Lorae / Leon
Als Baldr mich danach fragte, was wir tun sollten und dabei auf die Gefallenen deutete, sah ich mich kurz um. Der General war nicht mehr in unserer Nähe und die Ritter an unserer Seite machten keinerlei Anstalten uns zu führen. Offenbar waren sie auch nur das Folgen gewohnt. Ich war mir nicht sicher, ob ich etwas sagen sollte, geschweige denn was, als wir von weiteren Feinden umzingelt wurden. Uns blieb schließlich nichts anderes übrig, als uns hier erstmal zu verteidigen.
Die neuen Schwerter von Meredith waren unglaublich. Sie schnitten durch das Fleisch meiner Gegner wie durch weiche Butter. Dennoch wurden wir immer weiter zurückgedrängt, sodass wir schon die Hitze der Flammen in unseren Rücken spürten.
Plötzlich fielen die hintersten Reihen der Gegner und da wir uns weiterhin zur Wehr setzten, hatten sie dem Ritter hinter ihnen nichts entgegenzusetzen. Sie waren einfach überrascht. Das war ich auch. Als der letzte von ihnen durch Marius Schwert fiel, stand uns einer der Ausbilder gegenüber. Ich glaube, sein Name war Harald.. Jedenfalls trug er diese rote Armbinde, wie unsere Feinde auch. Ich wusste nicht, was ich tun sollte und auch Marius war etwas verunsichert, auf wessen Seite dieser Ritter nun stand. "Bewegt euch und bleibt zusammen", trug er uns auf und riss die Armbinde ab, da ihn nun auch die anderen Verräter im Visier hatten. War er wirklich auf unserer Seite oder war das ein Trick? Er drehte sich um und kämpfte gegen seine Leute, um uns zu führen.
Kurz darauf standen wir dem schwarzen Ritter gegenüber, der gegen Harald kämpfte. "Lauft weiter", befahl er uns, obwohl er große Mühen hatte die Angriffe zu blocken. Erschrocken sah ich Dimitri nicht weit von uns auf dem Boden liegen und presste meine Kiefer aufeinander. Wie sollten wir den Kampf ohne unsere besten Kämpfer überstehen? Ich lief mit den Verbliebenen weiter zur Mauer, blickte nochmal zurück und sah, wie Dimitris Schwert in Flammen stand. Der schwarze Ritter hatte Harald enthauptet und kam auf ihn zu, aber würde er es dieses Mal schaffen?
____
Valerius Hazen
Vor einer Woche kam Harald zu mir und erzählte mir etwas von einem Angriff und das ich der einzige wäre, dem er sein selbstmörderisches Doppelleben anvertrauen könne. Natürlich hatte ich ihn gefragt, warum er damit nicht zum General oder Dimitri ging und warum er es überhaupt dazu kommen lassen hatte. Hätte er ihnen was gesagt, hätte er auffliegen können. Was er jedoch wichtiger fand war, dass er noch nicht genug Informationen hatte. Wäre er aufgeflogen, hätte sein Halbwissen dem General nicht weitergeholfen. Außerdem hatte ihn wohl dauernd dieser Theo im Blick. Ach, keine Ahnung. Mit solchen Taktiken kannte ich mich nicht aus. Wenn er meinte, dass es so besser wäre - meinetwegen.
Also brach ich nach Praha auf, suchte mir als gewöhnlicher Reisender ein Zimmer und wartete. Harald brachte mir einen Bogen und Pfeile und weitere Informationen. Ich solle mich genau am heutigen Abend bereit halten, für einen guten Blick zur Akademie sorgen und los reiten, wenn ich etwas sah.
Das Signalhorn hörte ich hier natürlich nicht, dafür ein winziges Fünkchen in weiter Ferne, die das Zeichen war.
Also sattelte ich mein Pferd, kontrollierte meine Ausrüstung und prüfte noch mal, ob ich gut an alle 3 Köcher auf meinem Rücken kam. Der Nachteil als Schütze war die begrenzte Munition, aber ich konnte problemlos etwas mehr mit mir herumtragen. Harald hatte mir genaue Anweisungen gegeben. Ich sollte von der Akademie fernhalten und mich dem Plateau von hinten nähern. Feuerpfeile. Als ob man mal so eben einen Pfeil in Brand stecken konnte, um im Galopp mehrere davon abzufeuern. Doch da kam meine Kreativität ins Spiel. Es war alles andere als schön, aber ich klemmte mir eine schmale Fackel zwischen die Zähne, wobei das Feuer meinem Gesicht ruhig etwas entfernter sein könnte, doch es war weit genug, um mich nicht zu verbrennen.
Allerdings war ich zu spät, denn bevor ich das Manöver durchführen konnte, stand die Akademie schon in Flammen. "Scheiße", zischte ich unverständlich durch die Fackel im Mund und ritt los. Das Pferd galoppierte so schnell es konnte, während ich einen Pfeil zog, ihn anzündete und auf den ersten Wagen mit den Ölbomben feuerte. Die Ritter an den Katapulten bekamen einen ganz schönen Schrecken, doch bevor sie mich überhaupt entdeckten, stand schon der zweite Wagen in Flammen. Dann der dritte. Die Pfeile flogen mir erst entgegen, als ich alle Wagen erwischt hatte, weshalb ich die Fackel in ihre Richtung warf. Die meisten waren mit dem Feuer beschäftigt und ihre Pfeile waren nicht präzise genug, um mich in meinem Tempo zu erwischen.
Harald hatte mir Kletterhaken besorgt, um damit die Mauer der Akademie zu erklimmen und anschließend wie der General es sich wünschen würde, am Kampf teilzunehmen.
Schnell wie der Wind ritt ich zur Akademie, lenkte das Pferd die Mauer entlang und stellte mich dabei auf den Sattel. Mit den Kletterhaken in der Hand sprang ich an die Mauer, kletterte diese empor und zog oben angekommen meinen Bogen. Ich war kein großer Schwertkämpfer, aber meine Pfeile verfehlten nie ihr Ziel. Dank diesem neuen Bogen, der anfangs zwar etwas umständlicher war, hatten sie auch eine unglaubliche Geschwindigkeit drauf. Die Form des Bogens gab ihm den Namen Recurvebogen. Sollte bald wohl der Standard bei den Schützen werden.
Ich blickte zum schwarzen Ritter, vor dem mich Harald gewarnt hatte. Ich sollte gar nicht erst versuchen, durch seine Rüstung zu kommen. Aber ob Dimitri das schaffen würde? Mit dem brennenden Schwert vielleicht.. Ich war im selben Jahrgang wie er und kannte seine Fähigkeiten gut. Wenn er nicht mit ihm fertig würde, wer dann?
Also konzentrierte ich mich darauf unsere Kameraden aus der Ferne zu beschützen. Zuerst nahm ich der Grupoe des Generals 3 Gegner ab, doch dann sah ich eine Gruppe von unbeholfenen Rittern. Das mussten die Rekruten sein, von denen Harald erzählte. Wie armselig waren wir, dass wir Kinder kämpfen ließen? Aber sie waren mutig und schlugen sich tapfer. Der kleine Braunhaarige wurde an der Schulter getroffen, kämpfte jedoch erbittert mit seinen zwei Schwertern weiter. Einer nach dem anderen fielen durch meine Pfeile, aber es waren zu viele. Der Braunhaarige schubste einen seiner Kameraden beiseite und bekam einen Treffer ab. Knapp an seiner Brust vorbei, sodass der Schnitt an seinem Brustkorb nicht tödlich war. Dennoch musste das höllisch wehtun.. und diese Knirpse waren Schmerzen nicht gewohnt. Deshalb war ich überrascht, dass er sein rechtes Schwert noch in seinen Gegner rammen konnte. Der Schnitt in der linken Seite schwächte jedoch seinen linken Arm, sodass die Hiebe mit diesem schwächer wurden. Auch das Parieren fiel ihm schwer. Zu ihrem Glück hatte ich noch genug Pfeile. Als der letzte von ihnen fiel, rief ich ihnen zu. "Lauft rüber zur Schmiede!" Es wäre besser, wenn sie zu ihren anderen Kameraden aufschlossen, um gemeinsam weiter zu kämpfen.
Als Baldr mich danach fragte, was wir tun sollten und dabei auf die Gefallenen deutete, sah ich mich kurz um. Der General war nicht mehr in unserer Nähe und die Ritter an unserer Seite machten keinerlei Anstalten uns zu führen. Offenbar waren sie auch nur das Folgen gewohnt. Ich war mir nicht sicher, ob ich etwas sagen sollte, geschweige denn was, als wir von weiteren Feinden umzingelt wurden. Uns blieb schließlich nichts anderes übrig, als uns hier erstmal zu verteidigen.
Die neuen Schwerter von Meredith waren unglaublich. Sie schnitten durch das Fleisch meiner Gegner wie durch weiche Butter. Dennoch wurden wir immer weiter zurückgedrängt, sodass wir schon die Hitze der Flammen in unseren Rücken spürten.
Plötzlich fielen die hintersten Reihen der Gegner und da wir uns weiterhin zur Wehr setzten, hatten sie dem Ritter hinter ihnen nichts entgegenzusetzen. Sie waren einfach überrascht. Das war ich auch. Als der letzte von ihnen durch Marius Schwert fiel, stand uns einer der Ausbilder gegenüber. Ich glaube, sein Name war Harald.. Jedenfalls trug er diese rote Armbinde, wie unsere Feinde auch. Ich wusste nicht, was ich tun sollte und auch Marius war etwas verunsichert, auf wessen Seite dieser Ritter nun stand. "Bewegt euch und bleibt zusammen", trug er uns auf und riss die Armbinde ab, da ihn nun auch die anderen Verräter im Visier hatten. War er wirklich auf unserer Seite oder war das ein Trick? Er drehte sich um und kämpfte gegen seine Leute, um uns zu führen.
Kurz darauf standen wir dem schwarzen Ritter gegenüber, der gegen Harald kämpfte. "Lauft weiter", befahl er uns, obwohl er große Mühen hatte die Angriffe zu blocken. Erschrocken sah ich Dimitri nicht weit von uns auf dem Boden liegen und presste meine Kiefer aufeinander. Wie sollten wir den Kampf ohne unsere besten Kämpfer überstehen? Ich lief mit den Verbliebenen weiter zur Mauer, blickte nochmal zurück und sah, wie Dimitris Schwert in Flammen stand. Der schwarze Ritter hatte Harald enthauptet und kam auf ihn zu, aber würde er es dieses Mal schaffen?
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Valerius Hazen
Vor einer Woche kam Harald zu mir und erzählte mir etwas von einem Angriff und das ich der einzige wäre, dem er sein selbstmörderisches Doppelleben anvertrauen könne. Natürlich hatte ich ihn gefragt, warum er damit nicht zum General oder Dimitri ging und warum er es überhaupt dazu kommen lassen hatte. Hätte er ihnen was gesagt, hätte er auffliegen können. Was er jedoch wichtiger fand war, dass er noch nicht genug Informationen hatte. Wäre er aufgeflogen, hätte sein Halbwissen dem General nicht weitergeholfen. Außerdem hatte ihn wohl dauernd dieser Theo im Blick. Ach, keine Ahnung. Mit solchen Taktiken kannte ich mich nicht aus. Wenn er meinte, dass es so besser wäre - meinetwegen.
Also brach ich nach Praha auf, suchte mir als gewöhnlicher Reisender ein Zimmer und wartete. Harald brachte mir einen Bogen und Pfeile und weitere Informationen. Ich solle mich genau am heutigen Abend bereit halten, für einen guten Blick zur Akademie sorgen und los reiten, wenn ich etwas sah.
Das Signalhorn hörte ich hier natürlich nicht, dafür ein winziges Fünkchen in weiter Ferne, die das Zeichen war.
Also sattelte ich mein Pferd, kontrollierte meine Ausrüstung und prüfte noch mal, ob ich gut an alle 3 Köcher auf meinem Rücken kam. Der Nachteil als Schütze war die begrenzte Munition, aber ich konnte problemlos etwas mehr mit mir herumtragen. Harald hatte mir genaue Anweisungen gegeben. Ich sollte von der Akademie fernhalten und mich dem Plateau von hinten nähern. Feuerpfeile. Als ob man mal so eben einen Pfeil in Brand stecken konnte, um im Galopp mehrere davon abzufeuern. Doch da kam meine Kreativität ins Spiel. Es war alles andere als schön, aber ich klemmte mir eine schmale Fackel zwischen die Zähne, wobei das Feuer meinem Gesicht ruhig etwas entfernter sein könnte, doch es war weit genug, um mich nicht zu verbrennen.
Allerdings war ich zu spät, denn bevor ich das Manöver durchführen konnte, stand die Akademie schon in Flammen. "Scheiße", zischte ich unverständlich durch die Fackel im Mund und ritt los. Das Pferd galoppierte so schnell es konnte, während ich einen Pfeil zog, ihn anzündete und auf den ersten Wagen mit den Ölbomben feuerte. Die Ritter an den Katapulten bekamen einen ganz schönen Schrecken, doch bevor sie mich überhaupt entdeckten, stand schon der zweite Wagen in Flammen. Dann der dritte. Die Pfeile flogen mir erst entgegen, als ich alle Wagen erwischt hatte, weshalb ich die Fackel in ihre Richtung warf. Die meisten waren mit dem Feuer beschäftigt und ihre Pfeile waren nicht präzise genug, um mich in meinem Tempo zu erwischen.
Harald hatte mir Kletterhaken besorgt, um damit die Mauer der Akademie zu erklimmen und anschließend wie der General es sich wünschen würde, am Kampf teilzunehmen.
Schnell wie der Wind ritt ich zur Akademie, lenkte das Pferd die Mauer entlang und stellte mich dabei auf den Sattel. Mit den Kletterhaken in der Hand sprang ich an die Mauer, kletterte diese empor und zog oben angekommen meinen Bogen. Ich war kein großer Schwertkämpfer, aber meine Pfeile verfehlten nie ihr Ziel. Dank diesem neuen Bogen, der anfangs zwar etwas umständlicher war, hatten sie auch eine unglaubliche Geschwindigkeit drauf. Die Form des Bogens gab ihm den Namen Recurvebogen. Sollte bald wohl der Standard bei den Schützen werden.
Ich blickte zum schwarzen Ritter, vor dem mich Harald gewarnt hatte. Ich sollte gar nicht erst versuchen, durch seine Rüstung zu kommen. Aber ob Dimitri das schaffen würde? Mit dem brennenden Schwert vielleicht.. Ich war im selben Jahrgang wie er und kannte seine Fähigkeiten gut. Wenn er nicht mit ihm fertig würde, wer dann?
Also konzentrierte ich mich darauf unsere Kameraden aus der Ferne zu beschützen. Zuerst nahm ich der Grupoe des Generals 3 Gegner ab, doch dann sah ich eine Gruppe von unbeholfenen Rittern. Das mussten die Rekruten sein, von denen Harald erzählte. Wie armselig waren wir, dass wir Kinder kämpfen ließen? Aber sie waren mutig und schlugen sich tapfer. Der kleine Braunhaarige wurde an der Schulter getroffen, kämpfte jedoch erbittert mit seinen zwei Schwertern weiter. Einer nach dem anderen fielen durch meine Pfeile, aber es waren zu viele. Der Braunhaarige schubste einen seiner Kameraden beiseite und bekam einen Treffer ab. Knapp an seiner Brust vorbei, sodass der Schnitt an seinem Brustkorb nicht tödlich war. Dennoch musste das höllisch wehtun.. und diese Knirpse waren Schmerzen nicht gewohnt. Deshalb war ich überrascht, dass er sein rechtes Schwert noch in seinen Gegner rammen konnte. Der Schnitt in der linken Seite schwächte jedoch seinen linken Arm, sodass die Hiebe mit diesem schwächer wurden. Auch das Parieren fiel ihm schwer. Zu ihrem Glück hatte ich noch genug Pfeile. Als der letzte von ihnen fiel, rief ich ihnen zu. "Lauft rüber zur Schmiede!" Es wäre besser, wenn sie zu ihren anderen Kameraden aufschlossen, um gemeinsam weiter zu kämpfen.
~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
- Eugene Ionesco
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Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Kiimesca ()