Ausdrucklos blickte Cain die Soldatin vor sich an, die eindeutig einen höheren Rang bekleidete.
Eine andere Erklärung gab es für den Umstand nicht, dass der Seeker sich gerade vorkam, als würde man ihn verhören.
Er hatte den Soldaten in dem Wagen nicht getötet, geschweige war er dafür verantwortlich, dass er beinahe auf dem kalten Betonboden einer Zelle krepiert wäre. Frage um Frage wurde ihm quasi ins Gesicht geschleudert. Cain gewann nicht den Eindruck, dass auch nur eine seiner Antworten wirklich eine befriedigende Wirkung hatte.
"Also, noch einmal. Ist Ihnen etwas Ungewöhnliches an der Zielperson aufgefallen, als sie diese im Wald aufgegriffen haben?"
Cain stieß ein genervtes Seufzen aus. Die Frage hatte man ihm jetzt schon so oft gestellt, dass er aufgehört hatte zu zählen. Für diese Art von Verhör war er zu erschöpft und seine Gedanken zu zäh. Der 'kleine' Vorfall in der Zelle hatte ihm sämtliche Kraft geraubt und alles, was er wirklich wollte, war ein traumloser Schlaf bis der Morgen graute. Fahrig strich er sich das dunkle Haar aus den Augen und sackte gegen die Rückenlehne seines Stuhls zurück.
"Wie oft wollen Sie mir diese Frage noch stellen?", knurrte der Seeker ungeduldig und müde. "Die Zielperson wirkte verängstigt. Sie war von oben bis unten verdreckt, als wäre sie tagelang durch den Wald gekrochen. Als ich sie entdeckte, ist sie in Panik geraten."
Misstrauisch blickte die uniformierte Frau ihn an, als würde sie ihm nicht ein Wort glauben. Vermutlich hoffte sie aber auch nur, etwas Nützliches für Farina rauszubekommen. Auch ohne ihre Fähigkeiten, war Farina noch einschüchternd genug.
"Was ist dann passiert? Beschreiben Sie, was Sie gespürt haben", stellte sie die nächste Frage.
Cain stöhnte und rieb sich die Augen. Er verlor langsam die Geduld.
"Als die Zielperson mich in Panik anschrie, habe ich das erste Mal einen Anstieg in ihrer Aura gespürt. Ich vermute dahinter die Seele, die sich in ihrem Körper eingenistet hat. Ein dunkler Nebel, schwer wie Blei. Es roch nach Schwefel und Verwesung. Was immer 'Er' ist, es ist gefährlich und überaus tödlich", beendete Cain seine Ausführung.
"Er?", fragend sah ihn die Soldatin an.
"So spricht sie über die Seele. Sie bezeichnet das Bewusstsein als 'Er'."
Das Gespräch dauerte noch ungefähr eine Stunde, in der er schildete, was im Transporter und schließlich in der Zelle geschehen war. Jedes kleine Detail, auch wenn ihm dabei übel würde. Langsam dämmerte es ihm. Er hätte in der Zelle sterben können.
Im Zellentrakt
Spät am Abend...
Cain balancierte ein Plastiktablett auf in den Händen, darauf ein paar einfache Sandwiches und eine Flasche stilles Wassers.
Mehr hatte man ihm nicht ausgehändigt. Etwas, wofür weder Messer noch Gabel gebraucht wurden. Alles, was als Waffe nutzbar war, stand auf der Liste der verbotenen Gegenstände für Sylea. Damit sie niemanden verletzte, auch nicht sich selbst. Der Seeker bezweifelte, dass jemand, der verzweifelt genug war, Besteck dafür benötigte.
Er war noch immer unnatürlich blass, hatte aber aufgehört zu schwitzen und seine Pupillen hatten eine normale Größe angenommen.
Die Kleidung war sauber und scheinbar hatte er erneut geduscht. Die Spitzen der dunklen Haare waren noch leicht nass.
Vor der Tür standen immer noch die schwer bewaffneten Soldaten. Allerdings ohne ihren lästigen Befehlshaber, Marcus.
Cain atemte erleichert auf. Für Sticheleien und Beleidigungen hatte er weder die Zeit, noch die Geduld.
"Aufmachen", murrte er.
Unter quietschendem Protest wurde die schwere Tür aufgezogen und man ließ den Seeker in die Zelle.
Er war die Ausnahme in dem allumfassenden Besuchsverbot. Wenn er ihre Aura im Auge behalten sollte, musste er von Zeit zu Zeit in ihrer Nähe bleiben.
Erst als die Tür wieder hinter ihm ins Schloss gefallen war, bewegte er sich in den kargen Raum hiniein. Zugegeben, es gab schlimmere Zellen, diese hier war einfach nur trostlos anzusehen. Mit neutraler Miene stellte er das Tablett vor ihr auf dem Bett ab. Es schien ihm tatsächlich besser zu gehen, denn er wagte sie wieder in die unmittelbare Nähe der Rubra.
"Abendessen", er deutete mit der Hand auf die Sandwiches und grinste schwach. "Die Küche war leider schon geschlossen."
Ein schlechter Scherz, aber besser als nichts.
"Du musst Hunger haben", brummte er mit rauer Stimme und zog einen Stuhl von der Wand in die Nähe des Bettes, ehe er sich darauf fallen ließ, wenig elegant und mit reichlich Erschöpfung in den Knochen.
Eine andere Erklärung gab es für den Umstand nicht, dass der Seeker sich gerade vorkam, als würde man ihn verhören.
Er hatte den Soldaten in dem Wagen nicht getötet, geschweige war er dafür verantwortlich, dass er beinahe auf dem kalten Betonboden einer Zelle krepiert wäre. Frage um Frage wurde ihm quasi ins Gesicht geschleudert. Cain gewann nicht den Eindruck, dass auch nur eine seiner Antworten wirklich eine befriedigende Wirkung hatte.
"Also, noch einmal. Ist Ihnen etwas Ungewöhnliches an der Zielperson aufgefallen, als sie diese im Wald aufgegriffen haben?"
Cain stieß ein genervtes Seufzen aus. Die Frage hatte man ihm jetzt schon so oft gestellt, dass er aufgehört hatte zu zählen. Für diese Art von Verhör war er zu erschöpft und seine Gedanken zu zäh. Der 'kleine' Vorfall in der Zelle hatte ihm sämtliche Kraft geraubt und alles, was er wirklich wollte, war ein traumloser Schlaf bis der Morgen graute. Fahrig strich er sich das dunkle Haar aus den Augen und sackte gegen die Rückenlehne seines Stuhls zurück.
"Wie oft wollen Sie mir diese Frage noch stellen?", knurrte der Seeker ungeduldig und müde. "Die Zielperson wirkte verängstigt. Sie war von oben bis unten verdreckt, als wäre sie tagelang durch den Wald gekrochen. Als ich sie entdeckte, ist sie in Panik geraten."
Misstrauisch blickte die uniformierte Frau ihn an, als würde sie ihm nicht ein Wort glauben. Vermutlich hoffte sie aber auch nur, etwas Nützliches für Farina rauszubekommen. Auch ohne ihre Fähigkeiten, war Farina noch einschüchternd genug.
"Was ist dann passiert? Beschreiben Sie, was Sie gespürt haben", stellte sie die nächste Frage.
Cain stöhnte und rieb sich die Augen. Er verlor langsam die Geduld.
"Als die Zielperson mich in Panik anschrie, habe ich das erste Mal einen Anstieg in ihrer Aura gespürt. Ich vermute dahinter die Seele, die sich in ihrem Körper eingenistet hat. Ein dunkler Nebel, schwer wie Blei. Es roch nach Schwefel und Verwesung. Was immer 'Er' ist, es ist gefährlich und überaus tödlich", beendete Cain seine Ausführung.
"Er?", fragend sah ihn die Soldatin an.
"So spricht sie über die Seele. Sie bezeichnet das Bewusstsein als 'Er'."
Das Gespräch dauerte noch ungefähr eine Stunde, in der er schildete, was im Transporter und schließlich in der Zelle geschehen war. Jedes kleine Detail, auch wenn ihm dabei übel würde. Langsam dämmerte es ihm. Er hätte in der Zelle sterben können.
Im Zellentrakt
Spät am Abend...
Cain balancierte ein Plastiktablett auf in den Händen, darauf ein paar einfache Sandwiches und eine Flasche stilles Wassers.
Mehr hatte man ihm nicht ausgehändigt. Etwas, wofür weder Messer noch Gabel gebraucht wurden. Alles, was als Waffe nutzbar war, stand auf der Liste der verbotenen Gegenstände für Sylea. Damit sie niemanden verletzte, auch nicht sich selbst. Der Seeker bezweifelte, dass jemand, der verzweifelt genug war, Besteck dafür benötigte.
Er war noch immer unnatürlich blass, hatte aber aufgehört zu schwitzen und seine Pupillen hatten eine normale Größe angenommen.
Die Kleidung war sauber und scheinbar hatte er erneut geduscht. Die Spitzen der dunklen Haare waren noch leicht nass.
Vor der Tür standen immer noch die schwer bewaffneten Soldaten. Allerdings ohne ihren lästigen Befehlshaber, Marcus.
Cain atemte erleichert auf. Für Sticheleien und Beleidigungen hatte er weder die Zeit, noch die Geduld.
"Aufmachen", murrte er.
Unter quietschendem Protest wurde die schwere Tür aufgezogen und man ließ den Seeker in die Zelle.
Er war die Ausnahme in dem allumfassenden Besuchsverbot. Wenn er ihre Aura im Auge behalten sollte, musste er von Zeit zu Zeit in ihrer Nähe bleiben.
Erst als die Tür wieder hinter ihm ins Schloss gefallen war, bewegte er sich in den kargen Raum hiniein. Zugegeben, es gab schlimmere Zellen, diese hier war einfach nur trostlos anzusehen. Mit neutraler Miene stellte er das Tablett vor ihr auf dem Bett ab. Es schien ihm tatsächlich besser zu gehen, denn er wagte sie wieder in die unmittelbare Nähe der Rubra.
"Abendessen", er deutete mit der Hand auf die Sandwiches und grinste schwach. "Die Küche war leider schon geschlossen."
Ein schlechter Scherz, aber besser als nichts.
"Du musst Hunger haben", brummte er mit rauer Stimme und zog einen Stuhl von der Wand in die Nähe des Bettes, ehe er sich darauf fallen ließ, wenig elegant und mit reichlich Erschöpfung in den Knochen.
“We all change, when you think about it.
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
