About gods and demons (Nimue & Kiba)

    • Ich saß auf der hölzernen Tribüne, eingekesselt zwischen kreischenden Schülern, und hielt mein altes, schweres Buch fast schon krampfhaft fest. Es war wie verhext. Seit dieser verdammten Chimären-Explosion hatten sich nicht nur die Atmosphäre in der Schule sondern auch die Runen in den Katakomben verändert. Eigentlich war ich völlig darin versunken, dieses Rätsel zu lösen und mein Kopf dröhnte such schon von den komplexen Formeln. Aber ich konnte Daiki nicht allein lassen. Nicht heute. Basketball war das Einzige, was dieser Lulatsch wirklich liebte, abgesehen von seiner festen Überzeugung, eine unbesiegbare Waffe zu sein. Es war seine Art, sich lebendig zu fühlen, und deshalb wollte ich ihn unterstützen, egal wie sehr mich diese Runen auch reizten. Also saß ich hier, das Buch auf den Knien, und versuchte, beides unter einen Hut zu bringen.
      Als das Spiel begann, legte ich das Buch schließlich zur Seite. Ich starrte gebannt auf das Feld. Ehrlich gesagt verstand ich von den Regeln absolut gar nichts, für eine Göttin meines Alters wirkte dieses Hin- und Hergerenne mit einem hüpfenden Ball eher wie ein seltsames Ritual, aber ich hatte schon häufiger gesehen wie sehr er es genoss. Er war schnell, er war stark, er war... einfach göttlich...
      Doch dann passierte es. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Daiki verlor tatsächlich den Ball. Er blieb einfach stehen, wie ffestgewurzelh. Ich blinzelte geschockt vor mich hin. "Was ist denn jetzt los?", murmelte ich und presste die Hände gegen meine Wangen. War er verzaubert worden? Oder war er doch noch angeschlagen von der Erkältung? Oder noch schlimmer... nahm er eine Anomalie wahr, die ich übersehen hatte? Hektisch sah ich mich in der Halle um, schärfte meine göttlichen Sinne und suchte nach dem vertrauten, modrigen Geruch von dunkler Magie oder dem Flimmern einer Störung. Aber da war nichts. Rein gar nichts. Die Luft war klar, nur erfüllt vom Geruch heißer Turnschuhe und Popcorn. "Daiki!", rief ich, doch meine Stimme ging im Lärm unter. Als ich sah, wie er wie versteinert in eine Richtung starrte und einer seiner Kumpanen ihn wütend anschnauzte, hielt mich nichts mehr auf meinem Platz.
      Ich raffte meine Tasche zusammen, griff mir eine Flasche Wasser und ein frisches Handtuch, das ich vorsorglich eingepackt hatte, und stürmte die Tribünenstufen hinunter. Ich drängelte mich an verschwitzten Schülern vorbei, bis ich schließlich unten am Spielfeldrand ankam. "Daiki!", rief ich diesmal lauter und trat direkt an die Begrenzung. "Was ist passiert? Geht es dir nicht gut? Hast du Schmerzen?" Ich suchte seinen Blick, doch er war immer noch völlig woanders. Sein Kiefer war so fest angespannt, dass ich Angst hatte, er könnte seine Zähne zermahlen. "Hier, trink was", sagte ich hastig und hielt ihm die Flasche entgegen, während ich versuchte, hinter mich zu blicken, um herauszufinden, was oder wer ihn so aus der Fassung gebracht hatte. In diesem Moment bemerkte ich Chris, der nur ein paar Meter weiter oben stand und dieses ekelhaft triumphierende Grinsen im Gesicht trug. "Oh nein...", hauchte ich, während mir dämmerte, dass es keine Anomalie war, die Daiki so wütend machte, sondern etwas viel Weltlicheres. "Nicht der schon wieder..." Das würde hundertprozentignoch böse enden.
    • Dieser Mistkerl! Ich dreh durch. Was musste er denn ausgerechnet jetzt noch hier ankommen? Wir haben gerade mal ein Viertel geschafft. Drei sind noch vor mir. Und ich wollte einfach nur spielen. Aber mit dem Schwachmaten im Nacken konnte ich mich doch niemals konzentrieren. Ich bekam nur am Rande mit, dass Phila nach mir rief, warf Chris aber weiter böse Blicke zu. Na warte! Der konnte was erleben! Ich knurrte leise, ehe ich doch zu Phila ging und mir was zu trinken holte. Ich nahm ihr dir Flasche aus der Hand, öffnete den Deckel und goss mir etwas von dem erfrischenden Wasser in den Mund. Einen kleinen Teil des Wassers goss ich mir auch ins Gesicht, um mich abzukühlen, da es echt warm war und gab Phila dir geschlossene Flasche wieder zurück. Ich fuhr mir nochmal durchs Gesicht und Haare und sah sie dann an.
      "Ich weiß, dass wir die nervigen Wesen namens Menschen beschützen sollen, aber ich weiß nicht, ob ich mich zusammen reißen kann, wenn er mich provoziert.", knurrte ich. Doch dann verdunkelte sich meine Miene.

      "Ah Daiki. Da bist du ja. Tolles Spiel bis jetzt. Ich hoffe, ihr gewinnt. Wenn du uns kurz entschuldigen würdest, ich würde mit Phila gerne etwas besprechen.", sagte Chris dann und tat einen auf freundlich. Mir brannten dir Sicherungen durch. Wütend stand ich blitzschnell an der Bande, packte ihm am Schlawittchen und zog ihn halb mit aufs Spielfeld.
      "Wenn du sie auch nur einmal anrührst-"
      "Yo! DAIKI! Die Pause ist um. Komm schon.", rief mein Käpten hinter mir und ich ließ langsam los. So ein Mist. Der Typ hatte Glück gehabt. Ich wollte nicht das Spiel auf der Bank verbringen. Also gab ich brummend nach und ging zurück aufs Spielfeld.
      "Hui, das war ja knapp. Der scheint ja voll auf dich zu stehen. An deiner Stelle würde ich die Finger von einem Schläger lassen. Sowas geht nie gut aus."
    • Ich beobachtete wie gebannt, wie Daiki die Flasche ansetzte. Das Wasser rann über sein Gesicht, glitzerte in seinem Nacken und suchte sich seinen Weg über die angespannten Muskeln seines Oberkörpers, bis der Stoff seines Trikots dunkler wurde und an seiner Haut klebte. ...Haaaach... In meinem Kopf herrschte plötzlich gähnende Leere. Die Runen, das Spiel, die johlende Menge ...alles war weg. Da war nur noch er. Ayakashi oder Kriegsgott....das alles machte doch gar keinen Unterschied mehr! Und dieser Anblick... Ich schluckte schwer und merkte, wie meine Handtasche fast von meiner Schulter rutschte.
      Erst als er mir die Flasche wiedergab und anfing zu knurren, kam ich langsam wieder zu mir. Ich nickte nur stumm, völlig benebelt von seiner Nähe und der Hitze, die von ihm ausging. "W- aber... äh... er... er starrt doch nur.", stammelte ich schließlich, als mein Verstand endlich begriff, was er da gerade über das Beschützen von Menschen und Provokationen gesagt hatte. Doch bevor ich ihn beruhigen konnte, brach das Chaos auch schon aus. Warum eskalierte das so schnell?!
      Chris tauchte wie aus dem Nichts auf. Ich sah nur noch, wie Daiki förmlich explodierte. In Sekundenbruchteilen stand er an der Bande, packte Chris am Kragen und zerrte ihn halb zu sich herüber. "Daiki, nein! Hör auf! Das hatten wir doch schon.", rief ich und versuchte vergeblich, seine Hand von Chris’ Shirt zu lösen, doch Daiki war nun mal wie eine unaufhaltsame Naturgewaltwenn er rot sah. Erst der Ruf seines Kapitäns riss ihn aus seinem Tunnel. Ich stieß einen langen Atemzug aus, den ich gar nicht bemerkt hatte, während er mit einem letzten giftigen Blick zurück aufs Feld trottete. Oh ihr Götter... in was bin ich hier nur hineingeraten?, fragte ich mich verzweifelt.
      Die Worte des sterblichen Schönlings rissen mich allerdings sofort wieder aus meinen Gedanken. Ich spürte einen regelrechten Stich in meinem Herzen. Ein Schläger? Wenn er wüsste. Daiki war kein Schläger. Er war... er war derjenige, der mich in der Nacht fest in den Armen hielt, derjenige, dessen Herzschlag ich an meinem Ohr gespürt hatte. Das Bild von uns beiden im Futon blitzte so grell in meinem Kopf auf, dass ich das Gefühl hatte, mein Gesicht müsste eigentlich anfangen zu brennen.
      Ich zwang mich, Chris anzusehen. "Also... was ist so wichtig? Was willst du mit mir besprechen?", fragte ich etwas reserviert, während meine Gedanken plötzlich woanders hinflogen. Mein Buch! Ich hatte es vor Schreck einfach auf der Tribüne liegen lassen. Für Chris und die anderen war es nur ein alter Schinken, aber die Runen darin... der Nebel verschleierte viel, doch in den falschen Händen war es eine Katastrophe. Ich sah nervös hoch zu den Rängen. War es noch da? Hatte es jemand berührt?
      Eigentlich konnte ich es ihm nicht einmal verübeln. Der Nebel leistete ganze Arbeit. Er verschleierte alles Übernatürliche und ließ die Welt für Sterbliche wie ihn vollkommen gewöhnlich erscheinen. Für Chris war ich einfach nur die perfekte Schülerin: Philomena Vasilieva, das reiche, freundliche und zuverlässige Mädchen, das man sich gern als glänzendes Accessoire an seine Seite wünschte.
      Der Gedanke daran versetzte mir einen regelrechten Stich ins Herz. Er hatte keine Ahnung, wer ich wirklich war und erst recht nicht, wer der Ayakashi auf dem Spielfeld war, den er so herablassend als 'Schläger' bezeichnete. Dass ausgerechnet dieser sture Lulatsch der Einzige war, der mich in der Nacht so fest und sicher gehalten hatte, war eine Wahrheit, die Chris niemals begreifen würde. Dieses perfekte Mädchen an seiner Seite... das war einfach nicht ich. "Ah. Ent-entschuldige.", unterbrach ich ihn hastig, als ich merkte, dass er schon wieder redete. §Ich hab nicht zugehört. Ich war in Gedanken woanders und ich hab es ehrlich gesagt gerade eilig. Was hast du nochmal gesagt?" Dabei wanderte mein Blick schon wieder ungeduldig Richtung Tribüne, während ich Chris am liebsten einfach mit einem Fingerschnippen aus der Halle gewünscht hätte.
    • Ich krieg ne Krise. Ich hasse diesen Typen. Dieses selbstgefällige Grinsen. Dieses Selbstbewusstsein, Phila an sich ziehen zu können. Der soll seine Flossen bei sich behalten. Ich bin eh stärker als er. Meine Hände ballten sich zu Fäusten. Meine Knöchel wurden weiß und mein Puls war auf 180. Wir besprachen gerade den Plan für den weiteren Spielverlauf, doch ich hörte nicht zu. Wir würden eh gewinnen. Das wusste ich. Unser Gegner war nicht gerade stark und da ich eh der schnellste hier war, waren sie auch kein Hinderniss. Außerdem hatte ich gerade ein anderes Problem. Ich musste diesen Mistkerl irgendwie loswerden.
      "Hey. Deine Freundin wird dem schon nicht verfallen. Sie ist doch eh in dich verknallt. So wie du in sie.", hörte ich eine leise Stimme und sah in Eds grinsendes Gesicht. Erschrocken und mit großen Augen sah ich ihn an.
      "Was? Ich bin nicht-"
      "Mann, Daiki. Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock. Und als du einen Tag gefehlt hast, war sie auch nicht da. Hat sie dich gepflegt? Muss schön gewesen sein. Du bist echt ein Glückspilz. Es gibt viele die auf Philomena stehen, aber sie hat immer nur Augen für dich. Und ich bin mir sicher, sie würde sich riesig freuen, wenn du sie zum Ball einlädst. Aber jetzt konzentriere dich bitte aufs Spiel.", erklärte meinen Teamkollege und ich war sprachlos. Bitte was? Ich hab mich doch verhört. Phila steht nicht auf mich. Und ich..... man so eine Scheiße!! Sie ist eine Göttin verdammt. Meine Herrin. Da ist nix mit Liebe und so ein Scheiß.
      Unser Kapitän pfiff uns ran und wir gingen alle wieder aufs Spielfeld. Ich musste mich konzentrieren. Ball. Korb. Ja genau. Der Ball.... in den Korb.

      Chris, der weiterhin bei Phila stand, wog sich in Sicherheit und grinste. Er wollte seinen Plan 'Phila zum Ball einladen' nicht aufgeben. Also lehnte er sich lässig an die Bande und sah zu ihr runter.
      "Der Ball. Ich will, dass du mit mir zum Ball gehst. Der Klugscheißer von Sportler geht doch eh nicht hin. Als ob das eine Veranstaltung für ihn wäre. Anders als bei mir. Ich weiß doch, dass du da insgeheim gerne hin willst. Ich begleite dich dorthin.", fing er an, doch merkte er, dass Phila ihm gar nicht richtig zuhörte.
      "Ball? Einladung? Ich möchte mit dir hingehen.", wiederholte er und man merkte ihm zunehmend an, dass seine Geduld so langsam den Faden verlor.
    • Ich presste die Lippen zusammen und spürte, wie meine Handtasche fast von der Schulter rutschte, während mein Blick fieberhaft die Sitzreihen absuchte. Da! Das dunkle Leder des Einbands schimmerte zwischen den leeren Plätzen hervor. Gott sei Dank, es lag noch da. Ich bemerkte nur am Rande, wie Chris sich betont lässig an die Bande lehnte und auf mich herabsah, als wäre er der Regisseur in diesem schlechten Film. Seine Worte schwirrten nur wie lästige Insekten in meinem Kopf herum, während ich eigentlich nur berechnete, wie viele Sekunden ich bräuchte, um die Stufen wieder hinaufzueilen. Ich trat einen bewussten Schritt zurück einerseits, um seinem aufdringlichen Parfüm zu entkommen, und andererseits, um einen besseren Winkel zur Tribüne zu haben. Die sterbliche Welt war in Gefahr, und er redete von Tanzveranstaltungen.
      Als er dann jedoch schon wieder
      ...oder immer noch ... so abschätzig über meinen Ayakashi sprach, als wäre er bloß ein stumpfer Sportler, der nicht in seine feinen Vorstellungen passte, spürte ich, wie der Ärger in mir aufstieg. Ich musste tief durchatmen und mich zwingen, meine Aura unter Verschluss zu halten. Eine einzige unbedachte Emotion könnte hier die Lichter flackern oder den Hallenboden beben lassen. Ich trug die Verantwortung, meine Kräfte zu beherrschen, egal wie sehr dieser Sterbliche mich reizte.
      Du bist keine Sterbliche. Du bist eine Göttin, Philomena. Und genau deshalb… darfst du es dir nicht leisten, die Kontrolle zu verlieren.
      "Ach ja? Woher willst du das eigentlich wissen?", entgegnete ich mit einer Kühle, die ihn sichtlich überraschte. Ich sah ihm nun direkt in die Augen, während ich mein Kinn hob. "Wenn du mich wirklich so gut kennst, wie du behauptest, dann überleg doch mal ganz scharf, was es zu bedeuten hat, dass du bereits zweieinhalb Mal fragen musstest."
      Ich wartete seine Antwort gar nicht erst ab. Meine Geduld war am Ende, genau wie meine Zeit. Mit einer fließenden Bewegung schob ich mich an ihm vorbei, um endlich zu der Treppe zu gelangen. "Entschuldige mich jetzt, Chris. Ich habe wirklich keine Zeit für... diese Spielchen. Du kommst schon selbst auf die Antwort.", murmelte ich im Vorbeigehen, während mein Blick bereits wieder an den Stufen klebte. Jede Sekunde, die dieses Manuskript dort oben ohne meine Aufsicht lag, fühlte sich an wie ein Spiel mit dem Feuer.

      Ich hastete die Stufen hinauf, während das dumpfe Quietschen der Turnschuhe und das rhythmische Prellen des Balls hinter mir zu einer fernen Kulisse verschwammen. Mein Fokus lag allein auf der Sitzreihe. Nur noch drei Stufen... nur noch zwei... Als ich jedoch an meinem Platz ankam, blieb mir fast das Herz stehen. Das Buch lag nicht mehr da!
      Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, der rein gar nichts mit der Klimaanlage der Halle zu tun hatte. Ich starrte auf das leere Holz der Bank. Ich wusste genau, dass ich es direkt neben meiner Tasche liegen gelassen hatte. Hektisch sah ich mich um, mein Blick scannte die Umgebung. Doch dann bemerkte ich eine kleine Gruppe von Fans der Gegner zwei Reihen weiter oben. Eine Schülerin hielt das schwere Manuskript in den Händen und versuchte gerade, den ledernen Verschluss zu lösen. Mein Atem stockte. "Nein!", rief ich leise, während ich mich bereits in Bewegung setzte. Wenn sie es öffneten, würden sie vielleicht nur leere Seiten sehen, aber die Energie der Runen war für Sterbliche völlig instabil. Ich bahnte mir den Weg durch die Beine der anderen Zuschauer. "Entschuldigung... darf ich mal kurz vorbei? Danke..." Dabei warf ich einen kurzen, panischen Blick zurück zum Spielfeld. Das musste ich wohl lieber allein regeln. Die Schülerin spielte bereits mit neugierigen Fingern an der ersten Rune des Einbands. "Oh, da ist es ja!", sagte ich mit einer Stimme, die hoffentlich entspannter klang, als ich mich fühlte. Ich setzte mein charmantestes Lächeln auf, auch wenn meine Finger zitterten. "Das habe ich eben gesucht. Vielen Dank, dass du es für mich aufgehoben hast."
      Ich streckte zuckersüß lächelnd die Hand aus. Das Mädchen blinzelte perplex, doch schließlich gab sie mir höflich nickend das schwere Ding zurück. "Oh, bitte sehr! Wir dachten schon, das hätte jemand vergessen. Es sieht... wirklich alt aus.", sagte sie leise.
      "Ja, ein Familienerbstück. Sehr wertvoll.", log ich und presste das Buch sofort schützend gegen meine Brust. Ich wollte mich gerade abwenden, als die Gruppe der Mädchen mich plötzlich einkesselte. Ihre Augen leuchteten vor reiner Neugier. "Du bist doch von hier, oder?", fragte eine andere mit einem vielsagenden Grinsen und deutete zum Spielfeld. "Sag mal, die Jungs von eurem Nobelschuppen... sind die alle so gutaussehend? Ich meine, Nummer 7 und 12 sind süß, aber der da..." Sie deutete direkt auf Daiki, der gerade wie ein Schatten an seinem Gegner vorbeizog. "Er ist ja fast schon unheimlich gut. Und dieser Blick! So gefährlich. Ist er noch zu haben?"
      Ich spürte, wie meine Wangen augenblicklich heiß wurden. Da saß ich nun, die Hüterin uralter Geheimnisse, und wurde von sterblichen Teenagern über den Beziehungsstatus meines göttlichen Breitschwerts verhört.
      "Er sieht dich die ganze Zeit an, als seist du der Hauptgewinn.", warf das erste Mädchen ein und legte den Kopf schief. "Ist das dein Freund? Ihr seid zusammen, oder?"
      Ich hielt das Buch fester. Für diese Sterblichen war die Welt so wunderbar simpel. Sie sahen die Funken, die ständigen Blicke, die Art, wie er mich gegen Chris verteidigt hatte und für sie gab es nur eine logische Erklärung. Sie konnten das heilige Band zwischen einer Gottheit und ihrer Waffe nicht sehen. In ihren Augen war es schlicht und ergreifend... Liebe.
      Ohhh... sie hatten ja keine Ahnung. Es wäre so einfach, in ihrer Welt zu leben. Keine Runen, keine Chimären, nur ein Mädchen und ein Junge... so wie letztens in seinen Armen... M-moment! Konzentrier dich, Philomena!!! Ich schluckte schwer. "So in etwa.", murmelte ich, nickte ihnen kurz zu und flüchtete zurück zu meinem Platz. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. So in etwa', Philomena? Ernsthaft?, ermahnte ich mich innerlich, während ich das Buch endlich sicher in meiner Tasche verstaute.

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    • Auch wenn es sich anfangs als schwierig erwies, hatte ich doch recht schnell meine Konzentration wieder. Phila hatten diesen Typen abserviert (glaubte ich zumindest) und saß wieder auf der Tribüne. Mit ihrem Buch in der Hand. Natürlich. Das Buch. Innerlich musste ich lächeln. Der Zwerg war nebenbei auch eine kleine Streberin. Aber ohne sie und das Buch konnten wir auch den Auftrag nicht beenden. Also musste sie auch eine kleine Streberin bleiben. Doch war sie meine Streberin und nicht die des Schmarotzers. Ähm moment mal.... nun naja. Meine Herrin eben.
      Wieder im Spiel nahm ich mit Leichtigkeit den Gegnern den Ball ab und dribbelte zurück zum Korb. Inzwischen waren wir schon im 4. Viertel und und 10 Punkte mehr als das andere Team. Ich wollte unbedingt noch zuschlagen. Und das würde ich auch. Ich wollte einen viel größeren Abstand. Es mussten noch mehr Punkte rein. Sie sollten aufgeben. Ihre Blicke sollten enttäuscht sein. Ja! Ich gewinne.
      Völlig in meinem Wahn machte ich Punkte um Punkte. Sei es der Weitwurf oder eben ein Dunk. Obwohl mir der Dunk am meisten Spaß machte. Dann kam der tiefe Piepton und völlig außer Atem stützte ich mich auf meine Knie ab. Meine Haare waren nass vom Schweiß, einzelne Tropfen liefen meine Schläfe runter und auch mein Shirt hatte einige dunkle Flecken. Ich nahm meinen Kragen und wischte mir den Schweiß von der Stirn, ehe ich zur Tafel sah, an dem die abgelaufene Zeit und die Punktzahl drauf standen. 67 zu 48. Wir haben gewonnen! Voller Freude rannten alle auf mich zu. Es gab einen großen Knäuel und alle freuten sich. Ich löste mich jedoch von ihnen und rannte zu Phila, packte sie an den Hüften und wirbelte sie um mich rum.
      "Wir haben gewonnen!", rief ich grinsend und drückte sie an mich. Doch erst dann merkte ich, in was für eine Position ich uns gebracht hatte. Schnell ließ ich sie runter und räusperte mich.
      "Ähm... 'tschuldige."
    • Mein Herz raste noch immer, doch dieses Mal war es kein Schreck, sondern die pure Freude über Daikis Sieg. Ich hatte gerade erst die Gelegenheit gefunden, das Runenbuch sicher in meiner Tasche zu verstauen, als er auch schon mit einer unglaublichen Geschwindigkeit die Tribüne heraufgeschossen kam. Er wirkte in diesem Moment wie eine unaufhaltsame Naturgewalt. Völlig verschwitzt, berauscht vom Sieg und geladen mit einer Energie, die die Luft um ihn herum förmlich zum Knistern brachte.
      Bevor ich ihm auch nur gratulieren konnte, spürte ich seine großen, heißen Hände an meinen Hüften. Er packte mich so unverhofft, dass ich mir einen überraschten Quietscher nicht verkneifen konnte, als er mich mit einer Leichtigkeit in die Luft hob, als wäre ich tatsächlich nicht mehr als eine Feder. Die Welt drehte sich um mich herum: die bunten Trikots, das grelle Hallenlicht und sein strahlendes, ungefiltertes Grinsen.
      Dieser plötzliche Körperkontakt fühlte sich an wie ein elektrischer Schlag, der direkt durch meine göttliche Essenz fuhr. Sein Trikot war feucht, seine Haut knallheiß vom Adrenalin, und ich spürte jeden einzelnen Fingerabdruck auf meinem Körper. Es war so weit weg von der förmlichen Distanz, die wir eigentlich wahren sollten, und doch fühlte es sich in diesem Moment richtiger an als alles andere. Unser uraltes Band war plötzlich keine Pflicht mehr, sondern pure knisternde Energie.
      Er drückte mich fest an sich, und ich spürte die Hitze seines Körpers durch mein dünnes Oberteil. Der Geruch von Anstrengung und Adrenalin hüllte mich ein, und automatisch krallten sich meine Finger in seine verschwitzten Schultern. Für einen Moment war der Drang fast unerträglich, mich einfach vorzulehnen und ihm, genau wie neulich auf dem Dach, einen Kuss auf die Wange zu drücken... oder sogar mehr. Aber er hatte gesagt, ich solle das lassen. Und eine Göttin sollte wohl lernen, ein 'Nein' zu akzeptieren, egal wie sehr ihr Herz gerade Purzelbäume schlug.
      Doch dann, so plötzlich wie der Wirbelsturm begonnen hatte, ließ er mich wieder auf den Boden gleiten. Die plötzliche Kühle fühlte sich seltsam leer an. Er wandte den Blick ab, räusperte sich und wirkte fast schon panisch über seine eigene Spontaneität. Ich kicherte leise, ehe ich mir hastig den Rock glatt strich. Auch wenn mein Gesicht wahrscheinlich mit der roten Anzeigetafel um die Wette leuchtete, zwang ich mich zu einem ruhigen Tonfall. "Schon gut", erwiderte ich und schenkte ihm ein Lächeln, das tiefer ging als jede Höflichkeitsfloskel. "Dann... dann sind wir wohl quitt. Du weißt schon, wegen..." Ich tippte mir vielsagend mit dem Zeigefinger an die Wange. "...dem Dach." Ich sah ihn an, während die jubelnde Menge im Hintergrund verschwamm. In diesem Moment sah ich nicht den mürrischen Lulatsch, nicht das stolze Ayakashi-Breitschwert, sondern den Jungen, der gerade alles gegeben hatte. "Herzlichen Glückwunsch, Daiki. Du warst unglaublich da unten", sagte ich leise und sah ihm fest in die Augen, während ich gegen das wohlige Flattern in meiner Brust ankämpfte. "Ich bin wirklich wahnsinnig stolz auf dich."sah ihm fest in die Augen, während ich gegen meinen eigenen Herzschlag in meiner Brust ankämpfte. "Ich bin wirklich wahnsinnig stolz auf dich."
    • Musste sie das Dach erwähnen? Das war eine Situation, die mir extrem unangenehm war. Und nun war mir das hier alles noch peinlicher. Ich hatte aus dem Instikt raus gehandelt und nicht gemerkt, was ich da eigentlich gemacht hatte. Und nun hielt sie mir die Sache mit dem Dach vor? Pff.
      "Das.... das war was ganz anderes.", murmelte ich und sah zur Seite. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie zog mich auf. Sie zog mich ständig auf. Zeigte mir meine Schwächen, holte Seiten in mir hervor, die ich nie jemanden zeigen wollte. Ich war stark. Und niemand durfte sehen, dass ich auch Schwächen hatte. Obwohl sie selbst wohl meine größte Schwäche war.... Und das durfte nicht mal sie selbst wissen.
      Doch dann sagte sie etwas, was mich stutzen ließ. Sie sagte mir, dass sie stolz auf mich war. Das hatte sie noch nie zu mir gesagt. Überhaupt hatte noch nie jemand zu mir gesagt, dass man stolz auf mich war. Ich schluckte. Meine Lippen wurden trocken und meine Augen weiteten sich. Es dauerte einen Moment, ehe ich wieder zu mir kam und mich verlegen am Haaransatz kratzte.
      "Das... das war doch ein Klacks. War doch klar, dass ich gewinne.", spielte ich alles runter, als wär das gar nicht so was besonderes und sah zum Team zurück.
      "Ich ähm.... muss jetzt wieder runter. Duschen und mich umziehen. Warte auf mich, dann können wir zusammen nach Hause gehen."
    • Mein Herz schlug mir immer noch bis zum Hals. Aber das war okay. Offensichtlich beschäftigte Daiki die Bemerkung mit dem Dach so sehr, dass er davon nichts mitbekam. Vielleicht war das auch besser so.
      "Na gut...", hauchte ich leise. "...dann bin ich halt nicht mehr wahnsinnig stolz, sondern einfach nur stolz." Es tat gut, diesen übergroßen Ayakashi in seinem ehrgeizigen Kampfmodus zu sehen, ohne dass ich gleichzeitig um sein Wohl bangen musste. Aber Daiki hielt ja auch diese Sorge für völlig überbewertet.
      Ich sah ihm nach, wie er sich fast schon fluchtartig umdrehte und den Weg zurück zu den Kabinen antrat. Er wirkte so... menschlich, wie er da mit seinen nassen Haaren und den hochroten Ohren davoneilte. Ein leises Lächeln stahl sich auf meine Lippen. Er versuchte so angestrengt, seine Fassung zu wahren und alles als einen 'Klacks' abzutun, doch ich kannte ihn inzwischen gut genug. Er war stark, ja. Wenn er wollte war er wirklich unaufhaltsam. Vielleicht sogar im Stande es mit den ein oder anderen Gott aufzunehmen. Aber tief in seinem Inneren gab es Ecken, die er vor der Welt verbarg. Die hatten wir alle. Dass mein einfaches Geständnis ihn so aus dem Konzept bringen konnte, rührte mich mehr, als ich zugeben wollte. "Ich laufe nicht weg", murmelte ich eher zu mir selbst, während ich mich langsam wieder auf die hölzerne Bank sinken ließ. Ich griff nach meiner Tasche und spürte das vertraute, schwere Gewicht des Runenbuchs. Es war seltsam. Hier saß ich, eine Göttin mit der Verantwortung über das Schicksal der sterblichen Welt, und alles, woran ich denken konnte, war das Versprechen, gemeinsam mit meinem sturen Beschützer nach Hause zu gehen.
      Ich atmete tief durch und versuchte, das Kribbeln in meinen Fingerspitzen zu ignorieren. "Konzentrier dich, Philomena", ermahnte ich mich leise, während ich den Blick durch die langsam leerer werdende Halle schweifen ließ. Doch so sehr ich mich auch bemühte, die ernste Hüterin zu mimen... ein kleiner, hartnäckiger Teil von mir zählte bereits die Minuten, bis er wieder aus der Umkleide auftauchen würde.
    • Ich huschte schnell unter die Dusche und ließ das kühle Wasser runterkaufen. Ja kühl. Denn das brauchte ich gerade ganz dringend. Zu meinem sowieso schon vom Basketball aufgeheizten Körper, kam jetzt noch diese Hitze von Phila dazu. Vielleicht war es schon ein eher peinliches Verhalten meinerseits, doch ich wusste einfach nicht mit der Situation vom Dach umzugehen. Selbst jetzt, obwohl es nun schon eine Weile her war. Hrrrrr. Ich wuschelte mir selbst verzweifelt über den Kopf, ehe ich mich dann doch lieber beeilte, wieder zu Phila zurück zu kommen. Ich wollte sie schließlich nicht so lange warten lassen.
      Nach dem Duschen zog ich mich wieder an und rubbelte mir noch mit einem Handtuch die Haare trocken. Mein übliches Outfit von eher schlampiger Schuluniform bedeckte nun meinen Körper. Ich schulterte meine Tasche, wo alles andere drin verpackt war, ehe ich dann auch schon wieder in die inzwischen komplett leere Halle ging. Nur Phila saß allein auf der Tribüne und wartete. Dafür, dass hier eben noch großer Trubel herrschte und die Halle voll war mit irgendwelchen Sterblichen, war die Halle nun trostlos leer. Fast schon gruselig.
      Langsam ging ich die Treppen der Tribüne rauf, wo Phila mit ihrer Tasche saß. Wie ein kleiner Hund, den man an der Straße angebunden hatte und nun auf sein Herrchen wartete. Obwohl eigentlich eher ich der Hund wäre.
      "Ich bin fertig.", sagte ich leise und stellte mich neben sie.
      "Die Halle ist schnell leer geworden. Wollten wohl alle nach Hause.", ich sah runter zum Basketballfeld und erinnerte mich daran, was Ed vorhin während des Spiels noch zu mir gesagt hatte. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt dafür. Niemand war, der etwas hören oder noch schlimmer sich drüber lustig machen könnte. Selbst auf das Haus war ja kein Verlass.
      "Ähm.... also... bevor wir gehen. Es ist grad niemand hier und...."
      So ein Mist. Ich war echt nicht gut in sowas. Und jetzt wo sie mich ansah, wurde es schlimmer.
      "Also.... ich dachte.... du willst eventuell vielleicht doch zum Ball gehen. Uhm.... wenn du das möchtest, dann gehen wir halt. Ich will nicht schuld daran sein, dass du traurig bist, wenn wir nicht gehen. Und mit wem anders sollst du auch nicht gehen, also.... ..... gehe ich mit dir. .... Wenn du willst.", meine Hände waren tief in den Taschen vergraben, ich sah meine Schuhe an, dessen Spitzen unsichtbare Zeichen auf den Boden malten und hoffte, dass sie einfach Ja sagen würde und ich das nun hinter mich hatte.
    • Ich strich gedankenverloren über das kühle Leder meines Runenbuchs, während die Stille in der Halle fast schon greifbar wurde. Das Quietschen der Schuhe und das Echo der Rufe waren verflogen, und die leeren Ränge wirkten in ihrer Trostlosigkeit beinahe wie ein verlassener Tempel.
      Als ich Daiki am Ende des Spielertunnels entdeckte, erhob ich mich sofort von der hölzernen Bank. Er wirkte in der weiten Halle seltsam verloren und doch präsenter als alles andere. Seine Uniform saß wie immer eher nachlässig, die Haare noch vom Handtuch zerzaust, aber der Anblick löste in mir eine Wärme aus, gegen die keine noch so kühle Hallenluft ankam. Er stapfte die Stufen herauf und blieb neben mir stehen, den Blick starr auf das leere Feld gerichtet.
      "Die anderen sind alle schon los, um den Sieg gebührend zu feiern", erklärte ich leise und sah ihn von der Seite an. "Möchtest du eigentlich auch noch zu ihnen stoßen? Immerhin hast du dich eben so wahnsinnig gefreut. Oder..." Ich zögerte kurz und lächelte ihn dann schüchtern an. "...sollen wir einfach auf dem Heimweg einkaufen gehen? Ich könnte uns etwas kochen. Was auch immer du dir wünschst." Das war zwar irgendwie, wie immer aber... heute würde ich mir besonders viel Mühe geben.
      "Hm?", machte ich nur verwundert, als er plötzlich anfing zu stammeln. Sein ganzer Körper wirkte angespannt, und er vermied es tunlichst, mich anzusehen. Ich sah ihn aus großen, neugierigen Augen an, während er versuchte, die Worte mühsam aneinanderzureihen. Und dann sagte er es.
      In mir wurde es schlagartig heiß. Mein Herz schlug so schnell, dass ich fast befürchtete, er könnte es in der stillen Halle hören. Passierte das gerade wirklich? "D-du würdest...", setzte ich an, doch meine Stimme versagte kurz. Er würde für mich über seinen Schatten springen? Er würde sich diesen ganzen sterblichen Trubel antun, nur... "mit... mit mir...? ... Daiki....du...." Warum tat er das? Warum war er bereit, so etwas für mich zu tun? Ich schluckte schwer und krallte meine Finger in den Riemen meiner Tasche. Ich musste mich beherrschen. Ein Teil von mir wollte ihn am liebsten packen und nie wieder loslassen, doch ich wollte nicht, dass es wieder in so einer überstürzten Handlung endete wie auf dem Dach. Das würde ihn vermutlich komplett in die Flucht schlagen.
      Aber die Freude war einfach zu groß. Bevor ich es rational stoppen konnte, trat ich den Schritt auf ihn zu und umarmte ihn. Es war etwas stürmisch, vielleicht sogar ein bisschen zu fest, und weil mir meine eigene Reaktion im nächsten Moment schon wieder schrecklich peinlich war, vergrub ich mein brennendes Gesicht einfach in seinem Shirt. Er roch nach frischer Seife und dieser ganz eigenen, warmen Note, die nur er hatte.
      "Danke", flüsterte ich gegen seinen Brustkorb. Es war kein Dankeschön für den Ball an sich, sondern für diese unglaubliche Geste. Für seine Bereitschaft, das für mich zu tun. "Das bedeutet mir wirklich viel. Mehr als du wahrscheinlich ahnst." Ganz langsam löste ich mich wieder von ihm, traute mich aber kaum, den Blick zu heben. Meine Wangen glühten vermutlich immer noch. "Entschuldige...", murmelte ich verlegen und strich mir eine Haarsträhne hinters Ohr, während ich versuchte, wieder einen klaren Gedanken zu fassen. "Also... was meinst du? Willst du jetzt noch mit den anderen feiern oder... hättest du lieber Lust auf etwas zu essen?"
    • Ja. Jetzt war es raus und ich konnte es nicht mehr zurück nehmen. Doch es war auch gar nicht mehr nötig. Sie sah mich fassungslos an und eigentlich wollte ich schon alles wieder zurück nehmen. Es hörte sich ganz danach an, als wäre mir sonst was in den Sinn gekommen. Wie konnte ich es wagen, überhaupt so einen Gedanken zu haben und das auch noch vorzuschlagen? Doch so war Phila nicht. Sie würde mir die Wahrheit sagen. Das wusste ich. Sie war bis jetzt immer ehrlich mit mir.
      Doch dann tat sie etwas, womit ich am allerwenigsten gerechnet hatte.
      "Uff", sagte ich leise, als sie sich in meine Arme schmiss und sich an mich drückte. Ich brauchte einen kurzen Moment, dann legte auch ich meine Arme um sie, sah jedoch zur Seite. Meine Ohren waren heiß und mein Hals seltsam trocken. Ich schluckte, doch half das auch nicht wirklich. Zu allem Überfluss vergrub sie nun auch ihr Gesicht in meiner Brust. Ich hoffte einfach sehr, dass sie meinen Herzschlag nicht unbedingt hörte. Denn das schlug mir gerade bis zum Hals. In einer rasenden Geschwindigkeit, wo gefühlt selbst ein Sportwagen nicht mithalten konnte.
      "Nicht der Rede wert.", murmelte ich leise. Warum ich das Ganze tat, wusste ich selbst nicht. Ich wusste nur, dass ich solche Dinge für Castor mit Sicherheit nicht gemacht hätte. Auch wenn den sowas wie ein Ball nicht im Geringsten interessiert hätte.
      Nach kurzer Zeit lösten wir uns wieder voneinander und sie entschuldigte sich für diese Situation. Nur irgendwie.... mochte ich das. Aber nur bei ihr. Andere brauchten da gar nicht aufgefallen den Gedanken kommen.
      "Ich will nicht feiern gehen. Was soll ich denn da? Lass uns lieber nach Hause. Ich hab echt Kohldampf.", antwortete ich, nahm ihre schwere Tasche ab und ging die Stufen nach unten zum Ausgang.
      "Nun komm schon.", rief ich noch, ehe wir zusammen die in Gold beleuchteten Straßen entlang gingen.
    • Ich sah ihm nach, wie er mit diesem typischen, fast schon trotzigen Schritt die Stufen hinunterstapfte. Nicht der Rede wert, hatte er gemurmelt, aber für mich war es alles. Das Pochen in meinem Brustkorb wollte einfach nicht abebben, und ich spürte immer noch die flüchtige Wärme seiner Arme. Er wollte nicht feiern. Er wollte mit mir nach Hause. "Ich komme ja schon!", rief ich und beeilte mich, zu ihm aufzuschließen. Ein kleines, triumphierendes Lächeln wollte einfach nicht aus meinem Gesicht verschwinden. Während wir aus der Halle traten, schlug uns die kühle Abendluft entgegen. War wirklich schon so viel Zeit vergangen? Draußen waren die Straßen bereits in das warme Gold der Laternen getaucht. Der Himmel über uns verfärbte sich in ein tiefes Violett, und die Welt wirkte plötzlich viel friedlicher als noch vor einer Stunde. Wir gingen nebeneinander her, und ab und zu streiften meine Finger seine Hand, was mein Herz jedes Mal aufs neue zum hüpfen brachte. Früher hätte ich diesen Kontakt vielleicht als rein funktional abgetan, das Band zwischen Herrin und Waffe einfach, doch heute fühlte sich jeder Zentimeter Nähe nach so viel mehr an. War das so wenn man verliebt war oder wurde ich einfach langsam bescheurt? Schließlich räusperte ich mich. "Was genau hast du dir eigentlich vorgestellt?", fragte ich neugierig und sah zu ihm auf, während wir an den prachtvollen Fassaden der Villen vorbeischlenderten. "Ich meine, beim Essen. Wenn ich schon für den großen Basketball-Star koche, muss es ja etwas Besonderes sein. Steak? Oder doch lieber etwas mit viel Reis, damit du wieder zu Kräften kommst?" Ich beobachtete ihn von der Seite und genoss die Ruhe zwischen uns. Er wirkte jetzt wieder entspannter, wahrscheinlich weil wir draußen an der frischen Luft waren oder so.
      Im Supermarkt schlug uns die Realität der sterblichen Welt mit voller Wucht entgegen. Es war die typische Rushhour nach Feierabend: Einkaufswagen verkeilten sich in den Gängen, gestresste Eltern suchten nach den richtigen Cerealien und das Piepen der Kassen bildete einen hektischen Rhythmus.
      Daiki überragte die Menge zwar mühelos, aber das nützte mir wenig, als eine Gruppe von Schülern uns beinahe trennte, während sie laut lachend Richtung Getränkeabteilung stürmte. Ich spürte einen kurzen Moment lang ein wenig Panik, nicht wegen der Menschenmassen, sondern bei dem Gedanken, in diesem Gewusel den Anschluss zu ihm zu verlieren. Vorsichtig streckte ich die Hand aus. Ein Teil von mir wollte einfach nach seiner Hand greifen, seine Finger mit meinen verschränken und die Wärme spüren, die noch von der Umarmung in der Halle nachhallte. Doch der bloße Gedanke daran ließ mein Gesicht augenblicklich wieder glühen. Nein, Philomena, das wäre... viel zu viel. Er hat doch gesagt, ich soll das lassen. Stattdessen griff ich nur nach seinem Zeigefinger und hielt ihn fest, gerade fest genug, um eine Verbindung zu haben. Ja... so war ess wohl ganz gut... hoffe ich. "Nur... damit wir uns nicht verlieren", murmelte ich entschuldigend, als er kurz zu mir herabsah. Ich spürte die raue Textur seiner Haut und die Kraft, die selbst in diesem einen Finger steckte. Es war verrückt ich hätte mich mit Magie an ihn binden können, doch dieser winzige, physische Kontakt bedeutete mir in diesem Moment unendlich viel mehr.
      "Das Fleisch ist dort vorne", sagte ich etwas lauter, um den Lärm eines umfallenden Regals in der Nähe zu übertönen, und lenkte uns zielsicher in Richtung der Kühltheke, ohne seinen Finger auch nur einen Millimeter loszulassen. "Wir brauchen die dicksten Steaks, die sie haben. Schließlich hast du heute für eine ganze Armee gearbeitet." Während wir uns an einem Wagen mit Sonderangeboten vorbeischoben, fühlte ich mich trotz des Gedränges seltsam sicher. Inmitten all dieser Menschen, die keine Ahnung von Göttern oder Ayakashi hatten. Verrückt und irgendwie... machte mich das glücklich. "Such du die Steaks aus", schlug ich vor, als wir endlich die Fleischabteilung erreichten, und zwang mich schweren Herzens, meinen Griff zu lockern. "Ich vertraue da ganz deinem Instinkt als... nun ja, als großer und starker Fleischfresser."
    • Als ich von Phila gefragt wurde, was es denn zu Essen sein sollte und daraufhin Steak vorschlug, überlegte ich kurz. Steak klang super. Ich hatte lange kein gutes Seak mehr und um ehrlich zu sein, lief mir schon ein bisschen das Wasser im Mund zusammen.
      "Steak klingt toll. Wenn du nichts dagegen hast, würde ich gern Grillen. So mit Brot und so.", antwortete ich und sah zu ihr runter. Sie war wirklich winzig. Auch wenn sie ein Stück größer geworden war. Aber dennoch blieb sie ein Zwerg.

      Im Supermarkt angekommen, wuselten die Leute hier nur so rum, wie Ameisen auf der Suche nach Futter. Insgeheim waren sie das ja auch ein bisschen. Ameisen auf Futtersuche. Manchmal fragte ich mich, was in so einem Sterblichen alles vor sich ging? Ich sah mich um, als plötzlich eine Traube von Jugendlichen an uns vorbei rauschte und ich Phila fast verloren hätte. Naja, so klein wie sie war, konnte man sie auch gerne mal übersehen. Ich brummte genervt. Dass man nicht mal in Ruhe einkaufen konnte. Ich suchte den Gang nach Phila ab, als ich eine zarte Hand an meinem Finger spürte. Da ist sie ja. Aus Reflex schüttelte ich den Finger ab und griff in der gleichen Bewegung nach ihrer Hand und hielt sie fest.
      "Nicht verlieren. Schon klar. Nur wenn du mich nur so am Finger festhälst, bist du schneller wieder weg, als du Oktopus sagen kannst.", motzte ich dann doch ein bisschen und zog sie mit mir. Und wieder musste man auf sie aufpassen. Wie hatte sie es nur vorher alleine geschafft? Dieser Typ von Lanze konnte kein guter Partner gewesen sein, wenn er ihr nicht gleich richtig beigebracht hätte, wie man vernünftig klar kommt. Oder ihre Eltern haben es verkackt. Allerdings war es bei mir auch ein bisschen eine andere Sache. Ich war früh auf mich allein gestellt, bis mich Castor gefunden hat.
      Beim Fleisch angekommen, sah ich mir alles genau an und nahm mir dann ein lecker aussehendes großes Stück Fleisch aus der Kühlung.
      "Ich nehm dieses hier.", sagte ich und legte es in den Einkaufskorb.
      "Was willst du essen?"
    • Ich blickte hinunter auf meine Hand, die fast vollständig in seiner verschwunden war, und mein Herz vollführte einen so heftigen Satz, dass ich für einen Moment glatt vergaß, wie man ordentlich atmet. Er hatte meinen vorsichtigen Griff nicht nur erwidert, sondern ihn mit einer Selbstverständlichkeit gefestigt, die mich völlig überrumpelte. Seit wir die Katakomben verlassen hatten, hatte er nicht mehr meine Hand genommen und ich war eigentlich fest davon ausgegangen, dass Daiki solche Gesten eher unangenehm waren. Seine Hand war so viel größer als meine, die raue Haut erzählte von Kämpfen und hartem Training, und doch lag darin eine beinahe behutsame Zuverlässigkeit, die ich über alles schätzte.
      Dass er dazu noch so grob brummte, ich sei schneller weg als ein Oktopus, ließ mein nervöses Gehirn sofort in den Lexikon-Modus schalten, ein verzweifelter Versuch meiner göttlichen Seite, die Kontrolle über das flatternde menschliche Mädchen in mir zurückzugewinnen. "Oktopus ist eigentlich viel zu unpräzise", platzte es aus mir heraus, während wir uns an einem Stapel Konservendosen vorbeischoben. "Wenn du es genau nehmen willst, müsstest du von einem hochintelligenten, achtarmigen Weichtier aus der Klasse der Cephalopoda sprechen. Spezifisch zählen sie zur Ordnung der Octopoda innerhalb der Vampyropoda. Sie sind keine Fische, sondern wirbellose Meerestiere, die weltweit in gemäßigten bis tropischen Meeren..." Ich brach mitten im Satz ab. Mein Gesicht leuchtete nun vermutlich im selben dunklen Rot wie die Tomaten im Regal neben uns. Warum tat ich das immer wieder? "Uhm... ja. Also... das wäre dann wohl deutlich länger als eine Sekunde", murmelte ich verlegen und starrte intensiv auf unsere verschränkten Hände. Jede Berührung sandte ein elektrisches Prickeln durch meinen Körper, das meine Konzentration wie ein Kartenhaus zusammenstürzen ließ und das lag ganz sicher nicht einfach nur an den göttlichen Band zwischen uns.
      An der Fleischtheke überließ ich ihm das Feld. Er suchte sich ein gewaltiges Stück aus, das selbst einen ausgewachsenen Ayakashi satt machen würde. "Ich nehme das Filet dort drüben", antwortete ich und versuchte, wieder einen halbwegs würdevollen Tonfall zu finden. "Und wir brauchen unbedingt noch Baguettes. Am besten die einfachen zum Aufbacken." Ich seufzte leise. Es wurmte mich zutiefst, dass mir die Zeit fehlte, um selbst Brot zu backen. Ein ordentlicher Teig brauchte Ruhe, um eine ordentliche Struktur zu entwickeln, aber wir hatten ja heute noch Besseres vor. "Aber zumindest die Kräuterbutter für unsere Knoblauch-Baguettes werde ich selbst machen", fügte ich entschlossen hinzu, während ich seine Hand ganz leicht drückte. "Mit frischen Knoblauch und Kräuter aus mein- ...unseren Garten." Wir steuerten gerade auf die Backstation zu, als eine Gruppe von Mädchen aus unserer Schule uns plötzlich den Weg versperrte. Sie kicherten und warfen Daiki Blicke zu, die mir ein unangenehmes Stechen in der Magengegend versetzten. "Oh! Hey, Daiki! Wahnsinnsspiel vorhin!", rief die Mutigste von ihnen und machte einen deutlichen Schritt auf ihn zu, während die anderen versuchten, ihn regelrecht zu umzingeln. War das nicht die Schülerin aus der Parallklasse? Die sich neulich beim Sport schon mal für den Lulatsch interessiert hatte? "Du warst so unglaublich schnell da unten. Ich wollte dir unbedingt persönlich gratulieren!" Daiki, der mich aufgrund seiner Statur und der ungünstigen Position vor dem Regal fast vollständig verdeckte, wirkte sichtlich genauso überfragt wie ich. Ich spürte, wie er sich versteifte, doch die Mädchen schienen das als Einladung zu verstehen, noch näher zu rücken. Das reicht! Ich räusperte mich absichtlich laut und mit der vollen Autorität einer Göttin, die gerade ihre Geduld verlor. Gleichzeitig drückte ich Daikis Hand mit einem festen, fast schon warnenden Griff, ehe ich mich mit einer fließenden Bewegung genau zwischen ihn und die Gruppe schob. "Wie aufmerksam von dir", sagte ich mit einer Stimme, die so süß wie Honig und gleichzeitig so scharf wie eine Klinge war. "Aber wie ihr seht, befinden WIR uns gerade mitten im Einkauf für ein sehr... privates und wohlverdientes Siegeressen."
      Ich machte eine kleine, wegscheuchende Geste. "Also, wenn ihr uns dann bitte entschuldigen würdet?" War es richtig, meinen Worten mit meiner göttlichen Aura nachdruck zu verleihen und die Sterblichen damit zu manipulieren? Wahrscheinlich nicht. Aber ein winziger Impuls war immer noch besser, als sie versehentlich in den nächsten Gang zu schleudern.
      Nachdem sie sich eilig aus dem Staub gemacht hatten, wandte ich mich wieder dem Regal zu, als wäre absolut nichts geschehen. Meine Hand lag immer noch fest in seiner. "So, wo waren wir? Ah ja, die Baguettes. Zwei davon sollten reichen, meinst du nicht auch?"
      Der Rest des Einkaufs verlief relativ ruhig. Auch wenn mich die Hektik der Sterblichen etwas nervte. An der Kasse kam dann jedoch die nächste Unterbrechung. Der junge Verkäufer dort lächelte mich übertrieben strahlend an. "Na, das sieht ja nach einem richtig gemütlichen Abend aus", bemerkte er und sah mich intensiv an, während er Daiki beinahe ignorierte. Ähm... "So ein spätes Grillen hat was Romantisches, findest du nicht?" Ich blinzelte ihn irritiert an. Was hatte die Romantik mit unserem Hunger zu tun? "Es ist vor allem eine praktische Lösung", antwortete ich sachlich und grinste unbeholfen. "Weißt du, du hast eine wirklich faszinierende Ausstrahlung", fuhr er fort und streifte meine Hand beim Wechselgeld viel zu lange. "Wenn du mal keine Lust auf Grillen hast, kenne ich ein großartiges Café..." Ich runzelte die Stirn. Hatte ich meine Aura nicht wieder unterdrückt, oder wollte er mir jetzt einen Gutschein verkaufen? "Danke für den Hinweis, aber ich bevorzuge meine eigene Küche." Ich wunderte mich wirklich, warum er so umständlich redete, anstatt einfach den nächsten Kunden zu bedienen. Sterbliche waren manchmal mit ihren Gefühlen und Launen so schrecklich ineffizient.
      Was mir jedoch etwas mehr Angst bereitete war, dass ich spürte förmlich, wie Daikis Präsenz hinter mir immer massiver wurde. Die Luft schien regelrecht zu flirren und seine Hand spannte sich merklich an. Schnell nahm ich das Geld entgegen. "Wir haben alles, oder? Kannst du dann schon mal einpacken?", fragte ich Daiki und sah zu ihm auf. Er wirkte, als würde er gleich den gesamten Kassenbereich allein durch seine bloße Anwesenheit in Schutt und Asche legen. Schnell weg hier! Draußen in der kühlen Abendluft atmete ich tief durch. "Die Leute heute sind wirklich seltsam gesprächig, meinst du nicht auch? Erst das Mädchen aus der Parallklasse schon wieder und dann der Kassierer mit seinen Café-Tipps. Sterbliche haben manchmal ein merkwürdiges Timing." Ein Glück waren wir gleich Zuhause und so langsam bekam ich echt Hunger.
    • Etwas verdattert sah ich Phila an, wie sie mir wie ein wandelnden Lexikon von irgendwelchen Poden erzählte. Ich schwöre, ich hatte keine Ahnung, was dieses merkwürdige Zeugs sollte und vorallem, was ich damit anfangen sollte. Was zum Henker hatte das denn damit zu tun, dass sie mir fast entglitten war? Ich wollte doch nur nicht, dass sie verschwindet und wir uns verlieren. Und scheinbar merkte sie es nun auch selbst, denn sie brach ab.
      "Mehr als 10 Sekunden.", sagte ich leise antwortend.
      An der Fleischtheke suchte sich auch der Zwerg ein zwergiges Stück Fleisch aus. Davon wurde sie satt? Naja.... muss sie ja wissen.
      Kurz danach waren wir auf dem Weg zum Baguette, als uns mal wieder die anderen Schüler aufhielten. Drei Mädchen kamen auf uns zu und die eine kam mir irgendwie bekannt vor. Allerdings wusste ich nicht mehr, wieso. Hatte ich die schonmal gesehen? Sie lobte mich für das Spiel und wollte mir gratulieren, doch fühlte sich dieses Lob merkwürdig an. Irgendwie falsch. Nicht ehrlich. Als Phila das gesagt hatte, hatte ich ein besseres Gefühl. Sie kam mir mit jedem Wort immer näher und meine Muskeln versteiften sich im ganzen Körper. Auch die anderen kamen immer näher und ich wich langsam zurück. Was zum Henker sollte das? Doch dann schritt Phila ein und erklärte ihnen, dass wir grad beschäftigt waren. Sie verzogen die Gesichter. Schwirrten dann aber ab. Ich atmete durch und war froh, dass es vorbei war. Ich war es nicht gewohnt, dass andere auf mich zu liefen. Ich wollte einfach meine Ruhe. Ich war froh, dass Phila das erkannt hatte.

      Zusammen sammelten wir noch die restlichen Sachen ein, ehe wir nach nicht all zu langer Zeit an der Kasse landeten. Allerdings hatte ich das Gefühl, als hätte ich ein Deja-Vu, als der Typ an der Kasse, Phila anschmachtete. Ich musste sofort an den Schönling denken, der der Meinung war, Phila vor meinen Augen zum Ball einzuladen. Er hatte den gleichen Blick auf meine Herrin gerichtet. Wut kam in mir auf. Mit diesem blöden Typen hatte ich noch eine Rechnung offen und ich konnte es kaum erwarten, sie zu begleichen. Doch erstmal musste ich den Typ an der Kasse loswerden. Ich stützte mich vor ihm auf den Tresen ab, beugte mich bedrohlich zu ihm runter und sah ihm in die Augen.
      "Falls du es nicht gesehen hast, ist sie in Begleitung. Diese Dreistigkeit von euch Menschen, einer Göttin schöne Augen zu machen, während sie einkauft. Sie braucht für einen guten Kaffee nicht ins Café zu gehen, sondern kann ihn sehr gut Zuhause machen, wo er eh besser schmeckt.", murrte ich und eigentlich wollte ich noch mehr sagen, doch Phila zerrte mich schon von der Kasse weg. Das Einzige, was ich noch hörte, war das entzückte Gequietsche einiger Mädchen im Hintergrund. Man, hatten die nen Organ. Trotzdem raste noch immer mein Herz. Wütend schnappte ich mir die Einkaufstüten.
      "Dieser Blödmann. Wagt es zu behaupten, dass im Café der Kaffee besser schmeckt. Der kann zur Hölle fahren. Was bildet der sich überhaupt ein? So eine Frechheit.", ich wütete draußen weiter. Die gute Laune vom Spiel war verpufft. Und ich ärgerte mich, dass sie nur so kurzweilig war.
    • Ich ließ ihn zunächst mit einem sanften Seufzer und einem leicht amüsierten Lächeln motzen. Wahrscheinlich brauchte er das einfach, wenn es mal zu gut lief. "Sterbliche halt... lass uns einfach nach Hause gehen, okay? Langsam habe ich wirklich Hunger." Ich hatte wirklich Hunger, allerdings hoffte ich auch, dass er sich daheim wieder etwas beruhigen konnte. Diesen Groll hatte er an diesem Abend einfach nicht verdient. Während ich uns also nach Hause lotste, hoffte ich inständig, dass unser Zuhause heute freundlich zu Daiki war. Als wir uns näherten, war bereits schon ein Knarren, Klackern und Klirren zu hören. Ich lächelte breit. "Ich glaube, es versucht dir zu applaudieren. Es sind also schon zwei stolz auf dich." Dann stand unserem Siegesessen ja eigentlich nichts mehr im Wege. Perfekt!
      Ich stellte die Tüten ab, sortierte die Einkäufe mit geübten Handgriffen und begann, das Essen vorzubereiten. Das Schneiden von Gemüse, das leise Brutzeln in der Pfanne, das rhythmische Klappern von Besteck... all das legte sich wie ein sanfter Schleier über die Reste des Tages. Ich konzentrierte mich voll und ganz auf die Zubereitung unseres kleinen Festmahls. Das Steak zischte verführerisch in der heißen Pfanne, während der Duft von frischem Kräuterbaguette aus dem Ofen die Küche erfüllte. Ich summte leise vor mich hin, während ich den Salat wusch und die bunten Blätter mit einem leichten Dressing anrichtete. Es war ein friedliches Bild: Das warme Licht der Lampen, das brutzelnde Fleisch und Daiki, der in der Nähe war, während die Wut über den Kassierer langsam dem wohligen Geruch des Essens wich.
      Als alles fertig war, deckte ich den Tisch. Ich achtete darauf, ihm das größte und saftigste Stück Steak zu geben, ein stilles Dankeschön für seinen Einsatz auf dem Spielfeld. "Guten Appetit", sagte ich lächelnd, als wir uns gegenübersaßen. Das Knuspern des Baguettes und die Frische des Salats bildeten den perfekten Kontrast zum herzhaften Fleisch. Es wurde ein ruhiger, fast schon häuslicher Abend, an dem die Welt außerhalb unserer Mauern keine Rolle spielte. Zumindest hoffte ich das sehr. Während ich aß sah ich ihn gedankenverloren an. Als wir schließlich dasaßen, erwischte ich mich dabei, wie ich Daiki über den Rand meines Glases hinweg beobachtete. Er wirkte im warmen Licht der Lampe fast friedlich, während er sich über sein Steak hermachte. Haach... er konnte ja so niedlich sei- was? N-nein! Phiomena stopp, das ist nun wirklich nichts was ich über meinen Ayakashi denken sollte! aber ich konnte auch nicht von der Hand weise wie sehr mein Herz gehüpft war, als diese Sterbliche mich gefragt hatte, ob ich seine Freundin war. Und dann hatte er sich auch mir zu Liebe entschlossen mit mir auf diesen Ball der Sterblichen zu gehen i-ich konnte es... noch...noch immer nicht ganz glauben.
    • Es dauerte wirklich eine Zeit lang, bis ich mich wieder abregte und runter kam. Ich fand es einfach zu dreist, wie er sich an Phila ran gemacht hatte. Ich stand doch direkt dahinter! Pff....
      Zuhause angekommen, klappert das Haus mit Fensterläden und anderem Kram. Immerhin mal eine gute Reaktion, ohne mich zu ärgern. Es schien ja immer seinen Spaß damit zu haben.
      Wir gingen in die Küche, um mit Kochen anzufangen, jedoch war der Zwerg so in ihrem Flow, dass ich nur dumm da stand und ihr zusah. Ich kratzte mich am Nacken und seufzte leise, ehe ich die Küche wieder verließ und mich wieder auf die Veranda setzte. Da stand ich wenigstens nicht im Weg rum. Erst, als der Duft des Essens in meine Nase stieg, steckte ich neugierig meinen Kopf durch die Küchentür. Sie war tatsächlich fast fertig. Leise setzte ich mich an den Tisch und wenig später begannen wir dann auch schon an zuessen. Es war wirklich lecker. Eigentlich.... war alles lecker, was Phila zubereitete. Ich hatte noch nie was Schlechtes bei ihr gegessen. Und sie gab sich auch immer Mühe. Ich blinzelte vorsichtig zu ihr rüber. Der Schein der untergehenden Sonne hüllte sie in ein goldenes Licht und ließ sie wie einen Engel erscheinen. Einen hübschen Engel....
      Oh Gott, was dachte ich da eigentlich?! Das Ganze ging hier eh schon viel zu Weit. Wir schliefen in einem Bett. Das war doch nicht normal! Ich musste Abstand halten.

      Die Zeit verging immer weiter und der Ball rückte immer näher. Dummerweise hatte ich erst später heraus gefunden, dass man da auch Tanzen musste. Ich hatte, was das anging, zwei linke Füße! Vom Taktgefühl wollte ich gar nicht anfangen. In was hatte ich mich da bloß reingerissen? Und dann war es ja auch noch so, dass es hieß, man solle seine Partnerin nicht vorher im Kleid sehen. Ich musste erstmal rausfinden, dass man nicht in Schuluniform hingeht. Hätte ich ja besser gefunden. Wäre viel einfacher für alle Beteiligten. Ed war allerdings so nett und half mir mit allem, was mit dem Ball zu tun hatte, nachdem ich erzählt habe, dass ich mit Phila hinging. Jedoch nicht freiwillig! Er hat mich ausgequetscht. Dieser Blödmann. Das war er mir also schuldig. Die Situation war mega peinlich.
      Und dann war er da. Der Tag an dem der Ball stattfand. Mein Anzug war anthrazitfarbend. Mein Hemd schwarz. Auf der Weste waren kleine Akzente zu sehen, die sich auch auf meiner Hose wiederfanden. Eine kleine Brosche zierte meine Brust. Skeptisch sah ich in den Spiegel. Ich sollte noch eine Fliege um den Kragen machen. Doch war diese noch schlimmer zu binden als die blöde Schulkrawatte. Ich versuchte es wirklich. Wirklich! Aber nachdem sie nach dem 46. Mal immernoch total schief war oder ein Teil länger war als der andere, schmiss ich sie wütend in die Ecke. Phila weiß eh, dass ich so einen Mist nicht kann. Und für sie tat ich hier immerhin alles. Ed meinte auch, ich solle was mit meinen Haaren machen. Auch da hatte ich schon Frisuren ausprobiert. Doch alles sah aus, als wäre das abgeleckt. Bäh! Widerlich. Also ließ ich auch das so....
      Ein letztes Mal sah ich in den Spiegel. Es musste so gehen. Besser gings einfach nicht. Ich trat in den Eingangsbereich und wartete dort auf meine Herrin. Nervös ging ich hin und her. Ich hoffte, dass ich alles richtig machte. Ich wollte mich nicht blamieren und vorallem ihr den Abend nicht versauen. Die letzten Tagen schien ihre Freude immer größer zu werden. Sie zeigte es nicht viel, aber ich spürte schon, das die Aufregung wuchs. Seufzend sah ich zur Uhr. So langsam sollten wir los, sonst kamen wir an, wenn die Feier schon vorbei war. Was dauerte es denn so lange?
      "Phila? Wenn wir noch ankommen wollen, sollten wir langsam los.", rief ich durchs Haus und steckte meine Hände in die Hosentaschen.

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    • "Du lieber Himmel!" seufzte ich leise, während ich mich endlich aus dem unbarmherzigen, seidenen Griff des Hauses und den meterlangen, fliegenden Stoffbahnen befreite. Das Haus hatte heute wahrlich seinen eigenen Kopf gehabt stundenlang war ich das Opfer seiner modischen Launen gewesen. Schubladen waren mit einem Knallen aufgesprungen, Seidenschals hatten sich wie neugierige Schlangen um meinen Hals gewunden, und Schmuckstücke waren wie glitzernde Insekten durch die Luft geschwirrt. Ich war zeitweise in einem regelrechten Wirbelsturm aus Tüll und Spitze verschwunden, während meine Körpergröße vor lauter Hektik unkontrolliert zwischen der einer kleinen Puppe und der einer ausgewachsenen Frau schwankte. Ich warf einen letzten, fast ungläubigen Blick in den großen Spiegel und erstarrte kurz. In meinem Haar saßen aufwendige, lilafarbene Blüten, die perfekt mit meinen gewellten, fliederfarbenen Strähnen harmonierten und mein Gesicht wunderschön einrahmten. Mein Kleid war ein eleganter Traum aus tiefem Violett und zarter Spitze. Es war kunstvoll mit floralen Mustern in lila Nuancen und feinen Goldakzenten bestickt. Der dunkle Stoff schmiegte sich eng an meine Taille, während der hohe Beinschlitz bei jeder Bewegung ein wenig Haut und das filigrane Schmuckband an meinem Oberschenkel freigab. Besonders angetan hatten es mir die weiten, transparenten Ärmel aus zartem Tüll, die wie feine Flügel von meinen Schultern herabfielen und mit floralen Stickereien verziert waren. Dazu trug ich dunkle Schuhe mit floralen Details. Ich sah tatsächlich aus wie eine Göttin – und nicht wie der kleine Zwerg, als den er mich sonst so gerne betitelte.
      Daikis Ruf hallte durch die Dielen und riss mich jäh aus meinen Gedanken. Mein Herz machte einen gewaltigen Satz. Vor lauter Nervosität merkte ich, wie meine Körpergröße schon wieder gefährlich ins Schwanken geriet. Mal fühlte ich mich winzig klein, dann wieder schoss meine göttliche Aura in die Höhe. Ich musste mich dringend zusammenreißen!
      Je näher dieser Abend rückte, desto panischer wurde ich. Ein Ball bei den neumodischen Sterblichen... Ich hatte ja keine Ahnung, was die Jugend heutzutage überhaupt auf solchen Veranstaltungen tat! Früher gab es nur steife, prunkvolle Bankette unter Göttern, bei denen man strategische Allianzen schmiedete. Aber das hier? Mit Daiki zu einer Schulveranstaltung zu gehen, fühlte sich unendlich viel intimer an. Es war fast so, als hätte ich ihm mit meiner Zusage heimlich meine Gefühle gestanden. Gefühle, die ich für meinen grummeligen Ayakashi eigentlich gar nicht haben durfte... oder? Götter und göttliche Waffen unterschieden sich im Grunde doch kaum. Wir teilten dieselbe Aufgabe, brauchten einander. Und Daiki war einfach wunderbar. So stark und ruppig er sein konnte, so unglaublich niedlich war er, wenn er verschlafen vor sich hin brummte. Er hatte die kraftvolle Statur eines Kriegsgottes und den charmantesten Dickschädel der Welt. Seine bloße Anwesenheit reichte aus, damit ich über mich hinauswachsen konnte. Zum ersten Mal in meinem langen Leben waren es diese leisen, unscheinbaren Momente, die für mich das Schönste überhaupt bedeuteten.
      Es war wohl wirklich keine Zeit mehr für dieses Gefühlschaos. Ich schüttelte heftig den Kopf, um die wirren Gedanken frei zu bekommen, zwängte mich eilig aus dem letzten Stoffhaufen des Hauses und eilte zur Treppe.
      Als ich oben am Geländer ankam und nach unten in den Eingangsbereich blickte, blieb mir für einen Moment die Luft weg. Mein Herz setzte einen Schlag aus.
      Da stand er. Mein großer, sonst so wilder Beschützer, und der Anblick raubte mir glatt den Atem. Sein Anzug war anthrazitfarben und schmiegte sich perfekt an seine breiten, muskulösen Schultern. Das schwarze Hemd darunter verlieh ihm eine düstere, fast schon majestätische Eleganz, die einen wunderbaren Kontrast zu seiner Ausstrahlung bildete. Auf der Weste waren feine, kleine Akzente zu sehen, die sich kunstvoll auf seiner Hose wiederfanden, und eine kleine Brosche zierte funkelnd seine Brust. Er sah aus wie ein Kriegerprinz, der sich unter die Sterblichen gemischt hatte.
      Ich beobachtete, wie er nervös die Hände in den Hosentaschen vergraben hatte und ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trat. Mein Blick wanderte zu seinem Hals und ein warmes, amüsiertes Lächeln stahl sich auf meine Lippen. Der Kragen stand offen. Er hatte wohl einen epischen Kampf gegen den Stoff geführt und ihn wütend in die Ecke verbannt... typisch Daiki! Auch seine Haare waren so wild und ungezähmt wie eh und je und das war auch gut so. Alles andere hätte einfach nicht zu ihm gepasst.
      Ich begann, langsam die Treppenstufen hinabzusteigen. Das leise Rascheln meines violetten Seidenkleides und das rhythmische Klacken meiner Schuhe hallten durch das plötzlich ganz still gewordene Haus.
      Daikis Kopf schnellte nach oben. Natürlich hatte er mich sofort bemerkt. Ich sah, wie er mitten in der Bewegung einfror und wie angewurzelt stehen blieb. Ich erreichte die letzte Stufe und trat direkt vor ihn. Die romantische, dichte Atmosphäre im Raum war fast greifbar, warum musste unser Zuhause nur die Gefühle und Gedanken seiner Bewohner spiegeln? Seine Wärme und sein vertrauter Duft nach Leder und kühlem Metall hüllten mich augenblicklich ein. Ich musste den Kopf weit in den Nacken legen, um ihn durch das fliederfarbene Blumenmeer meiner Haare anzusehen. "Ich bin ja schon da", sagte ich leise, während meine Wangen in einem zarten Rosa anliefen. Ich versuchte, das heftige Klopfen in meiner Brust mit einem neckenden Ton zu überspielen. "Und? hat sich das Warten wenigstens gelohnt, oder willst du dich immer noch beschweren wie lang eine Göttin braucht? Naja eigentlich gar nicht so lange aber das Haus hatte heute so seine Launen..."
    • Immernoch nervös stand ich unten. Sie war immernoch nicht da. Ich seufzte leise. Wieso war ich eigentlich so aufgeregt? Doch dann sah ich im Augenwinkel, wie sich etwas bewegte und sofort war meine Aufmerksamkeit zur Treppe gerichtet. Da war Phila. Völlig erstarrt beobachtete ich, wie sie die Treppe runterkam. Ihr Kleid schmiegte sich in den perfekten Farben an ihren Körper. Ihre langen Haare fielen wie ein Wasserfall sanft über ihre Schultern, während ein paar Blüten ihre Strähnen zusammenhielten und ihr Gesicht umrandeten. Ihre weiche makellose Haut an ihren Beinen blitzte frech immer mal wieder durch den hohen Schlitz ihres Kleides hervor. Ich weitete meine Augen und mein Mund stand offen. Mein Blut kochte. Ich konnte mich einfach nicht rühren. Hinzu kam, dass mein Rachen sehr sehr trocken war. Heilige Scheiße. Ich habe nicht erwartet, dass sie SO ausehen würde. Ich.... ich bin sprachlos. Ich schluckte hart, als sie schließlich vor mir stand. Mein Blick ließ sich einfach nicht von ihr abwenden. Noch immer besah ich ihren zarten Körper in diesem Kleid. Doch der intensive Blick ihrer Augen ließ mich vor Scham rot anlaufen und nun sah ich doch zur Seite.
      "Du.... Du siehst wunderschön aus.", murmelte ich leise. Wenn sie so aussah, war doch vorprogrammiert, dass alle glotzen würden. Das musste ich nun wohl aushalten.
      Ich erinnerte mich an die Worte meines Teamkollegen, als ich ihn gefragt habe, was ich da auf dem Ball tun sollte und er mir einige Ratschläge gab.
      'Du musst ihr den Arm zum Einhaken geben.'
      'Du musst sie behandeln wie eine Königin oder eine Göttin.'
      Tse.... wenn der wüsste, wie wir uns gegenseitig behandeln. Denn eine Göttin ist sie ja schon.
      Ich biss mir auf die Lippe und hielt ihr meinen Arm zum Festhalten hin. Wir mussten zu Fuß dahingehen. Ich konnte ja schlecht von ihrem Geld einfach so ein Taxi bestellen. Das war viel zu teuer.
      "H-Hak dich ein. Ich führ uns hin."

      Ein wenig später waren wir im Ballsaal angekommen. Wir gingen gerade durch den Eingang, als sich alle Augen auf uns richteten. Oder wohl eher auf Phila. Es waren bewundernende, verliebte Blicke. Aber auch neidische und eifersüchtige Blicke, die eher auf mich gerichtet waren. Wie von selbst straffte sich mein Oberkörper und Stolz füllte mein Inneres. Noch immer war meine Herrin bei mir eingehakt. Doch dann hörte ich sie eine Frauenstimme rufen. Vermutlich ihre Freundin.
      "Wow, Philomena. Du siehst soo hübsch aus! Wahnsinn! Ich bin neidisch.", rief sie über die laute Musik hinweg, kam dann aber näher an ihr Ohr ran.
      "Und dann auch noch mit Daiki im Schlepptau. Hätte ja nie erwartet, dass er dich fragt. Ihr zwei seht toll zusammen aus. Perfekt für den Eröffnungstanz.", sagte sie etwas leiser. Hören konnte ich sie trotzdem und ich sah beschämt zur Seite.
      "Ich... ähm.... hol uns was zu trinken.", ich ließ sie besser einen Moment allein. Ich wollte gar nichts von ihrem Mädchenkram hören.
      "Hey! Wow! Du hast dir ja gleich die Hübscheste aus der ganzen Schule angelacht. Respekt Alter.", ich hörte einen meiner Teamkollegen mit Ed im Schlepptau auf mich zukommen. Letzterer hat zum Glück niemandem verraten, welche Schwierigkeiten ich wegen des Balls hatte. Grinsend sahen mich die zwei an.
      "Wag es ja nicht, sie anzusprechen.", brummte ich und Angesprochener hob beschwichtigend die Hände.
      "Yo, Mann, ich geh an dein Girl nicht ran. Bin ja nicht lebensmüde, mich mit dir anzulegen."
      Tse... Blödmann. Augen verdrehend ging ich zur Getränketheke, um uns zwei Soda zu holen, während die anderen beiden quatschend mitkamen.

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