The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    • Ezra

      Okay. Offensichtlich hatte Andrew ähnlich starke Gefühle für seinen Geburtstag, wie Ezra für den Valentinstag, nur in eine andere Richtung. Eine vollkommen andere, fast schon bedenklich negative Richtung. Ezra lächelte leicht, während er zuhörte und nickte und nebenbei in seinen Nudeln stocherte, die seiner Meinung nach, genau richtig gesalzen waren. Er schüttelte auf Andrews Nachfrage hin kurz mit dem Kopf.
      "Ich schätze, ich sollte deinen Geburtstag lieber nicht im Kalender markieren?", fragte er vorsichtig. Andrew hatte nicht ganz Recht gehabt - seinen eigenen Geburtstag hatte Ezra auch nie wirklich gefeiert. Nicht, wegen irgendeiner Angst vor dem Alter, sondern schlicht, weil Geburtstage in seiner Familie nie ein großes Event gewesen waren. Die Bemühungen seiner Eltern waren nie über einen Geburtstagskuchen hinaus gegangen, was meistens dazu geführt hatte, dass er und seine Geschwister etwas unter sich gemacht hatten. Dafür hatten Ada und er sich bei Liz' Geburtstagen immer ins Zeug gelegt und er musste zugeben, dass er eventuell auch einen kleinen Abschnitt zu Geburtstagen in seinem Planungsordner hatte. Natürlich hätte er Andrews Geburtstag irgendwie gefeiert.
      "Wir feiern so, wie du es willst. Oder feiern eben gar nicht." Er zuckte kurz mit den Schultern. "Aber denkst du nicht, dass du ein bisschen zu jung bist, um so negativ über das Alter zu denken?", er konnte nicht anders, als leicht zu lachen. Gut, er selbst mochte vielleicht ein wenig zu dramatisch gewesen sein, als ihre Reservierung nicht funktioniert hatte, aber Andrew schien seine eigenen dramatischen Themen zu haben. "Ich hab immer gehört, dass die Dreißiger der beste Lebensabschnitt sein soll." Und eigentlich hatten sie aktuell auch wirklich keinen Grund, sich zu beschweren, oder?
      "Obwohl das auch vollkommen egal ist", fuhr er fort, als er realisierte, dass Andrew das Thema wahrscheinlich nicht angesprochen hatte, um darüber zu diskutieren und sich das eigene Alter vor Augen zu führen. "Willst du den Film von eben weiterschauen, oder möchtest du irgendwas anderes gucken?" Er lehnte sich kurz zu Andrew herüber, um ihm einen Kuss auf die Wange zu drücken.
    • Andrew

      Ezras Argumente hatte Andrew jedes Mal gehört, wenn einer seiner Kollegen hinter sein Geburtsdatum gekommen war. Wieso feierst du nicht? Du bist so jung, wie kann man sich da schon am Älterwerden stören?
      Er konnte nicht anders, als Ezra einen vielsagenden Seitenblick zuzuwerfen. Er musste ihm wirklich nicht erklären, was an den Dreißigern so toll war. Ungefähr das gleiche hatte er über die Zwanziger auch gehört, und am Ende war er immer dieselbe Person geblieben, nur mit einer Falte mehr pro Jahr — und bezeichnend weniger Lebensenergie. Er war fit, aber er spürte die winzigen Veränderungen sehr deutlich. Er verstand nicht, wie nicht jeder diese Angst haben konnte, irgendwann aufzuwachen, und plötzlich nicht mehr in der Lage zu sein, sein Leben wie vorher weiterzuleben. Mit jedem Tag bewegte man sich stetig auf diesen Moment zu. War das nicht grauenvoll? Zumindest war es nichts zu feiern. Vielleicht fand Ezra das genauso unverständlich, wie Andrew seine Flugangst, aber so hatten sie wenigstens beide ihre Macken.
      „Mhhm, lass uns den Film von vorhin weiterschauen während dem Essen. Und nachher… irgendwas, das nicht notwendigerweise viel Aufmerksamkeit braucht?“ Gut, dass sich jedes Thema schnell verdrängen ließ, wenn man ein Ziel vor Augen hatte. „Vielleicht irgendwas, das wir schonmal gesehen haben“, murmelte er. Okay, vielleicht musste er sich von dem Gespräch noch ganz kurz erholen. Alleine darüber nachzudenken trübte seine Stimmung immer ein wenig. War wohl doch keine so glänzende Idee gewesen, das genau heute anzusprechen.
      Andrew lehnte den Kopf einen Moment an Ezras Schulter, was mittlerweile irgendwie eine seiner Selbstberuhigungs-Taktiken war. Glücklicherweise dauerte es nicht lange, bis ihn die Körperwärme und sein Geruch motivieren, kurz den Kopf zu drehen und ihm einen Kuss in den Nacken zu geben, bevor er sich wieder aufsetzte und weiteraß. Yup, funktionierte jedes Mal. Schon war er wieder besser drauf.
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    • Ezra

      Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen drehte Ezra den Kopf zur Seite, um Andrew einen Kuss aufs Haar zu drücken. Hoffentlich waren damit die Tiefpunkte des Abends durch. Mit jeder Sekunde, die sie hier saßen, entspannte sich Ezra ein wenig mehr. Es war immer noch nicht der Abend, den er sich vorgestellt hatte, aber es war wirklich gemütlich. Und er hatte soeben Andrews Geburtstag erfahren, was…extrem spät war. Fast zehn Jahre seit sie sich kannten, zwei Monate Beziehung und jetzt fand er erst heraus, wann sein Freund geboren wurde. Vielleicht sollten sie sich doch irgendwann mal zusammensetzen und die wichtigsten Eckpunkte ihres Lebens durchsprechen. Aber nicht heute. Nicht, wenn die Alternative so viel besser war.
      Ezra wandte sich wieder seinen Nudeln zu, bevor er einen kurzen Blick auf den Film warf. “Weißt du…eigentlich hab ich bei dem hier schon nicht aufgepasst…”




      Steve

      Valentinstag. Steve war dermaßen darauf konzentriert gewesen, die Hochzeit zu überleben, dass er sich keine Gedanken zu dem Zeitraum danach gemacht hatte. Er hatte nicht mal überlegt, Thomas zu fragen, ob er etwas machen wollte, bevor es sowieso zu spät war, um sich Urlaub zu nehmen. Aber hätten sie überhaupt etwas gemacht? Ihre Beziehung war noch so neu…aber nachdem er schon mit zu einer Hochzeit in Thomas’ Familie genommen wurde, fehlte Steve jeder Bezug dazu, was normal bei ihnen war und was zu viel.
      Mit einem frustrierten Seufzen klickte Steve durch seine Mails. Er hatte keine davon wirklich aufmerksam gelesen. Die meisten hatte er sich für morgen markiert, während er alle paar Minuten auf die Uhr sah, um seinen Feierabend nicht zu verpassen. Er hatte den ganzen Tag schon nicht mit Thomas verbracht, da wollte er wenigstens den ganzen Abend haben. Vielleicht würde er auf dem Rückweg irgendwo zwischenstoppen und Zutaten fürs Abendessen kaufen, irgendwas, was Thomas mochte. Vielleicht noch Blumen, wenn das nicht so furchtbar unkreativ wäre.
      Das alles war eine einzige Katastrophe. Er liebte seinen Freund. Er wollte nicht, dass Thomas dachte, dass er sich keine Mühe gab. Aber das war irgendwie das einzige, was ihm durch den Kopf ging, seit er angefangen hatte, sich Gedanken über den Valentinstag zu machen - er liebte Thomas und er wollte ihm genau das sagen. Ihm fehlte nur ein Plan für…alles andere halt.
      Steve seufzte erneut und schaltete seinen Computer aus. Es brachte sowieso nichts mehr und die zehn Minuten, die er früher ging, würde ihm schon niemand übel nehmen. Er schnappte sich seinen Motorradhelm und warf einen kurzen Blick zurück ins Büro, um sicher zu gehen, dass er nichts vergessen hatte, bevor er die Tür hinter sich zu zog.
      Er stoppte tatsächlich kurz zwischen, um einzukaufen, auch, wenn er furchtbar unkonzentriert dabei war. Er hoffte einfach, dass er nichts vergessen hatte, während er eine Tafel Schokolade für Thomas einpackte und die Kassen ansteuerten. Es war wenig los. Wahrscheinlich waren die meisten anderen Leute mit gut durchgeplanten, romantischen Dates beschäftigt, während sein Gewissen immer schlechter wurde.
      Seite Stimmung hob sich nicht, als er endlich sein Motorrad abstellte und seinen Haustürschlüssel aus seiner Tasche zog. Dafür war er nun furchtbar nervös. Er spielte mit der Einkaufstüte, während er die Stufen zur Wohnung hoch ging. Wie sagte man seinem Freund am besten, dass man ihn liebte? Wie hatte er das bisher immer gemacht? Er hatte das Gefühl, dass sein Kopf vollkommen leer war, als er den Schlüssel in der Wohnungstür drehte. Es würde schon irgendwie funktionieren. Nicht?
    • Thomas

      Es war dezent herausfordernd, den Mut für etwas zu finden, das Steve und er noch in keiner Weise besprochen hatten. Es wäre aber auch zu leicht gewesen, mal schnell zu fragen 'Hey, wollen wir am Valentinstag was unternehmen oder sind wir uns einig, dass das ein völlig unnötiger Tag ist?'. Die Tage nach der Hochzeit war Thomas erst irgendwann aufgefallen, dass sie beinahe den 14. Februar hatten und weil er war, wie er war, hatte er versäumt, mit Steve irgendetwas abzuklären. Die Verzweiflung schien ihm bei der Arbeit ins Gesicht geschrieben gewesen zu sein, und so hatte Serena ihm letztlich einen Rat gegeben, den er im Nachhinein betrachtet am liebsten nie gehört hätte, damit sie heute einfach einen stinknormalen Abend miteinander verbringen konnten. Vielleicht hätte er eine Tafel Schokolade gekauft, das war's. Auch wenn man es glauben würde, war Leona vom Valentinstag nicht sonderlich begeistert gewesen, Thomas ebenfalls nicht, und damit hatte sich die Sache erledigt.
      Aber… Serena's 'Ihr seid erst seit ein paar Wochen zusammen und du hast jetzt schon keine Lust auf romantische Feiertage?' hatte ihn ein wenig… stutzig gemacht. Steve und er waren wirklich etwas unromantisch unterwegs, aber sie hatten ja schonmal darüber gesprochen, dass alles so gut war, wie es war. Nur war ihm dieser blöde Satz nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Natürlich war es völliger Schwachsinn, dass er keine Lust auf sowas hatte. Nur… warum sollte es einen einzelnen Tag im Jahr geben, an dem man sich plötzlich mal kurz Mühe gab? Auf der anderen Seite hatte er Steve ja nicht gefragt, was er vom Valentinstag hielt, und jetzt… war er hier. Im Wohnzimmer, zwischen einem Haufen brennender Teelichter, einem Blumenstrauß, Erdbeeren und Schokolade, einem unglaublich grauenvoll eingepackten Pärchen-Bademäntel-Set und seiner eigenen Verzweiflung. Er konnte kaum fassen, dass er früher von der Arbeit nachhause gekommen war, um diesen kitschigen Alptraum zu kreieren. Reichten zehn Minuten aus, um schnell wieder alles wegzuräumen, oder sollte er die Wohnung spontan in Brand setzen? Scheinbar hatte er aber nichtmal mehr genug Zeit, um ein paar Kerzen umzustoßen, weil er bereits die Schlüssel an der Wohnungstüre klirren hören konnte.
      "Oh Gott, oh Gott…" Thomas musste sein panisches Murmeln in den Griff kriegen. Er drehte sich einmal im Kreis, die Hände ungläubig an der Stirn, um seine persönliche Hölle nochmal zu betrachten, bevor er in den Vorraum kam und noch schnell die Schlafzimmertüre zuzog, als könnte das noch etwas daran ändern, dass es dort drin nicht anders aussah. Er lächelte Steve nervös entgegen, als er hereinkam, und bemerkte sofort ein Problem. Er fand keine Worte, weil sein Gehirn sich irgendwo zwischen einer peinlichen Erklärung, einer Entschuldigung und einer Ausrede verirrt hatte.
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    • Steve

      Der Plan war... so einfach, dass er eigentlich kein Plan war und man sofort sehen konnte, dass Steve einfach nur verzweifelt versucht hatte, auf den letzten paar Metern etwas einigermaßen romantisches zusammen zu bekommen. Er würde einfach kochen, sie würden essen, er würde Thomas sagen, wie sehr er ihn liebte und dann würde er sich in den Kalender eintragen, nächstes Jahr früher nachzufragen, was sie am Valentinstag machen wollten. Gott, er war verloren.
      Steve schob die Haustüre auf und wollte gerade in die Wohnung hineinrufen, dass er wieder da war, um Thomas nicht zu erschrecken, als selbiger vor ihm auftauchte und überraschend...nervös aussah. Was Steve unfassbar nervös machte. Wollte Thomas ihm jetzt sagen, dass er sich mehr von dem Tag erwartet hatte? Dass er unglaublich enttäuscht von ihm war?
      "Hey! Ich, äh, hab noch kurz gestoppt, um einzukaufen. Ich hab gedacht, ich könnte-" Steve stockte, als sein Blick an Thomas vorbei ins Wohnzimmer fiel und sein Kopf kurz auf Standby schaltete. Er konnte vom Flur aus nicht viel sehen, aber genug, um Kerzenschein zu erkennen. Steve stellte die Einkäufe vorsichtig neben der Tür auf den Boden, bevor er an Thomas vorbei weiter ins Wohnzimmer hinein ging. Kerzen, Blumen, ein Geschenk, ein Bild wie aus einer RomCom.
      Er stieß ein kleines "Oh" aus, als er die ganze Szenerie sah und drehte sich wieder zurück zu Thomas, ein kleines bisschen überfordert damit, sich daran zu erinnern, wie man sprach. Er schaffte es, ein kleines "Das ist wirklich süß" herauszubekommen, während er nicht wusste, ob er lachen oder weinen sollte. Es war süß. Etwas drüber, aber niedlich und definitiv mehr, als er selbst gemacht hatte. Da war sein schlechtes Gewissen wieder, diesmal durchmischt mit der Sorge, dass seine Vorhänge Feuer fangen könnten.
      "Ich-" Steve deutete kurz verloren auf den generellen Raum um sie herum, bevor er seine Arme um Thomas legte. "Es tut mir so leid, dass ich dich nicht früh genug gefragt habe, was du heute machen möchtest. Ich...hatte vor, eventuell was zu kochen?" Es war so ein schwacher Trost, aber Steve wusste nicht, was er sonst sagen sollte.
    • Thomas

      Es war irgendwie unmöglich, Steves Gesichtsausdruck zu lesen, und Thomas war sich kurz nicht sicher, ob er eher in Richtung 'Süß' oder 'Ich kotze gleich' neigte, aber glücklicherweise sprach er gleich aus, was er dachte. Thomas ließ sich, immer noch schweigend, umarmen. Und dann sagte Steve genau das, was Thomas eigentlich erwartet hatte, und ihm wurde nochmal bewiesen, dass er sich nicht auf Ratschläge anderer Leute verlassen sollte. Steve schien den Valentinstag auch nicht unbedingt anders verbringen zu wollen, als jeden anderen Tag im Jahr. Thomas musste fast hysterisch loslachen, weil der Stress ein wenig von ihm abfiel und das alles gerade furchtbar bizarr war. Glücklicherweise äußerte sich das nur in einem etwas übertriebenen Grinsen, bevor er sich unter Kontrolle bekam.
      Er räusperte sich. "Okay, gut, das klingt gut. Ich hab ehrlich gesagt… nur ein bisschen Panik geschoben, ob du irgendetwas besonderes machen willst. Ich hätte auch einfach… fragen sollen", erklärte er kurzerhand, nachdem er jetzt doch etwas ruhiger war. Sein Freund hatte keine geheime, unglaublich romantische Ader, und war Valentinstag-besessen. Nicht, dass er davon ausgegangen wäre, aber Serena hatte ihn verunsichert.
      "Ähm, jedenfalls… Ich hatte… wirklich nur einen einzigen Plan für heute, aber dann…" Aber dann hatte er Angst, dass Steve ihn für pervers halten würde, wenn er wirklich nichts anderes für ihn vorbereitete, als sich selbst. Und dann war das hier passiert. Dieses… Bild aus der Hölle. "Weißt du was? Bitte pack einfach das Geschenk aus, damit ich im Boden versinken und drüber hinwegkommen kann. Dann reden wir weiter" Er lächelte nervös und lotste Steve zum Couchtisch. Alles, was er gerade wollte, war einige der Kerzen auszublasen, die gefährlich positioniert waren, und dann würde er sich hoffentlich langsam entspannen und Steve erklären können, dass er das alles hier nur machte, weil er ihn liebte, und weil ihm ihre Beziehung unglaublich viel wert war und ihn das manchmal ein bisschen in den Wahnsinn trieb. Und dass er, abseits von dem ganzen Kitsch, den Valentinstag doch irgendwie als praktischen Anlass empfunden hatte, um etwas vorzuschlagen, das ihm schon eine Weile durch den Kopf ging. Und das sollte er besser tun, bevor Steve groß aufkochte, weil er sich definitiv nicht umsonst das traumatisierende Gespräch von Silvester wieder ins Gedächtnis gerufen hatte. Außer natürlich, Steve war müde und hungrig oder hatte irgendeinen anderen Grund, um Thomas zu erlösen, dann würden sie auf den nächsten Valentinstag warten müssen.
      Was genau ihn dazu getrieben hatte, Bademäntel zu kaufen, wusste er auch nicht so ganz genau. Ein Pyjama-Set wäre vielleicht nützlicher gewesen, aber auch… noch kitschiger, und er hatte irgendwo im Hinterkopf so ein verschwommenes Bild von einem Thermenurlaub gehabt, den sie nie machen würden. Zumindest waren sie farblich dezent, dunkelgrau, und flauschig, und konnten somit auch perfekt als Decken-Ersatz beim Frühstücken genutzt werden.
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    • Steve

      "Du musst nicht im Boden versinken. Es ist wirklich...süß", beschwichtigte Steve und drückte Thomas einen schnellen Kuss auf die Lippen, bevor er sich von ihm zum Tisch schieben ließ. "Vielleicht ein bisschen zu viel, aber wenigstens hast du was gemacht. Ich hab absolut gar nichts vorbereitet und eben aus Panik was eingekauft." Er schob ein Teelicht ein bisschen weiter weg von der Kante des Couchtisches. Ein paar der Teelichtständer, die Thomas angezündet hatte, hatte er selbst noch nie benutzt. Meistens waren sie Geschenke seiner Eltern. Steve hatte nie wirklich was für Kerzen über gehabt - man musste zu sehr aufpassen, dass man nicht versehentlich irgendwas anderes in Brand steckte.
      Er zog Thomas mit sich auf das Sofa. So nervös, wie er war, wäre es vielleicht besser, wenn sie beide saßen, während Steve auspackte. Bevor er nach dem Geschenk griff, drückte er Thomas einen weiteren Kuss auf die Schläfe. Je mehr Zeit verstrich, desto...okayer...kam ihm die Situation irgendwie vor. Es war immer noch furchtbar kitschig, aber es war verdammt süß, dass sein Freund sich die Mühe gemacht hatte. Eigentlich müsste es so unglaublich einfach sein, ihm zu sagen, was er fühlte.
      Steve warf Thomas ein kleines, aufmunterndes Lächeln zu. Das Geschenk fühlte sich nach irgendwas aus Stoff an. Er löste den Klebestreifen und zog das Geschenkpapier auseinander. "Oh." Kurz blinzelte er irritiert, bevor er den weichen, dunkelgrauen Stoff hochhielt und realisierte, dass Thomas sich offensichtlich für Bademäntel entschieden hatte. Keine schlechte Idee. Er stand auf, um den Bademantel einmal kurz vor sich zu halten und komplett sehen zu können, bevor er Thomas entgegen lächelte.
      "Die sehen super aus!" Er legte den Bademantel mit einem kleinen Lachen um Thomas' Schultern, bevor er sein Gesicht in seine Hände nahm und ihm einen Kuss auf die Lippen drückte. "Ich hab im Austausch leider nicht mehr, als eine Tafel Schokolade." Nächstes Jahr mussten sie sich wirklich besser absprechen.
    • Thomas

      Thomas setzte sich vorsichtig neben Steve und erinnerte sich plötzlich, wieso er es nie leiden konnte, mitanzusehen, wie andere seine Geschenke öffneten. Es machte ihn eigenartig nervös. Dafür schien Steve irgendwie begeisterter von den Bademänteln zu sein, als gedacht, und er zauberte Thomas ein kleines Lächeln auf die Lippen. „Ich weiß, es ist irgendwie alles deutlich zu viel, aber die können wir wenigstens… auch wirklich benutzen“, versuchte er eine Erklärung anzuhängen. „Zumindest zuhause. Oder im unwahrscheinlichen Fall, dass wir in eine Therme fahren“ Er lachte leicht, erwiderte den Kuss und legte einen Arm um Steve, während er langsam den Kopf auf seine Schulter sinken ließ. Gut, das hätte er hinter sich. „Dann haben wir jetzt echt viel Schokolade“, murmelte er und deutete auf die zwei Tafeln, die neben den Erdbeeren vor ihnen auf dem Tisch standen. Thomas schwieg kurz, dann hob er den Kopf wieder. Er hatte eine kleine mentale Liste abzuarbeiten, bevor er sich entspannen konnte.
      „Ich mach mir nicht viel aus solchen Feiertagen, eigentlich reicht es mir völlig, wenn wir Zeit zusammen verbringen“, erklärte er leise. „Aber meine Arbeitskollegin hat mich kurz verunsichert und ich wollte nicht, dass du enttäuscht bist oder so, wenn alles ist wie immer“ Er schmunzelte leicht und sah Steve kurz seitlich an. Irgendwie dämlich, dass sie anscheinend genau die gleiche Sorge gehabt hatten. „Ähm… jedenfalls…“ Er atmete kurz tief durch und drehte sich zu Steve. „Ich mag es, wenn es so ist, wie immer. Ich hätte mir vor ein paar Monaten garnicht vorstellen können, wie mein Leben gerade aussieht, aber ich bin froh, dass alles so gekommen ist. Ich hatte dich als Online Freund schon viel zu gern, wenn ich ehrlich bin, und irgendwie bekommt unsere Beziehung immer mehr Upgrades“ Er grinste leicht, bevor er realisierte, dass seine Ansprache deutlich länger wurde als geplant und seine Worte langsam einen Heiratsantrag anstimmen könnten.
      „Ich liebe dich“, hielt er es kurz und hatte die Nervosität, die mit diesen Worten kam, deutlich unterschätzt. Sein Herz begann auf einmal zu rasen. Hätte er das besser nicht sagen sollen? Was, wenn es irgendwie doch noch zu früh war? Was, wenn er schon verzweifelt und anhänglich genug gewirkt hatte und jetzt nochmal eins drauf setzte? Diese ganzen Panikgedanken hatte er vor fünf Sekunden noch nicht gehabt. Realistisch betrachtet würde Steve ihn wohl kaum dafür verurteilen, dass er ihn liebte, aber gerade dachte sein Gehirn sich im Schnelldurchlauf alle möglichen Horrorszenarien aus. Er versuchte krampfhaft, das alles auszublenden und in der Realität zu bleiben.
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    • Steve

      "Ich mag es auch, wenn es ist, wie immer. Aber das war trotzdem eine schöne Überraschung." Steve lächelte aufmunternd, wollte Thomas' kleine Rede allerdings nicht unterbrechen. Was wahrscheinlich die richtige Entscheidung gewesen war. Ihm fiel am Ende zumindest ein gigantischer Stein vom Herzen, welches sofort wieder anfing, viel zu schnell zu klopfen.
      "Ich liebe dich auch", antwortete er, atemloser, als er wollte, bevor er sich nach vorne lehnte und ihn erneut küsste. "Du bist das Beste, was mir je passieren konnte." Der nächste Kuss landete auf Thomas' Lippen. "Und eigentlich wollte ich dir das auch heute sagen, also hast du irgendwie meinen Text geklaut." Er musste selbst ein bisschen lachen, während er mit dem Daumen über Thomas' Wange strich. Er liebte ihn. Thomas liebte ihn. Er hätte sich die letzten Tage und Wochen gar keine Sorgen machen müssen.
      Für einen Moment starrte er Thomas nur hoffnungslos verliebt entgegen, bevor er sich nochmal nach vorne lehnte, um ihn zu küssen. Ihm wurde es immer rätselhafter, wie er all die Jahre nicht bemerkt haben konnte, wie wunderbar es wäre, Thomas zu daten. Jetzt würde er ihn zumindest nie wieder gehen lassen.
      "Es tut mir unglaublich leid, so unromantisch sein zu müssen, aber ich glaube, ich sollte die Einkäufe wegsortieren. Und wir sollten vielleicht ein paar Teelichter ausmachen." Es war eine unschöne Unterbrechung, aber das war ihm lieber, als angeflammte Regalbretter und Vorhänge. "Zwei Minuten, dann zieh ich dich sofort wieder zurück aufs Sofa. Ich versprech's." Er gab Thomas einen letzten schnellen Kuss auf die Stirn, bevor er aufstand, um zu den Einkäufen zu gehen, die vollkommen vergessen neben der Tür standen. Er räumte sie in blitzgeschwindigkeit in den Kühlschrank - kochen konnte er morgen noch, Thomas war heute wichtiger - und beeilte sich, sein Versprechen einzuhalten.
      Er achtete nicht mal drauf, ob Thomas tatsächlich ein paar der Teelichter ausgemacht hatte, bevor er ihn auf die Couch zurück zog und erneut küsste.
    • Thomas

      Oh, okay. Natürlich war da kein Grund zur Sorge. Jetzt, wo er Steves Worte hörte, war ihm das irgendwie sonnenklar, aber sein Herz kam nur langsam wieder runter. Wobei Steves Küsse und sein Blick ihn zusätzlich nervös machten. Er war garnicht so undankbar für die kleine Pause, in der er seine Gedanken sortieren konnte, schließlich war da ja noch seine mentale Liste, die darauf wartete, abgearbeitet zu werden. Thomas stand auf, pustete die gefährlichsten Teelichter aus und schob die restlichen so zusammen, das man sie nicht versehentlich umstoßen würde, und bevor er sich versah, hielt Steve sein Versprechen und zog ihn wieder aufs Sofa und überforderte ihn leicht.
      „Mh… hey… warte“, brachte er zwischen den Küssen hervor, aber seiner Stimme mangelte es deutlich an Strenge. Er hatte wirklich nichts dagegen, hier zu liegen und Steve zu küssen, aber da gab es noch was, das er nicht einfach so ignorieren konnte. Er stützte sich etwas auf und legte eine Hand an Steves Brust um ihn zurückzuhalten.
      „Also, vielleicht sollten wir ins Schlafzimmer gehen?“ Und nachsehen, ob irgendetwas abgefackelt ist. Unter anderem. Die Kerzen waren wirklich nicht die beste Idee für jemanden gewesen, der sich von allem stressen ließ. „Wenn ich es irgendwie über mich gebracht hätte, hätte ich ja in dem Bademantel auf dich gewartet. Ich hab vor einer halben Stunde geduscht und… bin vor der Wahl gestanden“ Er lächelte peinlich berührt. Ganz offensichtlich hatte er sich dazu entschieden, seine Pläne so uneindeutig wie möglich zu machen aber er kam deshalb nicht daran vorbei, Steve früher oder später einzuweihen. „Aber unabhängig davon, ähm… Falls du vorhättest, dich auch mit einer Dusche aufzuwärmen… Dann könnte ich den Bademantel immernoch probieren und auf dich warten“, murmelte er. Es steckte ein unglaublicher Kraftakt dahinter, nicht knallrot zu werden und anschließend zu Staub zu zerfallen. Thomas fühlte sich wie in einem Erotikfilm, wenn er sich vorstellte zu tun, was er gerade ausgesprochen hatte. Abgesehen davon, dass ihm ein derartiger Flirt generell nicht leicht von den Lippen ging, machte es Steves Gegenwart noch milliarden Mal schwieriger. Ihre Beziehung war nunmal nicht sonderlich… romantisch oder sexy, sie koexistierten meistens irgendwie nur glücklich und zufrieden. Ja, langsam hatte Thomas sich auf jeden Fall an den intimen Aspekt ihrer Beziehung gewöhnt, aber nicht an solche… Nischen-Momente und riskanten Aufforderungen. Auf den Valentinstag war er echt noch nicht vorbereitet gewesen.
      „Nur, wenn du willst. Ich meine, du hattest sicher schon einen langen Tag“, hing er schnell an.
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    • Steve

      Er gab sich die größte Mühe, aber Steve konnte nicht anders, als kurz zu lachen. Thomas' Idee, gemischt damit, dass es ihm so offensichtlich peinlich war, war einfach ein bisschen zu viel. Er presste die Lippen aufeinander, um sich selbst zu stoppen und griff stattdessen nach dem Bademantel.
      "Das wäre sicher ein unfassbar heißer Anblick gewesen, aber ich bin froh, dass du es nicht gemacht hast. Wahrscheinlich wäre ich vollkommen überfordert gewesen und hätte überhaupt nicht gewusst, was ich machen soll." Er lehnte sich Thomas entgegen, um seinen Hals zu küssen. "Aber das können wir ja jetzt herausfinden", fügte er hinzu, bevor er - weitaus unsicherer - ein "Also...wenn du willst. Wir müssen nicht...ich hör auf zu reden" hinzufügte.
      Er zog Thomas mit sich hoch, als er aufstand und nahm auf dem Weg zum Schlafzimmer noch den zweiten Bademantel mit. Duschen klang so oder so gut, egal, wie der Abend ausklingen würde. Obwohl der weitere Verlauf wohl ziemlich eindeutig sein dürfte, wenn er sich die Deko im Schlafzimmer so ansah, die wunderbar zu der im Wohnzimmer passte. Steve wusste nicht, ob er immer schon so viele Teelichter besessen hatte, oder ob Thomas noch welche dazugekauft hatte. Eigentlich war es vollkommen egal. Er drückte Thomas den zweiten Bademantel in die Hand, löschte im Vorbeigehen dezent eine Kerze, die etwas zu nah an einer Zimmerpflanze stand, und hielt auf das Bad zu.
      "Ich beeil mich", versprach er, bevor er stoppte und sich nochmal zu Thomas drehte. "Mach nichts, bei dem du dich unwohl fühlst." Er zog ihn nochmal für einen Kuss an sich und lächelte ihm zu. "Ich liebe dich, egal ob du einen Bademantel, oder einen Schlafanzug trägst, okay?" Er lächelte ihm nochmal bestätigend zu, bevor er im Bad verschwand.
      Der kleine Moment für sich war wundervoll, um seine Gefühle zu sortieren. Irgendwie schräg, dass ein Tag, der so katastrophal geplant gewesen war, so gut enden konnte. Steve drehte die Dusche auf und hetzte sich durch seine Routine. Er wollte nur noch zurück zu Thomas, ihn in seinen Armen halten und ihn küssen, egal, wie weit sie gehen würden.
    • Thomas

      Thomas beobachtete Steve amüsiert dabei, wie er eine der Kerzen im Schlafzimmer löschte. Während Steve weg war würde er selbst definitiv noch ein paar mehr auspusten und vielleicht kurz das Fenster öffnen, weil sie sonst völlig eingeraucht sein würden. Er wollte sich bereits wegdrehen, und sich an die Arbeit machen, als Steve ihn erneut an sich zog und in ihm ein Kribbeln auslöste. Ich liebe dich. Die letzten Wochen hatte er das nicht nur ein oder zweimal heruntergeschluckt und er war verdammt froh, dass er das nicht mehr für sich behalten musste. Aber die Worte aus Steves Mund zu hören, war wirklich das schönste, das in den letzten Wochen passiert war. Obwohl es irgendwie ein wenig Aufregung in ihm lostrat, fühlte er sich gleichzeitig etwas ruhiger. Vielleicht, weil ihre Beziehung sich sofort noch ein Stück sicherer anfühlte. Er hatte sich schon abgewöhnt, ständig darüber nachzudenken, wie er Steve wohl ungewollt vertreiben könnte, aber es war immer gut, noch ein wenig mehr Rückhalt zu bekommen.
      Und Steve schien es mit dem Rückhalt sehr ernst zu nehmen, weil er direkt zum zweiten Mal betonte, dass Thomas sich zu nichts zwingen sollte, obwohl das alles allein auf seinem Mist gewachsen war. So schnell würde sich seine Entschlossenheit schon nicht in Luft auflösen. Auch wenn er vielleicht nicht sonderlich entschlossen rüberkam. Nervös war er trotzdem und ja, vielleicht wäre es bequemer, einfach gleich aufzugeben, und schlafen zu gehen. Aber er wusste ja, was er wollte, und manchmal musste man sich selbst einen Stups geben und seine Komfortzone erweitern. Bisher hatte das mit Steve ja hervorragend geklappt. Er hatte noch nichts bereut.
      Die Sache mit dem Bademantel war ihm zwar dezent unangenehm, aber er hatte sich das ja selbst ausgedacht. Er konnte es auch nicht lassen, sich selbst in peinliche Situationen zu bringen. Ob Steve es nun heiß fand oder nicht, er war ja derjenige, der jetzt zehn Minuten lang ausschließlich mit Bademantel bekleidet auf dem Bett herumlag und in seinen eigenen Gedanken versinken musste. Urgh, er war sich auch nicht ganz sicher, warum er sich sowas antat. Anscheinend war seine Liebe zu Steve zu groß.
      Während er wartete, scrollte er durch seine Social Media Accounts und ließ sich einfach von tonnenweise Valentinstag-Werbung berieseln, bevor er zu viel über seinen momentanen Zustand nachdenken konnte. Bald war er den Bademantel sowieso wieder los. Bizarrerweise fand er den Gedanken etwas angenehmer.
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    • Steve

      Steve beeilte sich, so gut er konnte. Er ließ seine Haare aus, um sich das Föhnen zu sparen und warf nur einen flüchtigen Blick in den Spiegel, bevor er sich seinen Bademantel griff und überzog. Das Material war wirklich schön, Thomas musste sich entweder wirklich Gedanken gemacht, oder in seiner Panik das teuerste gegriffen haben, was er finden konnte. Aber Steve hatte weder Zeit, noch Lust sich mit dem Bademantel auseinander zu setzen.
      Thomas wartete schon, ebenfalls nur im Bademantel, was Steve ein kleines, amüsiertes Lächeln auf die Lippen zauberte. Er kletterte zu ihm aufs Bett und drückte ihn mit einem sanften Kuss auf die Matratze zurück.
      "Danke, dass du dir die ganze Mühe gemacht hast", erklärte er, während er eine Hand zu Thomas' Hüfte wandern ließ, noch oberhalb des Bademantels. "Nächstes Jahr planen wir besser. Der Bademantel steht dir." Er küsste Thomas erneut auf die Lippen, bevor er seinen Hals entlang küsste. Das hier war mit Abstand der schönste Valentinstag, den er je gehabt hatte, auch wenn er furchtbar seltsam war. Er beschränkte sich vorerst auf die Küsse und strich mit einer Hand Thomas' Rippen entlang, bevor er seinen Kopf kurz zurück zog, um Thomas anschauen zu können.
      "Was kann ich dir gutes tun?", fragte er mit einem kleinen Lächeln. Ihr Sexleben war...unaufregend, aber auf eine seltsam gute Art und Weise. Es fühlte sich unglaublich gut an, in Thomas' Nähe zu sein, egal, wie und er hatte das Gefühl, dass sein Freund in den letzten Wochen ein kleines bisschen selbstbewusster geworden war, was ihn nur noch attraktiver machte. Trotzdem wollte er ihn auf keinen Fall überfordern. Vor allem nicht dann, wenn er für ihn einen kompletten Jahresvorrat an Teelichtern angezündet hatte.
    • Thomas

      Als Steve zurückkam, sah Thomas auf und stellte fest, dass sein Freund vielleicht irgendwie recht damit gehabt hatte, dass es etwas überfordernd war, ihn im Bademantel zu sehen und genau zu wissen, das darunter nichts anderes war. Thomas legte sein Handy zur Seite und erwiderte lächelnd den Kuss, die Finger in den kuscheligen Stoff von Steves Mantel gegraben. Der Kauf war vielleicht doch keine so schlechte Entscheidung gewesen. Zumindest waren sie auch unglaublich warm. Insofern das wirklich noch an den Bademänteln lag.
      „Wir können nächstes Jahr den Kitsch überspringen und einfach Zeit zusammen verbringen, ich glaube das wäre das beste“, stimmte Thomas schmunzelnd zu, während er gedanklich immernoch ein wenig an den Kerzen aufgehangen war, obwohl er fast alle gelöscht hatte und sie vor einem Brandunglück mittlerweile sicher sein sollten. Die Küsse und Berührungen lenkten ihn aber recht schnell ab. Er ließ seine Hände über Steves Rücken gleiten, bevor er sich die Freiheit nahm, seine Finger unter den Bademantel an seiner Brust zu schieben. Er ließ sich ganz in die Küsse hineinfallen. Es gab keine bessere Art, diesen Abend zu verbringen, als in Steves Armen, und damit war er jetzt schon wunschlos glücklich. Alles rundherum war fast vergessen.
      Aber… was Steve ihm Gutes tun konnte? Thomas hatte sich nicht unbedingt Gedanken darüber gemacht, wie er es ansprechen sollte, dass sie heute ruhig weitergehen konnten, als sonst, obwohl er das vielleicht tun hätte sollen. Er war irgendwie davon ausgegangen, dass die Dinge einfach ihren Lauf nehmen würden. Die Chance bestand ja aber immernoch, kein Grund jetzt Versprechungen zu machen.
      Thomas drehte sich zur Seite und stützte den Kopf kurz in seine Hand. „Du könntest einfach genau bleiben, wo du bist“, meinte er lächelnd und lehnte sich über den Dunkelhaarigen, zwang ihn leicht ins Bett und küsste ihn wieder. Seine Hand ließ er erneut unter den Bademantel gleiten, er strich über Steves Brust und wanderte nach einer Weile abwärts zu seiner Körpermitte.
      Zugegeben passierte es selten, dass er die Führung übernahm, weil Steve einfach wirklich gut darin war… Ja, in allem eigentlich. Aber Thomas wollte heute vermeiden, dass alles irgendwie zu schnell ging und er wieder überhaupt keine Macht über sich selbst hatte, sie letztendlich beide von Masturbation kamen und es das war. Er würde sich erstmal darum kümmern, dass Steve ein wenig in Fahrt kam, und ihm dann offenbaren was er vorhatte. Seine Fantasie hatte sich die letzten Male in bestimmten Positionen schon öfter mal etwas gehen lassen und ihm war schnell klargeworden, was er von Steve wollte. Nur musste er sich noch seelisch auf die Umsetzung vorbereiten.
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    • Steve

      Da war es wieder - Thomas' aufflammendes Selbstvertrauen, das ihn so unglaublich attraktiv machte. Steve musste lächeln, als Thomas sich über ihn neigte und erwiderte die Küsse, während er ihn an seinem Bademantel etwas näher an sich heran zog. Es war eine Sache zu hören, dass Thomas ihn liebte, eine vollkommen andere war es, zu sehen, wie er sich langsam immer wohler mit ihrer Beziehung fühlte. Sie fühlten sich wahrscheinlich beide langsam wohler. Zumindest hatte Steve nicht mehr permanent Angst, dass Thomas aufwachen und realisieren würde, dass er doch nicht auf ihn stand. Alles zwischen ihnen fühlte sich langsam normaler an.
      Steve genoss das Gefühl von Thomas' Fingern auf seiner Haut und schob seine Hände ebenfalls unter Thomas' Bademantel, um über seinen Rücken zu streichen. Er küsste erneut Thomas' Hals entlang, als selbiger seine Hände weiter seinen Oberkörper hinab wandern ließ. Er stöhnte leicht in den nächsten Kuss hinein, als er seine Finger an seiner Körpermitte spürte, teils, weil sich Thomas' Finger immer wieder gut anfühlten, teils, um ihn zu bestätigen, weiter zu machen. Er löste eine Hand von Thomas' Rücken, um ihm stattdessen durch die Haare zu streichen, während er ihn Küsste, während die andere Hand hinab zu seinem Hintern rutschte.
      "Ich mag deine Idee für den Valentinstag", murmelte er leise, während er seine Hüften sanft in Thomas' Bewegungen hinein bewegte. "Eigentlich müssen wir nächstes Jahr nur die Kerzen weglassen." Obwohl er nicht abstreiten konnte, dass die Atmosphäre wirklich schön war.
    • Thomas

      „Gut, dass wir uns einig sind, dass Kerzen mehr Stress als Romantik auslösen“, erwiderte er lächelnd. Der einzige Bonuspunkt war, dass Steve in dem dimmen Licht samt des schwachen Kerzenscheins noch attraktiver aussah, als sonst, und seine Augen Thomas so sehr entgegen leuchteten, dass er sich darin verlieren könnte. Er sah ihn eine Weile an, nahm sich die Zeit zwischen den Küssen, um seinen Freund ganz genau zu begutachten. Er war so schön, es war eine Gemeinheit. „Das hier ist eigentlich die einzige Idee, die ich hatte“, gab er zu und lachte leicht über sich selbst. „Darum hab ich panisch im letzten Moment für Stimmung gesorgt. Oder sowas ähnliches“ Ph, Stimmung war da gewesen, nur eine, die sich nicht genau beschreiben ließ. Hollywood Filmszenen nachzustellen sollten sie einfach lassen.
      Thomas wurde das hier langsam zu gemütlich, mit dem angenehmen Geflüster und den weichen Bademänteln. Also raffte er sich auf, hob ein Bein über Steve und positionierte sich über ihm, ohne aufzuhören ihn zu massieren. Dann ließ er sich wieder in einen Kuss sinken. Sollte er vielleicht doch schon seine Pläne enthüllen?
      „Ich dachte mir, wir könnten heute was anderes versuchen“, fing er leise an. „Ich hab ein bisschen drüber nachgedacht und wenn du willst, könnten wir etwas weitergehen?“ Ein ‚bisschen‘ war gut. In die Entscheidung war einiges an Zeit geflossen, aber Steve musste ja nicht wissen, dass er bei der Arbeit mit den Gedanken oft ganz woanders war. „Ich meine, ich würde gerne wissen, wie es sich anfühlt…“, murmelte er gegen Steves Lippen bevor er einen Blick nach unten warf, Steves Bademantel öffnete und über seinen Bauch strich. Thomas war kurz ein wenig abgelenkt von dem Anblick. Wie konnte er so lange davon überzeugt sein, hetero zu sein?
      „Wie es sich anfühlt, dich in mir zu spüren“, beendete er seinen Satz leise. Irgendwas lag definitiv in der Luft, dass er das so schmerzlos über die Lippen brachte. Im nächsten Moment stützte er sich auf und griff nach der Schublade auf seiner Seite des Bettes, in der in weiser Vorraussicht Kondome und Gleitgel verstaut waren. Er hielt eins der in Folie verpackten Kondome hoch und wartete geduldig auf Steves Antwort. Da das keine Sache von zehn Minuten war, sollte Thomas ihn wohl entspannt darüber nachdenken lassen, ob er dafür heute überhaupt aufgelegt war.
      Er lächelte leicht, lehnte sich herunter und küsste Steve ein paar Mal. „Wenn nicht, dann nicht“, fuhr er sanft fort. Thomas hielt sich zurück, nicht in einen Redeschwall zu geraten, dass er selbst das wirklich durchdacht und sich vorbereitet hatte, und dass er Steve nicht überrumpeln wollte und sie das auf jeden Fall verschieben konnten, aber je mehr er redete, desto unangenehmer würde ihm der Vorschlag vermutlich werden, und momentan fühlte er sich ganz wohl in der Sache, also ließ er es bleiben. Sie hatten später noch genug Zeit, darüber zu reden.
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    • Steve

      Die Beichte, dass das eigentlich Thomas' Ursprüngliche Idee gewesen war, entlockte Steve ein kleines Lachen. Es war irgendwie seltsam daran zurück zu denken, wie unsicher sein Freund anfangs gewesen war, wenn er nun hier saß und beim Valentinstag zuerst Sex im Kopf gehabt hatte. Diese Beziehung war manchmal so anders, als seine vorherigen, dass Steve wirklich überlegte, ob er vorher immer etwas falsch gemacht hatte. Kein einziger dieser ganzen Beziehungsschritte hatte sich je so bedeutsam angefühlt, wie sie es mit Thomas taten. Und offenbar war Thomas bereit, einen weiteren Schritt zu gehen.
      Steve legte seine Hände automatisch an Thomas' Hüften, als dieser sich über ihm aufsetzte. Sein Bademantel war mittlerweile aufgeklappt und er konnte seinen Freund im schwachen Kerzenschein betrachten. Thomas war atemberaubend. Die blonden Haare, die Augen, die schmale Form, dieses unglaubliche Lächeln. Ob Steve früher aufgefallen wäre, wie einfach es war, sich in Thomas zu verlieben, wenn sie mehr Zeit offline miteinander verbracht hätten? Eigentlich war diese Frage vollkommen unsinnig - er bereute die lange Freundschaft vor diesem Punkt mit keinem Stück. Thomas war ihm immer schon unheimlich wichtig gewesen, egal, ob als platonischer Freund, oder romantischer Partner und das würde sich wohl auch nie ändern. Vor allem nicht, wenn sein Freund ihm so wundervoll erwartungsvoll entgegen sah, dass Steve nicht anders konnte, als zu lächeln.
      "Ich hab das Gefühl, dass du dir weitaus mehr Gedanken über diesen Abend gemacht hast, als du zugeben willst", murmelte er zwischen zwei Küssen. Zumindest konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Thomas spontan Kondome und Gleitgel gekauft hatte. Spontanität gehörte in dieser Hinsicht nicht zu Thomas' Stärken. Obwohl sich Steve gerade nicht sicher war, ob es da bei ihm selbst so anders aussah.
      Er wollte mit Thomas schlafen. Er würde lügen, wenn er behauptete, nicht darüber nachgedacht zu haben, wie es sich anfühlen würde, in ihn einzudringen, was für Geräusche Thomas von sich geben würde. Aber all diese Vorstellungen waren ihm immer furchtbar weit weg vorgekommen und er hatte sich nie wirklich damit auseinandergesetzt, wie genau sie dieses Thema angehen sollten. Vielleicht hätte er das alles ein bisschen ernster nehmen sollen. Aber das würden sie schon hinbekommen, nicht? Sie hatten bisher alles irgendwie hinbekommen.
      Er nahm Thomas Gleitgel und Kondom aus der Hand und legte beides kurz neben sich, bevor er ihre Positionen tauschte, so dass Thomas unter ihm lag. "Sag Bescheid, wenn du dich unwohl fühlen solltest", merkte er - lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig - an, bevor er sich seinen Weg von Thomas' Hals nach unten küsste. Er konnte fühlen, wie sein eigenes Herz schneller schlug, als er nach dem Gleitgel griff und es großzügig auf seinen Fingern verteilte, bevor er es kurz warm rieb. Er verteilte ein paar Küsse auf Thomas' Oberschenkel, während er einen Finger sanft gegen seinen Eingang drückte. Er hob den Blick, um Thomas' Reaktion zu sehen, als er vorsichtig mit einem Finger in ihn eindrang und zang sich selbst, nicht alle paar Sekunden zu fragen, ob noch alles okay war.
    • Thomas

      „Hm, vielleicht“, gab Thomas schmunzelnd nach. Verstecken konnte er es ja sowieso nicht. Bei dem ganzen Kram den er gekauft hatte, hätte er sich zumindest den ganzen Tag freinehmen müssen, und das hätte er notwendigerweise planen müssen. Hier und da nach der Arbeit einen Zwischenstopp am Heimweg einzulegen, war einfach gewesen, aber ja, er hatte doch recht viel über das alles nachgedacht. Nur die Kerzen waren ein Einfall in letzter Sekunde gewesen, was wohl bewies, dass spontane Ideen nicht immer die besten waren. Die waren wohl das gewesen, was dem ganzen einfach zu viel Kitsch verpasst hatte.
      Steve schien sich ja schnell entschieden zu haben, was er machen wollte, und Thomas ließ sich dankbar von ihm leiten. Sich in etwas einzulesen und ein eigenartiges Gespräch mit seinem Exkollegen zu führen war nicht das selbe, wie es gemacht zu haben, also würde er — mal wieder — darauf vertrauen, dass Steve die Sache in die Hand nahm. Gegeben ihre Positionen, war das sowieso irgendwie erstmal notwendig.
      Gerade fiel ihm auf, dass er ziemlich glücklich darüber sein konnte, das hier mit Steve zu machen. Klar, einerseits weil er ihm vertrauen konnte, andererseits aber, weil er unglaublich heiß war und Thomas wohl so gut wie alles mit sich machen lassen konnte, solange er dieses Gesicht vor sich hatte. Ein oder zwei Finger sollten kein Problem darstellen, weil er das hier nicht vollkommen erfahrungslos angehen würde, aber wenn es später unangenehm werden sollte, dann nahm ihm dieser Anblick sicher weitgehend den Schmerz ab. Momentan fand er Steves aufmerksamen, definitiv besorgten Blick aber ein wenig lustig.
      „Komm her“, sagte er leise, ließ sich zurückfallen und zog Steve an der Schulter zu sich nach oben. Er brauchte seine Augen da unten nicht, solange er einen Tastsinn hatte, aber Thomas brauchte seine Lippen hier oben definitiv. Er küsste ihn, dann murmelte er: „Ich sag dir schon, wenn etwas nicht passt“ Er winkelte seine Beine weiter ab, um sein Becken mitbewegen zu können. Sie hatten alles andere als Stress und Thomas war darauf eingestellt, jede einzelne von Steves Berührungen zu genießen. Wenn sie sich genug Zeit ließen, würde das bestimmt alles lockerflockig klappen.
      Die ersten paar Minuten waren auch ziemlich angenehm, vor allem nachdem er sich endlich auf das ungewohnte Gefühl eingestellt hatte. Er ließ Steve mit dem ein oder anderen leisen Stöhnen wissen, dass er sich wohl fühlte. Dann… wurde es ein wenig grenzwertig. Nichts problematisches, nur war angenehm vielleicht nicht mehr das ideale Wort um die Lage zu beschreiben und die gemütlichen Laute aus Thomas Mund kippten ein wenig in die intensivere Richtung. Gewöhnungsbedürftig, sagte er sich selbst. Seine eigene Hand an seiner Mitte brachte auf jeden Fall eine interessante Sensations-Mischung ins Spiel.
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    • Steve

      Er ließ sich Zeit. Zum einen, weil das alles neu für Thomas sein würde, zum anderen, weil er selbst jede Sekunde absolut genießen wollte. Wenigstens nahmen seine Bedenken dadurch ein wenig ab. Steve fand einen langsamen Rhythmus und musste nicht mehr tun, als Thomas' sanftem Stöhnen zu lauschen, um selbst sehr viel mehr zu wollen. Es war jetzt schon verdammt heiß und er fühlte sich überraschend wohl bei jedem Schritt. Er lächelte leicht, als Thomas' Stöhnen etwas intensiver wurde und nahm einen zweiten Finger dazu. Wahrscheinlich musste er aufpassen, das alles nicht zu sehr in die Länge zu ziehen. Nicht, dass Thomas seinen Höhepunkt erreichte, bevor er bekam, was er wollte. Obwohl ja eigentlich nichts gegen einen zweiten Orgasmus sprach, solange Thomas sich dabei wohlfühlte.
      Er machte einen langen Moment so weiter, dehnte Thomas sanft und erstickte sein Stöhnen mit Küssen, bevor er seine Finger zurück zog und nach dem Kondom griff. Okay. Der entscheidende Moment, nicht? Er riss das Plastik auf und streifte sich das Kondom über, bevor seine Bedenken wieder die Überhand gewinnen konnten. Thomas würde ihm sagen, wenn er etwas nicht wollte und - fuck, er sah zum anbeißen aus, wie er da lag. Wenn Steve nicht sowieso schon absolut angeturned wäre, wäre er es wohl spätestens jetzt.
      Er warf die Bademäntel zur Seite und schob ein Kissen unter Thomas' Hüften, bevor er sich wieder über Thomas abstützte und ihm einen Kuss auf die Lippen gab. "Bereit?", fragte er. Er drückte den nächsten Kuss auf Thomas' Unterkiefer, bevor er sich wieder aufsetzte und erneut nach dem Gleitgel griff. So nervös, wie er gerade war, fühlte er sich fast an sein eigenes erstes Mal erinnert.
      Steve geizte nicht mit dem Gleitgel und rutschte ein wenig näher an Thomas heran. "Entspann dich, Tommy. Ich will dir nicht weh tun", wies er leise mit einem kleinen Lächeln an, während er eine Hand an seine Hüfte legte und mit dem Daumen sanft über seine Haut strich. Er spürte sein Herz wie wild in seiner Brust schlagen. Ihm war auch ohne die tausend Teelicher unglaublich warm, als er sich langsam nach vorne lehnte und vorsichtig in seinen Freund eindrang. Er stoppte eine Sekunde, um Thomas die Chance zu geben, sich an das Gefühl zu gewöhnen, bevor er sich in einem langsamen Takt bewegte, Stück für Stück ein kleines bisschen tiefer in ihn hinein.
      Er konnte sein eigenes Stöhnen nicht unterdrücken, als er sich wieder nach vorne lehnte, um Thomas erneut zu küssen. Das Tempo tat nicht viel für ihn, aber alleine die Tatsache, dass sie diesen Schritt in ihrer Beziehung erreicht hatten, war genug, um ihn vollkommen fertig zu machen. Trotzdem würde ein bisschen mehr nicht schaden, aber nicht vor - "Alles okay bei dir?"
    • Thomas

      Irgendwie hatte Thomas fast vergessen, dass da noch mehr kommen würde. Er war schon ganz zufrieden mit der aktuellen Situation gewesen, aber das hätte bestimmt wieder geendet wie immer: Er völlig fertig, Steve immernoch ganz am Anfang. Insofern war es gut, dass zumindest einer von ihnen den Überblick behielt.
      Er stützte sich leicht auf und biss sich unbewusst sanft auf die Unterlippe, während er Steve beobachtete, wie er sich das Kondom überzog. Als er näher zu ihm rutschte, verspürte Thomas schon Phantom-Kribbeln. Sich entspannen? Er war erschreckend entspannt. Er hatte selbst nicht damit gerechnet, wie entspannt er gerade war. Vielleicht, weil er das hier solange zerdacht hatte, bis es ihm nicht mehr so aufregend vorgekommen war. Zumindest war die negative Aufregung weg, gerade war er nur ziemlich gespannt darauf, was ihn erwartete. Das Vorspiel war ja kein Problem gewesen, solange man sich mit dem Gefühl anfreunden konnte und, naja, damit ließ es sich ganz schnell anfreunden, wenn man so einen attraktiven Partner hatte. Zumindest verstand er endlich, wieso das überhaupt irgendjemand über sich ergehen ließ. Er wollte Steve am liebsten auf jede Art und Weise berühren, die einem Menschen möglich war.
      Thomas folgte der Anweisung trotzdem und ließ sich demonstrativ wieder auf die Matratze fallen, um zu zeigen, dass er wirklich absolut entspannt war. Als er Steve endlich spürte und dieser sich ihm sanft entgegen bewegte, zuckte Thomas trotzdem einmal kurz zurück, wenn auch eher reflexartig. Er griff nach Steves Arm und atmete durch. „Alles okay“, ermutigte er ihn. Die nächste Bewegung entlockte ihm ein Stöhnen, das ihn schnell dazu verleitete, seine eigene Hand auf seinen Mund zu legen. Okay, das war eine Mischung aus dezent unangenehm und befriedigend, die zu überraschend gekommen war.
      Nur hatte er bei den nächsten Malen den Überraschungseffekt nicht mehr wirklich als Ausrede, er stöhnte ganz einfach so deutlich lauter als gewollt. Und auch wenn er selten bis nie außerhalb von Videospielen fluchte, rutschte ihm so oft ein „Oh, fuck“ über die Lippen, dass es ihm langsam peinlich wurde. Aber er hatte schnell keinen Kopf mehr dafür, sich darum Sorgen zu machen. Seine Hand tauschte er mit Steves Lippen, nachdem er ihn ruckartig zu sich herab gezogen hatte, und falls das noch keine Antwort auf seine Frage war, sagte er leicht atemlos: „Mach weiter“ Mit jeder vergehenden Sekunde nahm der unangehme Teil ab und Thomas fühlte sich langsam ein wenig von dem Tempo gequält.
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