seabound. (Earinor & Akira)

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    • Verstand das Mistvieh ihn also doch! Nayantai seufzte entnervt über die Erkenntnis, dass er seinen Guppy nicht Guppy nennen durfte, weil er sich wohl oder übel auf frischer Tat ertappt fühlte, aber was brachte ihm das auch? Er hatte sich soeben auf etwas eingelassen, das sein Fischlein als falsch erkannte, aber damit nicht genug, hatte er offensichtlich doch noch realisiert, dass der Pirat - Nayantai wusste gar nicht, ob er diese Bezeichnung mochte - ihm wohl für seine Schuppen und hübschen Augen an den Kragen wollte; aber die Schuppen waren gerade irgendwohin verschwunden, oder zumindest erkannte Nayantai nichts davon, wenn er einen schnellen Blick auf den schmalen Körper warf, der so bleich war, dass er neben ihm wohl schneeweiß sein würde. "Kein Grund zu schmollen, Guppy.", warf er dem Fischkopf vor, bevor er erneut diesen dämlichen Becher entgegengestreckt bekam - man möchte meinen, dass einer davon reichte, aber wie es schien, war sein Fisch besonders durstig, was auch hieß, dass Nayantai ihm den Wunsch nicht ausschlagen wollte und ihm das Ding abnahm, bevor er es wieder in die Schüssel tauchte und befüllte, ehe er es dem glitschigen, neuen Kameraden überreicht; jetzt, wo Nayantai nachdachte, war er das aber eigentlich gar nicht mehr so wirklich. Ein Blick auf Guppy verriet, dass seine Haut vermutlich verdammt weich, aber definitiv etwas ausgetrocknet und nicht sonderlich schleimig sein durfte - was wohl auch bedeutete, dass Nayantai der Sache auf den Grund gehen wollte.

      "Wenn du nur reden würdest, dann wäre das alles ein bisschen einfacher, aber ich glaube, so langsam verstehe ich dich dann doch!", erwähnte er triumphant, mit einem leichten Grinsen, als hätte der Alkohol von gestern noch Überhand genommen und er hatte sich selbst neu erfunden. Wer auch immer dieses Meervieh war, ausgelaugt schien er immerhin und Nayantai wollte nun einmal nicht so sein und ihm an den Kragen, wenn er nichts falsch gemacht hatte. Für den Moment war es die stillschweigende Akzeptanz, die er ihm gegenüber entgegenbrachte und für die er sich, wenn auch knapp, entschied. Dass er dennoch ein gutes Sümmchen einbringen würde, war Nayantai fast schon klar - aber so, wie er Shuren kannte, würde jener Guppy wohl eher für sich selbst behalten und sezieren wollen, anstatt ihn einfach so an Unwissende, aber gut zahlende Personen zu verkaufen. Was wusste er schon darüber, wie man Geschäfte führte? Mulmig war Nayantai zwar allemal, aber als ihm Guppylein zeigte, dass er wohl doch hungrig war, machte er sich schnurstracks aus seinem Zimmer heraus, auf dem Weg in ihre Küche und suchte nach Dingen, die essbar erschienen und nicht bereits von irgendwelchen gierigen Patschern verseucht worden waren, oder von jemandem angeknabbert wurden. Das führte wohl dazu, dass er ein paar gebratene Kartoffeln und einen halben Fisch, der vermutlich etwas zerkocht war, in eine Schüssel warf, eine Gabel in die verbotene Kreation steckte und sich dann damit auf den Rückweg machte, ehe er sie der Meereskreatur in die Hände drückte. "Das sollte immerhin besser schmecken als roher Fisch ... oder was auch immer ihr esst. Algen?"
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    • Rain fragte sich wieso dieser Mann eigentlich so viel faselte, wenn Rain kein Wort davon verstand. Da hatte der andere schon besser kommuniziert und Rain zumindest die seltsamen Namen vermittelt. Zumindest verstand der Grobian ihn aber, nahm Rain den Becher ab und füllte ihn erneut mit Wasser an, dass Rain in einem Zug in seinen Magen leerte. Er fühlte sich schon ein wenig besser. Irgendwie musste er den Blutverlust ja ausgleichen und das Leben an Land war nicht gerade einfach. Das komische ungesalzene Wasser schmeckte auf nicht schlecht, daran konnte er sich wohl gewöhnen, auch wenn er viel lieber wieder im Meer gewesen wäre. Der Kerl starrte schon wieder so viel und Rain zog den Mantel enger um sich. Es störte ihn nicht seinen Oberkörper zu präsentieren, Kleidung war den Aquarianern fremd, ebenso wie Decken, aber diese Menschen und auch die menschliche Form die Rain angenommen hat war so freizügig, dass er verstand warum sie diese Hosen trugen. Außerdem wollte er seine eigenen Beine gar nicht erst sehen. Sie waren seltsam und fühlten sich an als gehörten sie nicht zu ihm. Er wollte sie los werden, aber das schien nicht so einfach.

      Auf einmal grinste der Kerl und Rain sah ihn fragend an. Was war gerade passiert? Rain hatte doch gar nichts gemacht! Der Pirat erntete einen weiteren misstrauischen Blick. Als Rain zugegeben hatte, dass er hungrig war, war der große Mann schnurstracks aus dem Zimmer gelaufen und Rain war für ein paar Minuten alleine. Er sah sich ein wenig um und drückte auf seinen Beinen herum. Er fühlte alles, aber es war ein seltsames Gefühl und er wusste nicht mit diesen Dingern umzugehen. Ein Fenster gab es hier unten auch nicht, aus dem Rain hätte flüchten können. Der Grobian kam irgendwann zurück und drückte Rain einen Teller in die Hand. Rain starrte das Essen an. Das eine sah aus wie Fisch, wenn auch etwas seltsam, das andere kannte er nicht. Rain ignorierte die Gabel und zupfte stattdessen etwas Fleisch hervor. Die komische, veränderte Haut des Fisches schob er beiseite, dann kostete er. Ja, das war Fisch, auch wenn die Konsistenz komisch war und der Geschmack etwas an sich hatte, das Rain nicht kannte. Bis auf die Haut aß er trotzdem alles auf und er dache nicht einmal daran, dass die spitzen Reißzähne vielleicht ein wenig unheimlich für Menschen waren, bei dem weichen Fisch kamen diese aber kaum zum Vorschein. Dem Fisch fehlten die Gräten... komisch. Danach widmete sich Rain den komischen gelben Bällen. Er hob einen hoch und roch daran, dann erfühlte er die Konsistenz, ehe er ein Stückchen davon abbiss. Den Geschmack konnte er nicht ganz zuordnen, aber ein wenig salzig waren diese Dinger, zumindest oberflächlich. Er beschloss, dass sie essbar waren und verputzte alle von ihnen, bis auf den Ball in dem die Gabel steckte.
    • Nayantai wusste nicht, wie er dem Guppy all die Dinge sonst klar machen konnte, aber wenn er so recht überlegte, dann wollte er das vielleicht auch gar nicht - ehrlich gesagt schien es so, als würde sein kleiner Freund nicht gerade Gefallen am menschlichen Leben oder am abgestandenen Wasser finden und während er Shuren vermutlich sagen sollte, dass der werte Herr Winzling keine Floss mehr besaß, war er sich auch darüber im klaren, dass er nicht gerade jetzt für Aufruhr sorgen wollte. Je weniger Leute sich involvierten, desto besser war es vermutlich, wenn sie einfach mit der Idee der Akzeptanz spielten und den Rest ignorierten. Beinahe schon eifrig machte sich das sonderbare Wesen über seine Mahlzeit her, aber von Besteck oder Manieren hatte er wohl nichts gehört - Nayantai nahm ihm auch das gar nicht übel, zumal er glaubte, dass sich Sirenen ohnehin nur von rohen Fischen und Menschen ernährten, aber hier oben war das mit dem Menschenfleisch eine eher schlechte Idee. Ob ihn das Fischlein anknabbern würde, wenn er ihm die Chance dazu gab? Herausfinden wollte er es nicht, aber neugierig schien er dennoch zu sein, aus vielerlei Gründen, die sich hoffentlich nicht als Humbug herausstellten. Außerdem, wenn er eine Narbe davontragen würde, dann konnte er damit immerhin noch angeben - etwas, das ihm eigentlich gar nicht so schlecht gefiel, wenn er darüber nachdachte.

      Interessiert blickte er Guppy an, als dieser sich über sein Essen hermachte - zuerst der zerkochte Fisch, dem vielerlei Gräten fehlten, aber nicht seine Haut, als wäre sie wohl giftig und die Schuppen ungenießbar - und danach erst die Kartoffeln, die so mickrig klein waren, dass er sich wunderte, dass sie nicht komplett pampig waren. Anscheinend schien sein Gefangener nichts gegen seine Mahlzeit auszusetzen haben, dennoch ignorierte er die Gabel und das damit verbundene letzte Bisschen seiner Mahlzeit. Nayantai glaubte, für den Moment, dass der Sirenerich ihn an ein kleines Kind erinnerte, das nicht so recht wusste, was es essen durfte und was nicht, weswegen er ihm zur Hand ging und die Gabel, mit dem winzigen Kartoffelchen aus der Schüssel stahl - er öffnete seinen Mund, als er die Gabel hinführte, hörte dann aber auf, und gab sie Guppy zurück, bevor er seinen Becher nahm und ihn erneut mit Wasser befüllte. Wie er nach mehr verlangen konnte, wusste dieses sonderbare Wesen, dass sich wie ein Einsiedlerkrebs in den schweren Mantel zurückzog, zwar schon, aber Nayantai wusste dennoch nicht, ob er stumm war, oder einfach nur nicht dazu aufgelegt war, seine liebliche Singstimme preiszugeben. Mit zusammengezogenen Augenbrauen deutete er auf das goldgelbe Wunder. "Kartoffel." Dann auf die Gabel. "Gabel." Und dann auf das Wesen selbst. "Guppy." Um das Ganze abzurunden deutete er erneut auf sich selbst. "Nayantai." Ob er jetzt wohl verstanden hatte?
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    • Rain war nicht ganz sicher, warum dieser Mensch ihn beim Essen beobachtete. Vielleicht fragte er sich, ob Rain lieber Menschenfleisch gehabt hätte, aber nein, Fisch war alles was er wollte. Auch wenn er keine Menschen kannte und wenig mit ihnen gemeinsam hatte, er wollte sie nicht verspeisen, schon allein aus Prinzip. Sie waren denkende und fühlende Wesen, zumindest sagte man sich das und wenn man nach dem anderen Menschen ging, dann war das wohl auch so. Außerdem hatten sie Rain irgendwo auch geholfen, selbst wenn er nicht wusste, was sie jetzt mit ihm tun wollten und ob er wieder ins Meer durfte, wenn er das denn wollte. Immerhin gaben sie ihm auch zu Essen, wobei Rain nicht sicher war, ob sie die Ressourcen einfach entbehren konnten oder nicht. Fisch gab es jedenfalls genug um sie herum, wenn man wusste wo man suchen musste und wenn man nicht ganze Schwärme ohne Rücksicht auf das Gleichgewicht der See ausrottete. Ein paar kleine hatten sie gemeinsam mit Rain schließlich auch gefangen. Das Netz war ärgerlich effektiv gewesen, aber wirkte dann doch etwas ineffizient wenn man es auf kleine Fische abgesehen hatte, zumindest wenn es einfach stationär herum hing.

      Rain sah auf, als der Mann plötzlich nach der Gabel und dem daran aufgespießten Ball griff. Hatte er auch hunger? Nein, anscheinend nicht, aber seine angehauchte Mahlzeit konnte er behalten. Rain schenkte dem Ball keine weitere Beachtung mehr. Stattdessen blickte er auf seine nun klebrigen Finger. Die Luft wusch das Fett des Fisches nicht so gut herunter wie es das Meer tat. Rain sah erneut auf, als der Mann ihm ein paar Dinge zu erklären versuchte. Das Ding hieß also Kartoffel, wobei Rain sich schwer tat die sonderbaren Laute in sein Gedächtnis zu bekommen. War Guppy etwa das Wort für Sirene? Rain war nicht sicher, er hatte immer noch das Gefühl, dass dieser Laut eine Beleidigung war und hob eine Augenbraue. Wollte der Grobian, dass er diese Worte wiederholte? Rain öffnete langsam seinen Mund. "A", war alles das er zustande brachte und selbst das hörte sich anders an, als wenn er die selben Bewegungen im Wasser machte. Er zog die Augenbrauen zusammen und deutete stattdessen mit einem Finger nach oben Richtung Deck.
    • Die Kartoffel wollte Guppy also nicht mehr, weswegen Nayantai sie sich selbst in den Mund steckte und daran kaute - die Gabel steckte er zurück in die Schüssel, die er seinem Fisch abnahm und danach stellte er sie beiseite; eigentlich wollte er nur freundlich sein und dem kleinen Vieh zeigen, wie Menschen aßen, aber obgleich seiner anstandslosen Art, schien er noch immer so etwas wie Manieren zu haben oder zumindest Ekel zu empfinden. Was auch immer es war, darauf hatte er anfangs gar nicht hinaus gewollt und wenn er so recht überlegte, dann reichte es ihm auch, wenn er sich nur an der einen Kartoffel verging - das Abendessen war nicht so weit entfernt und es würde definitiv besser schmecken als die Reste vom Vortag, die das Blondchen verzehrte, ohne sich aufzuregen. Aber wie auch? Gesprächig war er immerhin nicht und Nayantai glaubte, dass Shuren vielleicht bessere Erfolgschancen dabei hätte, etwas aus ihm herauszukitzeln. Einfühlsamer und umsichtiger konnte er allemal sein, und Guppy helfen konnte er zwar auch, ihn jedoch durch die Gegend zu tragen schien schwerer als angenommen. Nun hatte er aber Beine, auf denen er offensichtlich nicht laufen konnte. Wieso hatte er Beine? Hatte er sein ganzes Leben lang nur seine Flosse benutzt? Wieso tat er Nayantai das alles an? Wieso ließ er sich auf das Guppylein ein?

      "Aah? Bist du noch hungrig?", fragte er etwas verwirrt, aber anscheinend war es nur ein kurzer, imitierter Laut den er mit seinen ungeölten Stimmbändern zusammenbrachte. Das war eine komische Sirene, aber Nayantai machte sich daraus nichts, immerhin schien sein kleines Fischlein schon andere Pläne zu haben und gar nicht mehr derartig interessiert daran zu sein, mehr von diesen Kartoffeln zu bekommen. Freudig war er trotzdem nicht, trotzdem griff er allerdings nach den Händen der vermeidlichen Bestie und zog ihn auf seine dünnen Beinchen, damit er zumindest vor ihm stand. Kleiner war er auf alle Fälle, und die Tatsache, dass er sich vorhin einfach überstürzt hatte, und mit dem Kopf voraus auf dem Boden aufgeschlagen war - was für ein Idiot. "Du willst nach oben? Dann musst du's dir erst erarbeiten!", erklärte er dem Blondchen und machte einen Schritt rückwärts, in Richtung Tür, während er die Händchen weiter in seinen eigenen hielt und lediglich die Distanz zwischen ihnen beiden vergrößerte, in der Hoffnung, Guppy hätte genug Gehirnzellen, um seine Schritte nachzuahmen und einen Fuß vor den Anderen zu setzen, weil seine Beine so wirkten, als schlotterten sie wie knorriges Espenlaub. Auf einem Schiff gehen zu lernen, vor allem einem das sich bewegte, war sicher nicht einfach, aber immerhin hatten sie beide ein wenig Zeit, bevor sie wirklich nach oben mussten.
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    • Der Grobian aß den Ball, die Kartoffel, selbst, aber das war Rain egal, er war nicht neidisch. Für den Moment war er satt genug, zu trinken hatte er auch bekommen. Das Einzige das er jetzt noch wollte, war zurück ins Meer zu springen und endlich zu tun, was er eigentlich vorgehabt hatte. Er musste Hilfe holen, auch wenn er nicht wusste woher. Bei diesen Menschen war er aber jedenfalls an der falschen Adresse. Der Kerl fragte ihn etwas nachdem er den laut gemacht hatte, aber Rain konnte ihn nur fragend ansehen. Er kannte ihre Sprache nicht, er wusste ja nicht einmal wie man die Luft in Schwingungen versetzte, um etwas zu sagen, so wie die Menschen. Theoretisch war es wohl möglich, Sirenen konnten mit Menschen sprechen und singen, aber Rain war anders. Er war nie an der Oberfläche gewesen und er wusste einfach nicht wie der menschliche Teil seiner selbst funktionierte. Andernfalls hätte er diesen Menschen vielleicht erklären können, dass er so schnell wie möglich gehen musste, auch wenn er nicht wusste wohin. Vielleicht hätte er sie zumindest fragen können, wohin er gehen konnte, oder von welchen Gegenden er sich besser fern hielt.

      Plötzlich griff der Grobian nach Rains Händen und zog ihn auf die ungewohnten Beine. Die Muskeln um sein Gewicht tragen zu können hatte Rain definitiv, aber das hieß noch lange nicht, dass er wusste wie man sie benutzte. Würde er diesen Menschen auf einmal Flügel an den Rücken binden, wüssten sie bestimmt auch nicht wie man damit flog. Rain hatte aber noch ganz andere Probleme damit. Abgesehen davon, dass der Mantel genau gar nichts mehr verdeckte, war Rain schlicht und ergreifend damit überfordert, dass er plötzlich zwei Gliedmaßen statt nur einem hatte. Der Gedanke ein Bein nach vorne zu setzen und es damit von dem anderen zu lösen, war für Rain furchteinflößend, als würde er seinen eigenen Körper auseinander reißen, auch wenn er wusste, dass es nicht so war, speziell dann, wenn er an sich herab sah. Trotzdem zitterte er leicht und als der Grobian einen Schritt weg von ihm machte und Rain damit ein wenig nach vorne stolperte, stellte sich ihm jedes einzelne Haar an seinem Körper auf. Beide seiner Beine gaben vor Schreck nach und Rain stürzte zu Boden, während er sich beide seiner Knie auf dem Holzboden aufschürfte. Seine Hände riss er aus dem festen Griff, dann kauerte er sich auf dem Boden zusammen und befühlte diese lästigen Beine.
    • Verwirrt starrte er Guppy noch immer an, der einfach nicht so recht wusste, wie er sich bewegen sollte - zumindest wirkte es auf ihn so, und Nayantai selbst rollte mit den Augen, weil sich sein unwilliger, baldiger Dauergast gleich darauf auf dem Boden wiederfand, und das nicht all zu sanft. Vermutlich war der Mantel doch eine dämliche Idee gewesen und dieses Vieh war damit beschäftigt, seine armen Beinchen anzutatschen und sich wieder zurückzuziehen; Kraft hatte er allemal, aber motorische Feinfühligkeit besaß er definitiv nicht. Was sollte Nayantai mit ihm machen? Eine gute Frage war es immerhin, aber jene konnte er sich gut und gerne selbst beantworten, wenn er weiterhin darauf beharrte, jemanden das Rad an einem Nachmittag neu erfinden zu lassen. Mit seiner Zunge schnalzte er und besah sich des Malheurs, bevor er sein Hemd aufknöpfte und es sich auch noch auszog; Guppy war das Ding ohnehin viel zu groß, was zumindest heißen würde, er würde keine seiner empfindlicheren und anscheinend ungewohnten Stellen dem Tageslicht oder den anderen Crewmitgliedern offenbaren, aber Nayantai würde Shuren wohl nach Kleidung fragen müssen, wenn er das Fischlein längerfristig an Bord behalten wollte, weil sich kein Käufer fand, der eine Unsumme für ihn bezahlen wollte. Gab es solche Leute überhaupt? Nayantai war sich nicht sicher, aber herausfinden würde er es allemal.

      Nayantai war schon als Kind nicht gut darin gewesen, mit Anderen umzugehen, aber mit zunehmendem Alter war er wohl auch etwas schroffer und ungestümer geworden - dennoch nahm er dem Fisch den schweren Mantel wieder ab, der sich wie durch ein Wunder gar nicht mit irgendwelchen Schleimen vollgesogen hatte, und bot ihm stattdessen sein weißes Hemd an, an dem definitiv noch Blut von ihm klebte. Komisch, dann war das denn passiert? Vermutlich, als er den Schwanzflossler unter Deck verschleppt hatte und jetzt bezahlte er dafür, indem er ihm sein eigens blutiges Hemd anbot. Was ein Witz. Ob Muhan wohl mit dem Steuer zurecht kam? Vermutlich schon, Nayantai konnte immerhin nicht so recht sagen, ob das alles nur eine Farce war, oder ob er wirklich noch besoffen war. Wie dem auch sei, so entschied er sich zumindest im Hier und Jetzt dazu, Guppys das Hemd aufzuzwängen und ihm, im Falle des Falles, wohl auch dabei zu helfen, es anzulegen. "Das passt dir sicher nicht, aber wenn du Hilfe brauchst, dann mache ich das.", teilte er ihm mit, als würde er wiederum verstanden werden - dieses Mal lächelte er etwas schief, dafür aber freundlicher; was sollte denn auch schiefgehen? Sein zufälliger Glücksfang würde ihm schon nicht den Kopf abreißen.
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    • Rain tastete diese dummen Beine ab. Passiert war ihm nichts und die Tatsache, dass er beide Beine voneinander trennen konnte hieß nicht, dass er sich damit verletzte. Trotzdem machte es ihm ein wenig Angst. Die aufgeschürften Knie störten ihn nicht so viel und die Wunde an seiner Seite tat vielleicht ein bisschen weh, aber nicht allzu schlimm. Seine Flosse, oder jetzt wohl eher sein Bein war auch verarztet worden, aber auch diese Wunde war nicht Schuld daran, dass er nun auf dem Boden saß. Trotzdem stiegen ihm ein paar Tränen in die Augen. Er sah trotzdem auf, weil er sich erst gar nichts dabei dachte. Unterwasser zu weinen war zwar möglich, aber man sah es einem weniger leicht an. Der große Mann war inzwischen dabei seine Kleidung auszuziehen. Das störte Rain nicht, war es doch nur sein Oberteil, damit entblößte er auch nicht mehr als alle anderen Aquarianer. Er fragte sich gerade was er da machte, als er einen warmen Tropfen Wasser seine Wange hinunter laufen fühlte. Verwirrt wischte er das Ding von seiner Wange, dann biss er sich selbst auf die Unterlippe und versuchte sich zusammen zu reißen.

      Der schwere Mantel wurde von Rains Schultern gehoben und das Hemd, das er nun zu sehen bekam, war ein bisschen rot, das kam wohl von vorhin, oder gestern, oder wie viel Zeit auch immer vergangen war. Der Grobian bot es Rain anscheinend an. Sollte er das etwa anziehen? Rain verstand den Sinn dahinter nicht ganz, aber es würde wohl zumindest auch alles unterhalb seines Bauchnabels bedecken. Rain nahm es vorsichtig entgegen und entfaltete es. Er war kein Kind, kein Tier und auch nicht dumm. Es reichte ihm gesehen zu haben wie Nayantai es getragen hatte, damit er wusste wie er selbst hinein zu schlüpfen hatte. Die ärmel waren bei ihm aber viel länger. Für den Moment störte ihn das nicht. Er schloss die unteren Knöpfe, ließ die oberen aber offen und zog dann alles ein wenig zurecht, damit er nicht völlig entblößt hier saß. Er wollte immer noch nach oben, hatte aber kein Interesse daran zu lernen wie man diese Beine benutzte. Der Grobian wollte das aber scheinbar von ihm. Rain runzelte die Stirn, schloss für einen Moment die Augen und seufzte anschließend. Dann griff er nach einem hölzernen Balken und zog sich daran nach oben und auf wackelige Beine.
    • Anders als zuerst erwartet zog dieser Sturkopf seine neue Kleidung also doch an und sie stand ihm nicht schlecht, auch, wenn er dabei eher wirkte, als trüge er ein Nachtkleid als dass er wirklich das Hemd eines anderen Mannes sein eigen nannte. War das verwerflich? Nein, Muhan und er tauschten seine Kleidung immerhin auch aus, und es war nicht so selten, dass Tei in Khasars Kleidung auftauchte, während Shuren seine seidenen Gewänder eher selten mit irgendjemandem teilen wollte - was für ein verzogener Fratz. Guppy hatte hingegen nichts, das er sein eigen nennen konnte, nicht einmal ein Armband oder eine hübsche Halskette, und stattdessen besaß er nur ein paar schimmernde Schuppen, die ihn auch nicht mehr aus seiner Misere retten würden, wenn Nayantai sie irgendwie herbeiwünschen könnte; ganz im Gegenteil. Aufmerksam sah er ihm dabei zu, wie er schließlich ein paar seiner Knöpfe verfestigte und auch, wenn er wohl einen ausließ, sah das Ganze gar nicht so schlimm wie erwartet aus - mal abgesehen von den Ärmeln, aber das hier nun wirklich nicht der Punkt - zumindest würde er seinen anderen Schwanz nicht unfreiwillig irgendeiner Person auf diesem Schiff zeigen, zumindest, bis sich seine Beinchen wieder in ein Schwänzchen verwandelten und ... wo versteckte er das Ding eigentlich genau? An was dachte er da auch, so genau wollte er das doch gar nicht wissen!

      Kaum richtete sich das kleine, pricklige Insekt doch wieder auf und Nayantai fragte sich erneut, ob er davor wirklich gefaucht hatte, oder ob er all das nur missverstanden hatte und sich wegen seines übermäßigen Alkoholkonsums geistig eingeschränkt benahm, oder aber, ob dieses Vieh wirklich einer Wasserkatze ähnlicher war als einem Mensch. Das Hemd hatte er zumindest an und der Pirat musste seinen Schniedel nicht wieder ansehen, weswegen er sich also auch entschied, den muffigen, alten Mantel wieder in sein Gewahrsam zu nehmen und für sich zu behalten. Was sollte auch schon passieren? Guppy würde keinen Gefallen an dem schweren Ding gefunden haben und Nayantai war derjenige, den es fortlaufend nicht interessierte, was das Meeresgetier schließlich trug, insofern er ihm einigermaßen anständige Sachen auf die Nase binden konnte, damit er an seinen Manieren arbeiten konnte. Kaum stand das Klappergerüst also, musterte Nayantai es und streckte seine Hand aus, damit er sich an jener und seinem Arm festhielt, wenn er einen Satz nach vor machen würde. "Und jetzt den einen Fuß vor den Anderen, komm schon!", feuerte er Guppy an, als würde er selbst davon profitieren, wenn sein lahmer, mundloser Fisch einfach von selbst aus nach oben und über die Reling pirschen konnte - hätte er sich das Ganze doch noch besser überlegt.
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    • Rain stand auf zitternden Beinen und obwohl er das Ziehen und Schieben des Meeres gewohnt war, machte das Schaukeln des Schiffes das Stehen nicht unbedingt einfacher. Der Mann sah ihm weiter zu und Rain fragte sich, ob das für ihn etwa unterhaltsam war? Was wollte er von ihm? Wieso brachte er ihn nicht einfach zurück ins Meer, sondern sah dabei zu, wie er sich plagte. Er wollte diese Beine nicht, so praktisch sie hier auf diesem Schiff auch sein mochten. Rain sah also die Hand an die ihm der Grobian hinstreckte, aber Rain wandte nur demonstrativ seinen Blick ab. Er wollte seine Hilfe nicht, stattdessen musste er sich auf sich selbst konzentrieren. Er klammerte sich an den Balken und atmete mehr schlecht als recht tief ein und aus. Dann sah er auf die ihm unbekannten Gliedmaßen. Er wollte die Beine nicht voneinander trennen und doch zwang er sich dazu einen kleinen Schritt zur Seite zu machen. Sein Herz raste dabei - er mochte das nicht, ganz und gar nicht. Zitternd wollte er sich zu mehr zwingen, aber sein Kopf machte dabei nicht mit und er schüttelte diesen.

      Rain wollte nur nach oben. Er sah den Grobian an ohne zu verstehen was dieser sagte und schob seine Hand zur Seite. Anschließend schüttelte er noch einmal den Kopf, dieses Mal an Nayantai gerichtet. Rain seufzte tief. Er war nicht mehr als ein gestrandeter Fisch und dieser Mann wollte einem Fisch das Laufen beibringen? Wieso? Rain wollte nur zurück ins Wasser! Er überlegte ob er es an dem Grobian vorbei schaffen konnte und entschied es einfach zu versuchen. Plötzlich machte er einen Satz an ihm vorbei, konnte sich aber natürlich nicht auf den Beinen halten, sondern landete stattdessen auf dem Boden. Das machte ihm nichts, er war nun schon an der Tür die er schnell aufdrückte, damit er sich daran machen konnte, sich mit den Armen die Treppe hinauf zu ziehen. Wenn dieser Kerl ihm nicht helfen wollte, dann suchte Rain sich eben seinen eigenen Weg nach oben. Er durfte seine Zeit hier nicht weiter vergeuden und zu lernen wie man menschliche Beine benutzte würde seiner Familie nicht helfen.
    • Was hatte dieses kleine Meeresgetier nur? Anstatt seine Hilfe zu wollen krabbelte er auf allen vier davon, natürlich nicht, bevor er ein zweites Mal beinahe auf die Schnauze fiel und Nayantai musste lachen, weil er glaubte, gerade einem rabiaten Krebs begegnet zu sein, der sich Hals über Kopf in etwas stürzte, dass er nicht können wollte, aber musste, weil seine glitschige, schleimige Flosse ihn keinen Meter weiter gebracht hätte. War Guppy wirklich einer, oder war er nur ein Aal, der derartiges Getier imitierte? Was auch immer die Wahrheit sein mochte, Nayantai staunte nicht schlecht, als sich das VIeh aus dem Raum zwängte und sich auch schon auf und davon machte, wenn auch gleich er eher wirkte wie ein kleines Krustentier, das auf der Suche nach einer neuen Behausung - einem neuen Panzer - war und gerade nicht darüber reden wollte, dass er irgendwie nichts davon fand. Was für ein Witzbold. Für den Augenblick hatte er aber auch gar nichts mehr, keinen Funken von dem, was er Guppy an den Kopf werfen konnte, und er wusste auch nicht so recht, wie er ihm sagen sollte, dass er es niemals die Treppe hinaufschaffen würde, wenn er nur zwei Arme hatte, die seine Beine hinter ihm herschleppten.

      Was sollte er auch mit dieser einfältigen, tagelöhnenden Möwe machen? Ihn hochheben? Nayantai wusste nicht so ganz, was er davon halten sollte, aber er runzelte die Stirn und seufzte, bevor er seine Hand um die Hüfte des Blondchens legte, ihn anhob, und ihn sich wie einen Kartoffelsack über die Schulter warf und zweierlei Stufen nach oben nahm, damit sie beide schnell dort wären, wo sie eigentlich hin wollten. War das kein Witz? Vermutlich schon, aber der Geruch von frisch aufgequirltem Meeresschaum und die Realisation, dass er dem Fischlein doch gerade half, peitschten Nayantai gleichermaßen in sein Gesicht. "Wir haben Besuch!", rief er freudig aus, während Khasar endlich von seinem Buch aufsah und Shuren es ihm gleich tat - anders als Khasar wirkte Shuren jedoch so, als würden ihm die lästigen Augen gleich aus dem müden, faltigem Gesicht fallen, kaum sah er die Beine, die an Rain klebten, anstatt einer Schwanzflosse. "Das ist unser Fisch? Der sieht doch aus wie ein Mensch! Ihr habt doch bestimmt wieder zu viel gesoffen!", protestierte Khasar obgleich des Schauspiels und kam näher - Shuren folgte ihm, brauchte aber deutlich flinkere Schritte, um mit ihm mitzuhalten. "Gestern hatte er noch keine Beine ... hm, und seine Haut scheint nicht mehr zu triefen. Nayantai, lass ihn ... hat er dein Hemd an?", hinterfragte Shuren verwirrt, als Nayantai ihn absetzte und unter den Armen hochhielt, wie ein kleines Kind, das eine Stütze brauchte. "Er kann nicht gehen. Und ja, das ist mein Hemd." "Was ist mit seinen Knien?" "Selbst Schuld."
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    • Rain war nicht schwach und seine Beine nicht komplett nutzlos. Er konnte sich nach oben drücken, auch wenn er damit nicht unbedingt schneller war. Dem Grobian konnte er so nicht entkommen und wie es schien, schaute er ihm nur eine Weile lang zu, ehe er doch an ihn heran schritt und Rain plötzlich nach oben zog. Wieder wurde er über Nayantais Schulter geworfen und in dieser Position sah man bestimmt seinen Hintern unter dem Hemd hervor blitzen - ein Körperteil, das auch ganz anders war, als er es kannte. Der Mann brachte ihn nach oben, nicht zurück in sein Gefängnis, anders als Rain erwartet hatte und doch wollte er nicht so herum geworfen und geschleppt werden. Er wehrte sich, wenn auch nur minimal, stoppte seine Zappelei allerdings als sie oben ankamen. Die Meeresluft stieß Rain ins Gesicht und am Liebsten hätte er sich gleich über die Reiling geworfen, aber er wurde immer noch festgehalten. Nicht nur das, eine Schar an Menschen ging auf Rain zu und versammelte sich um ihn und den Grobian der ihn immer noch festhielt. Die Worte, die sie sprachen, konnte Rain nicht verstehen.

      Einen der Menschen erkannte Rain. Es war der der ihn verarztet hatte und der viel netter wirkte als dieser ungehobelte Kerl. Der Mediziner - oder was er auch war - sah ein wenig verwirrt aus und Rain konnte sich vorstellen warum. Er selbst war verwirrt und verängstigt, auch wenn er wusste, dass seine Art Menschen täuschen ähnlich sehen konnte - inklusive der zwei Beine. Der andere der sprach war neu, Rain hatte ihn zuvor nicht gesehen und er fragte sich wie viele Menschen auf diesem Schiff lebten. Der Grobian ließ Rain endlich herunter, hielt ihn aber immer noch fest wie eine Puppe, die er seinen Kameraden präsentieren wollte. Rain schätzte all die Aufmerksamkeit nicht und zappelte wieder, damit er sich von Nayantai los reißen konnte, auch wenn er dadurch auf dem Boden landete - inmitten einer Menge Schaulustiger wie es schien. Er blickte zu ihnen auf. Die Menschen standen um ihn herum, starrten ihn an und Rain wusste nicht was er tun sollte. Er zog das Hemd enger um sich und senkte seinen Blick auf den Boden, als würde es helfen, wenn er die Menschen selbst nicht sehen konnte.
    • "Na reiß dich doch zusammen!", stieß Nayantai aus, als Guppy die Zappelei wieder einmal nicht unterband und sich gegen ihn aufhalste, als würde er ihm nur schlechtes wollen. Das stimmte doch gar nicht! Wenn er diesem Kaviargehirn die Meinung geigen könnte, dann hätte er es wohl längst getan, aber der verstand ihn ohnehin nicht, was abermals auch bedeutete, dass er sich lieber zusammenriss. Wieso starrte er ihn eigentlich immer so komisch an? Sein Hemd und seinen sündteuren Mantel hatte er vorhin bekommen, mehr als das Beste wollte er für sein Haustierchen gar nicht, auch, wenn es nur zu Eigennutz führte und er das arme Ding lieber einem Händler übergab, der gewillt war, horrende Summen zu zahlen. Shuren schüttelte den Kopf und hockte sich zu Rain, der sich nun auf dem Boden vor ihnen versteckte - vielleicht war es nicht gerade gut, ihn jetzt in seine eigenen vier Wände mitzunehmen, aber Unterwäsche könnte er zumindest gebrauchen, damit sein armer, vermutlich kalter Hintern etwas kaschiert war. "Hm, also gibst du ihm dein Hemd aber nichts anderes?", hinterfragte er leicht provokant. Nayantai schnaubte. "Das passt ihm doch sowieso nicht! Und keine Ahnung, wieso er sich versteckt, aber seine Beine mag er doch auch nicht.", greinte er unzufrieden.

      "Ihr seid doch bescheuert! Das ist keine Sirene! Nayantai hat nur wieder irgendwen flachgelegt und will es jetzt nicht zugeben!", stieß Khasar empört aus - wer auch immer dieser wundersame Blondschopf war, er schien nicht erfreut darüber, dass Nayantai ihn wie eine Trophäe präsentierte und wollte nach ihm greifen, entschied sich aber dagegen, als er Häufchen Elend sah, das augenscheinlich Angst vor ihnen allen hatte. Das hatte Nayantai sich jetzt aber selbst eingebrockt, dieser Idiot. "Khasar, lass das.", brummte der Größere der beiden und Shuren war derjenige, der noch immer den besten Draht zu dem Meereswesen hatte, das da hockerte und nicht auch nur in ein gieriges Augenpaar sehen wollte. Nayantai wollte Geld für ihn, Shuren würde ihn aufschlitzen und Khasar zu seinem Versuchsobjekt für verschiedene Gerichte und Giftpilze machen, die er vorher abkochte - und Muhan würde ihn abfüllen, während er für Tei vermutlich nicht mehr als ein Kleiderpüppchen wäre, dass ihr den ganzen Tag beim Reden zuhören durfte, weil sie sich mit den anderen vier Männern verdammt einsam auf diesem großen Schiff fühlte und Shuren nun einmal doch nicht ihr bester Freund war. Müde rekelte sich Nayantai dann doch wieder. "Er wollte nach oben, keine Ahnung wieso.", erklärte er Shuren, der das Guppylein anstarrte und auch freundlich anlächelte - was für ein Lügenbold. "Brauchst du Hilfe? Willst du ..." Shuren deutete auf seine eigene Hose und dann auf Rains nackte Beine. "Eine Hose?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Der Arzt war es der sich zu Rain hinunter beugte und sich offenbar wieder um ihn kümmern wollte. Rain wusste nicht, was diese Menschen von ihm wollten und er wollte es eigentlich auch gar nicht heraus finden. Sie würden ihm wohl kaum gegen eine Horde Sirenen helfen können, oder wollen und ob sie viele Freunde hatten war auch fraglich. Rain hatte keine Ahnung wo er hin sollte, wen er um Hilfe bitten sollte und wie er je wieder ein normalen Leben führen konnte, aber hier zu bleiben erschien falsch und wie verschwendete Zeit, die seine Familie nicht hatte. Auch wenn die Verletzungen schmerzten, sie waren nicht so schlimm als dass er nicht los schwimmen konnte. Immerhin hatte er es auch hier her geschafft - wo auch immer hier war. Eine Karte währe vielleicht gut, auch wenn Rain bezweifelte, dass die Menschen wussten wo seine Heimat von hier aus lag. Noch dazu wusste Rain nicht einmal wo die Sirenen hausten. Er hätte diese Meute Menschen auf sie los gelassen, wenn er geglaubt hätte, dass sie eine Chance hatten, aber eigentlich wollte er auch niemanden in seine Probleme mit hinein ziehen.

      Rain hob den Blick und sah den kleineren Mann an, der ihn anlächelte und ihm wohl helfen wollte. Er deutete auf seine Hose und auf Rains Beine, aber dieser schüttele nur vehement den Kopf. Er wollte dieses komische Kleidungsstück nicht, das auf seinen Unterleib gar nicht erst passen sollte. Was wenn er seine Flosse niemals zurück bekommen konnte, hatte er auch noch ein Stück Stoff zwischen den Beinen? Stattdessen zeigte Rain zur Seite, zur Reiling und das Meer dahinter. Er wollte einfach nur zurück ins Wasser, das war alles, aber vielleicht verlangten diese Menschen auch eine Bezahlung für ihre Hilfsbereitschaft. Rain hatte nichts das er ihnen geben konnte. Er konnte nicht einmal mit ihnen sprechen und sie fragen was sie denn haben wollten. Rain wusste nicht viel von Menschen und ob sie eigennützig waren oder nicht, aber er deutete noch einmal auf das Meer.
    • Shuren war wohl der Einzige von ihnen, der gesunden Menschenverstand besaß und sich nicht aufführte, wie ein klammerndes Kleinkind, dass sein neues Spielzeug nicht gehen lassen wollte. Nayantai und Khasar, beide von ihnen Idioten, und Muhan erst recht - viel lieber widmete er sich der weltfremden Sirene, die allen Ernstes versuchte, mit ihm zu kommunizieren, aber anscheinend die Schnauze voll von Nayantai hatte, der wiederholt nur Eigennutz in seiner zufälligen Entdeckung sah. Was wollte er diesem Kerl schon ein oder ausreden? Ein Idiot würde er so oder so sein und bleiben, und während es wohl ratsamer wäre, ihrem neuen Freund gewisse Vorzüge zu überlassen oder ihn dazu zu ermutigen, jemand zu sein, der er offensichtlich nicht war, weil er sich jetzt schon nicht sehr wohl in menschlichen Gewändern, oder eher in menschlicher Nähe zu sein, schwieg er für einen Moment und ratterte seine Optionen in seinem Kopf durch. Unter Deck konnte er ihn noch immer bringen, aber nicht ohne Hilfe, und die einzige Person, die ihm vermutlich dabei helfen würde, das Fischchen über die Reling zu werfen, war ihr sturzbesoffener Steuermann, der sich wohl eher hinlegen sollte, als seine Berufung zu praktizieren. Was für ein Witzbold. Wieso stellte sich Nayantai nicht wieder dorthin und hinterließ den Schlauen die Arbeit, für die sein Erbsenhirn nicht gemacht war?

      "Du willst ins Wasser?", fragte Shuren verwirrt und sah sich dann nochmals die Sirene an, die einen Verband an seinem Fußgelenk trug - dort, wo er die Flosse verarztet hatte, und der vermutlich seiner Wunden noch nicht ganz Herr geworden war, schon gar nicht in einem ganzen Tag. Entschuldigend schüttelte er den Kopf und deutete auf des Namenlosen Wunden, die er erst verarztet hatte - außerdem war die Dämmerung nicht unweit und sie sollten sich für die Nacht ein Schlupfloch suchen, außer, sie wollten Schichten schieben, in welchen sie über den unendlichen Ozean schipperten, und dazu waren die Wenigsten von ihnen aufgelegt; vor allem Shuren nicht. Wie er dem Fremden sukzessive erklären sollte, dass er Rast brauchte und ihnen etwas mitteilen sollte, wusste er nicht so recht, aber er hatte zumindest eine vage Idee. "Khasar.", murmelte er und sah zu dem Älteren auf, der verwirrt nach unten starrte - auch Nayantai schien das Ganze anzuziehen, wie eine grelle, heiße Flamme Motten herbeibeschwor. "Gebt mir Papier und etwas zu schreiben.", wandte er sich an die beiden und im Handumdrehen hatte er die gewünschten Dinge, wenn auch gleich es Khasars Notizen über irgendwelche komischen Pilze und die Flora der verlassenen Insel waren. Shuren bereicherte sich an einem Blatt Papier und zeichnete Rain, seine Verletzungen und die Reling, verzierte das Ganze mit Strichen und Kreuzen, und zeigte es der Sirene dann - es symbolisierte wohl, was er tun konnte und sollte, und was er besser sein ließ. Danach reichte er ihm die Feder und drehte das Blatt um - vielleicht konnten sie so besser kommunizieren.
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    • Der Mann fragte Rain etwas, das er erneut nicht verstand. Ob er ihn verstanden hatte? Rain wusste es nicht, aber der Mediziner deutete auf seine Wunden. Die eine auf den neuen Beinen und die große an seiner Seite. Rain senkte seinen Blick betrübt, er glaubte zu verstehen was der Mensch ihm sagen wollte. Rain konnte nicht mit Sicherheit sagen, dass die anatomischen Kenntnisse des Mannes auf ihn anwendbar war, aber Rain wusste, dass schwere Verletzungen seiner Art besser an Land verarztet wurden, wo das Wasser die Wunde nicht nass hielt, sondern trocken. Es gab Möglichkeiten Verbände auch Unterwasser trocken zu halten, aber Rain bezweifelte, dass sie diese Möglichkeiten hier hatten. Wollten ihm diese Menschen dann wirklich nur helfen? Vielleicht war es so und Rain blieb wohl nichts anderes übrig, als hier auf dem Schiff zu bleiben und sich auszukurieren. Vielleicht konnte er ihre Sprache lernen, damit er ihnen sagen konnte, dass er nicht viel Zeit habe, aber für den Moment gab er sich wohl ein wenig geschlagen. Die Tatsache, dass alle hier ihn anstarrten gefiel ihm trotzdem nicht, auch wenn er versuchte sich nur auf den Menschen vor sich zu konzentrieren und die anderen zu vergessen.

      Dieser Mensch hatte scheinbar eine Idee und trug seinen Kameraden etwas auf. Sie liefen davon und kamen schnell mit etwas Papier und einer Feder zurück. Aquarianer konnten schreiben, jedoch machten sie das nicht auf Papier, aus offensichtlichen Gründen. Sie ritzten vornehmlich in Steintafeln, wenn sie etwas festhalten wollten. Trotzdem war der Prozess Rain nicht ganz fremd und er sah interessiert dabei zu, was der Mann auf das Papier zauberte. Es schien eine Anleitung zu sein und sollte Rain mitteilen, wie er schneller wieder gesund werden würde. Er sollte die Wunde trocken halten, den Verband in Ruhe lassen und einige bestimmte Bewegungen vermeiden wie es schien. Rain nickte langsam. Kurz darauf bekam er die Feder in die Hand. Noch nie hatte er einen Vogel, geschweige denn eine Feder aus der Nähe gesehen. Er streichelte langsam über die Feder und betrachtete dann die schwarze Flüssigkeit die sie auf das Papier drückten, damit Striche und Linien entstanden. Er tauchte die Feder vorsichtig ein und drückte sie dann ebenso vorsichtig auf das Blatt Papier. Scheinbar brauchte es nicht so viel Kraft auf diese Art zu schreiben. Seine Finger waren binnen weniger Sekunden trotzdem ganz schwarz und er wusste auch gar nicht recht, was er diesen Menschen sagen sollte. Er fing wohl besser damit an seine fehlende Flosse zu erklären, die zumindest zwei von ihnen schockiert zu haben schien, ebenso wie Rain selbst. Er malte also eine kleine Strichfigur mit zwei Beinen und einen Becher aus dem etwas hinaus tropfte. Dann malte er eine kleine Strichfigur mit einer Flosse und verband beide mit einem Pfeil. Weil er schon dabei war, wollte er auch erklären, warum er seine Beine gar nicht erst mochte. Er malte eine lange Linie, die den Meeresspiegel symbolisieren sollte und viel weiter unten malte er eine kleine Stadt, mit ein paar Aquarianern. Die Handhabung der Feder war neu für ihn, dementsprechend zittrig sah das alles auch aus und im Endeffekt war er nicht sicher, ob das überhaupt irgendetwas erklärte. Als er fertig war sah er fragend zu dem Mann auf.
    • Wenn Sprache ihr Problem nicht löste, dann war das wohl die einzige Möglichkeit, die sie hatten, miteinander zu kommunizieren - und Shuren nahm sich der armen, kleinen Sirene gerne an, anstatt dass er sich selbst verteufelte. In Wahrheit wollte er auch nicht mehr, als jemanden um sich herum zu wissen, dessen Kopf nicht aus Holz bestand - und das schien, zumindest gerade jetzt, bei dieser Person hier nicht der Fall zu sein. Erleichtert war er deswegen immerhin allemal, aber außerdem zeigte es ihm auch auf, wie einfach es zu sein schien, auch mit keinerlei Worten etwas an Andere weiterzugeben. Sollte er sich freuen? Oder eher dafür grämen, dass er dem armen Kind die Freiheit stahl? Nun, ein Kind war er hoffentlich nicht, aber Shuren war trotzdem neugierig und sah seiner Zeichnung aufmerksam zu - seine Finger sollten danach wohl gewaschen werden, aber noch viel wichtiger als das, sollte er vielleicht doch mehr Kleidung anlegen, oder etwas, das besser passte; dabei stellte sich jedoch wieder die Frage, ob er das wirklich wollte, oder ob er lieber seine Beine entblößte. Unsicher wirkte er dennoch. "Nayantai, nimm Muhan das Ruder ab ... und Khasar, kannst du etwas kochen?", fragte er schließlich beifällig, damit er die beiden wieder los wurde - ohne viel zu hinterfragen gingen sie ihres Weges und er war allein mit dem Fremden.

      Dann warf Shuren erst einen Blick auf die Zeichnung, die zwar wirklich etwas kindlich wirkte, aber er verstand zumindest, dass Flüssigkeit das flossenlose Problem lösen sollte, das gerade vor ihm saß. Ob das wirklich angenehm war? Dann folgte er der kleinen Zeichnung, die wohl die Heimat des Flossenträgers bezeichnete, oder zumindest glaubte Shuren, dass er ihm das zeigen wollte, und nahm die Feder sowie das Blatt wieder an sich, um ein paar eigene Zeichnungen hinzu zu fügen. Der Flosse gab er ein Herzchen, der beinigen Person einen genervten Gesichtsausdruck, dann machte er ein Fragezeichen daneben, wohl um herauszukriegen, ob der Fremde seine Flosse lieber hatte - er fuhr fort, indem er eine kleine Person, die der Sirene an Bord ähnlich sah, neben seine Behausung kritzelte und dann einen Pfeil zu Rain machte, ebenfalls mit einem Fragezeichen ausgeschmückt. Shuren wollte alles ergründen, aber mehr als das fiel ihm gerade ein, dass er noch immer keine Ahnung hatte, wie er ihn nennen sollte - deswegen zeichnete er ein Strichmännchen, dass ihn selbst symbolisierte und noch eines, das eine Flosse trug; über sich selbst schrieb er seinen Namen, aber den Fremden ließ er namenlos, ehe er ihm die Feder und den Zettel wieder übergab. Vielleicht konnte er ihm ein paar einfache Fragen wie diese beantworten.
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    • Der Mann schickte seine Kameraden erneut fort bevor er sich Rains Zeichnungen ansah. Rain war ganz froh nicht mehr so viele starrende Augen auf sich zu haben, speziell dann, wenn er dadurch, dass er auf dem Boden saß, viel kleiner war als all die anderen. Nun saß er hier auf dem Boden, mitten am Schiff, mit ein paar Blättern Papier, einer Feder und wie es schien mit einem neuen Freund, der zumindest versuchte mit ihm zu kommunizieren. Keiner von ihnen beiden war dumm, sie beide hatten eine Sprache und Schrift, nur dass sie die jeweilige nicht teilten und Rain Probleme damit hatte die seltsamen Laute der Menschen zu imitieren. Er hatte sich an das Atmen aber auch schon gewöhnt, vielleicht würde er also schnell lernen, sobald sich sein Körper darauf besinnte, dass auch diese Körperteile zu ihm gehörten. Besonders begeistert war er von seinen neuen Beinen trotzdem nicht, würde er lernen zu laufen, dann könnte er sich aber wenigstens vernünftig über das Schiff bewegen, statt überall nur hin zu kriechen, oder von dem Grobian getragen zu werden. Das wollte Rain nicht.

      Nun war der andere wieder an der Reihe etwas zu zeichnen. Rain verstand was er meinte und deutete auf die Zeichnung mit dem Herz und dem traurigen Männchen daneben. Er nickte als Antwort, auch wenn er sich wohl daran gewöhnen musste. Die folgende Zeichnung verwirrte ihn ein wenig. Wollte er wissen ob die Unterwasserstadt Rains Heimat war? Rain legte seinen Kopf schief, dann legte er eine Hand an seine Brust, ehe er wieder auf die Stadt deutete und nickte. Danach nahm er die Feder wieder zur Hand und malte zwei Sirenen. Sie sahen grimmig aus und jeder hatte einen kleinen Stab, mit einer Spitze am Ende in der Strichmännchenhand. Rain malte von ihnen aus einen Pfeil zu seiner Heimat und deutete dann auf die Wunde an seinem Oberkörper. Dann sah er sich die seltsamen Zeichen über dem Kopf des einen Strichmännchens an. Die Schrift war Rains nicht zu unähnlich, aber trotzdem konnte er sie nicht lesen. Er schrieb seinen eigenen namen über den Kopf des Männchens mit der Flosse, in seiner eigenen Schrift.
    • Einen Versuch war es immer wert, das hatte seine Mutter zumindest oft angetragen und wer wäre Shuren, wenn nicht ein Idiot, wenn er es unversucht lassen würde? Sein kleines Hamsterchen, oder wie auch immer er ihn im Endeffekt nennen wollte, war ihm gar nicht so befremdlich, sah er seinesgleichen doch gefährlich nahe, aber Fragen warf das alles trotzdem noch immer auf. Zum einen konnte er sich nicht vorstellen, dass diese Art von Umstellungen für irgendjemanden bequem war, und zum anderen glaubte er, dass er sich selbst nicht damit rühmen durfte, sich Hals über Kopf in jede Art von Abenteuer zu stürzen, die sich vor ihm auftat. Dieser Mann hier, ob Sirene oder nicht, war zumindest der lebende Beweis dafür, dass er sich nichts einbilden sollte oder durfte, sondern wie sonst auch weiter an seinem eigenen Unbehagen arbeiten musste - dass er dabei ein, zwei Lektionen vergaß und die Hoffnung, die er sonst auch nicht hatte, in den Wind schoss, war ihm aber dabei auch egal - er versuchte zu verstehen und die Sprache, die er nicht kannte, war ihm dabei mehr als fremd. Weder gelesen oder gehört hatte er je von solch menschlichen Meeresgetier, außer aus Sagen, die einem doch weiß machen wollten, dass sie weniger Verstand und Gehirn hatten als die ach so tollen Menschen, denen es nicht gelang, sie zu fangen.

      Die Strichmännchen, die mit ihren kleinen Spießen auf dem Blatt entstanden, warfen für Shuren mehr Fragen auf, als Antworten. Gab es unterhalb des Meeres eine autoritäre Seemenschen, die sich gegenseitig bekriegten? Nein, vielleicht einen Aufstand, oder er war vor seinem eigenen Volk geflohen - wirklich wusste es Shuren aber trotz der Zeichnung nicht, es erklärte lediglich, wie die Verletzung entstanden war und er wusste nicht, ob er sich damit wirklich zufrieden geben sollte, oder das Ganze besser mehr hinterfragte, anstatt sich eingebildete Geschichten zusammenzureimen, die lediglich auf seinen Thesen basierten. Für den Moment schielte er fragend auf die Zeichen, oder eher das Gekrakel, das sich über der Fischperson wiederfand - Shuren glaubte, für einen Moment, lesen zu können, was da stand, aber er wusste nicht so recht, ob das die Wahrheit war. Vielleicht konnten sie das Ganze leichter machen? Er deutete auf das S, mit dem sein Name begann, und machte das dazugehörige Geräusch - dann deutete er auf den ersten Buchstaben im Namen des Fremden, und sah ihn fragend an, als würde er ihm offenbaren können, welchen Laut dieser Buchstabe machte, wenn er sonst doch gar nicht redete. Wäre es leichter, seinen Kopf in Wasser zu stecken?
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    • Rain war nicht sicher ob der Mensch seine Zeichnungen verstand und er musste zugeben, dass sie sehr krakelig waren. Wenn er zu hause etwas schrieb, dann kratzte er es in weichen Sandstein, das war etwas gänzlich anderes, als eine Feder zu benutzen, um Farbe auf ein Stück Papier zu bekommen. Er hatte in diesem Fall wohl die motorischen Fähigkeiten eines Kindes, auch wenn er seine Arme, Hände und Finger sonst sehr gut im Griff hatte. Der Mensch sah eher verwirrt aus, auch wenn er wohl verstand, dass die Wunde von einer Waffe kam und vielleicht auch, dass Rain geflüchtet war. Er hätte ihm gerne alles im Detail erzählt, aber selbst wenn er eine Bildgeschichte aufgemalt hätte, er war nicht sicher, ob dieser Mann das auch alles verstehen würde. Vielleicht sollte Rain mit einfacheren Dingen anfangen und ihm andere Dinge erklären, aber dazu musste er ihn wohl erst fragen. Kurz überlegte er, ob er darauf hinweisen sollte, dass die Männchen mit den Stöcken Menschen fraßen, er aber nicht. Die Möglichkeit dabei ein Missverständnis aufkommen zu lassen schien Rain aber ein wenig zu groß.

      Stattdessen stürzten sie sich auf ihre Namen wie es schien. Rain beobachtete genau wie der Mann seine Lippen bewegte, als er den ersten Laut seines Namens aussprach. Rain holte übertrieben viel Luft und versuchte dasselbe zu tun. Es gelang so halbwegs, aber für den Laut brauchte er wohl auch keine Stimme. Dann sah er auf das Blatt, auf den ersten Buchstaben seines eigenen Namens, den dieser Mann wohl wissen wollte. Rain schnappte sich stattdessen wieder Papier und Feder. Er versuchte sich an einer anatomischen Zeichnung, einer von der er selbst nicht so sicher war, ob das alles stimmte, aber er gab sich mühe. Er malte sich selbst, gekennzeichnet mit einer Flosse und dann vier parallele Linien die von seinem Hals nach unten verliefen. So entstanden zwei Röhren. Von jeweils einer machte er einen kleinen Pfeil weg, neben den einen malte er einen Tropfen, neben den anderen ein paar Wellen, die Luft symbolisieren sollten. Dann setzte er sich ein wenig auf und legte seine Finger an seinen Hals. Er wusste einfach nicht wie er diese Geräusche nachahmen sollte, aber er hatte auch eine andere Idee und schüttelte den Kopf, um dem Mann zu symbolisieren, dass er alles vergessen sollte und Rain von vorne anfangen wollte. Er zog das Blatt Papier zu sich zurück und deutete auf den zweiten Buchstaben seines Namens. "A", machte er, nachdem er das vorhin schon geschafft hatte zu sagen. Es klang anders als es das Unterwasser würde, aber vielleicht musste er einfach damit leben, dass hier oben alles viel härter klang. Dann formte er seinen Mund zu einem I, so wie er es normalerweise tun würde, um zu ergründen was dabei heraus kam, wenn er etwas Luft aus seinem Hals drückte. "I" Danach wusste Rain erst einmal nicht weiter. Stattdessen deutete er auf Shurens Namen und den zweiten Buchstaben, den der Mensch auf das Papier gezeichnet hatte und sah ihn fragend an.
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