Salvation's Sacrifice [Asuna & Codren]

    • Kassandra endlich an sich zu haben, ihren ganzen Körper an sich zu spüren, war schonmal die richtige Richtung, aber es war noch immer nicht genug. Zoras wollte sie immer noch fester an sich drücken, als er es eh schon tat, er wollte sie immer noch heftiger küssen als die Küsse, die ihnen jetzt schon ausarteten und er wollte immer noch viel mehr von ihr haben, als er nicht eh schon hatte. Er wollte alles und Kassandra machte es ihm unglaublich schwierig, auf nur eine Sache zu verzichten.
      Ihre Hände wanderten wie Geister über seinen Rücken, durchbrachen selbst den Hochflug ihres andauernden Kusses und ließen ihn frösteln. Mehr. Alles gleichzeitig, wenn es nach ihm gehen würde. Er wollte noch viel mehr von Kassandra, als er nicht eh schon hatte.
      Als sie ihn nicht nur ihren Hals küssen ließ, sondern sich auch noch regelrecht zur Seite reckte, damit er besseren Zugriff hatte - er konnte ihre Haut unter seinen Lippen sich dehnen spüren und aus einem unerfindlichen Grund fand er das unheimlich reizvoll - glaubte er, dass er diesem mehr schon ein Stück näher kam. Das war eine gute Richtung und Kassandra wusste es auch. Ihre Wärme hatte sich binnen Sekunden zur regelrechten Hitze gesteigert und drohte, ihn am ganzen Körper zu verbrennen, was er auch zugelassen hätte, ohne ein Mal mit der Wimper zu zucken. Es hätte ihn nicht gewundert, wenn das Wasser selbst um sie herum zu kochen angefangen hätte.
      Dann gab sie ihm endlich die Erlaubnis und er hätte sie in seinem Übermut beinahe unter Wasser gezogen, wenn sie nicht weitergesprochen hätte. Ihre Kehle vibrierte unter seinen Lippen, er lernte binnen einer Sekunde, dieses Gefühl zu lieben. Trotzdem zwang ein noch funktionierender Teil seines Gehirns dazu, ihre Worte zu verarbeiten. Sollte das heißen, er hätte im Zelt schon weitergehen können? Aber sie sollten ja eben nicht weitergehen - also doch? Oder nicht? Er konnte schon beinahe fühlen, wie sich die träge Masse in seinem Kopf zu langsamen Bewegungen aufrichtete, aber er glaubte nicht, dass er heute noch zu einer angemessenen Antwort kommen würde. Nicht mit der nackten Phönixin in den Armen, ganz bestimmt nicht.
      Also nickte er nur dümmlich und starrte in ihr freches Grinsen empor. Bei all den Göttern im Olymp, war die Frau schon immer so wunderschön gewesen? So wie das Wasser in einzelnen Perlen auf ihren freien Schultern glitzerten, wie das Feuer in ihren Augen so hoch loderte, dass er sich durch das schiere Ansehen daran verbrennen könnte, wie ihre nassen Haare in Strähnen um ihr Gesicht fielen. Sie war eine verdammte Göttin, nichts anderes hätte eine solche Vollkommenheit hervorrufen können und nichts anderes wollte Zoras sehen. Er wollte sie verschlingen und nur sie. Er wollte auf ihren Schwingen zu den himmelseigenen Toren gleiten.
      Bevor seine Gedanken, die keine rationale Stütze mehr hatten, noch abstruser werden konnten, gab er ein unverbindliches Brummen von sich und zog sie wieder zu sich, wollte ihre Lippen schmecken, gar nichts anderes mehr machen. Seine Hände fuhren über ihren Rücken, legten sich auf der Kurve ihrer Taille ab, drückten kurz, verlangend in das weiche Fleisch. Als sie sich erneut lösten, um wieder Luft zu holen, spürte er nun wirklich die Wärme zu Kopf steigen. Wenn sie noch länger hier drin bleiben würden, begriff er, würde er noch der Gefahr laufen, sie beide zu ertränken. Konnte eine Phönixin auch sowas aufhalten? Vielleicht mit Mund-zu-Mund-Beatmung.
      "Wir gehen", keuchte er und dann, als er begriff, dass Kassandra nicht an dem Wirrwarr seiner Gedanken teilnahm: "Ins Zimmer, meine ich. Aus dem Wasser raus. Bevor hier noch jemand reinplatzt."
      Er holte sich einen letzten, flüchtigen Kuss von ihr, änderte dann seine Meinung, küsste sie noch einmal so lange und tief, bis er wirklich keine Luft mehr bekam, und fing dann an, mit ihr in den Armen zum Beckenrand zurück zu stapfen. Als das Wasser ihm schon nur noch bis zur Hüfte reichte, ließ er sie auf den Boden hinab, fing aber ihre Hand auf, bevor sie sich von ihm entfernen konnte. Er küsste ihren Rücken, dann küsste er ihr Handgelenk, küsste sich weiter ihren Unterarm empor und machte einen Sprung zu ihren Lippen, als er ihren Ellbogen erreichte. Als er sie dieses Mal losließ, grinste er und zwinkerte er ihr zu.
      "Jetzt weißt du es. Ganz offiziell."
      Sie verließen das Wasser und Zoras war plötzlich höchst erfreut darüber, dass er seine Klamotten so dicht am Rand liegengelassen hatte und damit dort stehenbleiben konnte, während Kassandra zu den Bänken hinüberging. Zum ersten Mal konnte er sehen, was sich die ganze Zeit schon unter ihrer Kleidung verborgen hatte und es war atemberaubend. Ihr Körper schien perfekt zu sein, von der Rundung ihrer Hüfte, von den langen, gleichmäßigen Beinen zu den schmalen Schultern empor, zu der vollen Brust und dem dünnen Bauch. Sie war absolut makellos. Er starrte und er wusste, dass er starrte.
      Schließlich riss er sich von dem Anblick los, zwängte sich in seine Hose hinein, die drei Nummern zu klein geworden zu sein schien und warf sich dann in das Hemd. Er hatte sich nicht richtig abgetrocknet, die Kleider klebten recht, und aus seinen Haaren tropfte es auch noch, aber es hätte auf der Welt nichts geben können, was ihm mehr egal gewesen wäre. Er wollte nur noch raus aus diesem Raum.
      "Nach Euch, Phönixin."
      Als sie an ihm vorbei ging, grinste er sie frech an.

      Entweder war die Zofe von vorhin darauf getrimmt, vor dem Bad zu warten, oder aber sie hatte den Moment perfekt abgepasst, denn als sie herauskamen, war sie schon zur Stelle und verneigte sich mit einem anständigen Lächeln.
      "War alles zu Eurer Zufriedenheit?"
      Nachdem Zoras unbeirrt weitermarschierte, schloss sie sich ihnen ebenso unbeirrt an.
      "Mhm."
      Seine Schritte waren lang, sie musste fast ein wenig joggen um mitzuhalten.
      "Gibt es etwas, was ich für Euch tun kann? Habt Ihr irgendwelche Wünsche? Ich könnte Euch -"
      "Nein. Nein, schon gut. Keine Wünsche, danke."
      "Seid Ihr Euch sicher? Ihr wart nicht lange -"
      "Alles gut, danke vielmals. Richte Firion meine Grüße aus, er hat ein hübsches Bad."
      Damit musste die Zofe sich geschlagen geben, als Zoras zielstrebig den Gang ihres Gästezimmers betrat.

      Er war zur Stelle, kaum hatte sich die Tür hinter ihnen geschlossen. Er wollte nicht einmal Fackeln entzünden, das würde schon Kassandra machen - oder auch nicht. Ihm war alles egal, ihm wäre egal gewesen, wenn die Zofe noch vor der Tür gestanden und gelauscht hätte. Ihm wäre sogar egal gewesen, wenn Firion persönlich dort stehen würde.
      Er legte beide Hände an Kassandras Wangen, nicht dazu gewillt, auch nur eine Sekunde länger ohne sie auszukommen, und vereinte ihrer beiden Lippen um ein neues. Diese Küsse waren genauso fest und fordernd wie schon im Wasser, aber jetzt wurden sie unsauber, als er die Phönixin rückwärts zum Bett drängte. Als sie mit den Waden an das Bett stieß, ließ er von ihr ab und riss sich schon beinahe das Hemd vom Körper. Ein freches Lächeln kehrte zurück, als er wieder bei ihr war und seine Hände unter ihr Oberteil schoben, um es ihr genauso vom Körper zu ziehen.
      "Brauchst du Hilfe damit?"
    • Es war nur ein kurzer Blick, den Kassandra nach unten warf als Zoras damit aufgehört hatte, ihren Hals zu küssen und stattdessen nur trocken brummte. Kurz streifte sie seinen Blick, einen Blick, der sich nach ihr verzehrte. Der in das urtümlichste Verlangen spielte, das der Mensch besaß. Oft genug hatte sie in ihrer Laufbahn diesen Blick auf sie gerichtet sehen dürfen, mal näher, mal weiter entfernt. Doch bei ihm sah sie mehr als nur das. Mehr als das pure Verlangen nach ihrem Körper. Was in seinen Augen funkelte, war eine der Todsünden schlechthin: reine Gier. Ihm reichte ihr Körper nicht, er wollte ihren Verstand, ihre Art, ihre Seele.
      Kassandra fühlte, wie ihr Herzschlag einen Augenblick lang aussetzte.
      Zoras brachte es mit aller Härte wieder in Gang als er einen weiteren Kuss forderte und mit vom Wasser aufgeweichten Händen über ihren Torso strich, um sich mit den Händen in ihrer Taille zu vergraben. Simultan dazu gruben sich ihre Finger wieder tiefer in seine Schulter, erwiderten den Eindruck auf eine unheimlich passende Art und Weise während keiner von ihnen es wagte, ihre Lippen zu trennen. Aber irgendwann kreischten ihre Lungen, forderten den lebenswichtigen Sauerstoff mit aller Härte ein, dass sie sich schwer atmend trennen mussten und Zoras der Erste war, der wieder Worte formulieren konnte.
      Auf seine ersten beiden Worte hin reagierte Kassandra nur verdutzt. Wo kam dieser plötzliche Umschwung her? War er doch zu der Erkenntnis gekommen, dass dieser Austausch zwischen ihnen nicht richtig war? Noch bevor sie etwas erwidern konnte drückten ihre Arme ihn fester an sich. Für die Phönixin stand der Weg nun fest und er sollte es nur wagen, sich umzuentscheiden. Dann würde sie...
      Zoras sah das Unverständnis in ihrem Blick und erklärte seine Worte, woraufhin ihre Anspannung einer völlig anderen Form wich. Sie erschauderte bei dem Gedanken, dass es nun ein definitives Ziel gab. Dass nichts in dieser Welt diesen Mann davon abhalten würde, dieses Zimmer zu erreichen und sich dann an ihr zu vergehen. Sie spürte einen Puls, der bis in die tiefsten Regionen ihres Körpers strahlte und sie beinahe dazu geneigt hätte, verräterische Mimiken an den Tag zu legen.
      "Mhm", bestätigte sie sein Vorhaben und ergab sich dem Kuss, den er sich erneut von ihr abholte als er sie aus dem tiefen Wasser trug.
      Als er sie abstellte und sie wieder Boden unter den Füßen hatte, wollte sie sich direkt von ihm abwenden. Abermals hielt er sie auf, eroberte sich ihre Hand und verdeutlichte seine Absicht mit den Stellen an ihrem Arm, die er zu küssen gedachte. Ihr Lächeln war schmal, erhaben, als sie sich abwandte und zu der Steinbank schritt. Ja, Kassandra zelebrierte diesen kurzen Weg auf die bestmöglichste Art und Weise. Denn sie spürte, wie seine Augen ihren Körper regelrecht auffraßen. Wie er sich das einprägte, was er im Wasser vermutet hatte und den unfairen Vorteil nutzte, dass seine Kleidung näher am Becken lag als ihre. Aber die Phönixin kannte keine Scham. Sie zog sich unbehelligt an, zeigte ihm jedoch weniger Vorderseite als es ihm vielleicht lieb gewesen wäre. Mit ungefähr der gleichen Grazie schritt sie an ihm vorbei zur Tür. Jetzt waren es nur noch ein paar Flure...

      Just in dem Moment, in dem Träger und Champion den Flur betraten, fiel ihr Blick auf die Zofe, die anständig wartete. Kassandras Miene zeigte kurz Misstrauen, dann wich es nicht ihrer üblichen Maske sondern einer Form der Besorgnis. Gespielte Besorgnis, aber das sollte diese Zofe nicht merken. Sie war viel zu sehr auf den regelrecht vorauspreschenden Herzog fixiert, dem die beiden Frauen nur mit Müh und Not anständig folgen konnten.
      Innerlich grinste Kassandra. Sie musste es für die Bedienstete des Niligad-Haushaltes so aussehen lassen, als sei etwas vorgefallen. Das würde mehr Verwirrung stiften als das, was sie beide nun eigentlich vorhatten. Sollte die Zofe zu ihrem Herren rennen und ihm berichten, dass ein höchst beunruhigt wirkender Herzog aus seinem Bad gepest kam. Vielleicht war das der nötige Kick, den Firion noch brauchte. So ließ sich die arme Frau notgerunden von Zoras abspeisen während Kassandras Puls mit jedem Meter, den sie zurücklegten, anstieg. Mit jedem Meter wurde es unausweichlicher, jeder Meter brachte sie näher an ungestörte Zweisamkeit mit Zoras. Jetzt, wo sie es sich langsam eingestanden hatte, wusste sie nicht mehr wohin mit diesem Feuer, das sie von innen heraus zu verbrennen drohte. Trotz dessen, dass sie eine Phönixin und die Herrin der Flammen war.

      Dann standen sie endlich, endlich, vor der sagenumwobenen Tür, die sie von einer Fantasie trennte, die sie sich nie ausgemalt hätte. Die Spannung zerriss Kassandra förmlich als sie als Erste das Zimmer betrat und es gerade einmal in die Mitte des Raumes schaffte, als die Tür hinter ihr grob zugeworfen wurde und Zoras wieder an ihr stand. Der Raum war dunkel - schließlich hatten sie die Vorhänge vorher bereits zugezogen - und die Flammenhalter an den Wänden waren erloschen. Kassandra kam gar nicht dazu, sie zu entzünden, da hatte er bereits wieder nach ihren Lippen verlangt. Er vereinnahmte ihr Gesicht mit seinen großen Händen, gab ihr das Gefühl, allein durch diese Geste nur noch Augen für ihn haben zu dürfen. Fast hätte sie ein verräterisches Geräusch zugelassen als er sie rückwärts nötigte und sie feststellte, wie sich die Küsse veränderten. Sie wurden fahriger, noch immer mit der gleichen Intensität, aber ungestümer. Kaum hatten ihre Waden das Bettgestellt erreicht, ließ er von ihr ab und riss sich sein noch klammes Hemd vom Leib. Kassandra hatte indes gerade einmal eine Verschnaufpause, in der sie sich den Zopf, den sie sich noch grob auf dem Gang geflochten hatte, über die Schulter nach hinten warf.
      Dann war Zoras wieder bei ihr, wieder so unglaublich nah, dass sie das Gefühl hatte, nie wirklich Abstand von ihm gewonnen zu haben. Zielgerichtet schob er seine Hände unter ihr Oberteil, setzte ein freches Lächeln auf und hatte, bei aller Liebe, nur das Beste im Sinn. Das Beste hier legte bei der Phönixin allerdings einen Schalter um, den er vermutlich nicht hatte sehen können.
      Er war gerade einmal auf der Höhe ihrer Unterbrust angelagt, da fasste sie entschieden mit beiden Händen nach seinen Unterarmen und hielt sie an Ort und Stelle. Das Licht war so dämmrig, dass ihre Miene für den Unwissenden vermutlich mehr als nur einschüchternd erscheinen musste. Zoras dürfte diesen Blick jedoch wiedererkennen aus dem Moment im Zelt, als sie am Ende auf ihm gesessen hatte und einer Königin gleich auf ihn herabgesehen hatte.
      "Wirke ich etwa so als bräuchte ich Hilfe dabei, mich zu entkleiden?", stellte sie die Gegenfrage mit einem dunklen Tonfall, der keine Widerworte zuließ. Es war nicht ihre Stimme, die sie nutzte um klarzumachen, das ihr etwas missfiel. Es war jene, die sie nur ihn hören lassen würde.
      Bestimmt schob sie seine Hände von sich und nutzte das Momentum, um ihn an ihre Seite zu ziehen damit sie sich vor ihn stellen konnte. Vielleicht etwas zu grob schob sie mit der flachen Hand an seinem Brustkorb ihn rückwärts bis er sich auf die Bettkante setzen musste.
      "Warte und sieh zu", trug sie ihm auf während sie einen Schritt zurück machte und schnippste damit die Flammenkelche an den Wänden leichtes Feuer fingen und sie aus der umfassenden Dunkelheit befreiten.
      Kassandra war nun vollends in ihrem Element. Wer auch immer es wagen mochte, diesen Raum zu betreten würde von ihr binnen Sekunden in ein Häufchen Asche verwandelt werden. Was sie jetzt wollte, war der Mann auf der Bettkante, der ihr gezwungenermaßen zusah, wie sie sich langsam selbst auszog. Wie ihre Finger zu dem Saum ihres Oberteils wanderten, um es quälend langsam nach oben und über ihren Kopf zu ziehen. Kaum hatte sie ihren Kopf befreit, fixierte sie erneut Zoras. Sie wollte sehen, wie sein Blick über ihre Oberweite glitt, wie er jede Wölbung verinnerlichte und wie seine Finger zuckten angesichts der Distanz.
      Mit der gleichen Grazie trennte sich die Phönixin von ihren Beinkleidern. Völlig unverhüllt und schamlos stand sie vor dem Herzog und wusste um ihre Wirkung. Wusste, wie schön sie in seinen Augen war. Wie sehr er sie anfassen wollte, sich alles aneignen wollte. Nur spielte Kassandra leider keine schnellen Spielchen. Ihr mehr als nur brennender Blick glitt zu seinen Beinkleidern, die eindeutig an Spielraum verloren hatten.
      "Brauchst du etwa Hilfe beim Ausziehen?"
      Spott war in ihrer Stimme zu hören als sie scheinbar seelenruhig darauf wartete, dass er sich die Hose ebenfalls vom Leibe riss. Als es vollbracht war trat sie so nah an ihn heran, dass ihre Knie sich berührten. Von oben herab blickte sie den Herzog an, der zu ihr aufsehen musste. Sie fühlte sich mächtig, überlegen, frei wie im Zelt damals.
      "Sag mir, was du möchtest...", sagte Kassandra leise, dunkel, verführerisch.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Zoras war noch gar nicht so weit gekommen Kassandra in die Arme zu nehmen, da hielt sie ihn an Ort und Stelle fest. Er erstarrte. Er musste sich aktiv ins Gedächtnis rufen, dass sie nichts davon wissen konnte, wie sehr er sich nach diesem Moment sehnte, wie sehr ihm jede einzelne Faser seines Körpers auch nur bei dem Gedanken schmerzte, weiter ausharren zu müssen. Sie waren sich im Wasser schon so nahe gewesen und dann waren sie ein gefühltes Jahrhundert lang durch die Gänge marschiert, um hier zu landen und wieder von vorne beginnen zu müssen und Zoras wollte alles andere, als den Anfang zu wiederholen, er wollte weitergehen, weiter als im Wasser, weiter als im Zelt, weiter als in all den Tagen dazwischen. Er wollte Kassandra, er brauchte Kassandra. Wenn sie das nur wüsste, wenn sie das nur gänzlich erraten könnte, würde sie ihn sicherlich nicht so auf die Folter spannen. Dann würde sie dafür sorgen, dass sie beide noch in einer Sekunde im Bett landen würden.
      Aber sie hatte andere Pläne. Sie erinnerte ihn zu sehr an die Nacht im Zelt und für einen furchtbaren Moment dachte er, sie würde ihm wieder eine Grenze aufsetzen. Berühren, aber nicht weiter. Die Anweisung war so simpel, dass er sich selbst in den schwächsten Momenten seines Gehirns daran erinnern konnte.
      Sie schob ihn von sich und etwas an ihrer Stimme ließ ihn frösteln, ließ ihn an eine Königin denken - nicht die Königin, weit entfernt davon, aber eine Königin, die Kassandra allein verkörperte. Und er war davon überzeugt, dass er sich dieser Königin mit Freuden unterwerfen würde.
      Sie beförderte ihn unsanft auf das Bett, wo er sich gleich zusammenreißen musste, um nicht wieder aufzustehen und seinem Drang nach ihrer Nähe nachzugeben. Stattdessen versuchte er sich zu entspannen, besonders auf ihre Aufforderung hin, und lehnte sich auf seine Arme zurück. Seine Vorfreude stieg ins Unermessliche, ins Unmögliche sogar, als sie wieder einen Schritt zurück trat und den Raum so weit erhellte, dass er beobachten konnte, wie sie die Finger unter den Saum ihres Oberteils schob. Die Zeit schien sich verlangsamt zu haben, drastisch sogar, als sie sich wie in Trance anfing, die Kleidung vom Körper zu ziehen. Es lag etwas an der Atmosphäre, an der Verbindung zur ganzen Szenerie, die Zoras so vollkommen fesselte, dass es sogar egal war, dass er sie bereits nackt gesehen hatte - der Anblick hypnotisierte ihn. Sein Blick wurde magisch angezogen von ihren Fingern, von jedem Fleckchen nackter Haut, das sie Millimeter um Millimeter entblößte, helle, makellose, weiche, wunderbare, samtige Haut, die sich zuerst über ihren Bauch, ihre Taille, dann ihre Brust und schließlich ihre Schultern straffte. Das dämmrige Fackellicht tanzte über ihren Körper, schien ihn zum Leben zu erwecken, ein Meisterwerk, das nur für Zoras' Augen bestimmt war, das nur darauf wartete, von ihm erobert zu werden. Oh, und wie es darauf wartete, wie es ihn förmlich dazu anzog. Er konnte es kaum aushalten, es war schon ein Wunder, dass er überhaupt noch auf dem Bett sitzen konnte, dass seine Selbstbeherrschung so weit reichte, um ihn an Ort und Stelle zu halten. Die Wölbung in seiner Hose begann schon unangenehm zu schmerzen und es überraschte ihn sowieso, dass er noch genug Blut im Gehirn hatte, um überhaupt einen Gedanken zu fassen - auch wenn alle Gedanken sich schon nur noch um Kassandra drehten. Zu etwas anderem war er gar nicht mehr fähig.
      Als sie sich auch von dem Rest ihrer Kleidung getrennt hatte, als sie in ihrer voller Pracht vor ihm stand und ihm präsentierte, was er haben sollte, was er haben würde, musste er regelrecht die Gier hinunterschlucken, die sich durch seinen Hals zu bahnen und ihn zu vereinnahmen drohte. Seine Finger zuckten, er krallte die Hände in den Bettbezug, um sie davon abzuhalten nach vorne zu schießen und ihrem Drang nachzugehen. Er wollte sie umarmen, anfassen, berühren, erkunden, umgarnen, liebkosen, er wollte alles von ihr und noch viel mehr, er wollte Kassandra in ihrer Gänze und weit darüber hinaus. Es gab keine Worte für das, was er wollte, es gab nur die Begierde und das Ziel dieser Begierde.
      Sie kam wieder heran zu ihm, die Perfektion eines Lebewesens, und er riss sich die Hose vom Leib, so ungestüm, dass er sie auseinandergerissen hätte, wenn sie auch nur ein bisschen Widerstand geleistet hätte. Dann war Kassandra bei ihm, so nahe, dass er nur die Hand nach ihr ausstrecken musste und er biss sich auf die Zunge, um gerade das nicht zu tun. Von seiner niedrigeren Position aus konnte er Schatten sehen, die durch die Flammen an den Wänden geworfen wurden und die eine eigene, verführerische Aussicht auf Kassandras Körper boten, die ihm das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Sie war so nah, ihre Knie berührten sich sogar, er war plötzlich der Überzeugung, dass er nicht mehr länger aushalten konnte, dass irgendetwas in ihm brechen würde und seine Selbstbeherrschung unwiederbringlich hinfort spülen würde. Er konnte nicht. Bei allen Göttern, verlangte sie wirklich von ihm, einfach nur dazusitzen? Er konnte nicht.
      "Gott, Kassandra, ich will dich du himmlisches Geschöpf der Erde, komm her und lass mich dich verführen, jetzt sofort, verdammt!"
      Das war es dann mit der Selbstbeherrschung. Sie floss dahin und mit ihr löste sich sein Körper aus seiner Starre, schoss nach vorne und bekam Kassandras Handgelenk zu fassen, das er zu sich zog und gleichzeitig seinen anderen Arm um ihre Hüfte schlang. Er bemächtigte sich ihres Körpers, zog sie an sich und warf sich mit Schwung rücklings auf das Bett, ehe er sich gleich herumrollte, Kassandra unter sich begrub und sie mit stürmischen Küssen festnagelte, die seinen eigenen Lippen schon schmerzten. Seine eigene Vorsicht war dahin, er wollte Kassandra und nichts anderes, sein ganzer Körper verlangte schmerzhaft nach ihr und er wusste nicht, wie er ihn zuerst befriedigen sollte. Zuerst waren es nur die Küsse, dann suchte er sich seinen Weg zu ihrem Hals, machte damit weiter, womit er im Wasser aufgehört hatte, bevor er eine Hand mit ihren Fingern verschränkte und auf das Bett drückte, die andere Hand auf ihrer Hüfte ablegte, über die Rundung ihrer Taille strich, über ihren Bauch, über ihre Brüste, über alles, was er zu fassen bekam. Er drängte sich an sie, wollte Kassandra und mehr, wollte dass sie ihn wollte, dass ihr Feuer ihm durch seine Seele und seine Knochen brannte und seinen Weg mit Asche säumte. Er wollte alles haben, was sie ihm geben konnte und er wollte ihr alles geben, was er hatte. Und das zeigte er ihr, als er seine Spur zu ihrem Schlüsselbein hinabzog und ihre Haut mit Verlangen bedeckte.
    • Kassandra hatte den fatalen Fehler begangen und war davon ausgegangen, dass Zoras ihre Anweisungen befolgen würde. Dass er, wie zuvor im Zelt, seine eiserne Kontrolle hielt und ein jedes ihrer Worte über alles andere stellte. Es war der Moment, wo sich ihre Beine leicht berührten, wie sie ihn von oben herab musterte und ihre nächste Forderung stellte, dass Kassandra sah, wie Zoras ohnehin schon hauchdünner Faden an Selbstkontrolle riss. Sie hätte es vermutlich auch ohne seine Worte vorausgeahnt aber dieser jähe Wechsel seiner Ausdrucksweise überrumpelte sie doch ein wenig.
      Und trieb ihr ein wölfisches Grinsen ins Gesicht.
      Wenn das seine Art des Verführens ist, dann waren alle anderen Frauen in seinem Leben Gänse, dachte sie noch während er nach ihrer Hand langte und sie auf sich zog. Dieses Mal rechnete sie jedoch damit, dass er sie wieder unter sich begraben würde. Dass er sich so über sie bemächtigen wollte, seinen Trieben nachging und sich das holen wollte, wonach es seine Seele dürstete. Kassandra war gewillt, es ihm zu geben, nur würde sie es ihm nicht ganz so einfach machen.
      Zu Beginn erwehrte sie sich nicht. Sie erwiderte seine fahrigen Küsse, die keine andere Sprache mehr als pures Verlangen und unbändiges Selbst sprachen. Die reine Intensität, mit der er sie küsste, sich an sie presste und ihr schmerzlich bewusst machte, wie hart er eigentlich war, löste ein unbändige Vorfreude in ihr aus. Als er eine ihrer Hände augenscheinlich außer Gefecht setzte und mit der anderen begann ihren Körper zu erfühlen, wölbte sie sich ihm entgegen, presste ihre Brust in seine Handfläche noch während ihn sein Weg weiterführte. Sie reizte ihn mit Worten, er tat es mit seinen Gesten. Eine teuflische Mischung, wenn sie sich gegenseitig so nur noch weiter reizten statt dem nachgaben, was sie gemeinsam eigentlich wollten. Stattdessen nahm sie mehr als deutlich seine Ungeduld wahr, dass er nicht wirklich im Klaren darüber war, wie er weiter handeln sollte. Mit einem Schlag wurde ihr bewusst, dass er wirklich alles von ihr wollte. Alles und das gleichzeitig.
      Da löste sich ein leises Summen aus Kassandras Kehle. Es klang ein wenig nach dem Tonfall, den man schuldigen Kindern zusprach um sie zurechtzuweisen. Dieses irreführende Geräusch reichte aus damit Zoras kurz innehielt und Kassandra mit ihrer anderen Hand nach seiner greifen konnte, die noch immer an ihrem Torso gelegen hatte. Sie verschränkte von sich aus die Finger so mit seinen, dass er ohne Gewalt seine Hände nicht mehr aus den ihren lösen können würde. So nötigte sie ihn dazu, etwas Abstand von ihr zu nehmen, sie zwar von oben herab anzusehen, trotzdem aber nicht Herr der Lage zu sein.
      Fast, haarscharf sogar, hätte Kassandra auf der Stelle seine Hände freigegeben. Als er so über ihr schwebte, die Augen trüb von unstillbarem Verlangen nach ihr, eine Atmung wider jeder Regelmäßigkeit, wäre es beinahe um sie geschehen. Die vorhin noch so dominant wirkende Miene bröckelte ganz leicht während sie ihre Beine sachte anzog und mit ihren Knien seine Hüften einklemmte. Ihre Muskeln zitterten - rein aus der Anspannung, die in jeder ihrer Körperfasern zu stecken schien. Er hatte sie immer noch nicht tiefergehend berührt und solange er dies nicht tat würde sie die Kontrolle, ihre höchsteigene Kontrolle, behalten können. So war sie auch in der Lage, seinem brodelnden Blick mit der gleichen Intensität zu begegnen, das Zittern allerdings nicht unter Kontrolle bekam. Vielleicht wollte sie das auch einfach nicht.
      Dann leckte sie sich über die Lippen.
      "Hat dir die Lust dermaßen den Verstand aus dem Hirn verbannt? Ich habe dich noch nicht einmal berührt", hauchte sie ihm entgegen und bewegte ihr Becken unter ihm. Leicht. Voller Andeutungen.
      Tatsächlich war ihr eigener Verstand auch nicht mehr ganz so vollständig wie sie es gerne behauptet hätte. Wäre sie devoter, dann hätte sie ihn unlängst dazu aufgefordert, sie endlich richtig anzufassen. Dem erwartungsvollen Pulsieren, dass sie schon seit Minuten verspürte, endlich Einhalt zu gebieten. Ihre gesamte Vorstellungkraft drehte sich bereits einzig und allein um den Moment, wenn Zoras auch die letzte Grenzen übertreten würde. Wie lange es her war, dass sie es von sich aus gewollt hatte. Dass sie sich nach den Berührungen eines Mannes verzehrt hatte, der nun über ihr schwebte und dessen Lust sich so hart an sie presste, dass sie Angst hatte, etwas würde brechen.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Ein Ton war wieder da, eine Vibration in Kassandras Kehle, die Zoras' Aufmerksamkeit auf sich lenkte und ihn zu sich zog. Er war sofort zur Stelle, küsste sie dort und überall, wollte die unterschwellige Bewegung an seinen Lippen spüren, als er sich des Tons erst bewusst wurde und stockte, um sich ein wenig aufrichten zu können. In all seinem Verlangen, all seiner Gier, der er hoffnungslos ergeben war, konnte er noch immer nicht außer Acht lassen, dass Kassandra ihn womöglich abweisen könnte, dass er sich dessen auch fügen musste, egal wie sehr es ihn nach ihr verzehrte - und dieses Geräusch hörte sich genau danach an und nicht nach etwas, was ihn zum Weitermachen drängte.
      Ihre Finger geisterten um seine freie Hand und verschränkten sich mit ihr, gerade rechtzeitig, bevor er noch zu einer Entscheidung kommen konnte, ob er auf ihren Ton eingehen sollte. Mit einer wesentlichen Verzögerung bemerkte er dann, dass er seine Hand damit nicht mehr bewegen konnte und richtete sich ein Stück weiter auf, um Kassandra vollständig ins Gesicht blicken zu können.
      Sie sah so wunderschön aus, wie sie dort unter ihm lag, die Haare wild um ihren Kopf, die Lippen beinahe zu einem schelmischen Grinsen verzogen. Er wollte sich gleich wieder zu ihr hinabbeugen, wollte sich in ihr verlieren, wollte den Eindruck mit allen seinen Sinnen auskosten. Himmel, wie sehr er das wollte, es schmerzte ihn schon fast.
      Sie winkelte ihre Beine an, fing seine Hüfte ein, hielt ihn damit auf Abstand und gleichzeitig auch bei sich. Ihre Beine zitterten, das konnte er selbst jetzt noch spüren, sie zitterten und bei den Göttern, er wollte nichts anderes als sie zu berühren, sie zu beruhigen - oder vielleicht das Zittern noch zu steigern? - irgendetwas mit ihnen zu tun, so sollte sie ihn doch endlich loslassen! Aber sie tat es nicht. Langsam glaubte er, dass sie ganz genau wusste, was sie mit ihm anstellte und es deshalb absichtlich nicht tat.
      Diese Theorie bestätigte sich noch, als mit ihrer verführerischen Frage eine Bewegung durch ihr Becken ging und sein Blick förmlich hinabsprang. Er beobachtete die Welle, die erst fein durch ihren Bauch, dann über ihre Hüfte und bis zu ihren Beinen ging, die ihr Geschlecht so unheimlich perfekt in Szene setzte, dass sein Atem in seiner Lunge stecken blieb. Wenn sie damit weitermachte, würde er sich noch vergessen.
      "Bei allen Göttern, Kassandra, sag mir, was du möchtest, ich gebe dir alles, aber mach mich nicht wahnsinnig."
      Er beugte sich wieder zu ihr hinab, antwortete der provokanten Geste ihrer Hüfte mit einem Druck seiner eigenen, mit dem er sich erhoffte, sich aus dem Griff ihrer Knie befreien zu können. Er musste sich ziemlich strecken, um ihre Lippen zu erreichen und irgendwie wusste er, dass sie daran Spaß hatte.
      "Sag mir, was du willst, wo du es willst. Ich will alles mit dir, ich mache alles für dich, wirklich."
    • Jeder einzelne Herzschlag pumpte das Adrenalin durch Kassandras Adern. Jeder einzelne Herzschlag war eine wunderbare, zuckersüße Qual, unter der sie Zoras musterte, dem die Verzweiflung bereits ins Gesicht geschrieben stand. Leicht spürte sie, wie seine Hände gegen ihren Griff aufbegehrten, doch sie hielt ihn eisern fest. Sah sich satt an diesem Ausdruck in seinen Augen...
      Ein weiteres Mal erbebten ihre Beine unter der konstanten Spannung, mit denen sie Zoras im Zaum zu halten suchten. Nicht in dieser Welt würde sie davon abhalten, diese provokanten Bewegungen mit ihrem Becken auszuführen, die nah dran, aber nicht genug waren. Ihr Grinsen wuchs auf seinen Kommentar hin nur noch weiter an. Allerdings wand sie sich ein klein wenig unter ihm als er ihre Geste erwiderte und er sich dermaßen hart an sie presste, das ihr keine andere Wahl blieb. Der Druck um ihre Beine lockerte sich, leicht, aber nicht ausreichend.
      "Wie außerordentlich schlecht von mir, dass du immer bei Sinnen bist. Muss meinen Schneid verloren haben", wisperte sie an seinen Lippen als er sich zu ihr hinab streckte, um ihre Lippen zu erreichen. "Vielleicht möchte ich dich ja wahnsinnig erleben?"
      Das Grinsen war noch immer nicht von ihrem Gesicht gewichen, schien sich einen eigenen Platz dort für ewig zu sichern. Durch ihre vereinten Lippen hinweg konnte Kassandra spüren, wie auch Zoras' Inneres bebte. Vor Anspannung? Vorfreude? Purer angestauter Lust oder gar der Mischung aus allem? Sie wusste, dass sie ihn fast soweit hatte als er ihr wortwörtlich alles anbot. Die Vorstellung, dass sie ihn einfach dazu befehlen können würde, sich dem Pulsieren ihrer unteren Körperhälfte anzunehmen, ließ sie hart erschaudern. Worte waren ein so mächtiges Werkzeug in den richtigen Händen - und Kassandra verstand sich meisterhaft in dem Spiel mit eben jenen. Sie musste sich auf die Unterlippe beißen um dem Drang nicht nachzugeben, ihm genau das aufzutragen. Zuerst seine Hand vorzuschicken und damit festzustellen, wie sehr auch sie nach ihm verlangte. Ihm vielleicht sogar die Möglichkeit zu geben, ihr Töne zu entlocken, die kaum ein anderer Sterblicher je gehört hatte. Sie riss sich dermaßen stark am Riemen, dass sie schwören konnte, einen physischen Schmerz in ihrem Inneren zu verspüren. Vielleicht war sie ja doch ein kleines wenig masochistisch veranlagt.
      "Ich weiß, dass du alles für mich machen würdest. Aber schaffst du es auch so, mir Töne zu entlocken?"
      Vermutlich würde nie der Moment kommen indem Kassandra es satt hatt, Zoras zu triezen. Tatsächlich hoffte sie darauf, eine ähnlich ungestüme Reaktion wie vorhin bei ihm auszulösen. Zuzusehen, wie er die Kontrolle volkommen verlor, wie er sich selbst verlor. Bei der heiligen Flamme, sie würde ihm zeigen was es wirklich hieß, sich zu vergessen.
      Während dieses Gedankens gab sie seine Hüfte frei um ihre Füße sicher aufzustellen. Mit mehr Freiheit ausgestattet war sie in der Lage, ihr Becken sogar noch effizienter gegen seines zu rollen. Sie neigte den Winkel so sehr, dass sie gefährlich nah an der Grenze vorbei schrappten, er dadurch aber eine empfindliche Stelle kurz berührte und sie sich auf die Unterlippe beißen musste.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Zumindest einen kleinen Erfolg konnte Zoras mit seiner eigenen Bewegung erzielen, auch wenn ihn das noch nicht befreite, auch wenn ihn das noch nicht näher an sein Ziel brachte. Aber es zeigte ihm doch etwas anderes, etwas viel wesentlicheres: Auch Kassandra könnte nachgeben, noch bevor er selbst nachgeben würde. Dafür bestand durchaus Hoffnung.
      Ihr Atem streichelte seine Lippen und er drückte ihr einen weiteren Kuss auf, fing ihre Unterlippe ein, knabberte flüchtig daran, bevor er sie wieder entließ. Er war so, so knapp davor. Eigentlich waren seine Worte nur eine Warnung gewesen, aber langsam glaubte er, dass sie sich tatsächlich bewahrheiten könnten.
      "Du hast nichts von deinem Schneid verloren. Vielleicht bin ich schon längst wahnsinnig und weiß es noch nicht - wir könnten es rausfinden, hmm?"
      Ob seine Worte irgendetwas bewirkten, wusste er nicht, denn ihr Grinsen blieb so frech wie schon davor und er musste feststellen, dass er sich zunehmend klein fühlte. Sie war zwar eine Phönixin, ja, aber er war quasi schon dabei sie zu vereinnahmen und wurde dennoch von ihr zurückgehalten - durch eine lächerliche kleine Geste! Königinnen nahmen sich, was sie wollten, sicher, aber vielleicht sollte er einen Aufstand gegen diese spezielle Königin anzetteln, das wäre doch was.
      Sein merkwürdiger Gedanke wurde augenblicklich aufgehalten, als Kassandra noch etwas erwiderte, als sie ihn etwas fragte, was sich wie eine Herausforderung anhörte. Er studierte den Ausdruck in ihrem Gesicht, den amüsierten Blick, das unterschwellige Verlangen, das sich selbst bei ihr abzeichnete, für das er verantwortlich war, das er sogar noch steigern könnte. Sie sollte ihn nur loslassen, verdammte Frau!
      Ein Teil von ihr schien seine wortlose Bitte erhört zu haben, denn sie ließ ihn los, zumindest mit ihren Beinen. Ihr provokanter Angriff danach ließ ihn gefährlich taumeln. Nein, er war wirklich noch nicht wahnsinnig, aber er war auf dem besten Weg dahin. Das Gefühl, gepaart mit der Aussicht darauf, wie sich die Phönixin auf die Lippe biss, war zuviel des Guten.
      "Kassandra...", knurrte er und folgte instinktiv ihrer Hüfte mit seiner eigenen. Er war so kurz davor. Er beugte sich hinab, vermied dieses Mal ihre Lippen, setzte direkt an ihrer Brust an und setzte ihr einen beherzten, einvernehmlichen Kuss auf. Sie ließ ihn noch immer nicht los. Er arbeitete sich einen Weg zurück über ihr Schlüsselbein nach oben und richtete sich schließlich wieder auf um sie anzusehen.
      "Lass mich los und ich werde dir sämtliche Töne entlocken. Du wirst für mich singen, aber ich werde die Melodie vorgeben, hm? Du musst mich nur loslassen."
      Wieder ein Kuss auf die Lippen, dann biss er ihr leicht in die Haut unterhalb ihres Kiefers, fuhr dann mit der Zungenspitze darüber.
    • Wieder waren es Worte, die sich als mächtiges Werkzeug entpuppten. Ihr Name, knurrend ausgesprochen von Zoras' tiefer Stimme, jagte ihr einen weiteren Schauer durch den Leib. Ein Kribbeln, das sich in jede einzelne Pore einzunisten schien und sie regelrecht anschrie, endlich etwas dagegen zu unternehmen. Wenn sie selbst weiterhin ihr Spiel spielte, dann würde keine Beührung der Welt ausreichen, um ihr diesen Brand in den Schwingen zu löschen.
      Dann folgte Zoras ihren Hüftbewegungen auch noch. Glitt erneut über delikate Stellen hinweg und sorgte dafür, dass sie beide auch so spürten, dass sie eigentlich mehr als bereit war. Es bedurfte nur eine weitere, kleine Anpassung ihrer Winkel und schon hätte sich die ganze Anspannung aufgelöst. Wäre in dem geendet, auf das sie beide hinarbeiteten. Doch Kassandra wehrte sich absichtlich genau dagegen. Änderte den Winkel jedes Mal so, dass es nicht zum Glück im Unglück kam. Oder andersherum? Wer mochte das hier noch sicher zu bestimmen?
      Als Zoras schließlich sich direkt ihrer Brust widmete schenkte sie ihm einen langen Seufzer. Es tröpfelte Wasser auf den kochendheißen Stein. Auch nur so kurz, dass sie wirklich geneigt war, ihn anzuschreien. Ihn herum zu werfen, damit sie sich auf ihn setzen konnte und dem ganzen Drama ein Ende bereiten konnte. Nur war das... immer noch nicht ihr Spiel.
      "Sehr von dir überzeugt wenn du behauptest, du könntest mich sogar zum singen bringen", erwiderte sie kurzatmig bevor er ihr einen kurzen Kuss gab um sich anschließend mit einem leichten Biss unterhalb ihres Kiefers bemerkbar zu machen.
      Als Reaktion packte sie seine Hände nur noch fester. Suchten den Halt in ihrer Bewegung, damit sie seinem Angebot nicht nachkam. Sie wollte wissen, ob er seine Versprechungen halten konnte. Spüren, wie er seine Ankündigungen wahr machte und sehen wie die Spannung in seiner Miene der Glückseligkeit wich. Sie wollte fühlen, wie es war, wenn dieser Akt auf Gegenseitigkeit beruhte.
      Nun bebten ebenfalls Kassandras Hände, die mit eiserner Disziplin Zoras gefangen hielt. Würde sie ihn freigeben, wäre es viel zu schnell vorbei. Viel zu schnell würden sie sich abreagieren und zurück in die Realität wandern, die sie aktuell auszublenden suchten. Wäre es anders, nachdem sie mit ihm geschlafen hatte? Würde er das Interesse verlieren, wenn er bekommen hatte, was er wollte?
      "Ich kann dich noch nicht loslassen." Sie überstreckte den Kopf, schloss die Augen und wölbte sich ihm kurz entgegen, als er wieder die richtige Stelle streifte. "Dann ist es zu schnell vorbei. Ich will.... jede Sekunde auskosten, die ich habe."

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Der Seufzer, der Kassandras Brust entsprang, als er sie dort küsste, war zumindest ein Anfang von dem, was er sich zu erhoffen wagte. Und was für ein Anfang es war. Er hatte schon im Wasser bemerkt, dass das Seufzen der Phönixin etwas mit ihm machte, so als würde sie seine Seele damit füttern. Er wollte es wieder hören und wieder hören und wenn das schon nur das Seufzen war, wie waren dann erst andere Geräusche aus ihrem Mund, die nicht so züchtig waren wie dieses hier? Er spürte das Zucken in seiner eigenen Lendengegend und drückte sich um ein weiteres Mal an sie, wurde um ein weiteres Mal zur Seite abgelenkt. Wie lange würden sie das hier noch durchhalten können - wie lange würde er noch durchhalten können, auch hinterher noch? Zeit schien relativ zu sein, wenn man irgendwo zwischen dem Ende und dem Anfang hing, ungewiss darüber, wie weit man schon fortgeschritten war und wie viel noch auf einen zukam. Wenn es nach Zoras ginge, wären sie erst am Anfang, aber er konnte nicht abschätzen, wie viel zwischen jetzt und dem Ende lag.
      Ihre Reaktion auf seine Stichelei zeigte sich noch deutlicher in ihrem Körper als ihren Worten, als sie sich schon beinahe in ihn verkrallte. Er genoss das Gefühl, vermerkte sich eine gedankliche Notiz, dass er einen Schwachpunkt gefunden zu haben schien.
      Dann verwehrte sie ihm aber seine Forderung und wenn sie sich ihm nicht so wunderschön entgegengestreckt hätte, wenn sie nicht den Hals präsentiert hätte, ihn dazu eingeladen hätte sein Gesicht darin zu vergraben und ihre Haut zu kosten, wenn sie ihre Hüfte nicht wieder gegen seine gerollt hätte und er dabei zu spüren bekommen hätte, wie weit fortgeschritten sie selbst schon in ihrem Verlangen war, hätte er sich womöglich Sorgen um diese Aussage gemacht. Sie wollte nicht, dass es zu schnell vorbei wäre? Was wollte sie denn damit ausdrücken?
      Anstatt seinen Kopf aber damit zu beschäftigen, wozu ihm schlichtweg das Blut fehlte, brummte er nur knapp und ließ sich auf ihr unterschwelliges Angebot ein.
      "Okay."
      Es war ja nicht so, dass sie ihm verwehrte, sich dennoch über sie herzumachen. Er musste sie nur davon überzeugen, ihn weitergehen zu lassen, das war alles.
      Er beugte sich wieder zu ihr hinab, legte sich soweit über ihren Körper, wie es ihm möglich war, und fing die entblößte Stelle ihres Halses ab, setzte seine Lippen auf der empfindlichen Stelle ihrer Kehle an, sanft aber fordernd, vorsichtig aber unnachgiebig und liebkoste sie, ließ seine Lippen tanzen auf ihrem Hals, kostete den Geschmack von Kassandra völlig aus. Er konnte ihre Bewegungen unter sich spüren, gewann ein wenig der Kontrolle zurück, indem er sie durch seinen eigenen Körper einschränkte, so wie auch sie seine Hände noch immer festhielt. Er wanderte weiter, erkundete mit seinen Lippen, was er vorhin mit seinen Fingern versucht hatte zu ertasten, erklomm ihre Brust, umspielte ihre Brustwarze mit federnder Zungenspitze, bevor er seinen Blick zu ihr hob. Sie musste ihn nicht freilassen, wenn sie ihn in seiner Erkundungstour auch tiefer wandern ließ. Er testete diese Theorie indem er weiterzog, indem er eine Spur aus Küssen bis zu ihrem Brustansatz zog und von dort aus mit seiner Zungenspitze die Küsse auf ihrem Bauch unterstrich. Er konnte sie zucken spüren und hob den Blick, ohne jemals die Lippen von ihrer Haut zu trennen. Er wollte sehen, welche seiner Berührungen ihr welche Reaktion entlockte und ob er noch weiter kommen konnte.
    • Wer behaupten mochte, dass mythische Wesen und Götter nichts von Lust und Begierde verstanden, der stand noch nie einem von ihnen gegenüber. Kassandra musste die Augen weiterhin geschlossen halten, jeder einzelne feurige Blick Zoras' brachte sie näher zu dem Punkt, ihn einfach gewähren zu lassen. Sie beide endlich zu erlösen und ihnen das zu geben, wonach es sie verzehrte.
      Selbst wenn der gute Mann nicht mehr ganz bei Verstand war handelte er dennoch ihrem Muster entsprechend. Er legte sich mit seinem Körper auf die Phönixin, sorgte dafür, dass sie nicht mehr diese zerstörerischen Bewegungen mit ihrem Becken ausführen konnte. Es ging sogar soweit, dass sie nicht mehr viel Freiheit unter ihm hatte und sich ihrem Schicksal mit Freuden ergeben musste. Eisern harrte sie aus als sich seine Lippe wieder ihrer Kehle widmeten und anschließend begannen, tiefer zu wandern. Es musste ein tiefer Atemzug her kaum hatte seine Zunge ihre Brustwarze gefunden. Sein Bart kratzte auf der ohnehin schon gereizten Haut, sodass sie ihren Atem anhalten musste damit sie sich nicht noch mehr bewegte. Sein Weg führte ihn weiter abwärts, der angehaltene Atem verließ jäh ihren Brustkorb. Niemals hätte sie gedacht, dass selbst die Haut an ihrem Bauch das reinste Feuerwerk an Gefühlsregungen bei ihr auslösen konnte, doch Zoras belehrte sie eines Besseren. Sie streckte sich unter ihm, wollte, dass er mehr berührte, nicht aufhörte, weiterging als je zuvor. Ganz uneigennützig schob sie ihre Hände samt den seinen an ihren Seiten abwärts und ermöglichte es ihm somit, seinem Pfad weiter zu folgen. Ihre Atmung war so flach geworden, so angespannt, so erwartungsvoll, dass sie den Eindruck hatte, die Luft wäre kochendheiß.
      Wie erwartet wanderte er tiefer, Kassandras Beine öffneten sich kaum merklich ein wenig weiter. Er war mittlerweile weit unterhalb ihres Bauchnabels angekommen, aber immer noch zu weit entfernt. Und dann waren seine brennend heißen Lippen einfach verschwunden. Noch immer hatte sie seine Hände an ihre gefesselt, er war also noch da. Aber er war nicht mehr an ihr, was stimmte nicht mit ihm? Kassandras Lider flogen auf, sahen erschrocken an sich herab und entdeckte Zoras zwischen ihren Beinen, wie er ihr gerade einen Kuss an der Innenseite ihres Oberschenkels aufdrückte. Das Gefühl seiner Lippen, des kratzigen Bartes gepaart mit dem Anblick ließ die Phönixin so stark erschaudern, dass es sich wortwörtlich kurz schüttelte. Unwirsch stemmte sie sich auf ihre Ellbogen während Zoras ungeniert einen Pfad aus Küssen ihren Schenkel hinab zum Zentrum ihrer Lust zog. Sie konnte nur starren, sie konnte nicht denken. Er zog das grausame Spiel in ihren Augen unnötig in die Länge, ihr ganzer Körper schien zu vibrieren. Schlussendlich setzte er seine Küsse an den Stellen, wo ihre Beine in das Becken übergingen, aber niemals weiter.
      Ein frustrierter Laut entkam Kassandra noch bevor sie sich wieder auf den Rücken fallen ließ und sich ihm am liebsten einfach angepriesen hätte. Das war die reinste Folter - so nah und doch so fern - und nichts in dieser Welt außer ihm würde in der Lage sein, das Brennen tief in ihr zu lindern. Vielleicht sollte sie ihn wirklich anweisen, was er tun sollte. Immerhin reagierte er gut auf ihre Worte, warum also nicht...
      Dann platzierte Zoras unerwartet einen Kuss genau dort, wo sie ihn brauchte. Ihr Verstand quittierte von einer Sekunde auf die andere den Dienst. Sie hörte auf zu atmen, wirklich jeder Muskel ihres Körpers war zum Zerreißen gespannt. Als er dann noch mit seiner Zunge zwischen sie glitt, war es als wäre ein Damm gebrochen. Kassandra keuchte auf, ein völlig neues Geräusch ihrerseits und gab Zoras' Hände endlich frei. Ihre linke Hand vergrub sich im Bettzeug während sie den rechten Arm über ihr Gesicht legte, um etwaige Geräusche zu ersticken. Sie spürte, wie er sie mit seinen Fingern spreizte, sich uneingeschränkten Zugriff verschaffte, und sie nichts anderes tun konnte, als ihren Rücken durchzustrecken und zuzulassen, dass er ihren Geist gerade in ganz andere Höhen schickte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Kassandra ließ ihn gewähren, dafür musste sie noch nicht einmal Worte formen. Zoras konnte es an der Art erkennen, wie ihre Muskeln unter seinen Küssen zuckten, nur um sich ihm dann doch wieder willentlich entgegenzuschieben, um in einer wortlosen Aufforderung nach seinen Lippen zu verlangen, der er nur allzu gerne nachkam. Kassandra hatte ihre Augen geschlossen, das konnte er sehen, als er einen Blick nach oben warf, und für einen kurzen Moment überlegte er sich, ob er sie vielleicht dazu bringen könnte, sie von selbst wieder zu öffnen. Er erreichte ihr Geschlecht und richtete sich ein Stück auf.
      Eigentlich war das noch nicht einmal ansatzweise sein vervollständigter Plan, aber es hatte jetzt schon seine Wirkung: Kassandras Augen flogen regelrecht auf und geißelten ihn mit einem Blick voller Entsetzen, was er mit einem Kuss auf ihren Oberschenkel quittierte. Er lächelte, was eigentlich entschuldigend gemeint war, aber von einem viel tieferen Vergnügen hervorgerufen wurde. Es gefiel ihr, was er dort tat und er hatte womöglich gar nicht mitbekommen, wie sehr es ihr gefiel, so sehr sogar, dass sie sich sogleich entrüstete, wenn er nur eine Sekunde von seiner Liebkosung abließ. Er grinste nur noch breiter, sonnte sich in ihrem Blick, den sie auf ihn haftete und dem er sorglos standhielt, während er ihre offensichtliche Unruhe noch weiter steigerte. Er kostete es wirklich aus, als er die weiche Haut ihres Schenkels küsste, nur um dabei beobachten zu können, wie ihr Blick dunkler wurde, wenn er sich ihrer Mitte näherte. Oh, wie sehr er es liebte. Er mochte vielleicht wahnsinnig werden, war jetzt schon halb wahnsinnig von seinem unbändigem Verlangen, aber er würde Kassandra mit sich ziehen und so wie es aussah, hatte er dabei vollen Erfolg.
      Schließlich war seine Geduld selbst vorüber, das Geräusch war es, das unerwartet über Kassandras Lippen rollte und ihm so schnell den Boden unter den Füßen wegzog, dass er gar nicht darüber nachdenken konnte, als er sich schlussendlich ganz zwischen ihre Beine drängte und seine Lippen zwischen ihre presste. Er wusste gar nicht, dass Kassandra zu solchen Lauten in der Lage gewesen war, genauso wenig wie er wusste, was für eine unglaubliche Hitze sie zwischen ihren Beinen ausstrahlte, als wollte sie ihn damit heranlocken und nie wieder gehen lassen. Und er ließ sich bei vollstem Bewusstsein von ihr fangen, presste sein Gesicht zwischen ihre Beine und fuhr mit der Zunge eine Spur über ihre Mitte, kostete den Geschmack von Kassandra in vollsten Zügen aus. Sie keuchte, ihr Atem kam in einem hörbaren Zug aus ihrem Mund heraus und im nächsten Augenblick hatte sie ihn auch schon frei gelassen, überließ seine Hände wozu auch immer er sie zum Einsatz bringen wollte. Er ließ sich dafür auch keine weitere Sekunde Zeit. Den einen Arm schlang er um Kassandras Hüfte, grub die Finger in ihre Haut, hielt sie an Ort und Stelle, wollte gleichzeitig das Zucken spüren, das durch ihren Bauch lief. Die andere Hand holte er zu sich, setzte für einen Moment nur ab um seinen Fingern den Eintritt zu ermöglichen und versenkte sie in Kassandras sengender Hitze, bevor er sein Gesicht auch wieder hineinpresste. Sie wölbte sich gegen ihn, eine Welle fuhr durch ihren Oberkörper und er drückte sie mit der Kraft seines Armes wieder nieder, um den richtigen Winkel zu erwischen, um seine Zunge an der Stelle einzusetzen, wo sie am meisten zuckte. Er war gierig, er war unersättlich und schlussendlich war er vielleicht wirklich wahnsinnig, er hatte den Verstand zurückgelassen, um sich in Kassandras Hitze zu verlieren, um mit seiner ganzen verbliebenen Gehirnkraft dafür zu sorgen, dass er die Finger richtig krümmte, dass er seine Zunge rollen ließ, dass er Bewegung in ihre Spitze brachte, nur um nicht aufzuhören, nur um vielleicht doch noch einmal in den Genuss eines Geräusches zu kommen, das Kassandra über die Lippen drang. Sing für mich. Er hob den Blick, beobachtete, wie sich ihre Brust um ein weiteres Mal nach oben bog, wie sie ihr Gesicht unter dem Arm zu verstecken versuchte. Sein Kiefer begann langsam zu schmerzen und sein Handgelenk lag in einem unangenehmen Winkel, aber er erhöhte nur den Druck auf ihr Geschlecht, presste sich tiefer hinein, verzichtete auf die Vorzüge von Sauerstoff, nur um seine Zunge in ihrer ganzen Länge spielen zu lassen. Er wollte ihre Geräusche hören, er wollte, dass sie unter ihm zerfloss, dass sie genauso den Verstand verlor wie er selbst in diesem Augenblick und vielleicht sogar noch mehr. Er wollte nicht aufhören, bis ihr Feuer ihn regelrecht verbrannt hatte.
    • Sämtliche rationalen Gedanken hatten sich aus dem hübschen Kopf der Phönixin verabschiedet. Sie verlor die Kontrolle über ihren Körper mit jeder Sekunde, die verstrich. Mit jeder Welle, die Zoras durch ihren Körper schickte, schien ihr mehr dieser Kontrolle durch die Finger zu rinnen. Der Arm, den er über ihren Unterbauch gelegt hatte, presste sie jedes Mal rigoros auf das Bett zurück, wenn sich ihr Leib gegen ihn aufbäumte. Und das machte es nicht schlimmer sondern nur noch prickelnder. Noch ein kleines Stückchen enger winkelte sie ihre Beine an, wehrte sich gegen die Bewegungen ihres Körpers, der ganz genau wusste, was er wollte.
      Zoras war unnachgiebig. Er ließ Kassandra keine Verschnaufpause, stimulierte sie auf brutal treffende Art und Weise bis sie sich sicher war, dass sie es nicht mehr lange halten können würde. Dafür besaß dieser Mann anscheinend wirklich zu viel Erfahrung als dass er nicht wüsste, wie er sie zu berühren hatte. Durch eine ungestüme Bewegung ihrerseits verlor er jedoch den Winkel, den er sich ausgesucht hatte, und traf dadurch genau die Stelle, die das Fass zum Überlaufen brachte. Es war alles zu viel - seine Zunge, seine Finger, der Arm über ihr, der sie dieses Mal nicht mehr so leicht niederringen konnte. Kassandra kam heftig, verkrampfte sich um seine Finger und ließ sogar einen sehr gedämpften Aufschrei hören, den ihr Arm kaschierte. Sie hatte sich in den eigenen Unterarm gebissen, um Zoras diesen Triumpf nicht zu gönnen. Er führte sie auf der Welle noch ein geraumes Stück weiter bis er sie endlich erlöste und ein Stück Abstand von ihr nahm. Die Nachwirkungen der Ekstase waren deutlich an ihren doch recht stark zuckenden Beinen zu sehen, an der stoßhaften Atmung.
      Sie ächzte leise als sie ihren Arm von ihrem Gesicht nahm und sich auf die Ellbogen aufstütze. Da war er immer noch zwischen ihren Beinen und erwiderte ihren Blick. Sie waren beide ungefähr gleich schwer am atmen, niemand von ihnen hatte das Feuer in seinen Augen verloren. Er hatte ihr lediglich einen Ausblick darauf gegeben wie es sein würde, wenn sie von einem Mann verführt würde, der sich wirklich um sie scherte. Der nicht einfach nur Druck abbauen musste und ihrer Schönheit verfallen war. Die Gier nach mehr war Zoras ins Gesicht geschrieben, wie seine Augen hungrig über ihren ganzen Leib wanderten und schließlich bei ihrem Gesicht hängen blieb.
      Nach gerade ein mal zwei Sekunden schien etwas in Kassandras Gedanken einfach durchzubrennen.
      Das reichte nicht. Sie wollte mehr, wollte sehen, wie er derjenige war, dem die Lust zu Kopfe stieg. Wie er sich wirklich vergaß und am Ende nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Ja.... Oben und unten... Damit konnte sie beginnen.
      Zoras sah Kassandra zwar kommen, reagierte aber viel zu langsam. Blitzschnell setzte sie sich auf, packte seinen Arm und riss ihn zu sich an die Seite. Ihre Hand folgte seinem Oberkörper, presste sich an seine Brust und nötigte ihn, sich auf den Rücken zu drehen. Schon einen Augenblick später hockte sie breitbeining über seiner Hüfte, die Hände flach auf seiner Brust abgestützt. Er hob sich stark unter ihren Händen, sie fühlte seinen Puls unter ihren Fingern rasen. Kein Spott oder ihr Grinsen fand sich in ihrem Gesicht wider. Es war erfüllt von Begierde, Lust, die diese Minuten zuvor nicht hatten lindern können. Sie brauchte keine Worte, wollte keine Worte sagen. Taten würden ausreichen.
      Sie zog ihre Hände von seiner Brust als sie sich aufrichtete, um zwischen ihre Beine zu greifen. Sie fasste das erste Mal bewusst nach ihm, spürte seine Hitze, seine Härte, in ihrer Hand. Alles nur für sie, alles nur durch sie. Er zuckte angesichts ihres bestimmten Griffes aber sie hielt sich nicht daran auf als sie ihn richtig positioniert. Sie spürte die Spitze - ihre Augen schossen zu seinem Gesicht. SIe musste es sehen. Den einen Moment, den er sich wusste der Allvater wie lange schon ausgemalt hatte. Dann ließ sie sich sinken, langsam, arbeitete sich den Weg hinab bis sie zur Gänze vereint waren und sie ihn bereits in sich pulsieren fühlen konnte. Als sie sich nach vorn lehnte um Zoras zu küssen, entlockte die Bewegung ihr ein leises Stöhnen, das sie mit seinen Lippen erstickte.

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    • Zoras konnte es spüren, bevor es soweit war, wie sich Kassandras Muskeln verkrampften, wie sich ihre Beine stählten und sie den Atem anhielt. Sie erreichte ihren Höhepunkt mit einem atemberaubendem Zucken ihres Unterleibs, der ihr ein erstaunlich lautes, aber immer noch zu leises Stöhnen entlockte, welches Zoras trotzdem beflügelte. Er hätte nie gedacht, dass Kassandras Stimme noch schöner sein konnte, als sie es beim Singen schon war, aber er sah sich eines besseren belehrt. Sie war nicht laut, sogar weit entfernt davon, aber es spornte ihn dennoch genug an, sie in den letzten Sekunden ihres Höhenflugs noch weiter hinauszutragen. Ihr Körper rebellierte gegen seinen Arm, mit dem er sie noch durchgehend festzuhalten versuchte, und dann erschlafften ihre Muskeln und er erlöste sie. Als er sich aufrichtete, musste er selbst schnaufen und das nicht nur von zu wenig Sauerstoff. Er leckte sich die Lippen, umfasste ihren bebenden Oberschenkel und presste einen Kuss auf ihr Knie.
      Als sie sich aufrichtete und ihren vom Höhepunkt benebelten Blick auf ihn richtete, grinste er und ließ sich gefallen, mit welcher Intensität ihre Augen ihn zu durchbrennen versuchten. Er konnte sich nicht vorstellen, die Phönixin jemals schöner gesehen zu haben als jetzt: zittrig, die Wangen gerötet, außer Atem.
      ... Nein, das stimmte nicht, wie ihm nur eine Sekunde später einfiel: Er hatte sie schöner gesehen, auf seinem eigenen Anwesen, auf dem Zaun seiner Koppel im Licht der Morgensonne, das Gesicht gegen den Himmel gewandt, die Augen geschlossen und strahlend wie eine Sonnengöttin. Das war ihr schönster Anblick gewesen, wie ihm jetzt bewusst wurde; nicht zwingend schöner als dieser, aber auf eine andere Weise atemberaubend, die Zoras diesem hier jederzeit vorziehen würde. Selbst in diesem Moment, in dem er nichts anderes wollte, als dass Kassandra ihm ein weiteres Geräusch schenkte, in dem er sich von ihr verbrennen lassen wollte bis nichts mehr von ihm übrig war, dachte er noch immer mit Bewunderung an ihren Anblick auf dem Zaun zurück. Sie war wahrlich göttlich, nicht weniger als das.
      Er bemerkte eine Veränderung in Kassandras Gesicht für den Bruchteil einer Sekunde, in dem etwas in ihrem Ausdruck aufblitzte, aber reagieren konnte er trotzdem nicht. Mit ihrer übermenschlichen Geschwindigkeit, die ihn schon mehrfach überrascht hatte, schoss sie plötzlich nach vorne und bemächtigte sich seines ganzen Körpers, bevor er überhaupt darüber Einspruch erheben konnte. Er landete auf dem Bett neben ihr und rollte sich auf den Rücken, als sie sich in der gleichen, unglaublich graziösen Bewegung über ihn schwang. Es reizte ihn, wie sie sich rittlings über ihm positionierte; gleichzeitig wollte ein Teil von ihm sich darüber aufbegehren, wie einfach sie sich seiner bemächtigt hatte. Er war doch hier der Mann, oder etwa nicht? Bis zu dem Zeitpunkt hätte er noch glauben können, dass die Lage unter seiner Kontrolle war, aber wie ihm Kassandra jetzt mit absoluter Leichtigkeit vermittelte, hatte er nur so lange die Kontrolle, wie sie es ihm gestattete. Jetzt war sie an der Reihe und wenn er den Moment nicht zerstören wollte, musste er sich fügen.
      Sie umfasste ihn zielgerichtet und welcher Widerstand bis dahin auch immer noch in seinem Körper geherrscht hatte, verpuffte in der Sekunde, als sie ihre Finger um ihn schloss. Jetzt mehr denn je seiner Lust bewusst, versteifte er sich und hielt sich, lediglich durch den dünnen Faden seines Willens allein, davon ab, die Hüfte nach oben zu zucken, weiter in ihre Hand, näher an sie heran, er wollte sie, er wollte alles von ihr. Er legte die Hände an ihre Oberschenkel und starrte hinab auf die himmlische Aussicht ihrer gespreizten Beine über ihm. Sie setzte an, er hielt die Luft an. Er konnte ihre Hitze jetzt schon spüren, sie umgarnte seine empfindlichste Stelle, machte ihn atemlos und unruhig voller Vorfreude. Dann ließ sie sich langsam auf ihn hinab, umschloss ihn mit ihrer Wärme, nahm ihn in dem himmlischen Gefühl ihrer selbst auf und er ließ den Kopf zurücksinken und grub die Finger in ihre Oberschenkel. Sie war heiß, eng und allesergreifend, sie leerte seinen Verstand bis nichts anderes mehr übrig war als Kassandra, Kassandra, Kassandra. Er stieß den angehaltenen Atem in einem Zug aus und schnappte gleich wieder nach mehr, als sie sich nach vorne lehnte - und da war es wieder, ein winziger Ton, der drohte ihre Lippen zu verlassen und gleichzeitig von seinen eigenen gedämpft wurde. Wenn er nicht schon völlig von ihr vereinnahmt gewesen wäre, hätte er ein gewisses Triumphgefühl dabei verspürt, ihr noch ein Geräusch entlocken zu können, auch wenn es noch so schwach gewesen war. Seine Antwort darauf war der eigene, stockende Atem, der ihm in ihrem Kuss entglitt, als sie sich langsam wieder hob und wieder auf ihn absenkte. Er versank in ihrer Wärme, konnte nichts anderes mehr denken, nichts anderes mehr fühlen als Kassandra auf ihm und um ihn und er wollte auch gar nichts mehr anderes. Er schlang die Arme um ihren Körper, zog sie noch näher an sich, stellte die Beine auf und bewegte sich selbst unter ihr, schob sich ihr entgegen und küsste gleichzeitig ihre Lippen, wollte sie wieder hören und wieder und wieder, nichts mehr anderes. Ihr Gefühl war überwältigend. Er fuhr mit den Händen über ihren Rücken, ihren Hintern, ihre Beine, alles was er erreichen konnte, er wollte es alles haben.
    • Die Luft stand in Flammen, steckte jedes bisschen Haut in Brand. Sie musste entzündet worden sein, so heftig wie jeder Atemzug in ihren Lungen brannte. Noch in ihrem Inneren musste sich die Luft ein Ventil suchen, breitete sich aus und ließ den Körper von innen her schwelen. Das musste es sein. Nichts anderes ergab eine Erklärung für dieses Gefühl, das Kassandra mit jeder Bewegung ihres ganzen Körpers befeuerte.
      Ihre Hände lagen neben Zoras Kopf als Stütze aufgestellt als sie sich den ersten Kuss holte, der ihrer beiden Atemzüge miteinander mischte. Er fackelte nicht länger, presste die Frau über ihm an seinen Leib. Von nun an schienen sie einen einzigen Herzschlag zu teilen, der von einer Brust in die jeweils andere übersprang. Wie ein Funken, hin und her im stetigen Wechselspiel. Dann wanderten seine Hände ihren Körper hinab nachdem er seine Beine aufgestellt hatte, um endlich ordentlich mitwirken zu können. Vielleicht hätte sich Kassandra auf die Lippen beißen können, um zu verhindern, dass man sie hörte. Aber durch die Küsse, die nicht abebbten, brach ihr leises Stöhnen immer wieder hervor in perfekter Harmonie mit ihren Bewegungen. Ihre rechte Hand wanderte blind nach hinten, fing eine seiner Hände ein und führte sie bestimmt an ihr Gesäß. Er sollte sie ruhig fester greifen, ihr weiter verdeutlichen, dass er sie nicht loslassen würde.
      Es waren vielleicht Minuten vergangen, da neigte es sich bereits dem Ende zu. Zoras' Bewegungen wurden ruppiger, unregelmäßiger und sie spürte ihn in sich immer stärker zucken. Doch sie hielt das Tempo bei, arbeitete mit ihm bis er schließlich seinen Höhepunkt fand und sie es ganz genau fühlen konnte. Er keuchte an ihre Lippen, sie erwiderte es und beide Parteien atmeten sich einige Sekunden wortlos an. Dann war es an Kassandra, sich ein wenig von dem Mann unter ihr zu entfernen, damit sie ihm endlich wieder richtig ins Gesicht sehen konnte. Ihm stand leichter Schweiß im Gesicht, ihr höchstwahrscheinlich auch. Trotzdem legte sie eine Hand flach an seinen Haaransatz und ließ sie über seinen Kopf nach hinten streichen. Dabei sah sie ihn einen Moment lang einfach nur an wie etwas unheimlich kostbares. Schließlich fand sie ihre Stimme wieder, die tatsächlich leicht rau klang.
      "Ich wusste gar nicht, dass dich Sex im feindlichen Terretorium so reizt", lächelte sie ihn warm an und wiederholte die Geste.

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    • Kassandras Hitze steigerte sich spürbar, vielleicht war es aber auch letzten Endes Zoras' eigene Körpertemperatur, die zusehends in die Höhe schoss und eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Kassandras Feuer bildete. Er versank in ihr, vergaß sich un die Welt um sie herum in diesem Augenblick, nur um Kassandra zu spüren, um ihre Lippen zu schmecken, um sie stöhnen zu hören. Es war nicht viel, sehr leise sogar, aber dieses himmlische Geräusch allein war schon Ursache genug, um Zoras weiter anzuspornen, um seine Ausdauer auf ein begrenztes Maß herabsinken zu lassen.
      Er ließ sich von Kassandra führen, umfasste ihr Gesäß, presste sie mit der anderen Hand gegen sich, nur immer stärker, niemals locker lassen. Zuletzt konnte er sich nicht mehr davon abhalten ihr entgegenzukommen, fester und stärker und schneller, seine Oberschenkel interessierte das kaum, sie waren die Bewegung in gewisser Weise gewöhnt. Er presste Kassandra noch fester an sich, biss auf ihre Unterlippe, sah in ihre dunklen Augen empor, in das von zerrauften Haaren eingerahmte, von Schweiß leicht bedeckte Gesicht und dann kam er mit einem Keuchen, erzitterte am ganzen Körper während sein Gehirn von einer weißen, allesergreifenden Welle geschwemmt wurde, die sämtliche Gedanken hinfort spülte und ihn atemlos und schwitzend zurückließ. Sein Verstand war noch nicht wieder hochgefahren, als er den Griff um Kassandra lockerte und die Phönixin sich ein wenig aufrichtete. Er hob den Blick, unfähig sich zu bewegen oder zu denken und ließ sich über die Stirn streichen. Ein Ausdruck trat sichtbar in ihre Augen, den er in diesem Moment seiner geistigen Unfähigkeit nicht deuten konnte, der ihn aber warm werden ließ, anders warm als noch vom Sex. Er blinzelte und strengte sich an ihn zu verstehen, konnte aber keinen Erfolg dabei erzielen.
      "Mhh. Ich sollte mir wohl öfter Feinde machen, aber lieber Feinde wie Firion mit hübschen Bädern und großen Gemächern."
      Er reckte den Kopf, fing ihre Hand auf, als sie ihm wieder darüber streichen wollte, und küsste ihre Knöchel. Dann ließ er sie wieder los, nicht weil er wollte, sondern weil es einfacher war, die schwer gewordenen Arme um Kassandra zu schließen und mit ihr auf die Seite zu rollen. Er drehte sich, bis die Phönixin wieder unter ihm lag und dann zog er sich erst langsam aus ihr heraus. Er vermisste jetzt schon ihre Wärme und hätte sie am liebsten gleich mit sich gezogen, als er sich auf den Armen abstützte und aufrichtete.
      "Wir sollten auf dem Rückweg beim Palast vorbeischauen, hm? Wenn deine Theorie stimmt, halte ich dort keine zwei Sekunden durch."
      Er präsentierte ihr ein aufrichtiges Grinsen und fing dann an, erst von ihr herunter und dann aus dem Bett zu steigen. Das Zimmer war durch ihren Akt sicherlich aufgeheizt, aber dennoch fröstelte es ihn, als er sich auf die Beine stellte und streckte. Sein Gehirn war noch immer wundervoll leer, vielleicht würde er ja heute mal ganz gut schlafen.
      "Bleib du liegen, ich mach das schon."
      Ohne weiter zu erklären ging er zu seinem weggeworfenen Handtuch, wischte sich den Bart, den Oberkörper und sein Glied damit ab, warf es dann wieder beiseite und schnappte sich Kassandras Handtuch, bevor er damit bewaffnet zurück ins Bett kam. Er wischte die meiste Flüssigkeit von ihrem Körper ab, dann übergab er es ihr und warf sich mit einem Seufzen neben ihr auf die Matratze. Er war zufrieden, merkte er. Gänzlich zufrieden und glücklich. Man könnte meinen, er würde tatsächlich gar keinen Aufstand führen.
      Nachdem auch Kassandra sich soweit gesäubert hatte, lüftete er die Decke und lud sie wortlos mit einem ausgestreckten Arm zu sich ein. Sie kam, schmiegte sich an ihn und er drückte sie für einen Moment mit beiden Armen an sich, bevor er in eine für sie beide angenehme Position wechselte. Dann seufzte er erneut und ließ sich die Leere in seinem Gehirn gefallen, die sich schon langsam wieder lüftete. Jetzt war er warm, zufrieden und glücklich. Abwesend streichelte er über Kassandras Hüfte.
      "... Was meintest du eigentlich damit, dass du alles in Asche verwandeln würdest? Im Wasser, meintest du das wortwörtlich so?"
    • Wieder war es nur ein kleiner Kuss auf ihren Knöchel - dieser Mann schien eindeutig etwas für ihre Hände übrig zu haben. Dabei wurden eben jene in so vielen anderen Kulturen als dreckig empfunden. Sie selbst hatte sich in Kulturen und Zivilisationen befunden, wo man nur mit Handschuhen gewagt hatte, sie zu berühren. Man arbeitete mit den Händen, griff in jeden Unrat mit ihnen, verletzte sie meist als erstes. Aber hier in diesen Kreisen war es anders. Hier bedeuteten sie vielleicht genau deswegen, den gebührenden Respekt zu erbringen. Trotz der besuhlten Hände seine Lippen an sie zu legen.
      Ein weiteres Mal ließ sich die Phönixin von Zoras herumrollen bis sie wieder unter ihm lag, den Blick zu ihm aufschauend. Sie hatte ihre Beine angewinkelt, einem kleinen Käfig gleich, und hielt ihn einen Augenblick lang an Ort und Stelle. Sie wusste, dass er sich gleich aus ihr entfernen musste, wusste, dass die Kälte und Leere seinen Platz einnehmen würde. Sie würde sich binnen Sekunden wieder so allein fühlen wie davor, vergessen wäre die Wärme noch von den Minuten zuvor. Sein Grinsen war das Anzeichen, dass er sich von ihr lösen wollte. Widerwillig streckte sie ihre Beine aus und entließ den Mann in die Freiheit.
      "Du weißt, dass es nich förderlich für mich ist, wenn du nur zwei Sekunden aushältst? In zwei Sekunden habe ich nicht einmal bemerkt, dass du da warst", spottete sie leichtfertig und richtete sich auf ihre Ellbogen auf.
      Leise seufzte Kassandra. Die erwartete Kälte schien sich über ihre Brust, ihren Bauch, ja selbst ihre Beine zu legen. Seit wann setzte sie Körperkontakt mit Wärme und Nähe gleich? Eine Gänsehaut stellte die Härchen auf ihrer Haut auf während ihr Blick zu Zoras glitt, der sich herzhaft streckte. Selbst von hier aus, wo sie nur seinen eindrucksvollen Rücken sah, erkannte sie seine Entspannung. Wie er keinen Gedanken mehr an das verschwendete, was morgen sein würde. Wo sie waren, was in der Zukunft auf sie warten würde. Kassandra selbst fand sich dagegen unfähig vor, ihre Gedanken rückwärts zu richten. Sich nicht mit den Sorgen zu konfrontieren, die mit dem nächsten Sonnenaufgang auf sie warteten. Ihre Lider senkten sich minimal bei dieser Erkenntnis, doch als er das Wort wieder an sie richtete, war davon nichts mehr zu sehen.
      "Bleib du liegen, ich mach das schon."
      "Danke."
      Sie nutzte die Gelegenheit, um Zoras weiter zu beobachten. Sie hatte sich indes auf die Seite gedreht, die Beine zusammen gelegt bis er mit dem Handtuch auch bei ihr sein würde. Schweigsam sah sie ihm dabei zu, wie er sich die Spuren ihrer Zusammenkunft abwischte und konnte nicht verhindern, dass ihre Gedanken neue Kreise beschrieben. Wäre sie eine gewöhnliche Frau stünde nun womöglich im Raume, ob sie sein Kind erwarten würde. Er hätte eine Familie haben können mit einer Frau, die er liebte. Selbst wenn es nur für zwei lächerliche Jahre sein sollte, er hätte seinem Kind wenigstens einen Namen geben können. Unterbewusst stahl sich ihre rechte Hand auf ihren Unterbauch während sie so darüber nachdachte, dass ihre Herkunft ihm diese Möglichkeit einfach nahm. Er hätte glücklicher sein können ohne sie. Er hätte eine richtige Frau finden können, das finden können, was sein Bruder ihm vorlebte. Eine Familie, wie er selbst früher Teil davon gewesen war.
      Kassandra brach mit diesem Lauf der Natur.
      Es kostete sie einiges, einen weichen Ausdruck auf ihr Gesicht zu zaubern als Zoras mit ihrem Handtuch zu ihr kam und damit begann, sie beinahe rituell abzutupfen. So schaffte er es, dass es für sie leichter wurde, ein leichtes Lächeln zu zeigen bis er ihr das Tuch überreichte, damit sie den Rest erledigen konnte. In der Zwischenzeit wühlte er sich bereits unter die Decke und wartete seelenruhig ab bis sie soweit war. Sein ausgestreckter Arm und die geöffnete Decke waren alles, was er benötigte, um sie erfolgreich zu sich zu rufen. Sie folgte der Aufforderung, schmiegte sich in seine Seite und hieß die Wärme willkommen, die sich sofort wieder in ihr ausbreitete. Sie hatte den Kopf wieder an seiner Schulter abgelegt, die Augen geschlossen während sie einfach nur genoss, wie seine Hand über ihre Hüfte streichelte.
      "... Was meintest du eigentlich damit, dass du alles in Asche verwandeln würdest? Im Wasser, meintest du das wortwörtlich so?" Seine tiefe Stimme rumorte durch seinen ganzen Körper. Kassandra konnte einen leisen Seufzer nicht übertünchen. Warum merkte er sich ausgerechnet solche Worte?
      "Ja, das meinte wortwörtlich so. Meine Worte, dass ich egoistisch bin sind genauso wahr. Wenn du über so viel Macht verfügst, dass dir fast alle Wege offen stehen, dann zögerst du nicht, sie einzusetzen wenn es das ist, was du willst. Wenn das bedeutet, dass es den Aufstand niederlegt und ich dich an meiner Seite wissen kann, dann lasse ich Quadratkilometer an Land zu einer Aschewüste werden."
      Ihre Stimme war entspannt und beinahe beiläufig. Es war wider ihrer Natur, Tausende an Leben zu beenden. Aber Kassandra stand seit je her mit ihrer Natur auf Kriegsfuß. Wie zwei Seiten einer Medaille machte das ihre Seele aus, das Pflichtbewusstsein eines echten Phönix auf der einen Seite und ihr Charakter auf der anderen Seite. Während die eine Seite hell und gülden glänzte, verruste die andere Seite im Laufe der Zeit zusehends. Bis sie so schwarz geworden war, das sie diese Seite Niemanden mehr zeigen würde.
      "Wenn ich dann noch mein Herz zurückhabe - du hast keine Vorstellung davon wie grenzenlos meine Macht ist. Ich würde nicht zulassen, dass dir das gleiche Schicksal widerfährt wie Shukran. Oder Garreth. Oder all den anderen, die viel zu früh aus dem Leben geschieden sind. Deswegen ist die Frage angebracht, ob du das hier wirklich willst."
      Ihre Augen öffneten sich leicht. Ihre Wimpern mussten an seiner Haut kitzeln während sie in eine Ferne sah, zu der niemand außer die Phönixin imstande war.
      "Du sagtest, du willst alles von mir. Ich bin gewillt, es dir zu geben. Aber dann musst du mit der Konsequenz leben, dass ich dich nicht so früh gehen lassen kann, Zoras. Ich werde mein Wort halten, dich weiter unterstützen in deinem Vorhaben. Aber sollte sich mir eine Gelegenheit auftun, einen anderen Weg zu finden der sowohl dich als auch mich zufrieden stimmte, dann wähle ich ihn. Dann werde ich jeden aus dem Weg räumen, der sich zwischen uns stellt."

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Zoras ließ sich Kassandras Worte einen Moment lang durch den Kopf gehen. Diese Seite von ihr hatte er schon angedeutet bekommen, aber jetzt sah er sich damit konfrontiert, tatsächlich in naher Zukunft eine Phönixin davon abhalten zu müssen, sein eigenes Leben zu retten. Was für ein absurder Gedankengang und was für eine noch absurdere Situation. Eigentlich hätte er glücklich sein müssen, nicht wahr? Eigentlich war er auch glücklich, aber das kam ausschließlich daher, dass sein Gehirn noch nicht vollständig begriffen zu haben schien, dass Kassandra es ernst meinte. Sie würde verhindern, dass er starb; sie würde Theriss in Schutt und Asche legen.
      Nach dem Moment des Schweigens lachte er leise und gab ihrer Hüfte einen leichten Klaps.
      "Das ist ein merkwürdiges Kompliment, weißt du das? Sterbliche sagen sowas auch, aber in der Regel meinen sie es nicht wirklich so. Das muss ich erstmal verkraften."
      Sein Lachen versiegte und damit trat wieder Stille ein, während er wieder anfing, behutsam über ihre Haut zu streichen. Er hatte den Blick auf die von Schatten tanzende Zimmerdecke gerichtet und auch Kassandra hatte die Augen noch nicht geschlossen, unfähig, in diesem einen Moment an Schlaf zu denken.
      "... Ich glaube, ich möchte meine Wortwahl umformulieren. Kann ich das noch?"
      Er senkte den Blick zu ihr und hob die Hand von ihrer Hüfte, um ihr damit über die Haare zu streicheln.
      "Ich glaube, ich möchte nur zwei Dinge: Dass du die nächsten - die letzten - zwei Jahre bei mir bleibst und dass du mir meinen Todeswunsch gewährst, der da lautet: Ich möchte am Tag der Schlacht des Aufstandes sterben. Der Schlacht des jetzigen Aufstandes von Theriss, wenn du es genau haben möchtest. Das ist mir wichtig, verstehst du? Das war mir schon vor 15 Jahren wichtig, ich schätze ich brauche nunmal einen drastischen Moment in meinem Leben, auf den ich zuarbeiten kann. Das möchte ich von dir. Meinst du, das kannst du mir geben?"
      Er drückte ihr einen Kuss auf den Scheitel, dann ging er wieder dazu über, die Finger über die Kurve ihrer Taille fahren zu lassen.
      "Und danach solltest du Theriss übrigens auch nicht in Schutt und Asche legen, sonst bringe ich meinen ganzen Zorn aus dem Jenseits über dich."
      Noch immer zu entspannt, um sich gänzlich mit der Ernsthaftigkeit der Situation zu befassen, schloss er die Augen und ließ sich in den lange herbeigesehnten Schlaf abdriften, ohne dabei jemals von Kassandra abzulassen. In den letzten Sekunden seines Wachseins, in dem er bereits die ersten wirren Gedanken zog, wurde ihm mit plötzlicher Klarheit bewusst, mit was für einem Blick sie ihn vorhin bedacht hatte: Es war ein Blick voller Liebe gewesen, die er nicht verstand und die kaum damit gleichgesetzt werden konnte, was er für Liebe hielt.
      Dann schlief er ein.

      In der Nacht hatte er einen seiner seltenen Träume, aber entgegen seines letzten Albtraums über Feris, war dieser hell und fröhlich und gänzlich hinreißend. Er sah Kassandra auf der Wiese neben dem Fluss in seiner Heimat sitzen, die Morgensonne in ihrem Rücken, das Gesicht zu ihm gewandt. Sie lachte ihn an. Ihre Augen erstrahlten, ihre Lippen wurden hinreißend und einladend, das Licht tanzte auf ihrer Haut. Er küsste ihre Hand und das schien sie zu amüsieren, denn sie beobachtete ihn und lachte erneut. Er küsste sich ihren Arm hinauf und ihr Kichern erfüllte die Luft, es war wie warme Klänge in seinen Ohren, die sich tief in seinem Gehirn verankerten. Er grinste sich dumm und dämlich. Als er ihre Schulter erreichte, setzte er sich ab und fragte sie belustigt, ob sie ihn auslachte. Anstatt einer Antwort zwinkerte sie ihm zu. Das verwirrte ihn. Er blieb auf den Fußballen sitzen und studierte ihre Miene, während sie den Hals reckte und den Kopf zurücklegte, um sich das Gesicht von der Sonne bescheinen zu lassen. Sie war so schön, so wunderschön und er fragte sich, welcher Geist sie hervorgebracht hatte, aus welchem Ursprung sie kam, dass sie so schön geworden war.
      Als er aufwachte, hatten sie sich voneinander weggedreht und das Zimmer war stockdunkel. Er wälzte sich herum, tastete blind nach Kassandras Körper, entdeckte ihn, robbte zu ihr heran und schob den Arm zwischen ihren Armen hindurch, um sie ein Stück an sich zu ziehen. Dann küsste er sanft ihre Schulter, zog die Decke wieder ein Stück herauf, die ihr zur Hüfte herabgerutscht war, und legte sich dann selbst wieder zurecht. Schließlich dachte er noch eine Weile etwas ernster darüber nach, was er davon halten sollte, dass eine Phönixin versuchte, seinen Tod zu vereiteln und gleichzeitig das Land abbrennen würde. Er kam zu keinem Ergebnis und schließich lullten Kassandras langsame Atemzüge ihn zurück in den Schlaf.

      Sie wurden zum Frühstück in einen anderen Saal eingeladen und Zoras trat in einer anderen Uniform auf, die nicht ganz so prunkvoll ausgestattet war wie die letzte und mit der er sich eine andere Art von Seriosität erhoffte. Seinen Bart hatte er in einer aufwendigen Morgenwäsche gepflegt, nachdem er es nach dem gestrigen Badbesuch vergessen hatte, aber trotz seiner Mühe konnte er nicht dem Prachtschopf entgegenhalten, den Firion präsentierte. Ein bisschen ärgerte ihn das, aber er ignorierte diese Kleinigkeit in Anbetracht der viel wichtigeren Lage. Ein ruhiges Lächeln umspielte seine Lippen als er sich an den Tisch setzte.
      "Guten Morgen, danke dir noch einmal für deine Gastfreundschaft. Den Vogel für Seine Majestät hast du verschickt, nehme ich an? Ansonsten wird es langsam Zeit, damit er noch rechtzeitig ankommt."
    • Kassandra wurde von Zoras' Lachen durchgeschüttelt, doch ihr war nicht nach Lachen zumute. Das war ihr voller Ernst gewesen und sie hörte deutlich heraus, dass er diese Option so noch gar nicht bedacht hatte. Er hatte bislang nur Teile ihres Potenzials sehen können. Wie würde er reagieren wenn sie ihm offenbaren sollte, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt auf nahezu alle Ressourcen zurückgreifen konnte, die ihr unter dieser Bindung möglich waren? Es stand in ihrer Macht, ganze Hektar Land einfach niederzubrennen. Dieses Bild schwebte einfach noch nicht in seinem Geist, wirkte zu surreal für den Mann.
      Sie schwieg anhand der entstehenden Stille und gab sich einfach damit zufrieden, an seiner Seite liegen zu dürfen. Sie würde nicht soweit gehen und behaupten, dass sie sich in Zoras verliebt hatte. Aber er nahm unbestreitbar einen Platz in ihrem Herzen ein und den würde sie so lange sicher halten wie es ihr nur irgendwie möglich war.
      "... Ich glaube, ich möchte meine Wortwahl umformulieren. Kann ich das noch?"
      "Nur zu."
      Sie bereute diese Worte, kaum hatte der Herzog damit angefangen, seinen Wunsch umzuformulieren. Es kostete Kassandra einiges, nichts an ihrer Atmung zu verändern. Nicht ihre Hand kräftiger über seine Brust streichen zu lassen als sie es ohnehin schon tat. Sie lenkte alles in ihre Mimik um, die er nicht sehen konnte. Eine wirre Abfolge aus Frust, Schmerz, Wut und Bedauern verzerrte ihre feinen Gesichtszüge bevor sie hart die Augen zusammenkniff und sich sammelte, bevor sie antwortete. Als sie es tat war ihre Stimme unbekümmert, fast so wie seine. Regelrecht gelassen, obzwar die Antwort länger dauerte als üblich.
      "Wenn das dein Wunsch ist, steht es mir nicht zu ihn auszuschlagen. Für Theriss kann ich allerdings nicht garantieren. Vielleicht bekomme ich dich so aus dem Jenseits wieder zu mir."
      Mit einem leisen Seufzer ihrerseits erloschen die Flammen an den Wänden und tauchten den Raum in angenehme Schwärze. Morgen würde wieder alles normal sein. Morgen stünde der nächste Punkt auf ihrer Agenda Zoras näher zu seinem Sterbebett tragen zu müssen.
      Nur rechnete er dabei ohne Kassandras eigenen Willen.

      Als sie nach einer weiteren traumlosen Nacht erwachte, fand sie Zoras eng an ihren Rücken geschmiegt wieder. Wie sie erwartet hatte war er schon wach und hatte nur darauf gewartet, dass sie ebenfalls ins Land der Wachen zurückkehrte. Erst dann gab er sie frei, um sich wieder ansehnlich herzurichten. Die Phönixin für ihren Teil warf sich dieses Mal in ein Kleid und befreite die Haare aus dem Zopf, die ihr in weichen Wellen über den Rücken fielen. Sie kemmte ihre Mähne noch, dann bekamen sie beide schon die Einladung zusammen mit Firion zu frühstücken. Dankend nahmen sie diese Einladung an: Dort würde Firion ihnen wohl seinen Status mitteilen.
      Im Speisesaal saß Firion bereits am Ende einer langen, reichlich gedeckten Tafel. Er sah genauso prächtig aus wie am Vortage, hatte seine eindrucksvolle Tracht allerdings auch gegen etwas zwangloseres getauscht. Zu seiner rechten war ein weiteres Gedeck eingerichtet, doch von der Person fehlte jede Spur. Er nickte seinen beiden Gästen zu als Zoras und Kassandra an denen ihnen angestammten Plätzen platznahmen.
      "Ebenfalls einen guten Morgen. Wie ich gehört habe, trifft meine Grotte euren Geschmack?" Er hatte einen belanglosen Tonfall, doch sein wacher Blick richtete sich erst auf Kassandra, dann auf Zoras. Scheinbar wusste er von gewissen... Gegenbenheiten. Wie auch nicht? Es war allerdings selbst für Kassandra nicht möglich zu erahnen, wie die Einstellung des alten Mannes dazu sein mochte. "Natürlich ist der Vogel breits auf dem Weg. Ich musste mich nur vergewissern, dass Revelia es auch ist. Es herrscht für meinen Geschmack zu viel Chaos im Palast aber das junge Ding hat darauf bestanden, mich zu vertreten. Sie hat scheinbar das ganze Pflichtbewusstsein abbekommen, das sich auf die anderen verteilen sollte..."
      Er seufzte und genau passend flog die Tür ihnen gegenüber auf. Herein gehoppst kam ein Kind, vielleicht an die sieben Jahre alt. Er hatte nussbraunes Haar, ein freundliches, waches Gesicht und strahlte aus den dunklen Augen während er an Firion vorbei sprang und sich an das freie Gedeck setzte. Überschwänglich winkte er Zoras und Kassandra zu, denen er dann aber nicht viel mehr Aufmerksamkeit schenkte. Lieber angelte er nach den Trauben, die man aufgestellt hatte.
      "Julis dürftest du noch nicht kennen..." Man sah deutlich, dass Firion geneigt war, dem Kind einen Klaps zu verpassen. "Mein Jüngster. War noch ein Säugling, als du das letzte Mal hier warst. Falls du dich fragst, wo die anderen aus meinem Haushalt sind: Sie sind aktuell beschäftigt." Er wusste, dass man bei dieser Wortwahl nicht weiter nachfragen würde. Ein unausgesprochenes Gesetz, dass man sie entweder zu brenzligen Lagen nicht mitbringen wollte oder sie an wichtigeren Dingen oder Orten beschäftigt waren.
      "Ich bin sieben Jahre alt!", platzte Julis plötzlich dazwischen und spuckte dabei Stückchen von nicht ganz zerkauten Trauben aus. Er fing sich prompt einen Klaps gegen den Hinterkopf und nuschelte ein leises "verzeiht...."
      Kassandra ließ sich davon nichts anmerken und langte unbehelligt zu den Broten. Warum brachte Firion ausgerechnet seinen jüngsten Sohn zur Tafel? Als Hinweis, dass er nicht erwartete, dass Zoras sie einsetzte, um Druck zu machen? Oder appelierte er damit an sie weil sie schlecht ein Kind töten würde? Beide Annahmen waren fraglich.
      "Ich fasse mich kurz. Mir gefällt die aktuelle Entwicklung im Gesamtbild nicht. Weder befürworte ich Feris als König noch finde ich den Aufstand als sehr sinnvoll. Ja, es müssen in allen Belangen abstriche gemacht werden. Vielleicht wird Feris mit zunehmenden Alter weiser? Vielleicht wäre es auch klüger, dass das Blut der aktuellen Königsfamilie endet und neu aufgesetzt wird? Es ist in der Tat schwierig..." Seine Tonlage war entspannt, so als erzähle er eine Geschichte aus seinem bisherigen Leben. Er nahm einen Schluck aus seinem Becher, der anscheinend wieder mit Wasser gefüllt worden war und holte sich Aufschnitt heran. "Ich hoffe, dass du weißt, dass ich gewisse Pläne deines Aufstandes anzweifle. Du hast mit keinem Wort nachvollziehbar erklärt, wer der neue König werden soll und wie du ihn aufsetzen willst. Ich hoffe an deiner Stelle, dass du wegen Zeitmangels mir nicht vollends erläutert hast, wie du das planst." Seine Augen richteten sich unverwandt auf Zoras mit einem stechenden Ausdruck in den Augen. Selbst von ihrem Sitz aus erkannte Kassandra, dass Firion die Lücken, natürlich, in Zoras Plan entdeckt hatte und wusste, dass da etwas nicht ganz stimmte.
      "Ich fasse mich also kurz: Ich stelle mich auf deine Seite. Vorerst. Der König hat Maßnahmen ergriffen, die mehr als nur besorgniserregend sind. Der Brief gestern kam von Revelia und teilte es mir mit. Feris hat das Abkommen mit Restaris überarbeitet und damit erwirkt, dass Restaris Theriss mit einem Champion unterstützen."
      Sofort versteifte sich Kassandra und starrte Firion an. Wenn es Heraklion war, wäre das eine Katastrophe. "Wer?"
      Firion sah verwundert zu Kassandra, die das erste Mal ohne Aufforderung gesprochen hatte. "Morpheus. Ich wusste nicht, dass Restaris noch einen Champion hat. Auf jeden Fall haben sie nun einen Fuß im Land, Zoras. Das einzige Land, das auf gar keinen Fall von unserem inneren Zerfall erfahren darf. Die Konsequenzen sind nicht auszumalen. Deswegen solltest du dich mit deinem Plan sputen. Je mehr Zeit du verlierst, um so besser für Feris und schlechter für uns."

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"

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    • Zoras hätte sich fast dazu verleiten lassen, eine fröhliche Antwort zu geben, als ihm selbst der Blick auffiel, der von Firion zu Kassandra und zu ihm wanderte. Stattdessen setzte er ein dünnes Lächeln auf. Sie waren in ihrem Akt nicht laut gewesen, ganz sicher nicht - wenn sie also nicht belauscht hätten werden können, vielleicht waren sie beobachtet worden? Das wollte er sich lieber nicht vorstellen. Der amtierende Handwerksherzog sollte tun und lassen, was er für richtig hielt, aber seine Gedanken dabei möglichst von Zoras fernhalten.
      "Ein sehr schönes Bad, wirklich. Ich sollte mir selbst eins bauen, wenn das hier vorbei ist."
      Er begann damit seinen Teller zu beladen, während er flüchtige Blicke mit dem Herzog tauschte. Gerade setzte er dazu an, den recht sorglosen Plausch fortzuführen, den der Herzog angeschlagen hatte, als die Tür aufging und der jüngste des Niligad-Haushalts hereingesprungen kam. Der Junge war klein, schmal und hatte ein pausbäckiges Gesicht mit zwei leuchtenden Augen. Vom Gesicht her ähnelte er Teal eine Menge, als er selbst noch so klein gewesen war, allerdings war Teal niemals so energiegeladen gewesen wie der Nachwuchs von Niligad. Der Junge sprang auf seinen Stuhl und Zoras zwinkerte ihm zu.
      "Hallo Julis."
      An Firion gewandt fuhr er fort:
      "Ich kann mich erinnern, deine Frau meinte, seine Lungen seien so stark wie die Arme deiner besten Schmiede. Nicht wahr, Julis?"
      Davon ermutigt, an der überaus wichtigen Konversation auch teilzuhaben, platzte der Junge mit seinem Alter heraus und fing sich für die Unhöflichkeit eine Züchtigung seines Vaters. Zoras lächelte und widmete sich seinem Frühstück. Es dauerte allerdings nicht lange, da schien Firion sich der Störung als entledigt zu sehen und kam auf den Punkt, den sie schon am Vortag hätten erreichen können. Gemäß der Höflichkeit wandte sich Zoras ihm zu, um sich anzuhören, was er zu sagen hatte. Noch sah er sich davon in keinster Weise aus der Ruhe gebracht; Firion hatte mit seiner Zögerlichkeit schon zum Ausdruck gebracht, dass er einige Sachen zu überdenken hatte und wenn ihm der kurze Plausch vom Vorabend gereicht hätte, hätte es wohl auch ein einfaches Schreiben getan. Er wollte richtige Antworten haben und Zoras war mehr als gewillt, ihm diese zu geben.
      "Ich werde den Thron besteigen. Das hätte ich auch getan, wenn der Putsch gelungen wäre; sieh den Aufstand als Verlängerung davon. Als, zugegeben, mühselige, verlustreichere Verlängerung, aber das lässt sich nun nicht mehr umkehren. Das sind allerdings Angelegenheiten, die dann nicht mehr in deinen Aufgabenbereich fallen werden. Der Luor-Haushalt wird in den Palast einkehren, ich werde meinen Bruder Ryoran damit beauftragen, die militärischen Schwachstellen auszumerzen, und ich werde die Verträge so aufsetzen, wie sie ursprünglich angedacht waren. Wenn dann jemand etwas gegen meine Führung einzuwenden hat, sehe ich mich in der Lage, seine Kritik anzuhören und auf meine Berater zu achten - Fähigkeiten, die Seiner jetzigen Majestät irgendwann auf dem Weg abhanden gekommen sind."
      Er faltete die Hände auf dem Tisch, eine - zugegebenermaßen - nervöse Angewohnheit, mit der er versuchte, dem sengenden Blick des Herzogs besser standzuhalten. Die Intensität davon machte ihn unruhig. Was genau wollte Firion von ihm hören? Oder was wollte er nicht hören? Wenn er ihn über den Aufstand ausgefragt hätte, wäre das kein Problem gewesen, aber alles was danach kam war gefährliches Gebiet. Ja, Zoras hatte sich nur wenig dazu überlegt. Er musste darauf hoffen, dass die Dringlichkeit der Situation Vorrang hatte.
      Als Firion weitersprach, löste sich der Knoten der Unruhe, um einer gewissen Erleichterung Platz zu machen. Er schloss sich ihm an, wenn auch nur vorerst, das war in Ordnung, es war mehr, als er bei Veren erzielt hatte. Nur Firions letzte Bemerkung sorgte dafür, dass die Erleichterung hinfortgespült wurde und seine Stimmung augenblicklich in den Abgrund hinab sank. Er spürte die Vorahnung schon in sich kribbeln, ein dunkles Gefühl, das seine Adern zu vereisen drohte.
      "Ein Abkommen mit Restalis?"
      Das allein genügte schon, um sein Herz anzufeuern - aber dann auch noch ein Champion? Doch nicht etwa-
      Sein Blick schoss zu Kassandra hinüber, deren Erschütterung sich lediglich durch die Härte ihres Körpers und ihres scharfen Blickes auszeichnete. Zoras selbst fühlte sich, als ob ihm das Blut aus dem Kopf wich.
      Morpheus war es, der Gott der Träume. Nun, das war besser als Herakles, sicherlich, aber nicht gut, nicht ansatzweise. Mit Morpheus könnten sie umgehen, auf welche Weise auch immer, aber darum ging es auch gar nicht. Selbst wenn Herakles persönlich vor der Tür gestanden und seine Opfer gefordert hätte, es hätte nicht annähernd so viel Wut in Zoras entfacht, wie der Rest dieser Aussage es tat.
      Dieser Idiot. Dieser Narr, dieser Dummkopf! Restaris?! Was hatte Restaris in den letzten Jahren je getan, was über die Klauseln der Verträge hinausging? Nicht einmal zur Krönung waren sie erschienen, schriftliche Botschaften hatten sie geschickt und das war es - wie bei allen Göttern kam er zu Restaris?! Und dann auch noch ein Champion!
      Zoras schnaufte, lehnte sich auf seinem Stuhl zurück und griff sich in den Bart. Er fixierte Firion lange und eindringlich, während er sich die Szenerie vor Augen setzte: Feris mit irgendeinem Vertreter Restaris' und dem Traumgott höchstpersönlich an einem langen Tisch, die Verträge vor sich, die sie vor drei Monaten noch durchgegangen waren, wegen der sie schließlich alle ihre längste Zeit im Palast verbracht hatten. Und jetzt war die ganze Sache nichtig geworden, auf einen Schlag; Monate der Bemühungen in den Wind gesetzt durch gar nichts - wenn nicht sogar Jahre! Feris' Mutter würde sich im Grab umdrehen, wenn sie das hörte, ganz zu schweigen von seinem Vater.
      "Davon höre ich jetzt auch zum ersten Mal. Hat deine Tochter etwas von den Einzelheiten berichtet? Inwiefern die Verträge abgeändert sind, wie lange sie gültig sind? Wodurch sie gültig sind? Das ist hirnrissig! Wie lange haben wir schon versucht, ihn davon abzuhalten, genau diese Fehler zu begehen? Seit der Krönung schon! Er denkt nicht nach, er tut, was ihm gerade in den Sinn kommt, ohne über die späteren Konsequenzen nachzudenken!"
      Sein Blick fiel auf Julis, der sich der Aufgabe annahm, seine Backen wie ein Hamster mit Trauben vollzustopfen. Selbst der Junge hätte in seinem Alter mehr Potenzial auf dem Thron als Feris und Zoras war gleichermaßen wütend auf sich, so etwas überhaupt zu denken, wie er wütend auf den König war. Was für eine Dummheit!
      "Du hast vollkommen recht, wir werden die Sache beschleunigen müssen. Dabei ist sie ja jetzt schon schnell genug, noch etwas schneller und wir werden bald über unsere eigenen Füße stolpern. Restaris! Ich fass es nicht. Ich muss darüber nachdenken."
    • Die Erkenntnis traf Kassandra wie ein Blitzschlag. Die Gewissheit, dass Morpheus im Dienste Restaris' stand und nun auch noch als Unterstützung für Feris einsetzbar war, änderte einiges von ihrem Plan ab. Sie würden in eine psychologische Kriegsführung abdriften und ein anderer Punkt war noch viel schlimmer: Morpheus sorgte dafür, dass Zoras' Todeswunsch realistischer wurde als es ihr lieb war. Sollte er wirklich so weit gehen und sie darum bitten, das Schlachtfeld nicht zu betreten, so würde er mit Sicherheit fallen. Ausgemergelte Soldaten waren kein Hindernis für die ausgeruhte Armee des Königs.
      Kassandra fröstelte. Sie hatte geträumt. Sie hatte das erste Mal in ihrem Leben des Nachts geträumt und sie hatte gedacht, es wäre eine Halluzination gewesen. Es war Morpheus' Einfluss gewesen, dezent wie ein Gruß, den er ihr bestellt hatte. Kilometer an Land und Strecke trennten sie voneinander und dennoch fiel es ihm spielend leicht sie zu beeinflussen. Die Frage war, ob er es bewusst bei ihr getan hatte oder ob sie einfach in sein Netz gefallen war. Hatte Zoras in dieser Nacht ebenfalls geträumt? Waren seine schlechten Träume und schlechten Nächte vielleicht daran geknüpft? Wie lange war Morpheus schon im Einsatz?
      All diese Gedanken sorgten dafür, dass sich ihre Miene nur weiter verhärtete und sich die Hände auf dem Tisch zu Fäusten ballten. Sicher, Morpheus war keine Kriegernatur, sie würde ihn vermutlich sogar ausschalten können wenn sie ihm gegenüber stand. Aber das musste erst einmal geschehen.
      Firion hingegen hatte seine Mahlzeit eingestellt und beobachtete Zoras. Selbstverständlich verstand Firion um die Brisanz, die diese Entscheidung des Königs mit sich brachte. Immerhin hatte er zusammen mit Zoras und Eiklar versucht, die Abkommen in adäquatem Maße aufzusetzen. Diese Bemühungen binnen eines Briefes verpuffen zu sehen war ärgerlich. Aber noch lange nicht so ärgerlich wie der Herzog Luor gerade mit seiner Mimik verdeutlichte. Er war etwas blasser geworden, nur einen Moment, ehe Wut ihn zu überschwemmen drohte und die Farbe allzu bald in sein Gesicht zurückbrachte. Der Ausdruck in seinen Augen war hart geworden und das Schnaufen Zeichen seiner Anstrengung, nicht auch noch laut zu werden. Diese Gestik, sich in den Bart zu greifen hatte der alte Herzog bei dem Jüngeren schon häufiger beobachten dürfen. Alles zusammen ergab ein Bild, das nicht nur Frust wegen der in den Wind geblasenen Verträge zeigte. Da war eine persönliche Note mit eingeflossen, dessen war sich Firion sicher.
      "Meine Tochter hat nicht viel berichtet, nur das Nötigste vorerst. Sie schrieb, dass man den jungen König von seinem Vorhaben nicht abhalten könne und der Vertreter samt Champion mit ihnen an einem Tisch saß. Es stünde uns wohl frei, Abschriften der überholten Abkommen einzuholen aber sein Entschluss stünde fest." Erst jetzt biss er einmal von seinem Brot ab und sah flüchtig zu Kassandra, die noch immer undefinierte Punkte im Raum anzustarren schien. "Es heißt, Restaris stellt seinen Champion zur Verfügung im Tausch gegen vergleichbare Dienstleistungen. Sie gehen also in die Vorkasse aber der generelle Nutzen dessen ist mir nicht klar. Sie besitzen Morpheus, Herakles... Weiß Gott wie viele Champions von denen wir nichts wissen. Wenn ich es nicht besser wüsste, dann klingt es so, als wollten sie Theriss unterstützen weil sie im Gegenzug sich Theriss' Champion borgen wollen."
      Wieder ging sein Blick zu Kassandra, dieses Mal offensichtlicher. Die Phönixin erwachte aus ihrer Starre, richtete den Blick auf Firion und verschmälerte die Augen. "Wieso sollte Restaris auf diese Klausel bestehen? Sie besitzen die, in ihrer Meinung, deutlich mächtigeren Gottheiten. Zumal Feris nicht mein Träger ist."
      "Laut Revelia ließe Feris diese Option gar nicht frei. Für ihn ist klar, dass er den Aufstand niederstrecken und Euer Amulett wieder in seinem Besitz wissen wird."
      "Sieht das Balg denn nicht, dass er gerade Tür und Tor für eine andere Nation geöffnet hat? Wenn es so aussieht als wäre diese geänderte Vereinbarung von Nachteil für Restaris, dann geht es ihnen um etwas anderes! Sie sind die Ersten, die die Unfähigkeit des Jungen am eigenen Leib erleben. Sie werden dieses Land als schwach einstufen, angreifbar." Kassandra schüttelte leicht den Kopf. Unglaube und Unverständnis sprach daraus.
      Firion seufzte leise und wandte sich wieder an Zoras. "Ich fürchte, der junge König will nicht mit Kampfkraft diesen Aufstand bezwingen sondern weicht lieber auf psychologische Kriegsführung aus. Um die Funktionalität deiner Truppen zu gewähren musst du eigentlich diesen Morpheus loswerden. Wir konnten noch nicht allzu viele Nachforschungen anstellen - der Brief kam schließlich erst gestern - von daher wissen wir nicht, wie groß sein Einfluss ist oder wie er sich auswirkt. Aber ich gehe davon aus, dass Restaris vielleicht sogar damit rechnet, dass du die Kunde von Morpheus erhältst und versuchen wirst, ihn auszuschalten. Mit Kassandras Hilfe, wie ich schätze. Wie ist also dein weiteres Vorgehen?"

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