Anifuris bewegte sich keinen Zentimeter. Sein entspannter Blick war verschwunden, stattdessen beäugte nun er leicht misstrauisch den Seeker, der sich ihm einfach immer weiter näherte. Der Widerspruch zu dem, wie er die vergangenen Male gehandelt hatte, war einfach zu groß. Ja, er wusste wie es aussah, wenn Menschen verzweifelt nach dem letzten Strohhalm der Hoffnung griffen. Aber das hier war lebensmüde.
Du hast selbst gesagt, er tut alles für seine Schwester. Sylea brummte diese Bemerkung, beäugte die Situation aber ebenso misstrauisch.
Sicher. Aber er weiß, dass wir ihn einfach zerfetzen können. Das bringt ihm sein Ziel nicht näher.
Sylea spürte aufrichtige Verwunderung. Das ist nicht mehr der letzte Strohhalm an dem er festhält. Er befindet sich schon längst im freien Fall.
Sachte hoben sich Anifuris Augenbrauen, als ihn und Cain nur noch fünfzig Zentimeter trennten. Der Anspannung des jungen Mannes war so groß, dass selbst das alte Bewusstsein sie spüren konnte. Täte er eine verdächtige Bewegung, wäre der Seeker handlungsbreit. Das führte seine Gedanken in eine gänzlich neue Richtung: Wie kampferprobt ist der Junge eigentlich?
"Wenn du deine Freiheit erlangst," begann Cain nun mit gedämpfter, rauer Stimme in den Raum zwischen ihnen zu sprechen. "Was geschieht mit Sylea? Ich vermute sie freizugeben, ist nicht Teil deiner Zukunftsplanung?"
Sylea sah in ihrem geteilten Geist eine schier unendliche Masse an Worten vorbeiziehen. Anifuris überlegte, welche Worte er nutzen wollte und sollte, um das auszudrücken, was er nun brauchen würde. Wäre Sylea nicht in ihrem Kokon gefangen, würde die Flut an Worten über sie hereinbrechen und vermutlich jede Synapse durchbrennen lassen. Sie schluckte unwillkürlich. Das war gemeint, als man nach ihrer geistigen Verfassung gefragt hatte.
"Ich nehme an, du möchtest die Wahrheit hören?", erwiderte Anifuris, sein Tonfall war jener, der für alle Parteien völliges Neuland war. Er sprach mit Vorsicht, wählte seine Worte mit Bedacht und sprach sie langsam aus. Seine Augen verweilten auf dem jungen Seeker, um jederzeit zu reagieren, sollte er sich vor ihm in Bewegung setzen.
"Du müsstest ihre Akte gelesen haben. Steht da nicht drin, was genau geschehen ist, nachdem man sie mir vorgesetzt hat? Ihr kindlicher Geist hat meinem nicht standhalten können. Sie ist damals bereits gestorben. Sie lebt nur deshalb noch weil unsere Seelen so sehr miteinander verwoben wurden, dass meine Unsterblichkeit auf sie übergegangen ist. Verlasse ich ihren Körper, kehrt sie zu dem Zustand zurück bevor ich sie wiederbelebt habe."
Sylea wich jede Farbe aus dem Gesicht. Das hatte ihr so niemand berichtet. Kraftlos sackte ihr Arm nach unten und verschwand hinter den Fäden des Kokons. Sie hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.
Wenn sie Anifuris austrieb, war das ihr sicheres Todesurteil.
Du hast selbst gesagt, er tut alles für seine Schwester. Sylea brummte diese Bemerkung, beäugte die Situation aber ebenso misstrauisch.
Sicher. Aber er weiß, dass wir ihn einfach zerfetzen können. Das bringt ihm sein Ziel nicht näher.
Sylea spürte aufrichtige Verwunderung. Das ist nicht mehr der letzte Strohhalm an dem er festhält. Er befindet sich schon längst im freien Fall.
Sachte hoben sich Anifuris Augenbrauen, als ihn und Cain nur noch fünfzig Zentimeter trennten. Der Anspannung des jungen Mannes war so groß, dass selbst das alte Bewusstsein sie spüren konnte. Täte er eine verdächtige Bewegung, wäre der Seeker handlungsbreit. Das führte seine Gedanken in eine gänzlich neue Richtung: Wie kampferprobt ist der Junge eigentlich?
"Wenn du deine Freiheit erlangst," begann Cain nun mit gedämpfter, rauer Stimme in den Raum zwischen ihnen zu sprechen. "Was geschieht mit Sylea? Ich vermute sie freizugeben, ist nicht Teil deiner Zukunftsplanung?"
Sylea sah in ihrem geteilten Geist eine schier unendliche Masse an Worten vorbeiziehen. Anifuris überlegte, welche Worte er nutzen wollte und sollte, um das auszudrücken, was er nun brauchen würde. Wäre Sylea nicht in ihrem Kokon gefangen, würde die Flut an Worten über sie hereinbrechen und vermutlich jede Synapse durchbrennen lassen. Sie schluckte unwillkürlich. Das war gemeint, als man nach ihrer geistigen Verfassung gefragt hatte.
"Ich nehme an, du möchtest die Wahrheit hören?", erwiderte Anifuris, sein Tonfall war jener, der für alle Parteien völliges Neuland war. Er sprach mit Vorsicht, wählte seine Worte mit Bedacht und sprach sie langsam aus. Seine Augen verweilten auf dem jungen Seeker, um jederzeit zu reagieren, sollte er sich vor ihm in Bewegung setzen.
"Du müsstest ihre Akte gelesen haben. Steht da nicht drin, was genau geschehen ist, nachdem man sie mir vorgesetzt hat? Ihr kindlicher Geist hat meinem nicht standhalten können. Sie ist damals bereits gestorben. Sie lebt nur deshalb noch weil unsere Seelen so sehr miteinander verwoben wurden, dass meine Unsterblichkeit auf sie übergegangen ist. Verlasse ich ihren Körper, kehrt sie zu dem Zustand zurück bevor ich sie wiederbelebt habe."
Sylea wich jede Farbe aus dem Gesicht. Das hatte ihr so niemand berichtet. Kraftlos sackte ihr Arm nach unten und verschwand hinter den Fäden des Kokons. Sie hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen.
Wenn sie Anifuris austrieb, war das ihr sicheres Todesurteil.
