I wanna be a knight, no matter what [Kiimesca & Haruka]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Lorae / Leon

      Als Baldr verletzt wurde, sah ich ihn besorgt an und machte mir deshalb Vorwürfe. War das mein Fehler? Ich sah ihm einen Moment nach und wäre ihm am liebsten hinterher gelaufen, doch ich glaubte, dass er jetzt vielleicht lieber allein sein wollte. Außerdem würde ich vermutlich Ärger bekommen, wenn ich die Trainingshalle verließe. Dieses Training war hart, aber davor hatte der General uns gewarnt. Und davor, dass sie keine Gnade walten lassen würden. Ich sah betrübt zu Boden und die kurze Pause, die mir gegönnt wurde, endete, als Ferdinand mit dem Training fortfuhr. Uns stand ein Kampf um Leben und Tod bevor, da konnten wir uns solche Schwächen nicht erlauben. Allerdings war ich zwar nicht zu 100% anwesend, doch ich hatte meine Umgebung einigermaßen im Blick, riss mein Schild hoch und musste mit meinem anderen Arm unterstützen, um dagegen zu halten. Schilde waren manchmal ganz praktisch, aber mir lagen sie nicht so.
      Ich ließ meine Arme sinken und sah trotzig zu ihm auf. Dann ging ich zur Seite, lag den Schild nieder und nahm mir ein zweites Schwert. Der General sagte, dass ich kämpfen sollte, womit ich mich wohl fühlte, warum dann nicht auch beim Training? Als ich zurück kam, drehte ich die Schwerter kurz in meinen Händen und atmete tief durch, ehe ich mich dem Ausbilder wieder entschlossen entgegenstellte. Es spielte keine Rolle, ob ich einen Angriff blocke oder pariere, solange ich nicht getroffen wurde, oder? Mit einem Schwert konnte ich also genauso gut seinen Angriff parieren oder umleiten, während ich mit dem anderen zum Kontern ausholte. Schwerter waren leichter und ließen sich vielseitiger einsetzen. Außerdem war ich mit ihnen schneller und wendiger. Ich war flexibler. Es war egal, ob ich mit links oder rechts parierte, da ich mit dem jeweils anderen Arm zu einem tödlichen Gegenangriff ansetzen konnte.

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      Der Bäcker folgte ihm kurze Zeit später und entzündete die Lampe, ehe er sich in dem Raum umsah. Wer wusste, wie lange Theo diesen Schlüssel hatte und wann er ihn das letzte Mal benutzt hatte. Dennoch sah er sich die Regale genau an, wusste aber nicht, wonach er denn suchen sollte. Es standen ein paar leere Gläser hier und ein paar Einmachgläser waren auch gefüllt. Das erschien ihm uninteressant. "Wir suchen etwas, dass Theo belastet?" Das er so etwas mal tun müsste..
      Er prüfte ein paar Bücher, aber die meisten davon waren wohl schon so lange hier unten, dass sie fast auseinanderfielen. In einer Schublade fand er etwas Pergament, rollte es auf, doch es war nichts darauf zu sehen. Auch nicht, als er es gegen das Licht hielt. "Hm.." Ihm erschien das alles irgendwie sinnlos. "Wie schwer ist der Verdacht gegen Theo? Hat er sich dazu geäußert? Was hat er gesagt?", fragte er und kratzte sich am kurzen Bart.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Eine andere Schwester betrat den Raum. "Hildegard, wir brauchen deine Hilfe mit den Betten."
      Hildegard nickte und machte eine kurze Handbewegung. "Ich komme sofort", dann wandte sie sich wieder mir zu, "Vielleicht wäre es für dich besser, nicht an vordester Front zu kämpfen, vielleicht als Bogenschütze. Bevor mein Sohn starb, diente er der Armee als einer. Mit seinem Langbogen konnte er Ziele auf über 300 Meter Entfernung treffen, vielleicht wäre das was für dich. Denk darüber nach, ja?"
      "Das werde ich. Und danke."
      "Gut. Jetzt muss ich aber weitermachen. Und du solltest besser wieder zurück, bevor du Ärger bekommst."
      Ich nickte. Nachdem ich noch einige Tassen des leckeren Tees getrunken hatte, lief ich wieder zurück. Glücklicherweise nahm zumindest der General von meinem Erscheinen keine Notiz, sodass ich mich einigermaßen unbemerkt unter die - noch immer das Parieren und Kontern trainierende - Menge mischen konnte. Zwei Minuten später jedoch brach der General diese Einheit ab und forderte uns auf, uns wieder in einer Reihe aufzustellen.
      "Gut. Nun bildet Zweiergruppen und das zügig."


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      "Ich war nicht dabei, jedoch werde ich regelmäßig informiert und der Verdacht ist wohl eindeutig. Jedoch äußert er sich nicht, weder für noch gegen den Verdacht. Wir haben das Gefühl, dass er jemanden deckt, daher suchen wir derzeit nach Indizien."
      Augustus war auf das Aufspüren geheimer Verstecke geschult, schließlich war Verstecken eine ihrer Kernkompetenzen. Während der Bäcker die Regale und den Schreibtisch beobachtete, widmete der Assassine sich den Schränken an der Wand gegenüber der Tür, durch die sie gekommen waren. Da sie leer waren, stieg er in sie hinein und tastete den kompletten Innenraum ab, um einen Hebel, Schalter oder ähnliches zu finden, der eine Geheimtür freigeben würde. Da er für gewöhnlich im Königspalast eingesetzt wurde, waren solche Mechanismen ein alter Hut, sind solche geheimen Türen und Gänge dort doch zahlreich verbaut.
      Tatsächlich fand er einen solchen Hebel im zweiten Schrank. Die Rückwand öffnete sich leise quietschend nach außen, ein lauer Luftzug war zu vernehmen.
      "Hier", rief er dem Bäcker zu. "Sieht aus wie ein unterirdischer Gang, der aus vom Haus wegführt." Sofort hatte Augustus eine Vermutung. Er glaubte, einen geheimen Zugang zum Tunnelsystem gefunden zu haben, der sich unter der gesamten Stadt erstreckt und für das Militär erbaut wurde und an die Kanalisation anknüpft. Nur warum sollte man einen solchen unter einer Bäckerei erbauen?
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    • Lorae / Leon

      Ich war erleichtert, als Baldr zurück kam, doch er war zu weit weg, als der General uns in einer Reihe antreten ließ und uns aufforderte Zweiergruppen zu bilden. Ich sah kurz nach rechts, wo Baldr stand, doch zwischen uns standen die anderen Rekruten. Dann sah ich nach links, wo neben Marius niemand mehr stand, weshalb ich zu ihm hoch sah - immerhin war er mehr als einen Kopf größer als ich. Größer als Dimitri oder die anderen Ritter und auch breiter. Er schien zwar schon recht erschöpft zu sein und seinen Blick konnte ich nicht richtig einordnen, aber er hatte mich wohl als seinen Partner ausgesucht. Ich war ihm auch am nächsten und wir sollten uns mit der Aufteilung beeilen, weshalb ich mich dem fügte. Immerhin schien er mir von allen Rekruten noch der fitteste zu sein, weshalb es Sinn ergab, dass ich mich mit ihm zusammentat, falls es bei der nächsten Übung darum gehen sollte gegeneinander zu kämpfen. Das bisherige Training hatte zwar auch an mir Spuren hinterlassen - vor allem eine Menge blauer Flecken - doch meine Ausdauer war noch nicht am Ende.

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      Der Bäcker brummte nur leise, als er ihm von ihrem Verdacht erzählte. Wen sollte Theo denn decken wollen, dass er bereit war diese Strafe auf sich zu nehmen?
      Überrascht drehte er sich zu dem Assassinen um, als dieser nach ihm rief und einen unterirdischen Gang offen legte. "Was zum..", murmelte er und folgte ihm skeptisch. "Was hat das zu bedeuten?", fragte er und sah sich flüchtig um. Dieser Gang musste schon hier gewesen sein, bevor er die Bäckerei übernahm. Bevor er überhaupt geboren worden war. Immerhin hatte er dieses Haus von seinem Urgroßvater übernommen und er wurde wohl kaum nachträglich angelegt, oder doch? "Soll ich Sie begleiten?" Bei dem Gedanken war ihm nicht ganz wohl. Wo immer dieser Gang hinführte, könnten schließlich Komplizen von Theo lauern, oder? Er hatte nicht vor, dessen Zorn auf sich zu ziehen und für eine Sache zu sterben, von der er nichts wusste.
      Als plötzlich ein lautes Geräusch durch den Gang hallte, schreckte Theo's Vater zurück und sah Augustus erschrocken an. Es klang als würde etwas einbrechen, weil jemand einen Stützbalken zerstört hatte. Der Gang wurde offenbar verschüttet, als der klägliche Rest der Staubwolke noch bis zu ihnen drang. Da wollte der Bäcker ganz sicher nicht rein! Doch es bewies wohl, dass dieser Gang - und somit auch sein Sohn - irgendetwas verbargen, dass nicht gefunden werden sollte.
      Als er die Stimmen seiner Frau und Tochter vernahm, warf er nur einen kurzen Blick zu dem Assassinen und eilte dann die Treppe hinauf. "Was war das?", fragte das junge Mädchen und klammerte sich an ihre Mutter. "Kein Grund zur Sorge", hoffte er jedenfalls. "Alles in Ordnung, Lady Isabelle?", hörte er seine Schwiegertochter fragen und drehte sich zu ihr um, wobei er eine Kundin erblickte, die ihren Körper erschrocken an die Wand gepresst hatte und sich mit großen Augen umsah. Lady Isabelle war eine Stammkundin, da ihre Ur-Urgroßmutter die Schwester von seinem Urgroßvater war. Die Verwandtschaft war weit genug entfernt, dass sie die Bäckerfamilie nicht als einen Teil ihrer Familie ansehen müsste und doch kam sie hin und wieder zu Besuch.
      Sie wohnte selbstverständlich nicht in diesem Viertel, doch sie nutzte diese Gelegenheit immer, um etwas Gebäck zu kaufen und Hallo zu sagen. Sie war seit kurzem volljährig, doch noch ledig, obwohl sie eine wahre Schönheit war. "J-ja.. nichts passiert.." Es war zwar nur eine kleine Erschütterung, doch in der nahen Umgebung sollte sie von jedem gehört worden sein. Sie atmete tief durch und lächelte etwas beklemmt, da sie noch immer etwas unter Schock stand. Ihr braunes Haar war an den Seiten nach hinten geflochten und lag auf den offenen Haaren auf, die ihr fast bis zur Hüfte reichten. Der kurze, gerade Pony passte gut zu ihrem schmalen Gesicht. Ihre grünen Augen funkelten ein wenig, als sie sich umsah und von seiner Schwiegertochter ein kleines Päckchen in den Korb gelegt bekam. Darin befand sich der Hefezopf, den sie immer kaufte.
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      - Eugene Ionesco
    • Ich musste mit Yoichi vorlieb nehmen, einem schwarzhaarigen Schüler mit fernöstlichem Touch, mit dem ich nie viel zu tun hatte. Allgemein wusste ich nicht viel über ihn, außer dass seine Eltern aus Yamato stammten und in jungen Jahren hierher nach Boheme kamen.
      "Hi", sprach ich bemüht um Kontaktaufnahme.
      Er nickte mir stumm zu, dann zog er einen Dolch.
      "Gut!", sprach der General streng, "ihr werdet jetzt eure Fertigkeiten, im Team zu agieren, schulen und eure erlernten Fähigkeiten einsetzen. Baldr und Yoichi gegen Falco und Linhardt. Dann Leon und Marius gegen die Gruppe von Mischa und Jean. Macht euch bereit."
      Dann wurden wir aufgefordert, uns im Kreis aufzustellen; die Kämpfer in der Mitte. Yoichi und Ich gegen Falco und Linhardt. Wir traten in die Mitte des Kreises, die anderen beobachteten uns, besonders der General und die Ausbilder, die begannen, Notizen zu machen.
      Schließlich begann der Kampf und so schnell er begann, war er auch vorbei. Linhardt war anzumerken, dass er das alles hier nicht will, weshalb er nach einem Treffer von mir, den ich absichtlich vorsichtig ausführte, reglos am Boden liegen blieb. Falco hingegen wäre ein Problem, jedoch wurde er von Yoichi und mir überwältigt, bevor seine noch immer zu wilden Angriffe uns treffen konnten. Zweifellos hatte er Talent, jedoch fehlte ihm die Erfahrung und ein Mentor, der ihn führt. Der General schüttelte mit dem Kopf und ging mit Linhardt vor die Tür. "Die nächsten beiden Gruppen sollen sich bereit machen und auf mich warten", rief er noch hinterher.
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      "Was soll das? Ich weiß, du willst nicht kämpfen, aber versuch wenigstens dir Mühe zu geben! Es geht hier nicht um dich und deinen Willen, es geht um die Akademie, deine Freunde, deine Kameraden und um dieses Land!"
      "Ich weiß...aber ich kann es nicht. Ein Schwert führen und Menschen töten...ich will ihnen helfen. Kann ich nicht den Schwestern im Krankenflügel helfen? Ich will in die Fußstapfen meiner Eltern treten."
      Der General schüttelte kurz mit dem Kopf und überlegte.
      "Was ist, wenn ich nein sage?"
      "Dann..dann werde ich gehen und mich dem Feind anschließen..Sanitäter werden überall gebraucht."
      "Das würdest du nicht wagen",
      entgegnete der General. "Dafür hängst du doch viel zu sehr an Falco."
      "Er wird es sicher verstehen." Bewusst langsam schritt er über das Trainingsgelände und steuerte den Hof an, um den Ausgang der Akademie zu erreichen. Das Tor stand offen, so wie immer, wenn es hell war, er müsste nur sein Pferd holen und dann wäre er weg.
      Der General hatte auf diesen Kindergarten gerade weder Lust noch Zeit, in Anbetracht des nahenden Untergangs.
      "Gut...von mir aus, dann verkriech dich bei den Schwestern, aber komm mir heute ja nicht mehr unter die Augen..."
      Sichtlich angesäuert kam er wieder in die Trainingshalle zurück und forderte die bereits wartenden Gruppen auf, zu kämpfen. Ich beobachtete den Kampf vom Kreis aus und wunderte mich, warum Linhardt nicht mit zurückgekommen war.

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      Als die das laute Geräusch aus dem Gang verklongen waren und sich die Staubwolken gelegt hatten, blieb Augustus alleine zurück. Glücklicherweise hatte der Bäcker die Lampe dagelassen, sodass er den Gang entlangschreiten konnte. Jedoch wollte er sich vorher weiter im Raum umsehen, da er außer den Schränken bisher nichts untersucht hatte.
      Jedoch konnte er im Raum nichts auffälliges entdecken, außer einigen halb zerfallenen Büchern und das Pergament, dass der Bäcker vorhin entdeckt und auf dem Schreibtisch hat liegen lassen. Auf eine wage Vermutung hin rollte er es zusammen und steckte es in die Innentasche seiner Montur.
      Dann trat er in den dunklen Gang, dem er eine Weile lang folgte. Nach wenigen Augenblicken - er hatte gerade die erste Abzweigung genommen, erreichte er eine Stelle, in dem deiner der Stützbalken teilweise eingestürzt war und den Weg versperrt hatte. Scheinbar war dies der Urheber des Geräusches von vorhin. Augustus beugte sich vor und betrachtete den Balken.
      "Gerader Schnitt an der Bruchkante. Keine Materialermüdung, sondern Manipulation. Hat sich mit der Wand verkeilt. Den werd ich alleine nicht hier wegbekommen. Ich sollte eine andere Abzweigung probieren."
      Dies tat er dann auch. Er lief eine ganze Weile durch die Gänge und markierte sich dabei die Abzweigungen, aus denen er kam, mit kleinen Kieseln, um sich nicht zu verirren. Nach einer Weile stoppte Augustus, als er vor sich plötzlich eine Treppe vorfand, als er diese emporstieg, fand er eine Luke vor. Licht drang von der anderen Seite durch die dünnen Schlitze. Er drückte die massive Tür auf und traute seinen Augen kaum. Er befand sich außerhalb der Mauern der Stadt, vor ihm am Horizont konnte man in der Ferna auf dem Hügel die Wolfsakademie sehen. Augustus erschauderte.

      ____

      Levi war etwa noch einen Tagesritt von der Akademie entfernt. Er saß gerade mit zwei Mitgliedern des Aufklärungstrupps an einem Lagerfeuer. Im Gepäck hatte er einen Haufen Aufzeichnungen, die er dem General vorlegen wollte.
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    • Lorae / Leon

      Der erste Kampf war recht schnell vorbei, da Linhardt sich absolut keine Mühe gab. Das hatte ich schon befürchtet, weshalb ich etwas wütend darüber meine Faust ballte. Niemand hier war scharf drauf, andere zu töten. Ich war auch nicht hier, weil ich es liebte mich in deren Blut zu baden. Wenn ich dadurch jedoch das Leben meiner Kameraden und der unschuldigen Bürger beschützen konnte, würde ich nicht zögern. Marius schien auch ein wenig darunter zu leiden, was er bei unserem letzten Einsatz ansehen durfte und auch, wenn er gekämpft hatte, war ihm bewusst, dass es nicht ohne Blutvergießen möglich war. Er hatte selbst gesagt, dass er ein ruhiges Leben bevorzugen würde, doch wenigstens würde er sich niemals die Blöße geben zu kneifen.
      Während wir auf die Rückkehr des Generals warteten, betrachtete ich unsere Gegner. "Ich übernehme Mischa..", murmelte er leise, dass ich es gerade so verstehen konnte. Genau das wollte ich auch vorschlagen, da Mischa im Gegensatz zu Jean sehr kräftig gebaut war. Er war fast so groß und breit wie Marius und würde deshalb keine Schwierigkeiten haben unsere Angriffe zu blocken oder zu parieren. Jean hingegen war von der geschickteren Sorte, aber ich hatte ihn schon ein paar Mal besiegt, also sollte ich das wieder schaffen, solange Marius mir Mischa vom Laib hielt. Jean könnte versuchen, ihn zu Beginn anzugreifen, damit ich allein dastehe.
      Ich wollte damit zwar nicht sagen, dass Marius ein leichtes Ziel wäre, aber er war eben ein wenig träger, vor allem da ihn das heutige Training doch ziemlich erschöpft hatte. Obwohl ich von diesem Manöver ausging, blieb ich rechts von Marius stehen und somit nicht zwischen ihm und Jean. Ich wollte vermeiden, dass sie ihre Pläne - von denen ich ausging - ändern würden, sollte ich mich umpositionieren. Marius fackelte nie lange mit dem ersten Angriff, wenn die Aufforderung zum Kämpfen kam. "Mischa wird nicht lange stehen.. sei also bereit den Angriff von Jean zu blocken..", informierte ich ihn leise über meinen Plan.
      Ich ging ein paar Schritte zurück und dehnte in der Wartezeit meine Arme, wobei ich versuchte überheblich zu wirken. Marius und die anderen Knappen dachten ohnehin von mir, dass ich mir meines Sieges zu sicher war und sie unterschätzte. In einem echten Kampf würden wir unsere Gegner nicht kennen und vor allem würden sie nicht auf ein Signal warten, um uns anzugreifen, doch Marius war gut im Umgang mit dem Schild. Ich hatte so meine Schwierigkeiten gegen ihn, wenn er einen Schild trug, also würde er problemlos gegen Mischa bestehen.

      Als der General zurückkam, achtete ich nicht darauf, ob Linhardt bei ihm war oder nicht. Ich fokussierte meine Gegner und verlagerte mein Gewicht auf ein Bein, in dem ich meinen rechten Fuß etwas nach hinten stellte. Meine Position sollte möglichst unauffällig sein, da ich verhindern wollte, dass die beiden erkennen würden, dass ich zu einem Sprint ansetzen wollte. Der Hallenboden war ideal dafür, da er nicht nachgeben würde.
      Kaum hatten wir die Aufforderung erhalten, stürmte Marius wie erwartet auf Mischa zu, versperrte Jean damit die Sicht auf mich und ich stieß mich mit dem Fuß ab, um so schnell wie ich konnte, auf Marius und Mischa zuzulaufen. Meine Stiefel hatten perfekten Halt auf dem Boden, sodass mein Plan kaum Risiken beinhaltete. Außer Marius würde den Angriff von Jean nicht rechtzeitig blocken, doch da ich ihn vorgewarnt hatte, sollte ihm das ohne Probleme gelingen.
      Mischa's Waffe schlug auf Marius' Schild, doch gerade als Mischa seinen Schild hob, um diesen für einen Angriff zu nutzen, rannte ich an ihm vorbei und hatte eines meiner Schwerter über seine Achselhöhle gezogen, die er mit dieser Handlung offen gelegt hatte. In einem echten Kampf würde es nicht nur besonders schmerzen, sondern ihm auch die Kraft im rechten Arm rauben, sodass er sich nicht mehr gegen einen weiteren Angriff wehren könnte. Marius sprang genau im richtigen Moment zurück und hob seinen Schild gegen Jean's Schwert. Er war ganz gut im Blocken, auch wenn er damit gegen die Ausbilder noch keine so guten Chancen hatte, wie gegen uns Rekruten.
      Ich stoppte nicht, als ich Mischa zumindest in der Theorie verletzt hatte und verlagerte mein Gewicht wieder auf ein Bein, drehte mich und hätte ihm in diesem Moment mit meinem anderen Schwert den Kopf abschlagen können. Jean schien davon etwas abgelenkt zu sein, weshalb er nicht auf Marius Beine achtete und dieser ihm mit Leichtigkeit den Fuß wegziehen und ihn zu Fall bringen konnte. Das hatte er von mir gelernt! Denn er fiel dadurch schon oft unsanft zu Boden, so wie Jean es gerade tat. Da Marius jedoch vorsichtig war, um nicht doch von ihm verwundet zu werden, wich er dabei einen Schritt zurück.
      Ich war schon längst auf dem Weg zu den beiden, ließ mich auf meine Knie fallen, wobei ich noch ein Stück über den Boden rutschte, doch anstatt Jean den Gnadenstoß zu verpassen - was problemlos möglich war - hatte ich meine Schwerter fallen lassen und fing ihn gerade rechtzeitig auf, damit er eben nicht unsanft auf dem Boden aufschlug. Hier war kein weicher Sandboden wie auf dem Hof. Sollte er jetzt eine ernsthafte Verletzung erleiden, würden wir immerhin unsere eigene Kampfkraft dezimieren. Ich blickte hinunter in seine großen Augen, die sich darüber wunderten und grinste ihm zu. Er hatte zwar verloren, aber er war auch schon mit seinen Kräften am Ende durch das harte Training zuvor. Mein Atem ging durch die Aufregung und den Sprint etwas schneller, als ich kurz zu Marius und anschließend zu den Ausbildern und dem General sah, während Marius Jean auf die Beine zog und ich mich anschließend ebenfalls erhob.

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      "Geht es euch gut?", fragte die Adlige an die Frauen gerichtet, die beide nickten. "Ich kann leider nicht lange bleiben..", bedauerte sie und verabschiedete sich nach kurzer Zeit mit einer herzlichen Umarmung von ihnen und den anderen.
      Kaum war sie aus der Bäckerei verschwunden, warf der Bäcker noch einmal einen Blick in den versteckten Keller. Der Assassine war nirgends zu sehen, daher war er sich nicht sicher, ob er dort wieder herauskäme, weshalb er lediglich eine Kiste so vor das Loch im Boden stellte, dass dieses nicht sofort auffiel, er aber wieder dort rauskäme, wenn er dies wollte.

      Isabelle ging derweil durch die Straßen, begleitet von ihrem persönlichen Buttler und Leibwächter Eric. Ein großer, recht schlanker Mann um die 40 Jahre alt. Er trug zwar edle Stoffkleidung, doch an seiner Hüfte hing ein Schwert, mit der er seine Herrin zu verteidigen wusste.
      Auf den weniger belebten Straßen wartete ihre Kutsche, in die sie nun einstieg und den jungen Mann, der darin wartete, anblickte. Sie hatte die Erschütterung selbst wahrgenommen, weshalb es nicht nötig war, dass er ihr den Abschluss der Aufgabe mitteilte. Man wusste schließlich nie, wer einem gerade zuhörte. Sie war nur hergekommen, um sich persönlich von dem Erfolg zu überzeugen.
      Vor wenigen Stunden hatte der Mann vor ihr, ihr einen Zettel überreicht, auf dem stand, dass Theo gestern Abend gefangen genommen wurde. Diesen hatte sie ihrem Bediensteten überreicht, der ihn ebenfalls las und anschließend in seinen Mund steckte, um darauf zu kauen und ihn herunterzuschlucken.

      "Kein Grund zur Sorge..", murmelte sie, ohne das jemand zuvor etwas gesagt hatte und richtete ihren Blick aus dem Fenster, nachdem sie losgefahren waren. Theo war anfangs vielleicht nicht ganz freiwillig auf ihrer Seite, doch mittlerweile zählte er zu den loyalsten Untergebenen ihres Vaters. Man brauchte schließlich nur die richtigen Druckmittel und ein wenig Überzeugungskraft.
      Das sie den Tunnel verschütten mussten, war zwar schade, aber sie durften nicht riskieren, dass man durch diesen zum Anwesen ihres Vaters käme. Schon vor Jahren hatten sie alle Wege bis auf diesen dorthin abgeschnitten, doch sie würden auch ohne diese Verbindung zurecht kommen.
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      - Eugene Ionesco
    • Ich beobachtete den Kampf aufmerksam und war natürtlich auf der Seite von Lorae. Der Kampf hatte gerade seinen aktuellen Status erreicht, als der General einschritt. Er hatte wohl genug gesehen.
      Wir kämpften und übten fast die ganze restliche Zeit hindurch ohne besondere Vorgaben, bis die Glocke im Glockenturm zur 15ten Stunde schlug und wir aufgefordert wurden, uns von den Jüngeren zu verabschieden, die nun zu ihrem Ausflug aufbrechen würden.
      Ein Adler kreiste über der Akademie, als ich Franz ein Letztes Mal umarmte und ihn am Ausgang der Akademie verabschiedete.
      "Und bring mir ein Souvenir mit, ja?"
      "Mach ich. Guck nich´so traurig", entgegnete Franz grinsend.
      "Mach ich gar nicht."
      "Doch machst du. Oder bist du neidisch?"
      "Du hast es..ich bin neidisch."


      Ich blickte der sich auf Pferden entfernenden Menschentraube noch lange nach, während ich auf der Ringmauer saß und die Beine baumeln ließ.
      Vermutlich habe ich Franz heute zum letzten Mal gesehen. Zumindest befürchtete ich das, wusste ich nicht, ob ich überleben würde.

      Als die Glocke zur 16ten Stunde schlug, gab es in der Speisekammer ein ausgedehntes Mahl, während sich der General mit Basim und den Ausbildern in sein Büro zurückgezogen hatte, um ihre Eindrücke zu jedem Rekruten miteinander zu teilen und zu beratschlagen, wo die Schwächen jedes Absolventen lagen.

      ---

      Wenig später trat Augustus aus dem Keller in die Bäckerei, legte ausreichend Geld inklusive Trinkgeld auf den Tresen und verabschiedete sich überraschend in knappen Worten. Er hatte zwar keine wichtigen Erkenntnisse zu Theo gewinnen können, jedoch beschäftigte ihn der Tunnel, der eingestürzte Gang und die Frage nach dem warum.
      Er schrieb seine Erkenntnisse in einer Nachricht an Basim nieder und schickte sie per Brieftaube an die Akademie. Dann zog er sich ins Hauptquartier zurück, um auf Julius zu warten.
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    • Lorae / Leon

      Ich ging zwar mit den anderen Rekruten zu den Jüngeren, aber ich kannte niemanden von ihnen besser, außer Franz, den ich durch Baldr kannte. Dennoch stand ich mehr dekorativ neben ihm, lauschte den beiden und versuchte mir meine Sorge nicht anmerken zu lassen. "Du schaust schon genau so drein wie Dimitri..", murmelte Marius und sah mich irgendwie mahnend an. Tat ich das? Ich versuchte nur meine Gefühle zu verbergen. Marius mochte es wohl nicht, wenn man kalt, abweisend oder anteilnahmslos war, obwohl er selbst immer über andere hergezogen hatte. Gut, damit hatte er zumindest Emotionen gezeigt, wenn auch keine positiven. "Tu ich gar nicht. Dimitri schaut so, als würde er dich ohne Grund abstechen, wenn du nicht aufpasst...", grummelte ich leise zurück und schmollte etwas, woraufhin sich Marius tatsächlich ein Lachen verkneifen musste. War das so witzig? Ich weiß ja nicht.. "Ist so.. Frag Baldr.." Immerhin hatte er am meisten mit ihm zutun.

      Als es endlich etwas zu essen gab, schlug nicht nur ich herzlich zu. Ich war ausgehungert und durstig, aber ich war auch sehr gespannt darauf, wie das Training weitergehen würde. Die übrigen Rekruten waren immerhin die besten und die, die dem Ritterschlag würdig sein sollten. Alle anderen wurden bereits ausgesiebt. Deshalb war ich einigermaßen optimistisch, auch wenn keiner von ihnen meinen Ehrgeiz übertrumpfte. Und obwohl ich fleißiger und härter trainiert hatte, als alle anderen, war ich den erfahrenen Rittern noch nicht so gewachsen, wie ich mir gewünscht hätte.
      "Weißt du, Marius. Du bist wirklich stark, aber deine Beinarbeit lässt zu wünschen übrig..", brabbelte ich mit vollem Mund und sah ihn dabei an. Er sah mich völlig verwirrt an und schüttelte seinen Kopf dabei. "Was willst du?"
      "Naja..", begann ich und schluckte erst einmal den letzten Happen meines Mahls, ehe ich mit der Gabel rumwedelte. "Du weißt doch, wie oft ich dich zu Boden geworfen habe, oder? Weil du weder auf deine, noch auf meine Beine geachtet hast. Aber ich habe gesehen, dass du dazugelernt hast, als du gegen Mischa und Jean gekämpft hast."
      Er schnaufte leise, sagte aber nichts, weshalb wir uns gegenseitig ansahen, als ob einer von uns dem anderen gleich an die Kehle springen würde.
      "Ich bin nicht so stark wie du, aber schneller, gelenkiger und geschickter. Außerdem habe ich eine gute Balance. Ich mein doch nur, dass man seine Stärken und Schwächen kennen sollte, oder Baldr?", fragte ich meinen Freund und legte den Kopf schief. "Ja, ja.. Und was bringt dir das?"
      "Was es mir bringt?" Ich stand langsam auf und sah zu ihm runter. "Ich kann mein Gleichgewicht besser halten. Schau.." Er würde es wahrscheinlich eh nur als Prahlerei ansehen, aber das war mir egal. Ich legte meine Hände auf die Bank und schwang meine Beine in die Höhe. Ein Handstand war in einem Kampf vielleicht nicht besonders nützlich, aber ich versuchte alles, um meine Kraft und Ausdauer zu erhöhen. Dann hob ich eine Hand an und hielt mich einen Moment, ehe ich wieder auf meine Füße kam und meine Hände in die Hüften stemmte, als er meinte: "Toll. Du kannst ja dem Zirkus beitreten.." Wie bitte?!
      "Weißt du was?" Mit strengem Blick legte ich meine Hände auf den Tisch und beugte mich zu ihm rüber. "Du kannst gerne nach dem Training zu mir kommen, dann zeig ich dir, was ich den ganzen Tag so mache. Danach kannst du mir nochmal sagen, dass mein Training sinnlos ist.."
      "Meinetwegen.." Er klang zwar nicht besonders motiviert, aber ich hatte die Hoffnung, dass er angesichts unserer Prüfung offen für neues war.
      "Dürfen wir auch kommen?", fragte Jean, wobei er mir etwas unsicher wirkte, als ob ich ihm dem Kopf abschlagen würde für diese Frage. Ich sah von ihm zu Mischa, der mich ebenfalls erwartungsvoll anstarrte.
      Ein breites Grinsen legte sich auf meine Lippen, ehe ich mit angeschwollener Brust die Arme vor dieser verschränkte. "Nur zu. Ich bereite heute Abend alles auf dem Hof vor." Normalerweise trainierte ich nicht auf dem Hof, sondern etwas abseits, um meine Ruhe zu haben, aber unter diesen Umständen würde ich eine Ausnahme machen. "Kommst du auch, Baldr?" Ich sah zu ihm herunter, wobei meine Gesichtszüge etwas sanfter wurden.
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      - Eugene Ionesco

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    • Ich betrat als Letzter die Speisekammer. Stumm und mit trauriger Miene holte ich mir von der Essensausgabe meinen Teller sowie einen Krug Wasser und setzte mich zu Lorae, Marius und den anderen an den Tisch.
      Ich hatte einen Teil des Gespräches meiner Tischnachbarn nicht mitbekommen und erst die Frage ausreichend verstanden.
      "Sollte man", antwortete ich knapp und widmete mich meinen Essen. Ich hatte Hunger, Durst und Schmerzen und war müde.
      Daher hörte ich dem weiteren Gespräch einfach zu und beteiligte mich erst wieder am Verlauf, als Lorae mich ansprach.
      Ich überlegte einen Moment lang und kaute derweil mein Kotelett.
      "ich will für mich alleine üben", erwiderte ich und dachte an die Worte von Schwester Hildegard.
      "Ich wollte Bogenschieß..", ich unterbrach abrupt; ein mir fremder Assassine trat plötzlich in den Raum und erweckte meine Aufmerksamkeit. Groß, scheinbar muskulös. Er trug einen abgebrochenen Speer bei sich, am Rücken waren ein Bogen, ein Zweizack und ein Schwert fixiert. Basim folgte ihm. Dann setzten sie sich an einen Tisch in einer Ecke weit weg von den anderen. Kurz darauf trat der General mit Nero ebenfalls in die Kammer und setzte sich zu den Beiden. Fast zeitgleich wurde ihnen vom Mitarbeiter der Essenausgabe das Essen gebracht, sowie etwas zu Trinken in großen Krügen. "Eines der Privilegien, wenn man an einer Akademie arbeitet", murmelte ich vor mich hin.
      "Diese Mallakes", sprach der Fremde etwas zu deutlich mit seiner markanten Stimme, weshalb Basim eine "Shh" Geste mit seinem Mund machte.


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      "Es gibt essen", sprach der General, als er den Glockenturm betreten hatte.
      "Na endlich. Ich sterbe vor Hunger? Wo ist meine Ablösung?", erkundigte sich Nero genervt. Er hatte beinahe den ganzen Tag hier verbracht, die letzten davon, um einen schlafenden Theo zuzusehen, dessen Zustand nicht der Beste war.
      "Kommt gleich. Er ist gerade eingetroffen."
      "Ein Assassine?"

      "Ja. Aber er selbst sieht sich als Söldner. Wohl ein alter Freund von Magnus."
      "Ah, klingt nach Deimos."
      "Deimos? Klingt exotisch."
      "In seiner Sprache bedeutet das soviel wie Schrecken, in meiner lässt sich das in etwa mit Terror übersetzen."

      Der General stutzte. "Können wir so jemandem vertrauen? Einem Söldner, der wie aus dem Nichts erscheint und sich selbst Schrecken nennt?"
      "Woher kommen diese Vorurteile? Mach dir keine Sorgen. Er ist ein Freund von Basim und Freunde von ihm sind auch meine. Und deine besser auch. Er trägt seinen Namen nicht umsonst."

      Nero hiefte sich keuchend hoch. Dann überprüfte er die Fixierungen von Theos Fessel und folgte dem General die vielen Stufen des Glockenturmes hinab in die Speisekammer.
      Auf dem Weg nach unten führten sie das Gespräch fort.
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    • Lorae / Leon

      Als Baldr meinte, er wolle lieber für sich allein üben, blinzelte ich kurz. Bogenschieß... en? Er wollte Bogenschießen? Ich konnte dem zwar nichts abgewinnen, aber.. das war eine großartige Idee! Wenn Baldr nicht irgendwo zwischen mir und den Feinden rumwuselte, müsste ich mir weniger Sorgen um ihn machen und könnte mich so besser auf den Kampf konzentrieren.
      Ich folgte jedoch seinem Blick und betrachtete den Fremden etwas skeptisch. Er trug ziemlich viele Waffen und einige davon waren etwas ungewöhnlich. Da er jedoch in Begleitung von Basim war, stand er wohl auf unserer Seite. Ich setzte mich wieder hin und betrachtete erst Baldr und ließ meinen Blick dann über die anderen schweifen, ehe die Stimme des Fremden meine Aufmerksamkeit erregte. Worüber sie wohl sprachen? Egal..
      Nachdem ich auch meinen Becher geleert hatte, stand ich auf und streckte mich. Die anderen sahen alles andere als frisch aus.. Ich war auch ein wenig erschöpft, aber ich war langes Training gewohnt. Manchmal trainierte ich bis zu 14 Stunden am Tag, weshalb es mich schon ein wenig frustrierte, dass ich im Vergleich zu Ferdinand noch ein Anfänger war.

      _____

      Ruven Avenor

      Was sollte dieser spontane Ausflug in die Hauptstadt? Auf diese Frage würde ich wohl keine Antwort bekommen. Für mich war die Hauptstadt nichts neues, da ich dort aufgewachsen bin. Deshalb kehrte ich am Abend auch nach Hause zurück, wo mich meine Mutter herzlich begrüßte. David war schon fort und mein Vater sah ziemlich nachdenklich aus. Nachdem meine Mutter verschwunden war, setzte ich mich zu ihm. "Alles in Ordnung?"
      "Ja", antwortete er mir lediglich und ließ mich allein sitzen. Sicher würde er schon ins Bett gehen, da er ja immer so früh aufstehen musste. Dennoch beschäftigte mich sein Gesichtsausdruck. Irgendetwas stimmte nicht. Und ich bezweifelte, dass Theo und Vater sich nur so verhielten, weil ich bald Geburtstag hatte. Das müsste ja eine gewaltige Überraschung werden, wenn sie sich so seltsam verhielten.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Nach dem Essen zog ich mich auf den Traunungsplatz zurück und schnappte mir einen der alten Bögen. Ich hatte noch nie mit einem Bogen geschossen, nur ein paar Mal zugeschaut.
      Von daher stellte ich mich vermutlich ziemlich ungeschickt an, als ich mir einen Pfeil nahm, die Sehne spannte und den Pfeil fast einen halben Meter an der Zielscheibe vorbei.
      Das ging mehrere Minuten lang so, als auf einmal der fremde Assassine neben mir auftauchte.
      "So wird das nichts", sprach er und zog kurzerhand seinen Bogen.
      "Sieh zu und lerne."
      Dann legte er drei Pfeile auf einmal auf die Sehne, spannte sie mit jeder Menge Kraft und lies sie los. Jeder Pfeil krachte wuchtig in die Mitte.

      "Hast du gesehen? Du brauchst Kraft und Präzision. Und dir fehlt beides."
      Er verstaute seinen Bogen wieder an der Halterung am Rücken und stellte sich hinter mich, um meine Rücken- und Schultermuskulatur anzufassen.
      "Du brauchst jede Menge Kraft im Oberkörper, um genügend Kraft aufbringen zu können, damit dein Pfeil den Gegner mit genügend Wucht trifft.
      Andernfalls prallt er einfach an der Panzerung ab und alle werden dich auslachen. Willst du das?"
      "Nein. Wer bist du überhaupt?"
      "Nenn mich Deimos. Und wer bist du?"
      "Baldr. Wobei Magnus mich auch als Pius kennt."
      Ich klammerte mich an meinen Bogen und drehte mich um.

      "Ah. Du bist einer von uns?"
      "Scheint so."
      "Warum willst du Bogenschütze werden?"
      "Ich hab nicht die Widerstandsfähigkeit für die vorderste Front. Vor ein paar Tagen hatten wir einen Einsatz in einem Dorf. Banditen haben uns überrannt und all das Elend und der Gestank von Tod und Verwesung haben mich krank und betrunken gemacht. Ich will das nicht nochmal miterleben und meinen Kameraden mit meiner Unfähigkeit zur Last fallen. Ich denke..ich denke, die zweite Reihe ist besser für mich."
      "Mhh..nette Geschichte, nur ist es dafür zu spät. Ein guter Bogenschütze wird man nicht in sechs Tagen. Ich hab Jahre dafür gebraucht."
      "Vielleicht.. vielleicht kannst du mir was beibringen?"
      "Ich fürchte, das wird nichts. Ich muss auf jemanden aufpassen und dann schauen, wo Magnus und Nero mich brauchen."
      "Schade." Ich schmollte,. vielleicht ein Stück ganz bewusst, Deimos seufzte.
      "Achte auf deinen Stand, richte dich seitlich zum Ziel aus. Füße schulterbreit auseinander und parallel zueinander, dein Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilen."
      Deimos machte es vor.
      "Oberkörper gerade halten und leicht nach vorne geneigt. Rücken und Hüfte bleiben gerade. Die Haltung ist offen, der Hals zeigt in Richtung des Ziels."
      Nachdem mir Deimos noch einige hilfreiche, teils essentielle Tipps zum Spannen der Sehne und Abschießen des Pfeiles gegeben hatte, setzte er seinen Weg zum Glockenuhr fort, wo er die Nachtwache für Theo übernehmen sollte.
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    • Lorae / Leon

      Während die anderen sich ausruhten, ging ich auf den Hof, um ein bisschen was vorzubereiten. Ich legte ein paar größere Steine akkurat auf den Boden und drehte auch eine Sitzbank um, sodass man auf deren dünnen Querbalken balancieren konnte. Ja, vielleicht sah das wirklich etwas nach Zirkus aus, aber wenn ich schon nicht mit meinem Muskeln glänzen konnte, dann wollte ich alles mögliche tun, um mein Geschick zu verbessern.
      Als die Drei wirklich auf dem Hof erschienen, grinste ich breit und streckte meine Arme aus. "Herzlich willkommen." Jean und Mischa wirkten ein wenig neugierig, auch wenn sie skeptisch waren, aber Marius schien eher etwas.. genervt zu sein.
      "Bringst du uns jetzt ein paar Zirkustricks bei?" Er war immer noch etwas auf Krawall gebürstet, doch davon ließ ich mir meine gute Laune nicht verderben.
      "Mag sein, dass es dir albern vorkommt..." Allerdings hatte ich den Bogen beim Ausweichen schneller raus, als die anderen, eben weil ich mir selbst diese Übungen aufgebürdet hatte. Doch ich würde das kommende Training deshalb nicht weniger ernst nehmen. Im Gegenteil. Es stachelte mich an, noch besser zu werden, bis ich keinen Treffer der Ausbilder mehr einstecken müsste.
      "Aber ich habe nur halb so viele blaue Flecken, wie ihr." Dabei grinste ich wohl etwas überheblicher, als ich beabsichtigt hatte, weshalb Marius mit den Augen rollte.

      Wie dem auch sei. Ich würde in 6 Tagen keine Akrobaten aus ihnen machen, aber vielleicht würde ihnen das kleine Extra Training doch ganz gut tun. Da Jean um.. so etwas wie eine kleine Demonstration gebeten hatte, machte ich es gleich mal vor. Der kleine Parkour musste so schnell wie möglich durchquert werden. Einmal sollte man die Steine dabei mit den Füßen geschickt umgehen, was flinke Füße benötigte und auf dem Rückweg, vermied ich den Boden und setzte zielsicher einen Fuß nach dem anderen auf die Steine, um die Strecke zu überwinden. Mir war klar, dass ich dabei wie eine kleine Hupfdohle aussehen musste, doch das war mir egal. Ich übte nicht nur, wie man die unterschiedlichsten Waffen schwang, sondern schulte auch mein Geschick, meine Beweglichkeit und meine Balance. Ich lief fast täglich ein paar Runden um die Akademie, um meine Ausdauer zu verbessern und versuchte meine Muskelkraft zumindest im Rahmen des Möglichen zu perfektionieren. Als Kind hatte ich schon immer viel zu viel Energie und deshalb fiel es mir nicht sehr schwer wie eine Besessene zu trainieren. Außerdem tat ich alles, um meine Schwächen auszugleichen und ein guter Ritter zu werden.
      Marius war noch immer skeptisch, doch er schien langsam einzusehen, dass es nicht verkehrt war sich auch mit solchen Übungen zu befassen. "Guck..", meinte ich, während ich ihn mit dem Ellenbogen anstupste. Ich nahm Anlauf und vollführte eine ganze Reihe von Flick Flacks und Drehungen, um am Ende nach einem Salto mit halber Drehung zum Stehen zu kommen, sodass ich die anderen direkt ansehen konnte. Ohne dieses lästige - aber leider praktisches - Korsett war ich noch viel beweglicher. Doch je öfter ich trainierte, desto mehr konnte ich diese Einschränkung ausgleichen.
      Ich hüpfte auf meinem Rückweg auf die umgedrehte Bank, dessen Balken schmaler war als meine Füße. Ohne ins Schwanken zu geraten überquerte ich diesen und blieb am Ende stehen. "Ein sicherer Stand ist genau so wichtig wie ein gezielter Schwerthieb..", meinte ich und deutete auf den kleinen Parkour, woraufhin sich Jean gleich daran versuchte. Er wirkte etwas unbeholfen, doch als ich damit angefangen hatte, war ich dabei genau so unsicher und langsam wie er. Mein Blick ging zu Marius, der mit verschränkten Armen daneben stand und zusah.
      Während sich die anderen mit ihrer Beinarbeit auseinandersetzten, streckte ich meine Arme nach oben und schließlich nach hinten, um rückwärts einen Bogengang über den Balken zu machen. Meine Hände und Füße hatten dabei immer einen sicheren Stand, ehe ich die anderen wieder beobachtete. Mir gefiel es, dass sie ein wenig Ehrgeiz zeigten, um sich zu verbessern, weshalb ich schmunzeln musste.
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      - Eugene Ionesco

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    • Ich trainierte noch eine Weile weiter, hatte jedoch schnell keine wirkliche Lust mehr. Zu müde war ich und zu groß waren die Schmerzen vom Training. Ich beschloss, mich etwas auszuruhen. Den Bogen in die Waffenkammer gebracht, lief ich auch an Lorae´s Konstruktion vorbei und beobachtete Lorae, Jean, Marius und Mischa einen Moment lang. "Könnte nützlich sein", dachte ich, lief jedoch weiter, der Ruf des Bettes war laut und unnachgiebig und ich war mehr als nur gewillt, ihm zu folgen. Mit geputzten Zähnen und gewaschenem Körper verschwand ich in meinem Bett.
      Durch das geöffnete Fenster konnte man das Keuchen und Ächzen der vier hören und wüsste ich nicht, was sie machen, hätte ich vermutet, dass sie sich einer Orgie hingeben.
      Ich erwachte, als mich etwas an der Schulter berührte.
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    • Lorae / Leon

      Wir trainierten noch eine ganze Weile, auch nachdem Baldr an uns vorbei gegangen war und sich vermutlich schlafen legte. "Schneller!", trieb ich die anderen an und machte es immer wieder vor. Ich hatte zwar nicht das Recht dazu, sie so zu triezen, doch es schien ihnen gut zutun. Sie beschwerten sich auch nicht all zu laut, höchstens mit einem erschöpften Stöhnen. Allerdings hatte das Training irgendwann keinen Sinn mehr, da sie viel zu erschöpft waren.
      "Geht schlafen..", meinte ich schließlich, worauf die anderen nur zu gerne hörten. "Aber wascht euch vorher.." Möglicherweise klang ich schon fast wie Levi, aber da wir nicht wussten, wann er hier ankäme, konnte es nicht schaden jederzeit mit ihm zu rechnen. Außerdem hatten wir heute mehr geschwitzt, als jemals zuvor.
      Ich trainierte noch etwa eine Stunde länger, um sicherzugehen, dass niemand mehr in der Waschkammer wäre, wenn ich diese betrat. Mein Plan ging auf und die anderen lagen wohl schon in ihren Betten, als ich mich dennoch mit dem Waschen beeilte und mich dann nur mit einem großen Handtuch bekleidet ins Zimmer schlich. Kurz sah ich zu Baldr, der tief und fest schlief, ehe ich mich fürs Bett angezogen hatte und in dieses krabbelte.
      Am nächsten Morgen erwachte ich so früh wie immer, kletterte aus dem Bett, zog mich an und öffnete das Fenster. Normalerweise wachte Baldr währenddessen auf, aber das tat er nicht. Ob die anderen auch noch schliefen? Ich blickte nach draußen auf den Hof, doch so gern ich ihn auch weiterschlafen lassen würde, würde von uns wohl erwartet werden, dass wir uns früh versammelten. Deshalb kniete ich neben seinem Bett, betrachtete ihn schmunzelnd und legte meine Hand an seine Schulter.
      Als er Anzeichen machte, aufzuwachen, nahm ich meine Hand wieder weg. "Zeit aufzustehen, Baldr..", informierte ich ihn mit ruhiger Stimme und lächelte dabei etwas. Bei den anderen sollte ich vielleicht auch an den Türen klopfen, um sie zu wecken. Allerdings könnten sie das nicht so gelassen aufnehmen, wie Baldr, der das schon von mir gewohnt war.

      _____

      Meredith Ravel

      Nachdem die anderen Schmiede gegangen waren, widmete ich mich wieder meiner Konstruktion. Einige Stunden später war sie so gut wie fertig, weshalb ich sie zufrieden betrachtete. Jetzt fehlte nur noch die Munition.. Das würde etwas schwieriger werden. Nun jedoch zu einem anderen Problem: Ich musste noch einmal in die Stadt reiten und es war schon dunkel.
      Da ich jedoch dringend etwas frisches zum Anziehen brauchte, ging ich das Risiko ein. Ich war wachsam, hielt Ausschau und war erleichtert, als ich ohne Vorkommnisse in mein Haus und auch wieder heraus kam. Nachdem ich mein Gepäck auf dem Pferd verstaut hatte, machte ich mich auch wieder direkt auf den Weg in die Taverne, wo ich mich wusch und ins Bett zurückzog. Meine Skizze und die Apparatur verstaute ich ganz unten in meiner Tasche, die ich unter das Bett legte. Da die Akademie so gut wie leer war, müsste ich mir wohl weniger Gedanken darüber machen, dass mich einer von ihnen töten würde. Auszuschließen war dies zwar nicht, aber ich hatte ja auch keine Munition für das Ding. Momentan hatten wir allerdings andere Sorgen, denn es sah alles danach aus, als würden wir uns auf einen ernsten Kampf vorbereiten, was mir aufgrund des aufgedeckten Waffenschmuggels Bauchschmerzen bereitete.

      Auch am nächsten Morgen begannen wir mit den Wartungsarbeiten an Waffen und Rüstungen. Die Stimmung hier war ja nie besonders heiter, aber seit diesem Auftrag war sie irgendwie noch gedrückter. Nur Oliver schien noch ein Funke Fröhlichkeit bewahrt zu haben, was ich jedoch auf sein Alter schob. Er klebte wie eine Klette an mir. Vermutlich weil ich neu war und er den anderen schon zu genüge zugesehen hatte. Im Moment könnte ich ihm allerdings nicht viel beibringen, außer dem, was ihm auch jeder andere sicher beibringen könnte. Ich war sehr gewissenhaft bei meiner Arbeit, prüfte die Stücke in meinen Händen sehr genau und besserte sie akribisch aus, damit sie unseren Rittern gute Dienste leisten würden.
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      - Eugene Ionesco
    • Als ich Loraes sanfte Stimme hörte, öffnete ich meine Augen und setzte mich auf.
      "Is schon morgen?", fragte ich sie gähnend streckend. Am liebsten hätte ich mich wieder hingelegt, jedoch betrat ein Ausbilder das Zimmer und gab zu verstehen, dass in 10 Minuten das Früstück und in 45 Minuten das Training beginnt.
      "Scheiße", murmelte ich, nachdem er den Raum wieder verlassen hatte und mich mit Lorae allein ließ. "Mir tut alles weh."
      Langsam schälte ich mich aus der Bettdecke und stand in meinem weißen Nachthemd vor ihr.
      "Aber einfach ausruhen und so zu tun, als sei die Welt in Ordnung ist leider keine Lösung." Ich lief zum Schrank und kramte saubere Kleidung hervor, die vollgeschwitzte und dreckige von gestern wollte ich nicht. "Was ist mit dir? Wie gehst du damit um? Wenn das jetzt für immer so weiter geht..vielleicht sollte ich doch zur Militärpolizei gehen..". Seufzend entledigte ich mich meines Nachthemdes und fing an, mich anzuziehen.

      ---

      Dimitri erreichte das letzte Militärlager am frühen Morgen. Es war von dicht aneinandergereihten Holzpfosten umgeben, die oben angespitzt waren. Innerhalb standen zwei Wachtürme sowie mehrere Zelte und Truhen. Ein Lagerfeuer brannte, in einem Holzkäfig hockte eine gefesselte Person, in einem anderen steckte entweder ein Wolf oder ein großer Hund. Er konnte es nicht genau erkennen. Nachdem er dem dortigen Befehlshaber das signierte und mit einem Siegel versehene Schreiben des Generals mit dem Befehl, innerhalb der nächsten 72 Stunden vor der Akademie einzutreffen, gezeigt und eine Bestätigung erhalten hatte, machte er sich auf dem Rückweg und dachte nach. 10 Militärlager mit je etwa 20 Rittern. Würden 200 ausreichen oder bräuchte es 300, wie in der einen Geschichte, die ihm sein Großvater als Kind erzählt hatte?
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    • Lorae / Leon

      Als der Ausbilder hereinkam, salutierte ich und sah dann zu Baldr, der sich langsam aus dem Bett quälte. Gegen seine Schmerzen konnte ich leider auch nichts machen und aufmunternde Worte? Wie sollte ich ihn aufmuntern? "Hm..", gab ich lediglich von mir, als er sich Kleidung herausholte.
      Was mit mir war? Vor allem Marius sah mich immer so an, als wäre ich total verrückt.. Ich war doch nicht versessen zu töten, sondern.. zu beschützen. Und wenn es bedeutete, dass ich andere töten musste, dann.. war es so..
      "Ich, ähm.. bin mir ziemlich sicher.. Ich denke.. der Aufklärungstrupp könnte zu mir passen.. Oder wo auch immer die meisten Leute gebraucht werden.. Ich will.. kämpfen.." Dafür war ich schließlich hier. Es war nicht so, dass ich keine Angst hatte zu sterben oder meine Kameraden zu verlieren. Diese Angst trieb mich jedoch an, einfach noch besser zu werden, um eben nicht draufzugehen.
      Ich atmete tief durch und griff an die Schwerter an meiner Hüfte.
      "Ich will so kämpfen können wie Basim.. Nein, wie Hauptgefreiter Levi..", fügte ich noch hinzu. Ja, ich wollte so stark werden, dass ich mehrere Gegner auch im Alleingang besiegen konnte, wenn nötig. Aber ob sie mich auch aufnehmen würden? Zu aller erst musste ich ja überhaupt die Schlacht, die immer näher rückte, überstehen.
      "Ich will nicht, dass du mir folgst, nur weil wir Freunde sind, Baldr. Ich denke auch nicht, dass der Dienst der Militärpolizei sinnlos ist. Wenn es das ist, was du willst, dann tu es. Aber ich.. kann dir dorthin nicht folgen.." Auch wenn das bedeuten würde, dass wir uns vielleicht nie wieder sehen würden.. Das schmerzte mich zutiefst, doch ich hatte mich entschieden. Daran war nichts zu ändern.
      "Aber bitte stirb nicht..", meinte ich und lächelte etwas. "Wir werden beide in einer Woche unseren Ritterschlag verdienen, ja?"
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      - Eugene Ionesco
    • "Ich versuche es..das gilt übrigens auch für dich, ja?"
      Ihre Worte motivierten mich ein wenig.
      Nachdem ich mich angezogen hatte, drehte ich mich um und lächelte leicht. Ich spielte mit dem Gedanken einer Umarmung, ließ es jedoch bleiben und verließ unser Zimmer. Mein Magen hing vor Hunger bereits in den Kniekehlen, weshalb ich mich beeilte umd einer der ersten war, der in der Speisekammer ankam. Es gab Brot mit Wurst und Käse, dazu Äpfel, Wasser und Apfelsaft.
      Ich schnappte mir ein Brett und packte mir so viel wie geht auf mein Brett und setzte mich an einen freien Tisch.

      ___

      Franz erwachte früh. Sie waren am frühen Abend in der Hauptstadt angekommen und wurden in einer Herberge am Stadtrand untergebracht, von wo aus man die Akademie aufgrund einiger angrenzender hoher Gebäude und des leichten Gefälles der Stadt nicht sehen konnte.
      Die meisten von ihnen waren noch nie hier in Praha, weshalb für heute eine Stadtbesichtigung angedacht war.
      Fynn, einer der jungen, frisch gebackenen Ausbilder aus der renommierten Militärakademie Prahas, sollte diese Tour leiten. Schließlich kannte er die Stadt auswendig und wusste auch einiges über die Geschichte der Stadt.
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    • Lorae / Leon

      Ich hob nur grinsend meinen Daumen, da ich ganz sicher nicht vorhatte in einer Woche tot zu sein. Als Baldr fertig war, folgte ich ihm, nahm mir ebenfalls reichlich zu essen auf mein Brett und setzte mich neben ihn, während nach und nach die anderen in die Speisekammer kamen. "Wie kommst du beim Bogenschießen voran?", fragte ich und biss in einen Apfel, um während des Kauens mein Brot mit Butter zu bestreichen und zu belegen.

      ____

      Ruven Avenor

      Auch wenn ich Praha zum größtenteil kannte, erschien ich pünktlich zur Stadtbesichtigung unter Fynn's Leitung. Viele kamen von außerhalb zur Akademie, weshalb sie Fynn sehr interessiert zuhörten. "Pst!", zischte ich einen der älteren an, der nicht zuhören wollte und sich mit seinem Freund lieber über die vorbeilaufenden Damen unterhielt. Wie unhöflich.. Das hier gehörte doch schließlich auch zu ihrer Ausbildung oder wollten sie sich keine Mühe geben, um gute Ritter zu werden? Ich rollte mit den Augen, als sie mich einen Spielverderber nannten und konzentrierte mich wieder auf den Ausbilder. Warum musste ich gerade daran denken, dass Fynn viel interessanter als die Mädchen waren? Er.. sah ganz gut aus und war höflich und vor allem sehr gebildet, was mir irgendwie sehr imponierte. Ahhh, jetzt musste ich auch noch an Baldr und das verpatzte Gespräch denken, was für ein Mist!
      Ich wischte mir kurz über das Gesicht und folgte brav der Gruppe, ehe wir an meinem Zuhause vorbeikamen. Später würde ich wieder versuchen mit meinem Vater zu reden, der sich gestern so merkwürdig verhalten hatte. Ob irgendetwas passiert war? Vielleicht machte ich mir auch nur wieder zu viele Gedanken. In unserer Familie gab es eigentlich nie Probleme. Früher hat David Theo und mich immer geärgert, wobei Theo immer das meiste abbekam, weil er mich beschützen wollte. Als er allerdings langsam erwachsen wurde, hatte er sich gebessert und war auch richtig nett zu uns. Er hatte sich sogar entschuldigt, dass er dauernd Streit gesucht hatte. Seitdem er verheiratet war, war er.. entspannter. Es war schön ihn so gelassen und glücklich zu sehen. Ihm schien auch das Bäckerhandwerk sehr zu gefallen.

      _____

      Meredith Ravel

      Eeeeeeendlich gab es mal keinen Haferbrei zum Frühstück! Wie ich den Geschmack von Brot vermisst habe.. Da die anderen sich ihre Bretter alle sehr voll beladen hatten, langte auch ich ordentlich zu, lächelte zufrieden und setzte mich an einen leeren Tisch. Allerdings gesellte sich Oliver schnell zu mir und sah mich mit großen Augen an. "Wie kannst du soviel essen?", fragte er und blinzelte. "Ein Schmied braucht viel Kraft. Wenn du so groß und stark wie dein Vater werden willst, musst du genug essen." Lachend wuschelte ich durch seine strubbeligen Haare und biss genussvoll in das Brot, dass ich lediglich mit Butter bestrichen hatte. So aß ich es am liebsten. Nebenbei schob ich mir etwas Wurst in den Mund und biss auch in den saftigen Apfel.
      Mein Blick ging kurz zu den verbliebenen Knappen, die nicht mit auf diesen Ausflug gingen und stattdessen ein hartes Kampftraining absolvieren mussten. Sie mussten wohl dem Kampf beitreten.. Kein Wunder, dass einige von ihnen nicht so begeistert aussehen. Vermutlich waren sie aber auch einfach erschöpft vom Training gestern. Ich hatte auf dem Rückweg noch gesehen, wie einige von ihnen bis spät abends noch trainiert hatten. Das muss echt hart sein.. Wobei die Schmiedekunst auch kein Zuckerschlecken war! Allerdings hatte ich Dimitri schon eine Weile nicht mehr gesehen. Nicht, dass ich ihn gern sehen würde, aber es beruhigt mich, wenn ich wüsste, dass er da war. Den anwesenden sollte ich aber auch vertrauen können. Gestern war auch gar nichts eigenartiges passiert. Hoffentlich blieb das so..
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      - Eugene Ionesco
    • "Naja", seufzte ich, als ich mein Stück Brot hinuntergeschluckt hatte, "Ich hab noch einen weiten Weg vor mir, meinte Deimos. Er meinte, dass mir die Kraft im Oberkörper fehlt, um eine Sehne richtig spannen zu können. Und Präzision fehlt mir auch. Ich denke, es ist sinnvoll, weiter mit dem Schwert zu kämpfen, anstatt irgendwelchen überspannten Ideen zu folgen...zumindest bis diese Schlacht vorbei ist und wir unseren Ritterschlag erhalten haben."
      Unsicher schmierte ich mir eine weitere Scheibe Brot. Ich wusste nicht, wie es für mich weitergehen würde.

      --------

      Fynn führte die 20-köpfige Gruppe - aufgrund der Vielzahl der Schüler wurde die Truppe dreigeteilt, die anderen machten andere DInge- nach einem ausgedehnten Frühstück durch die Stadt. An den wichtigsten Orten und Sehenswürdigkeiten blieben sie stehen und er erklärte der Gruppe die Historie und Trivia über den entsprechenden Ort.
      Schließlich erreichten sie den Hradschin, einen großen Marktplatz inmitten der nördlich gelegenen Altstadt, welcher an eine gewaltige Basilika angrenzte, welche von der heimischen Bevölkerung liebevoll "Sagrada Familia" bezeichnet wird.
      "Erdacht wurde diese Basilika von Antonio Gaudi bereits vor über 300 Jahren, bevor durch einen Brand und den Brügerkrieg Teile der Krypta und einige Türme zerstört und wieder aufgebaut werden mussten. An der höchsten Stelle misst der Turm mehr als 100 Ellen.

      Gewidmet wurden die vier Türme unseren Schutzheiligen Barnabas, Paulus, Johannes und Matthäus."
      Nachdem Fynn noch einige religiöse Informationen peisgegeben hatte, schritten sie zum Palais der Erzbischofs, dem Ständetheater der Stadt und standen schließlich vor einem exotischen Schrein aus rot gestrichenem Holz mit schwarzen Dachschindeln. Zu betreten war der Schrein über ein gewaltiges rotes Tor aus Holz.
      "Seit die Stadt Edo in Yamato Teil unseres Städtebundes ist und damit auch Leute von dort bei uns leben, steht dieser Schrein hier. Die Leute haben ihn Tsukiyomi geweiht. Er ist wohl der Gott des Mondes und Herrscher über die Nacht."
      Fynn überlegte kurz. "Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ist er der Bruder von Amaterasu und Susanoo und entstand, als sich Izanagi das rechte Auge wusch, nachdem er aus dem Totenreich entkam. Amaterasu entstand bei der Waschung des linken Auges und Susanoo, als izanagi sich die Nase wusch."
      Er überlegte erneut kurz, jedoch wusste er nicht mehr über diese Religion.
      "Jedenfalls wurde der Schrein komplett aus Holz errichtet, nur die Schindeln sind aus Schiefer. Das Problem ist, dass Fäulnis, Insektenbefall, Blitzeinschläge und Nässe dafür sorgen, dass der Schrein oft restauriert werden muss. Wenn wir zurück an der Akademie sind, solltet ihr mal Yoichi fragen. Oder ihr fragt die Leute aus Yamato."
      Zum Schluss erreichte die Gruppe einen großen Park im Herzen der Stadt und ließ sich am Ufer eines künstlich angelegten kleinen Teiches nieder, auf dem Enten und Schwäne schwommen.
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    • Lorae / Leon

      Ihm fehlte die Kraft im Oberkörper? Das war wohl nichts, was man in den wenigen Tagen, die uns blieben, korrigieren konnte.. Wenn er momentan also mit dem Schwert besser war, bleib ihm wohl keine andere Wahl. Dennoch seufzte ich. Hätte ich Baldr dazu drängen sollen, genau so hart zu trainieren wie ich? Mir mangelte es weder an Kraft, noch an Präzision, um einen Bogen zu führen. Es war mir schlichtweg.. ungenügend.. Man war auf Pfeile angewiesen, die eine begrenzte Anzahl hatten, selbst wenn man für Nachschub sorgen würde. Mit einem Schwert konnte man so viele Hiebe austeilen, wie man wollte - und solange man es noch konnte. Im Nahkampf hatte man stets die Möglichkeit, sich einer anderen Waffe zu bedienen, wenn die eigene, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr zur Verfügung stand. Deshalb trainierte ich doch mit jedem erdenklichen Waffentyp. Ich könnte selbst mit einem Brecheisen effektiv kämpfen, wenn es sein müsste.
      Wenn ich Baldr also genötigt hätte.. wäre er dann etwas furchtloser? Ich weiß es nicht. Da ich ihm schon so viel schulde und mich ihm aufgezwungen habe, wollte ich ihm nicht noch mehr Last aufbürden, indem ich ihm zu denselben Höchstleistungen triezte, wie mich selbst. "Ich pass auf dich auf.." Das hatte ich ihm schließlich versprochen und selbst wenn ich es ihm nie ins Gesicht gesagt hätte, würde ich nicht zulassen, dass ihm etwas zustieß. "Bleib immer in meiner Nähe, ja?" Ein zuversichtliches Lächeln legte sich auf meine Lippen, um meinen Freund zu ermutigen.
      "Wenn du willst, kannst du heute Abend mit mir trainieren.." Es war nicht so, dass ich mich als einen guten Ausbilder sah. Wie gut meine Methoden waren, hatte ich schließlich nie jemanden beurteilen lassen. Die Ausbilder könnten es vielleicht sogar als Zeitverschwendung betrachten, doch bisher hatte mich nie jemand davon abzuhalten, mein selbst gestaltetes Trainingskonzept durchzuführen. Mir fehlte es lediglich an einem Trainingspartner, mit dem ich hätte das Ausweichen und Parieren besser üben können. Eine Puppe - oder gar nichts - konnte einen nicht lehren, wie man auswich, auch wenn ich noch so geschickt war. Mir war klar, dass ich noch einen weiten Weg vor mir hatte, wenn ich nur annähernd so stark werden wollte, wie der Hauptgefreite.

      Nach dem Frühstück, wärmte ich mich ein bisschen auf und dehnte mich, da wir noch ein paar Minuten Zeit hatten, bevor das harte Training weitergehen würde. Ob wir heute wohl wieder die gleichen Disziplinen wie gestern durchlaufen müssten? Mit Sicherheit. Was nützte es, zu wissen, wie man ein Schwert schwingt, wenn man nicht ausweichen oder parieren konnte, um so lange genug zu leben, um damit überhaupt Feinde niederzustrecken? Heute würde ich mich nicht so oft treffen lassen!

      ____

      Meredith Ravel

      Oliver wirkte heute irgendwie nachdenklich auf mich. Besorgt. Ob es an den Kampfvorbereitungen lag? Kein Kind würde einem richtigen Kampf erleben wollen. Das wollte ich auch nicht. Ich sorgte dafür, dass unsere Ritter gewappnet waren, aber selbst kämpfen? Unmöglich. Selbst, wenn ich mit einer Armbrust vielleicht sogar ein halbes Dutzend Feinde niederstrecken könnte, würde ich mit großer Gewissheit sterben, da ich im Nahkampf absolut keine Erfahrung hatte. Meine Arme waren durch die Arbeit schon kräftig, aber nein. Im Kampf wäre ich nur ein Klotz am Bein. "Alles in Ordnung? Hast du etwa Liebeskummer?", fragte ich mit einem frechen Schmunzeln, um den Jungen vor mir auf andere Gedanken zu bringen. "W-was? Nein.." Nanu? Irgendwas sagte mir, dass ich völlig unbeabsichtigt ins schwarze getroffen hatte. Ob es das junge Mädchen von der Krankenstation war? Oder hatte er doch jemanden in der Hauptstadt getroffen?
      Das er sich in einen Ritter verliebt haben könnte, kam mir nun wirklich nicht in den Sinn. Die Konstellation von Mann und Frau, war dafür einfach zu weit verbreitet. Das es Liebe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen geben könnte.. Das war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.


      Oliver machte sich jedenfalls Sorgen um Theo, den er gestern kein einziges Mal gesehen hatte. Er war weder beim Ausflug der jüngeren dabei, noch beim Training der Absolventen. Wo also steckte Theo? Sollte er nach ihm suchen? War ihm etwas zugestoßen? Sein Blick huschte zu einem der Ausbilder, ein paar Tische weiter. Harald bemerkte seinen Blick, doch reagierte in keinsterweise darauf. Er sah sich weiter im Raum um und widmete sich seinem Frühstück. Es durfte nicht so aussehen, als hätten die beiden irgendetwas gemeinsam.
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      - Eugene Ionesco
    • "Mit dir trainieren, mh? Hört sich gut an." Ich lächelte sanft, dann stand ich auf und folgte Lorae zum Aufwärmen. Dann wurden wir vom General und den Ausbildern in die Halle geführt, wo das harte Trainingspensum wiederholt wurde. Erst aufwärmen, dann ausweichen, dann parieren und kontern, dann Angriffe. Zum Schluss dann Kämpfe, in denen alles abverlangt wurde. Linhardt unterdessen wurde den Krankenschwestern zugeteilt und bekam dort einen Kurs in der Ersten Hilfe.

      ___

      Deimos wurde von Nero abgelöst.
      "Wie geht es unserem Deliquenten?"
      "Beschissen, nehme ich an. Hat sich irgendwann in der Nacht eingepisst."
      "So eine arme Seele, nicht wahr?"
      "Am Liebsten würde ich ihn einfach töten. Es gibt auf jeden Fall kein zurück. Keine Ahnung, was das soll, aber die anderen werden schon wissen, was sie tun. Mir scheint es, als hätte man sich mit ihm verrannt, vorschnell gehandelt und kann nun nicht zurückrudern."
      "Würdest du ihn befreien?"
      "Ich würde ihn töten. Er würde nie wieder ein normales Leben führen können und schon gar nicht hier. Sieh ihn dir doch an. Das ist grausam, den Typen hier einfach so hängen zu lassen. Ohne Wasser, Nahrung und nach Pisse und Fäkalien stinkend. Aber naja, am Ende ist es nicht meine Entscheidung. Ich gehe jetzt, ja?"

      "Dass dir mal etwas zu grausam ist", entgegnete Nero neckisch nickend und setzte sich, Deimos zog sich in die Speisekammer zurück und aß seine Portion des Frühstücks.

      ---

      Dimitris kleine Schwester Luzia konnte inzwischen ihr Bett verlassen. Die Wunden vom Banditenangriff neulich waren inzwischen weit genug verheilt, sodass sie in der Lage war, langsam und von einer Schwester begleitet, ein wenig draußen an der frischen Luft zu sein.
      Als Levi wenig später gemeinsam mit zwei anderen Männern in hohem Tempo durch die Pforte der Akademie ritt erschrak sie sich. Es wurde nicht besser, als sie sah, dass Edward und Ralph komplett gefesselt von Levis Pferd hinterhergeschliffen wurden und entsprechend ein wenig lediert dreinblickten.
      Die drei Männer machten ihr Angst, sie schauten finster drein und waren offensichtlich in Eile.
      Nachdem sie Piotr die Verantwortung über die Pferde und den beiden Gefesselten gegeben hatten, eilten sie hinüber zur Trainingshalle, aus der Kampfgeräusche zu vernehmen waren.
      In einem Ruck öffnete er die Tür und trat ein, unter seinem Arm klemmte eine Mappe mit einem Haufen Blättern. Für einen Moment betrachtete er die Szenerie, dann räusperte er sich.
      "General! Wir müssen reden!", rief er mit deutlicher Stimme, augenblicklich kehrte Ruhe ein und Levi hatte die volle Aufmerksamkeit.
      Stumm schritt der General zu ihm.
      "Du auch, Basim."
      "Macht weiter", entgegnete der General im Hinausgehen streng, dann fiel die Tür zu.

      "Gehen wir in dein Büro, General."
      "Geht schon mal vor, ich hole Deimos und Nero", entgegnete Basim, dann lief er davon.
      "Wen?"
      "Seine Kameraden."
      "Mir scheint, als hätte ich einiges verpasst."
      "Hast du."

      Wenige Minuten später waren alle im Büro versammelt: Levi mit seinen Kameraden, Basim, Nero, Deimos und der General.
      "Wo ist Dimitri?"
      "Noch unterwegs, er sammelt die Truppen."
      "Für was?"
      "Für den Angriff auf die Akademie."
      Nachdem Levi in die aktuellsten Ereignisse rund um die Akademie involviert wurde, meldete sich Deimos zu Wort.
      "Du scheinst hier ziemlich wichtig zu sein. Darf ich fragen wer du bist?"
      "Hauptgefreiter Levi Ackermann, Leiter des Aufklärungstrupps."
      "Er ist hier tatsächlch ziemlich wichtig", flüsterte Basim Deimos zu.
      "Und..was macht eure Truppe so?"
      "Wir leisten Aufklärungsarbeit. Feindliche Linien aufspüren, erforschen und eliminieren, damit die eigentliche Armee leichteres Spiel hat. Wir sind die Elite, die Besten des Landes. Mir sind jene unterstellt, die sich bedingungslos für die Menschheit einsetzen. Und wer bist du?"
      "Ich bin Deimos. Söldner und Assassine."
      "Du siehst südländisch aus. Wo kommst du her?"
      "Lakonien."
      Levi wandte sich nun Nero zu: "Was ist mir dir, alter Mann?"
      "Nenn mich Nero, Mentor von Basim."
      "Wo kommst du her?"
      "Firenze in Etruria."
      "Schön." Dann legte er die Mappe auf den Tisch und klappte sie auf.
      "Wir haben einiges zu besprechen."
      I'm a shape shifter at Poe's masquerade.
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