About gods and demons (Nimue & Kiba)

    • Ich saß auf der hölzernen Tribüne, eingekesselt zwischen kreischenden Schülern, und hielt mein altes, schweres Buch fast schon krampfhaft fest. Es war wie verhext. Seit dieser verdammten Chimären-Explosion hatten sich nicht nur die Atmosphäre in der Schule sondern auch die Runen in den Katakomben verändert. Eigentlich war ich völlig darin versunken, dieses Rätsel zu lösen und mein Kopf dröhnte such schon von den komplexen Formeln. Aber ich konnte Daiki nicht allein lassen. Nicht heute. Basketball war das Einzige, was dieser Lulatsch wirklich liebte, abgesehen von seiner festen Überzeugung, eine unbesiegbare Waffe zu sein. Es war seine Art, sich lebendig zu fühlen, und deshalb wollte ich ihn unterstützen, egal wie sehr mich diese Runen auch reizten. Also saß ich hier, das Buch auf den Knien, und versuchte, beides unter einen Hut zu bringen.
      Als das Spiel begann, legte ich das Buch schließlich zur Seite. Ich starrte gebannt auf das Feld. Ehrlich gesagt verstand ich von den Regeln absolut gar nichts, für eine Göttin meines Alters wirkte dieses Hin- und Hergerenne mit einem hüpfenden Ball eher wie ein seltsames Ritual, aber ich hatte schon häufiger gesehen wie sehr er es genoss. Er war schnell, er war stark, er war... einfach göttlich...
      Doch dann passierte es. Mein Herz setzte einen Schlag aus. Daiki verlor tatsächlich den Ball. Er blieb einfach stehen, wie ffestgewurzelh. Ich blinzelte geschockt vor mich hin. "Was ist denn jetzt los?", murmelte ich und presste die Hände gegen meine Wangen. War er verzaubert worden? Oder war er doch noch angeschlagen von der Erkältung? Oder noch schlimmer... nahm er eine Anomalie wahr, die ich übersehen hatte? Hektisch sah ich mich in der Halle um, schärfte meine göttlichen Sinne und suchte nach dem vertrauten, modrigen Geruch von dunkler Magie oder dem Flimmern einer Störung. Aber da war nichts. Rein gar nichts. Die Luft war klar, nur erfüllt vom Geruch heißer Turnschuhe und Popcorn. "Daiki!", rief ich, doch meine Stimme ging im Lärm unter. Als ich sah, wie er wie versteinert in eine Richtung starrte und einer seiner Kumpanen ihn wütend anschnauzte, hielt mich nichts mehr auf meinem Platz.
      Ich raffte meine Tasche zusammen, griff mir eine Flasche Wasser und ein frisches Handtuch, das ich vorsorglich eingepackt hatte, und stürmte die Tribünenstufen hinunter. Ich drängelte mich an verschwitzten Schülern vorbei, bis ich schließlich unten am Spielfeldrand ankam. "Daiki!", rief ich diesmal lauter und trat direkt an die Begrenzung. "Was ist passiert? Geht es dir nicht gut? Hast du Schmerzen?" Ich suchte seinen Blick, doch er war immer noch völlig woanders. Sein Kiefer war so fest angespannt, dass ich Angst hatte, er könnte seine Zähne zermahlen. "Hier, trink was", sagte ich hastig und hielt ihm die Flasche entgegen, während ich versuchte, hinter mich zu blicken, um herauszufinden, was oder wer ihn so aus der Fassung gebracht hatte. In diesem Moment bemerkte ich Chris, der nur ein paar Meter weiter oben stand und dieses ekelhaft triumphierende Grinsen im Gesicht trug. "Oh nein...", hauchte ich, während mir dämmerte, dass es keine Anomalie war, die Daiki so wütend machte, sondern etwas viel Weltlicheres. "Nicht der schon wieder..." Das würde hundertprozentignoch böse enden.
    • Dieser Mistkerl! Ich dreh durch. Was musste er denn ausgerechnet jetzt noch hier ankommen? Wir haben gerade mal ein Viertel geschafft. Drei sind noch vor mir. Und ich wollte einfach nur spielen. Aber mit dem Schwachmaten im Nacken konnte ich mich doch niemals konzentrieren. Ich bekam nur am Rande mit, dass Phila nach mir rief, warf Chris aber weiter böse Blicke zu. Na warte! Der konnte was erleben! Ich knurrte leise, ehe ich doch zu Phila ging und mir was zu trinken holte. Ich nahm ihr dir Flasche aus der Hand, öffnete den Deckel und goss mir etwas von dem erfrischenden Wasser in den Mund. Einen kleinen Teil des Wassers goss ich mir auch ins Gesicht, um mich abzukühlen, da es echt warm war und gab Phila dir geschlossene Flasche wieder zurück. Ich fuhr mir nochmal durchs Gesicht und Haare und sah sie dann an.
      "Ich weiß, dass wir die nervigen Wesen namens Menschen beschützen sollen, aber ich weiß nicht, ob ich mich zusammen reißen kann, wenn er mich provoziert.", knurrte ich. Doch dann verdunkelte sich meine Miene.

      "Ah Daiki. Da bist du ja. Tolles Spiel bis jetzt. Ich hoffe, ihr gewinnt. Wenn du uns kurz entschuldigen würdest, ich würde mit Phila gerne etwas besprechen.", sagte Chris dann und tat einen auf freundlich. Mir brannten dir Sicherungen durch. Wütend stand ich blitzschnell an der Bande, packte ihm am Schlawittchen und zog ihn halb mit aufs Spielfeld.
      "Wenn du sie auch nur einmal anrührst-"
      "Yo! DAIKI! Die Pause ist um. Komm schon.", rief mein Käpten hinter mir und ich ließ langsam los. So ein Mist. Der Typ hatte Glück gehabt. Ich wollte nicht das Spiel auf der Bank verbringen. Also gab ich brummend nach und ging zurück aufs Spielfeld.
      "Hui, das war ja knapp. Der scheint ja voll auf dich zu stehen. An deiner Stelle würde ich die Finger von einem Schläger lassen. Sowas geht nie gut aus."
    • Ich beobachtete wie gebannt, wie Daiki die Flasche ansetzte. Das Wasser rann über sein Gesicht, glitzerte in seinem Nacken und suchte sich seinen Weg über die angespannten Muskeln seines Oberkörpers, bis der Stoff seines Trikots dunkler wurde und an seiner Haut klebte. ...Haaaach... In meinem Kopf herrschte plötzlich gähnende Leere. Die Runen, das Spiel, die johlende Menge ...alles war weg. Da war nur noch er. Ayakashi oder Kriegsgott....das alles machte doch gar keinen Unterschied mehr! Und dieser Anblick... Ich schluckte schwer und merkte, wie meine Handtasche fast von meiner Schulter rutschte.
      Erst als er mir die Flasche wiedergab und anfing zu knurren, kam ich langsam wieder zu mir. Ich nickte nur stumm, völlig benebelt von seiner Nähe und der Hitze, die von ihm ausging. "W- aber... äh... er... er starrt doch nur.", stammelte ich schließlich, als mein Verstand endlich begriff, was er da gerade über das Beschützen von Menschen und Provokationen gesagt hatte. Doch bevor ich ihn beruhigen konnte, brach das Chaos auch schon aus. Warum eskalierte das so schnell?!
      Chris tauchte wie aus dem Nichts auf. Ich sah nur noch, wie Daiki förmlich explodierte. In Sekundenbruchteilen stand er an der Bande, packte Chris am Kragen und zerrte ihn halb zu sich herüber. "Daiki, nein! Hör auf! Das hatten wir doch schon.", rief ich und versuchte vergeblich, seine Hand von Chris’ Shirt zu lösen, doch Daiki war nun mal wie eine unaufhaltsame Naturgewaltwenn er rot sah. Erst der Ruf seines Kapitäns riss ihn aus seinem Tunnel. Ich stieß einen langen Atemzug aus, den ich gar nicht bemerkt hatte, während er mit einem letzten giftigen Blick zurück aufs Feld trottete. Oh ihr Götter... in was bin ich hier nur hineingeraten?, fragte ich mich verzweifelt.
      Die Worte des sterblichen Schönlings rissen mich allerdings sofort wieder aus meinen Gedanken. Ich spürte einen regelrechten Stich in meinem Herzen. Ein Schläger? Wenn er wüsste. Daiki war kein Schläger. Er war... er war derjenige, der mich in der Nacht fest in den Armen hielt, derjenige, dessen Herzschlag ich an meinem Ohr gespürt hatte. Das Bild von uns beiden im Futon blitzte so grell in meinem Kopf auf, dass ich das Gefühl hatte, mein Gesicht müsste eigentlich anfangen zu brennen.
      Ich zwang mich, Chris anzusehen. "Also... was ist so wichtig? Was willst du mit mir besprechen?", fragte ich etwas reserviert, während meine Gedanken plötzlich woanders hinflogen. Mein Buch! Ich hatte es vor Schreck einfach auf der Tribüne liegen lassen. Für Chris und die anderen war es nur ein alter Schinken, aber die Runen darin... der Nebel verschleierte viel, doch in den falschen Händen war es eine Katastrophe. Ich sah nervös hoch zu den Rängen. War es noch da? Hatte es jemand berührt?
      Eigentlich konnte ich es ihm nicht einmal verübeln. Der Nebel leistete ganze Arbeit. Er verschleierte alles Übernatürliche und ließ die Welt für Sterbliche wie ihn vollkommen gewöhnlich erscheinen. Für Chris war ich einfach nur die perfekte Schülerin: Philomena Vasilieva, das reiche, freundliche und zuverlässige Mädchen, das man sich gern als glänzendes Accessoire an seine Seite wünschte.
      Der Gedanke daran versetzte mir einen regelrechten Stich ins Herz. Er hatte keine Ahnung, wer ich wirklich war und erst recht nicht, wer der Ayakashi auf dem Spielfeld war, den er so herablassend als 'Schläger' bezeichnete. Dass ausgerechnet dieser sture Lulatsch der Einzige war, der mich in der Nacht so fest und sicher gehalten hatte, war eine Wahrheit, die Chris niemals begreifen würde. Dieses perfekte Mädchen an seiner Seite... das war einfach nicht ich. "Ah. Ent-entschuldige.", unterbrach ich ihn hastig, als ich merkte, dass er schon wieder redete. §Ich hab nicht zugehört. Ich war in Gedanken woanders und ich hab es ehrlich gesagt gerade eilig. Was hast du nochmal gesagt?" Dabei wanderte mein Blick schon wieder ungeduldig Richtung Tribüne, während ich Chris am liebsten einfach mit einem Fingerschnippen aus der Halle gewünscht hätte.
    • Ich krieg ne Krise. Ich hasse diesen Typen. Dieses selbstgefällige Grinsen. Dieses Selbstbewusstsein, Phila an sich ziehen zu können. Der soll seine Flossen bei sich behalten. Ich bin eh stärker als er. Meine Hände ballten sich zu Fäusten. Meine Knöchel wurden weiß und mein Puls war auf 180. Wir besprachen gerade den Plan für den weiteren Spielverlauf, doch ich hörte nicht zu. Wir würden eh gewinnen. Das wusste ich. Unser Gegner war nicht gerade stark und da ich eh der schnellste hier war, waren sie auch kein Hinderniss. Außerdem hatte ich gerade ein anderes Problem. Ich musste diesen Mistkerl irgendwie loswerden.
      "Hey. Deine Freundin wird dem schon nicht verfallen. Sie ist doch eh in dich verknallt. So wie du in sie.", hörte ich eine leise Stimme und sah in Eds grinsendes Gesicht. Erschrocken und mit großen Augen sah ich ihn an.
      "Was? Ich bin nicht-"
      "Mann, Daiki. Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock. Und als du einen Tag gefehlt hast, war sie auch nicht da. Hat sie dich gepflegt? Muss schön gewesen sein. Du bist echt ein Glückspilz. Es gibt viele die auf Philomena stehen, aber sie hat immer nur Augen für dich. Und ich bin mir sicher, sie würde sich riesig freuen, wenn du sie zum Ball einlädst. Aber jetzt konzentriere dich bitte aufs Spiel.", erklärte meinen Teamkollege und ich war sprachlos. Bitte was? Ich hab mich doch verhört. Phila steht nicht auf mich. Und ich..... man so eine Scheiße!! Sie ist eine Göttin verdammt. Meine Herrin. Da ist nix mit Liebe und so ein Scheiß.
      Unser Kapitän pfiff uns ran und wir gingen alle wieder aufs Spielfeld. Ich musste mich konzentrieren. Ball. Korb. Ja genau. Der Ball.... in den Korb.

      Chris, der weiterhin bei Phila stand, wog sich in Sicherheit und grinste. Er wollte seinen Plan 'Phila zum Ball einladen' nicht aufgeben. Also lehnte er sich lässig an die Bande und sah zu ihr runter.
      "Der Ball. Ich will, dass du mit mir zum Ball gehst. Der Klugscheißer von Sportler geht doch eh nicht hin. Als ob das eine Veranstaltung für ihn wäre. Anders als bei mir. Ich weiß doch, dass du da insgeheim gerne hin willst. Ich begleite dich dorthin.", fing er an, doch merkte er, dass Phila ihm gar nicht richtig zuhörte.
      "Ball? Einladung? Ich möchte mit dir hingehen.", wiederholte er und man merkte ihm zunehmend an, dass seine Geduld so langsam den Faden verlor.
    • Ich presste die Lippen zusammen und spürte, wie meine Handtasche fast von der Schulter rutschte, während mein Blick fieberhaft die Sitzreihen absuchte. Da! Das dunkle Leder des Einbands schimmerte zwischen den leeren Plätzen hervor. Gott sei Dank, es lag noch da. Ich bemerkte nur am Rande, wie Chris sich betont lässig an die Bande lehnte und auf mich herabsah, als wäre er der Regisseur in diesem schlechten Film. Seine Worte schwirrten nur wie lästige Insekten in meinem Kopf herum, während ich eigentlich nur berechnete, wie viele Sekunden ich bräuchte, um die Stufen wieder hinaufzueilen. Ich trat einen bewussten Schritt zurück einerseits, um seinem aufdringlichen Parfüm zu entkommen, und andererseits, um einen besseren Winkel zur Tribüne zu haben. Die sterbliche Welt war in Gefahr, und er redete von Tanzveranstaltungen.
      Als er dann jedoch schon wieder
      ...oder immer noch ... so abschätzig über meinen Ayakashi sprach, als wäre er bloß ein stumpfer Sportler, der nicht in seine feinen Vorstellungen passte, spürte ich, wie der Ärger in mir aufstieg. Ich musste tief durchatmen und mich zwingen, meine Aura unter Verschluss zu halten. Eine einzige unbedachte Emotion könnte hier die Lichter flackern oder den Hallenboden beben lassen. Ich trug die Verantwortung, meine Kräfte zu beherrschen, egal wie sehr dieser Sterbliche mich reizte.
      Du bist keine Sterbliche. Du bist eine Göttin, Philomena. Und genau deshalb… darfst du es dir nicht leisten, die Kontrolle zu verlieren.
      "Ach ja? Woher willst du das eigentlich wissen?", entgegnete ich mit einer Kühle, die ihn sichtlich überraschte. Ich sah ihm nun direkt in die Augen, während ich mein Kinn hob. "Wenn du mich wirklich so gut kennst, wie du behauptest, dann überleg doch mal ganz scharf, was es zu bedeuten hat, dass du bereits zweieinhalb Mal fragen musstest."
      Ich wartete seine Antwort gar nicht erst ab. Meine Geduld war am Ende, genau wie meine Zeit. Mit einer fließenden Bewegung schob ich mich an ihm vorbei, um endlich zu der Treppe zu gelangen. "Entschuldige mich jetzt, Chris. Ich habe wirklich keine Zeit für... diese Spielchen. Du kommst schon selbst auf die Antwort.", murmelte ich im Vorbeigehen, während mein Blick bereits wieder an den Stufen klebte. Jede Sekunde, die dieses Manuskript dort oben ohne meine Aufsicht lag, fühlte sich an wie ein Spiel mit dem Feuer.

      Ich hastete die Stufen hinauf, während das dumpfe Quietschen der Turnschuhe und das rhythmische Prellen des Balls hinter mir zu einer fernen Kulisse verschwammen. Mein Fokus lag allein auf der Sitzreihe. Nur noch drei Stufen... nur noch zwei... Als ich jedoch an meinem Platz ankam, blieb mir fast das Herz stehen. Das Buch lag nicht mehr da!
      Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, der rein gar nichts mit der Klimaanlage der Halle zu tun hatte. Ich starrte auf das leere Holz der Bank. Ich wusste genau, dass ich es direkt neben meiner Tasche liegen gelassen hatte. Hektisch sah ich mich um, mein Blick scannte die Umgebung. Doch dann bemerkte ich eine kleine Gruppe von Fans der Gegner zwei Reihen weiter oben. Eine Schülerin hielt das schwere Manuskript in den Händen und versuchte gerade, den ledernen Verschluss zu lösen. Mein Atem stockte. "Nein!", rief ich leise, während ich mich bereits in Bewegung setzte. Wenn sie es öffneten, würden sie vielleicht nur leere Seiten sehen, aber die Energie der Runen war für Sterbliche völlig instabil. Ich bahnte mir den Weg durch die Beine der anderen Zuschauer. "Entschuldigung... darf ich mal kurz vorbei? Danke..." Dabei warf ich einen kurzen, panischen Blick zurück zum Spielfeld. Das musste ich wohl lieber allein regeln. Die Schülerin spielte bereits mit neugierigen Fingern an der ersten Rune des Einbands. "Oh, da ist es ja!", sagte ich mit einer Stimme, die hoffentlich entspannter klang, als ich mich fühlte. Ich setzte mein charmantestes Lächeln auf, auch wenn meine Finger zitterten. "Das habe ich eben gesucht. Vielen Dank, dass du es für mich aufgehoben hast."
      Ich streckte zuckersüß lächelnd die Hand aus. Das Mädchen blinzelte perplex, doch schließlich gab sie mir höflich nickend das schwere Ding zurück. "Oh, bitte sehr! Wir dachten schon, das hätte jemand vergessen. Es sieht... wirklich alt aus.", sagte sie leise.
      "Ja, ein Familienerbstück. Sehr wertvoll.", log ich und presste das Buch sofort schützend gegen meine Brust. Ich wollte mich gerade abwenden, als die Gruppe der Mädchen mich plötzlich einkesselte. Ihre Augen leuchteten vor reiner Neugier. "Du bist doch von hier, oder?", fragte eine andere mit einem vielsagenden Grinsen und deutete zum Spielfeld. "Sag mal, die Jungs von eurem Nobelschuppen... sind die alle so gutaussehend? Ich meine, Nummer 7 und 12 sind süß, aber der da..." Sie deutete direkt auf Daiki, der gerade wie ein Schatten an seinem Gegner vorbeizog. "Er ist ja fast schon unheimlich gut. Und dieser Blick! So gefährlich. Ist er noch zu haben?"
      Ich spürte, wie meine Wangen augenblicklich heiß wurden. Da saß ich nun, die Hüterin uralter Geheimnisse, und wurde von sterblichen Teenagern über den Beziehungsstatus meines göttlichen Breitschwerts verhört.
      "Er sieht dich die ganze Zeit an, als seist du der Hauptgewinn.", warf das erste Mädchen ein und legte den Kopf schief. "Ist das dein Freund? Ihr seid zusammen, oder?"
      Ich hielt das Buch fester. Für diese Sterblichen war die Welt so wunderbar simpel. Sie sahen die Funken, die ständigen Blicke, die Art, wie er mich gegen Chris verteidigt hatte und für sie gab es nur eine logische Erklärung. Sie konnten das heilige Band zwischen einer Gottheit und ihrer Waffe nicht sehen. In ihren Augen war es schlicht und ergreifend... Liebe.
      Ohhh... sie hatten ja keine Ahnung. Es wäre so einfach, in ihrer Welt zu leben. Keine Runen, keine Chimären, nur ein Mädchen und ein Junge... so wie letztens in seinen Armen... M-moment! Konzentrier dich, Philomena!!! Ich schluckte schwer. "So in etwa.", murmelte ich, nickte ihnen kurz zu und flüchtete zurück zu meinem Platz. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. So in etwa', Philomena? Ernsthaft?, ermahnte ich mich innerlich, während ich das Buch endlich sicher in meiner Tasche verstaute.

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      Auch wenn es sich anfangs als schwierig erwies, hatte ich doch recht schnell meine Konzentration wieder. Phila hatten diesen Typen abserviert (glaubte ich zumindest) und saß wieder auf der Tribüne. Mit ihrem Buch in der Hand. Natürlich. Das Buch. Innerlich musste ich lächeln. Der Zwerg war nebenbei auch eine kleine Streberin. Aber ohne sie und das Buch konnten wir auch den Auftrag nicht beenden. Also musste sie auch eine kleine Streberin bleiben. Doch war sie meine Streberin und nicht die des Schmarotzers. Ähm moment mal.... nun naja. Meine Herrin eben.
      Wieder im Spiel nahm ich mit Leichtigkeit den Gegnern den Ball ab und dribbelte zurück zum Korb. Inzwischen waren wir schon im 4. Viertel und und 10 Punkte mehr als das andere Team. Ich wollte unbedingt noch zuschlagen. Und das würde ich auch. Ich wollte einen viel größeren Abstand. Es mussten noch mehr Punkte rein. Sie sollten aufgeben. Ihre Blicke sollten enttäuscht sein. Ja! Ich gewinne.
      Völlig in meinem Wahn machte ich Punkte um Punkte. Sei es der Weitwurf oder eben ein Dunk. Obwohl mir der Dunk am meisten Spaß machte. Dann kam der tiefe Piepton und völlig außer Atem stützte ich mich auf meine Knie ab. Meine Haare waren nass vom Schweiß, einzelne Tropfen liefen meine Schläfe runter und auch mein Shirt hatte einige dunkle Flecken. Ich nahm meinen Kragen und wischte mir den Schweiß von der Stirn, ehe ich zur Tafel sah, an dem die abgelaufene Zeit und die Punktzahl drauf standen. 67 zu 48. Wir haben gewonnen! Voller Freude rannten alle auf mich zu. Es gab einen großen Knäuel und alle freuten sich. Ich löste mich jedoch von ihnen und rannte zu Phila, packte sie an den Hüften und wirbelte sie um mich rum.
      "Wir haben gewonnen!", rief ich grinsend und drückte sie an mich. Doch erst dann merkte ich, in was für eine Position ich uns gebracht hatte. Schnell ließ ich sie runter und räusperte mich.
      "Ähm... 'tschuldige."
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      Mein Herz raste noch immer, doch dieses Mal war es kein Schreck, sondern die pure Freude über Daikis Sieg. Ich hatte gerade erst die Gelegenheit gefunden, das Runenbuch sicher in meiner Tasche zu verstauen, als er auch schon mit einer unglaublichen Geschwindigkeit die Tribüne heraufgeschossen kam. Er wirkte in diesem Moment wie eine unaufhaltsame Naturgewalt. Völlig verschwitzt, berauscht vom Sieg und geladen mit einer Energie, die die Luft um ihn herum förmlich zum Knistern brachte.
      Bevor ich ihm auch nur gratulieren konnte, spürte ich seine großen, heißen Hände an meinen Hüften. Er packte mich so unverhofft, dass ich mir einen überraschten Quietscher nicht verkneifen konnte, als er mich mit einer Leichtigkeit in die Luft hob, als wäre ich tatsächlich nicht mehr als eine Feder. Die Welt drehte sich um mich herum: die bunten Trikots, das grelle Hallenlicht und sein strahlendes, ungefiltertes Grinsen.
      Dieser plötzliche Körperkontakt fühlte sich an wie ein elektrischer Schlag, der direkt durch meine göttliche Essenz fuhr. Sein Trikot war feucht, seine Haut knallheiß vom Adrenalin, und ich spürte jeden einzelnen Fingerabdruck auf meinem Körper. Es war so weit weg von der förmlichen Distanz, die wir eigentlich wahren sollten, und doch fühlte es sich in diesem Moment richtiger an als alles andere. Unser uraltes Band war plötzlich keine Pflicht mehr, sondern pure knisternde Energie.
      Er drückte mich fest an sich, und ich spürte die Hitze seines Körpers durch mein dünnes Oberteil. Der Geruch von Anstrengung und Adrenalin hüllte mich ein, und automatisch krallten sich meine Finger in seine verschwitzten Schultern. Für einen Moment war der Drang fast unerträglich, mich einfach vorzulehnen und ihm, genau wie neulich auf dem Dach, einen Kuss auf die Wange zu drücken... oder sogar mehr. Aber er hatte gesagt, ich solle das lassen. Und eine Göttin sollte wohl lernen, ein 'Nein' zu akzeptieren, egal wie sehr ihr Herz gerade Purzelbäume schlug.
      Doch dann, so plötzlich wie der Wirbelsturm begonnen hatte, ließ er mich wieder auf den Boden gleiten. Die plötzliche Kühle fühlte sich seltsam leer an. Er wandte den Blick ab, räusperte sich und wirkte fast schon panisch über seine eigene Spontaneität. Ich kicherte leise, ehe ich mir hastig den Rock glatt strich. Auch wenn mein Gesicht wahrscheinlich mit der roten Anzeigetafel um die Wette leuchtete, zwang ich mich zu einem ruhigen Tonfall. "Schon gut", erwiderte ich und schenkte ihm ein Lächeln, das tiefer ging als jede Höflichkeitsfloskel. "Dann... dann sind wir wohl quitt. Du weißt schon, wegen..." Ich tippte mir vielsagend mit dem Zeigefinger an die Wange. "...dem Dach." Ich sah ihn an, während die jubelnde Menge im Hintergrund verschwamm. In diesem Moment sah ich nicht den mürrischen Lulatsch, nicht das stolze Ayakashi-Breitschwert, sondern den Jungen, der gerade alles gegeben hatte. "Herzlichen Glückwunsch, Daiki. Du warst unglaublich da unten", sagte ich leise und sah ihm fest in die Augen, während ich gegen das wohlige Flattern in meiner Brust ankämpfte. "Ich bin wirklich wahnsinnig stolz auf dich."sah ihm fest in die Augen, während ich gegen meinen eigenen Herzschlag in meiner Brust ankämpfte. "Ich bin wirklich wahnsinnig stolz auf dich."
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