[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

    • Viola

      Das Lob erfüllte sie mit etwas, dass sie beinahe verloren hatte, einem ungebändigten Stolz.
      "Ein Elf im Refugium nannte es 'Quelle des Lebens'. Um ehrlich zu sein, ich bin mir bis heute nicht sicher, ob ich die Worte richtig verstanden habe." Nachdenklich tippte sie sich mit dem Finger an das Kinn. Sie war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so fest in der eflischen Sprache gewesen. Aber immerhin hatte sie Wochen gehabt um Wort und Schrift zu verbessern. Die Akolythen waren ihr stets mit freundlicher Zurückhaltung begegnet. Es war mehr als sie erwartet hatte.
      Schmunzelnd sah sie zu Andvari herüber.
      "Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht, wie lange ich dort sein würde. Also habe ich studiert. Eure Sprache, das geschriebene Wort bis sich mir das Wissen der Bücher eröffnete. Die Bibliothek war beeindruckend. Ich habe ganze Tage dort verbracht. Sylvar musste mich das ein oder andere Mal aus der Bibliothek scheuchen, damit ich nicht im Sitzen einschlafe."
      Den Gedanken an baldige Kämpfe, wollte sie nicht recht in ihren Kopf lassen. Aber Andvari hatte recht und der Frieden an diesem wundrschönen Ort würde nicht ewig wären.
      "Ich begleite Euch gerne, obwohl ich hoffe, dass ich meine Heilfähigkeiten nicht als Folge Eurer Übungen unter Beweis stellen muss. Da fällt mir ein, gebt mir einen Augenblick."
      Mit erhobenem Zeigefinger und einen nicht deutschen Funkeln in dem Augen, bedeutete sie dem Elf kurz zu warten. Viola machte auf dem Absatz kehrt und eilte mit gerafften Röcken die kleine Holzstiege hinauf.
      Wenige Sekunden später, so schien es kam sie mit einer Leichtigkeit in ihren Schritten, wieder herunter und übersprang dabei die letzten beiden Stufen. In ihrer Armbeuge trug sie einen geflochtenen Weidenkorb. Darin lag ein weißer, durchlässiger Stoff, der verdächtig nach einem Unterkleid aussah. Nicht ideal, aber für ihre Zwecke ausreichend. Wobei Viola bereits den Magier nörgeln und empört schimpfen hören konnte, wenn er wüsste, was sie mit dem feinen Stoff vorhatte. Geschwind huschte sie an Andvari vorbei in die kleine Kochnische und verstaute noch ein winziges Messer in dem Korb.
      "Fertig. Geht vorraus." Sprach sie voller Tatendrang. "Vielleicht kann ich die Gelegenheit nutzen, um ein paar Dinge für später vorzubereiten."
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Winterhauch ()

    • Andvari


      Der Elf staunte nicht schlecht, als sie leichtfüßig die Treppe hinauf und wieder hinuntereilte. Sicherlich war sie trotz dieser Leichtigkeit gut für seine Ohren vernehmbar, aber es lag eine Anmut in ihren Bewegungen, die er nicht erwartet hatte.
      Grinsend wartete er während er aus dem Fenster hinaus sah und sich fragte, wie viel Sylvar ihr wohl gezeigt hatte. Er war kein nörgelnder oder genervter Charakter, von daher sehr geduldig im Unterricht. Jedoch neigte er zu Spitzen und seinem berühmten Feixen wenn er untüchtige Schüler hatte. Andvari grinste in den hereinfallenden Sonnenschein und dachte an seine Zeit der Lehre zurück. Damals, als ihn noch seine Mutter die Wege der Magie lehrte…
      Als Viola erneut herunter kam, schmunzelte der Elf und beobachtete neugierig, was dort in ihren Korb wanderte. Ein Unterkleid und ein Messer?
      Sie sprach von einem Ritual, das sie durchführen wollte und Andvari kam nicht umhin, sich zu fragen, was damit wohl gemeint war.
      Dennoch sah er sie kurz an, während er hinaus ging und die Sonne nicht mehr nur der hereinfallende Fremde wurde. Als er nach draußen trat besah er sich den kleinen umzäunten Bereich vor dem Eingang und empfand wieder ein bisschen Stolz. Wenn auch nicht so viel wie er wohl empfinden sollte. Im hinteren Teil des Hauses befand sich ein kleiner Brunnen, dessen Wasservorrat er spüren konnte. Er war noch benutzbar. Es würde Viola sicherlich nützen, eine ausreichende Wasserquelle zu haben, die nicht eiskalt wie ein See war. Er würde den Brunnen in Ordnung bringen, sobald es möglich war.


      Anschließend wanderte er aus dem umzäunten Bereich heraus und an das Ufer des Sees.
      „Die Quelle des Lebens?“, fragte er lächelnd, während sie dorthin gingen. „Nie davon gehört, ich muss Euch enttäuschen. Aber die Elfen des Refugiums lassen sich gerne Begrifflichkeiten einfallen, die niemand sonst versteht. Und den Drang, zu studieren verstehe ich sehr gut.“
      Er blickte zum See hinaus und versuchte, seinen eigenen Kern zu sammeln.
      „Das heißt: Eigentlich verstehe ich es nur teilweise, da ich nicht wirklich gut lesen kann. Ich bin eher ein haptischer Lerner, wenn es man es so möchte. Aber ich bewundere Eure Ausdauer, Viola. Wenn ihr etwas vorbereiten wollt, tut Euch keinen Zwang an. Ich werde eine kurze Weile brauchen…“
      Andvari schloss die Augen und begann, seinen Strom zu sammeln. Halte die Fluten beisammen und zähme sie, stieg ihm die Stimme seiner Mutter in den Kopf. Und innerlich bat er nur, dass Viola nicht verschreckt wurde.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Für die junge Heilerin war es immer aufs Neue erstaunlich, dass im Reich der Elfen frühlingshaftes Wetter herrschte. Der Himmel war so klar und strahlend Blau und die Natur stand in voller Blüte. Es fiel ihr immer schwerer sich an den eisigen Schnee und den drückenden, grauen Horizont zu erinnern. All das schien bereits soweit zurück, obwohl erst wenige Wochen ins Land gezogen waren.
      Bevor Viola jedoch zu ihm aufschloss, streifte sie ihr Schuhwerk ab und betrat auf bloßen Füßen das saftige Gras abseits des Weges. Ein herrlicher, warmer Tag stand bevor, also brauchte sie sich keine allzu großen Sorgen um kalte Füße machen.
      Kurz sah sie seitlich zu Andvari auf und lächelte milde. Sie wusste selbst, dass sie ein übereifriger Bücherwurm war. Allerdings, ohne die missliche Lage, die sie in die Obhut der Ordensbrüder brachte, hätte sie vermutlich selbst nie lesen gelernt. Viola seufzte leise.
      Anscheinend am Ziel angekommen, suchte sich die junge Frau ein schönes Plätzchen ein wenig abseits vom Ufer. Ein kleines Stückchen Wiese mit allerlei bunten und leuchtenden Wildblumen hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Sie ließ sich im weichen Gras nieder und stellte ihr Mitbringsel neben sich ab. Von hier aus hatte sie einen wunderschönen Blick auf den kristallklaren See, konnte aber auch gleichzeitig den Elf gut im Auge behalten. Aus reiner Vorsicht ließ sie ihm etwas Raum. Viola beschlich das Gefühl bisher nur Zeuge eines kleinen Teiles seiner Gabe gewesen zu sein.
      Behutsam wanderten über ihre Fingerspitzen über die Blumen, die ihre leuchtenden Köpfe tapfer in Richtung Sonne reckten. Aus dem Augenwinkel blickte sie von Zeit zu Zeit zu Andvari herüber, in dessen Rücken sie nun im hohen Grün saß. Mit jedem verstreichenden Augenblick wanderte Wildblumen in allen Farben und Formen in den mitgebrachten Korb. Vorsichtig schnitt sie die Blütenstämme ab, um nicht die Hauptpflanze zu beschädigen. Kornblumen von einem hübschen Tiefblau, Gänseblümchen mit ihren zarten Blätter und leuchtend, gelbe Butterblumen. Als sie fürs Erste genug gesammelt hatte, begann sie mit geschickten Händen einen Blütenkranz zu binden. Zwischen die Blüten webte sie frisches Grün und die weichen Blätter roten Klees. Der Ausdruck in ihrem Gesicht strahlte dabei nichts als vollkommene Ruhe aus. Wie oft hatte sie ihrer Mutter dabei zugesehen?
      Daran könnte sie sich gewöhnen, dachte sie still bei sich und unterbrach kurz ihre Tätigkeit und betrachtete den Elf ohne falsche Zurückhaltung.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Auch wenn Andvari nicht erkennen konnte, was Viola in seinem Rücken trieb, so spürte er selbst mit geschlossenen Augen eine ausgeglichene, ruhige Aura der jungen Frau. Offenbar tat sie etwas, das sie beruhigte oder Freude bereitete. Es war ein schönes Gefühl, zu wissen, dass in jedem Schrecklichen auch etwas Gutes wohnte. Oder Frieden im Krieg.
      Er hielt die Augen geschlossen und folgte dem wirbelnden Kreis seiner eigenen Aura in die Tiefen seines Bewusstseins. Dort wo Stimmen keine Farbe mehr besitzen udn die Wände nicht mehr dunkel sind. In dem Palast, den nur er allein betreten konnte und der kleiner als ein Abort in der Hauptstadt erschien. Dort, wo ein Schrei mehr einem Flüstern glich und ein Flüstern der lautesten Fanfare gleich kam. Dort fand er seinen Kern.
      Den Wirbel, der alles in ihm zusammenhielt und das Licht band, dass sich einer Schlange gleich nach draußen winden wollte.
      Schweigend betrachtete er den Wirbel aus blitzenden Lichtern, weiß und gold, ehe er die rechte Hand ausstreckte und tief ein und ausamete.
      "Gungnir", murmelte er deutlich hörbar.
      Vor seinem inneren Auge reagierte der Lichtwirbel in seinem Inneren aufs Äußerste und riss alle Barrieren mit sich, die er aufbieten konnte. Gewollt, natürlich. Wie ein Strom leuchtenden Blutes schoss das Licht durhc seine Adern, an seinem Herz vorbei, wo es ein rauschendes heißes Pochen hinterließ hinein in seine Handfläche und Fingerspitzen, wo sich die geifernden Endend es Stroms in einen neuen Wirbel woben.
      Einer Explosion gleich entfachte Andvari seine Aura mit einem Mal und glich kurzerhand einem leuchtenden Inferno. Sicherlich war seine Aura unsichtbar für das bloße Auge, aber das Flirren der Luft um ihn herum war wahrnehmbar. Die Vögel hörten auf zu singen und selbst das Gras schien für einen Moment seiner eigenen Energie Platz zu machen, in dem es sich nach unten beugte.
      Eine Kraft, die selsbt die Natur fürchtete...
      So zumindest hatte es seine Mutter beschrieben, während sie nur Licht rufen konnte. Er hingegen konnte mehr, nicht wahr?
      Die Fäden ins einer Hand begannen wild um sich zu schlagen und nacheinander zu greifen, während konzentrierte Falten auf seiner Stirn erschienen. Nach und nach griffen die losen Hände nacheinander und formten erst einen Stab, der gleißend hell in seiner Hand zu liegen kam, ehe sie eine breite, dreizäckige Klinge bildeten, die aus leuchtendem Stahl zu bestehen schien, aber nichts davon war. Selbst das Wasser in der Nähe der Spitze begann leicht zu dampfen, als das Licht in dessen nähe kam. Heißer als Feuer und geschmeidiger als Eisen, ddachte er. Noch ein wenig mehr musste es sein...


      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Am Ende konnte Viola nicht mehr ermessen, wie lange ihr Blick auf Anvari gerüht hatte.
      Gerade als sie ihre Tätigkeit wieder aufnehmen wollte und nach weiteren zierlichen Blüten fasste, erfüllte eine gespenstische Stille das Seeufer. Selbst die Singvögel in den Bäumen hatten ihr klangvollen Lied eingestellt. Keine Grille zirpte mehr im hohen Gras. Die junge Frau hob den Blick noch einmal an und versuchte die Quelle der Stille ausfindig zu machen. Lag Gefahr in der Luft? Konzentriert glitt ihr Blick über den See und schließlich über den friedlichen Waldrand. Nichts verdächtiges war zu sehen.
      Dort im Augenwinkel, sie hätte es fast nicht bemerkt, flirrte die Luft um Andvari, als würde eine gewaltige Hitze von ihm ausgehen. Den Anblick kannte sie aus heißen Sommertagen, wenn sich die glühende Hitze der Sonne über die Felder ausgebreitet hatte. Ein stetiges Flackern im Sichfeld eines jeden, der versuchte gegen das Sonnenlicht zu blinzeln. Mehr konnte ihr menschliches Auge nicht erfassen, aber sie spürte es auf der Haut, als ein Luftzug, wärmer als eine gewöhnliche Brise zu allen Seiten über die Wiese fegte. Das herbstrote Haar schlug über ihre Schultern zurück und ein paar der gepflückten Blumen wirbelten davon. Vielleicht hätte sie kaum etwas gespürt, wenn die eigene Magie in ihren Adern, die Aura, die sie kaum selbst wahrnahm, nicht auf den Impuls reagiert hätte. Es war wie ein leises Summen direkt unter der Haut.
      Und so schnell wie es da war, schien es auch schon wieder fort zu sein.
      Erstarrt hielt den halbfertigen Blumenkranz zwischen ihren Fingern und hatte gerade noch genug Sinne beinsammen, um ihr Werk nicht zu zerdrücken. Natürlich hatte sie sich erschrocken, aber weniger aus Furcht als aus purer Überraschung. So ein Bild bot sich einem Menschen selten und sie bezweifelte, dass viele es überlebt hatte, um davon zu berichten.
      Die Heilerin war bereits Zeugin gewesen, wie Andvari das Licht nach seinem Willen geformt hatte, aber zuvor hatte sie nie diese mächtige Energie gespürt. Das Glühen in seinen Händen war beinahe zu hell, um hinein zusehen. Viola senkte den Blick und bemerkte, das dampfende Wasser am Ufer. Welche Hitze musste von der Quelle des Lichts ausgehen, um das eiskalte Seewasser beinahe zum kochen zu bringen?
      Was sie hoffte, war das Andvari es nicht gleich übertrieb. Nicht aus Angst um die Pflanzenwelt um sie herum, sondern aus der Sorge heraus, ob er dafür schon wieder ausreichend bei Kräften war. Scheinbar war ihre Sorge aber noch unbegründet. Sie musste aufhören sich wie eine Glucke zu benehmen.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Andvari

      Andvari hielt die Konzentration aufrecht, auch wenn es ihm schwer fiel, da er Violas Blicke in seinem Rücken spürte.
      Die Lichtfäden, die den Speer bildeten udn seine Schneide mit schönsten Ornamenten versahen, verbnden sich weiterhin mit seinem Arm und hielten auch diese Verbindung aufrecht, um Energie zu beziehen.
      Das Erste Schwert.
      Lange hatte er das Erste der Sieben Schwerter nicht mehr beschworen und es würde auch eine Weile lang nicht mehr beschworen werden. So zumindest hatte er es den Elementen egschworen, als er es in den See warf und dort vergrub. Gungnir war nur das Mittel zum Zweck.
      "Achtet bitte auf Euch", rief er Viola lächelnd zu, während ein einzelner Schweißtropfen auf die Erde rann.
      Gungnir war die Mächtigste seiner Waffen, aber das Erste Schwert musste geborgen werden, ehe die Zeit es selbst rief.
      Schweigend trat er an das Ufer des Sees.
      Die Grashalme zu seinen Füßen glühten leicht als der Speer ihnen nahe kam und verglommen wie fade Steichhölzer in kalter Nacht. Im Boden, genau zur Mitte des Sees, vom ufer aus gemesse, befand sich eine Vertiefung zu seinen fFüßen. Eine Vertiefung, die er nur sehen konnte, da das Gras bereits fortschmolz wie Eis an einem dräuenden Sommertag.
      Das Erste Schwert.
      Dandelost.
      Die Herzensschneide.
      Mit einem entschlossenen Stoß rammte er die Stockseite des Speers in den Boden und atmete aus um die Energie freizulassen, die ihm innewohnte. Wie ein gewaltiger Puls schoss die Energie zu seinen Händen hinaus in den Speer, der sie in die nackte Erde verteilte und kurz erbeben ließ.
      Und doch...Als er den Speer aus dem Loch hob, sah er erfreut zu, wie das Licht durch die wohlende Wärme bereits wieder begann, neue Saat sprießen zu lassen, während ein tiefes Grummeln aus der Erde vernehmbar wurde.
      Das Grummeln wurde zu einem Grollen und das Summen zu einem leichten Beben, als sich die Wasseroberfläche zu teilen begann und ein Stein mit einem Schwert darin aus der Tiefe des Sees erhob.
      Das Schwert war schon schneeweißer Farbe, die Klinge beinahe gläsern scharf und wunderschön anzusehen. Das Funkeln eines Augenblicks, geschmiedet in den Feuern eines gebrochenen Herzens. Sie lag eingekesselt in den Stein, gehalten von steinerndern Fingern und grausigen Zeitgeistern, aber dennoch immer noch das Schönste, das er je erblickt hatte. Wenn man bedachte, dass es nur aus einem Stück Stahl gefertigt wurde, wurde dessen Kunstfertigkeit noch einzigartiger...
      "Das erste Schwert...", flüsterte er nochmals, wie zur Bestätigung. "Hallo Dandelost."


      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Diese Worte hatte sie schon einmal vernommen. Achtet auf Euch.
      Kurz dannach hatten die Männer des Königs ihn fort gebracht und für Wochen hatte sie kein Lebenszeichen von ihm erhalten.
      Der Wiederklang dieser wenigen Silben hinterließ eine bittere Schwere auf ihrer Zunge, so dass Viola nur ein stummes Nicken fertgi brachte.
      Andvaris Lächeln machte ihr aber deutlich, dass es keinen Grund zur Besorgnis gab. Zaghaft spiegelte sich ebenfalls ein Lächeln auf ihren Lippen, ehe sie nickte. Sie würde nicht das Risiko eingehen, sich gerade dem Seeufer noch der Quelle des Lichts zu nähern.
      Dennoch kam sie langsam auf die Füße, falls es doch einen Grund gab, ein wenig mehr Abstand zu nehmen.
      Das leichte Beben kam trotz der Umstände überraschend, so dass die Heilerin in der gleichen Sekunde noch wieder auf Händen und Knien im Gras landete. Überrascht warf sie den Kopf und das leuchtend, rote Haar zurück um besser sehen zu können.
      Der Boden zitterte noch immer unter ihren Händen, deren Finger sich in das saftige Gras bohrten.
      Sollte sie jemals vorgehabt haben, jemanden von diesen Geschehnissen zu berichten, war sie sich ziemlich sicher, dass keiner auch nur ein Wort glauben würden. Der Anblick war so surreal, beinahe abstrakt, dass sie nicht die richtigen Worte dafür fand. Und auf seine eigene Art von alter und ungwöhnlicher Schönheit.
      Das zuvor friedliche Wasser des Sees schlug plätschert gegen das Ufer, der Wind rauschte in ihren Ohren.
      Sie sah zwar wie Andvari die Lippen bewegte, aber sie hörte nicht ein Wort davon.
      Der verwunderte Blick lag auf dem Schwert, eingebettet in Stein und scheinbar von der Zeit unangetastet. Eine Klinge, die im Wasser verborgen gewesen war, sollte nicht so makellos aussehen. Kein normales Schwer, also. Aber das erklärte auch bereits der Aufwand der Bergung.
      Fahrig strich sie sich ein paar der wirbelnden Haarsträhnen aus dem Gesicht und wagte erst auf die Füße zu kommen, als der Boden sich nicht mehr bewegte. Prüfend verlagerte sie ihr Gewicht und stellte fest, das ihre Beine doch ein wenig zitterten.
      “We all change, when you think about it.
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    • Andvari

      War der Blick des Elfen bisher auf die emergierende Schönheit des Schwertes geheftet, geschah im nächsten Moment etwas seltsames.
      Als er das federleichte plumpsen eines Körpers auf harten Boden hörte, riss es ihn völlig aus der Gebanntheit. Die jegliche Angst, alles zu verlieren überrannte ign für eine Sekunde und eilig riss er den Kopf zur Seite, um nach Viola zu sehen, die, den Bäumen sei dank, nur auf die Knie gefallen zu sein schien. Natürlich, die Bewegung des Erdbodens musste sie natürlich auch gespürt haben. Dennoch schalt er seinen Verstand einen Narren, dass er sofort einer Glucke gleich herumfuhr, als würde er seiner Liebsten zur Seite eilen. Welch närrische Torheit, nicht wahr?
      Kurz stahl sich ein schmunzeln auf sein Gesicht, ehe er sich aus der Erstarrung löste, um Viola ein wenig stütze in ihrem Aufstehen zu sein. Ihre Beine schienen wackelig und so trat er an sie heran und bot ihr seinen Arm an.
      Schweigend sah er nochmals zum Schwert, das eingebettet im Stein auf seine Rückkehr wartete. Und doch zog ihn gerade alles zu Viola und ihrem unsicheren Leib.waf Es nicht eine bittere Ironie.
      Ein Schwert, im Blute eines gebrochenen Herzens geschmiedet und aus dem Glas der Götter geformt, dass jetzt auf seinen Besitzer warten musste, damit dieser seine Angst und sein pochenedes Herz beruhigen konnte. Auf eine besondere Art und Weise komisch, nicht wahr?
      Andvari sah zu Viola und mit einem Moment Schien er das erste Mal zu bemerken, wie schön sie aus der Nähe war.als sähe er sie zum ersten störten ihn nicht einmal die Narben. Im Gegenteil.
      Schweigend schlang er seine Arm um ihre Hüfte und hob sie leicht an damit sie leichter stehen konnte.
      Du hast nicht mal ihre Antwort gehört, du Narr.
      "V-verzeiht", murmelte er.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell

    • “I wish you could see what I do. [...]
      I can hear the change in his breathing when he looks at you.
      It catches every time, like he's never seen you before.”



      Viola

      Sichtlich erstaunt über die Eile, die Andvari an ihre Seite trug, blickte Viola mit einer stummen Frage in ihren Augen zu ihm auf.
      Es ging ihr gut, wollte sie ihn beruhigen. Irgendetwas sagte ihr, dass er aus Besorgnis sein eigentliches Vorhaben unterbrochen hatte.
      Ein Gedanke, der sie rührte aber ebenso den Herzschlag im knöchernen Käfig ihrer Rippen beschleunigte.
      Die junge Heilerin konnte nur schwer begreifen, dass ausgerechnet sie dieses Verhalten an ihm auslöste.
      Ein Arm legte sich völlig unerwartet um ihre Hüfte. Es war kein erdrückendes Gewicht, dass sie zu ersticken drohte.
      Etwas Beschützendes lag in der Geste, so das ihr warm und leicht ums Herz wurde. Viola bemerkte kaum, dass ihr eigenes Gewicht ihr plötzlich federleicht erschien und sie den Boden unter ihnen Füßen kaum mehr spürte.
      So nah, wie Andvari war, musste sie den Kopf leicht zurück lehnen, um ihn ansehen zu können. Und was sie erblickte, verschlug ihr beinahe den Atem. Der Blick der bersteinfarbenen Augen schien sachte zu glimmen, wie die Glut eines Feuers. Und es machte Sinn, sie fühlte immer noch eine angenehme, intensive Wärme durch den dünnen Stoff ihreres Kleides. Oder war es schon immer so gewesen?
      Bevor Andvari sich angetrieben von Zweifel zurückziehen konnte, wagte die Heilerin es, zaghaft eine Hand an seine Wange zu legen.
      "Nicht." Entschuldigende Worte waren nicht notwendig. Da war dieses warme Lächeln wieder.
      "Es geht mir gut, Andvari." Behutsam folgte ihr Daumen dem geschwungenen Verlauf des Wangenknochens.
      Viola schenkte dem Elf ihr Vertrauen und würde wohl auch ihr Leben ohne Zögern in seine Hände geben. Sie hatte es bereits getan.
      Die zweite Hand entwickelte ihren eigenen Willen und fand ihren Platz an seiner Seite. Schlanke Fingern gruben sich in seine Kleidung.
      "Was ist mit Euch?" Fragte sie leise. Sie hatte Schweißperlen an seinen Schläfen bemerkt.
      Sicherlich musste es enorme Kräfte und Energie gekostet haben, das Schwert aus dem See zu bergen.


      [Six of Crows - Leigh Bardugo]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
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    • Andvari

      Wie Magie durch die Adern huschte, rauschte auch jetzt eine glühende Hitze durch seinen Körper.
      Nicht, dass er dieser Art von Anziehung nicht bereits gefühlt hätte. Bei Elfen. Mit spitzen Ohren und Seidenhaar. Aber jetzt lag eine Menschenfrau in seinen Armen, zart wie eine Glaspuppe und ihre Augen waren so nah, so intensiv und doch ein wenig entrückt, als glaube sie selbst dies Vorhaben nicht wirklich.
      Die Hand an seiner Wange hinterließ auf seiner Haut eine brennende Spur. Seit wann waren sie so vertraut miteinander?, fragte eine einsame Stimme in seinem Kopf. Und jeder normale Elf hätte sie fortgestoßen und ihr die Vorwürfe gemacht, ihn verhexen zu wollen. Aber wieso wollte Andvari verhext werden?
      Wieso sträubte sich bereits ein kleiner Teil seines Verstandes gegen die Vorstellung, er könnte sie wieder freigeben? Sie gehört dohc zu ihm?
      Schwachsinn, schalt er sich, während er den Kloß seines Lebens herab schluckte.
      "Ich...Äh...Nun...", stotterte er wähernd sein Gesicht sich für einen Moment von alleine zu bewegen schien.
      ODer besser: Nicht zu bewegen schien.
      Die Hand an seiner Seite, die grabenden Finger reichten bereits aus, um elektrische Stöße durch sein Fleisch zu jagen, als maträtiere man ihn mit Waffen, obhleich es nur die schlanken Hände einer Heilerin waren.
      Einer wunderschönen Heilerin, mit Augen wie geschliffenen Smaragden und dem Haar von wiegendem Feuer. Andvari wollte seine freie Hand auf ihr Gesicht legen, doch er widerstand dem Drang, den Lauf ihrer Narben lang zu fahren, weil sie so einen wunderbaren Kontrast boten.
      "Ich habe...", er räusperte sich und erhob sich wieder ein Stück, um sie abzusetzen. Dennoch wollte sich seine Hand nicht freiwillig on ihrer Hüfte lösen. Weshalb nicht?? "Ich habe gedacht, ich habe...Ich habe Euch vielleicht erschrocken oder verletzt. Ich habe nicht bedacht, dass sich der Boden so stark bewegtesistJahreherundirgendwiehabeichvergessendassdieserMechanismusexistiertundda..."
      Die letzten Worte schossen wie Pfeile aus seinem Mund, während er sie noch immer ansah und zu schwitzen begann. Ein leicht rötlicher SChimmer umrahmte seine Ohren und endlich schaffte er es, seine Hand von ihrer Hüfte zu lösen.
      Nicht, dass er Abstand genommen hätte...
      Aber zumindest die kleinen Schritte. Einen nach dem anderen.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell

    • “She could stay this way forever with nothing
      but sky and sand surrounding her. She laughed,
      her heart leaping. This was the magic she’d been
      promised as a child, the dream that all those fairy
      stories had offered and never delivered.
      She wished the girl she’d been could have lived this.”


      Viola

      Etwas war anders. Viola spürte die glühende Hitze von entdachter Glut unter ihrer Haut.
      Allerdings stellte sie verwundert fest, dass dieses Mal nicht der Elf mit der Gabe des Lichtes die Quelle dafür war.
      Zumindest nicht im unmittelbaren Sinne. Die Glut blühte hinter ihren Rippenbögen auf und breitete sich unaufhaltsam in ihrem Körper aus, bis sie zäh und heiß wie Lava ihr Herz umschloss. Ein Blick der goldschimmernden Augen reichte und die junge Frau war gefangen.
      Kein Muskel wollte ihr gehorchen, obwohl die Gewissheit an ihr nagte, dass sie Abstand nehmen sollte. Vergraben in ihrem Hinterkopf hörte sie die Warnungen. Eine finstere Stimme, die sie eine Närrin schimpfte, sich freiwillig in die Arme eines Mannes, eines Abkömmlings des Feindes zu begeben. Es würde ihr nichts als Schmerz und Leid bringen. Doch das Feuer in ihrer Brust, verbrannte die Stimme zu Asche.
      Der raue, tiefe Klang von Andvaris Stimme ließ sie blinzeln, als wäre ihr Geist für einen Augenblick fort gewesen, an einem lang vergessenen Ort. Aber dort war keine Furcht in ihren Augen. Da etwas anderes, brennend wie die Flamme um ihr Herz.
      Viola hatte nie in ihrem bisher flüchtigen Menschenleben etwas Vergleichbares gespürt. Seit jenem Tag war sie nie wieder einem Mann so nah gewesen, dass sie die Wärme eines Körpers hätte spüren können. Die Nähe zu den armen Seelen, die ihrer Hilfe als Heilerin bedurften, war so endlich viele Meilen davon entfernt. Das hier ging tief unter die Haut und sank tief bis in ihre Knochen.
      Langsam und stetig wie der Sand im gläsernen Körper einer Sanduhr glitten ihre Fingerspitzen die Wange hinab, spührten die raue Textur der Bartstoppeln an seinem Kiefer. Der Blick löste sich kurzzeitig von seinen Augen, als sie fasziniert auf ihre Hand blickte. Mit einer eigenartigen Neugierde wanderten ihre Fingerspitzen über den Bogen seines Kieferknochen. Viola wurde auf erschreckende Weise bewusst, wie sehr sie es vermieden hatte außerhalb ihrer Berufung jemanden zu berühren. Es war gleichsam faszinierend wie beängstiegend.
      Ein wenig der Spannung löste sich aus dem Moment, als ein Schwall aneinandergreihter Worte ihre Ohren flutete. Ihr Kinn zuckte ein wenig nach oben und für einen Augenblick schien es, als hätte die Heilerin nicht eine Silbe verstanden. Was nicht der Fall war. Sie brauchte nur ein wenig um den Satz zu entziffern.
      "Das...ich..." Viola biss sich unbewusst auf die Unterlippe, als sie aufeinmal den rötlichen Schimmer um seine Ohren bemerkte.
      Es war ein derart liebenswerter Anblick, dass ihre Finger an seinem Gesicht unter dem Wunsch zuckten, die spitze Form seines Ohres nachzufahren.
      Die Verlegenheit Andvaris gepaart mir dem Durcheinander seiner schnellen Worte hatte noch eine anderen Nebeneffekt.
      Violas Mundwinkel zuckten leicht, als sich der hitzige Knoten in ihrer Brust ein wenig löste. Ein glockenhelles Lachen entkam ihrer Kehle.
      Wahrlich, der Weißhaarige hatte gerade wirklich wenig mit den Albtraumgestalten gemein, von denen sich die Soldaten berichteten. Und noch weniger mit den Schatten ihrer Erinnerungen.
      "Tut mir leid, tut mir leid..." Brachte sie mit mühevollen von Lachen unterbrochen hervor.
      Sie wollten ihn nicht glauben lassen, dass sie ihn auslachte. Ihre Hand rutschte von seinem Gesicht auf seine Schultern, ehe sie immer noch herzlich lachend die Stirn gegen gegen seine Brust lehnte, direkt auf den starken Knochen seines Brustbeines.

      [King of Scars - Leig Bardugo]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
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    • Andvari

      Oh du heiliger Baum, was tue ich hier?, fragte er sich noch Sekunden vorher.
      Ihre Hand war eine Lavafalle, die sich ihren Weg seinen Wangenknochen entlang bahnte. Und dieser Moment als sie den Kiefer entlang fuhren...er hätte am liebsten danach gegriffen und für eine Sekunde lang vergessen, dass dort draußen Krieg herrschte. Aus irgendeinem Grund sah er ihr Violas Gesicht vor sich, in einem weißen Kleid, beschmutzt vons einem eigenen Blut. Eine Flut aus roten Haare, wie er sie von Fea kannte, und das Gesicht...So wunderbar und nah. Und ein Kuss, der nach Honigwein und Feuer schmeckte, die man an einem Regentag in Emfpang nahm. Den GEschmack von Salz auf den Lippen.
      Aber wieso hatte es Violas Gesicht? Und wieso war ihres so nah.
      Erst als sie glockenhell zu lachen begann, entspannte sich der Elf merklich und blickte sie beinahe erstaunt an. Seine Augen verloren ein wenig an Intensität, aberfür eine Sekunde blickte er ihre unbeholfenen Gesten an und es wirkte so erfrischend einfach. Ihr Gelächter brannte sich in ein sein Hirn und sein Körper verlor die schmerzende Anspannung einw enig. Andvari kratzte sich am Kopf und begann seinerseits zu grinsen.
      Erst danach begann er selbst verhalten zu kichern, ehe es in ein gemeinsames Gelächter überging.
      Wann hatte er sich zuletzt so ungeschickt angestellt? war es als er Fea kennen gelernt hatte? Der Junge, der die Schatten sammelte traf das Mädchen, das Steine benannte. Da hatte er auch so herum gestottert und nun stand er vor der Heilerin, die er entführt hatte und seufzte als sie scih an ihn lehnte.
      Es wirkte vertraut und richtig, auf eine merwürdige Art und Weise. Ihr Kopf an seiner Brust fühlte sich warm an, beinahe überirdisch schön. Das Schwert im Stein hatte er längst vergessen und atmete den Duft ihres Scheitels ein. Anschließend blieb ein Grinsen zurück als er zu ihr hinunter sah.
      "Die Hauptsache, Euch geht es gut", grinste er und schüttelte über sich selbst den Kopf.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell

    • “Beautiful, but in the way all wild, dangerous predators were.”


      Viola

      Wirkllich beruhigt war Viola erst, als aus einem kaum vernehmbaren Kichern ein rauen aber ehrlichen Lachen wurde.
      Eine Melodie die an ihrer Stirn direkt durch seinen ganze Brustkorb vibrierte. Diesen Klang würde sie niemals wieder vergessen.
      Die schmalen Schultern bebten noch ein wenig unter den Nachwellen ihres eigenen Lachens, als sie sich verlegen räusperte.
      "Das lässt sich nicht abstreiten." Die Worte waren etwas atemlos auf ihren Lippen, während sie noch die Wärme genoss, die Andvari fortwährend ausstrahlte. Die Hand von seiner Schulter verschwand und noch mit geneigtem Haupt wischte sie sich ein paar der Lachtränen aus den funkelnden Augen. Wenn Helena sie jetzte sehen konnte, sie würde den Mund vor Staunen nicht mehr zubekommen.
      Da fiel ihr ein, weshalb sie eigenlich an den See gekommen waren.
      "Werdet ihr mir noch erklären, was es mit dem ganzen Tumult auf sich hat?" Da erinnerte sie sich an etwas, das Sylvar nur beiläufig hatte fallen lassen. In der Hektik ihrer Flucht hatte sie den Worten keine weitere Bedeutung beigemessen.
      Fragend, ohne darüber nachzudenken, wie nah sie sich noch standen, hob Viola den Kopf und ihr Nasenspitze dabei federleicht über sein Kinn streifte.
      "Da fällt mir ein, Sylvar erwähnte....Oh." Verdutzt hielt Viola mitten im Satz inne. Waren ihre Gesichter vorher auch so nah gewesen?
      Mit der Gewalt einer Flut war die Hitze zurück. Sie hatte nicht bemerkt, das er sich bewegt hatte um zu ihr herunter zusehen.
      Nimm dich zusammen, mahnte sie sich selbst in Gedanken. Und das war nicht leicht, sie fühlte den Atem des Elfen auf ihren Wangen. Warum hatte sie das nicht bemerkt? Das letzte Mal, als sein Gesicht ihrem eigenen so nah war, war in einer finsteren und modrigen Zelle gewesen. Mit dem metallischen Geschmack von seinem Blut und dem Salz ihrer eigenen Tränen als er...Sie geküsst hatte.
      Dabei hatte er lediglich im Dilirium fantasiert und die Heilerin hatte sich ihm willentlich entgegen bewegt.
      Jetzt war es Viola die erst blass wurde, ehe sich eine zarte Röte auf ihren Wangen abzeichnete.
      Mit einem verlegenen Lächeln, dass ihm versichern sollte, dass alles in Ordnung war, trat Viola nun endgültig einen Schritt zurück und löste die Hände aus sein Kleidung. Eine kaum greifbare Ruhe umgab sie, ohne ein Anzeichen, dass sie die Situation verschreckt hatte.
      Die junge Heilerin brauchte nur einen Moment um sich zu sammeln. Zum Durchatmen.
      Zurück blieb ein Summen unter ihrer Haut und der kaum zu bändigende Wunsch, wieder nach seiner Wärme zu greifen.
      "Sylvar erwähnte in meinem Beisein etwas, dass ich nicht ganz begreife." Viola räusperte sich und schluckte schwer.
      War das wirklich ihre Stimme?
      "Was sind die Sieben Schwerter?"

      [Kingdom of Flesh and Fire - Jennifer L. Armentrout]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Andvari

      Ihre Nähe war atemberaubend.
      Selbst für den Elfen, der vielerlei Schönheit aufgrund seiner Geburt zu sehen, riechen und schmecken bekommen hatte, erschien diese Nähe hier jedoch wie ein Traum. Für eine Sekunde wäre er beinahe nicht mehr von ihr zu trennen gewesen, oder vielmehr, hätte sich nicht trennen lassen. Udn wer wusste, was er ihr angetan hätte. Immer wieder vergaß Andvari, dass diese junge Frau von einem Elfen misshandelt und ihre Familie an diesen Elfen verloren hatte. Dass sie überhaupt in der Lage war, ihm so nahe zu sein, erforderte gewiss ungeheuren Mut und Kraft.
      Aber während sie ihn so ansah, so nah an seinem Gesicht, dass es nur einen Zentimeter eines Kopfnickens gebraucht hätte, um...Was denkst du da, du Narr? Sie ist gepeinigt und du denkst über Vergnügungen dieser Art nach während in deinem Rücken ein Krieg tobt?
      "Ich, nun...", begann er, als sie einen Schritt zurück tätigte. Er bedauerte diese plötzliche Distanz und hörte seinem inneren Biest zu, wie es nach "mehr" schrie. Aber es ging nicht. Es durfte nicht. Er durfte nicht...Oder doch?
      Diese zarte Röte auf ihren Wangen stand ihr so gut...Er hätte es ihr gern gesagt, aber fühlte sich ddamit zu aufdringlich. Nachher dachte sie noch, er war wie die anderen Elfen...War er das nicht auch? Er hatte auch Menschen getötet...
      "Also...Die Sieben Schwerter", räusperte er sich und versuchte, an ihr vorbei zum Schwert zu sehen. Aber wie ein Magnetismus, zogen sich seine Augen wieder zu ihren wunderschönen grünen Seen. "Die Sieben Schwerter sind eigentlich die sieben Anführer der damaligen Rebellion, die gestartet wurde, nachdem meine Familie getötet worden war. Ich berief sieben meiner treuesten Soldaten und Freunde ein und gemeinsam schmiedeten wir Pläne zur Rebellion gegen meinen Vater. Um den Willen es volkes durchzusetzen, die einen Lichtrufer auf dem Thron sehen wolltem. Das Problem war, dass unsere Pläne alsbald entdeckt wurden...Damals war es Sylvar, der die Pläne leichthin an meinen Vater gab und meine Truppen regelrecht von innen auflöste. Einer nach dem anderen wurde korrumpiert oder verbannt. Die Sieben Waffen, die wir bei uns trugen, wurden zerstört, eingesperrt oder versteckt und es war, als hätte es diese Rebellion niemals gegeben..."
      Anschließend trat er wieder an sie heran, um sie sacht an der Schulter zu drehen.
      Er wollte sie berühren. Er musste (!) sie berühren.
      "Dort vorne ist das Erste Schwert. Dandelost, die Herzensklinge. Das Schwert, dass von den Händen eines frischen Witwers mit dem Herzblut seiner ersten Liebe geschmiedet wurde. Ich begrub es damals hier, weil ich nicht dachte, jemals wieder den Mut zu finden, eine weitere Rebellion zu starten...Und heute stehe ich neben der Heilerin, die mich beinahe dazu gebracht hat."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • “Most of us can hide our greatest hurts and longings.
      It’s how we survive each day. We pretend the pain isn’t there,
      that we are made of scars instead of wounds.”


      Viola

      Das also bedeuteten die kryptischen Worte des Elfenmagiers.
      Mit ungeteilter Aufmerksamkeit lauschte Viola der Geschichte Andvaris. Wie vermutet hatte die Ermordnung seiner Familie größere Wellen geschlagen. Der Gedanke erfüllte ihr Herz noch immer mit einem stetigen grauen Schleier aus Trauer und Mitgefühl. Niemand hatte ein solches Schicksal verdient. Die Grausamkeit Faolans schien keine Grenzen zu kennen.
      Fragend blickte sie dem Elf in die Augen, als er davon berichtete, wie Sylvar das Vorhaben einer Rebellion scheinbar untergraben hatte.
      Also war Andvaris Halbbruder der Verräter in den eigenen Reihen gewesen.
      "Wenn er Euch damals an den König verraten hat, warum hilft er Euch jetzt? Aus schlechtem Gewissen?"
      Oder verfolgte der Erzmagier gar eigene Pläne, die keiner von ihnen erahnen konnte. Für eine Sekunde fragte sie sich, ob sie Sylvar zu leicht und zu schnell vertraut hatte. Aber was brachte das? Es war, wie es nun einmal war.
      Eine vorsichtige Berührung ihrer Schulter lockte sie wieder aus ihren eigenen Gedanken und sie folgte der sanften Führung ohne jeglichen Widerstand. Ihr Blick ruhte allsbald auf dem mystischen Schwert eingeschlossen in seinem steinigen Gefängnis.
      Ein passendes Schwert für Andvari, dachhte sie still bei sich. Die junge Frau schmunzelte versonnen.
      "Glaubt mir, vor ein paar Wochen hätte ich mir nicht träumen lassen, mich jemals an einem solchen Ort wiederzufinden. Es war wir recht den Rest meines Lebens im Dienste der Rose zu verbringen. Ich hatte meinen Frieden damit gemacht, an der Seitenlinie im Schatten zu bleiben und mich über das Glück der Menschen zu freuen, die mir nahe stehen. Es wäre einfach gewesen, sicherer, aber einsam."
      Viola lehnte sich leicht in die Hand an ihrer Schulter.
      "Würdet Ihr das wollen? König werden, meine ich." Fragte sie leise in die frühlingshafte Brise, die ihr ein paar rebellische Locken roten Haares in die Stirn wehte. Es war das Recht seines Blutes zu herrschen. Andvari könnte der König werden. Und Viola war nur ein Bauernmädchen ohne ein Quäntchen adligen Blutes in den Adern. Und sterblich. Sie würde alt und grau werden, bevor der Zahn der Zeit überhaupt an den Elf heranreichte.

      [King of Scars - Leigh Bardugo]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Andvari

      Er genoß das federleichte Gewicht in seiner Hand und seufzte, ohne die Hände von ihren Schulern zu nehmen und sie der wärmenden Nähe zu berauben, die sie ihnen brachte.
      "Sylvar hat damals eine falsche Wahl getroffen", bestätigte Andvari. "Aber so wie sich das Gestirn für das bloße Auge täglich ändert, sind auch Elfen stetig im Wandel. Und Sylvar hat seinerzeit den falschen Weg beschritten, um das vermeindlich beste zu tun. Was soll ich sagen. Als er sah, was Faolan getan hatte, sagte er sich von seinen Brüdern los und wurde das verlorene, Achte Schwert. Er lebte in den Schatten des Palastes für viele Jahre direkt in seines Bruders Nähe. Ehe er mich vor einigen Monate erneut kontaktierte."
      Der Tag, an dem beschlossen wurde, der Königin das Leben zu nehmen...
      Er brachte sein Gesicht nahe an ihr und flüsterte:
      "Ihr seid zu wertvoll und mächtig für ein Leben im Schatten. Ihr gehört in das Licht des Tages, wo man Euch sieht...Eine Rose versteckt man nicht in einem Garten."
      Er löste sich von ihr und auch seine Hände von ihren schmalen Schultern. Zum einen, um an ihre Seite zu treten und das Schwert zu betrachten und gleichsam, um sie ansehen zu können. Und letzteres tat er mit einem breiten, auslandenden Lächelnd während er sich durch die Haare fuhr und über das stoppelige Kinn. Es war Zeit für eine Rasur nicht wahr?
      Die Tätowierungen schimmerten durch das dünne Wams und wirkten einen Moment wie Schlangen, die sich unter der Haut wanden. Er atmete tief durch und zuckte sodann die Achseln.
      "Ich weiß es nicht", murmelte er. "Eigentlich bin ich kein König. Ich habe nichts von einem Dichter, noch einem Denker in mir. Ich kann ein Schwert führen und einen Hammer. Und das war es. Und ich kann Euch ein Haus aus einem Stück Baum bauen. Aber für mehr tauge ich nicht. Ich würde diese Rebellion zu Ehren meiner Familie führen, aber ich denke nicht, dass ich schlussendlich auf dem Thron sitzen würde..."
      Schließlich gab es noch eine Frgae, die er ihr stellen wollte, ehe die Welt sie einholte. Aber wie sollte er nur...
      "Was habt Ihr vor, nachdem das alles vorbei ist?", fragte er. "Immerhin habe ich Euch Eurer Freunde und Eures Lebens beraubt..."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell

    • “There will always be those who want to tell you who you
      are based on your name or the blood in your veins.
      Do not let other people decide who you are. Decide for yourself.”


      Viola

      Seufzend verschränkte Viola die Arme und ließ ihren Blick über den kristallklaren See schweifen.
      "Syvlar war stets freundlich zur mir. Zeitweise vielleicht ein wenig gewöhnungsbedürftig." Sie grinste schief. "Ich vergesse manchmal, dass jeder von uns seine eigene Geschichte hat. Er hat mir nie einen Grund gegeben ihm nicht zu vertrauen. Ohne..."
      Die Kehle war plötzlich staubtrocken und die nächste Silbe erstarb auf ihren Lippen. Vertraut streifte warmer Atem ihre Wange und doch verdunkelte sich der rosige Schimmer auf ihrer Haut um ein paar Nuancen. Das zarte Rosa glich nun tatsächlich einem satten Rot. Viola hätte es vermutlich eher mit einer Tomate verglichen. Wie konnte er soetwas sagen und dann so ruhig und seelig neben ihr stehen?
      Niemand hatte der jungen Heilerin je ein Kompliment gemacht. Mit Müh und Not widerstand sie dem Drang ihrer zuckenden Finger die Narben in ihrem Gesicht zu berühren. Vielleicht hatte Sylvar recht und Andvari sah wirklich mehr, als selbst sie vermochte.
      Lächelnd schüttelte Viola den Kopf.
      "Manchmal wünschte ich mir, mich selbst durch Eure Augen sehen können. Eigentlich verstehe ich immer noch nicht, was Euch dazu bewogen mich nicht einfach zurückzulassen." Murmelte sie nur, ehe sie aus dem Augenwinkel zu ihm aufsah. Die grünen Iren verfolgten die verschlungenen, schwarzen Linien bis hinauf zu seinem Hals.
      Der Elf konnte durchaus einschüchtern sein, wenn er den richtigen Anreiz dazu hatte. Sie hatte es selbst erlebt. Aber seit Lysanthirs Männer sie gefangenen genommen hatte, war etwas anders. Wer hätte sich getraut zu prophezeien, dass sie beide sich hier wiederfinden würden und darüber sprachen, was sein könnte?
      Bedächtig lauschte sie seinen Worte und seufzte erneut, dieses Mal schwerer als zuvor. Gedankenverloren betrachtete sie erst das Schwert in seinem Stein, ehe sie erneut in den himmelblauen Horizont sah.
      "Um ehrlich zu sein, es fühlt sich nicht an, als hättet ihr etwas gestohlen. Ich erinnere mich daran, wer ich war, aber ich weiß nicht mehr, wer ich sein werde, wenn das hier vorbei ist. Mein altes Leben scheint so unendlich weit weg, seit ich auf dieses Pferd gestiegen bin. Ich glaube nicht, dass ich einfach zurück gehen könnte, um weiterzumachen wie bisher. Ich habe mir nie viel erhofft, aber jetzt glaube ich, das mein Leben mehr sein kann als das. Ich kann mehr sein, als nur ein Schatten."
      Leicht legte sie den Kopf schief und sah Andvari in die bernsteinfarbenen Augen.
      "Nein, ich kann euch leider nicht sagen, was danach kommt. Aber ich weiß, wer ich jetzt bin. Und ich denke, das ist genug für den Augenblick."

      [The Mortal Instruments - Cassandra Claire]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Andvari

      Eine Weile lang sah er einfach nur verstohlen zu ihr hinüber und versuchte zu verstehen, von was sie gerade sprach. Nicht,d ass sie die Sprache gewechselt hätte, aber irgendetwas fesselte seine Aufmerksamkeit anderwertig. Er verschränkte die Arme vor der Brust, da sein Puls langsam zu steigen begann, obgleich er sich nicht anstrengte. Diese Röte um die Nase stand ihr so gut, dass er es beinahe als Herausforderung sehen konnte, sie nochmals und stärker hervorzurufen. Doch würde sich dies mehr als Quälerei gestalten.
      "Würde Ihr Euch mit meinen Augen sehen", begann er und schalt sich in der nächsten Sekunde einen Narren. "...so würdet Ihr eine schöne Frau erkennen, die ihr Potenzial nicht einmal halb ausgereizt hat. Die in sich ruht und gleichsam undurchschaubar wie ein Sturm ist. Die Frieden in den einfachsten Dingen findet und gleichsam das große Ganze sucht. Ihr seid ein Rätsel und gleichsam so einfach wie ein Sommerregen an einem heißen Tag. Erfrischend und..."
      Wunderschön, fügte er in Gedanken dazu, ehe er sich kurz zur Seite drehte,da ein Grashalb offenbar sehr interessant erschien. Was bei allen Teufeln ritt ihn in letzter Zeit?? Verhexte ihn Jemand?
      Er schüttelte den Kopf und warf das Haar zurück und blickte erneut zu dem Schwert, während er Viola zuhörte.
      "Ich verstehe Eure Gefühle", bekannte er. "Ich habe mich lange auch so gefühlt. Ud cih freue mich, dass Ihr hier seid. Und wenn ich ehrlich bin, weiß ich selbst nicht, weshalb ich Euch mitnahm. Nicht, dass ich es bereue, aber etwas in mir sagte mir, ich solle es tun. und ich tat es. Euer altes Leben ist nicht fern...Es ist dort. Dort draußen. Und mit sicherheit werdet Ihr das alles eines Tages wiedersehen. Ich verspreche es Euch, wenn Ihr es wollt..."
      Er sah sie kurz danach wieder direkt an und schluckte.
      "Ihr habt Recht...Das ist genug..."
      Nickend wanderte der Elf zu dem Schwert und atmete tief durch, ehe er danach griff. Mit einem Knirschen und Knarren schoben sich die Steinfinger beiseite und gaben die Schneide frei, die federleicht in seiner Hand lag und schimmerte. Ein altes, vertrautes Gefühl ging durch seine Adern und lächelnd hob er es aus dem nassen Grab.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • “And now here is my secret, a very simple secret:
      It is only with the heart that one can see rightly;
      what is essential is invisible to the eye.”


      Viola

      Ein Lächeln, strahlend wie das erste Licht eines beginnenden Tages, ließ das unendliche Grün ihrer Augen schimmern wie frische Blätter im Morgenlicht. Vielleicht ahnte Andvari nicht, wie viel ihr die Worte bedeuteten, obwohl ihre mutige Ansprache am frühen Morgen wohl einiges erklärte. Aber sicherlich nicht alles. Ihre Gedanken kreisten um das Gefühl vergraben in ihrem Herzen, dass sich langsam und stetig neu zusammen setzte. Sie wusste nicht, wohin sie ihr Weg führen würde, vielleicht, wenn sie Glück hatte, würde der Elf den Weg eine kostbare Zeit lang mit ihr gemeinsam beschreiten. Viola war sich der Tatsache bewusst, dass jeder von ihnen eigene Dämonen auf der Schulter trug. Aber ihre Zeit war kurz im Vergleich zu seiner und sie fürchtete sich davor, was passieren könnte, wenn der Kampf sie einholte. Aber gab es nicht mehr zu gewinnen, als zu verlieren?
      "Mir ging es ähnlich. In Milan. Nach allem, was ich dort sah. Das Blut, den Tod...Der grausige Anblick, der mich hätte zutiefst erschrecken müssen. Aber..." In einen Anflug von Sorge und Angst, hatte sie es bereits Sylvar mit offenem Herzen erklärt. "...seit dem Augenblick, als ihr mir Eure Hand angeboten habt, wusste ich, dass ich Euch folgen würde. Da war etwas..." Viola legte ihre Hand auf ihre Herz, dass so schnell Schlug wie die Flügel eines jungen Vogels. "...Ich weiß nicht was es war, aber ich tat es aus freien Stücken. Und ich werde Euch begleiten, wenn ihr mich lasst. Ich traf die Entscheidung Euch nicht in der Zelle Faolans Grausamkeiten zu überlassen. Es war mein Wahl, die uns hier her geführt hat. Und ich würde es wieder tun."
      Viola wandte sich ihm nun direkt zu, während sein Blick auf dem Schwert, das noch in kaltem, nassen Stein ruhte, ehe er es befreite.
      "Wohl oder Übel werdet ihr es noch eine Weile mit mir aushalten müssen, Andvari."
      Mit einer für sie unvertrauten Zuversicht nicht die Heilerin, als würde sie ihre Entschlossenheit unterstreichen wollen und entfernte sich schließlich ein wenig, um ihr halbfertiges Werk eines Blumenkranzes vom Boden aufzuheben und zu allen anderen Sachen in den Korb zu legen. Sie hatte es nicht vergessen, auch wenn es ihr von Sekunde zu Sekunde schwerer fiel, sich von dem Elf mehr als nötig fort zu bewegen. Die Wärme, diese Geborgenheit. Sie wollte sie noch einmal spüren.
      Seufzend blickte sie in den Weidenkorb.
      "Ich...Ich muss noch ein paar Dinge vorbereiten." Ihr Blick hielt etwas, das Wehmut gleich kam.
      Bevor sie sich aber abwandte, führten ihre Schritte sie noch einmal zu Andvari, der die Herzensklinge ind kräftigen Händen hielt.
      "Trefft mich heute Abend hier wieder, wenn es dämmert. Ich laufe nicht weg, also fangt gar nicht erst an darüber zu grübeln, ob ihr etwas getan habt, dass mir Angst. Aber ich brauche ein bisschen Zeit."
      Nur noch einmal, dachte sie sich und legte ihre Hand auf seinem Arm, sog die Wärme seiner Haut mit den Fingern auf.

      [The Little Prince - Antoine de Saint-Exupéry]
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
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    • Andvari

      Andvari blickte auf das Schwert, während sie sprach, um sich nicht in ihren grünen Augen zu verlieren. Es war schwer, sie anzusehen ohne gleich niederen Gelüsten zu verfallen, obgleich er sie nicht haben sollte. Er war ein Elf, sie ein Mensch. Ihr Leben war ein Wimpernschlag, wohingehend er vermutlich drei- oder viermal so lange leben würde. Andvari war sich nicht sicher, ob sein Herz es ertrug, erneut zu verlieren...
      Er hielt die Klinge in seiner Hand und seufzte. Er hatte ihr nicht die Wahrheit über das Schwert sagen können...Nicht, weil er sich nicht raute, sondern vielmehr weil er sie nicht in diesen Kampf stürzen wollte...
      Dennoch war ihre Ansprache schön und ein rötlicher Schimmer erschien auf seinen Wangen, als er feststellte, dass ihre Gefühle ähnlich und nicht mehr nur eine Illusion seinerseits war.
      "Ich werde mich auf die Zeit mich Euch freuen", murmelte er kaum verständlich und blickte anschließend schmunzelnd zu, ehe er sie sich ihrem Weidenkorb zuwandte und er in einer reflexartigen Bewegung hinterher sah, als sie sich danach bückte und ihn mit diesem wehmütigen Blick ansah, der ihm einen Schauer über den Rücken jagte. Was hatte sie wohl mit diesem Korb zu schaffen? Würde es schmerzen? Sie schmerzen?
      Und wieso hatte er das Gefühl, dass er auf alles losgehen würde, was ihr Schmerzen bereitete?
      Kopfschüttelnd grinste er sie an, als sie sich abwandte und seinen Arm nochmals berührte.
      "Tut das. Und passt auf Euch auf!", rief er ihr noch nach und wandte sich wieder dem See und dem Schwert zu.
      Es dauerte eine Weile, bis er ganz sicher war, dass sie nicht mehr dort war und schließlich entließ er ein Seufzen in die Welt und blickte in den Himmel, der sich bereits dem Nachmittag gegenschickte. War es bereits so spät?
      Aus dem Schatten eines Baumes bog sich ein Ast heraus und ein Gesicht erschien im Raum, ehe sich der schlanke Körper des Erzmagiers aus dem Schatten schälte.
      Sylvar sah mitgenommen aus. Das Ornament auf seiner Stirn wirkte stumpf und nicht mehr an Ort und Stelle und sein Haar war wirr.
      Eine klaffende Wunde riss sich über sein Gesicht un er stützte sich auf seinen Stab.
      "Ihr seid euch näher gekommen...", murmelte er und grinste.
      "Halt den Rand", lachte Andvari und blictke ihn sorgenvoll an. "Siehst schrecklich aus. Was ist geschehen?"
      "Faolan hat die Truppen zur Suche mobilisiert. Und Lysanthir, der Halbtroll, versucht immer noch Vaters Gunst zu erschleichen. Habe drei Schwerter ausfindig machen können, aber wir werden reisen müssen. Und in ein Gefängnis einbrechen müssen."
      Andvari seufzte und ließ den Kopf hängen.
      Sylvar jedoch blickte auf die Klinge in seinen Händen und lächelte warmherzig, als er näher kam-
      "Du hast es geborgen", murmelte er und ließ sich neben Andvari auf einem Stein nieder. Während er den Stock neben sich aufstellte, sah er ihn an. "Hast du es ihr gesagt?"
      "Was?"
      "Naja..:Dass du das Schwert nicht führen kannst..:"
      "Nein", sagte Andvari und blickte zum See. "Konnte es nicht."
      "Feigling."
      "Hurenbock."
      "Knittergesicht."
      "Du siehst älter aus", sagte Andvari und beide begannen leicht zu grinsen.
      "Du musst es ihr sagen", beharrte Sylvar und sah das Schwert an. "Es wurde geschmiedet, um von einer Hand geführt zu werden, die ein gebrochenes HErz liebt. Also ich befürchte, wenn du es ihr nicht sagen willst..."
      "Es würde aussehen, als habe ich sie benutzt!", ziwschte er. "Und eher erhänge ich mich im See."
      "Physikalisch unmöglich", kommentierte Sylvar.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell