[2er RPG] Dusk & Dawn [Asuna & Nico]

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    • Das größte Problem an dieser Situation war der Punkt, dass Ember genau wusste, sollte die Hölle losbrechen würde sich jeder nur um seine eigene Haut scheren. Niemand würde seine Haut für einen anderen aufs Spiel setzen. Und wenn sie August die Fesseln abnahm, kam sie als Allererste an vorderster Front mit der Hölle in Kontakt. Von allen Anwesenden besaß sie das mit Abstand bescheidenste Blatt Karten in der Hand - keine Magie, vermutlich in roher Gewalt unterlegen und praktisch im Gesicht eines Mörders, der ihr vermutlich keine Zeit um reagieren lassen würde. Sollte er denn so wollen.
      Bei einem Punkt fiel Ember August allerdings ins Wort. "Ich habe nicht einmal erwähnt, dass ich einen Rogue in Betracht ziehe. Mir ist egal, welche Klassifizierung das hier verursacht hat. Ich will ihn einfach nur in die Finger kriegen und weitere Fälle verhindern."
      Bei seiner weiteren Erklärung kam die Detective nicht drum rum, den Blick schweifen zu lassen. Sie war sich absolut sicher, dass die Pflanzkübel auf den Balkonen der angrenzenden Wohnungen auf dem Foto definitiv noch nicht so verhunzt aussahen, wie sie es jetzt taten. Wie geheißen überflog sie die Bäume, die verzeinzelt im Innenhof standen. Alle sahen krank und befallen aus. Das erklärte vielleicht auch, warum Ember mit jedem Schritt, den sie näher an die Leiche herangetreten war, ein unangenehmes Ziehen verspürt hatte. Es war nicht die Art, wie der Mord geschehen war. Nicht der Fakt, dass ein Magier hieran schuld war.
      Als Ember dies alles in Sekunden realisierte, verzog sie verärgert das Gesicht. Wie hatte sie auf all diese Anzeichen nicht achten können? Und jemand wie sie schimpfte sich im Senior Rank. Bitter lachte sie in ihren Gedanken über ihre eigene Torheit.
      Für einen weiteren Moment sah sie August intensiv und schweigend an. Dann machte sie abrupt kehrt und riss dem Wachmann, an dessen Finger noch immer der Schlüssel baumelte, seine sinnbildliche rote Fahne aus den Händen. Sofort veränderte sich die Atmosphäre. Sämtliche Anwesenden richteten sich auf, wurden angespannter, aufmerksamer. Ember hingegen stieß angespannt Luft leise zwischen ihren zusammengepressten Zähnen hindurch. Wer garantierte ihnen eigentlich, dass sich der Mann einfach wieder fesseln und zurück ins Gefängnis bringen ließ? Um ehrlich zu sein wählte sie dann doch lieber die Option, einfach zu explodieren anstatt ihrem Vorgesetzten erklären zu müssen, warum sie Komplizin eines Arcana geworden war.
      Nun näherte sich Ember August das erste Mal so nah wie noch nie zuvor. Die Anspannung sorgte dafür, dass sich sämtliche Härrchen an ihrem Körper sich aufstellten und nur dank des Mantels vor verräterischen Blicken geschützt wurden. Ihre Kiefermuskeln traten leicht hervor, als sie die kalten Pandämiumfesseln anhob und den Schlüssel zum Lösen eben jener ansetzte. Zu keinem Zeitpunkt traf ihr Blick seinen, stattdessen achtete sie ausschließlich auf seine Hände.
      "Ich hoffe es ist Ihnen bewusst, dass jeder hier nur seine eigene Haut schützen wird, sollte etwas passieren", sprach sie so leise, dass selbst der nächste der Wachmänner sie nicht hören konnten. Sie wollte dass er wusste, wie sie ihre Lage hier gerade einschätzte.
      Mit einem leisen Klacken sprangen die Fesseln auf und lagen nun schwer in den Händen der jungen Frau. Das Biest war von der Leine gelassen worden.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August sah sie an, nachdem sie ihm ins Wort gefallen war und schnaubte leicht. Der drahtige Körper des Zauberers bewegte sich von einem Bein auf das andere und wirkte in seinem GEfangenenanzug beinahe verloren.
      "Ich habe nicht behauptet, dass sie einem Rogue die Schuld hierfür zuschieben", sagte er und sah sie an. "Ich sage lediglich, dass dieses wunderabre System eine Zwei-Klassen-Gesellschaft präferiert und Zauberern eine Ausbildung nach staatlichen Gesichtspunkten aufdrängt. Man lässt nur leider die menschliche NAtur außer Acht. Und jene, die neugierig sind und lernen wollen, nach einem "mehr" suchen, werden als Monster gerufen und man überlässt sie sich selbst. Anstatt sie anzuleiten!"
      In seiner Stimme lag ehrliche Wut über ein krankes System, das sie beide beherbergte. Sicherlcih würde niemand etwas daran ändern, dafür waren sie alle zu feige. Und wenn man es tat, verschwnad man in Gefängnissen mit Fesseln an den Händen und gehalten wie ein Tier.
      "Ihr Engagement in allen Ehren. Aber Sie werden den Verantwortllichen für diese Tat nicht einfach so fangen", murmelte er und sah sich nochmals die Leiche an.
      Ein grausiger Verdacht schürte seine Seele und sollte sich dieser bewarheiten, waren sie alle geliefert. Es brauchte mehr als nur einen Arcana, um eien Katastrophe zu verhindern.
      Doch die Bockigkeit der jungen Polizistin schien eine Wendung zu nehmen. Sie riss einem Wachmann die Schlüssel aus der Hand und kam leibhaftig in seine Nähe. Erstaunlich, erstaunlich.
      Sah er dort etwa Angst? Unsicherheit? Vielleicht ein wenig Verzweiflung?
      Manchmal war es schön, derartige Dinge in Gesichtern von Menschen lesen zu können. Nicht, dass Foremar ein Mann war, der derartige Zustände ausnutzte, doch vielmehr machte es vieles leichter, wenn sie nicht alles wusste.
      Als seine Handschellen in ihren Händen lagen, lockerte er seine Finger mit ein paar sachten Übungen, während er sie ansah und offenherzig anlächelte.
      "Oh, das ist mir klar, Miss Sallow. Dennoch garantiere ich den Tod mindestens 50 Ihrer Männer, ehe der erste mich so weit hat, fesseln zu können. Aber wollen wir uns nicht mit Kleinkram aufhalten. Eine Sache jedoch sollten Sie das nächste Mal beachten!"
      Er beugte sich leicht zu ihr um mit einem schlanken Finger auf eine Ecke des Bannkreises zu weisen, in der eine Rune rötlich leuchtete.
      "Die Rune "Rafiz" schreibt man mit einem nach oben gerichteten Bogen. Dieser hier ist jedoch nach unten gerichtet. Daher hat dieser Bannkreis in etwa so viel Wirkung wie ein Mülltonnendeckel unter Wasser. Die Tatsache, dass ich nicht geflohen bin, sollte Ihnen daher zu denken geben."
      Ehe er ein weiteres Wort der Polizisten erwartete, wanderte er zielstrebig auf die Leiche zu, die vor ihm ausgebreitet lag. Die Aura des Baumes wurde stetig größer..Selbst hier in dieser einsamen Gasse war es mehr als überdeutlich zu spüren...August seufzte und setzte seine Brille auf, nachdem er diese aus der Hosentasche geklaubt hatte. Ihm blieb wohl keine Wahl. Er musste das Ding so weit es ging unschädlich machen, ehe er mehr erfahren konnte.

      Beinahe zu ruhig erschien ihm die Szenerie um die Tote herum. Der Baum wirkte ausgewachsen, obgleich er kaum mannshoch war, aber seine Triebe und Äste erschienen kräftig udn eine ungeahnt starke Aura pulsierte durch ihn hindurch. August trat näher heran und spürte eine elektrisch wirkende Strömung in der Luft, die ihm suggerierte, sich fortzumachen. Und beinahe hätte er der Aufforderung Folge geleistet. Doch seine eigene Aura befreite sich aus ihrem viel zu lange vorherrschenden Gefängnis und er konnte sehen, dass den Castern Sorgenfalten auf die Stirn traten. Lächelnd ging der Rogue auf den Baum zu, der ihn unheilsschwanger durch schwere Pulsstöße von seiner Kraft zu überzeugen suchte. Doch wieder und wieder schienen sich die Stärke der Pulse mit seiner Aura einfach aufzuheben. Als berührten sie ihn und verklangen wie ein Lied im Wind.
      Foremar schaffte es, nach wenigen kurzen Schritten den Leichnam zu erreichen und legte eine Hand an die Rinde.
      "Er ist warm", rief er über die Schulter. "Ausgewachsen und warm, pulsierend von Magie, die das Leben selbst zur Quelle hat."
      Eine bedeutende, wenn auch beunruhigende Erkenntnis, wenn er ehrlich war. Es gab nicht viele Wesen und Menschen, die derartige Magie hervorbringen würden. Und keines davon beruhigte ihn auch nur annähernd.
      Er blickte kurz über die Schulter, da er nicht voreilig handeln und den Castern einen Grund geben wollte, ihn zu attackieren. Er musste alle davon überzeugen, einen normalen Mann eingekerkert zu haben. Die Caster zumindest zuckten nicht einmla mit der Wimper, als er die Rinde berührte. Obgleich es vorher Tote in ihren Reihen gab. Aber für ihn war diese Rinde warm und pulsierte seiner Hand entgegen. Er würde sie absorbieren, sobald es möglich war. Eine derartige Quelle...
      "Erbitte die Erlaubnis, den Baum zu vernichten, ehe er seine Wurzeln weiter ausbreitet. Wir haben bereits die High Street erreicht", sagte er und sah Sallow an.
      Der Blick der eiskalten Augen war hypnotisch, beinahe wahnhaft verzückt. Die graue Strähne fiel ihm vorwitzig ins Gesicht und sein Lächeln wirkte einen Moment echt. Wenngleich es danach wieder die Augen nicht mehr erreichte.

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    • Insgeheim hatte Ember gehofft, dass auch August einfach tot umfallen würde, sollte er den Baum berühren.
      Da dies leider ausblieb musste sich die Detective mit der neuen Situation arrangieren. Es scherte sie nicht, dass eine komische Rune in dem Bannkreis nicht richtig war. Sie hatte diese ominöse 'Schutzmaßnahme' nie als solche betrachtet. Genauso wenig wie das gesamte Personal, was den Innenhof nebst ihr selbst bevölkerte. Niemand hier gehörte zu ihr. Sie alle waren nur für den Fall da. Weil man Magier allesamt als unberechenbar betrachtete.
      Tatsächlich war Ember gleich dem Baum an Ort und Stelle festgewachsen. Je mehr Abstand sie zu sich und August gewann, umso mehr hatte sie das Gefühl, freier atmen zu können. Der schlimmste Teil stand immerhin noch bevor. Der Rogue vor ihr mochte vielleicht in der Lage sein, den Baum zu neutralisieren. Wie es danach jedoch weiterging - das wusste niemand der Anwesenden.
      Aufmerksam folgte Embers Blick jeglicher Bewegung, die August vollführte. Ihr war nicht klar, warum sie annahm, dass er einfach zu der Leiche spazieren und quasi mit den Fingern schnippte, damit der Baum verschwand. Sie wurde eines besseren belehrt in der Form, dass selbst einer der Arcana sich mit angemessener Vorsicht näherte. Wenn dieses Verhalten sogar von August gezeigt wurde, dann war klar, warum niemand hier etwas ausrichten konnte.
      Nicht wirklich sicher, was sie von der Aussicht halten sollte, verschränkte Ember die Arme vor der Brust. Die Fesseln gaben ein metallenes Geräusch während der Bewegung von sich. In ihren Gedanken fasste sie alle Informationen, die sie bisher erhalten hatte, zusammen. Eine dunkle Vorahnung schlug in ihrem Kern Wurzeln, doch sie schlug alle Ausläufer nieder. Jetzt hatte sie keine Zeit dafür, ihre Kapazitäten in dieser Richtung auszuschöpfen.
      Stattdessen traf ihr Blick den des Rogues am Baum, als dieser um Erlaubnis bat. Ein eiskalter Schauer lief ihr den Rumpf herab und hinterließ kalte vereinzelte Stiche. Dieser Blick war es, den sie bei ihn vergebens gesucht hatte. Eine Form der Manie, die so speziell war, dass sie sich ihrem Verständnis entzog. Er sah, nein, fühlte in diesem Baum etwas, das ihr als Nichtmagische auf ewig verwehrt bleiben würde.
      "Erlaubnis erteilt", durchschnitt Embers Stimme die Luft wie eine scharfe Klinge.

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    • August nickte ihr zu, während seine Züge ein beinahe manisches Grinsen umspielte.
      "Dann haltet euch mal fest, Burschen!", rief er den Castern zu, die bereits in Alarmbereitschaft gingen. Es war lustig, mit anzusehen wie sie imme noch glaubten, ihn aufhalten zu können.
      Es kam einer Majestätsbeleidung gleich, aber der Baum musste fort. Die Magie, die durch die holzige Rinde pulsierte, erschien ihm beinahe zu groß, als dass er sie bändigen konnte. Als würde er versuchen, einen Bären an eine Strickleine zu legen. Und dennoch. Ein Gefühl in seinem Inneren sagte ihm, dass er es konnte.
      Gut, das Gefühl hatte einen Namen und war recht unbeliebt. Die Menschen hatten seiner Magie den Namen "Troja" gegeben. Vielleicht weil sie selbst nicht wussten, was dich dahinter verbarg. Und die Wahrheit war so viel schrecklicher als alles, was er erhätte beschreiben können.
      Schweigend trat er an den Baum heran und legte erneut seine Hand darauf. Das Pulsieren und die MAcht darunter waren zu spüren und sein Körper zuckte regelrecht vor Erregung, dass er alsbald diese Kraft besitzen sollte. Seine Finger vergriffen sich in das Holz und seine Aura wurde von der Kette gelassen.
      Mit einem Mal rückten die Caster einem Rudel gleich zusammen und erhoben die Hände, um Schildzauber zu wirken. Selbst vor Sallow brachten sie sich in Stellung, um einen kreis von durchsichtigen, schimmernden Schilden heraufzubeschwören, die zumindest das Gros an Magie aufhalten sollten.
      Doch die Aura, die soch vor ihrer aller Augen entfaltete, war so ungemein von einer Boshaftigkeit getränkt, dass es selbst geübten Zauberern schwer fiel, den Blick darauf zu richten und zu halten. Einer schwarzen Wolke gleich umfasste ihn der Sog seiner eigenen Stärke. BEinahe erschien es, als bilde die Aura eine Gestalt aus, einen gigantisches übergroßes Wesen mit breiten Schultern und...zwei Hörnern?
      Der erste Caster zu Sallows Linken begann zu schreien, als er angsterfüllt dorthin sah.
      "Haltet die Linie!", rief ein anderer in Augusts Rücken.
      Doch es war zu spät. Der Caster hörte nicht auf zus chreien und sank nahc kurzer Zeit wie von einem Pfeil getroffen auf die Knie. Stürzend drehte er die Augen nach oben,e he eine Welle von Schaum aus seinem Mund quoll.
      "Linie schließen! Linie schließen!", rief der Kommandant der Caster beinahe panisch.
      Foremar indes hielt noch immer die Hand an dem Baum und mittlerweile waren die spürbaren Auren gleich groß.
      "Vergehe", flüsterte er an die Birke gewand und sah zu, wie diese erst Risse bekam und darunter bereits zu faulen begann.
      Stückchen für Stückchen zersetzte sich das Holz. Die Äste erlahmten, einem Gelähmten gleich und die Blätter fielen ab, ehe sie kurz vor dem Aufschlag auf dem Boden in einer schwarzen Flamme verbrannten. Die Aura, die man soeben noch hatte spüren und pulsieren können, schien drastig und schnell kleiner zu werden.
      Die Hand des Rogues leuchtete in einem grellen Goldton, als dieser Aura des Baumes schlichtweg absorbierte. Vielleicht eine inhärente Fähigkeit der Nummer 15 der Arcana. Man mochte darauf geben was man wollte. Aber die Macht zu absorbieren war gut. Beinahe ein Festmahl, wenn man den Rest betrachtete.
      Es dauerte vielleicht eine Minute, ehe aus dem Baum ein kleiner Stummel geworden war, der seine kümmerlichen Arme nach dem Himmel ausstreckte.
      August drehte isch zu Sallow um und grinste breit.
      "Aber, aber, meine Herren. Nicht so feindselig."

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    • Embers Blick lag völlig fokussiert nur auf dem Rogue, der seinen sprichwörtlichen Tanz dem mit Baum vollführte. Zwar nahm sie durchaus wahr, dass insbesondere die Caster um sie herum nervös wurden, aber sie gewährte sich nicht einen Augenblick, die Aufmerksamkeit von August zu nehmen.
      Sichtlich angespannt und genervt schob Ember die Caster aus ihrem Blickfeld, die sich wie ein Schild an sie gestellt hatten. Vielleicht war ihr als nichtmagische deutlicher bewusst, dass keiner der schwächlichen Schilde das abhalten konnten, was der Rogue vor ihnen gerade losließ.
      Ihre Vermutung wurde asbald bestätigt. Was auch immer sich da gerade um August aufbaute war so schlimm, dass Ember letztenendes doch den Blick zur Seite richten musste. Ihre Augen waren geweitet in der Annahme, eine gewaltige Präsenz trieb ihr die Luft auf dem kompletten Körper. Mühsam musste sie sich daran erinnern, dass dem definitiv nicht so war. Trotzdem war es hart, für jeden einzelnen Atemzug kämpfen zu müssen. Als der erste Caster in ihrem Blickfeld schreiend zu Boden ging, konnte sie ihre eigene Angst auch nicht mehr unter Kontrolle halten. Das nagende Gefühl der Unfähigkeit, sich nicht auch nur eigenmächtig gegen diese Übermacht wehren zu können gepaart mit der Angst ließ ihre Hand verkrampfen, die sich noch immer um das Heft ihrer Glock geklammert hatte. Sie stand inmitten eines Brandes ohne Löschmittel. Wenn es hart auf hart käme würde sie bei lebendigem Leibe verbrennen. All dies hatte sie in Kauf genommen als sie August hierher gebracht hatte. Nun aber in genau dieser Situation zu stecken war eine ganz andere Hausnummer. Der Mensch malte sich gerne schlimme Szenarien aus, hoffte allerdings immer, dass sie nie eintreten werden.
      Als das ganze Unheil plötzlich vergangen war und sich die Minute wie Stunden angefühlt hatte, drehte sich August zu einem Haufen verschreckter Menschen um. Kein einziger unter ihnen trug in seinem Blick auch nur den Hauch von Entspannung zur Schau. Stattdessen eilten die Caster zu ihrem Kollegen, der am Boden lag und noch immer schäumte. Die Traube an Menschen und Castern lösten sich, keiner trat auch nur einen Schritt an August heran. Zu groß war der... Respekt, den man dem Mann gerade zollte.
      Traurig wackelten die Pandämiumfesseln in Embers Hand. Das Gewicht schwang überdeutlich in ihrer Hand. Selbst sie spürte, wie ihre Füße sich nicht vom Fleck bewegen wollten.
      "Aber, aber, meine Herren. Nicht so feindselig."
      Das war so ziemlich die Untertreibung des Jahrhunderts. Der Blick der Detective wanderte von August zum Baumstumpf und wieder zurück. Sie verstand weniger von Magie weshalb sie nicht wusste, ob er die Aura dort nun aufgelöst oder absorbiert hatte. Beides machte sie nicht unbedingt glücklich. Und jetzt hatte sie auch noch die Ehre, den Mann irgendwie wieder ins Gefängnis zurückzubekommen.
      Das Problem war, dass er gerade eindrucksvoll demonstriert hatte, dass niemand hier ihn aufhalten konnte, wenn er nicht mitkommen wollte. Es würden keine 50 Männer reichen, um ihn unter Kontrolle zu bringen. Und wie er sagte, würde der Kreis um sie herum nicht mal Zeit erkaufen.
      Alles spielte in seine Hände und diese Erkenntnis traf Ember bis ins Mark. Sie waren einzig und allein auf seine Mitarbeit angewiesen.
      "Legen wir mal die Karten offen auf den Tisch", rief sie zu ihm hinüber ohne Anstalten zu machen, auch nur einen Fuß in seine Richtung zu setzen, "wie hoch stehen realistisch die Chancen, Sie jetzt wieder ohne Aufstand nach Evenstar zu bekommen?"
      Ihre Worten dürften verdeutlichen, was sie gerade realisiert hatte. Sie würde nicht wahllos näher an einen Rogue herantreten, dessen Magie sie nicht einmal verstand.

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    • August Foremar brachte sich in Stellung.
      Es war keine aggressive Kampfeshandlung oder aktive Bedrohung. Selbst seine Aura hatte sich beinahe gänzlich in ihn zurückgezogen, sodass lediglich das wirre Haar und die leicht verschobene Brille an das Massaker erinnerten, das vormals hier stattgefunden hatte. Sein Lächeln war ungebrochen kalt, als Sallow ihn ansprach.
      Herrgott, er mochte diese Frau irgendwie. Auf eine makabere und seltsame Art und Weise, aber alleine die Ehrlichkeit, die ihren Worten entsprang imponierte ihm.
      Er wollte gerade den Mund öffnen und seine Brille richten, da einer der Caster aus der Reihe ausbrach. August kannte ihn von früher. Sein Name war Nathaniel Hawke, ein Einsatzleiter (?). Herrkömmlich ausgebildet, Magier der Stufe B. Nicht übel, aber auch nicht übermäßig talentiert, wenn man es genau nahm.
      "Hände in die Luft, sodass ich sie sehen kann!", donnerte dieser ohne Rücksprache mit Sallow oder einem anderen.
      Dummer Narr.
      Mit einer wegwerfenden Bewegung und gleichsam als würde er eine Fliege verscheuchen, wedelte August mit der linken Hand, während die Rechte die BRille zurecht schob.
      Aus seiner Hand brach eine Art goldener Bannkreis hervor, der sich um seinen Arm legte. Was die wenigen Aufmerksamen erkennen mochte, war die Tatsache, dass er nicht nur eine Geste vollzog. Er formte sieben Fingerzeichen in beinahe überirdischer Geschwindigkeit, während aus seinem rechten Schulterblatt in Sekundenschnelle eine Art Rauchschwade hervorbrach.
      Diese Formte sich beinahe augenblicklich zu einem kruden Rabenflügel aus Rauchfedern und schlug nach dem Einsatzleiter. Für eine Sekunde sah es so aus, als würde dieser mit einem überheblichen Lächeln asuweichen können.
      Ehe er zurück an Ort und Stelle gezogen wurde.
      Ein ratloser Blick stand in den hellen Augen, ehe ihn der Flügel traf und in hohem Bogen durch den Innenhof gegen eine Mauer schleuderte. August wollte die Beteiligten gerne beruhigen, aber die Wut über die Unterbrechung war größer. Und während der Einsatzleiter an der Wand herunterrutschte und erst in 8 Metern später zum Liegen kam und sich nicht mehr rührte, sah August ihm kalt und beinahe mörderisch hinterher.
      "Idiot", zischte er. "Nun...Die Karten auf den Tisch, Ms Sallow!"
      Er baute sich vor dem behelfsmäßigen Schildwall auf und trat ein paar Schritte auf die davor stehende Frau zu.
      "Zunächst zwei Tatsachen:
      1. Sie haben nicht genug Männer und Frauen, um mich dazu zu zwingen.
      2. Versprach ich Informationen. Und die sollen Sie haben!
      Der Baum war - wie ich bereits sagte und Sie bereits bestätigten - eine Magie der Stufe SS. Seine Quelle - denn jede Magie braucht eine Quelle - war das Leben selbst, das es sich hungernd aus allem anderen holte, was es hier fand. Und zuletzt gehört diese Art von Magie zu einem Wesen, das Sie mit Sicherheit aus Schriften oder GEschichten kennen. Der BAum ist seine Art, zu fressen. Alles andere, Ms Sallow. Alles andere erzähle ich nur Ihnen. Unter vier Augen."
      Er grinste boshaft.
      "Und zu Ihrer Frage: Nein, ich werde nicht zurück nach Evenstar kerhren. Aber: Ich biete meine unverbindliche Mithilfe in diesem Fall an. Es sei denn, Sie möchten sich lieber durch ihre kompetenten Kollegen vertreten lassen."

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    • Niemand, und damit war wirklich niemand der Anwesenden gemeint, hätte auch nur den Gedanken daran verschwendet, auf den Rogue loszugehen. Dementsprechend schockiert reagierten alle, als Nathaniel Hawke plötzlich durch die angespannte Stille schrie und alle Blicke auf sich zog. Nicht einer unter ihnen war nicht mit blanker Panik behaftet.
      Ember war vermutlich die Erste, die von dem Selbstmordgefährdeten zu August hinüber sah und das ganze Schauspiel mitansah. Statt zu verfolgen, welche Auswirkungen seine Geste mit sich brachte, behielt sie den unberechenbaren Rogue vor sich im Blick. Allerdings verriet ihr schmerzvoller Blick, dass das nicht für ihr Gehör galt. Die Vorstellungskraft von Menschen war enorm - so enorm, dass sie sich manchmal Dinge schlimmer ausmalte, als es der Fall war. Als August die Worte an Ember richtet, versteifte sie sich. Ihr Kollege hatte sich nur bewegen wollen. Und war selbst damit gescheitert.
      Jetzt war es soweit, dass sich ihr linker Fuß verräterisch nach hinten schob, als August ein paar Schritte auf sie zutrat. Wenn einem die Urinstinkte zuschrien Lauf, dann hörte man in der Regel besser darauf. Es war pure Willenskraft, die die Frau an Ort und Stelle festnagelte. Dementsprechend entgleiste ihr Blick, als der Mann vor ihr tatsächlich mit Informationen um sich warf, die sie nicht erwartet hätte.
      Das brachte Ember vollends aus dem Konzept. Innerhalb weniger Sekunden entfaltete sich eine imaginäre Karte in ihrem Kopf, die ihr alle Wege aufzeigte, die sie nun einschlagen konnte. Möglicherweise waren ihre Annahmen von vornherein nicht richtig gewesen. Er hatte sie mit kleinen Häppchen gefüttert, die den Zweifel in dem Detective schürten. Mit genau diesem Ausgang hatte sie bereits gerechnet und dementsprechend kalkuliert. Zugegeben, eigentlich war sie davon ausgegangen, dass sie gar nicht soweit kämen und er sie allesamt schon in Stücke gerissen hätte. Was bedeutete, dass diese Situation schon besser war als ursprünglich angenommen.
      Genau eine einzige Person kannte den absoluten Notfallplan, den sie sich zurecht gelegt hatte. Selbst wenn man später nur ihre Leiche irgendwo finden würde - es hätte alles seinen Sinn gehabt und sie wäre nicht umsonst gestorben. Wie abgeklärt konnte man eigentlich sein.
      "Unter einer Bedingung können Sie mir das gern erzählen", hob Ember das erste Mal seit ewigen Minuten die Stimme an und hörte selbst ihre Anspannung daraus hervor, "wenn Sie alle die hier Anwesenden unbeschadet ziehen lassen."
      Einer der Männer hinter ihr packte sie am Oberarm. Sofort schoss ihr Blick zu ihm herum und bedeutete ihm vielsagend, das Maul zu halten. "Dann lass' ich alle hier abziehen."
      Sie alle hier hatten die Informationen gehört, die August gerade preisgegeben hatte. Selbst damit hatte sie schon mehr erreicht als man vermuten mochte. Dieser Ausgang hier war vermutlich der, den sie am wenigsten vorgezogen hätte. Sie würde den Teufel tun und den Mann unbeaufsichtigt ziehen lassen. Scheinbar hegte er irgendein Interesse an ihr, und diesen Umstand musste sie sich zu Nutze machen. Sei es nur für Stunden. Aber in den Stunden wüsste man zumindest, wo sich August Foremar befand.
      Natürlich war die Glock nicht die einzige Sicherheitsvorkehrung gewesen, die Ember Sallow im Voraus getroffen hatte.

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    • Foremar wartete geduldig auf dem kleinen Platz und versenkte die Hände in den Taschen.
      Der orangene Gefängnisoverall stand ihm nicht wirklich und wirkte zu groß an manchen Stellen. An manchen wiederum zu eng. Seine Lunge ächzte regelrecht nach der stinkenden Londoner Luft, die über dem schwefelgetränkten Nachmittag lag. Die Caster um sie herum hatten ihre Schutzpositionen aufgegeben, da selbst der dümmste dieser Kette erkennen musste, dass die Schildzauber, die ihnen gelehrt wurden, nicht mehr als die Stufe A betrugen. Und keiner von diesen konnte diese anwenden. Da war sich August eigentlich ziemlich sicher.
      Aber Sallow...
      Er blickte der ihm gegenüberstehenden Frau entgegen und verbreiterte sein kaltes Lächeln um ein weiteres bisschen, was sein Gesicht beinahe grotesk verzerrte. Ehe er schließlich nickte.
      "Ich bin ganz der Ihre", bestätigte er. "Sie sollen gehen. Keinem geschieht ein Leid."
      Beinahe vergnügt sah der Zauberer zu, wie Befehle gebellt und Anweisungen erteilt wurden. Niemand ließ eine Kollegin gerne im Stich, vor allem nicht mit einem derartigen Monster, nicht wahr? Die Blicke waren argwöhnisch, vorsichtig. Ja, beinahe abschätzig gehässig. Einige dieser Blicke galten auch zu seiner Überraschung nicht zwingend nur ihm. Selbst der junge Richardson warf einen beinahe hasserfüllten Blick zu Sallow, ehe er seine Dienstwaffe wegsteckte und sich langsam entfernte.
      Es dauerte einige Minuten, bis man die Caster und Polizisten entfernt und auch die Verletzten entsorgt hatte. Als der kleine Innenhof beinahe völlig menschenleer war, pfiff ein Wind durch die Gassen und August entspannte seine Schultern.
      "Sehr gut...", murmelte er. "Das wäre geklärt. Eine Sache vorab, Ms Sallow: Ich hätte mich zu jeder Zeit aus diesem ihrem Bannkreis befreien können. Ebenso taugen diese Handfesseln für meine Art der Magie nicht. Auch dort hätte ich Gelegenheit gehabt, Ihnen zu schaden. Beide Male habe ich darauf verzichtet. Habe sogar zugelassen, dass Sie mich wie ein Tier herumschubsen und mittelalterlich geknebelt zu einem Tatort bringen."
      Er trat einen weiteren Schritt näher,.
      "Die Informationen, die ich zu geben habe, betreffen nicht nur London. Sondern leider befinden Sie sich in einer äußerst prekären Lage. Das Opfer wurde nicht zielgerichtet ausgewählt. Wie ich eben bereits sagte, handelt ess sich um ein Wesen, das beinahe animalische Züge und Instinkte vorweist, obgleich es zur Gattung der humanoiden magsichen Wesen zählt."
      August fuhr sich durch das Haar und mit einem Mal wirkte der Blick aus seinen Augen nicht mehr kalt, sondern vielmehr wissenschaftlich neugeierig.
      "Ich möchte bei diesem Fall helfen"; sagte er. "Sicherlich ist mir bewusst, dass Sie mehr Angst vor mir haben als es mir nutzte...Also bin ich gerne bereit, eine Sicherheit zu geben. Weiterhin habe ich das Wesen identifiziert, was wir suchen..."
      Er sah sie neugierig an, ehe er die Leiche nochmals anblickte, die jetzte schneller zu verwesen schien als vorher.
      "Sie jagen einen Angelus."

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    • Im Gegensatz zu allen anderen Beteiligten bewegte sich Ember nicht einen Meter von ihrer angestammten Position. Missmutig hatte sie ihre Hände ebenfalls in den Untiefen ihres Mantels vergraben, jetzt noch wie ein debiles Kind an ihrer Waffe festzuhalten war zwecklos. Lieber behielt sie August im Auge und schweißte ihn buchstäblich mit ihrem Blick am Boden fest. Oder zumindest hoffte sie das.
      Ihr entging nicht dieser Funken Überraschung, der sich in den Augen ihres Gegenübers kurzweilig zeigte. Offensichtlich verstand er nicht ganz, warum man ihr diverse vielsagende Blicke zuwarf, die nicht unbedingt aufbauend gemeint waren. Ember kannte diese Blicke nur zu gut und hatte sich ein dermaßen dickes Fell über die Jahre wachsen lassen, dass sie alle Pfeile in ihrem Rücken einfach abschüttelte.
      Umso entspannter August wurde, desto mehr verhärteten sich Embers Schultern. Sie konnte den Mann vor ihr noch nicht einschätzen. Aller Wahrscheinlichkeit hätte er ihren Plan schon nach dem ersten verräterischen Wort durchschaut und dann konnte sie sich überlegen, wie sie einen entflohenen Insassen wieder in Sicht bekam.
      "Die Idee mit dem Knebel war nicht meine gewesen. Das kam von der Behörde", erklärte sie die Umstände und wich einen Schritt zurück, kaum bewegte sich August etwas auf sie zu. "Und im Gegensatz zu den Schwachmaten von Castern verlasse ich mich nicht auf irgendwelchen Hokuspokus. Ich gehe von Anfang an davon aus, dass nichts hier Sie großartig hätte aufhalten können. Macht's leichter, nicht überrumpelt zu werden."
      Dann änderte sich plötzlich der Ausdruck in den Augen des Rogues. Als Resultat verengte auch Ember leicht die Augen als sie versuchte mit dem abrupten Wandel Schritt zu halten. Gerade hatte sie sich an diesen kalten Ausdruck gewöhnt, da brachte er ihr einen neuen entgegen: Neugierde. Und Neugierde war etwas, das ganz schnell nach hinten losgehen konnte. Sie wusste um den Intelligenzquotienten dieses Mannes und wenn er mit Neugier reagierte, dann sprach das allein bereits Bände.
      Das Wort oder eher der Übeltäter, den August dem Detective nun offenbahrte, ließen in ihrem Geist nur Fragezeichen erscheinen. Von sowas hatte sie noch nie gehört aber sie war sich sicher, dass man ihr gerne erklären würde, was das sein sollte. Außer Frage stand jedoch die Tragweite, die Ember sogar als Nichtmagische verstand. Was bedeutete, es wurde Zeit für ihren Plan. Obzwar der ihr wirklich nicht gefiel.
      Ember seufzte schwer als sie das erste Mal für länger als ein Augenblinzeln die Lider schloss. "Die Sicherheit hier ist nicht das Wissen um den Übeltäter, wenn ich ehrlich sein soll. Ich würde mich mit Abstand sicherer fühlen, wenn ich nicht schuld daran wäre, einen der Arcana auf die Welt losgelassen zu haben." Langsam öffneten sich ihre Augen und fixierten August. Jetzt war sie schon mitten drin, also half ihr übertriebene Angst auch nicht mehr weiter. Es lag immerhin sowieso nicht mehr in ihrer Hand.
      "Herzlichen Glückwunsch, Sie sind nun auf offener Straße, wo jeder Sie kennt. Die einzige Option für Sie besteht nun darin, im Untergrund unterzutauchen. Was bestimmt nicht toll ist. Und wie Sie bereits sagten, würden Sie gerne helfen. Oder eher alles mitnehmen was geht, wenn ich das richtig sehe? Da ich ganz bestimmt nicht mit in irgendeinen Untergrund gehe, folgendes Angebot."
      Ember atmete nochmal tief durch. Das würde alles nicht klappen, sie ahnte es jetzt schon.
      "Ich sperre Sie in meiner Wohnung ein. Mehr oder weniger zumindest. Sie werden keine Minute außerhalb meines Blickfeldes agieren. Das ist der Preis den Sie für die Teilnahme am Fall zahlen müssen." Wenn das funktionierte hatte sie immer noch genug Zeit sich zu überlegen, wie sie den Kerl wieder einbuchten konnte. Sofern sie selbst dann noch lebte.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August betrachtete die junge Frau neugierig.
      Und auch wenn sie jedem seiner Schritte auszuweichen schien, wirkte sie in ihrer Art und Weise gefestigt, sodass er ihr den Gefallen tat und an Ort und Stelle stehen blieb.
      "Und dennoch wurden Sie überrumpelt, Ms Sallow", grinste Foremar. "Denn seien wir ehrlich: Ich habe selten Polizisten Ihres Kalibers erlebt, die sich so bereitwillig in die Gefahr des beinahe sicheren Todes geben. Aber: Hier stehen Sie, schauen mich an und ich habe beinahe das Gefühl, Jemand Gleichberechtigtem gegenüber zu stehen. Wenn wir jetzt noch die offenkundige Abneigung aus Ihrem Blick bekämen, wäre ich beinahe versucht, Sie zu einem Kaffee einzuladen."
      August lächelte und sah sie anschließend wieder direkt an.
      "Sicherlich, Sie werden die dienstlichen Folgen zu tragen haben. Aber sehen Sie es so: Sie haben einen Arcana nicht auf die Welt losgelassen. Der Arcana war zu jedem Zeitpunkt dort, wo er sein wollte. Wenn ich nicht in Evenstar sein wollte, wäre ich dort entflohen, noch zwischen dem ersten und zweiten Osterfest. Übrigens: Die Pampelmusen dort sind einzigartig. Aber nun...Zu unserem Handel!"
      Er wanderte ein wenig hin und her und steckte die Hände in den Overall. Er lauschte ihren Ausführungen und wenn er erhrlich war, hatte sie an manchen Enden einen Punkt. Sicherlich war es nicht besonders reizvoll, den Untergrund der Londoner Innenstadt zu betreten. Es war möglich, aber er war bekannt wie ein bunter Hund. Und dafür war das hier zu spannend. Wann jagte man schon einmal einen waschechten Angelus?
      Noch während ers einen Gedanken nachhing und sich für einen Moment fragte, wie er sie dazu bekommen konnte, keine Großfahndung nach ihm auszuschreiben, unterbreitete sie ihm ein Angebot, das ihn beinahe staunend zurückließ.
      "Die Antwort ist ja", sagte er und trat näher zu ihr um die Linke auszustrecken. "Ich wollte gerade dasselbe vorschlagen. Ich bin ein gerngesehener Hausgast, dass Sie ja keine Vorurteile haben. Ich pflege, recht unbeugsam zu sein, was die Ordnung meiner Bücher betrifft, aber sonst bin ich ein pflegeleichtes Kerlchen. Und ganz der Ihre, Ms Sallow!"
      Er wartete nicht darauf, dass sie die Hand einschlug, sondern zwang sie regelrecht dazu, indem er nach ihrem Arm griff und ihre Hand in seine legte. Sie wirkte trotz der Anstrengungen beinahe zart in seiner und nach zwei, drei Schüttlern ließ er sie los und sah sie grinsend an.
      "ALsdann...Führen Sie mich heim, Ms Sallow! Ich denke, wir haben viel zu bereden."

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    • Eigentlich wollte Ember diesen Mann definitiv nie anfassen, geschweige denn in einen Handschlag mit ihm verwickelt werden. Das war auch der Grund, warum sie seine ausgestreckte Hand nur abschätzig musterte. Dass er allerdings direkt in die Offensive ging und nach ihr griff, erschreckte sie regelrecht. Zu schnell für ihren Geschmack hatte er ihre Hand eingefangen und in seine offene gelegt, einen Handschlag simulierend. Als er ihre Hand endlich losließ riss sie sie beinahe an sich. An sich mochte Ember, wenn Handschläge kräftig ausfielen und ihre Hand sich in die ihres Gegenübers schmiegte. Bei August allerdings hatte sie einen prickelndes Nachspiel, auf das sie gern verzichtet hätte.

      Die Autofahrt war der reinste Horror. Mehr als einmal hätte Ember fast einen Auffahrunfall verursacht weil sie mit halbem Auge ständig auf August achtete, der auf dem Beifahrersitz lungerte. Sie hatte alle Fenster geöffnet, um für ordentlich Durchzug zu sorgen. Ihre Finger krampften sich mit jeder Bewegung fester in das Leder des Lenkrades, wo ihre Nägel schon Spuren hinterließen.
      Eher schlecht als recht parkte sie schließlich den Wagen in einer Parkbucht vor dem Mehrparteienhaus, in dem ihre kleine Wohnung war, dass sich am Rande der Stadt befand. Sie musste zusehen, dass sie ihn so schnell wie es ging von der Straße und rein ins Haus bekam. Wenn auch nur ein Passant ihn meldete, dann würde es gleich in einen Massenauflauf mit möglicher Geiselnahme eskalieren. Eine Situation, die sie wirklich nicht provozieren wollte. Also zwang sie den Rogue dazu, ihr schnellen Trittes zu folgen, indem sie einfach beherzt vorweg ging. Schnell vorweg ging.
      Zum Glück begegneten sie weder Spaziergängern noch Nachbarn im Treppenhaus. Fahrig kramte Ember nach ihrem Schlüssel und war ein Stück weit erleichtert, als das befriedigende Klicken das Aufschwingen der Tür bestätigte.
      "Bitte", sagte die Detective, kaum war sie eingetreten mit August im Schlepptau.
      Ihre Wohnung bestand aus gerade mal 2,5 Zimmern, Küche und Bad. Das halbe Zimmer war ihr Büro, in dem sie gerade mal einen Schreibtisch gequetscht bekommen hatte und ihren Laptop darauf drapiert hatte. Von dem schmalen Flur, in dem sie gerade standen, ging links ein rustikales Badezimmer mit einer Eckdusche ab, zur rechten war ihr Schlafzimmer, dass sie aus reiner pParanioa immer abschloss. Geradeaus weiter ging es in das Wohnzimmer, das dank zugezogener Vorhänge einen verlassenen, dunklen Eindruck machte. Das alte durchgesessene Sofa war ein Mitbringsel aus ihrer Heimat. Das einzige Stück, von dem sie sich nie hatte trennen können. Bilder hingen kaum an den Wänden, stattdessen zierten diverse Whiteboards die cremefarbenen Wände. Schwarze Spuren verrieten, dass hier vor kurzem noch Informationen gestanden hatten, die die Detective mühsam zusammengetragen hatte.
      Seufzend zog sie ihren Mantel aus und hängte ihn an einen von zwei Haken an der Wand. "Ich werde jemanden schicken, der ein zusätzliches Bettzeug organisiert. Und anständige Kleidung. Sie werden wohl oder übel erst mal mit Sofa Vorlieb nehmen müssen. Und dann können Sie mir erzählen, was ein Angelus ist."
      Ember schob sich an August vorbei, um durch das Wohnzimmer in die separate Küchennische zu gehen. Sie streckte sich, um aus dem oberen Schränken zwei Tassen zu ziehen. Man musste ja das Beste aus der Situation machen. "Kaffee?"

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August Foremar war ein unordentlicher Mensch.
      Es erschien also widersinnig, wenn gerade er sich ein Urteil darüber erlaubte, wie ein Mensch zu leben hatte. Gerade im Bezug auf die Sauberkeit oder Ordentlichkeit einer Wohnung erschien es mehr als fragwürdig.
      Doch beriets die Fahrt mit dieser Frau war bereits der reinste Horrortrip. Sallow war dermaßen paranoid, dass sie sie beide beinahe zu Tode gefahren hätte. Nur um sie an den Rand der Stadt in ein verlassenes Loch von einer Wohnung zu bringen. Sicherlich, man sagte, die Wohnung von fähigen Menschen seien mehr praktisch eingerichtet. Aber das hier war ein Festfressen für jeden Psychiater.
      August betrat die Wohnung mehr vorsichtig als wirklich begeistert und sah sich um.
      Es war nicht verdreckt oder dergleichen. Zumindest nahm er bewusst keinen Dreck war, der ihn auf den ersten Blick störte. Es war vielmehr die Unpersönlichkeit dieser Wohnung, die ihn beinahe abstieß und eine körperliche Reaktion forderte. Es wirkte nicht wie eine Wohnung, ein Wohlfühlort. Sondern eher wie ein Kokon, in den man sich zum Schlafen zurückzog, weil die Betten karg wurden. Langsamen Schrittes durchmaß er die schmale Wohnung und betrat das Wohnzimmer, während Sallow ihren Sermon herunter ratterte.
      Hier und dort hob er etwas an, um darunter zu sehen, als entdeckte er Schätze. Ungefragt marschierte er an den Whiteboards vorbei und inspizierte regelrecht auch diese.
      "Bitte...", murmelte er und legte die Hände aneinander, ehe er beinahe kalt lächelte. "Keine Umstände wegen der Klamotten."
      Er griff regelrecht mit der Hand in die Leere des Raumes. Dort, wo vormals abgestandene, dunkle Luft stand, verschwand seine Hand in schwarzen Rauchwolken, ehe sie beinahe postwendend mit einem großen, schweren Koffer wieder erschien, auf dem sich leichte Blutflecken befanden.
      "Na bitte! Sie gestatten? Ich habe mir erlaubt, meine eigene Wäsche mitzubringen. Und sollten Sie nicht daran gelegen sein, mir beim Umziehen zuzusehen - und Sie dürfen, ausdrückliche Erlaubnis meinerseits - so bitte ich Sie, sich herum zu drehen."
      Er klappte den Koffer mit einem klackenden Geräusch auf und der Schrei eines großen Tieres erklang im ganzen Wohnzimmer (was sag ich: im ganzen Haus).
      "Hupsala!", quiekte August und trat mit einem Fuß beinahe gewaltätig in den Koffer. "Ich-habe-dir-gesagt-Ausgang-ist-ab-Zehn!"
      Mit jeder Silbe trat er einmal kräftig in den Koffer, bis die Schreie des Tieres zu erschlaffen schienen. Anschließend wandte er sich zu niemand speziellem im Raum um. "So schwer, gutes Personal zu kriegen, hach."
      Flugs hatte er sich eine Hose und ein weißes, weites Hemd geschnappt und sie in Windeseile mit dem Overall ausgetauscht. Wohl
      achtend, dass die gute Sallow seine Tätowierungen nicht sah.
      Anschließend trat er zu ihr in die Küche.
      "Nein, behalten Sie Ihr Gebräu. Wasser, wenns beliebt. Und davon ab: Dass ich auf diesem...Ding da...nächtige, können Sie sich gepflegt an die Backe nageln. Haben Sie kein Gästebett, wenn Sie mich schon derart verfü-, oh ich meine entführen?"

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    • Das laute Krachen von zerspringendem Porzellan erfüllte die unheimliche Stille von Embers Wohnung. Sie hatte gerade noch gesehen, wie August inmitten des Nichts einen Koffer, eine BLUTBEFLECKTEN Koffer, buchstäblich herbeizauberte. Vor Schreck fiel ihr eine Tassen aus der Hand, sie war zu langsam, als dass sie die Tasse jemals hätte retten können. Durch die offen gehaltene Nische hatte sie vollen Einblick in ihr Wohnzimmer.
      Die ganze Situation war einfach nur absurd. Sie konnte nicht verhindern, dass sie überforderten Blickes dabei zusah, wie er diesen Koffer öffnete. Das prompt folgende Schrei ging ihr durch Mark und Bein. Wer zum Teufel hatte diesem Mann überhaupt die Gelegenheit gegeben, irgendwelchen Besitz zu verwahren?! Und was war überhaupt da drin? Wollte sie das wissen? Irgendwie schon.
      "FOREMAR", brüllte Ember komplett ungebremst, "KEINE MAGIE IN MEINER WOHNUNG VERDAMMT!"
      In einer bizarren Mischung aus Faszination und purem Horror sah die Detective dabei zu, wie August IN seinem Koffer herumpolterte. Mit genau dem gleichen Ausdruck durfte sie nun dabei zusehen, wie sich der Rogue von einem Häftling in einen halbwegs normalen Mann verwandelte. Noch immer in einem Schockzustand wanderte ihr Blick fahrig über die zahllosen Tattoos an seinem doch recht sportlichen Körper. Zumindest für seine Verhältnisse. Hatte man diese auch alle katalogisiert?
      Als sich August zu ihr auf den Weg in die Küche machte, erwachte Ember endlich aus ihrer Starre. Hastig bückte sie sich nach den Scherben, die sie aus allen Ecken zusammensammelte. "Ich hätt' doch lieber auf Plastik umschwenken sollen...Au", murmelte sie leise, als sie mit den Nerven am Ende mit ihren Händen über den Fliesenboden wischte und sich an den kleinsten SCherben schnitt.
      Noch immer fluchend entsorgte sie die Scherben im Müll, zupfte sich Küchenpapier von der Rolle und wickelte es um ihre Finger. "Da sind die normalen Gläser", sagte sie und deutete auf den oberen Schrank neben dem, aus dem sie vorhin die Tassen genommen hatte.
      Allerdings wanderte ihr Blick von ihrer notdürftig bandagierten Hand zu August, der gerade mal eine Armlänge entfernt von ihr stand. Er hatte etwas gegen ihr treues Sofa?
      "Sieht diese Wohnung so aus, als hätte ich oft Besuch? Oder ist generell für eine zweite Person gerüstet? Nein. Also nehmen Sie das Sofa und seien Sie zufrieden, dass sie immerhin nicht mehr in der dreckigen Zelle in Evenstar ausharren müssen. Ach, ich vergaß ja, Sie waren da ja nur aus Jucks und Dollerei", spottete sie gegen Ende ihres Ausbruches. Sie hatte wirklich blanke Nerven. "Und was heißt hier verführen?! Das sieht ja wohl ein bisschen anders aus."

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    • August blickte einen Moment zweifelnd durch die Küche und auf die verwundeten Hände der Polizistin. Spielend leicht hätte er ihre Wunden ein wenig heilen können, aber wenn sie nun einmal keine Magie in der Wohnung haben wollte.
      "Ein wenig dünnhäutig heute, nicht wahr?", fragte er spielerisch und fischte elegant ein Glas aus dem Schrank.
      Er bediente sich am Leitungswasser, da er anderes nicht besonders gut vertrug. Außerdem war er durch die Jahre im Untergrund an derlei Unbequemlichkeiten gewöhnt.
      Er nahm einen Schluck Wasser, ehe er sich Sallow wieder zuwandte.
      "Also zum einen sieht diese Wohnung eher aus wie die eines Obdachlosen mit Laptop. Zum Anderen muss ich sagen, dass Sie offenbar nicht viel von Dekoration halten. Da war ja meine Behausung schöner. Und zeitweilen war diese ein Erdloch."
      Anschließend sah er sie beinaeh abschätzig von oben bis unten an, ehe er sich erneut an ihr vorbei schob und ins Wohnzimmer bewegte.
      "Ehrlich gesagt bin ich mir nicht so sicher, ob eine Verführung bei Ihnen wirklich anders aussehen würde. Sie erscheinen mir doch ein wenig...grobschlächtig? Burschikos? Was wäre das richtige Wort?"
      Schweigend nahm er auf dem Sofa Platz und machte eine einladende Geste neben sich, indem er mit der Handfläche auf das Sofakisssen klopfte.
      "Nun...", begann er. "Zum eigentlichen Problem. Wenn wir von Ihrer offensichtlich Unfreudnlichkeit gegenüber meiner Person und meiner Art einmal absehen, haben Sie das Bedürfnis nach Informationen. Zumindest wenn es um das Wesen namens Angelus geht, nicht wahr?"
      Foremar schlug die Beine übereinander und legte seine Arme breit auf die Rückenlehne des Sofas, ehe er zu sprechen begann.
      "Ein Angelus ist ein sogenanntes Wechselwesen. Es bedeutet, dass dieses Wesen Dimensionsgrenzen überspringen kann, sofern man es ruft. Ein Angelus ist - wie der Name schon sagt - ein Engel. Allerdings nicht die wunderbar verklärte Version der Bibel, in dem es sich um gewickelte Babys mit kleinen Flügeln handelt. Es ist eine Art magisches Wesen, das sich von dem Leben selbst nährt, obgleich es aus ihm selbst besteht. Ansonsten gibt es nicht viel auffälllges. Die meisten dieser Art sind etwa 2,10 bis 2,40 groß, haben dunkelblaue Haut und zumeist leicht orangefarbene Augen. Ihre Schreie lassen Seelen erfrieren und ihre Mächte sind derer von Doppel-S-Zauberern beinahe ebenbürtig. Haben Sie einen Alpha, so wird er selbst 10 Doppel-S-Zauberer mühelos übermannen. Noch Fragen?"

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    • Mehrmals musste sich Ember extrem hart gedanklich schlagen, damit sie nicht über die Stränge schlug und ihrer Gehässigkeit freien Lauf ließ. Ja, sie hegte eine unfassbare Abneigung gegen Rogues und Caster gleichermaßen. So wie sich August gerade ihr zeigte, verfestigte den Grund für diese Abneigung immer weiter. Bis vorhin war sie ihm noch mit absoluter Vorsicht und zugegebenermaßen einer Prise Angst begegnet. Seit den paar Minuten, in denen sie hier in ihrer Wohnung waren, hatte sich ihr Verhältnis verändert. Möglicherweise lag es daran, dass sie sich in ihrer Wohnung trügerisch sicher wähnte und daher die gesunde Vorsicht etwas verfliegen ließ.
      Das änderte allerdings nichts an ihren blanken Nerven. Es war schon so schlimm, dass sie regelrecht bei jedem Wort auf den Mann in ihrem Wohnzimmer losgehen wollen würde. Üblicherweise reagierte sie nicht dermaßen gereizt auf ein paar Sticheleien. Aber was war hier schon normal.
      "Obdachlose haben, wie der Name es bereits impliziert, nicht mal eine Decke über dem Kopf." Großartig, sie hatte einen Teil ihrer Sachlochkeit wiedergewonnen.
      Ember kam um die Ecke der Küchennische, um sich mit dem Rücken an der Wand anzulehnen. August da in ihrem lieben Sofa lingern zu sehen, bereitete ihr aufrichtigen Herzschmerz. Dieses gute Möbelstück hatte sie schon durch die Zeit gebracht, da hatte sie nicht mal das Geld um sich ein ordentliches Bett zu kaufen.
      Aufmerksam lauschte die Detective den Worten des Rogues. Während sie die Druckpunkte stetig wechselte, wo sie ihre malträtierte Hand drückte, ließ sie seine Worte Revue passieren. Wussten alle Rogues oder sogar alle Caster, was Angelus waren und woher sie stammten? Oder war das nur exklusives Wissen der Arcana oder sogar nur von August selbst? Prompt keimte die Frage in ihr hoch, wie man so ein Ding auslöschen sollte. Ja, sie ging von Auslöschen aus, nicht einsperren. Selbst der größte Schwachmat würde verstehen, dass man sowas nicht einsperren können würde. Und erstrecht nicht wollte.
      "Wie tötet man sowas? Kann man es einfach mit zu viel Futter platzen lassen, wenn ich mal etwas sinnbildlich werde?"
      Bereits während Ember sprach drifteten ihre Gedanken bereits zur nächsten Baustelle ab. Wieso tauchte das Ding ausgerechnet jetzt auf und warum hier? Wie oft war so ein Ding generell in der Geschichte bekannt, hatte es eine Agenda oder war es nur Zufall. Sie glaubte dem wenigsten davon.
      Endlich war ein bisschen mehr Ruhe in Embers Blick und Gemüt eingekehrt. Solche Sachverhalte brachten sie immer auf den Boden der Tatsachen zurück und das war auch dieses Mal der Fall. Trotzdem war da noch immer dieser Dorn im Auge. Der Dorn, der sich da in ihr geliebtes Sofa bohrte.
      Man musste den Mann doch auch irgendwie ins Straucheln bekommen.
      Da klickte etwas in Embers Geist. Eine kleine Geste, die August vorhin gemacht hatte und höchstwahrscheinlich bei ihrem aktuellen Gebärden nicht für machbar hielt. Doch, das konnte sie.
      Die Detective stieß sich von der Wand ab und kam zum Sofa. Von ihrer erhöhten Position aus warf sie dem Rogue einen unglaublich nichtssagenden Blick zu, ehe sie sich tatsächlich dazu setzte. Genau dahin, wo er vorhin geklopft hatte. Allerdings würdigte sie ihm keines Blickes sondern lediglich ihrer Hand als sie weitersprach: "Punkt 1, ich bin nicht unfreundlich. Wenn Sie aufhören könnten, mich zu irritieren und mir ständig das Gefühl vermitteln, ein Fingerschnippsen bringt mich um, dann bekommen sie eine freundlichere, selbstbestimmte und nicht burschikose Ermittlerin. Was uns beide in die Hände spielen sollte."
      Vorsichtig zog sie ein Stück des Küchenpapiers von ihren Fingern, worauf sich die Schnitte direkt wieder öffneten. Seufzend klappte sie das Papier wieder zurück.
      "Erklären Sie mir noch ein paar Dinge. Wusste Evenstar, dass Sie Zugriff auf diesen Koffer da haben, der bitte nicht ausversehen hier irgendwo rumliegt? Gleiches gilt für Ihren Körperschmuck - sieht für mich ziemlich rituell aus. Sind sie das?"

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    • Foremar beschloss, die Sache mit der Wohnung auf sich beruhen zu lassen. Das Sofa war wirklich nicht bequem und auch die Wandschmücke erschienen ihm ein wenig fragwürdig, wenn man es genau nahm.
      Aber war seine damalige Behausung anders gewesen? Er entdeckte eine Art Verwandtschaft ihrer beiden Geister. Zumindest auf der Ebene der manischen Besessenheit von einem Ziel. Bei Sallow waren es wohl polizeiliche Hintergründe, während bei ihm…
      Aber es war nicht die Zeit, um sich in Gedanken zu verlieren.
      Als sie sich neben ihn setzte und ihre Hand wieder und wieder betastete, seufzte er auf. Dennoch erstaunte ihn die Geste ein kleines bisschen. Er hatte nicht damit gerechnet.
      „Sie würden vielleicht weniger einen Zauberer bei sich haben, der Ihnen das Gefühl vermittelt, Sie stetig umbringen zu können, wenn Sie ein wenig freundlicher zu meinesgleichen wären. Und nun geben Sie mir die Hand, das ist ja nicht mit anzusehen!“
      Ohne eine Antwort zu erwarten griff er nach ihrem Handgelenk und entfernte vielleicht ein wenig zu grob das durchgeblutete Papier von ihrem Finger. Die Wunden darunter sahen zwar nicht wirklich böse aus, aber er hasste Blut auf Möbeln. Sie lösten ein Trauma bei ihm aus, was er nicht vor der Polizistin offenbaren wollte.
      Schweigend wanderte seine Hand über die Schnitte und seine Aura, die sich wie dunkler Rauch manifestierte rauschte über die Hand der Polizistin. Wie es sich anfühlte, konnte er nicht genau sagen. Vermutlich würde sie einen kurzen Schmerz verspüren, ehe es eine kühlende Linderung gab. Fest stand nur, dass die Schnitte bereits begannen zuzuheilen, als er die Hand fortnahm und ihr Handgelenk wieder in die Freiheit entließ.
      „Ein Fingerschnippsen mag Sie umbringen“, murmelte er und sah sie leicht verärgert an. „Aber Sie werden immer nur den Barbaren erhalten, wenn Sie mich als solchen ansehen. Ich bin ein Mensch, Ms Sallow. Auch wenn Sie in mir ein Monster sehen möchten.“
      Er lehnte sich zurück und nahm etwas Abstand. Auch Foremar ertrug die Gesellschaft von engstirnigen Menschen nur zeitlich befristet. Er fuhr sich mit der Hand durch das Haar und seufzte.
      „Ein Angelus ist schwer zu töten. Diese Wesen bestehen aus dem Leben selbst und für die meisten Akademien gelten sie als verbotenes Wissen. Daher wissen kaum Zauberer, Rogues und Caster gleichermaßen, über diese Wesen Bescheid.
      Sie werden es nicht schaffen, ihnen zu viel Futter zur Verfügung zu stellen. Ein Angelus lebt nach strengen Instinkten und diese sind wiederum strengen Naturgesetzen unterworfen. Er frisst nur alle 36-48 Stunden. Die Menge ist dabei entscheidend. Er pflanzt seine Bäume und lässst diesen die Nahrung beschaffen. Er ernährt sich bei Bedarf davon.“
      August blickte an die kahle Wand der Wohnung, während er überlegte.
      „Töten wird also recht schwierig. Aber gemessen an der Tatsache, dass der Angelus gerufen wurde, kann man ihn auch in die entsprechende Dimension zurückschicken.“
      Auf ihre letzten Fragen zog er die Augenbraue hinauf und verfiel wieder in das süffisante Lächeln.
      „Meine Liebe…“, begann er. „Nein, das Gefängnis hatte keine Kenntnis davon, da niemand weiß, woraus meine magischen Kräfte bestehen. Und mein…Körperschmuck…geht Sie nichts an. Ich könnte Sie genauso gut fragen, weshalb in dieser Wohnung keine Erinnerungsstücke oder Fotos stehen, keine Dekorationen vorhanden sind oder woher ihre Angst vor Zauberern kommt. Aber das wäre doch ein wenig drastisch, nicht wahr?“

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    • Wenn Ember eines ganz sicher nicht gewollt hätte, dann dass August sich einfach ihrer Hand bemächtigte. Abermals ließ er ihr kaum Raum zum reagieren und zog ihre Hand einfach zu sich. Gnadenlos rupfte er das Küchenpapier von ihrer Hand, woraufhin sich die kleinen Schnitte direkt wieder öffneten. Als er begann Magie zu wirken, erschauderte dei Detective unwillkürlich. Tatsächlich war dies das erste Mal, dass sie Magie am eigenen Leib zu spüren und wirken bekam. Mit leichtem Schrecken sah sie dabei zu, wie sich dunkler Rauch in einer gleichmäßigen Welle über ihrer Hand ergoss und eine Eiseskälte erzeugte, die sich wie Nadelstiche in ihrer Hand bohrte. Ihre Finger zuckten unter dem unangenehmen Gefühl bis August ihre Hand freigab und sie sie augenblicklich zu sich zurückzog. In einer Mischung aus Schreck und Interesse katalogisierte sie gedanklich jeden Aspekt, der auf diesen Angelus zutraf, um sie später an einem ihrer Whiteboards festzuhalten. Dann hatte sie zumindest Anhaltspunkte, wie es weitergehen mochte.
      Allerdings waren es die letzten Worte von dem Rogue, die dafür sorgten, dass ihre wiedergewonnene Selbstbeherrschung endgültig Risse bekam. In diesem Moment schossen zwei Emotionen in das Gesicht der Frau: Unverständnis und Ärger. Fast wäre sie auf die Beine gesprungen, doch noch hielt sie sich auf dem Sofa fest.
      "Dann verraten Sie mir, wieso all diese Menschen, diese Kinder, damals sterben mussten", hob Ember das Wort. Sie ließ es zu, dass ein bitterer Schmerz ihre Modulation beherrschte. "Wieso töten Sie mit Magie Menschen, die nichts verbrochen haben obwohl Sie in der Lage sind, das hier zu leisten." Sie hob ihre Hand, wo sich die Schnitte nur noch als knallrote Linien auf weißer Haut abzeichneten.
      "Wie kann man sich dafür entscheiden, eine außergewöhnliche Macht für den Schaden an anderen Personen zu benutzen? Sie wollen wissen, warum hier keine Bilder sind? Weil mir das verdeutlicht, was ich durch einen blöden Zufall alles verlieren kann. Ich habe keine Angst vor Zauberern sondern-" Ember brach inmitten des Satzes ab.
      Mit jedem Wort hatte sich ihre Stimme hochgeschaukelt. Zwar saß sie noch, aber ihre Hände hatten sich in ihre Oberschenkel gegraben. Fast hätte sie einem Magier verraten, was ihr eigentliches Problem hinter der ganzen Angelegenheit war. Doch bevor sie etwas falschen sagen konnte, versiegelte sie mit eiserner Entschlossenheit ihre Lippen.
      Früher besaß die Detective etliche Bilder ihrer Familie. Nun jedoch befanden sich die einzigen drei Aufnahmen in ihrem Schlafzimmer, das sie tunlichst gegen neugierige Blicke verschloss. Seit dem Zwischenfall, der die Kluft zwischen ihr und der Magie weiter aufgerissen hatte, konnte sie nicht mehr als das ertragen. Es störte sie nicht im Geringsten zu erklären, warum diese Wohnung so unglaublich neutral gehalten war. August hatte den Nagel ziemlich genau auf den Kopf getroffen. Ember lebte wahrlich nur für ihre Arbeit. Deswegen besaß sie kaum Hobbies, Freunde oder war in einer Beziehung. All das hatte in ihrem Horizont, der von Schuldgefühlen geplagt war, keinen Platz.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • War Augusts Blick bis vor Kurzem noch von einer seltsamen Art des Veständnisses verklärt, so änderte sich der Blick beinahe schlagartig, als sie ihre Hand zurück zog.
      Es war nicht die Abscheu und Angst, die er glaubte zu sehen, die ihn traf. Es war vielmehr die Tatsache der Argumentation, die danach folgte, die sein Bild von der Detective nachhaltig verändern sollte.
      Schweigend sah er sie ausdruckslos an, als sie ihren Ausbruch durchlebte und sich mit jeder Silbe und jedem Halbsatz weiter in die Aggression schaukelte. Und auch wenn ihre Stimme vor Schmerz und Bedauern troff, empfand der Rogue nicht einen Hauch des Mitleids.Es lag nicht einmal an der Tatsache, dass die Argumentation in sich nicht schlüssig war.
      Es war vielmehr dem Umstand geschuldet, dass auch Sallow nur scheinbar nach dem Grund des Massakers fragte. Es lag eine gewisse Art der Vorverurteilung in ihrer Stimme, die er nicht herausfiltern konnte und die es August unmöglich machten, auch nur eine Gefühlsregung zuzulassen.
      Man mochte dies als kalt abstempeln, jedoch versuchte er tatsächlich, die Situation zu deeskalieren.
      Selbst als sie von ihren scheinbaren Verlusten sprach, erreichte ihn kein Gefühl mehr. Vielleicht als Schutzmechanismus getarnt, vielleicht aber auch nur Abgestumpftheit, er wusste es selbst nicht.
      Nachdem Sallow sich fertig echauffiert hatte, sah er sie mit gefalteten Händen an und atmete tief durch.
      "Mein alter Meister sagte mir einmal: 'In Wut liegt kein Heil, in Rache keine Lösung. Und in Trauer liegt nicht das Vorankommen, das wir uns wünschen'. Ich weiß, es tröstet Sie nicht, da Sie es von einem Monster hören, aber Ihr Verlust tut mir Leid. Wie auch immer er zustande gekommen ist und was auch immer Sie verloren haben...
      Aber ich gebe zu bedenken, dass dies weder meine Schuld noch meine Verantwortung war. Und zu Ihrer Frage, weshalb das...damals...passiert ist: Die Antwort ist die gleiche, die ich Ihnen zu meinem Körperschmuck gab. Es geht Sie nichts an."
      Und selbst wenn er es ihr verraten würde.
      Sie würde es nicht verstehen. Es verstand niemand. Niemand, der nicht an jenem Tag dabei gewesen war, das Massaker gesehen hatte, konnte es verstehen, was die Namen auf seinem Rippenbogen bedeuteten. Und den Grund, weshalb er sie jeden Morgen aufsagte, wenn er sich aus dem Schlaf erhob, der weder erholend noch zufrieden war.
      "Ich könnte im Gegenteil die Frage erneut zurückspielen und sie fairerweise fragen, weshalb die Met die Arcana und Rogues jagt. Weshalb die Caster als gehobene Klasse der Zauberer gesehen werden, wohingehend Rogues im Untergrund wie Tiere hausen und schlimmer behandelt werden als Aussätzige im Mittelalter.
      Ich sah Kinder auf der Fleet Bridge sterben, in ihrem eigenen Blut ertrunken, weil sie einen Caster mit einem Feuerwerkskörper überrascht hatten. Ich hörte die Schreie der Väter und Mütter, als man ihre Söhne und Töchter hinrichtete, als es noch üblich war. In Scharen wurden sie nach Evenstar gekarrt, aber das Gefängnis niemals auch nur ausgebaut. Wollen Sie wirklich wissen, warum? Dann schwingen Sie Ihren selbstgerechten Hintern nach Evenstar und schauen Sie in die Massengräber hinter den Mauern! Sehen Sie hinein und machen Sie mir erneut den Vorwurf, warum wir uns für den Kampf entscheiden!"
      Mit der Zeit war jeder Satz härter geworden. Er nahm nicht an Lautstärke oder Intensität zu. Es war vielmehr einem Messer gleich,d as durch die Luft schnitt. Schärfer und schärfer, mit jedem Mal mehr.

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    • "Sie machen sich zu einem Monster, weil wir Sie nicht verstehen!"
      Es hielt Ember nicht mehr auf ihrem Sofa. Sie musste ein paar Meter gehen und rieb sich dabei fahrig durch das Gesicht. Die letzten Minuten hatten dafür gesorgt, dass der Mann auf ihrem heißgeliebten Möbel greifbar wurde. Sie war dem verschrienen August Foremar nicht komplett vorurteilhaft begegnet. Von Anfang an hatte sie in erster Linie verstehen wollen, warum Dinge so gelaufen waren, wie sie es waren. Er hatte ihr verraten, jederzeit aus eigenen Stücken aus dem Gefängnis brechen zu können. Er hatte es nicht getan. In dem Innenhof beim Tatort hätte er alle Beamten mit Leichtigkeit ins Jenseits befördern können. Auch das hatte er nicht getan. Allein diese Umstände hatten dafür gesorgt, dass sie ihn nicht als Monster hatte sehen können. Im Gegensatz zu anderen hatte sie das Massaker damals nicht vor Ort erlebt - weshalb ihr das Verständnis fehlte. Da die Detective ihr Sein aber nur darauf fußte, fehlte ihr ein entscheidender Punkt in ihrer Auffassung.
      "Denken Sie, ich bin glücklich damit, wie das System läuft?", sagte Ember dermaßen unterkühlt, dass man sofort darauf schloss, wie hart sie sich gerade am Riemen reißen musste. "Ich mache meine Arbeit, um immerhin einen Teil in diesem beschissenen Rechtssystem auszugleichen. Sehe ich so aus, als wäre ich glücklich mit dem Standpunkt, wo ich stehe?"
      Sie wandte sich zu August um, nur der unauffällig wirkende Beistelltisch trennte sie voneinander.
      "Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann wäre ich auf Ihrer Seite. Ich sehe die Ungerechtigkeit, diesen scheiß Rassismus besser als viele andere. Tagtäglich wird er mir vor Augen geführt. Und ich kann rein gar nichts dagegen tun. Einfach, weil ich nicht weitergekommen bin, keine Macht wie Ihre habe. Sie möchten wissen, was mein Problem ist? Es ist Neid, Mr. Foremar. Neid und Frust weil ich nur mit meinen eigenen zwei Händen nicht höher greifen kann."
      Ein paar Sekunden lang baute sie Augenkontakt mit August auf. Sie wollte, dass er es verstand. Dass sie das Problem sah, zeitgleich aber ihre eigenen nicht überwinden konnte. Nie würde sie die Worte in den Mund nehmen und laut aussprechen, dass sie schwach war. Allerdings gestand sie sich selbst ein, dass sie es war.
      "Ich weiß, dass man nicht alles kitten kann. Auch wenn man sich dafür die Hände blutig arbeitet", setzte sie hörbar sanfter hinterher, als sie den Blickkontakt zu August brach und an ihm vorbei wieder in die Küche ging. In der Aufregung hatte sie vergessen, dass sie sich eigentlich einen Instantkaffee gönnen wollte. Etwas Balsam für ihre geschundenen Nerven.

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      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • August blieb eine Weile nach diesem Ausbruch einfach sitzen und starrte die Wand an. Es änderte nichts an der Tatsache, dass Sallow das Problem nur teilweise erfasste. Sicherlich war der Rassismus offen auf der straße zu sehen. Es bedurfte keiner besonderen Augen,um sich dessen zu vergewissern. Das Problem war die Wurzel! Man beseitigt keinen Schädling, indem man die Pflanze nur oberflächlich tötet. Man musste die wurzel angreifen und ausrotten, ehe man die kleineren Schädlinge nach und nach eliminieren konnte. Und auch hier war es so.
      Sicherlich Sicherlich Sallows Bestreben edelmütig, aber dennoch haltlos. Was brachte es, jeden kleinen Fisch hinter gitter zu bringen, wenn man selbst die Wurzeln nicht einmal Begriff oder sah.
      Schweigend nahm er einen Schluck Wasser aus dem Glas und stellte ed auf den kleinen Beistelltisch vor dem durchgesessenen Sofa. Anschließend wartete er so lange schweigend, bis Sallow den Raum wieder betrat, ehe er mit leiser Stimme zu sprechen begann.
      "Ich sehe Ihre Frustration und Wut, Ms Sallow. Und dennoch...als Teil eines kranken Systems die Hoffnung zu besitzen, dieses zu heilen, ist trügerisch.
      Eine Krebszelle wird auch nicht im Alleingang einen befallenen Organismus heilen können, sofern sie nicht mutiert. Ohne eine entartung und ein verlassen des Systems werden Sie nie Heilung über das Problem bringen. Sie bleiben nur Teil des Problems."
      Seine Stimme hatte jeglichen Überheblichkeit und list verloren. Beinahe klang die tiefe Stimme des Mannes wie ein hypnotisches Feuer, das tief in ihm loderte.
      Einer der Gründe, weshalb ihm die Menschen folgten,war eben jene Tatsache. Er sprach aus, was keiner hören wollte.
      "Es hat nichts damit zu tun, wie weit Sie kommen oder wie mächtig sie sind. Denken Sie, ich wurde mot dieser Macht geboren? Nein, Ms Salllow! Ich arbeitete hart, übte mehr als fleißig und ging in der Magie weiter als jeder andere. Ich erforschte Pfade, die niemand betreten wollte, um irgendwann stärker als das System zu sein. Und denken Sie wirklich, ich wäre hier, wenn ich in Ihnen nicht das Potenzial sähe, diese Welt zumindest ein Stück zu verändern?"
      August baute nun seinerseits einen bohrende Augen Kontakt auf.
      "Wir haben einen Angelus zu fangen", murmelte er und seufzte, ehe er den Kontakt abbrechen und erneut einen schluxk trinken musste.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
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