The last Song [Shio & Winterhauch]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Taylor räusperte sich. "Nun ich.." Doch er bekam keinen vernünftigen Satz aus seinem Mund. Die Hand die sie ihm reichte fühlte sich warm und weich an. Als sie ihn jedoch zu sich zog klopfte sein Herz immer schneller. Verlegen sah er ihr tief in die Augen. Jegliche Berührung von ihr lies das Kribbeln in seinem Bauch noch größer werden.
      Doch ehe er noch weiter über das Ganze nachdenken konnte, legte sie ihre Lippen auf seine. Dieses Mal fühlte sich der Kuss lebendiger an. Taylor schloss die Augen und stützte die andere Hand an dem Van ab, sodass er ihr ganz nahe war. Der Kuss fühlte sich sehr gut an und beinahe verlor er seinen Verstand. Ihm war heiß und kalt zugleich.
      Ihre Lippen lösten sich voneinander und ein leichtes zufriedenes Seufzen kam aus seinem Mund. Seine Augen öffneten sich und waren richtig verdunkelt. Charlie löste in ihn gerade so viel Begierde aus, das er sich zurückhalten musste um das dünne und zerbrechliche Band das zwischen ihnen gespannt war, nicht zu zerreißen.
      Ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen. "Wow", sagte er beinahe atemlos. Ihr leichtes Lächeln lies sein Herz noch höher springen. Er hatte Angst das es ihm aus der Brust hüpfte. Dieses Gefühl was er gerade in sich spürte, kannte er bis dato nicht.
      Es war unbeschreiblich.
      Das sie den Van erst morgen früh zurückgeben wollte und damit die Frage stellte was heute Abend und Nacht noch passieren würde, brachte Taylor ein wenig aus dem Konzept. Noch immer lehnte er direkt über ihr. Die andere Hand löste er von ihrer und strich ihr über die Lippen, die ihn gerade geküsst haben, er streichelte zärtlich ihre Wange und strich ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr. Dann beugte er sich zu ihr hinunter, sodass sein Atem an ihrem Ohrläppchen kitzelte. "Komm mit mir."
      Er drückte sich vom Van ab, nahm ihre Hand und schulterte seinen Rucksack.
      Sie liefen die Treppe zur Tür hoch und der Pförtner Harry lächelte als er die beiden jungen Leute sah. Er mag zwar griesgrämig aussehen, hat aber ein gutes Herz. Er nickte den beiden zu. "Es ist niemand zu Hause", bestätigte er Taylor.
      Dieser lächelte und beide stiegen in den Fahrstuhl ein. "Ich hoffe du denkst nicht das es mich stören würde wenn jemand zu Hause wäre, doch ich habe keine Lust auf irgendwelche Fragen von den Jungs. Auch ich darf ein wenig Privatleben haben." Er grinste über beide Ohren. Alles fühlte sich in dem Moment so leicht und unbeschwert an. Beinahe so als ob er fliegen könnte.
      Oben im Loft angekommen führte er Charlie in sein Zimmer. Den Rucksack stellte er ab. Sein Herzschlag war immer noch auf dem Höhepunkt. Er trat auf sie zu und konnte nicht anders um sie noch einmal zu küssen. Dieses Mal legte er eine Hand in ihren Nacken und die andere um ihre Hüfte um sie näher an ihn zu ziehen. Mit seiner Zunge versuchte er ihre Lippen zu spalten um einen innigen Zungenkuss zu bekommen. Sie schmeckte so gut das er nicht aufhören konnte, doch er wollte es nicht übertreiben. Sie war nicht wie diese Groupies.. Sie war anders. Charlie hatte mehr verdient als das man sie benutzt.
      Taylor löste sich wenige Minuten später wieder von ihren Lippen. Merklich atemlos fuhr er sich mit der Hand durch seine bereits verstrubbelten Haare. Verlegen lächelte er Charlie an. "Also was wollen wir heute noch machen?"
    • Charlie verlor sich in dem Moment und in dem intensiven Ausdruck seiner Augen, der ganz allein ihr galt. Das einzige Mal, dass diese Augen so viel Leben ausgestrahlt hatten, war der kurze Augenblick gewesen, in dem Taylor von seiner Liebe zur Musik geschwärmt hatte. Die Hitze in ihren Wangen nahm zu, als er sich hinabbeugte und warmer Atem über ihren Hals streichelte. Eigentlich fehlte nur ein winziges Bisschen bis seine Lippen ihre Haut streifen konnten, doch nichts geschah. Die Anspannung war kaum noch auszuhalten bis geflüsterte Worte ihr Ohr kitzelten. Charlie schauderte bei dem Gefühl und konnte nichts dagegen unternehmen, dass sich ihre Augen ganz von allein wieder schlossen. Blind drückten sich ihre Fingerspitzen in die Tattoos seitlich an seinem Hals.
      ‚Komm mit mir.‘ Sie nickte spürbar an seiner Schulter.
      Als Taylor den Rucksack schulterte, ihre Hand nahm und sie über die Schulter mit diesen dunklen Augen ansah, stolperte das Herz in Charlies Brust. Die Pupillen waren so groß, dass sie die Iris beinahe vollständig verschluckten. Sie hatte gespürt, dass sich Taylor zurückhielt und nun sah sie ungefiltert, welche Gefühl sie in ihm weckte. Wie ihr Herz stolperte auch Charlie dem Sänger hinterher. Überraschend blieb sie stehend.
      „Warte...“ Charlie hob einen Zeigefinger in die Luft und bedeutete Taylor zu warten. Eilig kramte sie eine kleine Umhängetasche aus dem hinteren Teil des Vans und schloss dann das gute Stück sorgfältig ab. Peinlich berührt durch die plötzliche Unterbrechung kratzte sich Charlie am Hinterkopf. „Er bringt mich um, wenn mit seinem Van etwas passiert. Ich schwöre dir, er liebt das Teil mehr als seine Freundin.“
      Charlie folgte ihm in das Gebäude und versuchte nicht an den Pförtner zu denken, der ihnen mit einem wissenden Blick hinterher sah, als sie im Aufzug verschwanden. Wie viele Mädchen hatte Taylor schon heimlich ins Loft geschmuggelt? Charlie warf einen Blick in die verspiegelten Wände des Aufzugs, betrachtete ihr glühendes Gesicht und die zerwühlten Haare…und schüttelte den Kopf. Darüber würde sie jetzt nicht nachdenken.
      'Ich hoffe du denkst nicht das es mich stören würde, wenn jemand zu Hause wäre, doch ich habe keine Lust auf irgendwelche Fragen von den Jungs. Auch ich darf ein wenig Privatleben haben', erklärte Taylor.
      Das Grinsen auf seinem Gesicht vertrieb auch den letzten Gedanken an verflossene Liebschaften und Charlie erwiderte seinen strahlenden Blick mit einem leisen Lachen.
      „Hmhm“, murmelte Charlie während sie neben ihn trat und erwartungsvoll auf die Stockwerkanzeige sah. Mit jeder verstreichenden Zahl wurde das Kribbeln in ihrem ganzen Körper immer stärker, bis es unter ihrer Haut vibrierte. Sie grinste schief. „…niemand möchte, dass dein Bruder einen Herzinfarkt bekommt. Nachher denkt er noch, ich hätte einen schlechten Einfluss auf dich.“
      Der Weg in sein Zimmer war ein einziger Wirbel aus Eindrücken, Farben und Gefühlen. Charlie fühlte die Wärme seiner Hände überdeutlich an ihrer Hüfte durch das dünne Sommerkleid und als Taylor sie an sich drückte, schlang sie die Arme um seinen Nacken. Ein zittriger Atemzug reichte aus und Taylor hatte sie in einen innigen Kuss verwickeltet. Ihre Hände suchten Halt am Rücken seinen T-Shirts, während er ihren Mund eroberte und Charlie schwindelig küsste. Ein angenehmes Ziehen breitete sich in ihrem Bauch auch.
      'Also was wollen wir heute noch machen?'
      „Ich…ähm…wie bitte?“ Charlie blinzelte verträumt und legte den Kopf schief, als hätte sie ihn gar nicht gehört. Erst nach ein paar Sekunden registrierte ihr sauerstoffunterversorgtes Hirn, dass er ihr eine Frage gestellt hatte. Sie rieb sich über die Wangen und lachte verlegen, aber glücklich. Die Frage schien fast ein wenig überflüssig, nachdem er sie so geküsst hatte, aber dann...mit einem geheimnisvollen Funkeln in den Augen sah sie Taylor an.
      „Ich hätte da eine Idee…“ Zu seiner Überraschung führte sie ihn zurück auf den Flur und steuerte zielstrebig auf die Galerie mit den beeindruckenden Panaromafenstern zu, durch die sie einen wunderschönen Blick über die Lichter der Stadt hatten. Neben dem Klavier blieb sie stehen. Behutsam klappte Charlie den Klavierdeckel zurück und tippte mit dem Zeigefinger auf eine willkürliche Note. Ein kurzweiliger, sanfter Klang erfüllte die Galerie. Charlie lehnte sich mit der Hüfte gegen das Klavier und sah Taylor an.
      „Spielst du mir etwas vor?“
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Wie gerne würde er sie stundenlang einfach nur küssen und in den Arm nehmen und nie wieder los lassen, doch er wusste das er diesen Moment genießen muss, denn es könnte sein letzter sein.
      Wer weiß wie viel Zeit ihm wirklich noch bleib. Doch diese bösen unnötigen Gedanken verdrängte er so gut es eben ging. Jetzt war Charlie wichtig. Das hier und jetzt ist wichtig. Die Zeit mit ihr zählte. Auf seine Frage hin bemerkte er das Charlie kurz nicht anwesend war.
      Ihre Verlegenheit war süß und Taylor musste ebenfalls grinsen.
      „Dann bin ich ja mal gespannt.“ Seine Augen leuchteten auf und er folgte ihr auf den Flur. Überrascht sah er sie an. „Du möchtest das ich spiele?“ Ihr Blick sprach Bände.
      Ty setzte sich auf den Hocker vor dem Klavier und setzte sanft seine Finger auf die Tasten ab.
      „Dieses Lied habe ich noch nie gespielt. Du bist die erste die es zu Ohren bekommt. Es ist eher nicht so punkrockig wie die anderen Lieder. Es ist mal etwas ganz anders.“ Mit einem sanften Lächeln schloss er die Augen. „Forever Mine.“ Taylor fing an seine Finger auf den Tasten zu bewegen und die Melodie zu spielen. Dann fing er an zu singen.

      Spoiler anzeigen


      Forever Mine

      [Verse]
      In the gentle light of dawn
      You and I our hearts are drawn
      Every laugh each word we share
      Brings us closer love’s sweet care

      [Verse]
      By the piano soft and true
      Every note I play for you
      Echoes of our endless days
      In your eyes my heart will stay

      [Chorus]
      You are the melody to my song
      With you forever I belong
      Harmonies that never fade
      In our love we have it made

      [Verse]
      Through the storms and sunny skies
      I will hold you till we rise
      Hand in hand we’ll face the night
      Our love’s flame a burning light

      [Bridge]
      In the silence hear the beat
      Of our love so pure so sweet
      Whispers in the moonlit air
      Promise that I'll always care

      [Chorus]
      You are the melody to my song
      With you forever I belong
      Harmonies that never fade
      In our love we have it made


      Als die letzten Töne des Klaviers erklingen blickte Taylor auf und sah Charlie an.
      Röte stand ihm ins Gesicht geschrieben. „I-ich hoffe es hat dir gefallen.“
      Zufrieden klappte er den Deckel der Tasten wieder zu und drehte sich zu ihr herum.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shio ()

    • Mit einer engelsgleichen Geduld wartete Charlie, ob er der unschuldigen Bitte nachkommen würde. Sie biss sich leicht auf die Unterlippe und fragte sich, ob sie das Versprechen etwas zu früh einforderte. Dabei hatte er es selbst vor ihrem kleinen Ausflug angeboten. Irgendwann, hatte er gesagt, würde er Charlie etwas vorspielen. Nun, irgendwann schien schneller gekommen zu sein, als Taylor erwartet hatte. Sie nickte nur als Bestätigung und sah schweigend zu wie er seinen Platz am Klavier einnahm. Taylor wirkte fremd an dem klassischen Musikinstrument aber gleichzeitig, als gehörte er nirgends anders hin.
      Die Melodie zauberte eine Gänsehaut über Charlies Haut. Aufmerksam beobachtete sie seine schlanken Finger, die über die schwarzen und weißen Tasten schwebten. Es sah spielend leicht aus, wie er dem Klavier diese wunderschönen Töne entlockte. Überrascht weitete sich ihre Augen, als er anfing zu singen. Eine gänzlich andere Stimmfarbe erfüllte ihre Ohren und Charlie schloss fast andächtig die Augen, um keine Note zu verpassen.
      Kurz vor Ende des Liedes, sie hörte es an den sanften und ausklingenden Tönen, schlug Charlie die Augen auf und ging langsam um das Klavier herum bis sie hinter Taylor stehen blieb. Als er sich auf dem Hocker umdrehte, stießen ihre Knie aneinander und Charlie stand direkt vor ihm. Sie strich ihm ein paar verirrte Haarsträhnen aus der Stirn und fühlte die glühende Hitze seiner Wangen, als sie mit den Fingerspitzen darüber streichelte. Ihre Augen schimmerten leicht, die Melodie und die Worte hatten sie tief berührt.
      "Das war wunderschön, Taylor", flüsterte sie. "Wirklich...und mir gefällt dieser andere Taylor. Ich glaube nicht, dass er sich vor irgendjemanden verstecken muss."
      Charlie beugte sich herunter, die Hände auf seine Schultern gelegt, und stahl einen flüchtigen aber zärtlichen Kuss. Daran könnte sie sich gewöhnen, auch wenn es vielleicht nicht von Dauer war - in vielerlei Hinsicht.
      Sie schmunzelte.
      "Aber im Moment bin ich ganz glücklich damit, ihn noch eine Weile für mich allein zu haben. Danke, dass du es mit mir geteilt hast."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • "Ich weiß", murmelte er vor sich hin. Mit gesenktem Kopf verschränkte er seine Finger in einander. "Ich möchte diese zerbrechliche Seite nur bestimmten Menschen zeigen. Klar spiele ich auch auf der Bühne 1 oder 2 solcher Songs, doch ich präsentiere mich lieber stark, als so." Ihr kleiner Kuss lies ihn wieder aufsehen. "Ich hatte nicht vor ihn zu veröffentlichen. Zu mindestens nicht jetzt." Er blickte Charlie in die Augen und grinste sie an. "Ach was solls er gehört dir ganz alleine." Er zog sie auf seinen Schoß und schloss sie ganz nah an sich heran in seine Arme. Taylor legte den Kopf auf ihre Schulter ab. "So kannst du dich immer wieder an mich erinnern."
      Er drückte ihr einen Kuss auf die Wange. "Weißt du was wir jetzt machen? Heute soll es noch ganz viele Sternschnuppen geben und oben auf der Dachterrasse haben wir einen super Ausblick." Taylor hob Charlie von seinem Schoß und ging in sein Zimmer wo er Decken und Kissen heraus holte und diese unter den Armen trug. "Wärst du so lieb und würdest hier warten? Ich rufe dich dann wenn ich bereit bin."
      Einen kleinen Treppenabsatz ging es nach oben auf die Dachterrasse des Lofts. Taylor legte die Decken auf das große Liegesofa. Dann machte er noch die Lichterketten an, welche einen warmen Ton ausstrahlen. Ein paar Kerzen zündete er auch an. In einem kleinen Kühlschrank fand er noch ein paar Snacks. Käsewürfel, Weintrauben, Salamisticks, Erdbeeren verteilte er auf dem Teller und stellte ihn auf den kleinen Beistelltisch neben dem Sofa. 2 Gläser nahm er aus dem Schrank und eine Flasche Wein folgte ebenfalls.
      Dann schalte er sein Handy an und wählte ein paar Lieder der Band aus den jetzigen Alben und lies diese leise spielen.
      Nachdem er fertig war und sein Werk betrachtete, lächelte er stolz. Er ging den Treppenabsatz wieder nach unten und sah zu Charlie. "Du kannst kommen." Über beide Ohren strahlte er. Er nahm sie an die Hand und führte sie nach oben. Er lies ihre Hand los sodass das Ganze auf sie wirken kann. Taylor nahm den Wein und öffnete ihn und schenkte zwei Gläser ein. Er reichte Charlie eins.
      Etwas näher trat er an sie heran. Sie sah so schön in diesem warmen Licht aus. "Auf einen schönen Abend." Die Gläser stießen zusammen und beide tranken aus den Gläsern.
    • „Ach, was soll’s. Er gehört dir ganz alleine. So kannst du dich immer wieder an mich erinnern“, murmelte Taylor an ihrer Schulter und Charlie verpasste ihm einen spielerischen, leichten Klaps auf den Arm.
      „Du musst dringend an deiner Einstellung arbeiten, Mr. Rockstar. Als Allererstes hörst du auf so zu reden, als würdest du jeden Augenblick tot umfallen. Du bist nämlich gerade sehr lebendig und das ist es, was zählt.“
      Charlie mochte damit ein wenig übers Ziel hinausschießen. Sie verzog missmutig das Gesicht, als ihr bewusst wurde, dass sie vermutlich etwas unsensibel dabei klang. Wie Taylor sich wirklich fühlte, wusste nur der Sänger ganz allein. Entschuldigend sah Charlie ihn an ehe sie sich in seine Arme schmiegte und die Nasenspitze am Kragen seines Shirts vergrub.
      "Weißt du, was wir jetzt machen? Heute soll es noch ganz viele Sternschnuppen geben und oben auf der Dachterrasse haben wir einen super Ausblick“, hörte sie Taylor sagen.
      Ein wenig verträumt nickte Charlie mit geschlossenen Augen und verlor sich bereits so tief in der Wärme seiner Umarmung, dass sie ihm gar nicht richtig zuhörte. Der Moment war wunderschön und friedlich. Das war auch der Grund, warum Charlie ein erschrockenes Quietschen entfloh, als Taylor sie völlig aus dem Nichts einfach von seinem Schoß hob. Für einen kurzen Augenblick verlor sie den Boden unter den Füßen und klammerte sich überrascht an seine Schultern. Sie blinzelte und lief knallrot an, als sie bemerkte, dass sie sich immer noch an ihn klammerte als würde ihr Leben davon abhängen obwohl ihre nackten Füße schon längst wieder fest auf dem Boden standen. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Nicht, dass sie Taylor die Kraft nicht zutraute, aber er sah nun mal wirklich die meiste Zeit des Tages kränklich und blass aus.
      „O…okay“, stotterte sie.
      Geduldig und mit den berühmten Schmetterlingen im Bauch wartete Charlie am Klavier. Etwas nervös glitten ihre Fingerspitzen über die weißen und schwarzen Tasten, denen Taylor vor wenigen Minuten noch so wunderschöne Töne entlockt hatte. Sie lächelte in sich hinein und sah erst auf, als Taylor nach ihr rief. Lächelnd nahm sie seine Hand und folgte ihm hinauf auf die großzügige Dachterrasse. Wer glaubte, dass der Ausblick aus dem Panoramafenster der Galerie schon beeindruckend gewesen war, dem verschlug es hoch oben über den Dächern von San Francisco den Atem. Charlie nahm die, zu ihrer erneuten Überraschung, sehr romantisch gestaltete Szenerie in Augenschein. Sie hatte ihre Stimme noch nicht wiedergefunden, als er ihr das Weinglas reichte. Kurz überlegte sie, ob es klug war mit all den Medikamenten überhaupt Alkohol zu trinken, aber Taylor sah so glücklich und zufrieden aus, dass Charlie es nicht übers Herz brachte.
      Sie sah lächelnd zum Nachthimmel hinauf, als sie die erste Sternschnuppe entdeckte.
      „Und ich weiß schon ganz genau, was ich mir wünsche.“

      Charlie wusste nicht wie spät es war, als sie das erste Gepolter aus dem Loft hörte. Prüfend warf sie einen Blick auf Taylor, dessen Kopf in ihrem Schoß lag. Er schlummerte tief und fest. Der Tag musste für ihn anstrengender gewesen sein, als sie vermutet hatte. Es war nichts passiert. Zumindest nicht das, was alle inklusive des Pförtners im Erdgeschoss wohl vermutet hatten. Zärtlich streichelte sie ihm über den dunklen Haarschopf und zeichnete mit den Fingerspitzen zum wiederholten Male die Linien der Tattoos an seinem Hals und Nacken nach. Die Berührung schien ihm selbst im Schlaf zu gefallen, denn Charlie spitzte die Ohren und grinste breit, als sie sein zufriedenes Seufzen vernahm.
      Stimmen näherten sich der Dachterrasse und Charlie zählte stumm von 10 bis 1 herunter, da polterte bereits der Rest der Band ins Freie. Die Jungs blieben verdattert aber sichtlich angeheitert stehen, als sie Charlie auf der Liege entdeckten. Mehr als Taylors zerzausten Haarschopf konnten sie aus der Distanz nicht erkennen. Das dünne Sommerkleid war gefährlich hochgerutscht und präsentierte Taylors Bandkollegen und Freunden mehr von der gebräunten Haut, als Charlie lieb war. Eine von Taylors Händen hatte sich wie aufs Stichwort auf ihren Oberschenkel verirrt. Die junge Frau runzelte die Stirn bis sie eine ernste Miene auflegte, die angesichts der Szenerie und ihrem hochroten Kopf ein wenig an Wirkung einbüßte. Langsam drückte sie den Zeigefinger gegen ihre rotgeküssten Lippen.
      „Pssst…“, machte sie.
      Liam, Mike und James sahen das Paar mit geöffneten Mündern an und erinnerten Charlie damit an ein paar Fische auf dem Trockenen. Eigentlich fehlte nur noch John. Auf die Standpauke, wohin sie Taylor den ganzen Nachmittag entführt hatte ohne jemandem Bescheid zusagen, konnte sie gerade allerdings gut und gerne verzichten. Der Ernst verschwand aus ihrem Gesicht und machte Platz für das ‚Charlie-typische‘ Lächeln. Verlegen kaute sie auf ihrer Unterlippe.
      „Wenn ihr fertig mit Anstarren seid und einer von euch noch geradeaus gehen kann, könntet ihr mir vielleicht helfen ihn ins Bett zu tragen. Für mich allein ist er nämlich zu schwer…und ich wollte ihn nicht wecken.“
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Ihm war es in dem Moment egal welche Auswirkungen der Alkohol auf seine Medikamente hat und wie er sich morgen fühlte. Nichts sollte diesen Moment kaputt machen. Die kalte Flüssigkeit lief seiner Kehle hinunter und auch er blickte in den Sternenhimmel. "Geht mir ganz genau so", flüsterte er vor sich hin.
      Sie machten es sich auf dem Sofa bequem und aßen die Snacks. Die Flasche leerte sich schnell und die Gespräche verstummten allmählich, die intensiven Küsse wurden weniger. Hier und da konnte Taylor ein Gähnen nicht unterdrücken. Wenig später lag er angekuschelt auf Charlies Schoß.
      Er bekam das Drum herum nicht wirklich mit.
      Kurze Zeit später trafen die Jungs ein, die ein wenig angeheitert waren. "Wow!", rief James und zeigte mit dem Finger auf die Beiden. Liam räusperte sich und auch Mike kam aus dem Starren nicht heraus. „Wenn ihr fertig mit Anstarren seid und einer von euch noch geradeaus gehen kann, könntet ihr mir vielleicht helfen ihn ins Bett zu tragen. Für mich allein ist er nämlich zu schwer…und ich wollte ihn nicht wecken.“
      Die Jungs nickten und gingen zu dem Sofa. Sie schmunzelten als sie Taylor dort liegen sahen. Die Jungs packten den Sänger vorsichtig unter den Armen und Mike hielt ihm die Beine hoch. Vorsichtig trugen sie ihn die Stufen hinunter und bogen in sein Zimmer ein. Sanft legten sie ihn auf sein Bett ab. "Er sieht sehr zufrieden aus", flüsterte Liam. Sein Blick ging zu Charlie. "Danke das du auf ihn aufgepasst hast." Die Anderen nickten zustimmend. Die Tür vom Fahrstuhl öffnete sich und Mike schaute aus dem Zimmer heraus. "Oh John ist gerade gekommen." "Wir sollten gehen", murmelte Liam. Die Jungs gingen den Flur entlang und die Treppe hinunter. "Ach hier lungert ihr herum ist Taylor wieder da?" "Alle nickten. "Charlie ist auch noch hier..", sagte Liam. John zog eine Augenbraue nach oben. "Gut.. Dann werde ich hier auf sie warten." Die Jungs schnappten sich alle noch etwas zu trinken und gingen anschließend auf ihre Zimmer. James sagte Charlie Bescheid das John unten auf sie warten würde und wünschte ihr noch eine gute Nacht.
      John machte sich einen Kaffee und setzte sich auf das Sofa und wartete auf sie.
      Als sie endlich nach unten kam blickte John sie an. "Setzt dich bitte." Er lies sie nicht aus den Augen. Er trank einen Schluck aus der Tasse. "Also", fing er an zu sprechen. "Was sind deine Absichten gegenüber meines Bruders? Ich möchte hier nicht das Arschloch raushängen lassen, aber der Manager möchte das er keine Ablenkung bekommt und den Kopf 100% für das Sommerfest frei hat.“ Sein Blick wirkte etwas entspannter. "Charlie hör zu.. Ich hab Angst um ihn.“ Er sah das ihre Lippen rot geküsst waren. "Tu ihm einfach nicht weh ok? Brich ihn nicht sein Herz."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shio ()

    • Vorsichtig, um auf den Stufen nicht ins Stolpern zu geraten, folgte Charlie den Jungs zurück ins Loft. Bis auf die Lichter von San Francisco erhellte nichts die weitläufigen Räume, aber das machte Liam und den anderen wohl nichts aus. Sie navigierten blind aber zielsicher mit dem schlafenden Taylor durch das Loft. Charlie blieb ein wenig im Hintergrund, als die Jungs sich um ihren Freund kümmerten.
      "Danke, dass du auf ihn aufgepasst hast."
      Kopfschüttelnd aber mit einem warmen Lächeln sah Charlie Liam an. „Hab‘ ich gerne gemacht.“
      Ein leises ‚Ping‘ kündigte den Fahrstuhl an, dessen Türen sich wenige Augenblicke später beinahe geräuschlos öffneten. James, Liam und Mike wirkten plötzlich auffällig nervös. Ein paar Sekunden später ahnte Charlie auch, warum. Die Nervosität übertrug sich auf die Blondine, als James den Kopf durch die Tür steckte und ankündigte, dass John ein Wort mit ihr sprechen wollte. Eigentlich war der gut gekleidete und stets professionelle Bruder von Taylor ihr immer mit Freundlichkeit begegnet. Immerhin hatte er sie, eine eigentlich Fremde, aus Sorge um seinen kleinen Bruder um Hilfe gebeten. Nun aber begrüßte er sie mit ernster Miene, als sie am Fuß der Wendeltreppe innehielt.
      Verteidigend hob Charlie die Hände und ihre Stimme war ein leises, gedämpftes Flüstern.
      „Es tut mir, John“, murmelte sie schuldbewusst. „Ich hätte Dir Bescheid sagen sollen, aber die Idee mit dem Ausflug kam ganz spontan. Ich weiß, es ist leichtsinnig und ich habe nicht an die Medikamente gedacht, aber…“
      "Setzt dich bitte."
      Charlie verstummte sofort und senkte betreten den Blick. Es war das erste Mal, dass John einen wirklich einschüchternden Eindruck auf die junge Frau machte. Sie nickte und setzte sich zu John auf das Sofa. Gewöhnlich beruhigte sie der vertraute Duft von frischem Kaffee, weil er sie an die schönen Momente mit ihrer Granny erinnerte. Jetzt gerade half er nicht ihre Nerven zu beruhigen.
      Als John anfing zu sprechen, traute sie ihren Ohren nicht. Charlie glauben einen stummen Vorwurf zwischen den Zeilen zu hören und…Misstrauen. Ganz automatisch nahm sie eine defensive Haltung ein und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie versuchte nicht einmal zu verstecken, dass Johns Worte sie kränkten.
      „Du benimmst Dich aber gerade wie ein riesengroßes Arschloch, John“, feuerte Charlie zurück. „Du hast mich im Geschäft meiner Großmutter aufgesucht und mich um Hilfe gebeten. Und seit wann ist Dir dieses dämliche Festival überhaupt so wichtig? Vor ein paar Tagen hättest Du Taylor am liebsten noch von den Ärzten fixieren lassen, damit er nichts Dummes macht und jetzt willst Du ihn in seinem Zustand auf die Bühne lassen? Nachdem du mir Vorwürfe gemacht hast?“
      Es war extrem selten, dass Charlie die Fassung verlor, aber das hier brachte das Fass zum überlaufen und stellte das beschissene Ende eines wunderschönen Tages dar.
      „Ist mir egal was dieser tolle Manager sagt…“, murmelte Charlie. „Das ist unverantwortlich.
      „Charlie, hör zu. Ich habe Angst um ihn.“
      „Denkst du ich nicht?“, konterte sie. „Dein Bruder ist mir wichtig. Das kannst du mir jetzt glauben oder auch nicht. Ist mir egal.“
      Johns Blick fiel nach unten zu ihren geröteten Lippen und Charlie sah verlegen auf ihre Hände.
      "Tu ihm einfach nicht weh, ok? Brich ihm nicht sein Herz."
      „Es ist nicht so wie Du…“, setzte Charlie an und stockte. Sie hatte bisher keinen Gedanken daran verschwendet, dass Taylor ein ähnliches Gefühlschaos empfand. Dass er es wirklich ernst meinen könnte. Der Gedanke machte ihr Angst, aber hinterließ gleichzeitig ein warmes Gefühl in ihrer Brust. Charlie seufzte. „Das würde ich mir nie verzeihen, John.“
      Ein betretenes Schweigen herrschte zwischen ihnen.
      „Kann…kann ich…Ich würde Taylor gerne noch kurz Gute Nacht sagen. Ich versuche, ihn nicht zu wecken. Dann verschwinde ich, wenn du das willst“, murmelte sie. Es fühlte sich eigenartig an John um Erlaubnis zu bitten.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • John sah sie an und wirkte sprachlos. Er kniff sich mit dem Daumen und Zeigefinger zwischen die Augen. Kopfschüttelnd sah er sie an. „Es tut mir leid Charlie… Ich habe gerade etwas überreagiert.“ Er sah sie besorg an. „Ich habe Angst um ihn. Verdammte Angst. Der Druck vom Management ist nicht zu unterschätzen. Es sollte kein Angriff auf dich oder deine Person sein, wenn das so rüber kam dann verzeih mir bitte.“ John seufzte. „Ich möchte nur das Beste für ihn. Es reicht schon das er krank ist. Ich möchte ihn beschützen vor all den Bösen was dort auf der Welt ist.“ Seine Tasse mit dem Kaffee trank er aus und stand dann auf um sich vor Charlie zu stellen. „Du musst mich nicht fragen ob du ihm eine gute Nacht wünschen darfst.. Es war falsch dich so anzugehen. Ich bin einfach fertig mit meinen Nerven..“ Es tat ihm wirklich leid und er hoffte das Charlie Verständnis zeigte.
      „Pass einfach bitte auf ihn auf. Solange er es zulässt.“ Er drückte ihre Schulter und stellte anschließend die Tasse in den Spüler.
      „Ich muss mich ausruhen. Ich wünsche dir eine gute Nacht und melde dich wenn etwas ist oder du was brauchst.“
      John ging zum Aufzug und fuhr dann nach unten und fuhr nach Hause.

      Taylor bekam von all dem nichts mit und schlief seelig in seinem Bett.
      Er träumte die Nacht von Charlie und murmelte im Schlaf auch ihren Namen.
      Am nächsten Morgen fühlte er sich komplett überfahren. Verschlafen sah er auf die Uhr. Es war gerade mal 8 Uhr morgens.
      Keine Spur von Charlie. Doch dieses schöne Gefühl von dem gestrigen Tag verspürte er immer noch in sich.
      Er nahm sein Handy in die Hand und tippte eine Nachricht an sie.
      Spoiler anzeigen
      Guten Morgen. Ich hoffe du konntest gut schlafen. Es tut mir leid das ich eingeschlafen bin. Ich hoffe du bist gut nach Hause gekommen. Ich wollte dir für den schönen Tag gestern danken. Du kannst ja Bescheid geben wann wir bei deiner Granny zum Essen kommen sollen. Bis hoffentlich ganz bald. Ty‘

      Lächelnd legte er sein Handy an die Brust.
      Einige Zeit später ging er duschen. Es war noch ruhig im Loft. Die Haushälterin kam auch erst gegen Mittag.
      Taylor ging nach unten machte sich einen Kaffee, schüttelte sich Müsli in eine Schüssel und ging nach oben auf die Dachterrasse. Er genoss die Ruhe, er wusste das sie heute noch etwas für das Sommerfest vorbereiten müssen.
    • Das Gespräch mit John ließ Charlie nachdenklich zurück. Vor allem hoffte sie, niemals diesem Manager über den Weg zu laufen, weil sie ihm Einiges zu sagen hätte. Allerdings stand es ihr wohl kaum zu, sich in die Geschäftsbeziehungen einzumischen. Charlie atmete tief durch und winkte John zu Abschied. Sie wartete bis die Türen des Aufzuges leise zuglitten und tapste anschließend auf Zehenspitzen die Treppe hinauf. In Taylors Zimmer schloss sie vorsichtig die Tür und setzte sich auf die Bettkante. Ganz sanft strich sie Taylor über den Kopf und beugte sich zu dem Schlafenden herunter, um ihn auf die Wange zu küssen. Lächelnd beobachtete Charlie wie er im Schlaf durch die Berührung leicht das Gesicht verzog und etwas Unverständliches murmelte. Mit den Sandalen in einer Hand schlich sie durch das mittlerweile stille Loft. Alle schienen bereits in ihren Betten zu liegen. Niemand bekam mit, wie Charlie das Loft verließ.

      [Am nächsten Morgen]

      'Ping'.
      Charlie stellte die Kaffeetasse auf der Anrichte ihrer kleinen Küchen ab und zog ihr Smartphone aus der Hosentasche. Auf dem Display leuchtete ihr Taylors entgegen. Sie pustete sich eine verirrte Haarsträhne aus der Stirn und tippte schmunzelnd eine Antwort.

      'Guten Morgen, Schlafmütze. Mach dir keine Gedanken. Das Abendessen müssen wir wohl leider verschieben. Eine Freundin von Granny ist krank geworden und sie ist für ein paar Tage nicht in der Stadt. Sie ist heute Morgen mit dem Zug los. Das heißt, ich muss den Laden alleine schmeißen und werde nicht viel Zeit haben. :( '

      Grübelnd sah Charlie auf und zuckte, als etwas um ihre Beine streifte. Othello maunzte vorwurfsvoll und wartete ungeduldig auf sein Frühstück. Ihr Blick schweifte durch die kleine, chaotische Maisonettewohnung. Schnell tippte sie eine zweite Nachricht ab.

      'Ich kann den Laden am Samstag eher schließen. Denkst du, dein Terminkalender lässt es zu, dass du vorbeikommst? Der Eingang zu meiner Wohnung liegt in einer kleinen Seitenstraße hinter dem Laden. Ich denke nicht, dass dich dort jemand sehen wird.'

      Das letzte, was die Taylor und die Band gerade brauchten, war eine Titelseite in den Klatschblättern. Sie hatten gestern schon verdammt viel Glück gehabt.
      'Sag mir einfach Bescheid. :)'
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Das Vibrieren seines Handys unterbrach kurz die Ruhe die herrschte. Ein Lächeln kam auf seine Lippen und er freute sich über die Nachricht von Charlie.
      Spoiler anzeigen
      ´Ich werde es versuchen. Ich melde mich bei dir. Ich hoffe das es der Freundin deiner Oma bald besser geht und wir das Essen nachholen können. Ich wünsche dir eine stressfreie Zeit.´ Ty


      Zufrieden legte er sein Handy zur Seite, trank den Kaffee leer und schloss für einen Moment die Augen.
      Lautes Gepolter lies nicht lange auf sich warten und die Bandmitglieder stolperten die Treppenstufen hinauf und unterhielten sich angeregt. Taylor drehte sich zu ihnen um und zog eine Augenbraue nach oben, da sie sich offensichtlich über den gestrigen Abend unterhielten.
      Taylor räusperte sich und die Jungs blieben abrupt stehen. Verlegen kratzten sie sich am Hinterkopf. "Jo Guten Morgen.", kam von James. "Ich wünsche euch auch einen Guten Morgen." Er blickte die Jungs ernst an. "Was habt ihr gerade hinter meinem Rücken über mich und Charlie erzählt?" Liam trat von einem Bein auf das andere. "Nun wir fanden es süß wie wir euch gestern vorgefunden hatten." Taylor sah sie überrascht an. "Erzählt mir alles.."
      Die Jungs setzten sich zu ihm und erzählten ihm was gestern noch passierte, nachdem er eingeschlafen war. "Oh.." Taylor sah verlegen aus. "Das Problem war das John noch mit ihr reden wollte.. Ich hoffe er war nicht zu hart zu ihr..", sprach Mike. Taylor seufzte. "Das finde ich wohl später selbst heraus. Also was ist der Plan für heute?"
      Liam zeigte ihm den Ablaufplan der Woche und für heute. Es standen eine ganze Menge Zeug auf dem Plan. Der Fokus lag auf dem Sommerfest. "Heilige Mutter Gottes, wie sollen wir das bis dahin hinbekommen? Der Manager denkt auch wir sind Maschinen, die 24 Stunden funktionieren?" James sah verärgert aus. "Ein wenig Freizeit kann uns der Typ noch geben", ergänzte Mike.
      Die Handys der Jungs klingelten zur gleichen Zeit. Es war eine Nachricht vom Manager.
      Spoiler anzeigen
      ´Guten Morgen meine Stars. Ich bin für eine Weile auf Geschäftsreise, dennoch habe ich John beauftragt das er euch immer mal wieder unter die Lupe nimmt. Ich habe bis zum Sommerfest alles haargenau datiert und möchte das ihr euch daran haltet. Ich habe euch für jeden Samstag noch einen Gig organisiert. Damit ihr ein paar neue Songs unter die Leute bringen könnt und gleichzeitig Werbung für das Fest macht. Haltet euch ran. Ich möchte keine Beschwerden erhalten. Bis bald!´

      Die Jungs ließen sich alle nach hinten auf das Sofa fallen. "Sag Mal hat der sie nicht mehr alle? Wir sollen jeden verdammten Samstag auftreten? Er weiß aber schon das du nicht ganz fit bist? Hat er völlig den Verstand verloren?" Liam war außer sich vor Wut. Niemand konnte es so richtig fassen. Taylor seufzte schwer, nun konnte er Charlie am Samstag eventuell nicht besuchen kommen.
      "Ich weiß es wird hart werden, aber pro Woche einen Gig zu spielen ist doch viel Wert", versuchte James die Situation etwas zu entschärfen. "Er hat Recht. Lasst uns das Beste daraus machen und ich denke John wird einen Teufel tun und Taylor zu hart arbeiten lassen", sprach Mike. Resigniert nickten sie sich an und machten sich an die Arbeit.
      Im hauseigenen Tonstudio angekommen begangen die Jungs ein paar neue Songs zu produzieren.
      Stunden vergangen und nach und nach waren sie beinahe jeden Tag im Studio und haben wie wild produziert. John kam am Mittwoch Abend endlich einmal vorbei und brachte den Jungs Pizza mit. "Hier die habt ihr euch verdient."
      Die ausgehungert stürzten sich die Jungs über die Pizzen. "Wie weit seit ihr gekommen?" "Nun zwei neue Songs haben wir schon, nur Taylor möchte einen Song nicht herausrücken, der sozusagen schon steht." John sah seinen kleinen Bruder an. "Ist das so?"
      "Ja! Und der bleibt auch vorerst ungehört." Er wollte den Song den er für Charlie gespielt hatte nicht an die Öffentlichkeit bringen. Es war ihr Song. Ganz alleine ihrer. "Beruhige dich, das war nur eine Frage." John sah ihn verwirrt an. "Denkst du morgen an den Termin in der Klinik? Soll ich dich begleiten?" Taylor biss von seinem Stück ab und schüttelte den Kopf. "Ich bekomme das schon alleine hin." John nickte. "Melde dich dann später bei mir und dann können wir zu Mittag essen." "Okey."
      John verschwand wieder und die Jungs machten für heute auch Feierabend.

      Am nächsten Tag sahs Taylor im Wartebereich des Krankenhauses. Er hatte nicht so richtig Lust auf irgendwelche Test oder dergleichen.
      Nach ungefähr 30 Minuten wurde er aufgerufen und er durfte zum Röntgen gehen. Hier und da wurde ein Belastungstest gemacht.
      Nachdem die Test vorbei waren begab er sich in das Sprechzimmer des Arztes.
      "Wie fühlen Sie sich?" "Nun immer wieder etwas schwach." "Das liegt an den Medikamenten Mr. Davis. Denken sie sie wären in einem Monat bereit für eine Chemotherapie? Wir würden es gerne versuchen. Die Medikamente dämpfen das Ganze ein und auch auf den Röntgenbildern hat sich jetzt nichts groß verändert. Ich gebe Ihnen ein paar Unterlagen mit und Sie können es sich überlegen. Ich würde Ihnen raten es zu machen. Somit dürfte die Chance auf ein längeres Leben gegeben sein. Nur seien Sie sich sicher der Weg wird hart werden." Taylor nickte ihm zu. "Ich weiß, Vielen Dank." Er verabschiedete sich, nahm die Unterlagen und schrieb eine kurze Nachricht an John das er fertig wäre. John holte ihn wenige Minuten später ab und die beiden Männer fuhren in ein Restaurant, wo sie zu Mittag aßen.
    • Ein ereignislose Woche ging vorbei, dann war auch schon Freitagabend. Charlie hatte alle Hände voll mit dem Geschäft zu tun. Die Nächte waren kurz und voller Vorbereitungen auf den nächsten Tag und die Tage so voll gestopft, dass sie kaum einen Moment zum Durchatmen fand. Der Samstagvormittag stand ihr noch bevor aber trotz des ganzen Stress liebte sie ihre Arbeit. Prüfend roch sie an an einer Haarsträhne, die nach Karamell und Zimt aus der kleinen Backstube im hinteren Teil des Kaffees dufteten.
      Deshalb zückte sie auch erst am Ende der Woche ganze bewusst das Smartphone aus der Tasche und scrollte durch ihre Nachrichten. Nichts.
      Charlie zog die Augenbrauen zusammen, denn irgendetwas stimmte nicht. Seit seiner letzten Nachricht hatte sie nichts mehr von dem Sänger gehört und es war nicht das erste Mal, dass sie der Gedanke plagte, dass es Taylor sich nach ihrem letzten Treffen anders überlegt hatte. Vielleicht hatte sie sein Interesse falsch verstanden. Charlie strich sich das blonde Haar aus der Stirn und zog die Beine auf die kleine, durchgesessene Couch, die noch zu bequem war um sie wegzuschmeißen.
      Es nützt ja nichts.
      Etwas nervös öffnete sie das Chatfenster, in dem die vergangenen Tage eiserne Stille geherrscht hatte hatte, und tippte eine Nachricht.

      'Hey! Ich hoffe bei dir ist alles okay. Du hast bestimmt viel zu tun und
      ich will dich gar nicht lange aufhalten, aber weißt du schon, ob du
      es morgen Abend schaffst? Übertreib es nicht und pass auf dich auf.
      Charlie.'

      Ungeduldig starrte sie auf ihr Smartphone und als nach knapp 10 Minuten noch keine Reaktion gekommen war, warf sie das Telefon auf das nächstbeste Sofakissen und ließ sich mit einem Seufzen zur Seite fallen. Mit den Händen berührte sie die ihre Wangen und spürte die Wärme unter ihren Fingerspitzen. Sie waren rot und glühten. Charlie hatte den Gedanken bisher verworfen, um sich nicht darin zu verrennen, aber sie hatte sich wohl doch in Taylor verliebt.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • John erzählte ihm nicht davon was er zu Charlie gesagt hatte, den er wollte eine ruhige Minute abwarten. Nach dem Mittagessen gingen wieder alle an die Arbeit und langsam kam auch der Tag vor dem großen Gig. Die Jungs versammelten sich oben auf der Dachterrasse und tranken hier und da ein Bier. Etwas spät in der Nacht sah Taylor auf sein Handy. "Oh verdammt!!" Er hatte vergessen Charlie zu schreiben. So viel Arbeit lag diese Woche an.
      Spoiler anzeigen
      ´Hey Charlie..
      Es tut mir wahnsinnig leid das ich dir nicht geschrieben habe, aber die Woche war so vollgestopft das ich nicht mehr daran gedacht habe. Ich habe morgen Abend leider einen Gig. Wenn du magst kannst du gerne vorbei kommen und wir machen danach noch irgendwas. Bitte verzeih mir das ich mich nicht gemeldet habe. Ich wünsche dir eine Gute Nacht und bis hoffentlich morgen.´
      xoxo Ty

      Die Nachricht war abgeschickt. Es ärgerte Taylor sehr das er diese Woche nichts mehr geschrieben hatte. Hoffentlich nahm sie ihm das nicht übel. Doch im Moment stand die Karriere wohl an erster Stelle und er brauchte die nötige Energie und Kraft für die Auftritte. Trotzdem schmerzte es in seiner Brust, als er an Charlie dachte. Er versuchte die Nacht zu schlafen, doch das klappte nicht. Dementsprechend sah er am Samstag auch ein wenig gerädert aus. Selbst der Kaffee half nichts. Der Zuspruch der Jungs ermutigte ihn doch ein wenig den Tag heute über die Bühne zu bringen. Gesagt getan. Die Bühne wurde aufgebaut und die Jungs zogen sich für den Auftritt an. Der Saal füllte sich allmählich doch von Charlie keine Spur. "Sie wird schon kommen." Liam tätschelte seine Schulter. Taylor zwang sich zu einem Lächeln. "Ich hoffe es.." Der Veranstalter kam auf die Bühne und stellte die Band vor.
      "Herzlich Willkommen alle zusammen und begrüßt mit mir die Band "4dust"." Ein tobender Applaus und Gekreische war zu hören und die Menge bebte. Die Jungs hoben ihre Hände und traten auf die Bühne an ihre Instrumente. Taylor trat ans Mikro. "Hallo zusammen ich hoffe euch geht es gut. Wir wünsche euch einen schönen Abend." Schon fingen sie an zu spielen.
    • Huh? Ein Konzert am Samtag? Also hatte John ihre Worte und Sorgen nicht beherzigt. Charlie verstand, dass sich die ganze Band in einer Zwickmühle befand, vor allem aufgrund des bevorstehenden Beach-Festivals, aber auf Kosten von Taylors Gesundheit diese Gigs anzunenehmen...Es war einfach unverantwortlich. Auf die Nachricht wusste sie nichts zu erwidern, was nicht augenblicklich ein schlechtes Gewissen nach sich gezogen hatte. Also antwortete Charlie nicht und räumte sich Zeit zum Nachdenken ein. Wenn sie ehrlich war, war sie ein bisschen enttäuscht nach dem schönen Wochenende, den Küssen...Vielleicht interpretierte sie tatsächlich zu viel hinein. Andererseits ging bei Taylor Musik über alles andere. Er hatte hart für diese Karriere gearbeitet. Hatte sie also überhaupt das Recht eingeschnappt zu sein? Erst ein paar Stunden später schickte sie Taylor einen kurz Antwort.

      Ich versuche da zu sein.
      Übernimm dich nicht.
      Charlie.

      _________________________________________________________________________

      Die Location für den Gig stellte sich als stadtbekannter Underground-Club heraus. Ohne die Karten, die ihr offensichtlich John in den Briefkasten geworfen hatte, wären ihre Chancen gleich Null gewesen überhaupt einen Fuß in den Club zu setzen. Massive Stahlträger bildeten das Deckengerüst und umrahmten die völlig überfüllte Tanzfläche vor der aufgebauten Bühne. Der Gig galt als exklusiv und diente zur Promotion für das bevorstehende Festival. Charlie blieb im Hintergrund und rieb sich über die Ohren. Kreischende Groupies zählten nichtzu ihren Favoriten. Es war befremdlich den Fans zuzuhören, die von Taylor und der Band schwärmten, sich stritten wer der Attraktivste war...oder damit prahlten schon einmal auf einer Backstage-Party gewesen zu sein. Charlie hörte weg. Das wollte sie nun wirklich nicht wissen.
      "Du hättest mir - deiner besten Freundin - ruhig mal verraten können, dass du einen Rockstar datest", flüserte Zoey ihr grinsend ins Ohr.
      "Nicht so laut. Sonst hört dich noch jemand. Außerdem weiß ich gar nicht ob wie...daten. Er hat mich versetzt, schon vergessen?"
      "Er hat dich nicht versetzt, sondern umgeplant", lachte Charlies Freundin.
      "Aber..."
      Zoey schien in diesem Punkt auf Durchzug zu schalten und boxte Charlie liebevoll gegen die Schulter.
      "Du hast es ja doch drauf!", lachte sie.
      "Oh Gott, Zoey..." Charlie vergrub, knallrot angelaufen, das Gesicht in den Händen. "Es ist nichts passiert!"
      Das Gekreische erreichte neue Höhen und die Deckenfluter erlsöchen.
      "Ich glaub es geht los. Bist du sicher, dass du nicht näher ran willst?", fragte Zoey.
      "Nein, ich fühl mich hier hinten ganz wohl."
      "Wie du willst."
      Zoey zuckte mit den Schultern, schien aber mit ihrem Platz direkt an der Bar zufrieden zu sein und bestellte für sich und Charlie noch eine Runde mit Shots.
      Charlie kippte den Inhalt in einem Zug herunter und verschluckte sich beinahe an der brennenden Flüssigkeit.
      "Ist das deine Rache dafür, dass ich nichts gesagt hab...?"
      "Ich habe keine Ahnung wovon du sprichst...", flötete Zoey unschuldig.
      Dann sahen sie zur Bühne.
      Taylor war gerade ins Rampenlicht getreten und sah...
      "Geht's deinem Lover nicht gut? Er sieht irgendwie blass aus...also blasser als sonst..."
      Für kalifornische Verhältnisse war der Mann schon immer ein wenig zu blass gewesen.
      "Er nicht mein..."
      Charlie verdrehte die Augen.
      "Schon gut, schon gut. Aber ersieht wirklich nicht gut aus."
      Sie hatte Zoey nichts erzählt.
      Natürlich nicht.
      Die Musik übertönte schon bald alle Gespräche und Charlie hörte gar nicht richtig zu.
      Sie machte sich Sorgen.


      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Winterhauch ()

    • Wieder auf der Bühne zu stehen und spielen zu dürfen, war für die Band alles. Nach Taylors Zusammenbruch war das der erste große Auftritt, nach einer längeren Pause. Es fühlte sich gut für die Jungs an. Sie spielten ein Lied nach den anderen.
      Anstrengend schien es trotzdem für Ty zu sein, doch er gab sich die größte Mühe es zu verbergen. Er wollte seine Fans nicht enttäuschen.
      Die Atmosphäre in diesem Raum war unbeschreiblich. Hier wird gejubelt, gesungen und getanzt. Genau für das sind die Jungs geboren worden.
      Nach immer wieder kleinen Pausen trat Taylor nun noch einmal auf die Bühne. Er war etwas wackeliger als noch am Anfang, doch er hatte immer noch dieses Lächeln auf seinen Lippen. "Es ist schön das ihr unsere Lieder so feiert, doch heute haben wir noch ein Premiere. Wir spielen euch einen neuen Song. Hier kommt exklusive für euch Rebellious Hearts. Habt viel Vergnügen." Schon ging Taylor an seinen Platz und schon verstummten alle im Raum. Die Junge fingen an ihre Instrumente zu spielen und Ty trat ans Mikrofon und fing an zu singen.

      Spoiler anzeigen

      rebellious hearts[Verse] We met under the city lights, never looked back, never doubted, broken bottles shone brightly, we danced to the sound of our calls
      [Verse 2] Skipped school, ran wild through the streets with your leather jacket and mine ripped jeans, found heaven in our heartbeat, love songs mixed with punk rock screams
      [refrain] Rebellious hearts beat as one, fires burn brighter than the sun, No rules, no chains, just you and me, together in our punk rock dream
      [Verse 3] Climbing over fences and feeling free, love letters with graffiti on concrete, our anthem? Sweet anarchy, through the chaos you are my heartbeat [Bridge] They said we wouldn't last, living our lives too fast, but we proved them wrong, our love is strong
      [Chorus] Rebellious hearts beat as one, fires burn Brighter than the sun, no rules, no chains, just you and me, together in our punk rock dream


      Nachdem der letzte Ton gespielt wurde schrien die Fans ganz laut und ein tobender Applaus ertönte. Die Jungs traten an die Bühne und verbeugten sich. "Das war Rebellious Hearts aus unserem neuen Album." Die Bestätigung das der Song allen gefallen hat lies die Jungs noch mehr aufatmen. Sie haben einen tollen Song in dieser Woche fertiggestellt. Die harte Arbeit schien sich gelohnt zu haben. Taylor war überglücklich doch auch sehr erschöpft. Die Jungs bedankten sich für den Abend und machten sich noch bereit für die Signierstunde.
      Backstage ging Taylor in seiner Garderobe und lies sich erleichtert auf dem Sofa nieder. Er trank die Flasche Wasser aus und atmete tief durch. Er wusste das dieser Stress ihn eines Tages noch umbringen würde, doch er konnte nicht anders. Ohne dort oben auf der Bühne zu stehen, wäre er nicht er selbst.
      Sein Handy lag die ganze Zeit hier und er blickte kurz drauf um zu sehen ob irgendwelche Nachrichten drauf waren. Zu seiner Erleichterung sah er das Charlie geschrieben hatte. Er musste schmunzeln. Sie war also hier? Hoffentlich war sie noch nicht weg. Taylor bat einen Angestellten um Hilfe und gab ihr den Namen und zeigte ihr Whats App Bild. Schnell machte dieser sich auf den Weg, doch es war zu viel Gedränge. Er ging ans Mikro und machte eine Durchsage. "Achtung Achtung, eine Miss Charlie soll bitte sofort in den Backstagebreich kommen."
    • Charlie konnte den Blick nicht abwenden, als Taylor ins Licht trat und die Hand an das Mikrofon legte. Es war nicht das erste Mal, dass sie einen Auftritt der Band besuchte. Es war nicht einmal das erste Mal, dass sie Taylor singen hörte. Trotzdem fühlte sich die Erfahrung neu und aufregend an…obwohl Charlie immer noch ein wenig geknickt wegen der abgesagten Verabredung war. Es war kindisch, aber sie hatte sich eben darauf gefreut ihn so schnell wie möglich wiederzusehen.
      Während die kreischende Menschenmenge tobte und auch Zoey sich nicht allzu lange auf ihrem Barhocker halten ließ, blieb Charlie einfach sitzen. Sie sah über die tanzenden und springenden Fans, über in die Luft geworfene Hände und über den ganzen Lärm hinweg und hörte zu. Charlie lauschte, was Taylor ihnen mit seinen Songs zu sagen hatte. Jetzt, da sie Taylor ein bisschen besser verstand, bekamen viele Noten und Verse eine gänzlich andere Bedeutung für sie. Und obwohl der Sänger viel zu blass und viel zu müde im Scheinwerferlicht aussah, wirkte er lebendiger als in all den Tagen zu vor. Charlie hatte geglaubt zu verstehen, wie viel ihm die Musik wirklich bedeutete, aber es war so viel mehr, als sie sich jemals hätte vorstellen können. Taylor strahlte, lachte und vibrierte vor Energie.
      Die Menge jubelte nach Ende des neuen Songs noch ekstatischer und euphorischer als zuvor. Charlie lächelte und schloss sich mit Zoey den begeisterten Fans an. Sie würde ihn fragen, wer das Mädchen war, an das er sich in diesem Song erinnerte, wenn sie die Gelegenheit dazu bekam.
      Nach dem Ende des Konzertes verteilten sich die Menschen im Raum, tranken und feierten weiter.
      Dann knisterte es in den Lautsprechern und alles, was Charlie hörte, war ihr eigener Name der laut durch den Club schallte. Augenblicklich breitete sich Hitze auf ihrem Gesicht aus. Am liebsten wäre sie gleich in einem Loch im Boden versunken. Zum Glück trug hier niemand ein Namensschild mit sich herum. Zoey hingegen war völlig und hin und weg. Backstage!
      Peinlich berührt schälte sich Charlie mit ihrer besten Freundin durch die Menge und je näher sie dem abgesperrten Bereich kam umso mehr Augen folgten ihnen. Charlie hielt den Blick gesenkt, um ihr Gesicht nicht direkt in ein paar gezückte Handykameras zu halten. Sie war mehr als erleichtert, als die Security hinter ihnen wieder eine undurchdringliche Wand bildete.

      „Scheiße, ist das aufregend!“, flüsterte Zoey und sah sich mit großen Augen um.
      Als ihnen die Jungs endlich begegneten, erreicht ihre Begeisterung ein ganz neues Level, aber sie versteckte es wie üblich hinter einem verschmitzten Grinsen.
      „Auf der Bühne seht ihr irgendwie größer aus…Hi, ich bin Zoey“, flirtete sie drauf los, obwohl sie den Kopf in den Nacken legen musste um überhaupt einem der Jungs ins Gesicht zu sehen. Sie schob Charlie etwas weiter vor, als sie Taylor nicht bei den anderen entdeckte und winkte lässig ab. „…geh deinen Lover suchen und gib ihm einen dicken Kuss von mir, klar? Ich komm hier bestens klar.“
      Was bedeutete, dass sie sich jetzt von Liam und den anderen Drinks spendieren lassen würde.
      „Zoey!“
      „Husch, ab mit dir…“, scheuchte sie Charlie weiter.
      Taylor war nicht schwer zu finden und ihr Herz klopfte wie verrückt, als sie seine Garderobe betrat. Sie schraubte ihre Sorge beim Anblick seines blassen Gesichts etwas zurück. Er sah so glücklich und zufrieden über den Auftritt aus, dass sie ihm die Laune nicht kaputt machen wollte.
      „Du…ihr wart großartig. Der ganze Club hat gebebt“, schmunzelte Charlie und zögerte etwas bevor sie sich neben Taylor auf die Couch setzte. Charlie kicherte, gleichzeitig amüsiert und sehr, sehr verlegen.
      „Du weißt, dass die Typen vom Club mich über die Lautsprecher ausgerufen haben?“
      Zögernd griff sie nach seiner Hand und verschränkte ihre Finger miteinander.
      „Ist das ok? Ich meine, …hier?“, sie deutete auf ihre verschlungenen Hände, dann mit einem nicken in den Raum, den jederzeit irgendjemand betreten konnte und gestand: „Ich bin einfach glücklich dich zu sehen und… ich habe mir ein bisschen Sorgen gemacht, weil du dich nicht mehr gemeldet hast. Ähm, ich dachte…naja, du willst mich vielleicht doch nicht wiedersehen…“
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Etwas nervös tippte er mit seinen Beinen auf den Boden. Hoffentlich ist sie noch nicht nach Hause gegangen, dachte er.
      Innerlich war er immer noch voller Adrenalin. Das die neue Single so gut ankam, war einfach überwältigend. Das ganze Album wird ein Banger.
      Auf dem Gang waren Schritte und Stimmen zu hören. Taylor versuchte sich aufrechter hinzusetzen, als die Tür sich langsam öffnete und Charlie hineintrat. Sein Herz machte einen kurzen Sprung, sie sah fantastisch aus. "Hey." Ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.
      "Vielen Dank. Ich bin froh das es allen gefallen hat und sich die harte Arbeit ausgezahlt hat. Der Weg bis zum komplett fertigen Album wird zwar noch schwer, aber ich bin optimistisch."
      Charlie wirkte etwas schüchterner und verlegener als zuvor, das fiel ihm auf. Sie schien etwas länger zu überlegen was sie machen sollte. "Ähm ja, ich hatte gehofft das du noch da bist. Ich hoffe es war dir nicht zu unangenehm. Wenn ja dann tut es mir inständig leid."
      Doch als sie sich neben ihn setzte und ihre Finger sich miteinander verschränkten, stand kurz die Zeit im Raum stehen.
      Taylor räusperte sich und drückte ihre Hand noch etwas fester. "Das du hier bist bedeutet mir unendlich viel." Er blickte ihr tief in die Augen und lächelte sie an. "Ich kann mir im Moment keinen anderen Menschen vorstellen, den ich hier jetzt lieber hätte." Taylor beugte sich nach vorne, sodass sich ihre Nasenspitzen berührten. "Hör auf sowas zu denken.. Ich hatte nur mega viel um die Ohren. Wie könnte ich dich nicht wiedersehen wollen?"
      Taylor zögerte keinen einzigen Moment und drückte sanft seine Lippen auf ihre. Langsam lies er wieder von ihre ab und lehnte seine Stirn gegen ihre. "Wenn wir mit der Signierstunde fertig sind, dann würde ich gerne das Angebot annehmen und mit zu dir kommen. Die Jungs werden sich irgendwo in einer Bar betrinken, doch darauf habe ich keine Lust. Ich möchte die Nacht mit dir verbringen." Taylor drückte Charlie noch einen Kuss auf die Stirn und stand langsam auf. "Fühl dich hier wie zu Hause, bediene dich am Buffet und hab Spaß. Ich hole dich in einer Stunde hier wieder ab."
      Taylor warf noch einen kurzen Blick in den Spiegel. Sein Gesichtsausdruck war weich und er sah sehr glücklich aus.

      Er verließ die Garderobe und die Jungs schienen sich mit einer anderen weiblichen Person zu amüsieren. "Jungs? Wir müssen los." Die Frau stellte sich als Freundin von Charlie vor. Er erklärte ihr das Charlie auf ihn warten soll und er sie dann nach Hause bringt.
      Die Signierstunde zerrte noch einmal kräftig an den Nerven, doch es war schön wie viele Fans die Band mittlerweile hat. Als die letzte Unterschrift geleistet wurde, ließen die Jungs die Stifte fallen. "Ich freue mich sooo sehr auf einen Drink," sprach Liam. Die anderen Jungs nickten zustimmend. "Und du? Du bringst deine Kleine nach Hause?" James wackelte mit den Augenbrauen. Taylor stupste ihn in die Seite. "Sie gehört nicht mir.. Wir sind nur.." "Freunde? Ist klar. Du bist verknallt, aber richtig." Eine leichte Röte umspielte sein Gesicht. "Ich bringe sie nur nach Hause mehr nicht ok?" Die Jungs nickten wohlwissend. "Pass auf dich auf ja?" "Ihr auch auf euch. Wir sehen uns dann morgen wieder. Zu unserem freien verdienten Sonntag."

      Taylor verabschiedete sich von den Anderen und ging zu seiner Garderobe zurück. "Bin wieder da, von mir aus können wir gleich los."
    • Eine tonnenschwere Last fiel von Charlies Schultern ab, als Taylor sie anlächelte. Er sah sofort viel lebendiger aus und als er ihre Sorgen mit gleichdarauf mit sanften Worten vertrieb, verschwand auch da nagende Gefühl der Nervosität. Sie hatte sich nicht geirrt. Taylor hatte das Gleiche gefühlt wie sie und tat es immer noch. Am liebsten hätte sie laut und glücklich gelacht, da streichelte ein warmer Atem über ihre Lippen. Charlies Körper handelte von ganz allein, als sie mit den Händen sein Gesicht einrahmte und bereits wenige Sekunden später einen zarten, weichen Kuss auf ihren Lippen spürte. Sie seufzte leise in den Kuss. Taylors markanter Duft gepaart mit einer dezenten Note von Schweiß und dem Qualm von Zigaretten hüllte sie ein. Als er sich langsam von ihr löste, rückte sie im automatisch nach…und schämte sich kein Bisschen dafür. Es könnte sogar sein, dass sie ein wenig schmollte, als Taylor von der Signierstunde erzählte. Mit dem, was dann folgte, überraschte er Charlie wirklich.
      „O-okay…“, antwortete sie und bevor Taylor anhand ihrer verhaltenen Reaktion seinen Plan verwerfen konnte, drückte sie ihm flink noch einen kurzen, aber nicht weniger innigen Kuss auf. Das Lächeln, dass ihm danach schenkte, konkurrierte mit dem warmen Leuchten ihrer Augen. „Okay, ich warte hier auf dich.“
      Es wunderte Charlie nicht, dass Zoey beschloss, mit dem Rest der Band um die Häuser zu ziehen.
      „Tu nichts, was ich nicht auch tun würde, Süße“, kicherte Zoey und drückte Charlie mit einem Schmatzen einen Kuss auf die Wange.
      Charlie versuchte ihre Freundin ernsthaft geschockt anzusehen, aber seit Taylor den Raum verlassen hatten, ließ sich das breite Grinsen einfach nicht von ihrem Gesicht wischen. Es war zwar nicht das Date, dass sie ursprünglich geplant hatte, aber deshalb freute sie sich nicht weniger. Zoey und Taylor gaben sich buchstäblich die Klinke in die Hand, als sie sich dem Rest der Band anschloss.
      „Bin wieder da, von mir aus können wir gleich los“, sagte Taylor und das ließ sich Charlie nicht zweimal sagen.

      Für den Rückweg zu Charlies kleiner Wohnung bestellten sie ein Taxi. In einer Großstadt wie San Francisco gab es nichts anonymeres als ein unauffälliges, gelbes Taxi. Die ganze Fahrt über berührten sich ihre Hände. Charlie lehnte den Kopf gegen seine Schulter und sah zu, wie die Lichter der Stadt am Fenster vorbeiflogen. Es war still im Taxi, bis auf die leise Musik aus dem Radio. Es war keine unangenehme Stille während Charlie langsam einen von Taylors Jackenärmeln hochschob und die Linien der Tätowierung auf seinem Unterarm mit dem Zeigefinger nachfuhr.
      Das Taxi ließ sie vor dem Café raus und Charlie führte Taylor durch den Weg am Geschäft vorbei in den kleinen Hinterhof wo eine metallene Wendeltreppe die Fassade hinauf zu ihrer Wohnung führte.
      „Vorsicht mit den Stufen…sind etwas wackelig“, sagte sie. „Kleine Vorwarnung, die Wohnung ist wirklich winzig und ich habe einen Mitbewohner. Othello ist mein Kater. Er ist etwas scheu.“
      Tatsächlich knirschte und knackte es als sie die Stufen erklommen und Charlie in ihrer Jackentasche nachdem Schlüssel kramte. Hinter der Tür ertönte ein anklagendes Maunzen, dass sofort verstummte, als der pelzige Mitbewohner die fremde Begleitung entdeckte. Auf leisen Pfoten huschte Othello unter die Couch.
      „Komm rein…“ Charlie hielt Taylor die Hand hin und führte ihn hinein. Einen Flur gab es nicht. Sie standen sofort in dem kleinen Wohnzimmer mit angrenzender Kochecke. Die alten Möbel waren in die Jahre gekommen, aber eindeutig gemütlich. Überall lagen Kissen und Decken herum, Bücher stapelten sich neben der Couch und eine weitere Wendetreppe, dieses Mal aus Holz, führte in das Schlafzimmer unterm Dach.
      Unter der Couch streckte Othello neugierig den Kopf unter der Couch hervor. Ganz traute sich der schwarze Kater aber nicht.
      Charlie schloss die Tür hinter Taylor.
      „Ähm…Kann ich dir etwas anbieten?“, fragte sie, doch eigentlich wollte Charlie nichts mehr, als diesem Mann in die Arme zu fallen. Also wartete sie auch nicht auf eine Antwort und schlang die Arme um Taylor. Sie schmiegte ihre Wange sanft gegen den weichen Stoff seines Shirts. Mit einem Grinsen legte Charlie den Kopf in den Nacken, das Kinn auf seiner Brust abgestützt. „Ich bin sehr glücklich, dass du jetzt hier bist.“
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Taylor zog sich rasch ein neues Shirt drüber und schnappte seine Jacke und eine Tasche, bevor sie sich aufmachten.
      Es tat gut das die Fahrt bis zu Charlies Wohnung ruhig verlief. Nach dem Konzert war es angenehm ruhig, perfekt zum Abschalten.
      Taylor folgte Charlie in den Hinterhof und musste leicht schmunzeln als er die Treppe sah. "Okey ich gebe mir Mühe nicht runterzufallen." Das ihre Wohnung winzig zu sein scheint störte ihn nicht, er wollte die Zeit mit ihr verbringen.
      Taylor nahm dankend ihre Hand und schon stand er in der Wohnung. Und ja sie hatte nicht untertrieben, die Wohnung war sehr winzig, dennoch gemütlich. Der kleine Kater schien sich noch ein wenig vor ihm zu fürchten, doch sicherlich findet er ebenfalls eines Tages Gefallen an Taylor.
      Ihre überschwängliche Art lies ihn kurz nach hinten straucheln, doch er konnte sich wieder fassen. Er betrachtete wie Charlie sich an ihn schmiegte und ihn aus vollem Herzen anlächelte. "Ich bin auch froh hier zu sein." Er streichelte ihr sanft über den Kopf.
      "Wenn es dir nichts ausmacht wäre es ok für dich wenn ich kurz duschen gehe? Ich fühle mich so nicht sonderlich wohl." Niemand mochte den Geruch nach so einem langen stressigen Tag und Taylor wollte Charlies Wohnung nicht verpesten.
      "Danach können wir gerne alles machen wonach uns der Sinn steht." Er zwinkerte ihr zu.
    • „Oh! Ja, klar. Sorry“, antworte Charlie ertappt und ließ Taylor sofort wieder los.
      Daran hatte sie nun wirklich nicht gedacht. Sie hatte sich so über den Gedanken gefreut, Taylor für sich ganz allein zu haben, dass sie nicht berücksichtigt hatte, dass sie fast sofort nach dem Konzert aufgebrochen waren und Taylor kaum Zeit zum Durchatmen geschweige denn zum Duschen gehabt hatte. Sie kicherte etwas verlegen, ehrlich amüsiert über eigene Gedankenlosigkeit. Wieder streckte Charlie ihm die Hand entgegen, als könnte sie es kaum einen Augenblick aushalten ohne ihm nahe sein zu können. Sie hatte sich wirklich Sorgen gemacht. Taylor konnte sich vermutlich gar nicht vorstellen wie sehr und der junge Mann, der nun in ihrer kleinen Wohnung stand, sah müde aus, auch wenn er versuchte das zu überspielen.
      „Komm, ich zeig dir alles“, sagte sie und führte Taylor ins Bad. Sie ließ ihm Handtücher da, brachte ihm noch seine Tasche und verkrümelte sich dann wieder in die gemütliche Wohnküche nachdem sie sich selbst umgezogen hatte. Mit einem viel zu großen T-Shirt und bequemen Shorts, setzte sie sich auf das Sofa. Charlie hatte die Haare zu einem schnellen, unordentlichen Dutt aufgetürmt und pustete sich eine verirrte Strähne aus der Stirn während sie dem Rauschen der Dusche lauschte.
      Charlie versuchte die Aufregung ein wenig zu beruhigen. Sie hatte länger keinen Besuch mehr in ihrer kleinen Wohnung empfangen. Bis auf die üblichen Verdächtigen, natürlich, aber eben keinen männlichen Besucht und schon gar nicht den Sänger einer Rockband, den sie kaum vor einer Woche geküsst hatte. Zoey würde nicht lockerlassen, sobald sie aus ihrem Party-Koma erwacht war. Charlie rieb sich über die geröteten Wangen und lächelte, als sie sich daran erinnerte. Sie hoffte, dass ihn die Wohnung nicht störte…Es war eben nicht das Loft.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Benutzer online 25

      25 Besucher