My Girlfriend is a Boy [Nao & Dark.Wing]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Als der Jüngere von ihm abließ brummte Noel schon fast ein wenig enttäuscht auf. Dabei hatte er gerade angefangen seine Technik zu verbessern, was eine Schande, das hätte noch richtig gut werden können…
      Die kleinen, sanften Küsse die Jay nun stattdessen auf Noels Hals und Nackenbereich verteile waren jedoch ein kleiner Trost.

      Bei dem selbstsicheren Grinsen und den Worten musste der Künstler leise auflachen. Gott, diese schon fast niedlich Art von Jayden machte ihm echt noch weiche Knie. Wie konnte nur jemand so sehr von sich selbst überzeugt sein und gleichzeitig so wenig? Aber mit einer Sache hatte der Student definitiv recht, Noel wollte ihn und das am liebsten jetzt sofort.

      Noel ließ sich elegant nach hinten auf die Matratze fallen und zog den Jüngeren prompt mit sich mit, welcher wohl ein kleinwenig weniger elegant nun über Noel gestützt war. „Jeden anderen Typen hätte ihm für den Spruch wohl eine reingehauen.“ hauchte er Jayden selbstgefällig gegen die Lippen, bevor er diese hauchzart küsste. Obwohl, küssen war hier wohl das falsche Wort, Noels Lippen streichelten eher über die des anderen.

      „Was würdest du denn gerne mit mir machen?“ flüsterte er immer noch ganz nah an den Lippen seines Gegenübers. Seine Finger streicheln sanft über Jayden’s Schulter, ertasten den harten Knochen unter der nachgiebigen Haut, wanderten weiter zu dessen Oberarm. Die feste Muskulatur ließ ihn kurz innehalten, ein schon fast anerkennendes Grinsen schlich sich auf Noels Lippen. Je länger er den Studenten betrachtete, desto mehr musste er feststellen, dass er wirklich attraktiv war, vor allem das sanfte, bläuliche Mondlicht schmeichelte ihm sehr.
    • Jay fiel etwas unsanft nach vorne auf das Bett, als Noel ihn mit sich zog, und hielt sich mühevoll mit abgestützten Armen über ihm, aber für den kleinen Kuss war es das wert. So viel Gefühl hatte er jedenfalls nicht erwartet, aber es gefiel ihm irgendwie.
      „Also bin ich was besonderes?“, neckte er ihn. Dann musste er kurz sprachlos den Mund ein Stück öffnen und überlegen. Was er tun wollte? Er zog den Kopf zurück. „Okay, Moment“ Dann stand er auf, schwankte kurz und fand doch noch seinen Weg. Eigentlich war es schon ein Wunder, dass er noch normale Körperfunktionen hatte.

      Jay hob seine knappe Polizistenshorts vom Boden auf und kramte in den Taschen, bis er neben seinem Handy und Schlüssel eine kleine, schwarze Geldtasche fand und dort ein Kondom herauszog, das er demonstrativ hochhielt. Er legte es auf das Nachtkästchen, bevor er Noel anwies: „Rutsch mal ein bisschen. Ich brauch Platz“ Er grinste leicht bevor er sich wieder über den Älteren stützte, wundervoll positioniert, kniend zwischen dessen Beinen. Gut, er wusste in der Theorie, was er tun konnte, aber gleichzeitig hatte er Hemmungen, da er sich nur vorstellen konnte, wie schmerzhaft gewisse Dinge waren.

      Er beugte sich über Noel und küsste ihn kurz, weil er nicht widerstehen konnte, bevor er zum Punkt kam. „Äh, ist das okay? Mir fällt sonst sicher noch was anderes ein“, fragte er mit einem unsicheren Lächeln. Nicht zuletzt weil er auf jeden Fall kein Gleitgel in seiner Geldtasche verstaut hatte.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Bei der Neckerei zog Noel einfach nur seine linke Augenbraue hoch, was genau er mit seinem Blick aussagen sollte, ließ er offen. Als er Jayden dann jedoch so sprachlos vor sich sah, konnte er sich ein leises Lachen nicht mehr verkneifen, der Ausdruck auf dem Gesicht des Jüngeren war einfach zu amüsant. Das Schwanken machte dem Künstler kurz Sorgen, ob er sich immer noch für die richtige Entscheidung entschieden hatte, er verwarf dem Moment jedoch recht schnell wieder, Jay schien in seinen Augen nüchtern und vor allem erwachsen genug zu sein um auch betrunken Entscheidungen treffen zu können.

      Als der Student dann strahlend, wie ein kleines Kind an Weihnacht das Kondom hochhielt und zurück zu ihm ans Bett kam, verwandelte sich sein Lachen in ein leises Kichern…er hatte wohl selbst auch ein wenig tief ins Glas geschaut, dabei hatte er gar nicht so viel getrunken. Die Stimme der Vernunft in seinem Kopf, schimpfte ihn jedoch schnell aus sich zu benehmen und so wurde Noel recht schnell wieder ernst.

      Brav machte er dem Jüngeren ein wenig Platz und schaute diesen dann fragend an. „Will ich wissen wie lange das Ding schon in deiner Brieftasche auf seinen Einsatz wartet?“ fragte Noel frech grinsend, bevor seine Miene sich wieder ein wenig verhärtete. „Und du glaubst doch nicht das du das…“ er deutete mit einem kurzen Kopfnicken Richtung Jaydens Schoß. „…ohne weiteres in mich bekommst oder?“ Okay vielleicht war die Art und Weise wie er seinen Satz formuliert hatte, ein wenig…schlecht gewählt, aber die Message sollte klar sein - ohne Vorbereitung ging hier gar nichts. Kurz richtete er sich ein wenig auf, bis er ohne Probleme an die kleine Nachttischschublade kam. „So wie ich deinen komischen Freund einschätze, müsste hier doch irgendwo…“ er ließ den Satz unbeendet und warf stattdessen einfach nur eine kleine Tube Gleitgel und Kondome auf die Matratze neben sich und Jay. „…Notgeile Studenten sich alle gleich.“ grinste er schon fast ein wenig überheblich und ließ sich zurück auf das Kissen sinken.

      Kurz war es still zwischen ihnen, bevor Noel die Stille wohl nicht mehr aushielt in den anderen bestimmt am Nacken zu sich runter zog und küsste. „Du solltest dir weniger Gedanken machen, du musst mir nur sagen wenn du Hilfe brauchst.“ neckte er ihm mit einem frechen Grinsen auf den Lippen, welches Jay zwar nicht sehen, dafür aber ganz deutlich spüren konnte.
    • "Hey, so lange wartet es definitiv noch nicht", verteidigte Jay sich ein wenig. Gut, die Sammlung zuhause kam öfter zum Einsatz, aber man musste auch auf Notfälle vorbereitet sein. Dummerweise hatte er nicht erwartet, dass Gleitgel mal so richtig notwendig sein würde. Aber dafür gab es ja… Cyrus. An den Jay gerade… absolut nicht denken wollte, auch wenn er ihm in Gedanken kurz ein kleines Gebet sprach. Zumindest hatte sich jetzt auch bestätigt, dass Noel kein Student war. Kein Wunder, dass er nicht herkommen wollte.

      Damit hatten sie jedenfalls ein Problem überwunden und Noel schien der Idee nicht abgeneigt zu sein, auch wenn er sich etwas klarer ausdrücken könnte, um Jay das Nachdenken zu ersparen. Er war immer noch ziemlich überfordert damit, betrunken sinnvolle Gedanken zu formen, also sollte Noel ihm nicht zu viel zutrauen. Aber zumindest kam er nach einer Schweigeminute noch drauf, was der Ältere mit 'ohne weiteres' meinen konnte. Hilfe brauchte er trotzdem noch nicht, er war ziemlich optimistisch, dass er jetzt wusste, was er tat. Wenn man nur mit genug Selbstbewusstsein an die Sache heranging, war das schon die halbe Miete, nicht?

      Jay erwiderte den Kuss sogleich etwas schwungvoller. Dann griff er nach dem Gel und ließ davon eine kleine Menge in seine Hand tropfen, das er um seine Finger herum verteilte, und verlagerte anschließend sein Gewicht auf einen Arm. "Ich kenn mich schon aus", murmelte er und ließ die andere Hand zwischen Noels Beine gleiten. Trotzdem stoppte er erstmal die Küsse und beobachtete den anderen sicherheitshalber. Wobei Noel ihm wahrscheinlich einfach eine klatschen würde, wenn er irgendetwas dämliches tat.
      Er führte langsam einen Finger in ihn ein, küsste abwechselnd seine Lippen und seinen Hals, ließ etwas Zeit verstreichen und nahm einen zweiten Finger dazu. Es war eine ungewohnte, aber absolute Freude für Jay, Noels Gesichtsausdrücke zu beobachten. Wenn er seine Schulter küsste, hatte er seinen Atem direkt am Ohr, der ihn selbst etwas ungeduldig machte, aber er riss sich zusammen. Bis der Moment kam, in dem er sich nicht mehr zusammenreißen musste. Selbst in ihn einzudringen war fast schon ein erlösendes Gefühl, das ihn kurz leise Aufstöhnen ließ. So lange hatte er sich vermutlich noch nie Zeit gelassen, aber es hatte sich absolut gelohnt.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • „Klar tust du das.“ grinste Noel seinen Gegenüber, in einem Ton der geradezu nach Sarkasmus schrie, frech an. Er hatte einfach viel zu viel Spaß daran den Jüngeren ein wenig zu ärgern. Sein überhebliches Grinsen verschwand jedoch fast punktgenau als Jayden in ihn eindrang. Damit hatte er definitiv nicht gerechnet…also gerechnet hatte er damit schon, aber nicht mit dem Gefühl, welches sich so schlagartig in seinem Körper ausbreitete. Bis vor wenigen Sekunden war er eigentlich noch relativ entspannt gewesen. Jayden hatte bei der Vorbereitung eine ähnlich okaye Technik drauf gehabt wie schon bei dem Blowjob vor wenigen Minuten - in Ordnung aber nicht außergewöhnlich. Vor allem die Kombination der Bewegung und der fast schon liebevollen Küsse, die der Student vor allem auf seiner Schulter verteilte, erstickte jeden möglichen arroganten Kommentar direkt im Keim. Das Jayden wohl jeden von Noels Atemzüge - und anderen Geräuschen die er Künstler in regelmäßig-unregelmäßigen Abständen von sich gab - mehr als deutlich sowohl hören als auch wahrnehmen konnte, war ihm im Moment egal. Das Gefühl, welches sich wie flüssiges Magma durch seine Blutbahnen bahnte brachte ihn fast um den Verstand.

      Ohne wirklich darüber nachzudenken fuhren Noels Hände über Jaydens Rücken, hinterließen sanfte, rote Schlieren auf dessen Haut an den der Jüngere sicher in den nächsten Tagen noch Freude hätte. Seinen Kopf hatte der Künstler irgendwann leicht zur Seite gedreht um den anderen noch mehr Platz zu machen, etwas worauf er im normalerweise definitiv verzichtet hätte. Noel war nie die Person, die sich anderen wirklich hingab, klar genoss er es gelegentlich die andere Person auch einfach nur machen zu lassen, er hatte dabei jedoch stets immer noch die Kontrolle über die gesamte Situation und vor allem gab es eine Regel bei ihm: es durfte nichts auch nur ansatzweise an die vergangene Nacht erinnern, ganz besonders nicht in Form von blauen, lilanen oder andersfarbigen Hämatomen an sichtbaren Stellen. Noel hätte nie gedacht, dass ihm mal jemand dazu brachte seine einzige Regel, vor allem so schnell, über Board zu werfen…




      Die Decke fühlte sich angenehm schwer auf seiner nackten Haut an, es war nicht seine, das war der erste Gedanke der Noel durch den Kopf schoss als er aus seinem Tiefschlaf in einen seichten Dämmerzustand wechselte. So wie die Matratze ebenfalls nicht seine, sein konnte. Sie war angenehm, weder zu fest noch zu weich, aber definitiv nicht die, die in seiner kleinen Wohnung stand. Warum sein Kopf sich gerade um diese Sachen Gedanken machte, konnte er sich nicht erklären. Das nächste was ihm auffiel war der sanfte Atem, den er warm in seinem Nacken spürte, dass war wohl auch der Moment als er seine Augen öffnete. Eine Decke und eine Matratze die ganz offensichtlich nicht ihm gehörte, war eine Sache, fremder Atem in seinem Nacken jedoch eine ganz andere.

      Der Lichtstrahl der ihn daraufhin empfang, ließ ihn seine Entscheidung prompt bereuen. Wer zum Teufel hatte in einem Schlafzimmer denn bitte halb durchsichtige Gardinen hängen? Nun wo er tatsächlich wach war und - leider - nicht mehr in dem angenehmen Dämmerzustand, realisierte er erstmals die Arme, welche sich sanft und fest um seinen Oberkörper geschlungen hatten und den dazugehörigen Körper, welcher an seinem Rücken geschmiegt lag. Als ihm die Bilder der vergangen Nacht in den Kopf schossen, seufzte er leise auf, jetzt wusste er wieder zu wem der besagte Atem gehörte. Eins musste Noel sich jedoch eingestehen, die feste Brust an seinem Rücken fühlte sich verflucht gut an. Der sanfte, gleichmäßige Herzschlag, den er schon fast nachhallen spüren konnte, entspannte ihn augenblicklich und ließ seinen Körper in den Armen des anderen ein wenig zusammen sinken. Vielleicht sollte er das Gefühl auch einfach ein wenig genießen, was hatte er denn schon zu verließen?
    • Jay hatte geschlafen, wie ein Baby. Umso schlimmer waren die stechenden Kopfschmerzen, die ihn letztendlich aufweckten. Er spürte bereits, wie hell es in diesem Zimmer sein musste, also hielt er die Augen noch eine Weile geschlossen, atmete einmal tief durch und zog die Person vor ihm ein Stückchen enger an sich. Gute, wohltuende Körperwärme… Das machte den Kater minimal erträglicher.
      … Kater?
      Jays Hände tasteten in böser Vorahnung nach der Brust der Person, die er abgeschleppt hatte. Auf der Halloween Party von Cyrus, die er in einem Polizisten-Stripper-Kostüm besucht hatte. Dann hatte er ein paar Getränke gekippt, seine Ex gesehen, mehr Getränke gekippt… Oh Gott, der Pirat.

      Jay schlug die Augen auf, weil er die Realität sowieso nicht länger ausblenden konnte. Zum Glück war er noch immer todmüde und völlig fertig, somit konnte er sich nicht richtig über seine Situation aufregen. Verdrängen war hier gerade noch der beste Plan. Er entfernte sich relativ unsanft von Noel und setzte sich auf. Wenn man das Blackout endlich mal gebrauchen konnte, blieb es natürlich aus.
      Er wagte einen schnellen Blick über die Schulter auf den nackten Oberkörper, der sich ihm präsentierte. Noch schneller wandte er den Blick wieder ab, stand auf und zog sich stumm wieder sein gesamtes Kostüm an. Das würde wieder ein spannender Weg nachhause werden, hoffentlich kam hier schnell ein Taxi vorbei.
      Während er sich anzog, konnte er kaum darüber nachdenken, was passiert war. Konnte sowas einfach passieren? Bisher hatte er sich zumindest noch nie eine neue Sexualität angetrunken. Was zur Hölle hatte er sich eigentlich gedacht? Warum hatte er überhaupt begonnen, den Kerl anzuflirten? Seine liebste Erklärung dafür waren ja Drogen, aber… das Problem war viel eher, dass er sich genau daran erinnerte, dass er es gemocht hatte.
      Bei dem Gedanken musste er die Augen kurz schließen und versuchen, alles aus seinem Gehirn zu löschen, das es vom gestrigen Tag gespeichert hatte. Er hatte gerade keine Energie, sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Außerdem tat der das schon von selbst, wenn Jay nicht gleich ein Aspirin irgendwo herbekam.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Als Jay schon fast von ihm weg sprang, war es dann auch bei Noel mit der Ruhe geschehen und er brummte schlecht gelaunt auf. Langsam, bedacht so entspannt und cool wie möglich zu wirken richtete er sich auf und fuhr sich durch die gefärbten Haare, sein Blick starr auf den Studenten gerichtet. Nach einigen Minuten gab er zum zweiten mal ein genervt klingendes Geräusch von sich und stand von dem Bett auf.

      „Dir ist aber bewusst das DU mit MIR schlafen wolltest oder?“ fragte Noel den Jüngeren in einem scharfen Ton während er seine Boxershorts vom Boden sammelte und diese anzog. „Jetzt tue bitte nicht so als ob ich dich zu irgendwas gezwungen hätte, vor allem nicht nach dem du gestern so offensiv mit mir geflirtet hast…du hast förmlich danach gebettelt.“ erinnerte er Jayden nochmal an die gestrige Nacht bevor er die gefühlt endlosen Lagen von Stoff zusammensammelte. Im Grunde bestand die Basis seines Piratenköstums aus einer alten, bräunlichen Hose, die definitiv schon bessere Tage gesehen hatte und einem Oberteil, was auch nicht mehr ganz so neu aussah, über welchen einfach andere Stoffe befestigt worden waren. Besagte beide Kleidungsstücke zog er sich nun an und sah so schon fast wieder annehmbar aus.

      „Ich fahre dich nach Hause, ich hab an der Straße einen Wagen stehen…ich bin vielleicht ein Arschloch aber kein Unmensch..und du siehst zu billig aus, damit ich dich mit gutem Gewissen auf die offene Straße lasse.“ beschloss Noel kurzerhand auch wenn der Ton in dem er sprach eher sowas wie ‚Fick dich‘ aussagte. Noels ganze Haltung schrie gerade zu aus, was er von Jaydens Verhalten hielt. Das er genervt war, war schon fast eine Untertreibung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dark.wing ()

    • Ja, das alles war Jay durchaus bewusst. Musste Noel so darauf herum hacken?
      „Hätte ja keiner ahnen können, dass du mich direkt ernst nimmst“, erwiderte er scharf. Er wusste, dass der Ältere nicht wirklich Schuld daran war, dass es passiert war. Aber wäre er nicht da gewesen oder hätte er Jay einfach im Garten sitzen lassen, da er sowieso stockbesoffen gewesen war, dann könnte er jetzt einfach ganz in Ruhe nach seinen Freunden in diesem gigantischen Haus suchen, sich ein Taxi teilen und Geschichten austauschen. So wie immer. Stattdessen musste er irgendwie sichergehen, dann ihn keiner sah, wenn er aus diesem Zimmer kam.

      Jay seufzte. „Okay. Danke“, zwang er die Worte zwischen den Zähnen hervor. „Aber wir können hier nicht zusammen rauskommen, klar?“
      Er drehte sich wieder herum, während er die letzten Knöpfe seines Hemds schloss und zwang sich, nicht bissig zu klingen, da er sich wirklich nicht alleine ein Taxi leisten wollte. Warum auch immer der Ältere ihm überhaupt anbot, ihn nachhause zu fahren, wenn er das, gemessen an seinem Tonfall, alles noch mehr als Jay zu bereuen schien. Wollte man seinen Fehler da nicht eher schnell aus den Augen haben? Jay ging es jedenfalls so, aber… er war eben nicht reich und hatte nicht den kürzesten Weg zum Campus. Und seinen Freunden konnte er auch lieber mal aus dem Weg gehen, bis er einen Liter Kaffee intus und die Energie hatte, sich mit gestern Nacht auseinanderzusetzen.
      Vielleicht passierte sowas ja einfach mal. Vielleicht musste das jeder einmal im Leben gemacht haben. Jay war doch sowieso immer der Typ gewesen, der alles ausprobieren wollte. Auch wenn es ihm… gestern Abend vielleicht geholfen hätte, wenn er sich da irgendwann mal eine Grenze überlegt hätte. Aber so schlimm war es doch nicht; einfach eine Geschichte mehr in seiner Sammlung. Oder so.

      „Ich geh zuerst raus, warte zwei Minuten bevor du nachkommst“, wies er Noel an. „Bitte“, fügte er nach einer Pause hinzu. Wenn er sich eins gemerkt hatte, dann dass er bei Noel nicht weit kommen würde, wenn er jetzt unfreundlich war. Seine Eltern hatten ihm jedenfalls beigebracht, ganz besonders nett zu sein, wenn man etwas von anderen wollte. Auch, wenn diese anderen einen vielleicht kurz mal ans andere Ufer gezogen haben, mit erstaunlich… wenig Aufwand. Und man sie schnell loswerden wollte, bevor aus dem Fehler zweier Betrunkener noch eine Existenzkrise wurde. Nicht, dass Jay seine Sexualität je als sehr instabil eingeschätzt hätte, aber… Er hätte sich doch als standhafter eingeschätzt. Auch wenn er mehr oder weniger dafür bekannt war, leicht überredbar zu sein.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Noel zuckte bei dem Kommentar mit den Schultern. „Was soll ich sagen, du bist halt attraktiv und ich bin auch nur ein Kerl. Tut mir leid, dass nächste mal werde ich nein sagen, wenn du dich mir halb nackt auf dem Silbertablett präsentierst und mit mir ins Bett willst.“ zischte er bissig zurück. Er hasste sowas. Genau aus diesem Grund schlief er Pauschal schon nicht mit Typen die der Meinung waren, sie seien heterosexuell…das ging immer und grundsätzlich in die Hose.

      Als Jay ihm erklärte, dass sie unter keinen Umständen zusammen aus diesem Raum könnten stöhnte er genervt auf. „Ihr und eure scheiß Fixierung auf euren Ruf! Im Gegensatz zu dir habe ICH wirklich einen Ruf zu verlieren und damit meine ich nicht, dass irgendeine kleine Studentin aufhört mich dann toll zu finden.“ meinte er ernst und ging die paar wenigen Schritte auf Jay zu. Er wirkte kurz so als ob er dem Jüngeren eine Ansage machen wollte, entschließt sich dann jedoch anders und seufzte nur wieder auf.

      In Gedanken schimpfte Noel sich gerade selbst aus, jeden anderen Typen der in so einem Ton mit ihm sprechen würde, hätte er wohl den Arsch aufgerissen, warum er Jayden gerade verschonte war ihm nicht klar. Er schob es einfach auf die Kopfschmerzen die sich hinter seiner linken Schläfe breit machte und dem Faktum, dass er heute noch keinen Kaffee hatte.

      Als der Student seine Bitte dann nochmal aussprach nickte Noel leicht. Vor allem das leise ‚Bitte‘, welches er noch hinzugefügt hatte, war wohl ein Grund warum Noel den Vorschlag nicht einfach wieder zurück nahm.
    • Jay blieb einen Moment lang der Mund offen stehen. Er hatte keine Ahnung, was er darauf antworten sollte. Letztlich entschied er sich dafür, kurz die Augen zu schließen, sich zu sammeln und Noels Kommentar zu ignorieren. Er würde es einfach mal als Kompliment betrachten und mit der Sache in dem guten Gewissen abschließen, dass er dieses Kostüm nie wieder anziehen würde, solange er sich selbst betrunken nicht unter Kontrolle hatte.

      Was Jay nicht ignorieren konnte, war die darauffolgende Beleidung, kurz bevor er aus der Tür ging. Er hatte gerade die Klinke heruntergezogen, da ließ er sie auch schon wieder los. „Hey, du hast keine Ahnung, wie schnell sich bei uns die Gerüchte verbreiten. Ich hab keine Lust, mich bis zu meinem Abschluss verteidigen zu müssen“, zischte er zurück.

      Sein ‚Ruf‘ hatte schon etliche Dinge verkraftet. Eigentlich bestand er aus diesen etlichen Dingen, die sich nach einer Party so herumsprachen. Was er auf der Liste seiner Qualitäten aber nicht gebrauchen konnte, war, sich leicht von Männern abschleppen zu lassen. Nein, danke. Das würde bloß eskalieren, bis man ihn für schwul hielt. Nicht, dass da irgendetwas falsch dran war, aber dann konnte er seinen One Night Stands Auf Wiedersehen sagen, bis er in eine andere Stadt gezogen war, weil keine Studentin mehr auf ihn zukommen würde. Ganz zu schweigen von den homophoben Idioten, die sich auf dem Campus herumtrieben. Schneller konnte man sich kaum unbeliebt machen, als auf einer Technischen Universität queer zu sein.

      „Und wenn du deinen tollen Ruf wahren willst, warte zwei Minuten, und komm dann nach“, murmelte er noch, rollte im Umdrehen mit den Augen und verließ das Gästezimmer. Was für einen Ruf konnte der Typ schon verlieren? Hielt er sich für einen Promi oder so?

      So schnell konnte Jay garnicht reagieren, da hatte man ihn am Gang schon entdeckt und es stellte sich als gute Entscheidung heraus, Noel noch eine Weile warten zu lassen.
      „Hi, Jay“, überraschte ihn eine raue Stimme von der Seite. Eliot. Jay ging ein paar Schritte von der Tür weg, um seinem Freund ja keine Ideen zu geben.
      „Du siehst… tot aus“, murmelte Jay, als der Dunkelhaarige ihm entgegen kam, Schuhe in der einen Hand, Autoschlüssel in der anderen. Verdammt, er war hierher gefahren? Da hatte wohl wer damit gerechnet, hier zu übernachten.
      „Sagt der richtige“, bekam er zurück, inklusive eines darauffolgenden Gähnens. Naja, viel reden würde er dann wohl nicht wollen. „Weißt du, wo Cy ist? Ich nehm euch mit zum Campus, wenn ihr wollt“, bot Eliot an und hielt seine Schlüssel hoch. Warum auch immer er die in der Hand hielt, als wäre es sein einziger Besitz.
      „Äh… danke, ich hab mir schon ein Taxi gerufen. Und… ich hab ihn nicht gesehen, nein“ Jay kratzte sich etwas ungeduldig am Hinterkopf. Sie mussten langsam mal nach unten gehen, bevor Noel entschied, dass es ihm nicht wert war, sich länger im Zimmer einzuschließen.
      Eliot zuckte mit den Schultern und schlackste an Jay vorbei. Irgendwie hatten die Getränke es dieses Mal ziemlich in sich gehabt. Vielleicht war Jay ja nicht der einzige, der was Dämliches getan hatte. Aber das würde er vermutlich noch früh genug herausfinden, die meisten seiner Freunde konnten sowieso nichts für sich behalten.
      Er lief Eliot hinterher die Treppe hinab. Statt haufenweise Studenten musste er jetzt leeren Dosen und Flaschen ausweichen, gepaart mit kleineren bis mittelgroßen Müllhaufen und er wollte sich garnicht vorstellen, wie der Garten aussah. So viel dazu, dass er sich als Putzhilfe angeboten hätte, rein aus schlechtem Gewissen. Aber das hier war sowieso nicht mehr zu retten, auch nicht wenn sie alle hier blieben. Cyrus würde schon eine Putzfirma bezahlen müssen.

      „Okay, mir ist kotzübel, also ich fahr nachhause. Wenn du Cy findest, bevor das Taxi kommt… Ach, scheiß drauf. Der kommt schon irgendwie nachhause“ Eliot hob eine Hand, fuhr sich mit dieser anschließend über die Augen und schleifte sich zur Eingangstür… oder eher zum Eingangstor. Jay war zwar verkatert, aber das vor ihm war schon längst ein Zombie. Er runzelte die Stirn, als er seinem Freund kurz hinterher sah und dann sicherheitshalber das Wohnzimmer nach Cyrus scannte. Aber der konnte eigentlich auf sich selbst aufpassen und wenn nicht… dann war da irgendeine Frau bei ihm, deren Verantwortung er jetzt war. Jay musste sich selbst erstmal in Sicherheit bringen, bevor noch irgendjemand runterkam und ihn mit Noel sah. Er winkte Eliot, als er die Straße ein paar Schritte hinauf ging, wo er Noels Auto vermutete, und dieser an ihm vorbeifuhr, sichtlich kurz verwirrt, warum Jay nicht einfach vor der Tür auf sein Taxi wartete. Und dann doch zu erledigt, um sich auch nur eine Sekunde damit aufzuhalten. Zu Jays Glück, Eliot war normalerweise weitaus gesprächiger.

      Jay wartete an der Ecke der Villa, bis Noel aus dem Haus kam. Hatte er nicht eigentlich eine Jacke gehabt, als er gestern Abend angekommen war? Gott, war es kalt heute.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Jeden weiteren Kommentar schluckte Noel runter. Er hatte definitiv zu wenig Koffein dafür intus, auch wenn er dem Jüngeren verflucht gerne die Leviten gelesen hätte. Wie versprochen wartete er aber tatsächlich zwei Minuten…vielleicht waren es auch drei oder vier, er hatte erst angefangen auf die Uhr zu schauen als die Stimmen vor der Tür verschwunden waren, sicher war sicher. Auch wenn das ganze Theater ihm gehörig gegen den Strich ging, er wusste gut genug wie schnell sich Gerüchte in Lerninstituten verbreiteten und keiner sollte die Erfahrung machen unfreiwillig geoutet zu werden…

      Nach dem er der Meinung war nun endlich aus dem Zimmer gehen zu können, nahm er all seine Sachen und machte sich dann auf dem Weg nach unten. Der Geruch von gestern Abend war nicht verflogen, es roch immer noch widerlich nach Alkohol und Schweiß. Das Wohnzimmer sah gelinde gesagt scheiße aus, überall lagen benutzte Plastikbecher, Dosen und Flaschen rum. Auf seinem Weg wich er einer zerbrochenen Tequilaflasche aus. Wer auch immer hier aufräumen würde, diese Person tat ihm jetzt schon leid.

      Als er unten angekommen war, ließ er seinen Blick knapp durch den Raum schweifen, bis er Jay entdeckte. Der Blick den er ihm zuwarf, sagte wohl alles aus, was er dem jungen Studenten gerne an den Kopf geworfen hätte. Ohne auch nur ein Wort zu sagen, ging Noel aus dem Haus raus, blickte kurz die Straße links und rechts runter, so als ob er sich nochmal ins Gedächtnis rufen müsste, wo er denn geparkt hatte und schlug dann seinen Weg ein.

      Noel hatte nicht direkt am Haus geparkt, sondern eine Straße weiter, etwas abgelegener. Das Auto vor welchem er stehenblieb hatte definitiv seine besten Jahre schon lange hinter sich. Der Lack blätterte an einigen Stellen langsam aber sicher ab, die Beifahrertür hatte eine beachtliche Delle und allgemein sah das Auto aus, als ob es nur knapp mit dem Leben davon gekommen wäre. Als ob nichts wäre, schloss Noel die Schrottkarre auf und schwang sich auf den Fahrersitz. Von innen sah der Wagen jedoch definitiv nicht so aus, als ob jemand wie Noel diesen fahren würde. An der Lüftung hing ein Autoperfum, welches sobald die Klimaanlage angehen würde, einen sanften Kirschblütenduft in dem Auto verteilen würde. Im Getränkehalter stand ein rosafarbener Trinkbecher und am Rückspiegel baumelte ein kleiner Kirschblütenanhänger.

      Bevor Noel das Auto jedoch richtig starten konnte klingelte sein Handy. Es war kein spezieller Ton, kein Song oder irgendein besonderer Klingelton. Der Ton war der ganz standardmäßige Klingelton des Betriebssystems. Der Besitzer des Handys schaute kurz auf den Bildschirm, seufzte leise auf, bevor er sich kurz räusperte und dann den Anruf annahm.

      „Noel Riviere?“ seine Stimme hatte schon fast einen leicht französischen Nachhall angenommen, als er seinen Namen sagte. In den nächsten Minuten gab er nur eine Reihe von zustimmenden Geräuschen von sich, bevor er einmal tief durch die Nase einatmete, als ob er sich selbst dazu bringen wollte nicht in den Hörer zu brüllen. „…dafür brauche ich mindestens fünf Stunden, eher noch länger…nein ich werde nicht schneller arbeiten nur weil Sie Zeitdruck haben, das ist im Grunde nicht mein Problem.“ meinte er schon fast ein wenig bissig. „…unter der Woche geht gar nichts, ich habe momentan ein Vertrag mit dem Theater…noch mindestens nächstes Quartal…wie gesagt, im Grunde nicht mein Problem, vor allem wenn Sie nicht mal wissen was genau Sie wollen.“ der junge Mann fuhr sich genervt durch die Haare bevor er sich mit Zeige- und Mittelfinger die linke Schläfe massierte. Diese Kopfschmerzen wurden langsam aber sicher echt zur Qual. „…ich habe einen Vorschlag für Sie, überlegen Sie sich nochmal genau was Sie von mir wollen und dann schreiben Sie mir eine Mail…Perfekt, ich hab zu danken…Wiederhören.“

      Genervt schmiss er sein Handy schon fast in die Mittelkonsole und startete dann endlich den Motor. Das Auto gab ein, nicht ganz gesund klingendes, Gluckern von sich bevor der Motor ansprang. Die Kontrollleuchten gingen alle auf einmal an, blinken kurz und gingen dann wieder, alle bis auf eine, aus. Das Licht schien Noel jedoch nicht sonderlich zu stören. Rotiert schnallte er sich an und legte den ersten Gang ein.
    • Jay folgte Noel stumm zu seinem Auto. So ganz verstand er noch immer nicht, wieso er ihn mitnahm. Dafür dass er sich so schnippisch gab, musste er ja eigentlich ein netter Kerl sein, wenn er ihn tatsächlich mitnahm, weil Jays Outfit nicht gerade Herbst- oder Straßentauglich war. Und… offenbar stand er mehr auf Pink, als er zugab. Sollten die Accessoires im Auto irgendwie ein Pflaster auf einem Knochenbruch darstellen?

      Jay sagte garnichts und schnallte sich einfach an, aber dann war er gezwungen, einem Anruf zuzuhören, der ihm viel zu persönlich vorkam, obwohl es ganz offensichtlich ein Arbeitsgespräch war. Den Namen des anderen hörte er nun auch zum ersten Mal. Mehr Information, als er gebraucht hatte. Aber was zur Hölle arbeitete er eigentlich? Im Theater? Jays Interesse wurde unfreiwillig geweckt, aber er versuchte es sich nicht anmerken zu lassen. Als das Auto startete und sie aus der Straße fuhren, sagte er also nur: „Ich wette, das mit dem Farbunfall war eine Lüge. Du wolltest schon immer rosa Haare haben“
      Er grinste leicht in sich hinein. Normalerweise hatte er weitaus weniger Spaß daran, jemanden zu verarschen, aber Noel verdiente es irgendwie. Außerdem war Jay nicht einmal in der Lage, so gehässig zu sein wie der Ältere.

      „Weißt du, wie man zum Campus von der Technischen fährt?“, fragte er anschließend ruhiger. Er wollte schließlich auch wirklich zuhause ankommen und diese Szene für immer hinter sich lassen.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • „…ja, rosa ist eigentlich meine Lieblingsfarbe und ich stehe darauf, wenn andere Leute auf den ersten Blick sehen dass ich mir kleine heterosexuelle Studenten ins Bett hole, weil ich bei andere Schwulen einfach nicht ankomme…“ brummte er genervt auf. Der Anrufer hatte seiner Laune wohl noch mehr geschadet als eh schon. Als Noel bei der ersten Ampel anhielt und bei grün wieder in den ersten Gand schalten wollte, fluchte er auf. „Falls es dir noch nicht in den Sinn gekommen ist, die Schrottkarre gehört nicht mir.“ meinte er schnippisch zurück und setzte das Auto dann ein wenig aggressiver als nötig in den ersten Gang, der anscheinend ein geklemmt hatte. „Ich werde nur ‘n Teufel tun und mein eigenes Auto bei einer Studentenparty abstellen…am Ende sieht meiner dann schlimmer aus als der hier.“

      Bis auf den kleinen Zwischenfall mit der Gangschaltung war Noel eigentlich ein ruhiger und routinierter Autofahrer. Hielt immer genug Abstand, schaltete zu den richten Momenten hoch und runter, bremste passend. Allgemein fuhr er den Wagen schon fast so als wäre es sein eigener, obwohl er dann wohl nicht so aussehen würde, wie er eben aussah.

      „Ich glaube, ich komm klar, danke.“ meinte er knapp und fuhr dann den Weg zum Campus, als ob er ihn schon tausend mal in seinem Leben gefahren war. Als ob er genug wusste wie man von jeder möglichen Position in dieser Stadt genau zur Uni kam.

      „Gestern warst du mir sympathischer…du hast so eine leicht verteilte Art an dir, wenn du betrunken bist.“ meinte er irgendwann nach einer Pause, in einem ruhigeren Ton. Er wusste nicht Mals warum er das gerade gesagt hatte, eigentlich hatte er keine Interesse daran Konversation zu führen, vor allem nicht mit den Kopfschmerzen die ihn immer noch plagten.
    • Jay konnte nicht anders, als die Augen zusammenzukneifen, während er sich von Noel anfahren ließ. Was war dem über die Leber gelaufen? Jay war davon ausgegangen, dass die schlechte Laune von der Party gekommen war, aber jetzt wirkte es eher so, als wäre er selbst der Grund dafür. Und trotzdem saß er diesem Auto.
      „Wenn du ein Problem mit mir hast, hättest du mich auch einfach ein Taxi nehmen lassen können“, murmelte er und sah aus dem Fenster.

      Auf solche Dinge ging er garnicht ein, dafür war ihm seine Energie zu kostbar. Er war noch nie jemand gewesen, dem die Geduld schnell ausging. Wie konnte man auch nur wegen allem gleich so beleidigt sein? Außerdem ging es Jay langsam auf den Keks, dass Noel ihn mit tausend anderen Menschen in eine Box warf. Vielleicht war er auch einfach nur neidisch, weil die meisten Studenten noch Spaß haben konnten. Irgendwas am Leben danach schien einem jegliche Freude und Energie zu rauben. Er selbst hatte allerdings mehr zu tun, als dass er sich an einem Fehler auf einer Party aufhängen und seine Laune aus dem Fenster schmeißen konnte. Er hatte heute Nachmittag noch Lehrveranstaltungen.

      Als sich Noel anscheinend irgendwann etwas beruhigt hatte, vermutlich weil Jay einfach die Klappe gehalten hatte, schmiss er ein unerwartetes Kompliment raus. Wenn man es wirklich so nennen konnte. Jay hob den Kopf, den er in seine Hand gestützt hatte, und sah Noel etwas verwirrt, dann leicht lächelnd an.
      „Das hat Alkohol so an sich“, erwiderte er. „Und ich muss dich enttäuschen, Noel, ich bin kein Alkoholiker. Wahrscheinlich zerstört das jetzt absolut dein Weltbild. Aber du musst mich kurz nüchtern ertragen. Noch circa… für fünf Minuten“ Auch wenn er vermutlich restfett war. So viel Zeit war seit gestern Nacht noch nicht vergangen.
      Was an Jays Sarkasmus jedenfalls eine Besonderheit darstellte, war, dass er fast nie boshaft klang. Er hatte schon hin und wieder gehört, dass seine Stimme dafür einfach zu nett klingen würde. Und eigentlich hatte er auch nie das Ziel, jemanden zu beleidigen. Er scherzte einfach gern. Das konnte man ja sehen, wie man wollte, aber heute war es vielleicht gut, wenn er den Kerl neben sich nicht noch mehr reizte, als notwendig. Er war immerhin fast zuhause.

      „Ich wusste nicht, dass du Franzose bist. Macht irgendwie Sinn. Sind die nicht auch immer so mies gelaunt?“, fragte er dennoch mit einem leichten, hörbaren Grinsen auf den Lippen. Eine kleine Anspielung darauf, dass er plötzlich seinen Namen erfahren hatte, der gestern Abend im… Gespräch nicht aufgekommen war.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nao.nline ()

    • „Ich habe tatsächlich auch nicht erwartete, dass du Alkoholiker bist, dafür zitterst du zu wenig. Ich meine, ich muss es ja wissen.“ meinte er kokett und warf Jayden ein kurzes fast schon dreckiges Grinsen zu, was wohl alles aussagte, bevor er sich wieder auf die Straße konzentrierte. „Und ich habe nie gesagt, das ich ein Problem mit dir habe. Erstens, habe ich allgemein ein Problem mit Menschen im generellen. Zweitens habe ich vor allem ein Problem mit Leuten die der Meinung sind, ihr sozialer Stand wäre das wichtigste überhaupt, vor allem wenn es um so was unwichtiges geht wie der sozialer Stand an einer Universität.“ führte er weiter aus. „Und drittens, finde ich dich einfach ein wenig pathetic, betrunken hin oder her. Passiert ist passiert und du kannst dir zwar selbst einreden, dass du es gestern nicht genossen hast, aber mir definitiv nicht.“ meinte er ernst.

      Die darauffolgende Stille ließ er so stehen. Er hatte alles gesagt, was er sagen wollte und vor allem was ihm durch den Kopf ging. Warum er genau wollte, dass Jayden seine Gedanken kannte, wusste er nicht, vielleicht wollte er wirklich einfach pauschal nicht als der schwule Typ abgestempelt zu werden, der sich an irgendwelche vermeintlich heterosexuellen Studenten ran machte um diese dann ins Bett zu bekommen.

      Als Jayden ihn dann wieder ansprach, warf Noel ihm an der nächsten roten Ampel einen kurzen Seitenblick zu. Irgendwo ärgerte es den Franzosen schon, dass Jayden nun seinen Namen kannte, er jedoch den des Jüngeren nicht, das ließ er sich jedoch nicht anmerken. Als Antwort zuckte er nur kurz mit den Schultern. „Ich würde uns nicht als ‚mies gelaunt‘ betiteln…eher als zurückhaltend.“ murmelte er. „Dafür sind wir aber hervorragende Liebhaber.“ hing er noch grinsend dran. Nach der roten Ampel fuhr er noch ein kleines Stückchen weiter und hielt dann vor dem Campus der Technischen Universität. „Kommst du klar, oder soll ich dich noch rein tragen?“ neckte er den jüngeren frech. Schon wieder etwas, was eigentlich so gar nicht zu Noels Charakter passte…was machte dieser Typ nur mit ihm? Wird zeit dass Jayden aus seinem Leben wieder genau so klamm und heimlich verschwand, wie er bekommen war.
    • "Ohh, okay. Du bist also introvertiert", schlussfolgerte Jay. "Dann werd ich deine Worte ab jetzt nicht mehr persönlich nehmen" Er lächelte Noel von der Seite an. "Dann sieh aber lieber zu, dass deine Freundin dich auf keine Studentenparties mehr zwingt. Sonst sehen wir uns noch wieder" Mann, hätte Jay sich in seinem Zustand gestern nicht irgendeinen sympathischeren Kerl suchen können? Oder einfach garkeinen? Das war ja schlimmer, als mit einer Frau zu diskutieren. Zumal die morgens meistens schon weg waren und Jay keine Chance bekam, deren Reue zu spüren. Höchstens hörte er zwei Tage später über zehn Ecken, wie er im Bett gewesen war.

      Trotzdem traf Noel einen Nerv, als er wieder auf seiner Reaktion herumhackte. "Ich rede mir garnichts ein. Ich bin nur ungefähr so glücklich darüber, wie über eine Alkoholvergiftung. Passiert ist passiert, stimmt. Heißt nicht, dass ich mich drüber freuen muss" , murmelte er. Und noch weniger hieß es, dass es irgendetwas bedeuten musste. Noel schien darauf festgefahren zu sein, dass er Jays dunkles Geheimnis entdeckt hatte. Tja, da musste er ihn enttäuschen. Es gab kein Geheimnis, nur dumme Entscheidungen. Ohne jegliche Hintergrundgedanken. Oder irgendwelche Gedanken. Man brauchte nicht für alles einen verdammten Grund, manchmal passierten Dinge einfach, man ließ sie hinter sich, gut ist's.

      Jay schnaufte belustigt, als Noel auf seine Worte einging. Er musste immer noch eins drauf setzen, aber das hatten sie wohl gemeinsam. "Ich hoffe, dein nächster hetero Student ist genauso überzeugt von dir, wie du selbst", lachte er und öffnete die Autotür.
      "Schon okay, ich kann noch laufen. Lass mich wissen, ob dein Arsch das heute auch noch zulässt" Er zwinkerte ihm zu und stieg aus. Fuck, hatte er das gerade laut gesagt? So viel zum Verdrängen. Zum Glück musste er den Kerl nie wieder sehen. Es wirkte zumindest nicht so, als wäre er heiß drauf, nochmal mit Studenten abzuhängen.
      Jay ging ohne über die Schulter zu sehen durch das Tor und spazierte über den Campus bis zu seinem Wohnheim. Es fühlte sich an, als würde er die letzte Nacht mit jedem Schritt weiter hinter sich zurück lassen. Ein gutes Gefühl.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Eigentlich wollte Noel auf den letzten Spruch des jüngeren noch etwas erwidern, als dieser jedoch schon ausstieg und ins Wohnheim verschwand…nun gut, den Punkt sollte Jayden bekommen. Er schaute dem Studenten noch kurz nach, bevor er den Wagen wieder zum fahren brachte. Es wurde Zeit für seinen ersten Kaffee und einer Dusche…und frischen Klamotten und außerdem wartete noch ein Berg voll Arbeit drauf von ihm fertig gemacht zu werden. Diese blöde Party hatte seinen Zeitplan ganz schön durch einander gebracht.

      Den kurzen Weg zu Monas Wohnung hatte er schnell hinter sich gebracht, dort stellte er das Auto hin und wechselte dann zu seinem eigenen. Ein schwarzes, recht sportlich aussehendes Auto. Eigentlich gab er nicht wirklich viel auf Autos, aber der Wagen hatte sich einfach angeboten, vor allem da er relativ oft wegen der Arbeit weite Strecken fuhr und warum kein Auto kaufen welches Spaß beim fahren machte, wenn man das Geld hatte?

      Die kurze Strecke zwischen Monas kleiner Studentenwohnung und seiner eigenen, war schnell zurückgelegt. Auf dem Weg von der Wohnungstür zum Badezimmer hatte Noel sich seiner Klamotten schon weitesgehend entledigt und stand wenige Minuten später unter dem heißen Wasserstrahl seiner Dusche. Das hatte er echt bitte Nötig. Den ganzen Schweiß und der Geruch nach Alkohol verschwand mit seinen betrunkenen Entscheidungen im Abfluss. Nun ging sein normales, geregeltes, wenn auch ganz schön stressiges Leben weiter, ohne irgendwelche komischen Studentenpartys und vor allem ohne irgendwelche Studenten die er nicht in seinem Leben haben wollte.

      Noel blieb länger als gewöhnlich unter dem fließenden Wasser, genoss die Wärme und das Gefühl wie sich seine Muskulatur langsam aber sicher etwas entspannte. Er würde sich gleich den Kaffee machen, den Jayden ihm eigentlich versprochen hatte, sich dann erstmal vor seinem Rechner setzten und seine Mails beantworten bevor er sich an sein aktuelles Projekt wagen würde.
    • Zurück in seiner kleinen Wohnung, die er sich mit Cyrus teilte, musste Jay feststellen, dass dieser noch nicht zurück war. Vermutlich lungerte er noch in der Villa herum und musste auf die Putzkolonne warten. Besser, er rief ihn später mal an. Aber die nächste halbe Stunde würde er erstmal nutzen, um sich in aller Ruhe zurück in einen Menschen zu verwandeln. In der Kantine gab es wahrscheinlich bald Mittagessen, also würde er da vorbeischauen, bevor es in die Uni ging. In der Kühlbox in seinem Zimmer versteckte sich aber bestimmt noch der ein oder andere Smoothie, neben einem Karton Hafermilch für den Kaffe aus seiner geliebten kleinen, handlichen Kaffeemaschine. Er nahm eine schnelle Dusche, trank seinen Kaffee und setzte sich an ein paar Hausarbeiten, die noch erledigt werden mussten, bevor er sich bei seinem Chef meldete und die nächsten Abendschichten vereinbarte. In der Zwischenzeit hatte er Noel beinahe vergessen. Es war wirklich nur ein Fehler gewesen, nichts weiter. Jay fühlte sich gegen Mittag schon wieder völlig wie der Alte.

      Zumindest bis Cy zurückkam. Der Rothaarige sah zwar besser aus, als Eliot, aber ziemlich müde. Warum, würde er Jay bestimmt gleich erzählen.
      Cyrus fiel aufs Sofa im kleinen Wohnzimmer, kickte sich die Schuhe von den Füßen und überließ es Jay, diese an ihren richtigen Platz zu stellen. „Kümmert sich wer um das Haus?“, fragte er nebenbei.
      Cyrus nuschelte ein langgezogenes „Jaa“ in die Couch hinein. Dann drehte er sich etwas zur Seite, um sich verständlich zu machen. „Kannst du dich an die Kleine erinnern, mit der ich gestern gesprochen hab?“
      „Du meinst deine Schwester?“, neckte Jay ihn, bevor er sich neben seinem Freund auf die Couch fallen ließ.
      „Ew“ Cyrus warf ihm kurz einen angewiderten Blick zu. „Nein. Und wie kannst du es wagen? Wehe du pflanzt den Gedanken noch irgendwem anderen ein“
      „Muss ich garnicht“, grinste Jay. Es war schon riesen Pech, wenn sich zwei Rothaarige fanden. Wie standen die Chancen dafür bitte?
      „Jedenfalls war das der beste Sex, den ich je hatte, ich schwöre es dir“
      Jay nickte langsam. „Schön für dich. Und?“
      Cyrus blinzelte, als müsste es völlig selbstverständlich sein, was er sagen wollte. „Ich will sie wiedersehen. Jay, wir müssen zu jeder verdammten Party gehen, bis ich die Frau wiederfinde“
      Bitte nicht. Warum musste Cyrus genau auf die beste Freundin seines Nemesis stehen? „Hattest du nicht mal so ne Regel… Nein, warte, die steckt im Wort drin. One Night Stand“, meinte Jay nachdrücklich. Er zog eine Augenbraue hoch.
      „Dann ist es eben ein Two Night Stand, ist mir egal. Ich will zumindest noch einmal mit ihr schlafen“
      „Ist das nicht irgendwie… krank? Sie ist deine Schwester“, murmelte Jay ernst. Er verkniff sich das Lachen als würde sein Leben davon abhängen.
      „Halt die Klappe“ Cyrus drehte sich wieder mit dem Gesicht nach unten in die Couch hinein. Der ging wohl heute nicht in die Vorlesungen.
      Na schön, wenn er meinte. Solange Jay Noel nicht wiedersehen musste, konnte es ihm auch komplett egal sein. Nur war er sich ziemlich sicher, dass Cyrus nicht über die Konsequenzen nachdachte, die es haben könnte, eine Studentin zweimal flachzulegen und sie dann fallen zu lassen. Da musste er schon gigantisches Glück haben, dass die damit eimverstanden war. Und Jay musste Glück haben, dass sie ihren besten Freund nicht mehr mitnahm. Das letzte, das er brauchen konnte, war, dass Cyrus irgendwie von Noel und ihm erfuhr. Das konnte zwei Richtungen einschlagen: Cyrus gab ihm ein High Five für den ‚Mut‘ oder er schwieg die Sache tot bis es richtig merkwürdig wurde. Über Dinge reden war nicht so seins und sobald er vermutete, dass es etwas gab, über das man vielleicht ernsthaft und nicht nur im Scherz reden sollte, machte er komplett dicht. Das konnte Jay nicht gebrauchen. Zumal es garnichts gab, über das irgendjemand reden musste. Also war das beste für alle, dass es einfach keiner erfuhr. Es wäre nur gut zu wissen, wie redebedürftig Noel gegenüber seiner Freundin war.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Noel hatte es geschafft genau eine einzige Mail zu lesen. Nicht mal die Antwort konnte er zu Ende tippen da hatte er auch schon ein Schopf roter Haare auf dem Schoß. Wer kam nochmal auf Idee Mona einen Schlüssel für seine Wohnung zu geben? Ah ja genau, das war er selbst…

      Er seufzte leise auf, versuchte das Geräusch so wenig genervt wie möglich klingen zu lassen und klappte seinen Laptop dann zu, bedacht dabei entspannt zu wirken. „Gott es war sooooo gut.“ schwärmte Mona direkt ohne ihrem besten Freund auch nur eine Minuten zu geben um sich drauf vor zu bereiten. Selbstverständlich war es gut, der Rotschopf fand jede Party gut, vor allem fand sie aber jede Party gut auf der sie ihren Angebeteten sehen konnte. Er gab ein Geräusch von sich, was irgendwas zwischen einem zustimmenden Brummen und einem verneinen Stöhnen war, was genau es schlussendlich dar stellen sollte, wusste er selbst nicht so ganz. Die Studentin lächelte Noel von seinem Schoß aus an. In ihren Augen lag dieses ganz bestimmte Funkeln. Er kannte dieses Funkeln…da hatte wohl jemand eine besonders gute Nacht gehabt. Er seufzte leise auf. Sie wollte, dass er sie ausfragte. Noel kannte das Spielchen schon und so wie er es immer gezwungenermaßen mitspielte, tat er es auch an diesem Tag. „Erzähl mir von ihm…“ brummte er daher eher uninteressiert auf, was Mona jedoch nicht aufhielt sich aufzurichten und sich im Schneidersitz neben den Franzosen zu setzen.

      Sie hatte immer noch die Klamotten von gestern Abend an, ihre rote Mähne war ein einziges Durcheinander und ihr MakeUp war verwischt. Sie hatte noch nicht geduscht, das unterstrich auch nochmals ihr Geruch. Eine Mischung aus den odeur der Halloweenparty, ihrem eigenen Parfum welches nur noch ganz schwach auf ihrer Haut lag und dieser einen ganz bestimmten Note, die er sicher heute morgen auch an sich getragen hatte.

      „Also ich habe mit Cyrus geredet und du glaubst es nicht, er hat sich die ganze Nacht mit mir unterhalten und dann sind wir irgendwann hoch und…“ alles weitere bekam er gar nicht mehr mit. Im groben und ganzen erläuterte seine beste Freundin ihm gerade wie großartig dieser Cyrus im Bett war, Noels Gedanken hingen jedoch immer noch an diesem Namen. Cyrus…wo hatte er den schon mal gehört? Und dann ging ihm ein Licht auf. Jayden hatte da doch irgendwas erwähnt, von wegen dass Mona mit seinem…besten Freund flirtetet. Die Erkenntnis traf Noel wie ein Schlag in die Magengrube. „…ich habe mit seinem besten Freund geschlafen…“ murmelte er ausdruckslos vor sich hin, als ihm der Gedanke klar wurde.

      Mona stoppte in ihrer Ausführung und starrte Noel entgeistert an. „Du hast mit wessen besten Freund geschlafen?“ fragte Sie sicherheitshalber noch, auch wenn sie eine Vorahnung hatte, welche sich so gleich bestätigen sollte. Die darauffolgenden Minuten bekam Noel nur wie in Watte gepackt mit. Mona hatte die ganze Geschichte, unnötigerweise, nochmal zusammen gefasst, schien aber deutlich gefasster zu sein als Noel selbst. Nun war er wohl an der Reihe von seinem Abend zu berichten. Knapp fasste er die Geschehnisse und den darauffolgenden Morgen grob zusammen. Mona seufzte leise auf. „Da hast du dich mal wieder in was schöneres reingeritten…“

      Was auch immer dieser Student mit Noel machte, er sollte damit aufhören. Normalerweise hätte er bei Gott nicht so reagiert. Er hätte Mona einfach in einem lässigen Nebensatz gebeichtet, dass er mit dem besten Freund ihres Lovers geschlafen hatte und gut war…warum machte ihn diese Situation eigentlich so fertig? Es war ja im Grunde nichts passiert…
    • Wenn man seit 4 Jahren nahezu jede Sekunde miteinander verbrachte, war es fast unmöglich, Geheimnisse voreiander zu haben. Cyrus wusste alles über Jayden, Jayden wusste alles über ihn. Zu viel, wenn sie ehrlich waren, aber es ließ sich kaum vermeiden. Dass sie trotz allem unfähig waren, sich mal ernsthaft zu unterhalten, war fast eine Kunst. Klar gab es hin und wieder Streits, sie wohnten schließlich zusammen. Aber die waren meistens nach zehn Minuten einfach wieder vergessen, da weder Cyrus noch Jay sonderlich glücklich in solchen Situationen waren und lieber stumm Frieden schlossen. Sie hatte allerdings beide bloß Glück, dass sie keine komplizierten Leben oder viel Ernsthaftes zu besprechen hatten, denn da wären sie relativ aufgeschmissen.

      Vielleicht wurde es ja Zeit, dass sie das lernten. Schließlich war ihre Kommunikationsunfähigkeit nicht zuletzt ein Grund für die scheiternden Beziehungen. Was Cyrus Problem war, wusste er nicht, aber Jay fühlte sich ganz einfach unwohl, wenn nicht alles super harmonisch ablief und alle glücklich waren. Deswegen war er froh, die irritierende Zeit mit Noel hinter sich lassen zu können, denn der war alles andere als Harmonie-bedacht. Die Aussicht, ihn dank Cyrus und seiner Besessenheit mit diesem Mädchen wiederzusehen, beschäftigte ihn nun also etwas mehr, als er wollte.

      In die Vorlesungen am Nachmittag ging er ohne Cyrus und vermied weitestgehend irgendwelche Gespräche über die Halloweenparty mit seinen Kommilitonen. Was schwierig war, wenn von ihm irgendwie immer eine Story erwartet wurde. Er musste dann also etwas erfinden und die Lüge des Tages war, er sei einfach alleine in einem Zimmer knock out gegangen, weil er zu viel getrunken hatte. Langweilige Geschichten zogen jedenfalls keine Nachfragen nach sich.

      Die ohnehin gedrücktere Stimmung, weil er einfach nicht mehr aus seinem eigenen Kopf herauskam, verstärkte sich, als er am Abend Eliot in der Kantine sah, gemeinsam mit dem Rest der Truppe, und er erzählte, dass er nur für Cyrus einen Karaokeabend auf die Beine gestellt hatte. Damit er wieder mit seiner Schwester vereint werden konnte. Das würde ihn wohl ewig verfolgen.
      Dass Eliot dafür direkt die ganze Bar gemietet hatte, damit konnte ja keiner rechnen. Das würde wieder eine Feier in gigantischem Ausmaß werden, allerdings wurden die Einladungen students-only verschickt. Das gab Jay zumindest gute Chancen, Noel nicht wiederzusehen. Bessere Chancen hätte er aber, wenn er in der verdammten Bar nicht seinen derzeitigen Nebenjob hätte und gezwungen war, an der Feier teilzunehmen, und das nicht als Gast. Jetzt wurde ihm auch klar, wieso sein Chef so versessen darauf gewesen war, dass er Samstag Abend arbeitete. Er konnte nur irgendwie hoffen, dass er seine Schicht an jemanden abtreten konnte, der verzweifelt das Trinkgeld brauchte.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦