Cains Arme um sie lenkten Syleas Blick fort von der Decke hin zu den Stellen, wo sie ihn sich berühren sah. Früher hätte sie felsenfest behauptet, es fühle sich wie ein Käfig an, dem man immer mehr Platz mithilfe von zusätzlichen Eisenstäben nahm. Wie ein Tier wäre sie dort eingepfercht und würde die glühende Stäbe sehen noch bevor man sie zwischen die Gitter rammen würde.
Noch immer zuckte hier und da verräterisch ein Muskel, sobald ihr Körpergedächtnis auf die Idee kam, sich zu erinnern. Doch sie hielt sich in Schach, strafte ihren Körper Lügen indem sie einfach nur Cains Herzschlag lauschte, der immer langsamer wurde und sie schließlich wusste, dass er eingeschlafen war. Langsam schlossen sich auch die Augen des Vessels, nicht weil sie müde war. Sondern weil sie einfach nur lauschen wollte auf das rhythmische Pochen unter ihr.
Jäh schlug sie die Augen wieder auf.
Wir sollten vielleicht ein paar Angelegenheiten besprechen.
Er war so lange ruhig und unbemerkt gewesen, dass Sylea Anifuris schon vergessen hatte. Jetzt genau war der Moment, vor dem sie sich am meisten gefürchtet hatte. Keine Ablenkung, keine Fluchtmöglichkeit. Nur die andere Stimme in ihrem Kopf, die vehement ihre Aufmerksamkeit forderte.
Stunden später war Sylea nicht für eine einzige Sekunde weggenickt. Stattdessen hatte sie ein Gespräch mit der alten Seele führen dürfen, die alle anderen in ihrer bisherigen Intensität überstieg. Nicht nur hatte sie wertvolle Lektionen gelernt, vielmehr hatte er Dinge angesprochen, die sie zum nachdenken zwangen. Zum Beispiel, ob der Mann in ihrem Rücken das alles nur tat, um sie emotional zu stabilisieren und davon abzuhalten, Amok zu laufen.
Als sie spürte, wie Cain sich langsam mehr bewegte, verdängte sie Anifuris gedanklich in die hinterste Ecke. Anstelle dessen wartete sie regelrecht ab, was nun geschehen mochte. Flippte er nun aus, nachdem er ein wenig Ruhe bekommen hatte und realisierte, dass er sich gerade an ein mordendes labiles Bündel geschmiegt hatte oder tat er genau das gleiche wie sie und wartete einfach ab?
Alles, was Sylea wahrnahm war eine warme Berührung auf ihrem Kopf. Verwirrt zuckte ihr Kopf etwas umher und verriet damit, dass sie tatsächlich nicht schlief. Prompt kommentierte sie ihr Auffliegen: "Immerhin schnarchst du nicht."
Beste Reaktion, die einem in diesem Moment über die Lippen kommen konnte. Aber solange sie nicht sein Gesicht sah oder sich klar vor Augen führte, wie sie beiden gerade hier lagen, dann konnte sie ihre Fassade halbwegs aufrecht erhalten. In den Stunden, in denen Cain geschlafen hatte, wandte sie Blutrunen an, um ihr Knie immerhin zu versteifen. Es half nichts, wenn sie angegriffen werden würden und sie nicht einmal humpeln konnte.
Stattdessen horchte sie in sich und das Flackern ihrer Aura. Da sie beiden so nah waren, konnte sie leicht mit ihrem Silber ertasten, wie es um das Gold von Cains Aura stand. Es waren seichte Berührungen, mit denen ihre Auren übereinander hinweg flossen, fast wie zarte Streicheleinheiten. Ganz kurz schüttelte sich Sylea und biss sich auf die Lippe, die unterdessen schon lange verheilt war.
"Machst du das nur, um mich emotional zu stabilisieren?"
Diese Frage hatte sich seit Stunden in ihr festgebrannt. Schwelte wie ein Glimmspan durch die hölzerne Fassade, die ihr Wille war. Es war eine Sache, sich etwas einzureden. Eine andere, sie von jemand anderem bestätigt zu bekommen oder auch nicht. Allerdings hatte sie aufrichtige Angst, dass er eine unterschwellige Angst über ihr Gewaltpotenzial mit falsch angebrachter Zuneigung verwechselte. Allerdings wusste sie selbst nicht mal, wie sie sich selbst diese Frage beantworten sollte.
Fühlte Sylea ihr Herz nur deshalb flattern, weil er ihr wie kein Anderer die Zuneigung schenkte, nach der sie sich so verzehrte? Oder gar der Erste war, der sie derart berühren konnte und wollte?
Noch immer zuckte hier und da verräterisch ein Muskel, sobald ihr Körpergedächtnis auf die Idee kam, sich zu erinnern. Doch sie hielt sich in Schach, strafte ihren Körper Lügen indem sie einfach nur Cains Herzschlag lauschte, der immer langsamer wurde und sie schließlich wusste, dass er eingeschlafen war. Langsam schlossen sich auch die Augen des Vessels, nicht weil sie müde war. Sondern weil sie einfach nur lauschen wollte auf das rhythmische Pochen unter ihr.
Jäh schlug sie die Augen wieder auf.
Wir sollten vielleicht ein paar Angelegenheiten besprechen.
Er war so lange ruhig und unbemerkt gewesen, dass Sylea Anifuris schon vergessen hatte. Jetzt genau war der Moment, vor dem sie sich am meisten gefürchtet hatte. Keine Ablenkung, keine Fluchtmöglichkeit. Nur die andere Stimme in ihrem Kopf, die vehement ihre Aufmerksamkeit forderte.
Stunden später war Sylea nicht für eine einzige Sekunde weggenickt. Stattdessen hatte sie ein Gespräch mit der alten Seele führen dürfen, die alle anderen in ihrer bisherigen Intensität überstieg. Nicht nur hatte sie wertvolle Lektionen gelernt, vielmehr hatte er Dinge angesprochen, die sie zum nachdenken zwangen. Zum Beispiel, ob der Mann in ihrem Rücken das alles nur tat, um sie emotional zu stabilisieren und davon abzuhalten, Amok zu laufen.
Als sie spürte, wie Cain sich langsam mehr bewegte, verdängte sie Anifuris gedanklich in die hinterste Ecke. Anstelle dessen wartete sie regelrecht ab, was nun geschehen mochte. Flippte er nun aus, nachdem er ein wenig Ruhe bekommen hatte und realisierte, dass er sich gerade an ein mordendes labiles Bündel geschmiegt hatte oder tat er genau das gleiche wie sie und wartete einfach ab?
Alles, was Sylea wahrnahm war eine warme Berührung auf ihrem Kopf. Verwirrt zuckte ihr Kopf etwas umher und verriet damit, dass sie tatsächlich nicht schlief. Prompt kommentierte sie ihr Auffliegen: "Immerhin schnarchst du nicht."
Beste Reaktion, die einem in diesem Moment über die Lippen kommen konnte. Aber solange sie nicht sein Gesicht sah oder sich klar vor Augen führte, wie sie beiden gerade hier lagen, dann konnte sie ihre Fassade halbwegs aufrecht erhalten. In den Stunden, in denen Cain geschlafen hatte, wandte sie Blutrunen an, um ihr Knie immerhin zu versteifen. Es half nichts, wenn sie angegriffen werden würden und sie nicht einmal humpeln konnte.
Stattdessen horchte sie in sich und das Flackern ihrer Aura. Da sie beiden so nah waren, konnte sie leicht mit ihrem Silber ertasten, wie es um das Gold von Cains Aura stand. Es waren seichte Berührungen, mit denen ihre Auren übereinander hinweg flossen, fast wie zarte Streicheleinheiten. Ganz kurz schüttelte sich Sylea und biss sich auf die Lippe, die unterdessen schon lange verheilt war.
"Machst du das nur, um mich emotional zu stabilisieren?"
Diese Frage hatte sich seit Stunden in ihr festgebrannt. Schwelte wie ein Glimmspan durch die hölzerne Fassade, die ihr Wille war. Es war eine Sache, sich etwas einzureden. Eine andere, sie von jemand anderem bestätigt zu bekommen oder auch nicht. Allerdings hatte sie aufrichtige Angst, dass er eine unterschwellige Angst über ihr Gewaltpotenzial mit falsch angebrachter Zuneigung verwechselte. Allerdings wusste sie selbst nicht mal, wie sie sich selbst diese Frage beantworten sollte.
Fühlte Sylea ihr Herz nur deshalb flattern, weil er ihr wie kein Anderer die Zuneigung schenkte, nach der sie sich so verzehrte? Oder gar der Erste war, der sie derart berühren konnte und wollte?
