Steve
Steve hatte das dringende Bedürfnis nach Urlaub. Irgendwo weit, weit weg. Nur mit Thomas. Und ihrem Computern, vielleicht.
Nachdem er die Tage um Weihnachten herum damit verbracht hatte, sich viel zu viele Gedanken um seine Beziehung zu machen, hatte er die Zeit bis Silvester damit verbringen dürfen, sich einen Kopf darum zu machen, dass ihre einzige Einladung zu einer Party ausgerechnet von Andrew und Ezra gekommen war und er keine gute Ausrede gehabt hatte, sie auszuschlagen.
Er hatte natürlich gewusst, dass Thomas zu dem ehemaligen Helden aufsah, aber er hatte nicht damit gerechnet, dass sie sich offensichtlich nah genug standen, um sich gegenseitig auf Partys einzuladen. Er hatte auf der Arbeit ziemlich wenig mit Andrew und Ezra zu tun - abgesehen von einer kleinen Vorstellung und einer recht nervösen Unterweisung an die neuen Mitglieder eigentlich gar nichts - aber es war genug, um vollkommen nervös darüber nachzudenken, wie die beiden reagieren würden, wenn er als Date von einem von Andrews Freunden aufkreuzen würde. Er konnte nur hoffen, dass sie einfach so tun würden, als ob sie sich noch nie im Leben gesehen hatten, damit er nicht in Erklärungsnot kam. Wie sollte man seinem Freund schon erklären, dass man mit seiner Vorbildfigur zusammenarbeitete und wochenlang nichts darüber erwähnt hatte? Zumal er anderen immer noch erklärte, dass er bei einer Reiseagentur arbeitete, was...wahrscheinlich nicht die selbe Job-Ausrede war, die die beiden nutzen würden.
Steve war dermaßen in seinen eigenen Gedanken versunken, dass er sich fast erschreckte, als Thomas ihn an sich zog und küsste. Er blinzelte irritiert, als sein Freund sich von ihm wegdrehte und widerstand dem Drang, ihn zurückzuziehen und erneut zu küssen. Er hatte garantiert noch nie so oft darüber nachgedacht, jemanden zu küssen, wie in seiner Beziehung mit Thomas. Was wahrscheinlich ein gutes Zeichen war? Aber wie könnte er auch nicht daran denken, wenn sein Freund in seinem neuen Hemd eine so umwerfende Figur machte? Steve zupfte sein eigenes zartrosa Hemd zurecht, während er irgendwie versuchte, einen klaren Satz zusammen zu bekommen, vollkommen hin und hergerissen zwischen Panik vor der Party und Hingabe zu Thomas.
"Ich hatte an das Motorrad gedacht", antwortete er schließlich, während er die Tür hinter sich zuzog. Das Motorrad stand in einer kleinen Garage unweit der Wohnung, damit Steve morgens nicht den Schnee wegwischen musste, wenn er fahren wollte. Außerdem konnte er so Jacken und Helme direkt beim Motorrad lagern und konnte nichts vergessen.
"Ich hab keine Ahnung, wie lange die Öffentlichen heute fahren und wollte nicht unbedingt auf ein Taxi warten", erklärte er weiter, während er sich bei Thomas unterhakte und ihn mit sich zog. Eigentlich hatte er nur die Möglichkeit haben wollen, nach Hause fahren zu können, wann immer es ihm zu viel wurde, aber das klang nicht sonderlich ruhmreich. "Falls das für dich okay ist. Wir können auch Bahn fahren, wenn du willst."
Ezra
Langsam kam ein bisschen Schwung in die Party. Die ersten Freunde und Nachbarn waren mittlerweile da, die ersten Snacks wurden gegessen, der erste Alkohol ausgeschenkt und aus einer kleinen Anlage tönten ein paar Partyhits, damit keine Stille aufkommen würde. Hope hatte ungefähr die Hälfte der Anwesenden erfolgreich beglitzert, während Liz Sarah und Ben, einen ihrer Nachbarn, der wohl das Pech gehabt hatte, zu nahe an den beiden zu stehen, enthusiastisch über ihre Weihnachtsgeschenke vollquatschte. Ada stand unweit von ihnen und ignorierte geflissentlich die hilfesuchenden Blicke ihres Nachbars. Ezra konnte nur hoffen, dass sie das nicht ihre Einladung beim Nachbarschaftsgrillen im Sommer kosten würde - allerdings war er noch nicht besorgt genug, als dass er selbst eingreifen würde.
"Läuft doch bis jetzt ganz gut", meinte Ezra an Andrew gewandt und lehnte sich an seinen Freund. Mit jedem Gast, der eintraf, schien sich seine eigene, kleine Nervosität ein bisschen mehr zu legen. Er hob eine Hand, um Andrew den Glitzer von der Wange zu wischen, schaffte es allerdings nur, ihn ein bisschen mehr zu verteilen. Super.
Caleb war der nächste Gast, der eintrudelte. Ohne Glitzer, dafür mit einem Buch in den Händen, das Ezra furchtbar bekannt vorkam.
"Ich hab's mir ausgeliehen, als ich das letzte mal hier war", erklärte Caleb mit einem kurzen Schulterzucken, während er es Ezra entgegenhielt, als wäre es das Normalste der Welt, Bücher mitgehen zu lassen. "Du hast einen interessanten Geschmack."
Ezra nahm das Buch irritiert entgegen und öffnete den Mund, um seinem Bruder ziemlich detailliert zu erklären, wie begeistert er davon war, dass selbiger seine Wohnung wie eine Bibliothek behandelte, als Caleb ihm zuvorkam und sich - offensichtlich in Hoffnung auf Rettung - an Andrew wandte.
"Andrew! Hey! Glitzer steht dir." Caleb setzte das offensichtlich unschuldigste Lächeln auf, das er zustande brachte - beinahe effektiv, wenn es an den Ecken nicht ein bisschen zu melancholisch aussehen würde - während er sich leicht von Ezra wegdrehte, um den drohenden Vortrag zu umgehen. Ezra seufzte, verdrehte kurz die Augen und ließ die beiden stehen, um das Buch wieder dorthin zu sortieren, wo es hingehörte. Und eventuell nachzusehen, ob noch andere Bücher fehlten.
Steve hatte das dringende Bedürfnis nach Urlaub. Irgendwo weit, weit weg. Nur mit Thomas. Und ihrem Computern, vielleicht.
Nachdem er die Tage um Weihnachten herum damit verbracht hatte, sich viel zu viele Gedanken um seine Beziehung zu machen, hatte er die Zeit bis Silvester damit verbringen dürfen, sich einen Kopf darum zu machen, dass ihre einzige Einladung zu einer Party ausgerechnet von Andrew und Ezra gekommen war und er keine gute Ausrede gehabt hatte, sie auszuschlagen.
Er hatte natürlich gewusst, dass Thomas zu dem ehemaligen Helden aufsah, aber er hatte nicht damit gerechnet, dass sie sich offensichtlich nah genug standen, um sich gegenseitig auf Partys einzuladen. Er hatte auf der Arbeit ziemlich wenig mit Andrew und Ezra zu tun - abgesehen von einer kleinen Vorstellung und einer recht nervösen Unterweisung an die neuen Mitglieder eigentlich gar nichts - aber es war genug, um vollkommen nervös darüber nachzudenken, wie die beiden reagieren würden, wenn er als Date von einem von Andrews Freunden aufkreuzen würde. Er konnte nur hoffen, dass sie einfach so tun würden, als ob sie sich noch nie im Leben gesehen hatten, damit er nicht in Erklärungsnot kam. Wie sollte man seinem Freund schon erklären, dass man mit seiner Vorbildfigur zusammenarbeitete und wochenlang nichts darüber erwähnt hatte? Zumal er anderen immer noch erklärte, dass er bei einer Reiseagentur arbeitete, was...wahrscheinlich nicht die selbe Job-Ausrede war, die die beiden nutzen würden.
Steve war dermaßen in seinen eigenen Gedanken versunken, dass er sich fast erschreckte, als Thomas ihn an sich zog und küsste. Er blinzelte irritiert, als sein Freund sich von ihm wegdrehte und widerstand dem Drang, ihn zurückzuziehen und erneut zu küssen. Er hatte garantiert noch nie so oft darüber nachgedacht, jemanden zu küssen, wie in seiner Beziehung mit Thomas. Was wahrscheinlich ein gutes Zeichen war? Aber wie könnte er auch nicht daran denken, wenn sein Freund in seinem neuen Hemd eine so umwerfende Figur machte? Steve zupfte sein eigenes zartrosa Hemd zurecht, während er irgendwie versuchte, einen klaren Satz zusammen zu bekommen, vollkommen hin und hergerissen zwischen Panik vor der Party und Hingabe zu Thomas.
"Ich hatte an das Motorrad gedacht", antwortete er schließlich, während er die Tür hinter sich zuzog. Das Motorrad stand in einer kleinen Garage unweit der Wohnung, damit Steve morgens nicht den Schnee wegwischen musste, wenn er fahren wollte. Außerdem konnte er so Jacken und Helme direkt beim Motorrad lagern und konnte nichts vergessen.
"Ich hab keine Ahnung, wie lange die Öffentlichen heute fahren und wollte nicht unbedingt auf ein Taxi warten", erklärte er weiter, während er sich bei Thomas unterhakte und ihn mit sich zog. Eigentlich hatte er nur die Möglichkeit haben wollen, nach Hause fahren zu können, wann immer es ihm zu viel wurde, aber das klang nicht sonderlich ruhmreich. "Falls das für dich okay ist. Wir können auch Bahn fahren, wenn du willst."
Ezra
Langsam kam ein bisschen Schwung in die Party. Die ersten Freunde und Nachbarn waren mittlerweile da, die ersten Snacks wurden gegessen, der erste Alkohol ausgeschenkt und aus einer kleinen Anlage tönten ein paar Partyhits, damit keine Stille aufkommen würde. Hope hatte ungefähr die Hälfte der Anwesenden erfolgreich beglitzert, während Liz Sarah und Ben, einen ihrer Nachbarn, der wohl das Pech gehabt hatte, zu nahe an den beiden zu stehen, enthusiastisch über ihre Weihnachtsgeschenke vollquatschte. Ada stand unweit von ihnen und ignorierte geflissentlich die hilfesuchenden Blicke ihres Nachbars. Ezra konnte nur hoffen, dass sie das nicht ihre Einladung beim Nachbarschaftsgrillen im Sommer kosten würde - allerdings war er noch nicht besorgt genug, als dass er selbst eingreifen würde.
"Läuft doch bis jetzt ganz gut", meinte Ezra an Andrew gewandt und lehnte sich an seinen Freund. Mit jedem Gast, der eintraf, schien sich seine eigene, kleine Nervosität ein bisschen mehr zu legen. Er hob eine Hand, um Andrew den Glitzer von der Wange zu wischen, schaffte es allerdings nur, ihn ein bisschen mehr zu verteilen. Super.
Caleb war der nächste Gast, der eintrudelte. Ohne Glitzer, dafür mit einem Buch in den Händen, das Ezra furchtbar bekannt vorkam.
"Ich hab's mir ausgeliehen, als ich das letzte mal hier war", erklärte Caleb mit einem kurzen Schulterzucken, während er es Ezra entgegenhielt, als wäre es das Normalste der Welt, Bücher mitgehen zu lassen. "Du hast einen interessanten Geschmack."
Ezra nahm das Buch irritiert entgegen und öffnete den Mund, um seinem Bruder ziemlich detailliert zu erklären, wie begeistert er davon war, dass selbiger seine Wohnung wie eine Bibliothek behandelte, als Caleb ihm zuvorkam und sich - offensichtlich in Hoffnung auf Rettung - an Andrew wandte.
"Andrew! Hey! Glitzer steht dir." Caleb setzte das offensichtlich unschuldigste Lächeln auf, das er zustande brachte - beinahe effektiv, wenn es an den Ecken nicht ein bisschen zu melancholisch aussehen würde - während er sich leicht von Ezra wegdrehte, um den drohenden Vortrag zu umgehen. Ezra seufzte, verdrehte kurz die Augen und ließ die beiden stehen, um das Buch wieder dorthin zu sortieren, wo es hingehörte. Und eventuell nachzusehen, ob noch andere Bücher fehlten.
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