[2er RPG] Dusk & Dawn [Asuna & Nico]

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    • „Weißt du, wenn du es selbst als seltsam befindest, dann wird das auch so sein. Es ist nicht normal. Ich weiß, dass ich eine einschlägige Wirkung auf meine Partner habe, aber die fühlen sich in der Regel nicht so, als könnten sie Bäume ausreißen.“
      Embers vorhin noch von Hormonen vernebeltes Gehirn klärte langsam auf. Die wichtigen Fragen fanden mit grausamer Härte ihren angestammten Platz in ihrem Kopf wieder und sorgten dafür, dass sie allmählich wieder anfing, zu hinterfragen.
      Sie nahm die Brause wieder entgegen, die August ihr entwendet hatte, und steckte sie wieder zurück in den dafür vorgesehenen Halter. Dann legte sich ein Arm um ihre Hüfte und ein warmer, wenn nicht gar heißer, Körper schmiegte sich an ihren. Was Wasser, welches eigentlich gut Temperatur hatte, schien nichts gegen diese immense Körperwärme ausrichten zu können. Ember schmunzelte, als sie das eindeutige Signal an ihrem Schenkel wahrnahm. So viel zum Thema, Wasser turnt Männer ab, wenn sie drunter stehen.
      „Mh, du hast dich bestimmt das ein oder andere Mal bedankt. Wenn auch nicht mit dieser Wortwahl.“ Sie langte nach seinen Haaren, strich sie zurück und legte das Gesicht mit diesen Augen frei, die vor etlicher Zeit noch so kalt gewirkt hatten. Jetzt aber brannten sie in einem steten Feuer, das sich jedes Mal zu entzünden schien, wenn er sie sah.
      „Als ich dich geholt habe, hieß es, dass auch mein Familienzweig anwesend war, als die Magie entdeckt wurde. Dass die Sallows eine angesehene Zaubererfamilie waren. Du weißt nicht, was mit ihnen passiert ist, aber du wirst doch bestimmt wissen, für was sie angesehen waren, oder?“
      Wenn Rem es gewusst hatte, dann mit ziemlicher Sicherheit auch August. „Vielleicht liegt es daran, dass du dich so geladen fühlst?“ Sie ließ ihre Hände aus seinem Haar über sein Gesicht, den Hals und schließlich der Brust nach unten gleiten. Dabei neckte sie seine Brustwarzen, in die sei kurz hinein zwickte, bevor sie ganz unschuldig ihre eigenen Haare mit Wasser durchspülte.
      „In meinen Büchern zeigte niemand aus meiner Familie irgendwelche magischen Begabungen. Von mir ganz zu schweigen, aber was, wenn wir ja doch noch auf irgendetwas reagieren? Ich mein, deine Familie war damals auch anwesend. Vielleicht reagiert da ja irgendwas aufeinander? Kann doch sein?“, warf sie weiter Gedanken in den Raum ehe sie August kurz anfunkelte und ihm eine Hand in den Nacken legte. Bestimmt zog sie ihn zu sich hinab und küsste ihn, um das Gefühl von vor ein paar Minuten wieder wachzurufen. Und zur Hölle, es brodelte regelrecht in ihrem Inneren.
      „Wenn ich dir wieder zu viele Fragen stelle, dann wirst du mir wohl den Mund verbieten müssen...“, hauchte sie an seine Lippen und grinste.
    • Wenn der Kuss das brodelnde Feuer nicht schon wieder entfacht hätte, hätte August wirklich vergessen, dass es nicht schicklich war, zu starren. Auch wenn der Leib, den er anstarrte, so wunderbar unter dem Fluss des Wassers erschien. Sachte spiegelten sich die Lichter des Bades und der Heiße Dampf machte das Wirken der Rundungen noch surrealer.
      Wenn das Gespräch nicht so unweigerlich zurück auf das Wesentliche ihres Problems - ihrer Probleme - gerutscht wäre, hätte er gerne diese Minuten nach dem Kuss noch ausgekostet, nachdem ihre schlanken Finger sein störrisches Haar zur Seite gestrichen hatten. Sachte hielt er sie noch weiter im Arm, musste aber lachen.
      "Als wenn ich dir den Mund verbieten könnte", kicherte er. "Nein, schon gut...Du hast die Fragen verdient und eigentlich auch gute Antworten. Ich fürchte nur, dass ich sie nicht habe. Ich habe vor einiger Zeit ein Schriftstück gefunden. Es muss um 1978 herum gewesen sein. Es war ein altes Stück Menschenhaut, das man gegerbt hatte. Darauf beschrieben standen die Namen der Familien. Ich habe dann recherchiert, bei Hakim, in Deutschland und auch in Amerika. Ich habe versucht, herauszufinden, was es mit diesen Namen auf sich hatte. Fakt ist, dass die Familien Delacroix, Newgate, Foremar und Sallow als die entdeckter der Magie in England galten. Angeblich versammelt am Glastonbury Tor, wobei das nur eine Legende ist. Aus weiteren Forschungen erschließt sich für uns, dass die Sallows tatsächlich mächtige Zauberer waren, sogar gefürchtet unter Jägersmännern wie Perleys Familie. Für was sie genau angesehen waren, weiß ich tatsächlich nicht genau. Die Schriften sind widersprüchlich. Manche sprachen von Elementarmagie über das normale Maß hinaus. Andere berichteten von einer ganz eigenen, merkwürdigen Magie. Ich versuche derzeit, und bitte verurteile mich nicht, das Zeittor zu öffnen. Einerseits um meine eigene Zeit in die Bahn zu kriegen, aber andererseits auch um diesen Moment zu sehen..."
      Nun war es gesagt. Seine Hand fuhr sachte über ihren wunderbaren Rücken und sein Körper schien sich nicht darum zu scheren, dass sie gerade ein anderes Thema hatten. Stattdessen drückte seine Länge weiterhin fordernd na ihren Schenken und jede Reibung versetzte ihm Stiche der Erregung, die sich auch in seinem Blick wiederfanden. Sachte küsste er sie erneut und hielt den Kuss vielleicht einen Ticken länger als er schicklich war.
      "Möglich ist eine Korrelation verschiedener Magie. Zumal ich zwei der vier Familien in mir trage, sozusagen. Ich verstehe selbst nicht was es ist. Ich fühle mich großartig. Selbst die Ermattung, die nach Sex mit dir kommen sollte, ist nicht vorhanden. Wie weggeblasen."
      Schweigsam löste er sich etwas von ihr, da sein Zustand doch etwas mehr Platz bedurfte als er derzeit hatte. Grinsend sah er sie an und ließ nochmals Wasser über sie beide laufen. Die Erinnerung an ihr kürzliches Zusammensein waren noch zu frisch als dass er sich davon lösen konnte. Sachte ließ er eine Woge über sie beide laufen und hing den Kopf wieder auf. Erst danach küsste er sie erneut. Diesmal fordernder, wilder.
      Als er mit seiner Zunge das Gefühl hatte, ihre wie eine Schlange zu umwinden, löste er den Kuss und sah zu ihr.
      "Hilf mir doch bei den Forschungen", flüsterte er.

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    • Noch während Ember fest von Augusts Arm umschlungen war, streckte sie sich, um den Kopf unter das Wasser zu bekommen und ihre Haare einmal ordentlich durch zu waschen. Seine Worte drangen manchmal klarer, manchmal gedämpfter an ihr Ohr, sodass sie manche Sätze im Kopf ergänzen musste. Als der Rogue allerdings zum Ende seiner Ausführung kam, hoffte sie sich aufrichtig verhört zu haben. Noch unter dem Wasser riss sie die Augen auf und wischte sich grob das Gesicht ab bevor sie August entgeistert anfuhr: „Du versuchst, das Zeittor zu öffnen?? Bitte sag mir, dass ich mich verhört hab!“
      Doch der Ausdruck, den er ihr entgegenbrachte, sprach andere Bände. Sie konnte nicht anders, als ihm einen vorwurfsvollen Blick zu zuwerfen. Sie hatte ja unlängst geahnt, dass seine Versuche die Tore mit einbezogen. Einen anderen Weg hatte noch keiner von ihnen finden können, um das drohende Unheil abzuwenden. Dass er allerdings noch andere Dinge bezweckte, hatte sie nicht geahnt. Da konnte sogar seine Hand an ihrem Rücken nicht dafür sorgen, dass sie ihn weniger strafend ansah.
      „Du warst derjenige, der gesagt hat, man soll sich von ihnen fernhalten. Du bist doch der beste Beweis dafür, was für ein Scheiß passiert, wenn man -“ August unterbrach ihre Tirade, indem er ihre Lippen einfach versiegelte. Sie begehrte gegen ihn, gegen das Zeichen an ihrem Schenkel auf angesichts der Tatsache, die er ihr gerade offenbart hatte. Jedoch strömten die Worte nicht sintflutartig weiter aus ihrem Mund, als er ihren wieder freigab.
      „Ich bin mir verdammt sicher, dass du dich im Twisted Mind nicht so gefühlt hast“, erinnerte sich Ember zurück und stemmte die Hände in die Hüften als August auf Abstand ging und ihr seine prominenten Vorzüge präsentierte. Wenn das stimmte, dann hatte sich etwas verändert. Entweder hing es mit der Zeit zusammen, die sie miteinander verbracht hatten, oder es gab ein anderes Erlebnis dafür. Vielleicht seine Berührung mit dem Tod?
      Ihre Augen folgten seiner Bewegung aufmerksam wie ein Luchs, während er die Brause wieder aufhing und sofort danach ihren Mund eroberte. So schnell schaltete sie gar nicht, dass sie ihn hätte abweisen können, und so fand sie sich schneller in einem wilden Kuss wieder als sie gedacht hatte. Ihre Hände schalteten dabei ganz von selbst auf Autopilot und schlängelten sich zwischen ihre beiden Körper nach unten. Sie umfuhr den wirklich kritischen Bereich, der sich gefühlt stahlhart an ihren Bauch presste. Als sie beide wieder nach Luft schnappten, rückte sie nicht von ihm ab sondern stellte sich auf die Zehenspitzen, damit sie sein Ohr erreichte und das Wasser die Worte nicht verschluckte.
      „Forschungen zum Öffnen des Tores oder Forschungen darüber, ab wann du dich doch in meiner Anwesenheit ermattet fühlst? Konkreter ausführen, bitte.“
      Man hörte das Grinsen ihren Worten bereits an und nichts anderes erwartete August, als sich Ember wieder zurückzog und dann unverwandt umdrehte. Ihr nasser Rücken schmiegte sich beinahe perfekt an Augusts Vorderseite. Blind fischte sie nach seinen Händen, legte eine davon an ihrer Brust ab und führte die andere zwischen ihre Beine. Das Wasser verwischte die meisten Beweise dafür, dass auch ihr Körper noch nicht vollkommen zur Ruhe gekommen war.
    • Noch während der Kuss auf seinen Lippen brannte, konnte er sich nicht mehr davon abhalten, seine Körperlichkeiten zu ignorieren. Der Abstand zwischen ihnen für kurze Zeit war sein Lebensretter, denn allzu sehr rieb sich seine harte Körpermitte bereits an ihrem Körper. Zwar stand er nicht in Gefahr, schon so früh den Höhepunkt zu erreichen, aber sein Leib lechzte nach ihrem Auch wenn das Thema zu ernst war, um es einfach zu beenden. Doch wollte er ihre Hände weiter spüren und verhinderte nicht, dass seine wie Abwürfe einer Alienstruktur auf ihrer Haut herumfuhren und über ihre Brust und ihren Rücken streichelten.
      "Ich weiß, was ich gesagt habe", flüsterte er und zuckte die Schultern. "Aber was soll ich machen. Den Tod zu betrügen ist ein Frevel und das schaffe ich nur mittels des Faktors den ich brauche. Zeit. Ich gebe zu, dass ich nicht auf die Intelligenteste Weise daran komme, aber deswegen meine Frage."
      Schweigsam genoß er kurz diesen Moment, als sie sich gegenseitig in ihrer Begierde ertränkten. Niemals in 100 Jahren hätte August vermutet, dass die Frau, die scheinbar immer alles besser wusste derartig wild und begierig war, ihre Körperlichkeiten auszuleben. Was hatte er für ein Glück. Was hatte er nur für ein beschissenes Glück!
      Ihre Händen brannten Spuren auf seine Haut und er atmete mehr und mehr in schnellerem Tempo. Noch ehe er eine Antwort produzieren konnte, hatte sie sich umgedreht und ihren wunderbaren Rücken samt diesem betäubenden Hintern an ihn gedrückt. Gerade noch rechtzeitig hatte er seine Länge umpositioniert, sodass sie genau an ihrem Rücken lag, während er seine Hände führen ließ. Schon immer hatte er ihren Körper vergöttert. Es war merkwürdig, aber an ihrem war es durchaus etwas besonderes. Er war nicht speziell oder besonders von irgendeiner Seite. Doch nichts um der Welt schien ihn daran hindern zu können, sich alsbald erneut tief in sie zu vergraben. Und das noch gefühlt Dutzende Male.
      Seine linke Hand drückte das weiche Fleisch der Brust leicht zusammen, ehe er sachte in die Brustwarze kniff und die Reaktion beobachtete. Denn auch wenn August nicht in allen Belangen ein perfekter Mann oder Zauberer war, gab es einen Bereich, indem er exzeptionell hervorstach: Beobachten. August war ein brillanter Beobachter. Denn während seine Linke die Brust liebkoste, die er geboten bekam, legte er seine Lippen auf ihren Nacken und wanderte mit einzelnen Küssen nach vorne zum seitlichen Hals, wo er eine zarte Spur von Hitze leckte, die sich im Dampf der Dusche alsbald vermischte.
      Doch seine Rechte war das wahre Vergnügen. Auch wenn das Wasser die meisten Spuren ihrer Erregung zu verwischen wusste, war die Hitze unverkennbar, die ihn empfing. Als sie sich eben geliebt hatten, hatte er sich die Bewegungsmuster (sofern spürbar) gemerkt und versuchte, diese nun zu reproduzieren. Seine Finger fuhren sacht durch das weiche Fleisch, das sich ihm warm und feucht entgegenschob. Während er sie sanft spreizte, biss er ihr zärtlich in den Nacken und begann, ihr Zentrum in dem gleichen Rhythmus zu massieren, wie sie es eben getan hatte. Er hoffte, dass er es recht tat.
      Kurz hob er sich an und grinste.
      "Erst das letzte", flüsterte er in ihr Ohr. "Und dann...Ersteres. Ich will dich mit Haut und Haar, Ember. Und dazu gehört auch deine Intelligenz. Ich weiß, ich bin brillant als Zauberer, aber ich neige zu Risiken. Du hingegen bist logisch. Wunderbar logisch. Und ich wüsste niemanden, den ich lieber an meiner Seite hätte, wenn ich dem Ursprung der Magie in die Augen sehe. Also was sagst du?"
      Beim letzten Satz begann er den Rhythmus nicht zu erhärten, wohl aber ein wenig zu beschleunigen, während er sich selbst so nah wie möglich an ihr warmes Hinterteil drückte.

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    • In einer Hinsicht waren die meisten Männer gleich. Gab man ihnen etwas zum spielen oder zeigte er ihnen nur, dann gingen sie in der Regel darauf ein. Deswegen wusste Ember, sobald sie Augusts Hände an pikante Stellen geführt hatte, dass sie ihn einfach nur machen lassen konnte. Folglich zuckte sie zusammen, als er in ihre Brustwarze kniff und ließ das Rauschen des Wasser das leise Geräusch, das ihr über die Lippen kam, verschlucken. Ihr Kopf neigte sich zur Seite als sie seine Lippen in ihrem Nacken und schließlich an der Seite ihres Halses spürte. Selbst unter dem warmen Wasser überkam sie eine Gänsehaut wie fast jedes Mal, wenn man ihren Hals so liebkoste. Eine Schwachstelle, wie viele sie hatten.
      Allerdings machte Ember keinen Hehl daraus, dass August aus den Minuten zuvor wohl gelernt haben musste. Seine rechte Hand zwischen ihren Beinen war ein kolossaler Fehler gewesen, denn er rieb sie fast genau in den richtigen Mustern. Hin und wieder griff sie seine Bewegungen mit ihrer Hüfte auf. Wenn sie mehr Druck brauchte, kam sie ihm entgegen und wich, wenn es nicht ganz passte. Dass sie sich dabei mal mehr und mal weniger stark gegen Augusts Erektion presste, war ihr durchaus bewusst.
      „Mhhh....“, machte sie gedehnt auf seine Worte hin, „nur kein Selbstlob. Wenn ich wirklich so logisch motiviert wäre, würde ich dann mit dir unter einer Dusche stehen und mich streicheln lassen? Wäre da nicht jemand anders sinnvoller, der nicht so ein turbulentes Leben führt und um den ich mir ständig Sorgen machen muss?“
      Da beschleunigte er seine Bewegung und Ember begann sich unter ihm zu winden. Mittlerweile ließ sich nicht mehr sicher sagen, ob das Wasser den Großteil der Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen ausmachte oder nicht. Aber August leistete gerade großartige Arbeit...
      „Na gut. Du wirst wohl jemanden brauchen, der dafür sorgt, dass du dich nicht wieder Hals über Kopf in Dummheiten stürzt“, beantwortete sie seine Frage und klickte mit der Zunge. Eigentlich hatte sie es wenigstens aus der Dusche schaffen wollen, aber so... „Dann würde ich sagen, wir fangen direkt mal an mit den Nachforschungen, hm?“
      Damit löste sie sich aus seinen Fängen und trat ein bisschen näher zu der Wand. Dann stellte sie ihre Beine auseinander, beugte sich nach vorn und legte die Hände an die kalten Fliesen. Sie warf einen Blick über die Schulter zurück und hob die Augenbrauen als stumme Aufforderung.
      Dann würde Perley eben noch ein bisschen länger warten müssen.
    • Es war leicht.
      Es war zu leicht, sich nicht in ihre zarten Bewegungen zu verlieben, mit denen sie seiner Hand entgegen kam. Seine Rechte fühlte sich an als tauche sie in ein Lavabecken, sobald er eine Bewegung vollendete und sie sich wieder in seine Hand drückte. während die Rechte an Ort und Stelle verharrte und das tat, was er eben beobachtet hatte, ließ er seine Linke weiter wandern. Viel tiefer kam er jedoch nicht, da mit jeder Bewegung auch die Reibung an seiner Erektion mehr wurde. Mehr als er aushalten wollte, auch wenn er es gekonnt hätte.
      "Ich denke, ja", flüsterte er ihr ins Ohr, nachdem er erneut an ihrem Hals geknabbert hatte. "Ich denke, dass die ruhige Alternative vielleicht das vernünftigste wäre. Aber ich glaube, neben all der Logik ist Vernunft ein Meilenstein, den wir beide nicht besitzen. Normalerweise sollte ich schonen und jetzt vögele ich gleich mit einer wunderschönen Frau unter der Dusche. Wo ist das logisch?"
      Es war sogar erschreckend logisch, wenn man ihre Körperreaktionen betrachtete. Augusts Schritt fühlte sich an, als platzte er gleich aus den Nähten und bei ihr vermochte er nicht mehr zwischen Feuchtigkeit und Badewasser zu unterscheiden. Was geschah hier gerade.
      Als Ember seine Frage mit einem "Ja" beantwortete, grinste der Zauberer das erste Mal seit langem wirklich glücklich. Doch die Freude wurde gestört, als sie sich entfernte. Die Wärme war fort und August widerstand dem Drang, ihr sogleich hinterher zu laufen. Doch es stellte sich heraus, dass die Frau erneut wusste, wie sie sich in Szene zu setzen hatte.
      Eine kurze Weile sah er auf das, was sich im darbot und lächelte, ehe er sich ihr näherte.
      Es lag keine Zärtlichkeit mehr darin, als er von hinten an sie heran trat und sich selbst mit der Hand positionierte. Alleine als er die Spitze seiner Erektion zwischen ihre Schenkel schob, hätte er beinahe zurückgeschreckt vor der Hitze, die sich im darbot. Sie mochte das, was er getan hatte. ZHumindest war er nicht ganz unfähig gewesen.
      Grinsend schob er sich beinahe rücksichtslos in sie hinein und begann ein recht schnelles Tempo anzuschlagen. Durch die Feuchtigkeit erklang das Geräusch schlagender Haut auf Haut im ganzen Bad und für eine Sekunde wollte er sein Tempo drosseln. Ehe es ihm egal war. Ihm war alles egal. Er schlief mit einer wunderbaren Frau in einer Dusche. In seiner Dusche. Und Perley konnte ihm nicht egaler sein, während er seine Hände an ihre Hüfte legte um sich ihren Leib regelrecht bei jedem Stoß heranzuziehen.

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    • Aus dem kurzen Frischmachen wurden viel zu viele Minuten. Keine einzige von ihnen war verschwendet als sich Ember und August ein weiteres Mal aneinander vergingen, als wären sie ein Teenipärchen. Nichts änderte die Tatsache, dass das Bad einer vom Embers Lieblingsorten war, wenn sie sich ihn hätte aussuchen dürfen. Lag vielleicht an der Soundkulisse, die es mit sich brachte. Vermutlich würden sie jedoch wissentlich einen Schlussstrich ziehen müssen, sonst würden sie es maximal ins nächste Zimmer schaffen und dann wieder übereinander herfallen.
      Nichtsdestotrotz trug Ember ein seeliges Lächeln auf den Lippen, als sie vor dem Spiegel stand und sich die Haare mit einem kleinen Handtuch abtrocknete. Ihr Körper war in einen größeren Vetter ihre kleinen Handtuchs gewickelt während August es ihr gleich tat. Für den Moment war das hungrige Pulsieren ihrer Körpermitte gestillt, aber sie ahnte bereits, dass sie sich bald über die Leere beschweren würde.
      „Also“, begann sie und musste sich räuspern. An ihrer Stimme war das Geschehen wohl auch nicht ganz spurlos vorbei gegangen, „keine Experimente mit dem Tor, wenn ich es nicht überwachen kann. Sonst machst du Dummheiten, wenn ich nicht dabei bin und dann bringt unsere Zusammenarbeit gar nichts. Wobei ich es im Allgemeinen immer noch nicht sonderlich klug heiße.“
      Aber wer war sie schon zu bestimmen, was klug war und was nicht? Immerhin hatte sie sich ihre eigene Deadline mit dem Richter geschaffen und die war... Das Lächeln gefror.
      „Scheiße. Meine Deadline mit Prestegaard ist übermorgen. Ich krieg diese scheiß Caster nicht aus dem Präsidium, um sie vorzuführen.“ Ihre Hände wurden schlagartig eiskalt. Sie war so sehr mit dem ganzen Tumult des restlichen Tagen beschäftigt gewesen, dass sie ihr eigentliches Hauptziel aus den Augen verloren hatte. Jetzt war es nicht mehr nur August, der seinen Kopf riskierte, sondern auch sie selbst.
      Sie ließ das Handtuch von ihren Haaren auf ihre Schultern sinken und drehte sich zu August um. Ihr alarmierter und zugleich aufmerksamer Blick musterte die Gestalt des Rogues und seine Bewegungen. Tatsächlich. Er hatte nicht einmal ein Zittern in den Oberschenkeln nach dieser Aktion.
      „Wow.“ Sie hob ihre Augenbrauen in einer anerkennenden Mimik. „Ich würd mal sagen, das ging spurlos an dir vorbei. Obwohl, spurlos ist nicht ganz richtig. Du wirkst sogar noch besser als vorher.“ Nun sichtlich verdutzt betrachtete Ember ihre eigenen Hände, so als könne sie dort eine neue Erkenntnis finden. „Das ist doch nicht normal...“
    • Noch immer waberte die schwelende Hitze durch seinen Körper, selbst wenn er sich schon zweimal leer gepumpt hatte. Und auch wenn er noch eine kurze Weile unter kaltem Wasser verharrt war, war ihm die Veränderung seiner Kraft aufgefallen. Es war nicht nur die Tatsache, dass seine Wunden heilten. Es war vielmehr die Tatsache, dass er endlich zur vollen Stärke fand. Eine Tatsache, die Ember nie an ihm gesehen hatte.
      Sorgsam stieg er aus der Dusche und trocknete sich in einem großen Handtuch ab wärhend seine Gedanken um diese Tatsache kreisten. Seine Aura fühlte sich vollkommen an. Als habe ein Teil gefehlt, der ihm zu altbekannter Stärke verhalf. Er fühlte sich...mächtig.
      "Verstanden", nickte er und sah Ember im Spiegel an. EIn sachtes Grinsen glitt auf sein Gesicht und er schüttelte den Kopf. "Ich verstehe nicht, wieso. Unsere Zusammenarbeit war bisher auch recht fruchtbar. Du willst dich nicht mehr um mich sorgen und ich habe Jemandem mit klarem, analytischen Verstand dabei. Es kann nur von Nutzen sein: Es sei denn du willst nicht, natürlich."
      August zwinkerte ihr zu und lachte, als sie ihn betrachtete.
      Die Bemerkungen waren durchaus schmeichelhaft, aber lediglich einem Zustand geschuldet, den sie nicht kannte.
      "Du hast mich nie bei voller Stärke erlebt, oder?", fragte er grinsend. "Zumeist war ich geschwächt durch den Knast oder die Kämpfe mit Sharokh. Dann die Wiederkehr von den Toten und das alles. Dies ist meine normale Stärke, meine normale Präsenz."
      Er breitete nackt die Arme aus und präsentierte einen hageren, aber nicht mehr fragil wirkenden Körper. Vielmehr war es nunmehr die Tatsache, dass seine Muskeln drahtig und beinahe wohlgeformt aussahen. Auch wenn er sie nicht oft nutzte. Eilig schlug er das Haar zurück und wickelte sich das Handtuch um die Hüfte, während er die Tür zu öffnen begann. Sollte es sehen wer wollte. Ihm war es gleich.
      "Und wegen der Caster...", begann er und ein Schatten legte sich auf Augusts Gesicht. "Konnte nicht MacAllister helfen? Ansonsten würde ich es auch schaffen...Also Leute herauszubekommen ist eigentlich recht einfach..."
      August begab sich nach draußen und wartete auf Ember, wärhend von unten die Geräusche von Kochtöpfen und der Geruch von Stew durch das Geschoss waberte.
      "Lass uns Klamotten suchen", sagte er grinsend. "Ein Essen erwartet uns."

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      SMS von Ruairi: Em? Wo bist du? Alles ok?

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    • Ein weiteres Mal stutze Ember noch vor dem Spiegel, wo sie das Spiegelbild von August weiter betrachtete. Da hatte er einen nicht gerade unwichtigen Punkt angesprochen. Sie hatte ihn wirklich bisher nur in abgespeckter Variante erlebt. Wie sie richtig erkannt hatte, war er entweder ausgemergelt oder halbtot gewesen. Zu keiner Sekunde hatte er die Ausstrahlung, wie er sie jetzt an den Tag legte und Ember musste sich eingestehen, dass sie verstand, warum sie sich immer so seltsam zu ihm hingezogen gefühlt hatte. Sie hatte unbewusst auf diesen August reagiert, von dem sie nur hier und da Anflüge gefühlt hatte. Jetzt, wo sie ihn so betrachtete, fühlte sie nicht einmal Scham darüber, dass sie sich zu ihm hingezogen fühlte. Zu einem locker dreimal so alten Mann.
      „Vollkommen richtig. Die meiste Zeit durfte ich nur mit einer ausgelutschten Variante von dir Vorlieb nehmen“, zog sie ihn auf und verzog das Gesicht, als er sich eilig ein Handtuch um die Hüfte wickelte und das Ende ihres Aufenthalts im Badezimmer einläutete. Mit einem Seufzen tat sie es ihm gleich, wobei ihr Handtuch ihr bis zur Brust reichte. „Wenn DAS deine eigentliche Präsenz ist, dann darf ich dich nicht mehr zu häufig besuchen. Sonst endet jeder Tag wie die letzten Minuten.“
      Wobei sie das ehrlich gesagt nicht unbedingt stören würde. Trotzdem war da noch immer der Elefant im Raum, um den sie sich noch kümmern mussten.
      „Ruairi würde helfen, ich habe ihn mehr oder weniger schon ins Boot geholt. Natürlich gegen seinen Rat, aber keiner von uns weiß so richtig, wie wir den Richter sonst besänftigen sollen.“ Ein letztes Mal wrang sie ihre Haare aus, dann folgte sie dem Rogue barfuß. Im Flur schlug ihr eine wohlig duftende Wolke entgegen, sodass ihr Magen sofort auf die Barrikaden ging. Verflucht sei Perley mit seinen Kochkünsten... Moment. Wenn er kochte, dann war er schon eine Weile da.... Dann hatte er sie mit Sicherheit gehört...
      Ein freches Grinsen umspielte ihre Lippen.
      „Jaah, Klamotten“, echote sie und folgte August wieder in sein Schlafzimmer zurück, wo sie ihre verstreuten Kleider einsammelte und sich eilig wieder in eben jene steckte. Ihr Blick huschte zu August, der sich schon wieder in eine Hose gezwängt hatte und gerade dabei war, die Knöpfe eines frischen Hemdes zu schließen. Embers Handlung war rein instinktiv gesteuert. Sie war binnen zwei Sekunden an seinem Rücken angekommen, ihre Hände schoben sich quer über seine Brust während sie sich kurz an ihn drückte und innehielt. Nur einen Moment, einen Augenblick der Ruhe, bevor das Chaos wieder losbrechen würde. Als sie ihm mehr Freiheit gab, wandte er sich ihr zu und sie verschlug ihm ohne Ankündigung die Sprache. Ihre Lippen prallten aufeinander, eine Erinnerung an die vergangenen Minuten, denen sie sich mit aller Macht erwehren musste. Trotzdem war ihr Atem ein wenig beschleunigt, als sie sich von ihm trennte und sich vielleicht ein wenig schuldbewusst die Haare hinter beide Ohren strich.
      „Essen. Essen steht an.“ Eine Erinnerung an sie beide. Schnell sammelte sie noch ihr Handy ein ehe sie mit August zusammen die Treppen nach unten ging und dort dem Duft von köstlichem Essen folgte. Wie erwartet war Perley dem Wunsch seines Herren nachgekommen, selbst zu dieser Stunde, und hatte den Tisch bereits gedeckt. Sogar mit Kerzchen.
      „Perley, ich werde richtig sentimental. Da hast du dir ja richtig Mühe gegeben“, grinste Ember und setzte sich kurz bevor sie ihr Handy hervor kramte und eine Nachricht neben der Uhrzeit sah.
      Wenn man vom Teufel spricht.
      Noch auf mehreren Ebene erwärmt und hungrig setzte Ember sich an eine Rückmeldung bevor es Essen zu viel zu später Stunde gab.

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      Hey,
      Alles okay. Ich bin bei A. Es gab Probleme, aber wir haben es in den Griff bekommen. Ich hab neue Informationen, aber anders als erwartet. Wusstest du, dass die Sallows angeblich eine Zaubererfamilie gewesen waren? Und sie bei der Entdeckung der Magie anwesend gewesen sein sollen?
      Ich muss dich bei Zeiten auch noch was anderes fragen. Aber nicht über Handy.
      Bei dir alles in Ordnung?
      Pass auf dich auf.
    • August sah Ember von der Seite her an und begann leise zu kichern. Die Überraschung vermochte man ihrem Gesicht regelrecht abzulesen. Doch erstaunlicherweise war dem nicht viel beizupflichten. Auch wenn die Aussicht, dass sie nicht mehr so häufig zu ihm käme, betrüblich war, stimmte August ihr innerlich zu, dass jedweder Kontakt unweigerlich damit endete, dass sie wieder übereinander herfielen. Und er hätte es noch Stunden gekonnt, wenn er ehrlich wäre. Selbst jetzt, nur Minuten nach dem letzten Mal, spürte er bereits wieder seinen Unterleib erwachen und dieses vertraute Ziehen, das er eigentlich ignorieren musste, wenn sie jemals etwas essen wollten.
      „Das wollen wir ja nicht“, grinste er und nickte, während sie ihre Klamotten zusammen suchten.
      Das Zusammensuchen an sich war nicht das Problem. Jedoch die Umarmung, in der er sich kurz nach seinem Anziehen wiederfand, ließ ihn doch kurz erstarren.
      Nicht, dass er es nicht gewollt hätte, im Gegenteil. August genoß diese wenigen Sekunden der Ruhe, ehe das Chaos wieder hereinbrechen würde. Doch war diese plötzliche Nähe außerhalb ihres Liebesspiels ungewohnt und beinahe überraschend. Als würde Ember eine Grenze überschreiten, die sie vorher nicht mal in Betracht gezogen hatte.
      Als er sich herum drehte und Luft zum Antworten holte, versiegelte Ember ein letztes Mal ihrer Beider Lippen. Und auch wenn es gewohnts Gefühl war, so erschlaffte Augusts Körper kurz darauf und er ließ es einfach geschehen. Einfach ein paar Sekunden der Ruhe, der Normalität. Wäre es so als normales Paar gewesen?
      Doch das war etwas, das er Ember nicht geben konnte. Normalität...
      „Gut“, sagte August und seufzte. „Wenn MacAllister die beiden herbringt, kann ich sie hier festhalten bis die Versammlung beginnt. Ich hoffe nur, dass dein Plan funktioniert und Kjetil das akzeptiert. Wenn nicht, werden wir einen Krieg anzetteln. Das ist dir klar, oder?“
      Noch ehe er eine Antwort erhalten konnte, waren sie dem wohligen Duft entgegen hinunter gegangen. Dort wo die Küche hätte unordentlich sein sollen, war sie erfüllt von leckeren Düften und dem Licht von Kerzenschein, der sich über die ganze Breite zog. August lächelte. Er wusste von der Präferenz seines Dieners für seichtes Licht. Niemals hätte er es für sie aufgestellt sondern mehr zur Schonung seiner Augen. Auf dem Herd brutzelte noch das Stew, während zwei Teller bereits gedeckt waren an einem Tisch, der mitten im Raum stand,.
      „Sie sollten sich nicht zu früh freuen, Ms Sallow“; murmelte der Hauswirtschafter und sah grantig in ihre Richtung. „Die Kerzen sind nicht für sie. Ich hasse direktes Licht und so tut es meinen Augen wohliger.“
      Schweigsam füllte er zwei große Schalen mit dem Essen und stellte es vor die beiden hungrigen Mäuler.
      „Iss auch etwas, Perley“, sagte August lächelnd und wies auf den leeren Stuhl.
      „Mit Verlaub, ich habe bereits gegessen. Genießt es.“
      „Danke, Perls.“
      Schweigsam begann August gierig den Eintopf zu essen, während er zu Ember sah.
      „Alles in Ordnung?“, fragte er. „Mal eine andere Frage...Wie wollt ihr die Typen eigentlich rausholen? Ihr habt doch diesen Knight da?!“

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    • Flammen hatten schon seit je her einen gewissen Reiz für die Menschen. Ember konnte sich dem nicht wirklich lossprechen und so reichten die kleinen Flammen am Kerzendocht aus, um sie für einen Augenblick gefangen zu nehmen. Was genau machte sie jetzt gerade eigentlich? Sie hatte August gerettet – ein durchaus wichtiger Faktor in der Planung ihrer eigenen Sicherheit, aber darüber hinaus? Sie hatte der zwischenmenschlichen Anziehung nachgegeben und wenn man so wollte wertvolle Zeit vergeudet. Dieser Rogue hatte eine ablaufende Uhr im Nacken, die beinahe Null zeigte und sie selbst ein Rendezvous, das mehr als nur Konfliktpotenzial besaß. Weder hatte sie ein Treffen mit dem Schicksalsrad hinbekommen, noch eine ordentliche Lösung für das Dilemma mit dem Richter gefunden. Ganz davon zu schweigen, dass diese widerliche Siobhan auch noch am Hebel saß und eigentlich die wirkliche Gefahr darstellte. Sie hätte sich einfach aus all dem zurückziehen sollen. Einfach ihre Nase und Gefühle nicht in Dinge stecken sollen, die zu groß für sie waren.
      Aber es steckte doch noch so viel mehr dahinter. Dinge, die sie direkt betrafen. Dinge, die vorausbestimmt waren.
      Ember sah erst auf, als August sie direkt ansprach. Da bemerkte sie auch erst die Schüssel, die dampfend vor ihr stand. „Mh, ja, sicher. Alles okay. Ich war nur ein bisschen abgelenkt.“ Abgelenkt von ihrem rationalen Verstand, der sie gerade metaphorisch in die Streckbank steckte. „Wir sind auf dich angewiesen. Ich hab Ruairi schon involviert und er hat mir seine Unterstützung zugesichert. Wir bekommen Freigang für die drei Caster, die er rausfahren, absetzen und dann für Ablenkung sorgen wird. Wir brauchen deine Illusionskünste, damit Knight nicht merkt, dass Ruairi die Caster bei uns abgesetzt hat. Meinst du, du kannst damit helfen?“
      Natürlich konnte er das. Wenn sogar Ruairi ihn als einen der Besten betitelte, dann musste es einen Grund dafür haben. Und so, wie er ihr nun gegenüber saß, mit wachen Augen und nicht mehr die geschundene Erscheinung, war sich Ember sicher, noch nicht einmal die Grenzen seiner Fähigkeiten in weiter Ferne gesehen zu haben.
      „Und wir zetteln per se keinen Krieg an“, fügte sie leiser hinzu und befingerte den Löffel neben der Schale, ohne ihn wirklich zu greifen. „Das tut Siobhan auch ohne den Aufschub. Wir haben lediglich Zeit erkauft, diese aber nicht gut nutzen können. Ich hab's in den Sand gesetzt und meine große Klappe riskiert. Es hätte ein gutes Ende bringen können. Hat es aber nicht.“
      Niemand von ihnen hatte sich wirklich um eine Lösung für den Kreis der Arkana bemüht oder war tatsächlich gescheitert. Sie hatten sich um ihre persönlichen Probleme gekümmert und nicht um den potenziellen Krieg, der ausbrechen können würde. Und wahrscheinlich wird.
      „Ich fürchte, wir können das Votum nicht verhindern. Wir sollten uns wohl eher damit auseinander setzen, wie wir die Verluste gering halten können. Die Versammlung von euch wird sich dafür aussprechen, gegen die Menschen zu agieren und dann haben wir den Krieg, den wir nie wollten.“
    • Die Stimmung am Tisch begann schwer zu werden, wenn August das recht betrachtete.
      Schweigsam lauschte der Zaubere und begann, das Stew zu löffeln, was wirklich hervorragend und würzig schmeckte. Doch die Bitternis, die in der Luft lag, legte sich auch auf seine Schultern, als er Ember ansah und den verhassten Namen eines Mannes hörte. Gleichsam mit dem Aufkommen der Gefühle erstickte er sie bereits und nickte ruhig.
      "Ich kann helfen", bestätigte er. "Ich kann eine Illusion schaffen, die weit genug reicht, jedoch wird sie mit der Zeit verfliegen."
      Und mit meinem Tod.
      "Aber machbar ist es. Ich muss die Caster sehen können und berühren. Dann kann ich Duplikate erschaffen, die ihrer täuschend echt ansehen."
      Eine Weile lauschte er wieder, dann schüttelte er den Kopf und lächelte schwach. Erst danach wanderte seine Hand über den Tisch und griff sacht nach ihren Fingern. Ruhig hielt er sie in seiner Hand und sah auf ihre beiden Hände hinab, ehe er seine nächsten Worte mit bedacht zu wählen gedachte.
      "Du hast nichts in den Sand gesetzt, Ember", sagte August und lächelte breiter. "Der Konflikt zwischen Menschen und Zauberern schwelt seitdem ich denken kann und auf der Welt bin. Er ist älter als wir alle zusammen und es wird nie eine ruhige Welt geben. Du hast Mut bewiesen und einem Arkana die Stirn geboten. War es klug, das zu tun? Nein, aber du hast ihm gezeigt, dass nicht alle Menschen sind wie die, die er töten will. Prestegaard ist ein Monster, aber nicht dumm. Und ein Fehler ist das nicht. Wenn Siobhan einen Krieg gewollt hätte, hätte sie ihn bereits haben können. Doch sieh es mal so: Durch meine Erholung bin ich zumindest in der Lage, sie eine Weile aufzuhalten. Wir könnten...Könnten...Ruairi ebenfalls tarnen und mitschleifen. Ich will nicht sagen, dass ich die Idee mag, aber du hättest einen Leibwächter an deiner Seite, der dich wieder herausbringen kann. Sollte es zu einem Krieg kommen, braucht ihr eine starke Truppe. Und ich sage es ungern, aber er ist ein Kernelement. Neben dir."

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    • Ein bestätigendes, wenn zugleich auch bitteres Lächeln blitzte kurz in Embers Gesicht auf. Natürlich war Ruairis Einschätzung richtig gewesen. Sie hatte ja wirklich keine Ahnung, zu was dieser Rogue ihr gegenüber wirklich fähig war. Zwar hatte sie sich ausreichend belesen mit allem, was sie zu Foremar hatte finden können, aber das reichte bei Weitem nicht aus, um sein Potenzial richtig zu benennen. Gleiches galt vermutlich für Ruairi und es war beinahe schon lachhaft, dass ausgerechnet beide dieser Zauberer ihr für den Augenblick verfallen waren. „Na ja, wenn du die Caster solange festsetzen sollst, wirst du sie so viel berühren können wie du magst.“
      Derweilen hatte sie damit begonnen, den Löffel am Stiel von links nach rechts zu schieben. So lange, bis sich eine andere Hand über den Tisch stahl und ihre Finger ergriff, die einfach nicht zur Ruhe hatten kommen wollen. Einen Moment lang betrachtete Ember diese Finger und sie kam nicht drum herum zu bemerken, wie sich feine Unterschiede zu August und Ruairi bemerkbar machten. Selbst in so banalen Momenten wie diesen.
      „Mag sein, dass es kein Fehler war. Aber eine vertane Chance alle Male“, lenkte sie ein. „Ich hab einfach das Gefühl, dass mir wahnsinnig viele Dinge entgleiten und ich da nichts gegen machen kann.“
      Sie seufzte. Was brachte es, einem verletzten Menschen, und nichts anderes war Prestegaard, zu zeigen, dass ein einziger von ihnen ein wenig anders dachte? Das brachte weder seine Liebsten zurück noch seiner Seele Ruhe. Stattdessen hatte sie sich ihn persönlich an den Hals geladen und konfrontierte sich nun damit, dass sie wirklich Angst hatte. Das Training mit Perley hatte sie zwar gut bestanden, aber die Realität würde anders aussehen. Er würde sie bei Verstand einfach zerquetschen.
      „Nein, wir nehmen Ruairi nicht mit. Und kannst du mir mal erklären, wieso du ihn mit seinem Vornamen ansprichst?“ Das war in der Tat neu. Machte er das, weil sie ihn mochte und er sich nicht so sehr distanzieren wollte? „Ich kann ihn nicht mitnehmen. Wenn das mit dem Richter wirklich nach hinten losgeht, dann geht auch er los. Das hat er mir so schon angekündigt und das darf nicht passieren. Wie du schon sagtest, er ist ein Kernelement. Er ist hier draußen wesentlich sinnvoller eingesetzt als da unter versammelten Arkana. Was denkst du, wird er tun, wenn er seine Schwester als Welt auftreten sieht?“
      Das war eine Frage, die sie selbst nicht einmal beantworten konnte. Sie wollte nur nicht, dass sich Ruairi für sie an die Front warf. Nicht, wenn sie gerade hier mit August saß, mit dem sie eben noch geschlafen hatte. Wobei man aktuell noch sagten sollte, dass sie in keinem festen Verhältnis war....
      Ember drückte Augusts Finger ein letztes Mal bevor sie ihre Hand befreite und doch zum Löffel griff. Perleys Künste durften immerhin nicht vergeudet werden. „Dann bleiben wir dabei. Wir holen die drei Caster raus, bringen sie zu dir und du schaffst, was auch immer nötig ist.“ Sie verlagerte ihr Gewicht auf ihre andere Pobacke und stutzte. „Ah, stimmt ja.“
      Sie erhob sich leicht, um in die Gesäßtasche zu greifen und den Inhalt auf dem Tisch abzulegen. Mit einem leisen Klicken kam der Würfel auf dem Tisch zu liegen. „Ich hab übrigens auch so einen. Der Angreifer hatte es Ruairi in die Hand gedrückt.“
    • "Manches Mal entgleiten einem die Dinge", bestätigte August und nickte, während er den Löffel beiseite legte. "Doch das Entgleiten ist letztlich nicht das Schlimmste. Meistens ist es das Gefühl, das alles allein stemmen zu müssen. Und das musst du nicht. Ich bin nicht gut in Planung, aber ich denke, ich habe ein gewisses Talent für Problemlösungen jeder Art. Vielleicht schaffen wir es gemein sam..."
      ruhig sah er zu ihren Händen und schien den Widerstreit ihrer Gedanken zu fühlen. Und auch wenn es leicht war, derartige Dinge zu sagen, so war es nicht leicht, dies auch zu akzeptieren. Ruhig sah er sie an und lächelte weiter aufmunternd obschon ihre Angst beinahe über den Tisch spürbar wurde.
      Auf ihre Reaktion zu Ruairi hin musste er laut lachen und schüttelte den Kopf.
      "Ich nenne die Dinge zumeist beim Namen. Und MacAllister ist einer der Zauberer, die ich anerkennen muss, um gegen sie kämpfen zu können. Und auch wenn es heißt, dass wir vielleicht einmal Gegner sein werden, muss ich nicht dispektierlich sein. Sein Name ist doch kein Staatsgeheimnis, oder?"
      Eine kurze Weile hörte er zu und nickte bedächtig. Es kristallisierte sich mehr und mehr heraus, was August bereits seit geraumer Zeit befürchtet oder eher geahnt hatte. Sie und Ruairi waren in einer anderen Art und Weise verbunden, jedoch verbunden. Vielleicht hätte es ihn traurig machen sollen, wenn er sie nicht gerade eben erst unter der Dusche gehabt hätte. Die Frage war eher, ob Ruairi ein Hindernis würde.
      "Er mag dich sehr, wie mir scheint"; murmelte August beiläufig daher und aß sein Stew weiter, das bereits gänzlich aufgegessen erschien. "In Ordnung, wir bleiben beim Plan. Aber unter einer Bedingung! Sofern wir in der Versammlung sind und ich sage dir, dass du laufen sollst, wirst du fortlaufen?"
      Immer diese merkwürdigen VErsprechen. Aber er konnte nicht garantieren, dass sie in den Wirren dieses unendlichen Daseins vieler Arkana unbeschadet herauskam, wenn sie aufeinander losgingen.
      Auf ihre letzte Bemerkung hin hob er die Augenbrauen und sah zu dem Würfel auf dem Tisch. Mit einem Mal wich jegliche Farbe aus seinem Gesicht. Wortlos und zielstrebig griff er in den Raum und beförderte einen ähnlichen Würfel zutage und legte ihn auf den Tisch vor sie beide.
      "Das ist schlecht", sagte er und sah Ember ernst an. "Was weißt du über die Dinger? Außer dass sie Würfel sind. Meine Nachforschungen haben ergeben, dass es wahnsinnig mächtige Artefakte sind, die ihren Ursprung nicht in dieser Welt zu haben scheinen...Hat er was gemacht? Getan? "

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    • Ember versenkte den Löffel im Stew bevor sie unverholen Augusts Blick begegnete. Was fiel ihr eigentlich ein, sich darüber zu beschweren, die Kontrolle zu verlieren? Vor ihr saß ein Mann mit mehr als dem Dreifachen an Lebenserfahrung, der so viel mehr gewonnen und verloren hatte, wie ein Mensch in seinem gesamten Leben nicht hätte ansammeln können. Sie hatte überdeutlich bei ihm gesehen, dass er selbst die Last des Alleinseins nicht mehr schultern konnte. Was jammerte sie da überhaupt?
      „Neeeeeein“, sagte sie betont gedehnt, „das ist kein Geheimnis. Es wunderte mich nur weil du ihn sonst immer sehr korrekt beim Nachnamen nennst... Ich weiß nicht, ihr habt euch in meiner Wohnung einfach so... taktiert. Das war sehr spannend.“
      Spannend war allerdings eine meilenweite Untertreibung. Noch immer fürchtete sie sich davor, wenn diese beiden Männer einen Abend in einem Raum verbrachten, wo nicht einer von ihnen um sein Leben fürchten musste oder angeschlagen war. Das wäre mit Sicherheit eine höchst explosive Mischung.
      Was auch immer an Leichtigkeit in ihren Augen gelegen hatte, löste sich in Luft auf, als August auf die Versammlung zu sprechen kam. Ob sie laufen würde, wenn er es ihr sagte? Dem Befehl war sie bereits einmal nachgekommen. Damals, im Untergrund, als Bones plötzlich aufgetaucht war. Damals wusste sie nicht, ob er zu ihr zurückkam. Er tat es. Wenn er ihr bei der Versammlung nun den gleichen Befehl erteilen würde, war sie sich jedoch sicher, dass er nicht halbtot vor ihrer Wohnung wieder auftauchen würde.
      Ember nahm einen tiefen Zug Luft. „Wenn es unbedingt sein muss. Aber die Richtung hast du nicht festgelegt.“
      Bitte lass mir wenigstens das kleine Schlupfloch für den Unsinn, den ich vermutlich wieder fabrizieren sollte.
      Das Einzige, was Ember aktuell wirklich gut vorhersehen konnte, war die Reaktion des Rogues, kaum erkannte er den kleinen Würfel als das, was er war. Jedenfalls bis August eine Geste vollführte und einen ähnlichen Würfel zu ihrem legte. Die Farbe unterschied sich, die Flächen augenscheinlich jedoch nicht. Unbewusst lehnte sie sich weiter vor, um die Würfel zu inspizieren.
      „Ganz ehrlich? Nichts, wirklich. Ich war mit anderen Baustellen beschäftigt, unter anderem dich aus deinem Moloch da zu ziehen.“ Sie tippte ihren Würfel an, der wie erwartet rein gar nichts tat. „Ruairi hatte ihn logischerweise gespürt. Beziehungsweise hat er mir erklärt, dass er praktisch nicht die Finger davon lassen könnte, wenn ich ihn allein mit dem Ding in einem Raum lassen würde. Dass es Artefakte sind, wusste ich nicht. Aber er hat nicht was getan. Ich schon.“
      Sie lehnte sich wieder zurück, um einen Löffel Stew in den Mund zu nehmen. Nochmal würde sie ihn nicht ohne Vorwarnung werfen. Ruairis Reaktion hatte Eindruck hinterlassen. „Ich hab ihn ohne nachzudenken geworfen. Ruairi ist förmlich eskaliert, aber es ist nicht passiert. Außer, dass eine Nachricht erschien frei nach dem Motto 'Try again'. Aber mal im Ernst, das kann doch kein Zufall sein. Wir sollen zu den Familien gehören, die die Magie entdeckt haben und wir beide haben so ein Ding bekommen. Woher hast du eigentlich deinen? Hat der was gemacht?“
    • "Es war also spannend, ja?", grinste August und nahm einen Moment lang die Augen von dem Würfel. "Ich würde auch nicht taktieren sagen. Ich habe einer Freundin einen Gefallen getan, einen Mann, den sie gern hat, zu retten. Nicht mehr, nicht weniger. Ruairi und ich wissen unsere Grenzen zu wahren. Vielleicht ist es auch gut. Ich glaube nicht, dass es ein erfreuliches Treffen wäre, wenn wir länger als zehn Minuten beieinander blieben."
      Grinsend schüttelte er ferner den Kopf als Ember ihre Bemerkung zur Versammlung machte und nickte schließlich. Sollte sie ihr Schlupfloch haben. Wenn er eines über diese Frau in der wenigen Zeit ihres Zusammenseins lernen durfte, dann die Tatsache, dass sie immer eine Hintertür brauchte. Immer einen Weg, um nicht ganz in den Moloch gezogen zu werden, der sich sein Leben nannte. Ruhig lehnte er sich zurück und lauschte daher dessen, was sie ihm zum Würfel sagte. Auch wenn man in seinem Gesicht ablesen konnte, dass es ihm ganz und gar nicht gefiel, dass sie das Artefakt einfach geworfen hatte.
      Seufzend beugte er sich wieder vor und nickte schließlich.
      "Ich kann Ruairi dort verstehen", bekannte er und hielt seine Hand vor ihren Augen hoch. Leicht, nur leicht zitterte sie. Als würde er einem leichten Tremor unterlegen sein. Es war kaum zu sehen, doch wenn man genau hinsah... "Mir fällt es auch schwer. Magier fühlen sich zu mächtiger Magie hingezogen. Es gleicht einem Entzug, einer Sucht, wenn man es so will. Auch ich möchte dieses Artefakt die ganze Zeit in meiner Hand wissen. Und zumeist schließe ich es gut weg."
      Sorgsam legte er einen Finger an ihren Würfel. Sie unterschieden sich kaum. Auch wenn seiner eher rötlich zu sein schien, aber die Anzahl der Augen war gleich. Außer dass es merkwürdig war...
      "Elf", sagte er schließlich und stutzte. "Das Ding hat elf Seiten. Wie kann..."
      August drehte den Würfel mehr und mehr und doch kam er ständig zum gleichen Ergebnis. Elf Seiten. Es müssten doch 12 sein. Ein Würfel hatte doch keine ungerade Seitenzahl!
      "Ha", machte er nur und legte ihn wieder hin. "Noch etwas, das nicht möglich sein kann. Elf Seiten. Erstaunlich...Meiner war in der Post sozusagen. Tauchte einfach irgendwann hier auf. Als hätte er seinen Weg von selbst hier herein gefunden. Und er hat mich begrüßt, wenn man es so will. Ein Zettel war dabei, auf dem "Hallo August", stand."
      Der Zauberer zuckte die Achseln und warf seinen Würfel erneut auf dem Tisch. Klackernd und polternd rollte er über den Tisch und blieb bei einer Drei liegen.
      In der Sekunde, in der der Würfel zum Stehen kam, erklang ein Zischen im Raum und das Aurenfeld wurde dünner. Als drückte eine gewaltige Macht von Außen das Haus zusammen und versuchte es in eine Faust zu pressen. Noch ehe er reagieren konnte, war gewalrtige Druck weg und eine einzelne Schweißperle rann von seiner Stirn.
      Ehe sein Handy piepste.
      Ein kurzer Blick zu Ember, dann zu dem Handy, das er von dem anderen Tisch holte. Sorgsam entsperrte er den Bildschirm (82 Nachrichten auf Whatsapp!) Auf dem Bildschirm jedoch war eine App erschienen. Ein roter Würfel prangte mitten auf dem Cover und der Name "DICES" erschien in Neonschrift.
      "Na schau mal einer Guck."

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    • Ember musste sich stirnrunzelnd etwas weiter nach vorn lehnen, um Augusts Hand vor ihrem Gesicht noch eingehender zu mustern. Wenn man ganz genau hinsah, dann zitterte er. Wie ein Abhängiger mit den ersten Zügen des Entzuges. „Hm“, machte Ember, zeitgleich bestätigt als auch in einer Art und Weise enttäuscht. Sie selbst spürte nicht diesen Zug, diese Verlockung. Durch ihr Training konnte sie dem kleinen Würfel eine gewisse Wirkung nachsagen, aber so sehr darauf reagieren wie die anderen tat sie nicht.
      „Dir fällt jetzt erst auf, dass er elf Seiten hat?“ Zugegeben, sie selbst hatte ihren Würfel praktisch gar nicht weiter untersucht. Lieber hielt sich sich ein wenig davon fern bis sie wusste, wie sie ihn einzuordnen hatte. Hatte der Würfel... denn auch für sie elf Seiten gehabt?... „Wie passend. Unlogische Seitenzahl, angeblich nicht aus dieser Welt, super magiegeladen... Klingt ja fast wie etwas, das aus einem der Tore gefallen ist.“
      Die Frage war, wer hatte sie geworfen? Und wer eingesammelt, sodass er meinte, sie freizügig unter ihnen zu verteilen?
      „Ah, ich hatte auch einen Zettel, nur mit meinem Namen. Erst ist nicht von selbst aufgetaucht, er wurde abgegeben“, folgerte sie und steckte sich nun doch einen weiteren Löffel Essen in den Mund. „Zielgerichtet.“
      Ihre Augen folgten August, wie er seinen Würfel tatsächlich warf. Sie sollte es nicht tun, er durfte es aber einfach so? Er hatte mit Sicherheit schon öfter den Würfel geworfen als man zählen konnte, aber... Der rote Würfel kam auf einer Drei zum liegen und dann spürte selbst Ember, dass irgendwas mit der Aura im Raum geschah. Ihre Augen zuckten zur Decke, so als erwartete man, dass einem wortwörtlich die Decke auf den Kopf fiele. Doch so schnell der Eindruck aufkam, verschwand er auch wieder. Trotzdem verharrte der Löffel noch immer in ihrem Mund, während ein Piepsen die Stille durchbrach. Ein Piepsen, das nicht von ihrem Handy stammte. Sie tauschten kurze Blicke, dann holte August sein Handy vom benachbarten Tisch und wischte umständlich auf dem Bildschirm herum. Ahnung machte sich bereits im Ember breit, noch während er auf seinem Display blickte und es ihr schließlich zudrehte.
      Ember schluckte und legte den Löffel wieder beiseite. „Bei Neun und Drei ist der Nächste an der Reih“, rezitierte sie monoton die Worte der Caster und kleine Verbindungen begannen sich zu formen. „Ich hatte keine der Zahlen gewürfelt. Man muss eine von ihnen werfen, damit man Zugang bekommt. Oh, komm schon, sag mir nicht, dass du jetzt das erste Mal eine Drei oder Neun geworfen hast.“
      Jetzt wurde ihr ihr eigener Würfel nur noch suspekter. Es waren doch Jugendliche, die zum Ziel auserkoren wurden und nicht ein Arkana und eine übermütige Detective. Mit einem Stöhnen senkte Ember plötzlich den Kopf und begann sich die Schläfen mit jeweils zwei Fingerspitzen zu massieren.
      „Die Ziele sind eigentlich Jugendliche, was haben wir damit zu tun? Die Würfel wurden uns ausgeliefert von höchst wahrscheinlich meiner Stalkerin oder was auch immer da. Also muss sie auch wissen, wer du bist und wodu bist. Wo ist die Verbindung, dass wir beide jeweils einen Würfel bekommen haben? Was passiert, wenn wir andere Zahlen würfeln? Oder jemand anders meinen Würfel würfelt?....Ahhh....“
      Der reinste Fragenkatalog. Und nichts davon würden sie nun noch effektiv einsetzen können, außer man machte Gebrauch von der App... App.... Embers Kopf schoss wieder in die Höhe und war so schnell aufgesprungen, dass ihr Stuhl rückwärts umfiel. Ihre Hand erwischte das Handy in seiner, entriss es ihm und legte es geräuschvoll vor sich ab.
      „Nein, wir starten keine ominöse App, die mit der Realität spielt. Das Tor reicht, aber nicht das hier auch noch. Wir haben absolut keine Ahnung, was das“, sie zeigte auf das Handy mit den unglaublich vielen Benachrichtigungen, „auslöst. Und warum zur Hölle hast du so viele WhatsApp-Nachrichten??“
    • Auch wenn die Situation sicherlich nichts zum Lachen gewesen wäre, so fand August diese doch recht amüsierend. Schweigsam lauschte er Embers Monolog während sein Blick nicht einmal von den Würfeln herab glitt. Etwas war mit ihnen, so viel stand fest. Die Theorie von den Toren war ihm auch gekommen, jedoch erschien es nicht sinnig. Die Tore brachten nichts von selbst hervor. Jemand hatte sie erschaffen und hierher gebracht. So viel stand fest.
      "Was heißt so viele!?", murmelte August und sah erst jetzt die Zahl. "Oh je. Ach, das ist ein Gruppenchat unter Arkana. Was denn?! Wir sind auch nur Menschen. Falls du dich übrigens mal gefragt hast: Mein Hobby ist tatsächlich das Stricken. Das aber nur am Rande. Außerdem."
      Er sah Ember wieder an und drehte sein Handy zu sich.
      "Wer sagt, dass die App etwas mit der Realität anstellt? Ich glaube eher, dass diese Macht von einem der Würfel ausgeht", sagte August und hob eine Augenbraue. "ehrlich gesagt, habe ich beim ersten mal eine 11 geworfen. Da geschah jedoch gar nichts. Als wäre es nicht die rechte Zahl. Was aber unlogisch ist, wenn ich ehrlich bin. Wie auch immer. Ich bin dafür, wir installieren die App und sehen dahinter. Du willst den Fall doch lösen oder?"
      Es hatte natürlich nichts damit zu tun, dass August eine kindliche Neugierde befallen hatte, die einen regelrechten Hunger nach Mehr auslöste. Schweigsam grinste er sie an und drückte anschließend auf den Download button. Als ob er sich etwas vorschreiben ließ. Nicht einmal von ihr. Nicht einmal von Ember selbst.
      "Ups", kicherte er und ließ das Gerät arbeiten. "Aber mal eine Frage: Was ist das für ein Reim? Und haben die noch mehr gesagt? Es erscheint doch recht sinnig, betrachtet man das im Kontext des Würfels. Und zu deinen Fragen..."
      Schweigsam griff er nach ihrem Würfel und warf ihn kurzerhand über den Tisch.
      Und erstaunlicherweise klackerte es nur und es geschah rein gar nichts. Nicht ein Piepsen oder ein Drücken. Es war ein fach ein Würfel.
      "Antiklimatisch", murmelte August ein wenig enttäuscht. "Aber zumindest haben wir die Frage beantwortet. ´"

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    • Ein Gruppenchat der Arkana. Mit über 80 ungelesenen Nachrichten. Entweder, es war komplett belanglos oder August war einfach nur ignorant. „Dir ist klar, dass du das auf stumm stellen kannst?!“, wütete Ember, die sich nicht entscheiden konnte, ob sie lieber den Arkana vor sich oder das Handy anstarren sollte. Ihr Wüten wurde aber jäh unterbrochen, als August ihr offenherzig von seinem Hobby erzählte. Etwas fiel ihr aus dem Gesicht, welcher Ausdruck es allerdings war, konnte sie selbst nicht sagen. Stricken. August strickte. Ja sicher, das.
      „Hey, Finger weg!“, fuhr sie ihn an, als er das Handy unbekümmert wieder zu sich drehte und dieses gefährliche Glitzern in den Augen hatte, wie Kinder es an den Tag legten. „Sicher will ich den Fall lösen, aber man muss da systematisch und bedacht vorgehen, und nicht – HEY!“
      Da hatte August bereits auf den Bildschirm getippt und der Download wurde gestartet. Jetzt plusterte sich Ember vollends auf. Wie zur Hölle sollte diese Verbindung funktionieren, wenn er absolut keinen Deut darauf gab, was ihre Vernunft dazu sagte? Aber die hielt die Luft an, in Erwartung, dass sofort etwas passieren würde. Doch die Luft blieb gleich, nichts erklang und nichts geschah.
      Ups?“ Ihr Ton war so schwarz wie die sternenloseste Nacht überhaupt. „So funktioniert das hier nicht. Wenn du schon auf meine Herangehensweise zurückgreifen willst, dann sind solche spontanen Aktionen raus aus der Nummer, klar?“
      Und fast wäre sie wirklich ausgebrochen, als er einfach mir nichts, dir nichts ihren Würfel warf. Der erneut keine Reaktion auslöste, ungeachtet der Zahl, die er warf. Sie musste mehrmals durchatmen, um die Wut in ihrem Bauch weg zu atmen angesichts der Tatsache, was so kurz vor der Versammlung alles hätte passieren können. Als sie sich halbwegs wieder unter Kontrolle hatte, sackte sie auf ihrem Stuhl zusammen. Allerdings war ihr die Lust auf weiteres Essen vergangen. In ihrem Schädel rumorte es, Erinnerungen wurden ans Licht getragen als sie sich an den Verhörraum 3 entsandte. Rein gedanklich natürlich, aber sie hatte das Bild und den Ton klar vor Augen und Ohren.
      Und dann fiel ihr Blick erneut auf ihren gelben Würfel, und dann auf den Roten von August.
      Bei neun und drei ist der Nächste an der Reih'. Bei Sechs und Acht wird alles stets von vorn gemacht“, wiederholte Ember die zwei einzigen Phrasen, die kryptisch aus dem Verhör übrig geblieben waren und die auch Ruairi mehrmals wiederholt hatte. „Das war das Einzige, was die Caster wirklich verdächtig hat wirken lassen, als sie von dem Vorfall berichtete. Und, dass sie eine Box gesehen haben wollen, schwarz oder rot.“ Ihr Blick fiel auf die Würfel. „Was, wenn da Würfel drin waren und die ausgelöst haben? Wenn es das gewesen ist, was den Einsatz so hat eskalieren lassen? Die Tochter des Richters war unter den Opfern, das Ziele bisher waren Jugendliche. Was, wenn da mehr als nur ein Würfel war? Wenn es die Würfel gewesen waren?“
      Damals hatte niemand die Handys auf irgendwelche Apps kontrolliert. Auch der erste Fall mit DICES war nur durch Zufall aufgefallen. Wenn sich die Reime wirklich auf die Würfel bezogen, dann hatten sie die Effekte für drei, sechs, acht und neun. Elf schien nichts auszulösen, und was auch immer Ember gewürfelt hatte, hat ebenfalls nicht gegolten. Wie hatte man es überhaupt angestellt, dass die Würfel gezielt auf Personen reagierten?
      „Vielleicht sind die Jugendlichen gestorben, als sie die falsche Augenzahl gewürfelt haben?.... Nein, dann hätte man die App nicht mehr feststellen können. Sie mussten also auch die richtige Zahl geworfen haben, aber sind die Versuche unendlich? Was ist der Zweck dahinter...“
      Sie berührte ihren eigenen Würfel und würde sich davor hüten, ihn zu werfen. Zu viele Unbekannte rankten sich darum und wenn August eh schon dabei war, sein Glück aufs Spiel zu setzen, musste sie ihm nicht auch noch nacheifern.
    • August konnte nicht umhin und musste sich in seinem Kichern ergeben, auch wenn der Ton der jungen Frau schwärzer als die finsterste Nacht war. Aber alleine die Tatsache, dass sie hier sitzen und über derartig belangloses sprechen konnten, machte ihm selbst den schneidenden Blick erträglich.
      Dennoch ließ er das Telefon fallen und hob die Hände seitlich seines Körpers hoch.
      "Ich ergebe mich!"; sagte er noch immer grinsend und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. "Ich kann verstehen, dass du gerne die Kontrolle über die Herangehensweise hast. Aber bitte versteh, dass es manchmal notwendig ist, Dinge auszuprobieren. Was hätte statistisch geschehen sollen, als ich den Würfel warf?"
      Bis auf den Weltuntergang. Wie schon einmal.
      "Gut, also die Reime, die du mir beschreibst, beschreiben Regeln. Wir haben also tatsächlich eine Art Regelwerk und Spiel dahinter, das gespielt werden muss. Spielt man nicht nach den Regeln", er wies hierzu auf Embers Würfel. "...geschieht offenbar nichts. Keine Strafe, keine Sanktion. Die Artefakte sind - meiner Vermutung nach - an den Spieler gebunden. Bedeutet, dass Jeder Spieler einen solchen Würfel irgendwie bekommen muss..."
      Oder gewinnen...
      Schweigsam hing August an Embers Lippen und nickte zwischenzeitlich immer mal wieder. Ja, die Argumente machten Sinn. Erschreckend viel sogar. Eine Box wurde gesehen, Würfel, die nach Regelreimen funktionierten...Es war alles ein Muster eines großen Spieles. Und eines Gamemasters, der dahinter stecken musste. Und komischerweise klarte Augusts Blick in diesem Moment auf.
      "Ich gebe dir Recht, dass es einen merkwürdigen Zufall gleich kommt, dass die Opfer zufällig Prestegaards Familie waren. Und noch merkwürdiger ist die Tatsache, dass die Handys nicht kontrolliert wurden. Vielleicht solltet ihr das im Nachhinein noch machen. ZUmindest wüssten wir dann, dass sie gespielt haben. Und vermutlich verloren."
      Ruhig sah er durch den Raum und lehnte sich in den Stuhl zurück.
      "Ich verstehe es auch noch nicht. Es muss noch mehr Reime geben. Ich glaube nicht, dass es bei diesen bleibt. Und wenn ich mir die Art und Weise der Reime betrachte, sind die Aufgaben allesamt recht einfach. Bei neun und drei: gib den Würfelwurf weiter. Bei sechs und Acht: Mach es nochmal. Es erscheint einem Kinderspiel gleich, oder? Und ob die Versuche unendlich sind oder nicht, ließe sich nur herausfinden in dem man es spielt."
      Seufzend fuhr er sich weiter mit der Hand durchs Gesicht als suche er etwas darin.
      "Wenn ein Spiel gespielt wird, brauch es Jemanden, der die Regeln überwacht. Im Untergrund, in der schwarzen Stadt, gibt es Jemanden, dem ich eine solche Magie zutraue. Das Binden von Objekten an Menschen und gleichzeitig eine Art Radarsensor. Vielleicht könnten wir ihn über Dices ausquetschen?"

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