anders...er wirkte gar nicht mehr wie der, aus seiner Sicht, arrogante und eingebildete Blutsauger...er wirkte fast...menschlich...

      Sylva konnte spüren, wie seine Wangen ein wenig warm wurden, woraufhin er aber schnell seinen Kopf schüttelte. Er konnte es sich nicht leisten, Lucius als etwas anderes als eine reine Geschäftsbeziehung zu betrachten. Sobald sie seinen Onkel vom Thron gestürzt und Sylvara gefunden hatten, würden die beiden sich sowieso nie wieder sehen...
      Als Lucius wieder das Wort ergriff, wurde Sylva aus seinen Gedanken gerissen. Er hörte ihm aufmerksam zu und weitete dann leicht seine Augen. "Du glaubst wirklich...das dieser Fettsack deinen Vater ermordet hat?", fragte er nochmal nach und trat langsam dichter an ihm und Schattenwind heran.
      Er hatte Iulius bisher nur ein einziges Mal gesehen...doch dies hatte wirklich gereicht. Wenn er darüber nachdachte wie grausam er die arme, unschuldige Elfin ermordet hat...war es auch nicht auszuschließen, dass er auch für den Tod seines eigenen Bruders verantwortlich ist.
      Allein bei dem Gedanken drehte sich Sylva's Magen um...und sein Unverständnis für das Reich der Vampire wuchs nur noch weiter.

      Sylva legte seine Fuchsohren dicht an seinem Kopf an und unterdrückte ein leises Knurren, während er leicht seine Hand hob und mit dieser sachte über Schattenwind's Hals strich. Schweigend betrachtete er den Hengst und suchte in seinen Augen nach einer Bestätigung für Lucius’ Worte.
      "Das mit deinem Vater...tut mir leid, Lucy.", sprach er und blickte dann zu ihm hoch. "Es fühlt sich nicht gut an, nur als Besitz angesehen zu werden, hm? Es fühlt sich so an, als werden einem alle Rechte abgesprochen...als wäre man nichts weiter als ein Objekt oder Werkzeug, hab ich Recht?", fragte er und hoffte das der Vampirprinz den Wink mit dem Zaunpfahl verstand.
      "Sag...wenn du es erzählen möchtest...wie...nun...ähm-", stolperte der Vulthera ein wenig unbeholfen über seine eigenen Wörter und seufzte dann leicht.
      "Wie genau ist das alles damals abgelaufen? Wie ist es dazu gekommen, dass sein Onkel jetzt auf dem Thron sitzt und nicht du? Und...nun...wie ist dein Vater in der offiziellen Version gestorben? Was wurde deinem Volk erzählt? Wurde sein Tod nie hinterfragt?"
    • Graumoor, Reich der Vampire

      Lucius hört die zweifelnden Worte des Vultheras. "Ja, das glaube ich", Lucius atmete schwer aus, "mir fehlen zwar bisher die Beweise und mein Vater war nicht mehr der Jüngste, aber er war nicht krank. Er war noch gesund und soll dann von ein auf den anderen Tag gestorben sein? Ich bitte dich, was für ein komischer Zufall" Der Vampir runzelte die Stirn und sah zu wie Schattenwind das Ende der Karotte verspeiste. "Iulius ist zu allem fähig und ich würde ihm zutrauen, dass er seinen Bruder - meinen Vater - für die Macht umbringt. Die beiden mochten sich sowieso nie und es gab schon andere ... Vorfälle wie ein versehentlicher Pfeil, den Iulius auf meinen Vater bei der Jagd geschossen hatte." Lucius schüttelte entrüstet den Kopf. "Das Eiznige, was daran eigenartig ist, wie er meinen Vater getötet hat. Vampire kann man nicht einfach so durch Gift oder so umbringen", grübelte Lucius vor sich her und sah dann wieder zu Sylva. Er sah etwas angeekelt und zugleich so aus als würde sich sein Magen drehen. Der Prinz wandte den Blick von ihm ab und schaute stattdessen in die Ferne des Graumoors, auch wenn das seine Stimmung nicht aufhellte.

      Als Sylva ihm sagte, dass es ihm leid tat, sah Lucius ihn kurz an und blickte dann verbissen zur Seite. "Das muss dir nicht leid tun. Ich werde Iulius dafür schon noch seinen Kopf abschneiden", fluchte er leise vor sich her, während er mit seinen Händen weiter über Schattenwind streichelte. In diesem Moment erklärte Sylva, wie es sich doch als Gefäß anfühlte. Der Vampir blickte wieder zu Sylva. Er runzelte die Stirn. "Sicherlich ist es nicht schön ein Gefäß zu sein, aber es ist besser als hier Freiwild zu sein, Sylva.", mahnte er sein unvorsichtiges Gefäß, das scheinbar immer noch nicht verstanden hatte, wie das Leben hier lief. "Ich wünschte es wäre für dich ... einfacher. Aber das ist es leider nicht. Aber ich helfe dir mit deiner Schwester und ich stehe zu meiner Verpflichtung.", erklärte der Vampir mit fester Stimme und drehte sich dabei zum Vulthera. "Ich weiß schließlich auch, was es bedeutet jemanden aus der Familie zu verlieren."

      Sylva stolperte als dann unbeholfen über seine eigenen Worte, was den Vampir zufrieden grinsen ließ. Er kann schon süß sein, wenn er nicht so trotzig und einfühlsam ist, dachte sich der Vampir. "Na ja mein Vater starb eines Nachts eines natürlichen Todes wie es offiziell hieß. Vampire sterben tatsächlich irgendwann, wenn sie alt genug sind oder es wollen. Mein Vater war zwar alt, aber noch gesund und bei weitem nicht an dem Punkt, an dem er natürlich starb. Dazu merken wir Vampire, wenn sich unser Ende naht. Man kann es sogar etwas herauszögern" Lucius schweifte ab und das spürte er. "Auf jeden Fall wurde uns gesagt, mein Vater hätte eine seltene Bluterkrankung gehabt und sei dieser plötzlich erlegen. Eine nachträgliche Untersuchung lehnte mein Onkel ab, der zu der Zeit immer noch Truchsess war - also eine Art Stellvertreter des Königs, wenn dieser nicht da ist. Und dann riß er auch gleich die Macht an sich und verweigert mir seit dem den Thron. Das müssten schon ..." Lucius schien im Kopf zu zählen. "50 Jahre sein. Und mit 200 Jahren auf den Thron zu kommen, ist möglich gilt aber als sehr früh. Viele Vampirhäuser ziehen es vor, dass man in dieser Zeit zusammenherrscht mit einem erfahrenen Vampir oder eben ein Truchsess die Regierungsgeschäfte leitet." Der Vampir knurrte und spürte die aufkeimende Unruhe in Schattenwind. "Anschließend weitete Iulius seine Macht aus. Er hatte voher schon Anhänger im Militär und unter unserem Volk, das vor allem eine härtere Gangart bevorzugt." Er spürte Sylvas fragenden Blick, ehe ein Hornstoß die beiden aus dem Gespräch riß.

      Lucius spähte zum Ort des Geräuschs. Es war ein Reitertross, der auf die beiden zukam. Es waren gut 10 Reiter, die sich näherten. "Das sieht wohl nach den Nocturns aus.", erklärte der Vampir und wartete bis der Tross die beiden erreichte. Vornean ritt jemand aus der Königsfamilie, was Lucius an der edlen schwarzen Rüstung erkennen konnte. Der Reiter setzte seinen Helm ab und grinste Lucius an. "Lucius? Du hier? Welch' Ehre!"
      "Kiran?", sah Lucius den Reiter verwundert an, ehe er grinste.
      "Was führt dich her?"
      "Ich will zu deiner Mutter, der Matriarchin."
      "Matriarchin? Hmm. Das klingt nicht gut. Was hast du vor?"
      Lucius sah ihn eindringlich an. "Das erklärte ich dir, wenn wir gleich weiter reiten."
      Kirans Blick fiel auf Sylva. "Dein neues Gefäß, nehme ich an?" Er musterte den Vulthera neugierig und beinahe etwas zu neugierig, weswegen ihm Lucius einen strengen Blick zu warf. "Kiran?"
      "Natürlich, Lucius. Du kannst mit uns reiten. Wir sind sowieso auf dem Rückweg."
      "Rückweg? Wovon?"
      "Erkläre ich dir, wenn wir reiten", sagte der Prinz mit leicht trotzigem Unterton.
    • Graumoor, Reich der Vampire


      Sylva's Fingerspitzen tanzten weiterhin sanft über das schwarze Fell von Schattenwind, während er aufmerksam den Worten von Lucius lauschte.
      "Ein Bruder, der seinen eigenen Bruder kaltblütig ermordet...und das alles nur für etwas vergängliches und unbedeutendes wie Macht...", säuselte er vor sich hin, schüttelte verständnislos seinen Kopf und blickte zum Himmel hinauf.
      "Die Götter und großen Geister unserer Welt werden ihn, wenn die Zeit gekommen ist, für seine Schandtaten richten. Dessen bin ich mir sicher. Die Verbrechen, die er begangen hat, werden nicht ungestraft bleiben. Irgendwann kommen alle Taten und Entscheidungen im Leben auf einen zurück. Das Gute und das Schlechte. Und dann muss man dafür gerade stehen."
      Der Vulthera war sich zwar nicht sicher, ob Vampire – wie sein Stamm – an Götter und große Geister glaubten. Aber dennoch wollte Sylva seinen Glauben mit dem Vampirprinz teilen.
      Es fühlte sich für den jungen Vulthera einfach richtig an, und vielleicht… half es dem Vampirprinzen, ein wenig Hoffnung zu finden, dass die Gerechtigkeit am Ende siegen wird.

      Freiwild, Streuner, Gefäß... all diese Begriffe verdeutlichen die machthungrige Weltansicht der Vampire. Doch für Sylva waren sie wie ein Schlag in die Magengrube. Er war sich sicher, dass er sich wohl niemals an dieses Leben gewöhnen würde.
      Als Lucius ihm dann aber sagte, dass er sich wünschte, das Leben als Gefäß wäre für ihn einfacher, hielt er mit Schattenwinds sanften Streicheleinheiten inne und blickte ihn ein wenig überrascht an.
      Für einen Moment dachte er über seine Worte nach und nickte dann langsam zum Dank. "Ich...danke dir. Aber du hast Recht: das ist es leider nicht. Wir müssen versuchen, uns gegenseitig so gut wie möglich zu vertrauen, damit wir am Ende beide unsere Ziele erreichen.", er seufzte leise und blickte wieder zu Schattenwind. "Aber ich schätze das Vertrauen, wie alles im Leben, erarbeitet werden muss."

      Bevor Sylva weiter auf Lucius antworten konnte, wurden sie von einem Hornstoß aus ihrem Gespräch gerissen.
      Unter seinen Fingerspitzen konnte Sylva deutlich spüren, wie Schattenwind nur noch unruhiger wurde und sich die Muskeln des treuen Reittiers anspannten.
      Unfreiwillig tat es Sylva Schattenwind gleich und auch seine Muskeln spannten sich unruhig an, während er Lucius Blick folgte und ebenfalls in die Richtung des Hornstoß blickte.
      Lucius erklärte, dass es sich um Nocturns handelte und Sylva nickte daraufhin nur stumm, während er sich kaum merklich ein wenig dichter an Lucius heran stellte.
      Es dauerte nicht lange, bis der Tross die beiden erreichte und Lucius bereits mit dessen Anführer ein Gespräch begann. Zwar wusste Sylva nicht, um wem es sich handelte, aber so wie Lucius mit ihm sprach...schien auch er königliches Blut zu haben.

      Zum ersten Mal, hielt Sylva etwas davon ab seinen Mund aufzureißen und etwas zu sagen. Zum ersten Mal, sagte ihm etwas in seinem Inneren, dass es in dem Moment gerade besser war, einfach seine Zunge zu hüten, um weder Lucius noch sich selbst in noch mehr Schwierigkeiten zu bringen.
      Daher neigte er zur Begrüßung schweigend den Kopf und wandte sich danach wieder Schattenwind zu. Mit einer unauffälligen Bewegung, zog er einen Apfel aus der hinteren Satteltasche und hielt diese dem Hengst entgegen.
      "Das bleibt unser kleines Geheimnis, in Ordnung?", sprach er leise in der Sprache der Vulthera, ehe er sich Lucius Worte wieder durch den Kopf gehen ließ.

      Hatte er es gerade wirklich richtig verstanden, dass Vampire sterben konnten, wenn sie es wollten? Er konnte nicht leugnen, dass der Gedanke ihm ein ziemliches Unbehagen bereitete. Auch der Gedanke, das Lucius' Vater an einer seltenen Bluterkrankung gestorben sein soll. Wurde er vergiftet? - nein, nach Lucius war dies nicht einfach so möglich...

      Während er Schattenwind heimlich mit dem Apfel fütterte, spürte er den Blick des anderen Vampirs im Nacken, was nur dafür sorgte, dass er sich noch dichter an Lucius stellte.