Andvari grinste breit als sie danieder lagen und ließ seine Hand gemächlich auf ihrer Hüfte ruhen, während er den Kopf ins Kissen zurückprallen ließ.
Sein Seufzen wurde von dem Geruch von frischem Schweiß begleitet, der ihm eigentlich hätte unangenehm sein sollen. Auch das regelrechte Kleben seines Leibes sollte ihm Unbehagen verschaffen und tat es nicht. Nichts war schöner in diesem Moment, als er kichernd nickte als gäbe es nur eine Selbstverständlichkeit auf der Welt.
"Natürlich vier Mal", bekräftigte er. "Und tragen würde ich dich vermutlich bis ans Ende der Welt wenn es mir dieses Vergnügen gibt."
Einen Moment lang hielt er inne und sah an die Decke über ihnen, die baufälligen Dielen und die rieselnden Putzreste. Sollte es diesen Tag wirklich einmal geben? Wo sie friedlich wie normale Liebende aufwachten und einfach in den Tag hinein leben konnten? War es möglich, für einen Menschen und einen Elfen?
Als Viola sich aus dem Bett schwang spürte er eine dräuende Kälte nach Alltag seine Glieder hinauf fahren. Als würden die eisigen Finger der Realität nach seinem Bein greifen, sah er sie dennoch anzüglich grinsend und wäre beinahe aus dem Bett gestolpert.
"Wage es dich nicht!", rief er aus seiner unglücklichen Position heraus und verfing sich in der Decke, ehe er zu Boden stürzte um ihr hinterher zu eilen.
Er würde um nichts in der Welt ihren nassen Körper verpassen.
Welcher Prinz dachte so?
Der Morgen brach wie eine Sturmflut nicht nur über die Liebenden.
Rainalt, der Torwächter und Gregory, seines Zeichens ehemals Torwächter der Stadtwache, betrachteten die außenliegenden Bezirke und Straßen die zu der langsam erwachenden Stadt führten. Die Menschen hinter ihnen erwachten langsam und einige Frühaufsteher waren bereits auf dem Weg zu ihrem Tagewerk oder einem eiligen Frühstück. Beneidenswert, dachte Rainalt und seufzte schwer, während er sich auf seinen Speer stützte und dem eisigen Wind widerstand, der sich ihm entgegen schlug.
"Es ist doch wirklich kaum zu fassen...", grummelte er vor sich hin.
"Was meinst du?", fragte Gregory.
"Hast du gehört, dass neulich die gute Sylvis einen Wächter verführt hat?"
"Wie kommst du darauf? Habe aber Sylvis länger nicht gesehen. Ist sie noch so schön wie früher?"
"Atemberaubend, sag ich dir...Mit Mörderti-"
"Rainalt!", empörte sich Gregory und rückte seinen zu großen Helm gerade, unter dem die roten Haare hervorlugten. Immer dieses Gerede...
"Ja, ja, Entschuldigung. Na jedenfalls ist sie noch atemberaubend. Und ich komme darauf, weil ich den besagten Wächter neulich gesehen habe und ihn bat uns heute abzulösen. Und was soll ich sagen: Die Stunde des Taus hat angebrochen und ich würde meinem Weibe auch gern das Bett wärmen, wenn du verstehst."
Der Wächter gab ein klickendes Geräusch von sich und Gregory verzog das hagere Gesicht. Dass er immer nur an die Vergnügungen dachte, wenn er in Glanz und Rüstung stand. Der Hauptmann wäre nicht begeistert.
"Er wird schon kommen", murmelte er und starrte auf die Straße.
"Erscheinen reicht."
"Rainalt!"
"Ja, ja."
Im Eifer ihrer Empörung und Müdigkeit übersahen die zwei Gestalten, die sich im Schatten der noch grassierenden Morgenblindheit des Tages durch das Tor schlichen.
Es dauerte noch eine ganze Zeit, ehe die Menschen zahlreicher auf den Straßen wuselten.
Der Große Mann und der kleine Mann standen in ihren Reiseumhängen und kapuzenverhangen auf der Straße und wussten wie immer nicht, wohin. Ein großes Manko, das man überwinden musste.
"Un' jetz?", keifte der Kleine und fuhr sich immer wieder in den Schritt, als suche er etwas Wichtiges.
"Ich würde sagen, wir machen uns bemerkbar. Es ist besser, das ohne Widerstand zu tun und ohne schwerwiegende Opfer, findest du nicht auch, werter Reisekumpan?"
"Wie hast du mich jenannt?", der Kleine sah zu dem Großen hinauf. "Ick jeb dir jleich Kumpan. Kumpan auffe Schnauze! Dreivierdel ins Jedicht, wa?"
"Ein anderes Wort für Kamerad, mein unterbelichteter Freund", lächelte der Große und begab sich auf den Weg zur Taverne. Dort zumindest war ein großer Platz, wo eine Ansprache gehalten werden konnte.
"Unnerbelichtet will ick ooch meinen, wa? Richtig düsta isset bei mir! So wie sich det jehört!"
"Was immer du sagst."
Das schwere Bündel eines hoffentlich noch ohnmächtigen Elfen tragend schleppten sie sich zwischen den Menschen vorbei auf den großen Platz vor der Taverne, wo der Große ohne Zögern auf einen Karren stieg, sodass die Pferde wieherten und das Holz unter seinem Gewicht ächzte.
Einige der Menschen sahen bereits zu ihnen. Für die anderen bauchte es mehr. Und so blieb dem Großen nicht viel mehr, als sich den Mantel in einer schwungvollen Bewegung vom Leib zu reißen. Wie von Zauberhand (und einem lieblichen "EY!") riss es ebenso den Mantel seines kleineren Begleiters in die Höhe und siegesgewiss breitete der große Mann, der sich als Mensch entpuppte die tellergroßen Hände aus.
Es war für Viele dort wahrlich der größte Mann den sie jemals gesehen hatten. Größer als manche Tür und jenseits der zwei Meter Marke, waren seine Arme muskulös und definiert. Sein Alter war kaum zu schätzen und seine Hände wiesen Metallelemente auf, die seine Fingerknöchel ersetzten. Sein muskulöser Körper lag in einem grünlichen Gewand der Mönche aus dem westlichen Menschenreich und um seinen Hals lag eine schwere Eisenkette. Unbemerkt plumpste mit einem lauten Krachen und gleichsam einem Stöhnen das Bündel auf den Karren.
"IHR BRAVEN BÜRGER VON BELERIAND! FROHLOCKET, JAUCHZET UND FÜRCHTET EUCH NICHT! DENN WIR SIND JETZT DA!", rief er mit einer Stimme, die einem unwirklichen Organ gleich kam. "MEIN NAME IST VOLGAST TENEBRIA! SO HELFET MIR IN MEINEM STREBEN, EINEN ELFEN ZU FINDEN; DERER WIR HABHAFT WERDEN WOLLEN!"
Grummelnd und keifend befreite sich der Kleine aus seinem Umhang und entpuppte sich als waschechter und grantiger Zwerg, der sich immer noch den Schritt hielt. Seine Frisur glich einem wilden Wischmopp und in seinem Gesicht mit dem viel kurzen Bart, thronte ein bläuliches Tattoo, das ihn bedrohlich wirken ließ.
"Du imma mit Dein' Ansprachen, Mann. Jeh mir aus dem Weg, ick muss pullern!"
Eilig schleifte er sein Bündel auf dem Rücken mit sich und schien sich eine Ecke suchen zu wollen. Während dessen schrie ein Mensch bereits auf und wies mit dem Finger auf die beiden.
"Wat denn??"
Einige weitere Augenpaaren folgten und weiteten sich auf die gleiche Weise. Man kannte diese beiden. Und leider zu gut. Von Plakaten, Meldungen und Wachen.
"TILDA! WECK SIE! SCHNELL!"
"DIE VERRÜCKTEN SIND IN DER STADT!!!"
"RETTET DIE KINDER; FRAUEN UND VORRÄTE!"
"D-d-d-d-das sind Volgast, die Faust des Westens und Symon, der Bohrer. Zwei der größten Schwerverbrecher des Kontinents...", ergänzte eine keuchende Stadtwache. "Zwei der fürchterlichen Sieben Generäle der Streunenden Armee."
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Sein Seufzen wurde von dem Geruch von frischem Schweiß begleitet, der ihm eigentlich hätte unangenehm sein sollen. Auch das regelrechte Kleben seines Leibes sollte ihm Unbehagen verschaffen und tat es nicht. Nichts war schöner in diesem Moment, als er kichernd nickte als gäbe es nur eine Selbstverständlichkeit auf der Welt.
"Natürlich vier Mal", bekräftigte er. "Und tragen würde ich dich vermutlich bis ans Ende der Welt wenn es mir dieses Vergnügen gibt."
Einen Moment lang hielt er inne und sah an die Decke über ihnen, die baufälligen Dielen und die rieselnden Putzreste. Sollte es diesen Tag wirklich einmal geben? Wo sie friedlich wie normale Liebende aufwachten und einfach in den Tag hinein leben konnten? War es möglich, für einen Menschen und einen Elfen?
Als Viola sich aus dem Bett schwang spürte er eine dräuende Kälte nach Alltag seine Glieder hinauf fahren. Als würden die eisigen Finger der Realität nach seinem Bein greifen, sah er sie dennoch anzüglich grinsend und wäre beinahe aus dem Bett gestolpert.
"Wage es dich nicht!", rief er aus seiner unglücklichen Position heraus und verfing sich in der Decke, ehe er zu Boden stürzte um ihr hinterher zu eilen.
Er würde um nichts in der Welt ihren nassen Körper verpassen.
Welcher Prinz dachte so?
Der Morgen brach wie eine Sturmflut nicht nur über die Liebenden.
Rainalt, der Torwächter und Gregory, seines Zeichens ehemals Torwächter der Stadtwache, betrachteten die außenliegenden Bezirke und Straßen die zu der langsam erwachenden Stadt führten. Die Menschen hinter ihnen erwachten langsam und einige Frühaufsteher waren bereits auf dem Weg zu ihrem Tagewerk oder einem eiligen Frühstück. Beneidenswert, dachte Rainalt und seufzte schwer, während er sich auf seinen Speer stützte und dem eisigen Wind widerstand, der sich ihm entgegen schlug.
"Es ist doch wirklich kaum zu fassen...", grummelte er vor sich hin.
"Was meinst du?", fragte Gregory.
"Hast du gehört, dass neulich die gute Sylvis einen Wächter verführt hat?"
"Wie kommst du darauf? Habe aber Sylvis länger nicht gesehen. Ist sie noch so schön wie früher?"
"Atemberaubend, sag ich dir...Mit Mörderti-"
"Rainalt!", empörte sich Gregory und rückte seinen zu großen Helm gerade, unter dem die roten Haare hervorlugten. Immer dieses Gerede...
"Ja, ja, Entschuldigung. Na jedenfalls ist sie noch atemberaubend. Und ich komme darauf, weil ich den besagten Wächter neulich gesehen habe und ihn bat uns heute abzulösen. Und was soll ich sagen: Die Stunde des Taus hat angebrochen und ich würde meinem Weibe auch gern das Bett wärmen, wenn du verstehst."
Der Wächter gab ein klickendes Geräusch von sich und Gregory verzog das hagere Gesicht. Dass er immer nur an die Vergnügungen dachte, wenn er in Glanz und Rüstung stand. Der Hauptmann wäre nicht begeistert.
"Er wird schon kommen", murmelte er und starrte auf die Straße.
"Erscheinen reicht."
"Rainalt!"
"Ja, ja."
Im Eifer ihrer Empörung und Müdigkeit übersahen die zwei Gestalten, die sich im Schatten der noch grassierenden Morgenblindheit des Tages durch das Tor schlichen.
Es dauerte noch eine ganze Zeit, ehe die Menschen zahlreicher auf den Straßen wuselten.
Der Große Mann und der kleine Mann standen in ihren Reiseumhängen und kapuzenverhangen auf der Straße und wussten wie immer nicht, wohin. Ein großes Manko, das man überwinden musste.
"Un' jetz?", keifte der Kleine und fuhr sich immer wieder in den Schritt, als suche er etwas Wichtiges.
"Ich würde sagen, wir machen uns bemerkbar. Es ist besser, das ohne Widerstand zu tun und ohne schwerwiegende Opfer, findest du nicht auch, werter Reisekumpan?"
"Wie hast du mich jenannt?", der Kleine sah zu dem Großen hinauf. "Ick jeb dir jleich Kumpan. Kumpan auffe Schnauze! Dreivierdel ins Jedicht, wa?"
"Ein anderes Wort für Kamerad, mein unterbelichteter Freund", lächelte der Große und begab sich auf den Weg zur Taverne. Dort zumindest war ein großer Platz, wo eine Ansprache gehalten werden konnte.
"Unnerbelichtet will ick ooch meinen, wa? Richtig düsta isset bei mir! So wie sich det jehört!"
"Was immer du sagst."
Das schwere Bündel eines hoffentlich noch ohnmächtigen Elfen tragend schleppten sie sich zwischen den Menschen vorbei auf den großen Platz vor der Taverne, wo der Große ohne Zögern auf einen Karren stieg, sodass die Pferde wieherten und das Holz unter seinem Gewicht ächzte.
Einige der Menschen sahen bereits zu ihnen. Für die anderen bauchte es mehr. Und so blieb dem Großen nicht viel mehr, als sich den Mantel in einer schwungvollen Bewegung vom Leib zu reißen. Wie von Zauberhand (und einem lieblichen "EY!") riss es ebenso den Mantel seines kleineren Begleiters in die Höhe und siegesgewiss breitete der große Mann, der sich als Mensch entpuppte die tellergroßen Hände aus.
Es war für Viele dort wahrlich der größte Mann den sie jemals gesehen hatten. Größer als manche Tür und jenseits der zwei Meter Marke, waren seine Arme muskulös und definiert. Sein Alter war kaum zu schätzen und seine Hände wiesen Metallelemente auf, die seine Fingerknöchel ersetzten. Sein muskulöser Körper lag in einem grünlichen Gewand der Mönche aus dem westlichen Menschenreich und um seinen Hals lag eine schwere Eisenkette. Unbemerkt plumpste mit einem lauten Krachen und gleichsam einem Stöhnen das Bündel auf den Karren.
"IHR BRAVEN BÜRGER VON BELERIAND! FROHLOCKET, JAUCHZET UND FÜRCHTET EUCH NICHT! DENN WIR SIND JETZT DA!", rief er mit einer Stimme, die einem unwirklichen Organ gleich kam. "MEIN NAME IST VOLGAST TENEBRIA! SO HELFET MIR IN MEINEM STREBEN, EINEN ELFEN ZU FINDEN; DERER WIR HABHAFT WERDEN WOLLEN!"
Grummelnd und keifend befreite sich der Kleine aus seinem Umhang und entpuppte sich als waschechter und grantiger Zwerg, der sich immer noch den Schritt hielt. Seine Frisur glich einem wilden Wischmopp und in seinem Gesicht mit dem viel kurzen Bart, thronte ein bläuliches Tattoo, das ihn bedrohlich wirken ließ.
"Du imma mit Dein' Ansprachen, Mann. Jeh mir aus dem Weg, ick muss pullern!"
Eilig schleifte er sein Bündel auf dem Rücken mit sich und schien sich eine Ecke suchen zu wollen. Während dessen schrie ein Mensch bereits auf und wies mit dem Finger auf die beiden.
"Wat denn??"
Einige weitere Augenpaaren folgten und weiteten sich auf die gleiche Weise. Man kannte diese beiden. Und leider zu gut. Von Plakaten, Meldungen und Wachen.
"TILDA! WECK SIE! SCHNELL!"
"DIE VERRÜCKTEN SIND IN DER STADT!!!"
"RETTET DIE KINDER; FRAUEN UND VORRÄTE!"
"D-d-d-d-das sind Volgast, die Faust des Westens und Symon, der Bohrer. Zwei der größten Schwerverbrecher des Kontinents...", ergänzte eine keuchende Stadtwache. "Zwei der fürchterlichen Sieben Generäle der Streunenden Armee."
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The more that I reach out for heaven
The more you drag me to hell
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