Es verging ein spürbarer Augenblick, in dem Zoras sich zu fragen begann, ob er etwas falsches gesagt hatte, bis Kassandra lediglich fragte, was er hören wollte. In der eingetretenen Dunkelheit des Zeltes konnte er nicht mehr viel von ihrem Gesicht erkennen, aber als sie antwortete, war ihre Stimme weicher, als in den vergangenen Tagen. Er fühlte sich in seiner Bitte wieder marginal bestärkt.
"Was auch immer dir in den Sinn kommt. Was du möchtest."
Der Inhalt des Textes hätte ihm nicht halb so wichtig sein können, als die Singstimme von Kassandra wieder zu hören. Sie hätte ihm auch ein Kinderlied singen können und er hätte sich daran gefreut, ihren Klängen zu lauschen.
Es dauerte einen Moment, bis Kassandra sich hergerichtet hatte, dann ertönte ihre süßen Stimme mit der Zärtlichkeit einer Brise im Zelt. Zoras hatte das letzte Mal nicht vergessen, als sie ihm in seinem Anwesen vorgesungen hatte, aber die melodischen Klänge, die sie jetzt in ihre flüsternden Worte verpackte, trafen ihn erneut mit einer solchen Intensität, dass ihm eine Gänsehaut über den Rücken fuhr. Er gab es auf, ihre Gestalt in der Dunkelheit erkennen oder beobachten zu wollen und starrte hinauf ins Nichts, um sich mit allen seinen Sinnen auf ihren Gesang zu konzentrieren. Sie sang leise, so leise, dass es nur das Rascheln der Decke benötigt hätte um sie zu übertönen und daher zwang er sich, nicht einen Finger zu rühren. Einfach nur liegen und lauschen. Die Worte auf sich einsacken lassen und an nichts denken. Letzteres war jedoch leichter gesagt als getan, denn er dachte an vieles und das ständig, zur gleichen Zeit, besonders jetzt, auf ihrer wichtigen Reise. Dann also doch nicht an nichts denken. Oder lieber an Kassandra, das hatte ihm noch nie Schwierigkeiten bereitet. Er schloss die Augen und versuchte sich an ihren freien Tag zurückzuversetzen, der mittlerweile schon Jahrhunderte zurückzuliegen schien. Er hatte schon einige Details wieder vergessen, aber an das gemeinsame Sitzen am Fluss konnte er sich gut erinnern und an das helle Lachen, das sie ihm geschenkt hatte. Hinterher hatte sie nie wieder so gelacht, fiel ihm jetzt auf, nicht auf ihrem Weg hierher und auch in den vergangenen Tagen nicht. Sie schmunzelte, lächelte sogar und manchmal kicherte sie auch, wenn er sich besonders viel Mühe dabei gab sie mit unsinnigen Fragen zu bombardieren, aber es war nie wieder so frei wie damals. Er vermisste ihr Lachen, auch wenn er es bisher nur einmal richtig gehört hatte. Ihm kam der Gedanke unerträglich vor, sie nie wieder so lachen zu hören.
Als der letzte Ton im Zelt verklang und Stille eintrat, wartete Zoras auf die unvermeidliche nächste Strophe, bis ihm erst bewusst wurde, dass das Lied geendet hatte. Er starrte in die Dunkelheit hinein und auch wenn sich seine Augen schon ein wenig daran gewöhnt hatten, konnte er doch nicht mehr sehen als Kassandras Schemen. Sie kam zu ihm und legte eine Hand auf seine Brust. Zoras beobachtete den Schatten ihres Gesichtes und wünschte sich, dass die Berührung fester wäre und nicht so zart, wie sie war.
"Danke. Das war ein sehr schönes Lied."
Als sie sich zurückzog, richtete er sich in seiner Schlafstätte auf - vielleicht ein bisschen zu abrupt, wie er bemerkte. Er war sich darüber bewusst, wie wenig Privatsphäre der enge Raum bot und er hegte keinerlei Absichten, Kassandra an ihrer Sicherheit zweifeln zu lassen.
Als er diesmal seine Hand nach ihr ausstreckte, machte er es betont langsamer und verharrte in der Luft vor ihr.
"Danke für alles. Ich bin froh, dass du hier bist."
Er nahm seine Hand nicht zurück und fragte nach einem kurzen Moment nach ihrer eigenen. Sie glitt in seine größere, so perfekt wie schon am ersten Tag und er führte sie andächtig zu seinen Lippen, als wäre es ein Artefakt, das er in der Hand hielte. Er küsste ihren Handrücken, kurz aber innig und entließ sie danach sogleich wieder in die Freiheit. Er musste lächeln, auch wenn es zu dunkel war, dass sie es hätte sehen können.
"Hab eine gute Nacht. Und wenn was ist, dann weck mich."
Damit legte er sich zurück und kehrte ihr den Rücken zu, das kleinste Bisschen an Privatsphäre, das er wohl herstellen konnte. Dann stellte er sich schlafend in dem Wissen, dass er sowieso in der nächsten Stunde keinen Schlaf finden würde, ganz besonders nicht nach diesem Tag.
"Was auch immer dir in den Sinn kommt. Was du möchtest."
Der Inhalt des Textes hätte ihm nicht halb so wichtig sein können, als die Singstimme von Kassandra wieder zu hören. Sie hätte ihm auch ein Kinderlied singen können und er hätte sich daran gefreut, ihren Klängen zu lauschen.
Es dauerte einen Moment, bis Kassandra sich hergerichtet hatte, dann ertönte ihre süßen Stimme mit der Zärtlichkeit einer Brise im Zelt. Zoras hatte das letzte Mal nicht vergessen, als sie ihm in seinem Anwesen vorgesungen hatte, aber die melodischen Klänge, die sie jetzt in ihre flüsternden Worte verpackte, trafen ihn erneut mit einer solchen Intensität, dass ihm eine Gänsehaut über den Rücken fuhr. Er gab es auf, ihre Gestalt in der Dunkelheit erkennen oder beobachten zu wollen und starrte hinauf ins Nichts, um sich mit allen seinen Sinnen auf ihren Gesang zu konzentrieren. Sie sang leise, so leise, dass es nur das Rascheln der Decke benötigt hätte um sie zu übertönen und daher zwang er sich, nicht einen Finger zu rühren. Einfach nur liegen und lauschen. Die Worte auf sich einsacken lassen und an nichts denken. Letzteres war jedoch leichter gesagt als getan, denn er dachte an vieles und das ständig, zur gleichen Zeit, besonders jetzt, auf ihrer wichtigen Reise. Dann also doch nicht an nichts denken. Oder lieber an Kassandra, das hatte ihm noch nie Schwierigkeiten bereitet. Er schloss die Augen und versuchte sich an ihren freien Tag zurückzuversetzen, der mittlerweile schon Jahrhunderte zurückzuliegen schien. Er hatte schon einige Details wieder vergessen, aber an das gemeinsame Sitzen am Fluss konnte er sich gut erinnern und an das helle Lachen, das sie ihm geschenkt hatte. Hinterher hatte sie nie wieder so gelacht, fiel ihm jetzt auf, nicht auf ihrem Weg hierher und auch in den vergangenen Tagen nicht. Sie schmunzelte, lächelte sogar und manchmal kicherte sie auch, wenn er sich besonders viel Mühe dabei gab sie mit unsinnigen Fragen zu bombardieren, aber es war nie wieder so frei wie damals. Er vermisste ihr Lachen, auch wenn er es bisher nur einmal richtig gehört hatte. Ihm kam der Gedanke unerträglich vor, sie nie wieder so lachen zu hören.
Als der letzte Ton im Zelt verklang und Stille eintrat, wartete Zoras auf die unvermeidliche nächste Strophe, bis ihm erst bewusst wurde, dass das Lied geendet hatte. Er starrte in die Dunkelheit hinein und auch wenn sich seine Augen schon ein wenig daran gewöhnt hatten, konnte er doch nicht mehr sehen als Kassandras Schemen. Sie kam zu ihm und legte eine Hand auf seine Brust. Zoras beobachtete den Schatten ihres Gesichtes und wünschte sich, dass die Berührung fester wäre und nicht so zart, wie sie war.
"Danke. Das war ein sehr schönes Lied."
Als sie sich zurückzog, richtete er sich in seiner Schlafstätte auf - vielleicht ein bisschen zu abrupt, wie er bemerkte. Er war sich darüber bewusst, wie wenig Privatsphäre der enge Raum bot und er hegte keinerlei Absichten, Kassandra an ihrer Sicherheit zweifeln zu lassen.
Als er diesmal seine Hand nach ihr ausstreckte, machte er es betont langsamer und verharrte in der Luft vor ihr.
"Danke für alles. Ich bin froh, dass du hier bist."
Er nahm seine Hand nicht zurück und fragte nach einem kurzen Moment nach ihrer eigenen. Sie glitt in seine größere, so perfekt wie schon am ersten Tag und er führte sie andächtig zu seinen Lippen, als wäre es ein Artefakt, das er in der Hand hielte. Er küsste ihren Handrücken, kurz aber innig und entließ sie danach sogleich wieder in die Freiheit. Er musste lächeln, auch wenn es zu dunkel war, dass sie es hätte sehen können.
"Hab eine gute Nacht. Und wenn was ist, dann weck mich."
Damit legte er sich zurück und kehrte ihr den Rücken zu, das kleinste Bisschen an Privatsphäre, das er wohl herstellen konnte. Dann stellte er sich schlafend in dem Wissen, dass er sowieso in der nächsten Stunde keinen Schlaf finden würde, ganz besonders nicht nach diesem Tag.


