About gods and demons (Nimue & Kiba)

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    • Ich ließ seine Worte an mir abgleiten wie kalten Regen. Nicht, weil sie mich nicht trafen sondern weil ich spürte, wie tief sie saßen. Diese Überzeugung war nichts Flüchtiges, nichts aus einem einzelnen Moment geboren. Sie war gewachsen. Über Jahre. Aus Blicken, Ablehnung, Erwartungen, aus dem ständigen Verglichen werden mit etwas, das er nie hatte sein dürfen.
      Es war schlimm, es war nicht reicht und deshalb bedauerte ich ihn. Dabei wollte er mein Mitleid sicherlich nicht einmal. Ich atmete ruhig ein und aus. Gerade dehslab sollte ich mich und meine Gefühle lieber sammeln bis ich wieder weiter brabbelte ohne darüber Nachzudenken. "Du vergleichst dich gerade ernsthaft mit jemandem aus meiner Vergangenheit", sagte ich mit liebevoll bestimmt, "...der nicht nur vergangen ist, sondern auch ein völlig anderer Waffentyp." Ich warf Daiki dabei einen schiefen Blick zu. "Eine Lanze ist kein Breitschwert. Ehrlich gesagt: Sie war auch nie deine Konkurrenz und wird es auch niemals sein."
      Ich schwieg für einen Augenblick lang. "Serafin wurde von meinen Eltern für mich ausgesucht." erklärte ich. "Ich war klein. Zu klein... zu jung, um zu verstehen, was ein Pakt wirklich bedeutet." Meine Stimme blieb ruhig, doch innerlich zog sich etwas zusammen.
      Er war einfach da. So lange ich denken konnte. Er hatte mich angeleitet, beschützt, geführt. Ich hatte zu ihm aufgesehen und erst ohne ihn gemerkt, wie uneigenständig ich eigentlich war. Wie klein. Wie abhängig. Bis ich über Daiki stolperte... Nicht nur im übertragenen Sinn. Ich hob den Blick ein ganzes Stück und suchte direkt seinen. "Ich habe dich gewählt." sagte ich klar. "Nicht aus Übermut. Nicht aus Mangel an Alternativen. Ich habe dich gewählt, nachdem ich deine Narben gesehen habe. Nicht trotz ihnen." Dann schwieg ich.
      Es war wohl deutlich besser so. Für uns Beide, um all das einzuordnen, was sich gerade zwischen uns bewegte und noch keinen Namen hatte.
      Schließlich erhob ich mich, trat ein paar Schritte vom Rand weg und sah kurz zum Schulgebäude hinüber. So unscheinbar. So voll von Dramen, die für Sterbliche riesig waren ... und für uns doch seltsam zerbrechlich. Dann wandte ich mich wieder meinen Ayakashi zu.
      Ich zögerte einen Moment lang. Ich hatte Angst vor der Antwort denn ich wusste, das er die ungeschönte Wahrheit sagte. Gleichzeitig macht es unsagbar neugierig. "Darf ich dich etwas fragen?" Ich wartete nicht auf eine Antwort, sprach dennoch leise weiter. "Was hast du eigentlich am Anfang von mir gedacht? Und… was denkst du jetzt?" Verdammt... ich konnte spüren wie meine Wangen langsam rötlich wurden währen die Geschwindigkeit meines Herzschlages zu nahm. "Ich bin kein muskelbepackter Kriegsgott." sagte ich. "Ich zerlege keine Armeen mit einem Zucken. Ich bin eher… eine niedere Gottheit. Ich bin weder übermächtig noch habe ich all zu viel Erfahrung. Auch wenn ich hier wirklich jeden Tag versuche mein Bestes zu geben, ich muss wohl noch Einiges lernen." Dieser Tag machte mich wirklich fertig. Erst die Chimäre, dann der Pakt und jetzt... jetzt... ich schluckte schwer. W-Wahrscheinlich war der Zeitpunkt gekommen in welchen ich lieber das Thema wechselte bevor ich wieder begann mich um Kopf und Kragen zu reden. "Du musst nicht hingehen." Nicht wegen den Auftrag und auch nicht wegen mir. Auch wenn ich wehmütig wurde wenn ich daran dachte diese Gelegenheit eines Festes an mir vorbei ziehen zulassen. "Ignorier die Mädchen einfach." fuhr ich fort. "Für sie ist das ein riesiges Ereignis. Wenn noch eine fragt, behauptest du einfach, ich hätte dich schon gefragt." Ich sah kurz zur Seite und dann zurück. "Das scheint hier zu funktionieren." Schließlich seufzte ich schwer. "Den Schulstar darfst du von mir aus auch gern eine Ohrfeige verpassen, wenn du die Wut nicht loswirst", sagte ich trocken. "Ich würde sogar wegsehen." Dann hob ich warnend einen Finger und grinste amüsiert. Verdammt! Ich sollte echt an meinen Pokerface arbeiten. "Aber bitte lass es nicht zur Gewohnheit werden lassen. Sonst bekommen wir keinen Auftrag mehr und dann verkommst du wirklich nur zum Prunkstück auf meinem Kaminsims."
    • "Nein, Phila. Ich vergleiche mich nicht mit einer Lanze, die auch noch Vergangenheit ist. Ich sage dir, dass du mich nicht verstehen kannst, eben weil du deine Lanze hast. Ich bin immer noch der Meinung, dass ich stärker bin als er und definitiv der bessere Partner. Und du hast es ja eben auch zugegeben. Ich will auch kein Mitleid von dir. Ich..... habe eben meine Gründe für diese Einstellung. Wegen der Narben meine ich.", antwortete ich ernst und sah wieder in den Himmel. Wieso redete ich überhaupt darüber? Fast hätte sie doch Dinge aus mir rausbekommen, die sie besser nicht wissen sollte.
      Wir schwiegen. Und ich wollte schon fast aufstehen, um allem zu entkommen, als sie mich fest ansah und mir eine Frage stellte. Irritiert und mit hochgezogener Augenbraue sah ich sie an. Was sollte diese Frage? Ich meine, dass ich früher deutlich genug war. Was wollte sie noch hören?
      "Genau das, was ich damals schon sagte. Du warst schwach und zu klein. Ich gehörte einem Mädchen, was eher aussah, als würde sie lieber mit Puppen spielen und bloß keine Kämpfe austragen wollte, während ich mein Leben lang gekämpft hatte. Jetzt bist du nur noch meine tollpatschige Herrin, auf die man aufpassen musste, dass sie nicht von Steinen erdrückt, in Löcher fiel oder von einer Chimäre zweigeteilt wurde.", antwortete ich, sah sie danach aber wieder an. Friedlich und zugewandt.
      "Aber ich passe gern auf dich auf.", antwortete ich. Ich saß breitbeinig auf der Bank, ein Bein auf das andere gelegt, die Hände immernoch in den Taschen und den Kopf in den Nacken gelegt. Ich schloss meine Augen und wollte mich etwas entspannen, als sie erzählte, dass wir da nicht hinmussten. Schon gar nicht wegen ihr. Nachdenklich zog ich die Augenbrauen zusammen und öffnete nun doch ein klein wenig ein Augen und sah sie fragend an.
      Sie sagte zwar, dass wir nicht hin mussten. Doch ihr Gesicht sah enttäuscht aus. Wollte sie da etwa auch hin? Wie kann sie da hin wollen? Alles ist voll dieser Menschen. Laute Musik. Jeder will was von einem. Nja. Ich verzichte. Jedoch konnte sie es nicht lassen, mich doch zu warnen, falls ich es mit diesem nervigen Typen übertreibe.
      "Jaja, schon gut. Wenn er mir nicht wieder über den Weg läuft, passiert ja auch nichts."
    • Schwach. Zu klein. Puppen. Ich senkte kurz den Blick, mehr um mich zu sammeln als um seinen auszuweichen. "Ich habe nie mit Puppen gespielt." sagte ich mit bedächtig. Trozdem ließ ich mir den Spaß nicht nehmen, gespielt beleidigt meine Wangen aufzublähen. "Ich habe mich unter Büchern vergraben. In Formeln verirrt. Ich bin in Zaubertränken ertrunken. ... Sogar in Sachen die zu kompliziert für mein Alter galten. Ich wollte verstehen, bevor ich handeln konnte." Mein Schmollmund wisch einen bitteren Lächeln. "Vermutlich war das auch eine Art, sich zu verstecken." Ich trat einen halben Schritt näher an die Bank heran. Keine große Geste. Als er sagte, dass er gern auf mich aufpasste, zog sich etwas Warmes durch meine Brust. Unangemessen schnell. Unverschämt ehrlich. Ich atmete einmal tief durch, um nicht zu verraten, wie viel mir dieser Satz bedeutete. "Du tust immer so, als wäre das eine Bürde." murmelte ich schließlich, leise genug, dass es kein Vorwurf war. "Dabei klingst du jedes Mal ein bisschen stolzer dabei." Ich hob den Blick zu ihm, sah die entspannte Haltung, die geschlossenen Augen, dieses Bild von Ruhe, das er sich nahm, wenn er dachte, niemand erwarte gerade etwas von ihm. "Und vielleicht..." fügte ich sanft hinzu, "...lasse ich mich gern beschützen. Nicht, weil ich es brauche. Sondern weil ich weiß auf wen ich bauen kann." Ein kurzer Blick zurück zum Schulgebäude. Die Zeit. Die Stunde. Die Realität, die ungeduldig anklopfte. "Ich gehe gleich wieder rein." sagte ich dann. "Du musst mir ja nicht folgen... Aber dein Training solltest du besser nicht verpassen. Dein Team zählt auf dich. Und ich habe gehört, Breitschwerter sind da ziemlich gefragt zur Zeit." Ich wandte mich langsam ab, blieb aber noch einen Herzschlag stehen. Dann ging ich nicht hastig, nicht fliehend. Nur mit einem Gefühl im Rücken, das sich verdächtig nach Zuversicht anfühlte.
    • "Ich verstehe nicht, warum du dich rechtfertigst. Du hast mich gefragt und das war meine Antwort. Das heißt doch nicht, dass ich das immer noch denke.", antwortete ich. Sie trat näher und ich sah sie irritiert an. Bürde? Also.... naja.....
      "Ich... ich bin es halt nicht gewohnt, ständig auf meine Herrin aufzupassen. Nur zieht es sich ja wie ein Faden durch. Von Anfang an hab ich darauf geachtet, dass dir nichts passiert. Ich mach das ständig also.... fällt es halt auf.", versuchte ich mich zu entschuldigen. Ich sah beschämt zur Seite, doch gleichzeitig baute sie darauf auf. Sie wollte es. Sie wollte von mir beschützt werden. Legte sie es darauf an? Nein. Aber sie schien es zu genießen.
      Sie machte sich wieder auf den Weg in den Klassenraum, aber nicht ohne mir zu sagen, dass ich das Basketballtraining keinesfalls schwänzen sollte. Ich wusste, dass es von ihr nur ein Rat war. Doch ich dachte an ein Befehl, weil ich damit besser klar kam und sah ihr dann hinterher. Ich musste keine guten Noten schreiben. Also würde ich auch nicht in den Unterricht zurück kommen. Das Basketballtraining ließ ich allerdings nicht ausfallen.

      Einige Zeit später war es dann auch soweit und und wir standen aufgewärmt auf dem Basketballplatz. Schweiß rann mir die Schläfe runter und ich beobachtete wie der Basketball ständig den Spieler wechselte. Dann kam er auf mich zu. Blitzschnell reagierte ich, rannte los, fing den Ball und dribbelte ihn zum Korb. 2 Punkte. Ich sollte an meiner Wurftechnik arbeigen. Besser wäre es, wenn ich von weiter weg treffen könnte oder ihn eben dunke. Wobei letzteres eigentlich schon gut funktionierte. Groß genug bin ich ja und hoch springen konnte ich auch. Das große Spiel war in wenigen Tagen. Und wenn ich das Zuhause noch weiter machte, würden wir definitiv gegen diese Schwächlinge gewinnen. Die hatten nicht einen Hauch einer Chance gegen uns.
    • Nach den Unttericht brachte ich meine Sachen wieder in meinen Spind. Völlig unbewusst machte ich mich auf den Weg zum Musikraum nur um mitten drin zu bemerken, dass etwas fehlte. Kein Summen. Kein nervöses Stimmen der Instrumente. Kein vertrautes Ziehen in der Luft, das mir sagte, dass gleich jemand einen falschen Ton spielen würde. Keine Menschenseele und ... auch keine Orchesterprobe. Hatte ich einen Aushang übersehen? Kam mein Geist mit den Erinnerungen des Nebels durcheinander? Oder war ich einfach fertig von diesen verdammten Tag? "...Natürlich", murmelte ich. "Warum auch nicht." Ein freier Nachmittag also. Selten genug, um misstrauisch zu machen. Ich wusste gar nicht wie lang es her war das ich so in der Luft hing. Daiki war beim Training. Für eine Recherche oder Aktion auf eigene Faust war ich zu müde. Das war gerade wohl so oder so viel zu gefährlich. Also beschloss ich stattdessen die gewonne Zeit zu nutzen.
      Zunächst einmal fing ich damit an auf den Nachhauseweg einzukaufen.
      Der Markt war voll, aber erdrückend fand ich es diesmal nicht. Vielleicht, weil mein Kopf noch immer ganz woanders war. Ich kaufte alles was ich brauchte Gemüse, Reis, Hähnchen. Curry-Paste. Und ein paar weitere Sache um unseren Vorrat aufzufüllen. Ich hatte mir extra Zeit gelassen und doch... schien kaum eine Stunde vergangen zu sein. Nun gut, es wartete ja immernoch der Stoff auf mich, wechen ich mit Daiki gekauft hatte und welchen ich zu T-Shirt verarbeiten wollte.
      Zuhause angekommen, stellte ich die Taschen ab, eine nach der anderen, ordentlicher als nötig. Routine. Etwas Verlässliches nach einem Tag, der innerlich alles andere als das gewesen war. Ohne groß darüber nachzudenken, griff ich in den Wäschekorb und zog mir das erstbeste Teil über den Kopf.
      Erst, als der Stoff mir beinahe bis zu den Oberschenkeln fiel, hielt ich inne. …Oh. Das war... Seines.
      Etwas später als die Erkenntnis nahm ich den Geruch wahr der sich im Stoff verfangen hatte. Seife, warm und sauber. Darunter Schweiß, ehrlich und lebendig. Und ganz hinten dieser metallische, ledrige Hauch, den ich nie richtig zuordnen konnte, der aber unverkennbar er war. Ich erstarrte einen Herzschlag lang, als hätte mich jemand bei etwas ertappt. Dann atmete ich aus. "Praktisch...", murmelte ich mir selbst zu, fast ein wenig zu hastig. "Fast wie ein Kleid. Und ich brauche ja sowieso eines seiner Shirts als Schnittmuster." Die Ausrede fühlte sich dünn an. Aber es war meine, also ließ ich sie trotzdem gelten. Das Haus hingeben klapperte und knarzte verdächtig. "H-Halt dich da raus!" Ach verdammt, da half wohl nur ignorieren. Irgendwann würde es schon wieder Ruhe geben müssen.
      Mit Nadel und Faden setzte ich mich an den Tisch, zog den Stoff glatt, steckte, maß und schnitt die Teile zu. Meine Hände wussten, was sie taten, auch wenn meine Gedanken immer wieder abschweiften. Der Rhythmus der Arbeit machte die Welt angenehm kleiner und leiser. Unter meinen Fingern entstanden mit der Weile einige neue Shirts. Nichts aufwendiges. Einfach robust, schlicht, gemacht für Bewegung. Für Training. Für Zuhause. Für jemanden, der größer war als die meisten und trotzdem so tat, als müsste er sich ständig beweisen.
      Als das Licht draußen weicher und die Schatten länger wurden, stellte ich den Topf auf den Herd.
      Eigentlich hatte ich mit Daiki zusammen kochen wollen. Gemeinsam schneiden, würzen, über die richtige Schärfe diskutieren. Doch nach diesem Tag… konnte ich mir vorstellen, dass er lieber einfach essen wollte. Ohne reden. Ohne erklären.
      Curry mit Gemüse, Hähnchen und Reis. Wie wir es gestern beschlossen hatten. Ich rührte langsam um, kostete, zog die Stirn in Konzentration kraus und würzte nach. Irgendwann nickte ich zufrieden, stellte den Herd aus und lehnte mich gegen die Arbeitsfläche. Das Shirt hing locker an mir und nahm immer mehr von meiner Wärme an, als hätte es nie jemand anderem gehört. Sollte ich jetzt noch Warten? Oder ihn abholen?
      Ich sah auf die Uhr, rechnete Trainingszeit, Umziehen, Heimweg. Natürlich kalkulierte seinen verbissenen und ehrgeizigen Dickschädel großzügig mit ein. Dabei schlich sich ein kleines, wissendes Schmunzeln schlich sich auf mein Gesicht. "Ich warte..." entschied ich schließlich leise. Noch. Aber falls er sich verspätete… Nun. Dann würde ich ihn eben holen müssen.
    • Das Training verlief super und nach langer Zeit hatte ich mal all meine Probleme vergessen. Ich konnte mich ganz dem Sport widmen und meine wirren Gedanken hinter mich lassen. Ich habe kaum gemerkt, wie die Zeit vergangen ist. Es hat wirklich gut getan.
      Nachdem wir fertig waren, zog ich mir das inzwischen triefend nasse Shirt aus und stieg kurze Zeit später in die Dusche. Phila wird wohl waschen müssen. Oder sie zeigte es mir. Dann konnte ich auch helfen. Wie auch immer, ich konnte es demnächst so nicht anziehen.
      Mit frischen, herbem Duft zog ich mir meine Uniform wieder an und schnappte mir meine Sachen. Es war schon recht spät. Ich sollte mich beeilen. Wer weiß, was meine Herrin sonst alles anstellte, wenn ich nicht da war? Dir Sonne zog schon ihre Bahnen Richtung Horizont und mit meiner Schultasche, sowie meinen Sportsachen ging ich wieder zurück zum Tempel. Es war kein sonderlich langer Weg und so war ich kurze Zeit später schon auf dem Grundstück des Tempels. Von den Strapazen, die Phila getätigt hatte, hatte ich überhaupt nichts mitbekommen. Sie hätte mich auch fragen können, ob ich beim Einkaufen oder anderem helfen soll. So kam ich jetzt nach Hause und alles war fertig. Als ich auf dir Veranda zuging, tanzten schon die Fensterläden und ich war etwas irritiert.
      "Was ist denn mit dir los? Seit wann freust du dich, mich zu sehen.", sagte ich und ging rein. Ich brachte meine Taschen in mein Schlafzimmer und machte mich dann auf die Suche nach Phila. Dies war auch überhaupt nicht schwer und dauerte nicht lange, denn ich nahm einen Duft aus der Küche wahr. Also stolzierte ich locker flockig rein, ehe ich wie angewurzelt stehen blieb.
      "Phila, ich bin wieder zu-", fing ich an, unterbrach mich aber selbst. Sie stand da vor dem Herd. In meinem Shirt. Da es so groß war, reichte es ihr bis zu den Knien. Ich schluckte und mir wurde warm. Ich biss mir auf die Lippe.
      "I-Ich hab vergessen, mich umzuziehen. I-Ich komm gleich wieder.", sagte ich schnell und sauste in mein Zimmer zurück. Ich schlug die Tür hinter mir zu und lehnte mich völlig fertig dagegen. Mein Herz klopfte mir bis in die Ohren. Was war das? Sie.... wieso hatte sie mein Shirt an? Ich konnte nicht mal die Augen von ihr abwenden. Ich fand es irgendwie.... niedlich. Aber sie war meine Herrin! Ich durfte sie nicht niedlich finden! Und irgendwie sah es so aus, als hätte sie nichts drunter. Ertappt hielt ich mir den Mund zu. Was dachte ich denn da? Das ist alles grade schlimmer als der Sportunterricht. Weil sie eben.... meine Sachen trägt. Ich fuhr mir durch die Haare und fing dann an, mich auszuziehen. Ich schlüpfte in ein Muskelshirt und einer langen Hose, ehe ich mich wieder auf den Weg in die Küche machte. Ich atmete einmal durch, dann ging ich hinein.
      "So, ähm. Fertig.", sagte ich und wieder glitten meine Augen zu ihr. Ich konnte einfach nicht widerstehen.
      "Ähm.... du... hast ja mein Shirt an. Also....ja, sieht ganz gut aus.", scheiße, was laberte ich denn da? Mein Hirn ist wie Luftpolsterfolie. Alles platzt.
      "Was hast du denn gekocht?"

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    • Die Zeit zog sich weiter zäh und gefühlt ewig dahin, doch dann ging es mit einen Male alles extrem schnell. Zunächst hörte ich nur schwere Schritte auf der Veranda. Das Holz der Dielen knarzte fast melodisch und schon bald stimmten auch die aufgeregt klappernden Fensterläden mit ein. Ich kicherte vergnügt. Endlich hatte das Haus verstanden, dass es auch Daikis Zuhause war. Ich blickte von meinen Topf auf und lugte erwartungsvoll in den Flur. Sein Blick blieb an mir hängen – nicht unangemessen, nicht fordernd. Eher… überrascht. Überrumpelt. Als hätte er nicht erwartet, mich so zu sehen. In seinem Shirt, ausgerechnet dem Shirt welches er an den Tag angehabt hatte als wir uns kennenlernten. "Hey, willkommen daheim. Wie war-" setzte ich an, kam aber nicht weiter, weil er plötzlich rückwärts verschwand wie jemand, der gerade seinen Zeh in eiskaltes Wasser gehalten hatte. Die Tür knallte. Ich blinzelte verwundert. Einmal. Zweimal. Dreimal... Dann lachte ich leise auf. "Das war… dramatisch", sagte ich zu mir selbst und senkte meinen Blick. Das Shirt hing locker an mir herunter. Es war weich geworden vom vielen Waschen, von Bewegung und alten Erlebnissen. Es war warm und roch nach Daiki. Das ich es aus der Wäsche gefischt hatte war Zufall, ja. Das ich es für die Schnittvorlage brauchte war praktisch, das stimmte auch. Ich hatte mir zwar all dies logisch erklärt, perfekt zurecht gelegt, doch bekam alles mit seiner Reaktion eine ganz neue Bedeutung. Vielleicht… war das wirklich ein bisschen viel gewesen weil ich es angelassen hatte ... Ich schluckte und spürte, wie mir die Hitze in die Wangen stieg eine völlig unnötige, sterbliche Reaktion, die ich trotzdem nicht sofort abschütteln konnte. "Beruhig dich", murmelte ich mir selbst zu und wandte mich wieder dem Herd zu. "Du kochst. Du trägst ein Shirt. Das ist… harmlos." Also rührte ich einfach weiter demonstrativ in den Töpfen, um meine Hände zu beschäftigen. Mein Herz klopfte schneller als nötig, und ich tat so, als läge das ausschließlich an den Gewürzen. Was war denn jetzt gerade passiert? Bis eben wollte die Zeit nicht vergehen und auf einmal überschlugen sich die Ereignisse. Vielleicht war das Haus deshalb so aufgeregt.
      Als er zurückkam, hatte sich seine Präsenz verändert. Noch da, noch stark aber vorsichtiger. Als hätte er sich selbst wieder eingefangen. Ich sah nicht sofort hin und ließ ihm diesen kleinen Rest Würde, den er sich mühsam zusammengesammelt hatte. Ich wollte mich gerade Daiki zuwenden und meine Begrüßung abermals wiederholen als er damit begann über eine eignen Worte zu stolpern. Mir wurde warm, sehr warm. "D-Das..." Für einen Moment hielt ich inne, mein Herzschlag übertönte den Klang meiner inneren Stimme. Ich konnte mich kaum selbst denken hören. "Ich hab dir neue Shirts aus den Stoff vom Stoffladen gemacht, wie versprochen. Da-danach hab ich es einfach....an... Schürze oder T-Shirt aus der Wäsche... I-Ich dachte das ist egal, sieht ja keiner. Ich bin ja....Zuhause." Ich bemerkte erst jetzt, das ich begonnen hatte nervös an meinen Haarsträhnen herum zu spielen. Verflixt! Ich wand meinen Blick zu den Töpfen mit den Curry und zwang mich ruhig auszuatmen. "Gemüse-Curry mit Hähnchen und Reis, wie wir es gestern beschlossen haben. Du... du kannst ja schon mal den Tisch decken. Das Essen ist gleich fertig." Ich verstand das nicht, es war einfacher gegen die Chimäre zu kämpfen und anstrengender als das Rätsel der Runen in den Katakomben zu lösen doch irgendwie machte mich dieser Augenblick.... einfach glücklich. Ich lebte schon eine halbe Ewigkeit aber... das war mir noch nie passiert.
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      "Oh, ähm. Danke. Für die Shirts meine ich. Ich kann nämlich nicht nähen, weißt du? Meine Hände sind zu grob. Fingerspitzengefühl war noch nie meins."
      Meine Wangen färbten sich abermals in einen Rosa-Ton. 'Es sieht ja keiner. Wir sind Zuhause.' Ja klar, waren wir hier Zuhause. Jeder hatte hier sein Zimmer. Seinen Bereich. Wir aßen und wuschen uns hier. Doch aus ihrem Mund klang es so... privat. Intim. Und ich gehörte dazu. Es klang ganz ohne Scharm. Als wär es völlig normal, dass sie meine Klamotten trug. Weil sie sie gerne trug. Weil es meine waren. Ich kratzte mich verlegen im Nacken und zwang mich, nach unten zu sehen. Ich wollte nicht länger glotzen. Auch wenn es mir schwer fiel.
      Als sie mir erzählte, dass es wie gestern abgesprochen Curry gab, überlegte ich kurz. Ja da war was. Aber so ganz genau konnte ich mich nicht mehr erinnern. Zu viel ist heute passiert, als das ich mir das merken konnte.
      "Ähm ja. Mach ich.", murmelte ich und ging zum Schrank. Nachdem ich ihn geöffnet hatte, holte ich zwei tiefe Teller raus und ging damit zum Tisch. Ausnahmsweise ärgerte mich das Haus mal nicht und ließ mich ganz einfach an das Geschirr ran.
      Etwas verträumt stand ich da und dachte nochmal an das Bild zurück, was sich mir bot, als ich die Küche betrat. Es war merkwürdig, Phila so zu sehen. Aber ich musste auch gestehen, dass ihr das Shirt wirklich gut stand.
      Ich schüttelte den Kopf, um diesen merkwürdigen Gedanken wieder loszuwerden und stellte noch die restlichen Sachen auf den Tisch sowie Gläser und Besteck. Es sah nicht sehr schön aus, aber es war alles da, was gebraucht wurde. Das musste reichen. Für mehr war ich nicht fähig.
      "Ich bin fertig."
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      Ich sah schmunzelte und blicke kurz von meinen Currytopf auf. Natürlich, irgendwie hatte ich es mir gedacht. Aber deshalb ergänzten wir uns ja auch so gut. "Grob ist relativ...", murmelte ich, während ich den Topf nahm und das Curry verteilte. "Deine Hände sind nicht grob. Sie sind… einfach für etwas anderes geschaffen." Unwillkürlich zog ich den Saum des Shirts ein Stück nach unten. Nicht, um es auszuziehen eher, um es zurecht zu zupfen. Es machte mich auf einmal irgendwie nervös, ja. Aber nach diesem Tag fühlte es sich richtig an. Wie eine Decke, die man sich umlegt, ohne zuzugeben, dass man friert. Es roch nach ihm. Nach Metall und Leder, nach Bewegung, nach etwas Verlässlichem. Nach Ankommen. Nach Zuhause. Und genau deshalb ließ ich es an.
      Wir setzten uns. Für einen Moment war alles erstaunlich still. Kein Tempel. Keine Götter. Keine Erwartungen. Ich schöpfte Curry in die Teller und achtete darauf, dass er genug bekam, eine alte Gewohnheit die ich mir nie ganz abgewöhnt hatte. "Guten Appetit." murmelte ich und begann zu essen. Eine Weile sagte keiner von uns etwas. Nur das leise Klirren von Besteck, das zufriedene Schweigen nach einem langen Tag. Ich merkte erst nach ein paar Bissen, wie sehr mir die Schultern schmerzten. Und wie meine Gedanken langsamer wurden. Heute war so verdammt viel passiert. Ich konnte es gar nicht so recht beschreiben aber ich konnte noch immer spüren wie verdammt bedeutsam der Tag gewesen war. Ich lehnte mich ein wenig zurück, atmete tief durch. Der Raum schien wärmer zu werden. Oder war das nur ich? Ich legte den Löffel kurz ab, mehr aus dem Bedürfnis heraus, meine Hände irgendwo zu parken, als weil ich wirklich satt war. Meine zupften also an den Endes des Tischtuches herum, und ich spürte, wie sie minimal zitterten. Seltsam eigentlich. Ich hatte Jahrhunderte überstanden, Schlachten miterlebt, Reiche kommen und gehen sehen. Und doch war es ein Schultag - Sport mit einer Chimäre, das schließen eines Paktes, ein Streit auf einem Flur und ein Blick zu viel, der mir mehr abverlangte als so manches göttliche Prüfung...