Fortune's Calling [Pumi feat. Codren]

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    • "Du weißt, dass ich nicht zum Verkauf stehe," entgegnete Santi und warf den zweiten Hummer in seinen kochenden Tod.
      "Aber was, wenn ich was verloren habe uns es ganz dringen wiederhaben will?" säuselte Diego.
      "Dann kann ich dir gern ein paar Namen geben. Ich arbeite aktuell nicht."
      "Sagt der Mann, der mich just in diesem Augenblick dafür bezahlt, ihm ein paar Infos über irgendwelchen Museumskram zu beschaffen."
      Santi hob den Blick, begegnete dem Eis in Diegos Augen. Hatte er das gerade richtig gehört?
      "Irgendein Museumskram? Willst du das Zeug etwa selbst haben?"
      Diego lachte, aber Santi konnte nicht sagen, ob es ein ehrliches war, oder ob Diego damit über etwas hinwegtäuschen wollte. Interessant.
      "Erwischt," antwortete Diego mit einem Schulterzucken. "Du hast dir da ein paar hübsche Stücke rausgesucht und ich hätte durchaus Interesse an einem."
      "Also meldest du dein Interesse an, bevor ich die Möglichkeit hatte, mir einen Preis zusammenzusuchen."
      Ein weiteres, gespielt unschuldiges Schulterzucken. Santi seufzte.
      "Ist notiert. Aber ich will die Infos zuerst."
      "Ach na gut! Lewis, Süßer, wärst du so nett? Die Akte liegt da drüben."
      Diego deutete zurück dorthin, wo er gesessen hatte, als Santi und Lewis eingetroffen waren. Als Lewis sich bewegte, sah Diego ihm nach, biss sich auf die Unterlippe. Santi gefiel das gar nicht.
      "Hübscher kleiner Hintern, das muss ich ihm lassen."
      "Diego..."
      "Was? Du weißt, dass ich Twinks mag."
      Santi ließ das Messer mit ein bisschen mehr Schwung auf den Hummer herabsausen, als nötig gewesen wäre.
      "... und Gewalt. Santi, flirtest du etwa mit mir?"


    • Lewis horchte interessiert auf. Dann wollte auch Diego etwas von der Sammlung haben? Vielleicht sogar das eine, das richtige? Hatte der Mann ihnen damit unterschwellig mitgeteilt, dass er genau wusste, wonach sie suchten?
      Lewis starrte ihn an. Er konnte ihn schwer einschätzen, was vermutlich ganz Diegos Ziel war. Natürlich war es auch möglich, dass es gar nichts mit Apollos Gegenstand zu tun hatte, aber ausschließen würde Lewis es nicht. Nicht bei Diego.
      "Ach na gut! Lewis, Süßer, wärst du so nett? Die Akte liegt da drüben."
      Süßer? Süßer?! Lewis war doch kein Süßer. Das war ein Begriff für kitschige Weicheier und nichts, mit dem man Lewis betiteln sollte. Diego konnte sich dieses Wort in den knackigen Arsch schieben und sich selbst damit ficken.
      Lewis war drauf und dran, ihm genau das zu sagen, da wurde sein Blick von Santiago aufgegriffen. Und der nannte ihn weder Süßer, noch hieß er gut, was Lewis offensichtlich vorhatte. Ganz anscheinend konnte er das Feuer richtig deuten, das in Lewis' Augen aufgeflammt war, denn sein Blick schien ihm zu sagen: Tu's einfach.
      Mit einem inneren Grummeln stieß er sich von der Anrichte ab und ging die Akte holen.
      "Hübscher kleiner Hintern, das muss ich ihm lassen."
      Unfassbar.
      "Diego..."
      "Was? Du weißt, dass ich Twinks mag."
      Unfassbar!
      Lewis schnappte sich die Akte und kam damit zurück. Er setzte ein schleimiges Lächeln auf, das seine Augen nicht erreichte, und klatschte die Akte auf die Anrichte.
      "Hier, Darling - ups."
      Durch den Schwung schlitterte sie über die Oberfläche und auf der anderen Seite wieder herunter. Lewis richtete seinen von Blitzen durchsetzten Blick auf Diego und biss sich in den Fingernagel.
      "Nein wie dumm von mir. Das tut mir aber leid."
      Er machte aber keine Anstalten, sie wieder aufzuheben. Sollte Mr. Kleiner Hintern sich doch selbst danach bücken.
    • Santi biss sich auf die Zunge, um nicht zu grinsen. Ganz unterdrücken konnte er es dann aber doch nicht, als Diego ihn gespielt geschockt anstarrte.
      "Hey. Du hast ihn süß und seinen Hintern klein genannt," antwortete Santi daraufhin nur mit einem Schulterzucken, bevor er sich wieder dem Hummer widmete.
      Er nahm das Krustentier geschickt auseinander und griff dann nach Nummer zwei. Er bedeutete Lewis, die Nudeln in das noch kochende Wasser zu werfen, als er auch Nummer drei herausgefischt hatte. Sobald er die Hummer auseinander genommen hatte, machte er sich daran, die einfache Sauce in einer Pfanne zu machen.
      Und Diego ließ sich doch tatsächlich dazu herab, die Akte aufzuheben. Er legte sie auf die Arbeitsplatte.
      "Ich hab dir für jeden deiner Gegenstände einen Experten rausgesucht und die aktuellen Preise berechnet," erklärte Diego, plötzlich ganz sachlich. "Natürlich ganz ohne Fäden. Verrate mir doch, Santi: planst du, das Set zu verkaufen, oder Einzelteile?"
      "Wieso fragst du? Hast du nur Interesse an einem Teil?"
      Wieder dieses Lächeln.
      "Ein guter Geschäftsmann verrät seine Geheimnisse nicht, Santi. Das solltest du doch von mir gelernt haben."
      "Hab ich."
      Einen langen Augenblick starrten sie sich über eine brutzelnde Pfanne hinweg an. Santi ignorierte den Schatten in seinem Augenwinkel.
      "Touché," meinte Diego schließlich, prostete ihm mit seinem Wein zu, und wandte den Blick ab.
      Für ein paar Minuten durfte Santi friedlich kochen. Er beendete die Sauce zeitgleich mit den Nudeln, dann warf er alles zusammen und servierte drei perfekte Portionen Lobster Pasta wie im Restaurant.
      "Einmal Abendessen," meinte er, als er Diego den Teller hinstellte und im Gegenzug die Akte zu seiner Messertasche legte.


    • Zu Lewis' allergrößter Befriedigung bückte Diego sich tatsächlich nach der Akte und legte sie ordentlich hin. Damit stand es 3:0 für Lewis. Ziemlich guter Abend eigentlich.
      Nur schade, dass Diego so schnell den Schwanz einzog, denn ganz offensichtlich ließ er sich auf die Provokation nicht ein. Plötzlich war er wieder ganz Herr Geschäftsmann und konzentrierte sich auf ihren Deal.
      Lewis warf die Nudeln in das Wasser und wandte sich dann ab. Wenn er keine Chance bekam Diego zu ärgern, dann war er auch nicht am Gespräch interessiert. Außerdem hatte er eh nicht viel beizutragen was das anging. Santiago war der Verhandler, Lewis war nur dabei für die Magie. Und auch, weil er mit darin verwickelt war, natürlich.
      Santiago vollendete sein Kunstwerk und tischte ihnen dann auf: Drei sehr volle, perfekte Lobster Pasta, die aussahen, als kämen sie aus einer Werbung. Lewis stieß einen anerkennenden Pfiff aus.
      "Man, das sieht echt gut aus."
      Diego und seinen Ärger vergessen lehnte er sich nach vorne und roch daran. Er hatte noch nie Hummer gegessen - wo auch? Zum Glück hatte Santiago ihn auseinandergenommen, sonst hätte Lewis sich noch lächerlich gemacht. So konnte er sich eine Gabel vollmachen und in den Mund schieben.
      Es war wirklich gut. Wirklich gut. Ein wirkliches Wunderwerk, das da in seinem Mund an Geschmack explodierte. Lewis richtete sich wieder auf, rollte mit den Augen und stöhnte.
      "Wirklich gut. Ich hab noch nie sowas gutes gegessen. Noch nie."
    • Diego lehnte sich zurück, beobachtete, wie Lewis sich über den dampfenden Teller beugte und mit übertriebener Hingabe kaute. Das Stöhnen war... nun. Beinahe schon geschmacklos, aber dennoch nicht ohne Wirkung. Diego hob leicht eine perfekt gezupfte Augenbraue. War das nun Provokation? Oder echte Begeisterung? Bei diesem Lewis war das nicht leicht zu trennen – was ihn durchaus gefährlich machte. Und reizvoll.
      Diego nahm sich Zeit mit der ersten Gabel. Keine Reaktion. Kein Lob. Kein Urteil. Nur ein langsamer Bissen, ein leises, anerkennendes Nicken, das weder an Santiago noch an Lewis ging. Er genoss es, Dinge unausgesprochen zu lassen. Besonders Dinge, von denen andere erwarteten, dass man sie ausspricht.
      "Kompliment an den Koch," sagte er schließlich – knapp, kontrolliert.
      Dann sah er zu Santi, die Stimme ein Hauch zu weich: "Hast du mit Absicht etwas Schnelles gekocht? Damit du schnell wieder von hier wegkommst?"
      Er ließ die Bemerkung in der Luft hängen, wie ein Duft, der sich in Kleidung fraß.
      Santi reagierte nicht. Noch nicht. Aber Diego bemerkte die Spannung in seinen Schultern, diese fast unmerkliche Halten des Atems. Es gefiel ihm. Dieser Widerstand. Dieses Kratzen an der Oberfläche.
      Er nahm einen weiteren Bissen, sah dann wieder zu Lewis. Der Junge war zu still geworden. Zufrieden vielleicht – aber Diego traute niemandem, der so schnell zufrieden war.
      "Warum?" fragte er mit gespielt freundlicher Stimme, "Ich hätte nichts dagegen, das Geschäft ganz auszuklammern und einen netten Abend mit zwei gutaussehenden Männern zu verbringen."
      Er sah keinen der beiden an, nur seinen eigenen Teller, als wäre das eine beiläufige Bemerkung übers Wetter gewesen. Doch in Wahrheit war es ein Haken, sorgfältig ausgelegt. Er erwartete keine Antwort – jedenfalls keine vollständige. Aber vielleicht einen Blick. Einen Reflex.


    • Die Reaktion der anderen beiden Männer war... nun, eigentlich reagierten sie überhaupt nicht. Santiago konzentrierte sich auf sein Essen und Diego sah hin und wieder auf, sagte aber nichts. Für eine geraume Zeit waren lediglich Lewis' Essgeräusche zu hören, die für die auslaufende Küche viel zu laut waren. Er hatte furchtbare Essmanieren, wie ihm erst auffiel, als er einen flüchtigen Blick auf Diego warf und die Art, wie er sein Besteck führte. Das gehörte dann wohl zu der langen Liste an Dingen, die Lewis an sich ändern musste, wenn er mit Santiago bei solchen Leuten herumhängen wollte. Daraufhin versuchte er ein bisschen aufrechter zu sitzen, das Besteck ein bisschen besser zu halten, nicht so viel Lärm zu machen. Er warf einen verstohlenen Blick zu Santiago, ob er sich vielleicht dafür schämte, Lewis mitgebracht zu haben. Aber dem Mann schien nichts aufzufallen.
      "Kompliment an den Koch", sagte Diego schließlich ruhig in die Stille hinein. Lewis sah auch ihn wieder an und runzelte die Stirn. Kompliment an den Koch war ja wohl ein bisschen wenig, dafür, dass Santiago ihnen Lobster Pasta gemacht hatte. Verdammt guter Koch, würde es schon besser heißen.
      Diegos Blick begegnete ihm und Lewis sah wieder weg. Der Mann konnte ihm noch immer den Arsch lecken, nachdem er ihn Süßer genannt hatte. Natürlich nur im übertragenen Sinne.
      "Ich hätte nichts dagegen, das Geschäft ganz auszuklammern und einen netten Abend mit zwei gutaussehenden Männern zu verbringen", sagte er jetzt und das hörte sich schon ein bisschen besser an. Zumindest kein Süßer mehr. Die Frage war nur, ob er dasselbe meinte, was Lewis bei den Worten dachte.
      Er warf Santiago wieder einen Blick zu. Santiago war derjenige gewesen, der ihn vor Diego und seiner Art gewarnt hatte, Santiago hatte immer betont, dass bei Diego das eine nicht ohne das andere ging. Nun, Fakt war nunmal, dass sie ihn für seine Informationen bezahlen mussten und wenn das seine Vorstellung von Bezahlung war...
      Lewis sah wieder Diego an. Diesmal wich er seinem Blick nicht aus. Er war ein heißer Mann und wenn er nur ein bisschen kräftiger gewesen wäre, oder ein bisschen dominanter, hätte Lewis ihm sicher schon zu Füßen gelegen. Aber so - so wäre es auch nicht schlecht. Diego war unglaublich attraktiv.
      Lewis zuckte unverbindlich mit den Schultern, dann sah er wieder zu Santiago. Wenn hier einer ein Machtwort sprechen konnte, dann ja wohl er.
      "Ist doch schon ein ganz netter Abend eigentlich."
    • Diegos Worte gaben ihm geradezu ein Schleudertrauma. Erst legte Diego offen dar, dass er er Santi komplett durchschaut hatte, und dann machte er eine komplette Drehung und sprach praktisch offen aus, was er wirklich für die Informationen haben wollte. Santi schwirrte der Kopf.
      Und dann legte Lewis auch noch einen drauf: "Ist doch schon ein ganz netter Abend eigentlich."
      Das war's. Santi hatte keine Lust mehr. Das hier waren einfach zu viele Schichten, auf die er achten musste. Also beschloss er, all diese Schichten in die Luft zu jagen.
      Er legte sein Besteck beiseite und starrte für einen langen Augenblick einfach nur ein Stück Hummer an, das auf den Nudeln lag.
      "Genug um den heißen Brei Gerede," sagte er schließlich. "Du bist scharf auf mich, ich hab's kapiert," meinte er an Diego gewandt, "Und ich nehme mal an, dass du auch scharf auf Lewis bist, wobei wir beide wissen, dass du das nur bist, weil er zu mir gehört."
      Diego sagte nichts, lehnte sich einfach nur in seinem Stuhl zurück und lächelte. Dieser Gesichtsausdruck trieb Santi in den Wahnsinn. Diego hatte genau das hier provozieren wollen; er spielte ihm genau in die Karten. Egal.
      "Ich denke, es ist Zeit, ein paar Spielregeln aufzustellen," schloss Santi und begegnete Diegos Blick.
      Viele schreckten zurück vor der Intensität dieses Blickes, aber Santi war schlimmeres gewöhnt. Unter anderem deswegen hatte Diego ja so einen Gefallen an ihm gefunden. Und dann tat Santi das, was Diego in den Wahnsinn trieb - zwei konnten dieses Spiel spielen - und sah weg, zu Lewis.
      Er ergriff Lewis' gute Hand und hob sie an seine Lippen, markierte eindeutig, wer hier zu we gehörte und wer Vorrang haben würde.
      "Wenn du nicht willst, dann musst du nicht," meinte Santi. "Und wenn du nicht willst, dass ich es tue, dann tue ich es auch nicht. Es ist deine Entscheidung. Du musst dich nicht dazu genötigt fühlen, zu irgendwas Ja zu sagen, nur weil er uns das gibt, was wir haben wollen. Wir können auch wie alle anderen seiner Kunden bezahlen und das hier hier und jetzt beenden, wenn dir das lieber ist."


    • Im einen Moment war Santiago noch ganz auf Diego fixiert, im nächsten ging er völlig zu Lewis über. Lewis gaffte ein bisschen, als der Mann aus dem Nichts seine Hand ergriff und sie küsste. Selbst für Santiago war das eine ungewohnte Geste und von der Zärtlichkeit wusste Lewis nicht, was er fühlen sollte. Er mochte es eigentlich nicht, so behandelt zu werden wie ein... keine Ahnung, wie sowas eben, aber zur gleichen Zeit hatte er von Santiago schon viel zu mögen gelernt, was er vorher abgestritten hatte. Vielleicht war das hier auch so eine Sache, aber im Moment wusste Lewis das nicht. Im Moment machte er sich nur darüber Gedanken, dass Diego ihnen dabei zusah und Lewis vor dem Mann nicht den Schwanz einziehen wollte. Vor niemandem, eigentlich. Santiago und er hatten in der Öffentlichkeit bisher nicht sehr viele schnulzige Dinge getan - was auch gut war.
      "Wenn du nicht willst, dann musst du nicht. Und wenn du nicht willst, dass ich es tue, dann tue ich es auch nicht. Es ist deine Entscheidung. Du musst dich nicht dazu genötigt fühlen, zu irgendwas Ja zu sagen, nur weil er uns das gibt, was wir haben wollen. Wir können auch wie alle anderen seiner Kunden bezahlen und das hier hier und jetzt beenden, wenn dir das lieber ist."
      Das war nun wieder typisch für ihn, Santiago, der unbedingt sicherstellen musste, dass Lewis einverstanden mit allem war, dass er sich respektiert fühlte. Fast hätte er die Augen darüber verdreht, denn sie hatten solche Situationen schon ein dutzend Mal erlebt und er machte ihm jedes Mal weis, dass wirklich alles in Ordnung war und ja, wenn etwas nicht passte, würde er es schon sagen. Fast hätte er ihm gesagt, dass er mit sowas endlich aufhören konnte; sie kannten sich doch mittlerweile lang genug. Aber es blieb bei diesem fast und letztendlich warf Lewis Diego doch einen Blick zu. Der Mann sah ihnen mit unleserliche Miene zu, die alles hätte bedeuten können. Die eisblauen Augen waren für Lewis immernoch unangenehm.
      "Ich will", entschied er dann aber. Wie könnte er zu diesem Sahnehäubchen von Mann schon Nein sagen?
      "Er muss ja dabei nicht viel reden", setzte er hinzu und grinste ein diebisches Grinsen. Vielleicht würde er sich für dieses Süßer ja noch rächen können.
    • Santi nickte. Er wusste nicht, wie er es fand, das hier zu tun. Fühlte er sich von Diego benutzt? Ja, aber das war ja noch nie anders zwischen ihnen gewesen. Aber da war es nur um ihn gegangen. Dieses Mal war da auch noch Lewis. Und Santi konnte nicht sagen, ob es ihm gefiel, seinen Streuner in die ganze Sache mit reinzuziehen.
      "Na dann ist ja alles geklärt," schloss Diego und wollte gerade aufstehen.
      "Setzen," meinte Santi mit fester Stimme, den Blick aber noch immer auf Lewis gerichtet.
      Diego hielt sofort inne, dann ließ er sich langsam wieder auf seinen platz sinken. Es war nicht das erste Mal, dass der Mann Santi dazu brachte, mehr als nur ihn unter Kontrolle zu halten. Aber es war das erste Mal, dass er dabei eine Bindung zu jemandem hatte.
      "Mit ihm läuft das anders," erklärte Santi seinem Streuner. "Er ist ein Großmaul, aber nicht so, wie du. Hier und da mal ein Kommentar, aber nie wirkliche Widerrede. Wenn du also willst, dass er die Klappe hält, dann musst du auch dafür sorgen."
      Während er sprach, ignorierte Santi Diego vollkommen - weil er wusste, wie sehr das dem anderen Mann unter die Haut ging. Diego balancierte auf einer sehr interessanten Grenze, die sich zwischen Narzissmus und Masochismus entlang zog. Er wollte immer im Zentrum stehen, aber er warf sich sofort auf die Knie, wenn Santi auch nur daran dachte.
      Santi ließ Lewis los und wandte sich wieder seiner Portion Pasta zu.
      "Aufessen. Alle beide. Ich hab das hier nicht gekocht, nur damit es jetzt vergessen wird."
      Ganz entspannt schob sich Santi eine Gabel in den Mund. Nur, weil sie jetzt wussten, wohin die Reise ging, hieß das noch lange nicht, dass er sofort dorthin rennen würde. Diego hatte seine Karten offengelegt, jetzt musste er mit den Konsequenzen klarkommen. Aber Santi wusste, dass ihn das nur noch wuschiger machen würde.


    • "Na dann ist ja alles geklärt", sagte Diego, fast schon fröhlich, wie Lewis fand, und schob den Stuhl zurück. So einfach ging das? Lewis machte sich auch daran aufzustehen, bis -
      "Setzen."
      Bei Santiagos Stimme fühlte Lewis sich gleich anders, aber er brauchte einen Moment länger als Diego, bis er sich wieder normal hinsetzte. Der andere Mann schien gegenüber Santiago schon eine gewisse Empfindlichkeit entwickelt zu haben.
      Lewis konnte nicht einschätzen, was Santiago dachte, und das sah weder ihm, noch Santiago sehr ähnlich. Der Mann war ganz eindeutig nicht sehr begeistert über die Idee, aber er verwarf sie auch nicht. Wenn Lewis es nicht besser wüsste, hätte er fast gesagt, dass er unentschieden war. Aber Santiago hatte immer alles unter Kontrolle und wenn er es einmal nicht hatte, dann fand er einen Ausweg. Er war niemals wirklich unentschieden.
      "Mit ihm läuft das anders", sagte er jetzt und Lewis hörte zu. "Er ist ein Großmaul, aber nicht so, wie du."
      Lewis verzog kurz das Gesicht. Sehr nett.
      "Hier und da mal ein Kommentar, aber nie wirkliche Widerrede. Wenn du also willst, dass er die Klappe hält, dann musst du auch dafür sorgen."
      Lewis sah wieder zu Diego hinüber. Das war schon eine interessante Aussicht. Er sah sich selbst zwar nicht in der Position, so wie Santiago Befehle zu erteilen, aber ihm würde sicher ein Weg einfallen, wie er sowas trotzdem durchsetzen konnte.
      "Aufessen. Alle beide. Ich hab das hier nicht gekocht, nur damit es jetzt vergessen wird."
      Gehorsam, wie sie letztlich beide waren, folgten sie seiner Aufforderung. Lewis beugte sich wieder über seinen Teller und konzentrierte sich auf sein Essen. Dabei lunzte er manchmal zu Diego und ließ seiner Fantasie freien Lauf, bevor er zu Santiago sah und sich die Lippen leckte. Das konnte ja noch interessant werden. Sehr interessant.
      Lewis aß seinen Teller auf, dann wartete er artig, bis die anderen Männer auch fertig wurden, bevor er fragte:
      "Ist noch was da?"
      Er stand mit seinem Teller auf, ging um die Anrichte herum, häufte sich vom Topf noch etwas auf und setzte sich wieder. Als diesmal nur seine Essgeräusche den Raum erfüllten, schob er den Fuß so weit nach vorne, bis er Santiagos traf, dann sah er wieder Diego an. Er schlürfte eine lange Nudel durch die Lippen in den Mund, dann leckte er sich äußerst ausgiebig über die glänzenden Lippen, ohne den Blickkontakt zu brechen.
    • Diego war zufrieden. Zufrieden auf die Art, wie es nur jemand sein konnte, der endlich bekam, was er wollte – auch wenn er, der alte Spieler, sich gewünscht hätte, ein paar Runden mehr um den heißen Brei drehen zu dürfen. Die direkte Art, mit der Santi irgendwann das Tischtuch zerschnitten hatte, war nicht seine bevorzugte – aber wenn das Ergebnis war, dass er Santi bekam, dann sollte es ihm recht sein.
      Lewis war dabei nur ein Bonus. Ein hübscher, frecher Bonus, der genau wusste, wie man reizte, ohne die Kontrolle zu verlieren. Diego hatte den kleinen Auftritt mit der Nudel sehr wohl bemerkt – die glänzenden Lippen, der Blick, die viel zu lange Zunge. Er erkannte Spielzüge, wenn sie gemacht wurden. Und dieser Junge war dabei, ihn anzufixen, keine Frage. Aber Diego war ein alter Hase. Er reagierte kaum. Ein winziges Zucken im Mundwinkel war alles, was Lewis dafür bekam. Kein Triumph, kein Tadel. Nur ein stilles Zugeständnis: Gut gespielt.
      Er aß brav seine Pasta, jeden Bissen mit demonstrativer Disziplin. Als hätte er nichts Besseres zu tun, als sich an gute Tischmanieren zu halten. Als hätte er nicht gerade beschlossen, die Regeln zu diktieren, die dieses Spiel begleiten würden.
      Er legte die Gabel zur Seite, wischte sich den Mund mit der Serviette ab, langsam, kontrolliert.
      Dann sah er zu Santi.
      "Bevor wir weiterdenken," begann er ruhig, beinahe beiläufig, "sollten wir über ein paar Basics sprechen, findet ihr nicht?"
      Sein Blick glitt zu Lewis. Kurz. Prüfend. Dann wieder zurück zu Santi.
      "Hard Limits. Soft Limits. Safewords. Ich spiele gern, aber nicht blind. Das hier," seine Hand machte eine vage Bewegung zwischen ihnen dreien, "kann nur funktionieren, wenn jeder weiß, worauf er sich einlässt. Ich halte mich an Regeln. Solange ich sie kenne."
      Er lehnte sich zurück, faltete die Hände über dem Teller.
      "Also. Was ist tabu? Was ist erlaubt?"



      Santi bemerkte sofort, dass Lewis schon spielte. Natürlich tat er das – diese kleine Geste mit der Nudel, das feuchte Glitzern auf den Lippen, der beinahe unschuldige Blick, der sich absichtlich nicht abwandte. Es war kalkuliert, aufreizend, fast eine kleine Herausforderung. Santi ließ sich nichts anmerken. Keine Reaktion. Keine Falte im Gesicht, kein Zucken im Mundwinkel. Nur ein geduldiger, stiller Beobachter – ganz der Santi, der sich über Jahre antrainiert hatte, den Dingen ihren Lauf zu lassen, bevor er eingriff. Und doch war da Neugier. Er wollte wissen, wie Lewis sich schlagen würde. Wie weit er gehen würde. Wie viel Kontrolle er abgeben, wie viel er behalten würde. Ob er sich verlieren oder nur spielen würde.
      Und dann war da Diego, wie erwartet. Der konnte es natürlich nicht lassen, den Moment zu brechen und noch einmal ganz Geschäftsmann zu sein. Immer diese elegante Wendung von der Lust zur Struktur, als müsste er sich daran erinnern, dass ein Mann wie er in allem den Überblick zu behalten hatte. Santi hatte mit genau diesem Moment gerechnet, er hätte sogar fast darauf gewettet. Aber so lästig diese geschäftsmäßige Haltung manchmal war, so hilfreich war sie jetzt. Diegos Pragmatismus hatte etwas Beruhigendes, etwas Strukturiertes, das er nutzen konnte. Denn Santi kannte die Vorlieben von beiden, aber Lewis und Diego kannten sich nicht. Das waren Fronten, die erstmal geklärt werden mussten.
      Also war es Santi, der den ersten Schritt machte. Er atmete durch, schob seinen Teller beiseite, als hätte er damit einen Schalter umgelegt.
      Er sah weder Diego noch Lewis an, sondern konzentrierte sich einen Moment auf seine gefalteten Hände. Dann hob er den Kopf.
      "Hard Limits: Kein Blut oder bleibende Narben. Kein Verbrennen oder Brandmarken. Keine Nadeln. Kein Feuer. Kein Foto- und Videomaterial."
      Seine Stimme war ruhig, fest, wie ein Stein, den er in die Mitte des Tisches legte, für jeden sichtbar.
      "Soft Limits: Messer, Singletail-Peitschen, Breath Play. Letzteres ist ein Hard Limit für mich, wenn ihr's wollt, kann ich's gern tun." Der unausgesprochene Teil: er hatte es schon mit beiden getan und damit bewiesen, dass er darin bewandert war und es sicher ausüben konnte, wenn er sollte.
      Ein kurzer, kaum sichtbarer Blick zu Diego, der das alles kannte – und vielleicht gerade deshalb noch einmal hören musste.
      "Mein Safeword ist Alptraum. Wenn das fällt, ist Schluss. Sofort. Außerdem benutze ich das Ampel-System bei meinen Check-Ins. Grün heißt alles gut, weitermachen, mehr davon. Gelb heißt langsamer, weniger, ich bin mir nicht sicher. Rot heißt mag ich nicht, Pause, Stop. Sollten Worte keine Option sein, nehme ich auch Handzeichen. Daumen rauf ist gleichbedeutend mit Grün. Drei Taps mit der Hand ist gleichbedeutend mit Rot."
      Er lehnte sich zurück, sah diesmal bewusst zu beiden – erst zu Lewis, dann zu Diego. Es war einfacher gewesen, das auszusprechen, als er gedacht hatte. Und gleichzeitig irgendwie schwerer.
      Denn so sehr ihn diese Offenheit beruhigte – so sehr erinnerte sie ihn auch daran, was genau hier auf dem Spiel stand. Dass er gerade dabei war, sich erneut auf Diego einzulassen. Auf diesen Strudel aus Begierde und Kontrolle, aus Nähe und Distanz, der ihn früher schon an den Rand gebracht hatte. Und schlimmer noch – dass er nun nicht nur sich selbst da hineinzog, sondern auch Lewis. Seinen Lewis.
      Seinen.
      Ein Gedanke, der sich hartnäckig in seinem Kopf festbiss, wie ein Tier, das nicht loslassen wollte. Ihn mit Diego zu teilen, war keine leichte Sache, wie er jetzt feststellte. Denn Diego war ein eigenes Kaliber. Eine ganz eigene Sorte Feuer. Und Santi wusste nicht, ob er bereit war, zuzusehen, wie dieses Feuer alles in Flammen setzte, was er sich mit Lewis mühsam aufgebaut hatte.
      Aber jetzt war kein Platz mehr für Rückzieher. Nicht, nachdem sie so weit gegangen waren.


    • Lewis sah zuerst Santiago an. Der Mann sollte den Anfang machen, nicht zuletzt, weil er Diego schon kannte. Lewis wollte seine Limits auch erfahren, denn bis jetzt war es unter ihnen noch nie zur Sprache gekommen; wobei er sich einige wohl schon denken konnte, wenn er an das eine Mal dachte, das völlig schief gelaufen war.
      "Hard Limits: Kein Blut oder bleibende Narben. Kein Verbrennen oder Brandmarken. Keine Nadeln. Kein Feuer. Kein Foto- und Videomaterial."
      Verblüfft sah Lewis ihn an; damit hätte er dann doch nicht gerechnet. Okay, von scarring war er auch kein besonderer Fan, aber was wäre denn an Feuer auszusetzen? Oder an Blut? Sollte er sich jetzt dafür schämen, dass das keine hard limits bei ihm waren? Sollte er seine eigenen limits nochmal überdenken?
      Santiago sprach gleich weiter.
      "Soft Limits: Messer, Singletail-Peitschen, Breath Play. Letzteres ist ein Hard Limit für mich, wenn ihr's wollt, kann ich's gern tun."
      Das klang wieder fair und war nichts, was Lewis gänzlich überraschen würde. Trotzdem, er sah verstohlen zu Diego hinüber, um eine Reaktion auf Santiagos Worte zu erhaschen. Er wollte nun umso mehr wissen, was der Mann von alldem hielt, wenn er üblicherweise trotzdem mit Santiago verkehrte.
      ... Trotzdem? Jetzt schnappte Lewis ja wirklich über. Er war noch nicht so tief gesunken, dass er Sex nicht ohne Verletzungen genießen konnte. Sicher noch nicht.
      "Mein Safeword ist Alptraum. Wenn das fällt, ist Schluss."
      Lewis nickte auch bei allem weiteren, was Santiago sagte. Das war nun wieder typisch für ihn und womöglich war es bei Diego auch notwendig. Zugegeben, der Mann hatte zuerst danach gefragt, aber seit Santiago Lewis so sehr vor ihm gewarnt hatte, hielt er alles für möglich. Er traute ihm durchaus zu, dass er die Leute beim Wort nahm. Entsprechend genau sollten sie ihre Limits also definieren.
      "Mein Safeword ist Kettenreaktion", setzte er an und sah wieder zu Diego. Santiago wusste das alles schließlich schon; nun, das meiste.
      "Hard limits sind blowjobs - für mich, nicht von mir. Soft limits sind rimming, für mich, und fisten. Oh -", er warf Santiago einen kurzen Blick zu, "und Magie. Als soft limit."
      Eigentlich würde er es gerne zu einem hard limit machen, aber er zählte sich selbst mit rein und ganz abgesehen davon, dass er seine Magie nicht immer ignorieren konnte, wusste er noch nicht, ob er sie nicht vielleicht einsetzen wollte. Also ja, vielleicht galt es als hard limit für alle anderen. Das wollte er Santiago aber nicht sagen, nicht auf diese Weise. Es würde sich zu sehr anhören wie "pass bloß auf, dass du deine Magie im Griff hast".
      Schnell sah er wieder zu Diego. Die Meinung des dritten war für ihn gerade das eigentlich Interessante.
    • Diego hörte aufmerksam zu. Nicht bei Santi, dessen Vorlieben und Abneigungen hatte er noch ganz genau im Kopf. Wobei es sowieso nie wirklich dazu gekommen war, dass sie seine Grenzen erreichten. Diego hatte es ein paar Mal zu weit getrieben, aber das anders gewesen. Sein hübscher Argentinier hatte sich seitdem ein Rückgrat zugelegt und sagte jetzt auch mal Nein zu ihm. Diego konnte das respektieren.
      "Alptraum für den Großen, Kettenreaktion für den Süßen. Ist notiert," kommentierte Diego.
      Ja, er hatte gesehen, wie es Lewis auf die Palma brachte, wenn er ihn so nannte. Perfekt.
      "Meine Hard Limits: keine Körperflüssigkeiten, abgesehen von Blut, Speichel, und dem Endergebnis. Nichts, was morgen in meinem Gesicht oder an meinen Händen zu sehen ist. Und ich schließe mich dem Aufnahmeverbot an. Fotos und Videos sind dieser Tage alles andere als privat."
      Er lächelte sein Verkäuferlächeln.
      "Soft Limits: Breath Play - das erlaube ich nur ausgewählten Personen; Santi, du weißt, dass du einer von ihnen bist. Reizentzug - ich will entweder was sehen oder hören können, niemals verzichte ich auf beides. Und seine Magie."
      Er deutete auf Santi und sah, wie sich dessen Kiefer verspannte. Interessant. Hatte er seinem neuen Freund etwa nichts von diesen Spielchen erzählt? Naja, machte ja Sinn, wenn Lewis keine Magie im Bett wollte. Dennoch... wusste er, wozu Santi in der Lage war?
      "Ein bisschen Angst ist immer spannend, aber ich will nicht komplett ausgeknockt werden."
      "Hast du deswegen verlangt, dass ich keine Alpträume fressen soll?" fragte Santi direkt. Cleverer Junge.
      Diego lächelte wieder.
      "Nein. Wir beide wissen, dass du auch mit vollem Magen noch deine Magie benutzen kannst."
      "Weshalb dann?"
      "Um dich zu ärgern. Und um dich empfänglicher für ein weiteres Geschäft zu machen. Aber damit können wir uns später befassen."
      Santi mahlte mit den Zähnen. Ein entzückender Anblick.
      "Mein Safeword lautet Banktresor."



      Santi biss sich auf die Zunge. Natürlich hatte Diego noch mehr Hintergedanken. Natürlich! Er hätte es wissen sollen!
      Er zwang sich dazu, den Gedanken loszulassen, auch wenn seine Paranoia daran festhalten und ein bis zehn Worst Case Szenarios daraus spinnen wollte. Nur weil sie hierzu Ja gesagt hatten, hieß da nicht, dass er auch Ja zum nächsten Job sagen musste. Das waren zwei vollkommen unterschiedliche Punkte, sie hatten nichts miteinander zu tun.
      "Ich werde meine Magie nicht einsetzen," sagte er bestimmt. "Ich mache da jetzt ein Hard Limit draus."
      Diego nickte. Ein kleiner Sieg. Nicht, dass sie diesen speziellen Stunt besonders oft abgezogen hätten, aber die paar Male, die sie es getan hatten... Er bekam immer noch ein seltsames Gefühl, wenn er nur daran dachte. Das waren die Momente gewesen, in denen er sich am meisten benutzt gefühlt hatte. In diesen Momenten hatte er sich nicht mehr damit zufrieden geben können, trotzdem Spaß an der Sache zu haben. Denn er war es, der die nächste Nacht nicht richtig hatte schlafen können, während Diego sich im Moment amüsiert hatte.
      "Keine Magie," stimmte Diego nun verbal zu. "Ist das dann alles, oder gibt es noch mehr, worüber wir reden müssen?"
      "Das hier passiert nur einmal," antwortete Santi. "Nichts Festes, nichts Regelmäßiges. Ein einmaliges Event. Und du wirst nie wieder danach als Bezahlung verlangen."
      "Einverstanden."
      Santi atmete durch. Seine Gedanken entspannten sich, die Paranoia zog sich für einen Moment zurück. Sie trieb ihn noch nicht in den Wahnsinn, also bekam er kleine Momente der Freiheit.
      "Dann kannst du ja das Geschirr wegbringen," meinte Santi dann in Diegos Richtung.
      Wenn der Mann eins hasste, dann alltägliche, kleine Aufgaben. Für sowas bezahlte er schließlich Leute! Aber es war ja nicht so, als ob Diego diese kleinen Befehle nicht mochte. Der Mann war genauso scharf auf ein Lob, wie er auf eine Beleidigung von Santi war.
      Santi angelte wieder nach Lewis' Hand, als bräuchte er sie, um sich selbst auszubalancieren. Er verschränkte ihre Finger miteinander.
      "Ich nehme an, es hat dir geschmeckt?" fragte er an Lewis gewandt, als existiere Diego gar nicht.


    • "Alptraum für den Großen, Kettenreaktion für den Süßen. Ist notiert."
      Lewis rollte mit den Augen. Scheißkerl.
      Diego nannte auch seine Limits, die zumindest etwas vorhersehbar waren - bis Lewis von der Magie hörte. Er fand es merkwürdig, dass Diego sie extra nannte; sollte es nicht selbstverständlich sein, dass Santiago seine Magie nicht nutzte? Oder... sollte er sie nutzen? Bei dem Gedanken starrte Lewis Santiago gleich viel aufmerksamer an, auch wenn er nicht ernsthaft mit dem Gedanken spielte, sowas ausprobieren zu wollen. Nicht nach seinem letzten Zusammentreffen mit seiner Magie. Aber der Gedanke an sich war interessant; wie sowas wohl aussehen würde...?
      "Mein Safeword lautet Banktresor."
      Wie originell. Allerdings hatte Lewis mit seiner Kettenreaktion da wohl kaum mitzureden. Wenn Diego in seinen Schuhen stecken würde, er hätte genau dasselbe genommen.
      Santiago stimmte der Keine-Magie-Sache zu und dann stellte er auch noch klar, dass dies eine einmalige Sache sein würde, eine Tatsache, die Lewis wohl sonst gekonnt verdrängt hätte. Wer wusste schon, ob dieser Abend nicht das Potenzial hatte, häufiger vorzukommen? Bislang war Diego schließlich ziemlich zahm und wenn alles, was Lewis zum Schluss herausbekam, zwei irrsinnig scharfe Männer waren, mit denen er sich gleichzeitig vergnügen konnte - warum nicht? Warum es nicht noch einmal machen? Aber er vertraute Santiago, so wie er ihm mit allem anderen auch vertraute, und wandte nichts ein. Vielleicht könnte er ihn später darauf ansprechen.
      Mit einem Vorwand schien Santiago Diego wegzuschicken, bevor er Lewis' Hand wieder ergriff. Lewis wandte sich ihm wieder zu; etwas an seinem Verhalten beunruhigte ihn. Santiago schien längst nicht so selbstsicher wie sonst.
      "Ich nehme an, es hat dir geschmeckt?"
      "Klar, es war super. Wie von einem richtigen Sternekoch."
      Er lächelte, aber hauptsächlich auch nur, weil Santiago das jetzt zu brauchen schien. Vielleicht war die ganze Sache doch keine so gute Idee. Er wollte nicht, dass der Mann sich zu irgendetwas zwang, nur weil er sich fügen wollte. Ganz besonders nicht, wenn er dabei noch mit seiner Magie zu kämpfen hatte.
      "Ist das alles in Ordnung? Bist du wirklich einverstanden damit?", fragte er ihn, leiser, damit Diego ihn über das Rumpeln des Geschirrspülers nicht hören konnte. Mit den Augen suchte er Santiagos Gesicht ab, zum einen für seine Magie, zum anderen für eine Regung selbst.
      "Wir müssen das nicht machen. Sag mir ein Safeword und wir gehen damit sofort, ohne Fragen zu stellen."
      Er lächelte, dann lehnte er sich vor, umfasste Santiagos Kinn und küsste ihn. Ein kurzer Kuss, längst nicht so ausführlich, wie er gerne getan hätte. Er hatte kein Problem damit, mit Santiago vor Diego rumzumachen, aber langsame, zärtliche Küsse, das sparte er sich lieber für Privat auf.
    • Warum musste Lewis ausgerechnet jetzt so aufmerksam sein?
      Santi lächelte ein wenig und nickte.
      "Alles gut. Ist nur mit einer Menge komplizierter Gefühle verbunden."
      Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und legte einen Arm um Lewis' Schultern, damit er eine Hand in dessen Haare schieben und ihn kraulen konnte.
      "Ich weiß, dass das, was ich heute von ihm kriegen werde, verdammt gut wird. Das ist Entschädigung genug für die wirren Gedanken. Solange bei dir alles okay ist, bleibe ich und mach mit."
      Gemeinsam beobachteten sie, wie Diego in seinem Designer-Anzug den Abwasch in die industrielle Spülmaschine räumte. Objektiv betrachtet war Diego ein gutaussehender Mann, keine Frage. Und Santi wusste, dass er auch im Bett verdammt gut war. Aber er kannte eben auch den Charakter dieses Mannes und der war... Man genoss Diego besser in kleinen Dosen, wenn man sich nicht mit moralischen Fragen auseinandersetzen wollte.
      "Schon eine Idee, was wir mit ihm anstellen sollen?" fragte Santi, um das Thema ein bisschen zu wechseln.
      Es gab keinen Grund für ihn, sich jetzt schob mit besagten Gefühlen und Gedanken auseinander zu setzen. Dafür hatte er morgen noch ausreichend Zeit.
      Santi lehnte sich näher zu Lewis, sodass nur der Streuner seine nächsten Worte wirklich verstehen konnte.
      "Man kann ich richtig damit auf die Spitze treiben, indem ich nichts tue. Macht ihn verrückt, wenn er mich nicht haben kann, weil ich einfach nur zusehe."


    • Santiago bestätigte ihm, das alles gut war, und so rutschte Lewis heran, um sich an seine Seite zu lehnen. Sofort fanden Santiagos Finger zu seiner Kopfhaut und er brummte wohlig. Das liebte er, gekrault zu werden.
      "Ich weiß, dass das, was ich heute von ihm kriegen werde, verdammt gut wird. Das ist Entschädigung genug für die wirren Gedanken. Solange bei dir alles okay ist, bleibe ich und mach mit."
      "Ich find's super. Ich hatte noch nie einen Dreier und sieh ihn dir doch an."
      Sie beide sahen über die Anrichte hinweg dabei zu, wie Diego sich vorbeugte, um die Spülmaschine zu befüllen. Er hatte einen Knackarsch und einen fantastischen Körper, der einem nur so das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Diego war ein richtiger Leckerbissen.
      "Er sieht wirklich toll aus. Ich kann's gar nicht erwarten, ihm einen zu blasen. Und dich darf ich trotzdem haben."
      Er grinste und sah zu Santiago auf. Lewis hatte hierbei vermutlich den Hauptgewinn gemacht.
      "Schon eine Idee, was wir mit ihm anstellen sollen?"
      "Oh, so einige. Eine Menge."
      Er lehnte sich vor und knabberte ein bisschen an Santiagos Hals, gerade soviel, um sich jederzeit zurückziehen zu können, wenn Diego fertig mit dem Geschirr war. Seine Geheimnisse würde er dem Mann nicht so leicht anvertrauen.
      "Man kann ich richtig damit auf die Spitze treiben, indem ich nichts tue. Macht ihn verrückt, wenn er mich nicht haben kann, weil ich einfach nur zusehe", vertraute Santiago ihm an und Lewis begann zu grinsen. Das würde ja noch interessant werden - sehr interessant sogar.
      Just in dem Moment richtete Diego sich auf und drehte sich zu ihnen um. Sein Blick landete auf den beiden zusammen sitzenden Männern, ohne dass seine Miene etwas von seinen Gedanken preisgegeben hätte. Schade eigentlich. Lewis wollte doch mal sehen, ob er ihm nicht in den nächsten Stunden ein paar Reaktionen entlocken konnte.

      Sie verließen die Küche und gingen zu dritt den Gang hinunter zum Aufzug. Wie es sich herausstellte, hatte Diego bereits ein Zimmer gebucht, oder eher eine Suite, was Lewis nach dem ganzen Abend schon gar nicht mehr überraschte. Natürlich hatte der Mann sowas geplant. Es war ja auch ein ziemlich guter Plan.
      Sie fuhren mit dem Aufzug in ein Stockwerk, das man nur mit der Hotelkarte erreichen konnte, und dort ging es einen ziemlich menschenleeren, steinreichen Gang entlang, bis sie eine der Türen erreicht hatten. Santiago warf in seiner Paranoia Blicke den Gang hinauf und hinab, Diego sperrte auf. Lewis trat ein und sperrte den Mund auf.
      Die Suite war riesig und eigentlich vielmehr eine Wohnung als wirklich ein Hotelzimmer. Es gab einen Balkon, der vermutlich größer war als Lewis' ganze alte Wohnung und ein Bett, in dem fünf Personen Platz gefunden hätten. Die Teppiche waren in einem edlen, exotischen Muster gestickt und die Satin-Vorhänge hatten einen Goldsaum. In diesem Raum war alles so glänzend und poliert, dass Lewis sich augenblicklich wieder fehl am Platz fühlte. Da half auch die Gewissheit nicht, dass er mit seinen beiden Begleitern Sex haben würde.
      Santiago schloss hinter ihnen sorgfältig die Tür ab und Lewis warf einen verstohlenen Blick ins Badezimmer. Fuck, er hoffte wirklich, dass sie lange hierbleiben würden. Mindestens die Nacht, hoffentlich noch viel länger.
      Er ging ein paar Schritte aufs Bett zu, dann drehte er sich um. Sein Blick streifte Diego und weil er sich darauf besann, was Santiago ihm zugesteckt hatte, sah er stattdessen ihn an.
      "Santi. Komm her."
      Er hatte keine so tolle Befehlsstimme wie Santiago, aber der größere Mann gehorchte trotzdem. Vermutlich hatte er schon eine Vorstellung davon, was Lewis vorhatte.
      Lewis blieb an Ort und Stelle stehen, bis Santiago direkt vor ihm stand, dann hob er die gesunde Hand und knöpfte ihm gelassen ein paar Knöpfe auf.
      "Wie wäre es, wenn du ihm zeigst, wie ich geküsst werden will, und dann, dann kann er mir zeigen, wie ich geküsst werden will. Hmm?"
      Er leckte sich die Lippen und grinste zu Santiago auf. Ja, das würde wirklich noch lustig werden.
    • Diego hatte schon mitbekommen, dass er in dieser Dynamik im Nachteil war. Lewis war eine unbekannte Größe. Unter anderen Umständen wäre das ein Problem, das er zu beheben gedachte. In diesem Fall... hin und wieder konnte Diego eine Überraschung genießen. Und so, wie die beiden da saßen und die Finger nicht von einander lassen konnten...
      Nachdem er aufgeräumt hatte, nahm er die beiden mit durch die Mitarbeitergänge und zu einem Aufzug, den er mit einer Hotelkarte entriegelte, damit er sie bis nach oben bringen konnte. Die Penthouse Suite im obersten Stockwerk war eine von zweien, aber die andere war leer - Diego hatte sie ebenfalls reserviert, lange bevor er hergekommen war. Eine besondere Meinung zum Interior hatte er nicht - es war ihm meistens egal. Solange es nicht absolut hässlich war, konnte er mit vielem leben. Viel wichtiger war ihm der Service - und der war hier von erlesener Qualität, schließlich gehörte ihm dieses Hotel.
      Santi schloss die Tür hinter ihnen ab und scannte den Raum nach unsichtbaren Bedrohungen ab. War das seine einsetzende Paranoia oder seine alten Instinkte, ihn zu beschützen? Vielleicht ja auch eine Mischung aus beidem.
      "Santi. Komm her."
      Diego beobachtete die beiden wieder. Wer hätte gedacht, dass der Kleine den Ton angab? Niemand. Das war nicht Lewis' Stil. Nein, er spielte sich nur gerade auf. Interessant. Allerdings würde sich Diego nicht beschweren, bekam er doch zu sehen, was er haben wollte.
      Santis breite, dunkle Brust war noch immer das Kunstwerk, an das er sich erinnerte. Er hatte ein paar neue Tattoos, wie Diego freudig feststellte.
      "Wie wäre es, wenn du ihm zeigst, wie ich geküsst werden will, und dann, dann kann er mir zeigen, wie ich geküsst werden will. Hmm?"
      Okay. Selbst mit Lewis' Unerfahrenheit konnte Diego nicht verneinen, dass das hier jetzt schon äußerst anziehen war. Oder eben ausziehend.



      Santi lächelte und ließ Lewis machen, bis er den letzten Knopf seines dunkelroten Hemdes geöffnet hatte. Dann legte er ihm - recht besitzergreifend - eine Hand an die Wange. Er zwang den Streuner dazu, zu ihm nach oben zu sehen, bevor er sich über ihn lehnte und ihn küsste. Wirklich küsste. Er hielt sich nicht zurück, eroberte Lewis' Mund, wie er es sonst immer tat. Schließlich biss er ihm in die Unterlippe, bevor er den Kuss löste.
      "So?" fragte er gespielt unschuldig.
      Er lehnte Lewis' Kopf zur Seite und küsste ihn dicht unter dem Ohr, auf den Kiefer, über die Halsschlagader.
      "Oder doch lieber so?" raunte er.
      Mit seinem Körper drückte er Lewis rückwärts in Richtung des Schlafzimmers. Sobald sie in Reichweite waren, schubste er Lewis auf das Bett.
      "Diego," rief er über seine Schulter, ohne dabei seinen Blick von Lewis abzuwenden. "Komm her."
      Diego folgte seiner Anweisung, ohne zu zögern. Sobald er neben ihm stand, legte Santi ihm ebenfalls besitzergreifend die Hand an die Wange. Zweifel kochte in ihm hoch. Konnte er das hier wirklich tun? Konnte er das hier tun und sich nicht wieder darin verlieren? Er wusste, was Diego mit ihm machte, wie er ihn an unsichtbaren Strippen tanzen lassen konnte. Nein. Lewis würde auf ihn aufpassen. Lewis passte doch immer auf ihn auf, wenn er drohte, von einem Alptraum verschluckt zu werden.
      Santi zog Diego an sich und küsste ihn, schob ihm die Zunge in den Mund. Diego bedankte sich bei ihm mit einem tiefen Seufzen und schmolz geradezu gegen seinen Körper, hielt sich an seinem Gürtel fest, als sei er sein Rettungsring. Er löste den Kuss, als Diego anfing Anstalten zu machen, seinen Gürtel auch öffnen zu wollen.
      "Hab ich dir das erlaubt?" fragte Santi.
      "Nein," antwortete Diego brav.
      "Hast du gefragt?"
      "Nein."
      "Erster und einziger Fehler, den ich erlaube. Der nächste hat Konsequenzen."
      "Verstanden."
      "Gut. Und jetzt: auf die Knie."
      Diego gehorchte aufs Wort und sank vor ihm auf die Knie, ohne dabei den Blick von Santi abzuwenden. Doch Santi sah weg. Er sah rüber zu Lewis.
      "Und was stellen wir jetzt mit ihm an?" fragte er, ein verschlagenes Lächeln auf den Lippen.


    • Santiago folgte Lewis' Aufforderung auf die bestmögliche Weise. Seine Lippen verschlangen ihn regelrecht, als er sich zu ihm beugte, und Lewis spürte die gewohnte Hitze in ihm aufsteigen, die sich gleich darauf in seinem Unterleib sammelte. Er grinste, freute sich, wie wenig Santiago sich zurückhielt, und lehnte sich ihm entgegen. Sollte Diego ganz genau zusehen, wie Lewis es mochte. Sein Süßer konnte er sich immernoch in den Arsch schieben.
      "So?", fragte Santiago und löste sich, nur um kurz darauf mit seinem Hals weiterzumachen. Lewis kippte höchst bereitwillig den Kopf für ihn nach hinten, wollte ihm alles geben, wollte alles von ihm haben. Mittlerweile stellte sich auch der bekannte Drang nach mehr ein, mehr Zähne, mehr Kraft, mehr Schmerz. Er wollte ihn fühlen, mit all seinen Sinnen, so intensiv wie möglich.
      "Oder doch lieber so?"
      "Mehr", verlangte Lewis, bevor er sich löste. In seinen Augen funkelte es. Santiago mochte es ja gerne auch mal weich haben, aber Lewis wollte es hart. Immer. So hart wie möglich.
      Kommentarlos gehorchte Santiago und zwang ihn nach hinten. Lewis konnte gegen seinen Muskelberg kaum etwas entgegen halten, ließ sich nach hinten treiben und wurde schließlich aufs Bett geschubst. Grinsend streckte er sich lang und räkelte sich ein bisschen, versuchte zu provozieren, um das genannte mehr aus Santiago rauszuholen. Das war Lewis' Spielstil, provozieren und die Konsequenzen genießen. Hoffentlich zeigte Diego ihm ein paar sehr schöne Konsequenzen.
      "Diego. Komm her."
      Lewis leckte sich die Lippen und öffnete die Beine. Der Mann kam und Lewis bedachte ihn mit dem besten suggestiven Blick, den er aufbringen konnte. So schade, dass der Mann nicht dominant war. So, so schade.
      Santiago neigte sich jetzt auch zu ihm und Lewis sah mit wachsendem Interesse dabei zu, wie die Lippen der beiden Männer aneinanderstießen, wie sie gegeneinander arbeiteten, wie Santiago seine Zunge in Diegos Mund drückte und Diego dafür tief seufzte. Fuck, das war ein Anblick, den Lewis in dieser Intensität nicht erwartet hatte. Er hatte noch nie gesehen, wie Santiago jemand anderen küsste und das war berauschend. Es sah unfassbar scharf aus. Lewis starrte die beiden mit riesigen Augen an, wollte nichts davon verpassen. Scheiße, seine Magie würde noch sexy werden. Oh, hoffentlich sprang seine Magie von ihnen an.
      Santiago löste sich, als Diego seinen Gürtel zu öffnen versuchte.
      "Hab ich dir das erlaubt?"
      "Nein."
      "Hast du gefragt?"
      "Nein."
      "Erster und einziger Fehler, den ich erlaube. Der nächste hat Konsequenzen."
      "Verstanden."
      "Gut. Und jetzt: auf die Knie."
      Interessant - Diego gehorchte tatsächlich. Lewis sah ihn an, wie er da so auf dem Boden kniete, wirklich gehorsam. Lewis konnte sich vorstellen, dass Diego den richtigen Leuten vermutlich viel Spaß bereitete.
      "Und was stellen wir jetzt mit ihm an?"
      Er sah wieder zu Santiago auf und sein anzügliches Grinsen. Wie viel Spaß Diego auch immer bereitete, jetzt war er nur dazu da, ihnen Spaß zu bereiten.
      "Zieh ihn aus. Oder lass ihn ausziehen."
      Lewis legte sich ein bisschen anders hin, um besser sehen zu können. Er stützte seinen Kopf auf dem Ellbogen auf und grinste auf Diego hinab.
      "Ich will sehen, was unter seinem schicken Anzug liegt."
    • "Zieh ihn aus. Oder lass ihn ausziehen. Ich will sehen, was unter seinem schicken Anzug liegt."
      Santi schob seine Hand in Diegos Haare, kraulte ihn wie einen besonders artigen Hund. Er ließ sich Lewis' Worte durch den Kopf gehen - und ließ sich dabei gehörig Zeit. Schließlich hatte er hier gleich zwei Leute, die er auf die Folter spannen musste.
      Schließlich packte er Diegos Haare und zerrte dessen Kopf nach hinten, sodass er nicht nur zu ihm hochsah, sondern auch noch seinen Nacken vollkommen überspannte.
      "Klingt eigentlich ganz gut," stimmte er zu.
      Jetzt erst wandte er dem anderen Mann seinen Blick zu. Diego... der Blick, den er ihm zuwarf, war genau das, weswegen Santi immer und immer wieder zurückgekommen war. Diese freudige Erwartung, gepaart mit einem Vertrauen, von dem er wusste, dass Diego es nur sehr, sehr wenigen schenkte. Santi durfte sich nicht schon wieder davon einwickeln lassen.
      Santi zog erneut an Diegos Haaren, brachte ihn ohne Worte wieder auf die Beine. Er schob Diego vor sich, sodass der Mann nun in voller Sichtlinie zu Lewis stand. Diego war ein großer Mann, aber selbst er war einen halben Kopf kleiner als Santi. Santi griff um ihn herum und streifte ihm das Jackett von den Schultern. Er faltete es, dann warf er es auf einen der Sessel in der Ecke. Diego hielt brav still.
      Es war einfacher, wenn der Mann ihn nicht einfach direkt ansah. So war er einfach nur irgendein Kerl, der gut aussah und mit dem Lewis und er sich heute Nacht amüsieren würden. Mehr nicht.
      Hinter ihm stehend begann Santi damit, Diegos viel zu teures Designerhemd aufzuknöpfen. Er begann unten, zog es ihm aus der Hose. Er ließ sich Zeit, arbeitete sich langsam, Knopf für Knopf nach oben. Er schob seine Hand über Diegos Kehle, drückte seinen Kopf beiseite, dann öffnete er mit seiner freien Hand den letzten Knopf und schob eine Seite des Hemdes beiseite.
      "Gefällt er dir?" fragte Santi Lewis über Diegos Schulter hinweg.
      Diegos Haut war makellos; keine Narben, keine Tattoos, kein einziges Haar. Diego hatte die schlanke aber muskulöse Form eines Läufers. Santi wusste aus eigener Erfahrung, dass Diego unendlich Zeit darin investierte zu laufen, zu joggen, zu sprinten. Hin und wieder schwamm er auch, aber wann immer er die Zeit dazu fand, sprang er auf ein Laufband. Manchmal telefonierte er sogar während er ein paar Kilometer lief.
      Santi ließ Diego los und zerrte ihm das Hemd von den Schultern bis runter zu den Handgelenken. Dort blieb es - mit voller Absicht - hängen.
      "Unfair," säuselte Diego. "Ich krieg hier ja gar nichts zu sehen."
      "Er hat nicht Unrecht. Lewis? Zieh dein Shirt aus."


    • Diego stand auf und Lewis sah den beiden neugierig zu. Die Dynamik zwischen ihnen war definitiv anders als bei Lewis und Santiago, viel... mächtiger. Ja, mächtiger war das Wort, denn hier wurden auf Nuancen eingegangen, die für Lewis nicht sehr deutlich waren, etwa der Zug an Diegos Haaren oder wie Santiago ihn auf eine bestimmte Weise auszog. Sie waren ein eingespieltes Team, so wie auch Lewis und Santiago, sie verhielten sich nur anders. Und mit jeder weiteren Offenbarung, die er darüber erhielt, wuchs sein Interesse noch mehr an. Er wollte mehr davon sehen, wollte den Mann kennenlernen, der mit Santiagos Magie zu spielen wusste - wollte Santiago dabei beobachten, wie er mit sich spielen ließ. Wer hätte schon gedacht, dass es so lustig werden könnte?
      Santiago zog ihm nur das Hemd aus, bis Diego nur noch in Hose und mit dem Hemd an seinen Handgelenken dastand. Er hatte einen kräftigen, geschmeidigen Körper, der zu Lewis' leichter Irritation gänzlich haarlos war. Seine Muskeln hätten glatt aus einem Playboy stammen können, auch wenn sie mit Santiagos nicht mithalten konnten. Lewis gefiel dabei noch mehr, dass er mit dem Anzug etwas von seiner Überheblichkeit zurückgelassen hatte. Jetzt fühlte Lewis sich viel eher wie jemand, der in den selben Raum wie Diego gehörte.
      "Gefällt er dir?", fragte Santiago über seine Schulter hinweg und die Frage ließ Lewis' Inneres kribbeln. Fuck, es war toll, über einen Mann zu reden, als stünde er zum Verkauf.
      "Ja. Er hat was."
      Lewis setzte sich auf und lehnte sich zurück auf seine Arme. Er ließ seinen Blick über Diegos ganze Gestalt wandern.
      "Ein bisschen zu wenig Haare. Aber an anderen Stellen kann das sehr nützlich sein."
      Grinsend biss er sich auf die Unterlippe. Die einzige Sache, die ihn wirklich bei Diego störte, war seine Reaktionslosigkeit. Der Mann mochte es, still zu stehen, wenn Lewis doch eigentlich das Gegenteil erreichen wollte.
      "Unfair. Ich krieg hier ja gar nichts zu sehen."
      "Er hat nicht Unrecht. Lewis? Zieh dein Shirt aus."
      Lewis warf einen Blick zu Santiago und schürzte die Lippen. Auf dieselbe Befehls-Nummer wie Diego fuhr er nicht ab - auf der anderen Seite hatte er sicher noch genug Gelegenheiten, Santiago so zu reizen, wie er es mochte. Sollte er jetzt doch seinen Willen bekommen.
      Er knöpfte sein Hemd auf, zog es sich aus und warf es achtlos beiseite. Seine Muskeln waren nicht sehr stark ausgebildet - dafür hing er zu oft in Clubs herum - aber er war schlank und fit. Er hatte genau die Zähigkeit, die er brauchte, um in seinen eigenen Spielen mithalten zu können.
      Er stand auf und öffnete den Knopf seiner Hose, während er den einen Schritt zu Diego machte. Das kurze Stück sah er zu ihm auf, dann ließ er seinen Blick von nahem über Diegos Körper gleiten. Gar nicht so schlecht, nein, wirklich nicht.
      "Wie läuft das bei euch, darf ich ihn anfassen?"
      Er sah über Diegos Schulter hinweg zu Santiago, dann wieder zurück. Sein Blick hing für einen Moment auf den eisblauen Augen, die so schon viel eher zu ertragen waren, dann fasste er dem Mann unvermittelt in den Schritt. Ein freches Grinsen breitete sich in seinem Gesicht aus, während er durch die Hose Diegos Stück ertastete, die ganze Länge und alles, was damit einherkam. Nach dem ganzen Abend, bei dem der Mann sich unbedingt so aufspielen musste, war es ein befriedigendes Gefühl, ihn jetzt so schamlos zu begrabschen. Lewis hatte auch keine Angst vor ihm, er glaubte fest daran, dass Santiago wenn schon ihm zur Hilfe kommen würde. Nicht, dass er die Hilfe bei seiner Magie groß brauchte.
      "Ja", schnurrte er. "Ja, ich denke, er gefällt mir."