Das Biest in dir... [Shio & Nimue]

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      Ian

      Erleichternd atmete ich aus, als Ann sich wirklich so richtig über meine mitgebrachten Süßigkeiten freute. Mein Lächeln wurde automatisch breiter. Ich beobachtete die beiden Mädchen, wie sie sich verabschiedeten und winkte Tessa und Logan auch zum Abschied zu. "Keine Sorge ich passe auf sie auf." Mein Blick blieb an Logan hängen. Ich gab ihm ein stilles Versprechen, das ich ab heute für immer auf Ann Acht geben werden. Dass ihr nie wieder etwas zu stößt und das ich nicht von ihrer Seite weichen werde.
      Seine Augen waren auf mich fixiert und er nickte mir zu, als würde er verstehen. Sobald die beiden aus dem Krankenzimmer verschwanden, drehte ich mich zu ihr um. Sie klopfte mit ihrer Hand neben sich auf die Liege. Ohne zu zögern ging ich auf sie zu und setzte mich hin. Mein Arm schlang sich um sie und ich drückte sie sanft an mich. Ihre Nähe beruhigte mich ungemein und ich schloss für einen Augenblick meine Augen. Dieser kleine ruhige Moment, sollte nur uns beiden gehören. Ich sog alles von ihr in mich auf. Der Duft nach Vanille kitzelte an meiner Nase und ich vergrub mein Gesicht in ihren rotbraunen Haaren. Wie gerne würde ich die Zeit einfach anhalten um all das hier weiterhin genießen zu können. Auch wenn ich wusste das wir noch unser ganzes Leben vor uns haben, wollte ich dennoch nicht, das dieser Moment zu ende geht. "Ann?" Ich hob meinen Kopf ein kleines bisschen und öffnete meine Auge wieder. Sofort sah ich in ihre oceanblauen Augen. Mein Herzschlag wurde augenblicklich schneller und über meine Lippen zog sich ein sanftes Lächeln. "Hör zu.." Ich versuchte die richtigen Worte zu finden. "Ich weiß das ich mich vielleicht widerhole, aber ich bin froh das du an meiner Seite bist. Ich möchte noch so viele Erinnerungen mit dir sammeln um herauszufinden wohin uns dieser Weg führt. Ganz egal ob es gute oder schlechte sind, ich möchte jede davon mit dir durchleben." Ich rutschte ein wenig auf der Liege hin und her und legte meine freie Hand behutsam auf ihre. Unsere Finger verschränkten sich miteinander. Mein Blick wurde ein wenig ernster und entschlossener. "Ich werde mit dir durch jeden Sturm gehen", sprach ich leise zu ihr. "Und wenn wir uns einmal verlaufen oder vom Weg abkommen sollten, dann hoffe ich das wir den Weg gemeinsam wiederfinden und ihn bestreiten. Nur mit dir bin ich stärker und ohne dich kann ich mir ein Leben nicht mehr vorstellen." Ich drückte sanft ihre Hand und lächelte sie leicht verlegen an. "Ich hoffe das war nicht zu viel des Guten.. Ich möchte dich schließlich nicht gleich wieder überrumpeln." Ich erinnerte mich an damals als ich ihr meine Gefühle gestanden hatte.. und sie dann plötzlich weggelaufen war.. ich weiß das es nicht an mir lag, dennoch war der Gedanke an damals immer noch in meinem Kopf.
      Ich konnte trotzdem nicht anders um ihr meine ehrlichen Gefühle zu zeigen oder es ihr zu sagen. Denn ich war unwiderruflich in sie verliebt.
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      Annalena

      Als Ian sich neben mich auf die Liege setzte und seinen Arm um mich schlang, fühlte es sich an, als würde die ganze Welt da draußen aufhören zu existieren. Ich weiß auch nicht warum oder wie aber... das schaffte nur er. Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter und atmete tief seinen vertrauten Geruch ein, während er sein Gesicht in meinen Haaren vergrub. In diesem Moment gab es keine beängstigenden Visionen, keine düsteren Prophezeiungen und keine Geheimnisse. Es gab nur uns beide. Mein Herz begann immer noch etwas schneller zu schlagen wenn ich ihn so nah sein konnte. Dieser Augenblick so flüchtig er auch war, tat nach all den letzten Stunden so gut. Viel besser als ein Zauber oder irgendetwas was die Krankenschwester mir geben könnte. Er hob den Kopf leicht an, und als ich in seine Augen blickte, sah ich darin eine Tiefe und eine Entschlossenheit, die mich völlig gefangen nahmen. fast wie gebannt lauschte ich seinen Worten, wobei sich meine Finger dabei ganz selbstverständlich miteinander verschänkten. War ich rot geworden? Vielleicht... aber was machte das schon. Ian berührte mich auf eine Art und Weise wie es keine Menschenseele konnte. "Weißt du... ich glaube immer noch, du warst in deinen früheren Leben ein tragischer Poet oder Minnesänger.", flüsterte ich schmunzelt an sein Ohr ehe ich ihn einen liebevollen Kuss auf die Wange drückte. "So oder so... du bist ein hoffnungsloser Romantiker." Und ich konnte noch wollte je etwas gegen den Charme seiner Worte tun. Anstatt die Stille mit weiteren schweren Erklärungen zu füllen, lehnte ich meine Stirn wieder gegen seine. Ein leises, fast verträumtes Lächeln stahl sich auf meine Lippen. In diesem Moment, in diesem sterilen Krankenzimmer, während draußen die Welt aus den Fugen geriet, gab es nur ein Lied, das perfekt beschrieb, wer wir waren.
      Ich schloss die Augen und begann, ganz leise zu singen. Meine Stimme war kaum mehr als ein zärtliches Hauchen an seinem Ohr, aber in der Stille des Raumes klang sie klar und voller Gefühl. "...We are still kids and we're so in love.Fightin' against all odds. I know we'll be alright this time..." Ich öffnete die Augen wieder und blickte tief in sein ungläubiges, gerührtes Gesicht. Meine Hand wanderte von seiner Wange hinunter, suchte seine Finger und verschränkte sie fest mit meinen. "Darling, just hold my hand.Be my girl, I'll be your man.I see my future in your eyes..." Als der letzte Ton im Raum verklang, drückte ich seine Hand so fest ich konnte. "Das ist meine Antwort, Ian", flüsterte ich. Mit meiner Gitarre wäre es sicher noch etwas eindrucksvoller gewesen aber in der Ermangelung eines Saiteninstrumentes musste ich einfach alles was ich fühlte nur in meine Singstimme zu legen. Ich seufzte sehnsüchtig, wie schön es doch wäre sich einfach noch länger in seinen Arm vor der Welt zu verstecken. Aber ich wusste, dass wir beide bald weiter mussten. "Lass uns noch deine Ausbeute genießen bevor du zum Training und ich zur Schülerratssitzung muss. Danach könnten wir zusammen nach Hause gehen, was sagst du dazu?"