Tava war bereit, als sie am Morgen kamen. Sie hob den Kopf an, sodass er weder zu weit oben, noch zu weit unten war, und folgte den Lacerta ohne zu zögern nach draußen.
Der Platz war noch immer voll, als hätten sich die Leute nicht schlafen gelegt. Wie schon beim letzten Mal führte eine kleine Schneise Tava von der Hütte bis zum Ältesten, aber diesmal war alles anders. Die Stimmung war anders. Die Leute tuschelten nicht mehr miteinander, sie starrten nur noch. Das Feuer brannte noch, aber es war nicht mehr so groß wie am Vortag. Das Interesse an der ganzen Prüfung hatte sich... verschoben.
Tava ballte die Hand zur Faust um das Tuch zu spüren, das sie darum gewickelt hatte. Das Tuch war fleckig, ihre Hörner glänzten leicht im Morgenlicht. Sie ging aufrecht und selbstbewusst, zeigte diesmal niemandem ihre Hörner. Diesmal musste sie nicht.
Doch der Mut sank ihr herab und ihr schlagendes Herz raste noch mehr, als sie am Rand der Menge die beiden Männer entdeckte, die sie von allen hier am meisten interessierte. Malleus kniete auf dem Boden, fast schon unterwürfig, den Kopf gesenkt, die Haare in einem vom Wald zerrupften Chaos. War das Blut - Blut auf seiner Schulter? Und Devon, der daneben stand, die Kleider zerfetzt wie von einem Tier - einem Drachen vielleicht? Waren sie von einem Drachen angegriffen worden? Devon blutete - er blutete - und in seinem Blick lag etwas so dunkles, dass Tava davon eine Gänsehaut bekam. Was?, wollte sie ihn fragen und die ganze Zeremonie anhalten, um seine Antwort zu hören. Was ist passiert? Was hast du gesehen? Was habt ihr gemacht? Aber Devon rührte sich nicht und Malleus hatte sie gar nicht erst gesehen. Was ist mit Malleus?
Die beiden Lacerta schoben sie an, nachdem Tava langsamer geworden war, und dann stand sie auf dem gleichen Fleck wie gestern vor dem Ältesten. Tava musste ihre Aufmerksamkeit willentlich auf den Mann vor ihr richten, um nicht weiter ihre beiden Männer anzustarren. Sie schluckte und legte die andere Hand um ihr Tuch. Ruhe bewahren, zusammenreißen. Alles würde gut werden. Sie würde sie alle retten und dann würden sie von hier verschwinden können. Tava würde das schaffen.
"Nein", sagte sie laut und deutlich in der Sprache der Lacerta. Dabei sah sie dem Ältesten direkt in die Augen. "Ihr bekommt meine Hörner nicht."
Es dauerte keine drei Sekunden, bis die Lacerta einschritten. Wie schon am Vortag war es ein unsichtbares Zeichen, auf das hin drei Lacerta sich aus der Menge schälten und auf Tava stürzten. Es war genau wie bei Malleus.
Doch Tava war darauf vorbereitet. Auf so etwas hatte sie gezählt. Sie wirbelte herum und das Klicken ihres Ringes brachte den letzten Tropfen Öl in dem kleinen Gefäß zum Brennen. Die Flamme leckte sofort an dem öligen Tuch.
Ihre Hand ging in Flammen auf. Die Lacerta erreichten sie und packten sie. Ihre Arme wurden auf den Rücken gezogen und für einen Moment bekam Tava es mit der Angst zu tun; sie schaffte es nicht. Sie war zu langsam. Sie konnte mit der Schnelligkeit der Lacerta nicht mithalten. Panisch riss sie sich herum und ihre brennende Hand bekam ein Stück Stoff zu fassen. Der betroffene Lacerta ließ einen Moment ab und der Moment reichte ihr, um ihre Hand zu befreien. Sie riss sie nach oben.
Ihre Hörner gingen in Flammen auf. Das wenige Öl aus dem Ring war kaum genug für Hörner und Tuch gewesen, doch die dünne Schicht reichte aus, um beides für einen Moment am Brennen zu halten. Und solang es erst einmal brannte, brauchte das Feuer nur Brennstoff - von dem es hier genug gab. Tava musste ihm nur genug zum Fressen geben.
Sie riss die brennenden Hörner herum und stieß sie dem zweiten Lacerta gegen die Brust. Sein Harnisch fing Feuer. Tava wirbelte gleich wieder herum, suchte nach dem brennenden Scheiterhaufen. Dorthin würde sie gehen, dort war sie sicher. Tava würde nicht ohne einen Kampf untergehen.
Der Platz war noch immer voll, als hätten sich die Leute nicht schlafen gelegt. Wie schon beim letzten Mal führte eine kleine Schneise Tava von der Hütte bis zum Ältesten, aber diesmal war alles anders. Die Stimmung war anders. Die Leute tuschelten nicht mehr miteinander, sie starrten nur noch. Das Feuer brannte noch, aber es war nicht mehr so groß wie am Vortag. Das Interesse an der ganzen Prüfung hatte sich... verschoben.
Tava ballte die Hand zur Faust um das Tuch zu spüren, das sie darum gewickelt hatte. Das Tuch war fleckig, ihre Hörner glänzten leicht im Morgenlicht. Sie ging aufrecht und selbstbewusst, zeigte diesmal niemandem ihre Hörner. Diesmal musste sie nicht.
Doch der Mut sank ihr herab und ihr schlagendes Herz raste noch mehr, als sie am Rand der Menge die beiden Männer entdeckte, die sie von allen hier am meisten interessierte. Malleus kniete auf dem Boden, fast schon unterwürfig, den Kopf gesenkt, die Haare in einem vom Wald zerrupften Chaos. War das Blut - Blut auf seiner Schulter? Und Devon, der daneben stand, die Kleider zerfetzt wie von einem Tier - einem Drachen vielleicht? Waren sie von einem Drachen angegriffen worden? Devon blutete - er blutete - und in seinem Blick lag etwas so dunkles, dass Tava davon eine Gänsehaut bekam. Was?, wollte sie ihn fragen und die ganze Zeremonie anhalten, um seine Antwort zu hören. Was ist passiert? Was hast du gesehen? Was habt ihr gemacht? Aber Devon rührte sich nicht und Malleus hatte sie gar nicht erst gesehen. Was ist mit Malleus?
Die beiden Lacerta schoben sie an, nachdem Tava langsamer geworden war, und dann stand sie auf dem gleichen Fleck wie gestern vor dem Ältesten. Tava musste ihre Aufmerksamkeit willentlich auf den Mann vor ihr richten, um nicht weiter ihre beiden Männer anzustarren. Sie schluckte und legte die andere Hand um ihr Tuch. Ruhe bewahren, zusammenreißen. Alles würde gut werden. Sie würde sie alle retten und dann würden sie von hier verschwinden können. Tava würde das schaffen.
"Nein", sagte sie laut und deutlich in der Sprache der Lacerta. Dabei sah sie dem Ältesten direkt in die Augen. "Ihr bekommt meine Hörner nicht."
Es dauerte keine drei Sekunden, bis die Lacerta einschritten. Wie schon am Vortag war es ein unsichtbares Zeichen, auf das hin drei Lacerta sich aus der Menge schälten und auf Tava stürzten. Es war genau wie bei Malleus.
Doch Tava war darauf vorbereitet. Auf so etwas hatte sie gezählt. Sie wirbelte herum und das Klicken ihres Ringes brachte den letzten Tropfen Öl in dem kleinen Gefäß zum Brennen. Die Flamme leckte sofort an dem öligen Tuch.
Ihre Hand ging in Flammen auf. Die Lacerta erreichten sie und packten sie. Ihre Arme wurden auf den Rücken gezogen und für einen Moment bekam Tava es mit der Angst zu tun; sie schaffte es nicht. Sie war zu langsam. Sie konnte mit der Schnelligkeit der Lacerta nicht mithalten. Panisch riss sie sich herum und ihre brennende Hand bekam ein Stück Stoff zu fassen. Der betroffene Lacerta ließ einen Moment ab und der Moment reichte ihr, um ihre Hand zu befreien. Sie riss sie nach oben.
Ihre Hörner gingen in Flammen auf. Das wenige Öl aus dem Ring war kaum genug für Hörner und Tuch gewesen, doch die dünne Schicht reichte aus, um beides für einen Moment am Brennen zu halten. Und solang es erst einmal brannte, brauchte das Feuer nur Brennstoff - von dem es hier genug gab. Tava musste ihm nur genug zum Fressen geben.
Sie riss die brennenden Hörner herum und stieß sie dem zweiten Lacerta gegen die Brust. Sein Harnisch fing Feuer. Tava wirbelte gleich wieder herum, suchte nach dem brennenden Scheiterhaufen. Dorthin würde sie gehen, dort war sie sicher. Tava würde nicht ohne einen Kampf untergehen.

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