Zoras setzte sich wieder an den letzten, ungestörtesten Tisch und hob einen Finger, als der Wirt zu ihm herüber sah. Mehr war schon nicht nötig. Es wurde die Tage kaum etwas anderes getrunken als Met, das nicht viel teurer als Wasser war. Eine Silbermünze reichte da als Bezahlung aus.
Einen einzigen Blick ließ er durch den Raum schweifen, hauptsache nur, um seine eigene Paranoia zu besänftigen. Wie schon beim letzten Mal schenkte ihm keiner Beachtung und diesmal konnte er auch keinen bekannten Haarschopf erkennen, der dort in der Menge sitzen mochte. Nochmal wollte er Tevia nicht begegnen, aber sie hatte wohl seine Drohung vom letzten Mal ernst genommen. Außerdem war die Stadt so groß, es war fast unmöglich, dass sie sich jetzt wieder begegnen würden.
Als er nichts sah, entspannte er sich wieder ein bisschen. Dann tat er das, wofür er eigentlich hergekommen war, und saß einfach nur, während er die Menschen dabei beobachtete, wie sie Menschen waren.
Das Met kam schnell. Und dazu...
... Tevia. Wie aus dem Nichts tauchte die Frau auf und ließ sich ungefragt an Zoras' Tisch nieder.
Mit voller Absicht. Ihr Blick fraß ihn dabei geradezu auf.
Zoras starrte sie voller Unglauben an, dann seufzte er in seine Verkleidung hinein und rieb sich mit zwei Fingern die Kapuze an seiner Stirn. Es war ja "zum Glück nur" Tevia, aber trotzdem: Da ging der Frieden seines Abends hin. Dabei hatte er das letzte Mal doch sicher klar gemacht, dass er alleine hier sein wollte. Oder? Hatte er das in der Hitze des Gefechts irgendwie vernachlässigt?
Wie kam sie überhaupt dazu, sich wieder einfach so zu ihm setzen zu wollen? Hatte sie keinen Anstand, keine Manieren? Dachte sie wirklich, sie könnte einfach mit dem Eviad an einem Tisch trinken? Die einzigen, die das bisher gemacht hatten, waren der Rat und einzelne Ausgewählte gewesen. Ganz sicher keine Waschfrau.
Nur war er ja jetzt nicht der Eviad. Wenn das so wäre, hätte man schon die ganze Taverne geräumt, bis nur noch er und seine Gardisten übrig geblieben wären.
Das wäre zwar besser gewesen als diese Situation, aber dann hätte er hier in Schweigen sitzen müssen. Oder noch viel schlimmer, er hätte sich das Geschmeichel des Wirts anhören müssen.
Dann also doch lieber Tevia? Beides nicht sehr angenehm. Nur wusste er eines: Dieses Mal wollte er nicht auf sein Met verzichten.
„Ich dachte mir schon, dass Ihr dem Nervenkitzel nicht widerstehen könnt.“
"Es ist nicht wegen dem Nervenkitzel", korrigierte er sie brummend, wobei er gar nicht wusste, wieso. Vielleicht, weil sie letztes Mal schon gewissermaßen das Eis gebrochen hatten. Es redete sich eben leichter, wenn man das Blut eines anderen von der Wange wischte.
„Ich hätte als Dank gerne Euer Met bezahlt, aber da kamt Ihr mir ja leider schon zuvor.“
Jetzt musste er doch ein wenig schmunzeln. Sie wollte ihm das Met bezahlen? Seine Kleidung war sicher mehr wert als ihr gesamtes Zuhause und sie wollte es ihm bezahlen?
... Aber darum ging es gar nicht, oder? Sie hätte sich vermutlich bei jedem Mann bedankt, der sie nachts von der Straße aufgelesen und bis vor die Haustür gebracht hätte. Sie hätte jedem das Met bezahlt, weil sich das einfach so gehörte.
Sie behandelte Zoras nicht wie den Eviad, so wie er es wollte - so, wie sie selbst erkannt hatte. Deswegen hatte sie sich auch an seinen Tisch gesetzt. Wenn er schon kein Eviad war, dann war sie wohl auch seine Gesellschaft würdig, oder?
Mit dieser Erkenntnis fühlte es sich irgendwie leichter an, mit ihr an einem Tisch zu sitzen. Es bereitete ihm noch immer Sorgen, welches Risiko er trotz allem damit auf sich nahm, aber für den Augenblick war es doch ganz okay. Und wirklich, wollte er wirklich so alleine in der Taverne sitzen wie all die Monate, bis er Tysion dort angetroffen hatte? Irgendwann würde ihm auch das zu einsam werden.
Vielleicht war Tevia in dieser Hinsicht ja sowas wie ein Tysion-Ersatz. Die Erinnerung an seinen alten Freund bereitete ihm noch immer Schmerzen.
Da nahm er seinen Krug auf.
"Leiste mir Gesellschaft für einen Krug und das soll mir Dank genug sein."
Er lüftete seine Maskierung ein wenig, um einen Schluck zu trinken, dann stellte er den Krug wieder ab. Einen Moment lang betrachtete er Tevia dabei, wie sie vor Aufregung regelrecht zu vibrieren schien, dann befand er die Situation als gefahrlos genug und schweifte stattdessen mit dem Blick wieder in den Raum ab. Es genügte ihm, wieder einfach nur zu sitzen und die Menschen zu beobachten.
Einen einzigen Blick ließ er durch den Raum schweifen, hauptsache nur, um seine eigene Paranoia zu besänftigen. Wie schon beim letzten Mal schenkte ihm keiner Beachtung und diesmal konnte er auch keinen bekannten Haarschopf erkennen, der dort in der Menge sitzen mochte. Nochmal wollte er Tevia nicht begegnen, aber sie hatte wohl seine Drohung vom letzten Mal ernst genommen. Außerdem war die Stadt so groß, es war fast unmöglich, dass sie sich jetzt wieder begegnen würden.
Als er nichts sah, entspannte er sich wieder ein bisschen. Dann tat er das, wofür er eigentlich hergekommen war, und saß einfach nur, während er die Menschen dabei beobachtete, wie sie Menschen waren.
Das Met kam schnell. Und dazu...
... Tevia. Wie aus dem Nichts tauchte die Frau auf und ließ sich ungefragt an Zoras' Tisch nieder.
Mit voller Absicht. Ihr Blick fraß ihn dabei geradezu auf.
Zoras starrte sie voller Unglauben an, dann seufzte er in seine Verkleidung hinein und rieb sich mit zwei Fingern die Kapuze an seiner Stirn. Es war ja "zum Glück nur" Tevia, aber trotzdem: Da ging der Frieden seines Abends hin. Dabei hatte er das letzte Mal doch sicher klar gemacht, dass er alleine hier sein wollte. Oder? Hatte er das in der Hitze des Gefechts irgendwie vernachlässigt?
Wie kam sie überhaupt dazu, sich wieder einfach so zu ihm setzen zu wollen? Hatte sie keinen Anstand, keine Manieren? Dachte sie wirklich, sie könnte einfach mit dem Eviad an einem Tisch trinken? Die einzigen, die das bisher gemacht hatten, waren der Rat und einzelne Ausgewählte gewesen. Ganz sicher keine Waschfrau.
Nur war er ja jetzt nicht der Eviad. Wenn das so wäre, hätte man schon die ganze Taverne geräumt, bis nur noch er und seine Gardisten übrig geblieben wären.
Das wäre zwar besser gewesen als diese Situation, aber dann hätte er hier in Schweigen sitzen müssen. Oder noch viel schlimmer, er hätte sich das Geschmeichel des Wirts anhören müssen.
Dann also doch lieber Tevia? Beides nicht sehr angenehm. Nur wusste er eines: Dieses Mal wollte er nicht auf sein Met verzichten.
„Ich dachte mir schon, dass Ihr dem Nervenkitzel nicht widerstehen könnt.“
"Es ist nicht wegen dem Nervenkitzel", korrigierte er sie brummend, wobei er gar nicht wusste, wieso. Vielleicht, weil sie letztes Mal schon gewissermaßen das Eis gebrochen hatten. Es redete sich eben leichter, wenn man das Blut eines anderen von der Wange wischte.
„Ich hätte als Dank gerne Euer Met bezahlt, aber da kamt Ihr mir ja leider schon zuvor.“
Jetzt musste er doch ein wenig schmunzeln. Sie wollte ihm das Met bezahlen? Seine Kleidung war sicher mehr wert als ihr gesamtes Zuhause und sie wollte es ihm bezahlen?
... Aber darum ging es gar nicht, oder? Sie hätte sich vermutlich bei jedem Mann bedankt, der sie nachts von der Straße aufgelesen und bis vor die Haustür gebracht hätte. Sie hätte jedem das Met bezahlt, weil sich das einfach so gehörte.
Sie behandelte Zoras nicht wie den Eviad, so wie er es wollte - so, wie sie selbst erkannt hatte. Deswegen hatte sie sich auch an seinen Tisch gesetzt. Wenn er schon kein Eviad war, dann war sie wohl auch seine Gesellschaft würdig, oder?
Mit dieser Erkenntnis fühlte es sich irgendwie leichter an, mit ihr an einem Tisch zu sitzen. Es bereitete ihm noch immer Sorgen, welches Risiko er trotz allem damit auf sich nahm, aber für den Augenblick war es doch ganz okay. Und wirklich, wollte er wirklich so alleine in der Taverne sitzen wie all die Monate, bis er Tysion dort angetroffen hatte? Irgendwann würde ihm auch das zu einsam werden.
Vielleicht war Tevia in dieser Hinsicht ja sowas wie ein Tysion-Ersatz. Die Erinnerung an seinen alten Freund bereitete ihm noch immer Schmerzen.
Da nahm er seinen Krug auf.
"Leiste mir Gesellschaft für einen Krug und das soll mir Dank genug sein."
Er lüftete seine Maskierung ein wenig, um einen Schluck zu trinken, dann stellte er den Krug wieder ab. Einen Moment lang betrachtete er Tevia dabei, wie sie vor Aufregung regelrecht zu vibrieren schien, dann befand er die Situation als gefahrlos genug und schweifte stattdessen mit dem Blick wieder in den Raum ab. Es genügte ihm, wieder einfach nur zu sitzen und die Menschen zu beobachten.
