"Aber ich mag sie bestimmt nicht so wie sie mich mag. Ich mag Hector - Tessa wird bestimmt nicht wollen, dass ich sie so mag wie einen Elefanten!"
Ella klopfte ihm aufmunternd auf die Schultern. Das musste Chester ganz alleine herausfinden, aber die alte Frau hatte bereits eine Ahnung welche Form von Mögen ihm gerade den letzten Nerv raubte."Wird mich das wirklich glücklich machen?"
„Vielleicht“, antwortete Ella. „Vielleicht auch nicht. Das wirst du selber herausfinden müssen.“
Sie beobachtete wie es in Chester arbeitete, wie er die Gedanken von links nach rechts wälzte. Ein paar Minuten länger und ihm wäre von all der Grübelei Rauch aus den Ohren gequollen. Das Kichern konnte Ella sich einfach nicht länger verkneifen.
"Wieso muss es Liebe geben? Wer hat sich sowas denn nur ausgedacht?"
Das brachte sie zum Lachen. Ella schüttelte den Kopf und ihre dünnen grauen Locken standen danach noch wilder ab als zuvor. Als Chester den Kopf in seinen Händen vergrub, tätschelte sie ihm verständnisvoll den Hinterkopf.
„Hm, wahrscheinlich ein Frau, die es liebte ihre Männer in den Wahnsinn zu treiben.“
Ella verabschiedete Chester.
Sie stand im Türrahmen ihres Wagens und winkte ihm hinterher. Den gestrickten Überwurf, den sie sich gegen die Brise um die Schultern gelegt hatte, zog sie etwas enger. Ella hoffte, dass alles gut ausgehen würde. Die Gewissheit, dass Chester vielleicht Tessa an seiner Seite haben könnte - wenigstens für eine Weile - beruhigte die alte Dame. Die Diebin, die sich hartnäckig hielt und sich nicht von Chester abschrecken ließ, konnte sein Sicherheitsnetz sein wenn -
Ella schüttelte den Kopf. Die Tickets warteten und jünger wurde sie auch nicht, wenn sie weiter hier herumstand.
Die Vorstellung war in vollem Gange. Hinter dem Vorhang ertönte überschwänglicher Applaus und flutete auch den hinteren Teil des großen Showzelts. Im Hintergrund der Manege herrschte eine einzigartige Energie, der sich Niemand entziehen konnte. Tessa trat von einem Fuß auf den Anderen, bis Owl ihr beide Hände auf die Schultern legte.
Dieses kleine Ritual hatten sich das ungleiche Paar bereits nach den ersten Vorstellungen angewöhnt. Im gleichen Rhythmus wie Owl zu atmen, beruhigte die aufgewühlten Nerven. Gleichzeitig wusste Tessa, dass Owl, ganz gleich was zwischen ihnen stand, ihr immer den Rücken freihielt. Sie waren ein Team. MIt den großen Händen auf den Schultern ließ sie sich zum Eingang der Manege führen. Ein paar Minuten noch, dann würde das Zelt kurz in Dunkelheit getaucht werden und sich der Vorhang für sie öffnen. Um sie herum flitzten Kostüm- und Maskenbildner kreuz und quer durch die Artisten und Darsteller. Frisuren wurden gerichtet, Kostüme zurechtgezupft, verwischte Schwinke korrigiert und-
"Hallo Tessa."
Sie blinzelte ihn an als hätte sie einen Geist gesehen."Der Abend gestern hat mir gefallen."
Was?
Owls Finger auf ihren Schultern zuckten. Gut, sie hatte also vor Aufregung keine Halluzination. Der Messerwerfer sah und hörte Chester auch. Gott, Tessa wusste, dass sie starrte als wäre dem Mann ein zweiter Kopf gewachsen.
"Ich finde, wir sollten uns nochmal gemeinsam hinsetzen und die Sache durchdenken. Was meinst du?"
Um Tessa herum wurde es plötzlich ganz still. Nicht wirklich, aber ihr Unterbewusstein blendete den Trubel aus.Was?
Owls Finger auf ihren Schultern zuckten. Gut, sie hatte also vor Aufregung keine Halluzination. Der Messerwerfer sah und hörte Chester auch. Gott, Tessa wusste, dass sie starrte als wäre dem Mann ein zweiter Kopf gewachsen.
"Ich finde, wir sollten uns nochmal gemeinsam hinsetzen und die Sache durchdenken. Was meinst du?"
Ganz langsam kroch ein sanftes Lächeln über ihre Lippen.
"Ja. Klingt gut", antwortete sie. "Hol mich nach der Vorstellung am Ausgang ab."
Tessa wartete, wie versprochen, am Hinterausgang des Zeltes, der allein für die Nutzung durch die Angestellen gedacht war und seine Pforten direkt ins Herz des Zirkus Magica öffnete. Von da aus war es weder weit zu den Ställen, noch zum Kantinenzelt oder ihren Schlafwagen. Tessa saß auf einer Kiste mit aussortierten Requisiten und ließ die Beine baumeln.
Sie trug eine dünne Jacke, die den milden Frühlingstemperaturen entsprach und war ansonsten in ihre übliche Pulli-und-Hose-Kombi geschlüpft. Sie war doch ein wenig nervös, weshalb sie vergessen hatte das komplette Makeup zu entfernen und ihre Augen immernoch mit schwarzer Kohle umrahmt waren.
Erschöpft aber trotzdem irgendwie aufgekratzt von der Vorstellung strömten alle Anderen an ihr vorbei. Die neugierigen Blicke ignorierte sie, so gut wie es irgendwie ging. Tessa war sich ziemlich sicher, dass Owl, die Klatschtante, geplappert hatte. Roy hielt den Daumen hoch, als er an ihr vorbei ging, was Tessa sichtlich irritierte. Malias Blick war schwer zu deuten, seit dem kleinen Vorfall am Wagen, ging die Frau ihr sowieso aus dem Weg. Owl zuckte entschuldigend mit den Schultern und trollte Malia hinterher.Irgendwann wurde es ruhiger bis sie nur noch das entfernte Schnauben aus den Stallzelten vernehmen konnte.
Als Chester auftauchte, legte Tessa lächelnd den Kopf schief.
"Hey...", begrüßte sie ihn.
Als Chester auftauchte, legte Tessa lächelnd den Kopf schief.
"Hey...", begrüßte sie ihn.
“We all change, when you think about it.
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
