Sämtliche Augen am Tisch wandten sich gleichzeitig zu Teal um, der sprach, als wäre er einer der königlichen Berater höchstpersönlich. In seinem jungen Alter hatte er bereits eine Sache gemeistert, die den meisten Erwachsenen - Zoras eingeschlossen - noch immer Mühe bereitete: Den Subtext von Konversationen herauslesen. Allein durch die Angabe, dass der Aufstand zahlenmäßig auf einer schlechten Seite stand, hatte er bereits erkannt, dass eine andere Wahrheit dahinter steckte. Und obwohl er wohl nie darauf gekommen wäre, was diese Wahrheit wirklich war, war es doch erstaunlich, dass er überhaupt so weit gekommen war.
Ein solches Talent war gefährlich, nicht nur in einem vom Aufstand geplagten Land, sondern auf der ganzen Welt. Obwohl es sicherlich nützlich war, den Subtext herauslesen zu können, war es bei weitem nicht sehr nützlich, ihn auch anzusprechen. Die meisten Hintergrundgespräche - ja, wenn nicht sogar alle - waren darauf ausgelegt, auch genau solche zu bleiben und nicht in den Vordergrund geholt zu werden. Was Teal daher gerade veranstaltete, könnte ihn bei vielen Leuten schnell unbeliebt machen.
Aber Zoras glaubte, vor Stolz gleich platzen zu müssen. Was dem Jungen an Körperkraft fehlte, machte er mit einem scharfen Verstand und einer passend scharfen Zunge wieder wett. Er würde noch Übung benötigen, wie in allen Dingen des Lebens, aber eines Tages würde er ein erschreckend herausragender Stratege werden. Besser noch, als sein Vater und dessen Bruder zusammen.
"Vollkommen richtig, Junge. Auch wenn deine Vermutungen noch daneben liegen. Aber dafür kannst du nichts, das sind vollkommen berechtigte Überlegungen."
Wenn sein Großvater ihn nur sehen könnte, er hätte sich von dem Jungen vermutlich selbst erweichen lassen.
Ryoran schien etwas ganz ähnliches zu denken, denn sein Blick hatte an Härte verloren, während er Teal beobachtete, und war stattdessen nachdenklich geworden. Zoras wartete einen Moment, um ihm die Gelegenheit zu geben, etwas zu sagen. Als er stumm blieb, sprach er weiter.
"Teal, sag mir: Was ist die fünfte Regel der Kriegsführung?"
Die Antwort kam ohne den Hauch einer Verzögerung und Zoras nickte bestätigend.
"Ganz richtig. Ich hätte wohl kaum einen Putsch organisiert, ohne mir den Ausgang zu sichern - gleiches gilt natürlich für den Aufstand. Wir haben - faktisch gesehen - einen Nachteil, aber nur wenn man alle außergewöhnlichen Faktoren außer Acht lässt."
Sein Blick wanderte zu Ryoran, um dessen Aufmerksamkeit zu bekommen. Was er gleich offenbaren würde, war für seinen Bruder wichtiger zu verstehen als für Teal.
"Unser außergewöhnlicher Faktor in diesem Fall ist ein Champion. Ein Phönix."
Ryoran blinzelte ihn an und Elive gab einen erschrockenden Laut für sich. Zoras bemerkte nur einen Augenblick später, dass sich das ein wenig falsch anhörte, also zog er das Amulett aus seiner Brusttasche hervor und präsentierte es auf seiner geöffneten Hand wie eine Jagdtrophäe.
Ryoran lehnte sich ruckartig nach vorne, als könne er seinen Augen nicht trauen.
"Zoras, wie im Namen aller Götter bist du bitte an einen Champion gekommen?"
"Er ist hier, in unserem Haus?", fragte Elive fast gleichzeitig, ihren Blick genauso auf das Amulett gerichtet. Zoras zeigte es auch Teal, stellte aber sicher, dass der Junge nicht danach griff.
"Durch Zufall, möchte ich meinen. Und ja, sie ist in unserem Haus. Sie ruht sich aus, ich werde sie morgen vorstellen."
Bei der Gelegenheit erzählte er auch gleich, wie er Kassandra am Marktplatz getroffen hatte, wie er sie erworben und an den König übergeben hatte, wie der Jäger sich eingemischt und das Gefüge durcheinander gebracht hatte, wie der Putsch letztendlich daran gescheitert war; in seiner Geschichte hatten sie den König ebenso im Thronsaal erreicht, doch Kassandra hatte sich ihnen heldenhaft in den Weg gestellt, wodurch Zoras gezwungen war, den Rückzug anzutreten. Er hatte den König erpresst, um sich die Flucht zu sichern, und hatte das Amulett überstellt bekommen. Er hatte Kassandra befohlen den Jäger zu töten und war schließlich mit ihr geflohen.
Bei Gelegenheit würde er ihr die neue Geschichte erzählen müssen, möglichst noch bevor sie mit jemand anderem darüber sprach. Vorerst würde er sich aber wohl keine Gedanken darüber machen müssen.
Ryoran nickte, noch immer nachdenklich, aber lebhafter in Aussicht dieser Ereignisse. Er schien gedanklich bereits die Möglichkeiten durchzugehen, die ein Champion brachte, was Zoras ihm nicht verübeln konnte.
"Ein Phönix. Aber sie sind doch auf Heilung spezialisiert, oder?"
Sein Blick huschte doch tatsächlich zu Teal mit der Hoffnung auf Auskunft.
Ein solches Talent war gefährlich, nicht nur in einem vom Aufstand geplagten Land, sondern auf der ganzen Welt. Obwohl es sicherlich nützlich war, den Subtext herauslesen zu können, war es bei weitem nicht sehr nützlich, ihn auch anzusprechen. Die meisten Hintergrundgespräche - ja, wenn nicht sogar alle - waren darauf ausgelegt, auch genau solche zu bleiben und nicht in den Vordergrund geholt zu werden. Was Teal daher gerade veranstaltete, könnte ihn bei vielen Leuten schnell unbeliebt machen.
Aber Zoras glaubte, vor Stolz gleich platzen zu müssen. Was dem Jungen an Körperkraft fehlte, machte er mit einem scharfen Verstand und einer passend scharfen Zunge wieder wett. Er würde noch Übung benötigen, wie in allen Dingen des Lebens, aber eines Tages würde er ein erschreckend herausragender Stratege werden. Besser noch, als sein Vater und dessen Bruder zusammen.
"Vollkommen richtig, Junge. Auch wenn deine Vermutungen noch daneben liegen. Aber dafür kannst du nichts, das sind vollkommen berechtigte Überlegungen."
Wenn sein Großvater ihn nur sehen könnte, er hätte sich von dem Jungen vermutlich selbst erweichen lassen.
Ryoran schien etwas ganz ähnliches zu denken, denn sein Blick hatte an Härte verloren, während er Teal beobachtete, und war stattdessen nachdenklich geworden. Zoras wartete einen Moment, um ihm die Gelegenheit zu geben, etwas zu sagen. Als er stumm blieb, sprach er weiter.
"Teal, sag mir: Was ist die fünfte Regel der Kriegsführung?"
Die Antwort kam ohne den Hauch einer Verzögerung und Zoras nickte bestätigend.
"Ganz richtig. Ich hätte wohl kaum einen Putsch organisiert, ohne mir den Ausgang zu sichern - gleiches gilt natürlich für den Aufstand. Wir haben - faktisch gesehen - einen Nachteil, aber nur wenn man alle außergewöhnlichen Faktoren außer Acht lässt."
Sein Blick wanderte zu Ryoran, um dessen Aufmerksamkeit zu bekommen. Was er gleich offenbaren würde, war für seinen Bruder wichtiger zu verstehen als für Teal.
"Unser außergewöhnlicher Faktor in diesem Fall ist ein Champion. Ein Phönix."
Ryoran blinzelte ihn an und Elive gab einen erschrockenden Laut für sich. Zoras bemerkte nur einen Augenblick später, dass sich das ein wenig falsch anhörte, also zog er das Amulett aus seiner Brusttasche hervor und präsentierte es auf seiner geöffneten Hand wie eine Jagdtrophäe.
Ryoran lehnte sich ruckartig nach vorne, als könne er seinen Augen nicht trauen.
"Zoras, wie im Namen aller Götter bist du bitte an einen Champion gekommen?"
"Er ist hier, in unserem Haus?", fragte Elive fast gleichzeitig, ihren Blick genauso auf das Amulett gerichtet. Zoras zeigte es auch Teal, stellte aber sicher, dass der Junge nicht danach griff.
"Durch Zufall, möchte ich meinen. Und ja, sie ist in unserem Haus. Sie ruht sich aus, ich werde sie morgen vorstellen."
Bei der Gelegenheit erzählte er auch gleich, wie er Kassandra am Marktplatz getroffen hatte, wie er sie erworben und an den König übergeben hatte, wie der Jäger sich eingemischt und das Gefüge durcheinander gebracht hatte, wie der Putsch letztendlich daran gescheitert war; in seiner Geschichte hatten sie den König ebenso im Thronsaal erreicht, doch Kassandra hatte sich ihnen heldenhaft in den Weg gestellt, wodurch Zoras gezwungen war, den Rückzug anzutreten. Er hatte den König erpresst, um sich die Flucht zu sichern, und hatte das Amulett überstellt bekommen. Er hatte Kassandra befohlen den Jäger zu töten und war schließlich mit ihr geflohen.
Bei Gelegenheit würde er ihr die neue Geschichte erzählen müssen, möglichst noch bevor sie mit jemand anderem darüber sprach. Vorerst würde er sich aber wohl keine Gedanken darüber machen müssen.
Ryoran nickte, noch immer nachdenklich, aber lebhafter in Aussicht dieser Ereignisse. Er schien gedanklich bereits die Möglichkeiten durchzugehen, die ein Champion brachte, was Zoras ihm nicht verübeln konnte.
"Ein Phönix. Aber sie sind doch auf Heilung spezialisiert, oder?"
Sein Blick huschte doch tatsächlich zu Teal mit der Hoffnung auf Auskunft.

