[2er RPG] The Lesser Evil [Winterhauch & NicolasDarkwood]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • "The longer I was with him, the more likely I would forget
      about all the blood that was on his hands."


      Viola

      Ohne wirklich etwas dagegen tun zu können, entkam auch ihr ein schüchternes Lachen. Ja, ihr Leben hing tatsächlich an einem seidenen Faden. Und allein dieses Gespräch über eine Tasse Kräutertee zu führen, grenzte an absstruser Komik.
      Fragend sah sie den Magier an, als er zögerte.
      Sylvar machte nicht den Eindruck eines Mannes, der schnell um Worte verlegen war und so war sie umso mehr erstaunt, als er nach den richtigen Worten zu suchen schien. Die Wahrheit hätte sie sich in ihren dunkelsten Träumen nicht ausmalen können.
      Vor Schreck wäre Viola beinahe die filigrane Porzellantasste aus den Händen gefallen. Etwas von dem heißen Tee tropfte über ihre Finger und auf den grünen Stoff ihres Kleides. Vielleicht hatte sie mit Vielem gerechnet, aber nicht mit der grausamen Wahrheit. Ein leiser Fluch entglitt ihr, als die heiße Flüssigkeit ihre Haut benetzte. Mit zitternden Fingern stellte sie das kostbare Porzellan auf dem Tisch ab und nahm einen tiefen Atemzug. Ihre Reaktion war ihr fast schon unangenehm.
      "Verzeiht...das war..." Sie wischte sich die Finger sehr undamenhaft an ihrem Rock ab und verschränkte die Hände klammernd in ihrem Schoß.
      Viola warf einen vorsichtigen Blick zu ihrem Gegenüber und die schwere Traurigkeit in seinem Blick, schnürte ihr die Kehle zu.
      "Ich verstehe nicht...Und trotzdem wollt ihr Eurem Bruder helfen?"
      Nicht, dass es ihr anders lieber gewesen wäre, aber es gab ihr dennoch Rästel auf. Sie schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter
      "Aber warum sollte er so etwas tun?" Der Schock stand ihr Gesicht geschrieben.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Winterhauch ()

    • Sylvar

      Der Elf nickte und hob die Hände.
      "Nicht doch, kein Grund, sich zu entschuldigen", sagte er und schenkte ihr bedächtig nach. Sein Blick glitt hierbei immer wieder in die Ferne und in ein nachsichtiges, weiches Lächeln, das das Gesicht des Elfen so unendlich weise erschienen ließ.
      Und doch, in diesem Lächeln lag etwas Bubenhaftes, beinahe Lausbübisches, das er nicht verbergen konnte und das ihnen allen gemein war. Selbst Andvari hatte diese Seite, aber niemand mochte das so recht sehen.
      "Ich weiß selbst nicht, warum ich es Euch erzähle", murmelte er und lehnte sich zurück. "Vielleicht weil ich Euren Blick sah, als sie Andvari abführten...Sagt mir: Was ist er für Euch? Er sollte ein Feind sein, ein Kerkermeister, ein Schuft, ein grausamer Elf...Weshalb sah ich in Eurem Blick einen Schmerz, der mir selbst Schmerzen bereitete?"
      Der Erzmagier atmete durch und trank etwas von seinem Tee, ehe er die Tasse in einem Ruck leerte.
      "Ich möchte ihm helfen", sagte er. "Meine Mutter...Meine Mutter war krank. Sehr krank sogar. Jeden Morgen, wenn es wieder ein schlimmer Tag war, bat sie uns, sie doch zu erlösen. Sie griff sich an die Brust und den Kopf und flehte uns an, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch mein Vater verbot es. Und keiner von uns hatte den Mut."
      Er blickte zur Seite und Trauer hüllte sein Gesicht ein.
      "Doch an einem Tag, da fragte sie Andvari, den sie nicht als ihresgleichen betrachtete. Er war für meine Familie mehr ein lästiges Anhängsel. Doch sein Herz war gut und rein und weicher als das von uns allen. Er kam ihrer Bitte in seiner Unwissenheit über Vaters Verbot nach, weil er es nicht ertragen konnte, sie leiden zu sehen. Als rammte er ihr sein Schwert ins Herz und wurde just in dem Moment von Lysanthir erwischt... Niemand glaubte ihm, dass sie ihn darum bat... Und er sprach nicht mehr darüber."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • “When you love someone, you don't have a choice.
      Love takes your choices away."


      Viola

      Die Heilerin löste die verkrampften Finger aus ihren Röcken und griff nach dem frisch eingeschenkten Tee, weniger weil sie durstig war, sondern schlicht um etwas zu tun zu haben. Weshalb sie auch nur hinab in die Tasse starrte und keinen einzigen Schluck nahm. Das warme Porzellan wärmte ihre kühlen Hände. Das Lächeln war ihrem Blick nicht entgangen. Trotz aller Weiheit, die in den alt wirkenden Augen lag, ließ dieses Lächeln vermuten, dass ihm der Schalk im Nacken saß. Etwas Ähnliches hatte sie schon einmal gesehen oder eher gehört. Es schien ihre eine Ewigkeit her, dass Andavari in ihren Gegenwart gelacht hatte. Der Elf hatte um Jahre jünger gewirkt, freier.
      "Das war er. Das ist er vielleicht immer noch. Mein Feind. Ich kann nur für mich allein sprechen." Die Worte lagen schwer und klebrig auf ihrer Zunge und sie zwang sich Silbe für Silbe weiter zusprechen.
      "Am Anfang hat er mir Angst gemacht. Andvari verkörperte alles was ich zu fürchten gelernt hatte. Und dann hat er die Dreistigkeit besessen nett zu mir zu sein. Ich habe das erste Mal seit Jahren mit jemandem darüber gesprochen, was mir geschehen ist. Der Mord meiner Eltern, die Gewalt, die man mir antat."
      Viola seufzte. "Und dennoch, ich habe es jeden Tag weniger ertragen können, wie meine Leute ihn behandelt haben. Ich bin keine Närrin, Herr Sylvar, mir ist bewusst, dass Andvari freundlich zu mir war, weil ich einen Ausweg darstellte." Der Griff um die Tasse wurde ein wenig fester. "Ich habe Andvari und den anderen geholfen zu fliehen, weil es das Richtige war. Und als die Chance kam zu meinem Volk zurückzukehren, bin ich freiwillig zu ihm aufs Pferd gestiegen. Weil ich es wollte. Weil ich dummes Ding tief meinem Herzen wusste, dass ich ihm überall in folgen würde, seit er in Milan nach meiner Hand gegriffen hat."
      Viola sah von ihrer Tasse auf, der Blick offen und ehrlich.
      "Für mich ist Andvari kein Prinz, kein Thronerbe, kein Krieger. Alles was ich sehe, ist ein Mann der loyal ist. Mutig und bereit sein Leben und seine Freiheit für seine Gefährten zu opfern. Einen Mann der ohne Zögern seine Waffe zog, als Lysanthirs Männer mir eine Klinge an die Kehle legten, um mich anschließend im Dreck zu verscharren. Eine Feindin, einen wertlosen Menschen. Und ich bin naiv und einfältig genug zu hoffen, dass es etwas bedeutet."
      Die Heilerin stellte den Tee ab und griff ohne Zögern über den Tisch hinweg, nach der Hand des Elfen. Konvention und Umgangsformen hin oder her. Beide trauerten. Sylvar um jemanden, den er verloren hatte. Viola um den Funken einer Zukunft, die sie nie haben würde.
      "Es tut mir leid." Sie blickte ihn unerverwandt aus den sanften Augen einer Heilerin an. "Um euren Verlust, um den Schmerz, den ihr mit Euch tragt. Es tut mir leid, um Andvari, der diese Bürde auf sich genommen hat, um das Leid zu beenden. Nicht nur das eurer Mutter, der Königin, auch das aller anderen, die jeden Tag dazu verdammt waren dabei zu zusehen." Ihre kühlen Finger drückte seine tröstlich, so hoffte sie zumindest.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Sylvar.

      Der Erzmagier seufzte schwer und legte seine Hand auf die Hand der Heilerin. Kurz erwiderte er den Druck der Finger und neigte dann wieder die Teetasse, die er zuvor in einer raschen Bewegung füllte, wieder an den Mund. Sylvar war es nicht gewohnt, körpelrichen Kontakt herzustellen. Auch wenn man ihn für einen Frauenhelden hielt, so hielt sich deren Kontakt zumeist im platonischen Stile auf.
      "Ich danke Euch", sagte er. "Andvari war vieles während unserer Jugend, aber niemals grausam. Deswegen glaube ich auch bis heute nicht wirklich, dass er Euch jemals als Feindin oder bloßen Ausweg ansehen mochte. Ich habe keine Ahnung, was in diesen Lagern vorgefallen ist, aber es hatte einen Grund, dass er Euch mitnahm. Vielleicht war es sein Herz, seine Nachsicht oder aber er sah etwas in Euch, dass wir alle nicht sehen wollen oder können."
      Langsam und behäbig erhob sich der Elf aus dem Stuhl und lächelte erneut.
      "Kommt", sagte er und wies auf einen Eingang jenseits des Innenhofs. "Ihr müsst Euch scheußlich fühlen. Ich habe ein Bad bereiten lassen, ehe ich aufbrach. Es sei das Eure."
      Er ging voraus durch den Garten und steuerte das kleine Gebäudeteil an der Kopfseite an.
      "Ihr seid mitnichten wertlos, meine Liebe. Ich habe über die Jahrhunderte eines gelernt: Ich vertraue Andvari mehr als meinem eigenen Blut. Er ließ mich nie im Stich und verurteilte mich nicht, als ich die Magie studieren wollte. Er bot mir Heil und Schutz, als mich mein Weib verließ. Und dass er Euch mit verteidigt, zeigt mir, dass er in Euch mehr sehen muss als einen ... wie nanntet Ihr es?...Bloßen Menschen. Sicherlich ist unser Volk nicht perfekt und dieser Krieg nur in Teilen gerecht, aber es gibt einen Grund hierfür und auch einen Grund, weshalb Andvari einen Hass auf Menschen hegte. Aber das - meine Liebe - ist eine GEschichte, die er Euch selbst erzählen muss. Wer weiß - vielleicht bei einem Essen in trauter Zweisamkeit?"
      Ein Feixen wie dieses konnte er sich nicht verbergen und musste schmunzeln, während sie weiter gingen.

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Zustimmend nickte die Heilerin und stellte die mittlerweile leere Teetasse auf den Tisch zurück.
      "Lhoris schrieb es der Blutschuld zu. Seine Ehre würde es ihm verbieten, mein Leben zu gefährden, weil ich seines gerettet habe.
      Nicht mehr, nicht weniger."
      Der Kies knirschte unter den Stuhlbeinen, als sie diesen leicht zurück schob und Viola flogte Sylvar durch den bezaubernden Garten.
      Ein Bad klang tatsächlich verlockend und sie sollte wachsamer sein, aber je länger sie sich hier befand, desto mehr spürte sie die Erschöpfung bis tief in die Knochen. Mit ein paar eiligen Schritten holte Viola zu dem Elfenmagier auf, nachdem sie noch einmal einen wunderlichen Blick auf den servierten Tee warf. Magie, daran würde sie sich wohl nie gewöhnen.
      Eine Weile folgte die Heilerin schweigend Sylvar durch den blühenden Garten, lauschte dem leises Rascheln von Gras und Blättern.
      Und den Worten des Magiers.
      "Ich verstehe." Sprach sie leise. Es gab immer einen Grund. Jede hatte seine eigene Geschichte und im Vergleich zu Andvari, war ihr Leben vermutlich lächerlich kurz. Und dennoch, es wirkte wie Balsam, das Sylvar freundlich zu ihr war. Seine Worte gaben ihr ein wenig mehr Selbstvertrauen. Sie kannte ihren Wert als Heilerin, wusste um die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit, aber darüber hinaus zu hören, das das eigene Leben eine Bedeutung hatte, stärkte Viola.
      Bei den amüsierten Worten des Magiers, unterdrückte sie nur schwer den Impuls einen empörten Laut von sich zu geben. Stattdessen schlich sich erneut eine leichte Röte auf ihre Wangen. Wäre sie doch bloß nicht so offenherzig gewesen. Sie wurde das dumme Gefühl nicht los, dass Sylvar es auskosten würde, sie bei mehreren Gelegenheit damit aufzuziehen.
      Und dann erinnerte sich die Heilerin an etwas.
      Bevor sie sich davon abhalten konnte, waren die Worte schon entflohen.
      "Sylvar? Wer ist Feanoré?" Nachdenklich schaute sie ihn an.
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    • Sylvar

      Sylvar begann zu kichern, während sie der Tür am Kopfe des Gartens näher kamen.
      "Ja, Lhoris...Lhoris schrieb es eine Blutschuld zu, aber letztlich glaube ich daran nur bedingt. Sicherlich verbietet es der Ehrenkodex eines Soldaten, ein wehrloses Leben zu nehmen und ein geschuldetes zu nehmen. Aber es heißt nur, es zu verschonen. Nicht mehrfach zu retten."
      Die letzten Worte sagte er wieder mit einem Lächeln, das älter als die Zeit schien. Sie erreichten die schwere Tür am Ende des Gartens und unter nicht unerheblicher Anstrengung wurde diese von zwei Dienern, die abseits der Tür standen geöffnet. Schwer kratzte das masive Holz über die Türzarge und knirschte im Kies des Gartens, als sie nach außen geschwungen wurde.
      Darin befand sich eine Art Badehaus. Weißer Stein hüllte auch hier die Wände ein und ließ aufgrund der Politur, die man auftrug den Anschein unendlich vieler Spiegel erscheinen. Zunächst gab es eine Art Vorraum, der zur rituellen Waschung vorgesehen war. Eimer standen bereit und Schemel, die widrigerweise der Feuchtigkeit trotzten.
      Sylvar sah sie an.
      "Bei meinem Volk ist es Sitte, niemals ungewaschen in Badewasser zu steigen. Stuss, wenn Ihr mich fragt, aber so ist es nun einmal. Ich bitte Euch also, Euch einer Waschung zu unterziehen und erst anschließend in das Bad dorthinter zu gehen."
      Er wies auf die Barriere, die hüfthoch errichtet wurden war. Dort konnten Kleidung und allerlei Habseligkeiten gesammelt werden, ehe man das eigentliche Bad, einen großen Säulenhof unter dem Himmel mit einem eingelassenen Wasserbauch, betreten konnte. Leichte Treppenabstiege führten in das offenbar temperierte Wasser, denn leichter Dampf stieg daraus auf.
      "Habt keine Furcht, meine Liebe. Niemand wird Euch hier ein Leid antun", sagte er und wollte sie bereits verlassen, da sie eine Frage stellte, die ihn erbleichen ließ.
      "Feanoré...", murmelte er. "Oh, meine Liebe. Es ist ein Kapitel des Lebens meines Bruders, welches grausamer und kälter nicht sein könnte...Feanoré, bei den Bäumen, ich habe diesen Namen Jahrhunderte nicht mehr ausgesprochen, war eine Elfin, die Andvari zu ehelichen gedachte. Jedoch ist sie nicht mehr hier..."
      Er machte nicht den Eindruck, als wollte er weiter darüber sprechen und wies erneut auf das Bad.
      "Labt Euch daran. Kommt zu mir, wenn Ihr fertig seid."

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      The more you drag me to hell
    • Viola

      Obwohl Viola am liebsten ihre unbedachten Worte zurück genommen hätte, ließen sie sich nicht einfach zurücknehmen.
      Da hatte sie wohl einen äußerst wunden Punkt getroffen und sie hatte das beklemmende Gefühl, dass diese Geschichte nicht für ihre Ohren gedacht war. Vor allem aber, hätte es Andvaris Entscheidung sein sollen. Beschämt senkte Viola den Blick und zupfte in einer nervösen Geste an den Ärmeln ihres Kleides.
      "Verzeiht..." Die Heilerin wurde das dumme Gefühl nicht los, dass sie sich noch häufiger für ihre Taktlosigkeit entschuldigen würde. Für heute hatte sie genug in alten Wunden gegraben. Bitter verzog sie die Miene, als Sylvar sie allein ließ. Sie hatte auf seine Worte hin nichts mehr erwidert. Das Gespräch hatte mehr Fragen aufgeworfen, als es beantwortet hatte.
      Als die Türflügel knarrend zufielen, blickte Viola das erste Mal wirklich sehend in die fremden Räumlichkeiten. Ihre Hände berührten den glatten, reflektierenden Stein. Selbst dieser gab eine leichte Wärme ab. Aus Gewohnheit sah sie sich noch einmal um, ehe sie langsam begann, das Kleid von ihrem Körper zu streifen. Die Stiefel stellte sie sorgsam bei Seite und achtete darauf, dass der Dolch darin nicht zum Vorschein kam. Mit gewohnten Griffen löste sie die Stoffbahnen, die um ihre Brust geschlungen waren und legte diese zu dem grünen Kleid. Alles mit Sorgfalt und gerade aufgehängt. Das rote Haar band sie zu einem unordentlichen Knoten im Nacken zusammen.
      Die Heilerin würde die Gebräuche akzeptieren. Es wäre respektlos gegen diese zu verstoßen, auch wenn sie scheinbar niemand hier beobachtete.
      Viola ließ sich Zeit und wusch sie den Staub von der Straße von der blassen Haut. In willkürlichen Mustern verteilten sich Sommersprossen über ihre schmalen Schultern. Erst als sie sicher war, dass nicht einmal mehr zwischen ihren Zehen Sand zu finden war, stand sie auf und betrat das durchaus beeindruckende Becken. Die Temperatur war genau richtig und sie konnte nicht anders als sich mit einem erleichterten Seufzen in Wasser gleiten zu lassen. Das warme Wasser war eine Wohltat für ihre strapazierten Muskeln.
      Wie lange sie dort ihre Zeit verbrachte, konnte sie am Ende nichtmehr sagen. Aber bevor sie noch Schwimmhäute zwischen den Fingern bekam, zwang sie sich das wundervolle Bad zuverlassen und griff nach einem weichen Tuch, um sich abzutrocknen. Die rote Mähne war ebenfalls vom Schmutz der Reise befreit und als sie ihre Spiegelung erblickte, erkannte sie sich beinahe nicht wieder.
      Eines hatte Sylvar ihr alledings nicht verraten. Wo sie ihn finden sollte.
      Zögernd klopfte sie an die schwere Tür, nachdem sie wieder angezogen war, und blickte ein wenig verloren die zwei Diener an.

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    • Sylvar und die Elfen-Connection

      Für einen Mometn lang blickten die Diener die Tür an und zuckten mit den Achseln.
      Der Meister hatte die Angewohnheit, öfter mal ins Nichts zu verschwinden und erst Tage später wieder aus dem Dunkel aufzutauchen. Und doch wartete man meist am besten schlicht auf seine Rückkehr.
      Schließlich und schlussendlich, wissend ob des Klopfens, beschlossen sie, der Herauswollenden den Wunsch zu erfüllen und öffneten unter nicht unerheblicher Anstrengung erneut die schwere Holztür, die geräuschvoll über den Boden knarzte.
      Heiße Badeluft strömte heraus und erfüllte den Garten mit dem schweren Geruch von Badekräutern,die man in das Wasser geworfen hatte. Es roch gut, aber irgendwie auch ein wenig verbraucht, während sich der Dampf in der lauen Luft des Nachmittags auflöste und in die Unendlichkeit entfloh.
      Für einen Moment schien die Luft hinter den Dienern zu flirren und kundig ob der Ereignisse gingen sie beiseite. Aus dem Nichts der bisherigen Luft und Atmosphäre heraus schien sich eine sich entfaltende Dimension heraus zu bilden. Augenscheinlich schien sich die luft sternförmig zusammen zu ziehen und mit ihrem erneuten Ausdehnen entstieg der Erzmagier aus der sich daraus bildenden Raumspalte. Es sah so aus, als stiege er aus der Luft der Luft selbst und stützte sich weider mehr auf den Stab.
      "Meine Güte!", rief er aus, als er Viola sah. "Ein ganz neuer Mensch, nicht wahr! Ihr seid ein Augenschmaus, wenn ich das so dreist behaupten darf!"
      Sylvar lächelte und wischte sich den Schweiß von der Stirn, der dort stand.
      "Sagt: Habt ihr in Eurem Studium bereits einmal die Möglichkeit der Magie in Betracht gezogen? Werden diese bei Euch gelehrt?"

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    • Viola

      Verwirrt hob die Heilerin die Augenbrauen. Die beiden Diener schienen eher wenig Notiz von ihrer Anwesenheit zu nehmen, noch sich daran zu stören, dass ein Mensch sich in ihrer Mitte befand. Ein willkommende Abwechslung zu den den misstrauischen Blicken, die die junge Heilerin außerhalb der schützenden Mauern erfahren hatte.
      Mit zusammen gekniffenen Augen beobachtete Viola wie sich die Luft in ihrem Sichtfeld plötzlich veränderte. Energie ihr unbekannten Ursprungs sammelte sich an einer Stelle und ein Portal, ihr fehlte das richtige Wort dafür, öffnete sich aus dem Nichts. Sylvar trat selbstverständlich hinaus, als würde er den ganzen Tag nichts anderes tun. Viola schloss den Mund, der sich in überraschter Art und Weise geöffnet hatte.
      Verlegen durch die Worte, schob sie eine Haarsträhne hinter das Ohr zurück, die sich aus dem Knoten in ihrem Nacken gelöst hatte. Sie war es eindeutig nicht gewohnt dergleich Aufmerksamkeit zu bekommen, auch wenn der Elf es nur sagte um sie zu necken. Die schwere Stimmung hatte sich scheinbar ebenso aufgelöst. wie der magische Durchgang im Rücken des Magiers. Für einen winzigen Augenblick spürte sie noch das Knistern der Magie in der Luft, wie eine leichte statische Aufladung.
      Ihr Blick glitt kurz zu dem Stab, auf den er sich wieder mehr zu stützen schien als zuvor. Viola fragte sich still, ob die Nutzung der Magie, die Ursache dafür war. Dieses Mal behielt sie allerdings ihre neugierigen Fragen für sich.
      "Wollt ihr damit andeuten, ich wäre im Stande dazu Magie zu erlernen und anzuwenden?"
      Sie musste endlich aufhören ständig überrascht zu klingen.
      "Mein Volk nutzt keine Magie. Nicht das mir bekannt wäre. Ehrlich gesagt, war mir nicht bewusst, dass das überhaupt möglich ist."
      Viola trat zwischen den Dienern hervor und auf Sylvar zu. Aus der Nähe erkannte sie die Spuren von Schweiß auf seiner Stirn.
      "Erlaubt mir die Frage, aber ist alles in Ordnung?"
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    • Sylvar

      Der Elf begann zu lächeln und wies mit der Hand nach rechts.
      Dort befand sich ein schmaler Gang, der mit denselben weißen Kacheln wie das Bad gefließt war. Eine Art Spurstrecke, die man verfolgen mochte, um ins Allerheiligste zu gelangen. LAngsam begann er, in Richtung dieses Allerheiligste vorzudringen und das klackernde GEräusch des Stabes auf dem nackten Steinboden ergab mit der Zeit einen angenehmen Rhythmus, wähernd die Vögel ihnen leise zu zwitscherten.
      "Die Frage, ob alles in Ordnung ist, ist schwer zu beantworten, meine Liebe", begann der Elf mit ruhiger Stimme. "Es ist vielmehr so, dass die Nutzung der MAgie mit einem Preis einhergeht, müsst Ihr wissen. Nichts ist umsonst, nicht wahr? Für jeden Zauber den ich spreche und nutze, gebe ich etwas von mri selbst. Wir nennen es 'Aura'. Das Elixir unseres eigenen Lebens. Es ist in Allem und Jedem und entfaltet sich bei korrekter Benutzung schöner als jeder Lampenschirm. Doch seine Nutzung will wohl gelernt sein."
      Er blickte Viola letztlich während dem Gehen an.
      "Es stellt sich nicht die Frage, ob ihr im Stande wäret. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob ihr es euch vostellen könnt. Magie ist eine vielschichtige Art der Anwendung kosmischer Energie und nur schwer zu greifen. Das meiste jedoch fußt auf Fantasie und der Vorstellung, wie etwas sein könnte, wenn es durch diese kosmische Energie berührt würde."
      Er blieb kurz stehen und sah zum Garten zurück.
      "Nehmt diese Blume dort", sagte er und wies auf einen Abschnitt des Weges, an dessem Rande eine kleine, gelbe Blume wuchs und den Kopf tapfer in die Höhe reckte.
      "Könnt Ihr euch vorstellen, dass diese zu einem Stein wird?"

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    • Viola

      Viola wandte sich in die Richtung, in die Slyvar's Hand wies und warf einen neugierigen Blick den Gang entlang.
      Folgsam ging die Heilerin neben ihm her und lauschte seinen Worten mit ungedämpfter Neugierde. Es war nicht schwer, sich vorzustellen, dass Viola eine durchaus gelehrige Schülerin sein konnte, die Wissen in sich aufsog, wie die trockende Erde den erlösenden Regen. So unscheinbar, wie sie sich oft im Hintergund hielt, war ihr Geist wach und offen. Wie oft hatte sie Stunden und Tage damit verbracht, jegliches Buch von Intresse in der Bibliothek des Ordens zu verschlingen, die Nase dabei in den Seiten vergraben.
      "Besteht da nicht zwangsläufig die Gefahr zu viel von sich, der eigenen Energie zu geben?" Sprach sie bedächtig und blickte Sylvar von der Seite an, während sie einen Fuß vor den anderen setzte. Sie erinnerte sich an Lhoris, den angestrengend Ausdruck auf seinem Gesicht, als er das Feuer beschworen hatte.
      Viola hielt ebenfalls inne und drehte sich auf dem Absaz um. Zwischen ein paar saftig, grünen Gräsern erblickte sie tatsächlich ein Blume. Die filigranen Blätter hatten sich noch kaum geöffnet und sich streckend sich suchend dem Licht entgegen.
      Der Gedanke, dass allein ihre Vorstellung ausreichen sollte, um ein derartiges Werk zu vollbringen, hörte sich erschreckend einfach an. Zumindest in der Theorie. Aber die Heilerin war klug genug, umzu wissen, dass es mit Nichten so leicht sein würde.
      In einer altvertrauten Geste der Unsicherheit strich sie eine Strähne ihres Haares zurück, ehe sie die Hände locker an ihren Seiten beließ.
      Unter einem tiefen Atemzug entspannten sich ihre Schultern. Viola schloss die Augen, das Bild der gelben Blume vor Augen. Sie lauschte dem sanften Rascheln von Blättern und Gras, das vom Garten heran getragen wurde. Sie hörte Sylvar neben sich atmen. Vor ihrem inneren Auge wölbten sich die zarten Blätter zu einer Kugel zusammen, verschmolzen zu einem glatten weißen Kiesel, wie je auf dem Weg.
      Viola schlug die Augen auf. Die gelbe Blüte schwankte leicht in einer Brise. Die Heilerin lächelte sanft.
      "Hättet ihr mir diese Frage vor ein paar Wochen gestellt, wäre meine Antwort vermutlich ein klares Nein gewesen. Aber nach allem was ich hier sehen durfte...Ja, ich kann es mir vorstellen."
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    • Sylvar

      Der Elfenmagier blickte zu der Heilerin und lächelte, ehe er mit dem Finger auf die Blume wies.
      "Es ist alles eine Frage der Vorstellung und Übertragung", murmelte er, während seine Finger eine komplizierte Bewegung vollzogen. Er sprach dabei nicht, es war ledigliche ine Geste. "Wir schaffen Illusionen mittels Nebel, wir beschwören Bilder in Dinge, die kein Hirn besitzen, um sie zu verstehen. Ich nehme die kosmische Energie, die Ihr und ich als MAgie kennen und gebe der Pflanze auf, etwas zu sein, dass sie nicht sein kann. Eben ein Stein. Und die Pflanze, deren Verstand nun nicht vorhanden ist, würde unter normalen Naturgesetzen sagen: 'Aber ich bin eine Pflanze. Ich wachse und strebe, aber ich bin kein Fels.', nicht wahr? Nun...Ich sage ihr jedoch: Du bist! Und du kannst. Un sie wird es tun."
      Als die Bewegung vollendet war, bog sich die Pflanze wie von selbst nach unten und rollte sich, einer Papierrolle gleich, auf. Währenddessen sie sich aufrollte und dem Streben nach nur verleinerte, verfärbte sich ihre Blütenfarbe in steiniges Grau und wurde härter. Und erst als sie als Stein zu Boden fiel, noch immer mit dem Boden durch eine Wurzel verbunden, war der Zauber beendet.
      "Ihr seht: Es is alles möglich", murmelte der Elf und begann seinen Weg fortzusetzen.
      Vor ihnen wurde eine Schwungtür magischerweise geöffnet und entließ sie in einen großen Saal, der von allen Seiten mit Büchern jedweder Art gesäumt war. Tische waren in der Mitte aufgebaut worden und verschiedene Akolythen in weißen Gewändern saßen an ihnen und studierten die Kunde der Magie. Der Erzmagier trat in den RAum herein und machte eine einladende Bewegung.
      "Die Bibliothek. Das Allerheiligste des LAndes. Seid willkommen, Viola de Clairmont und erfahrt die Wunder! Doch mit einem habt ihr Recht: Magie bedeutet Kontrolel und Gefahr. Wir erlernen die Kunst immer zu einem preis, nicht wahr? Und all diese Preise wollen wohl abgewogen sein."
      Die Bücherregale zu den Seiten des kreisrunden Saals schienen beinahe lebendig, das sise aus den Wurzeln eines Baumes zu bestehen schienen. Unregelmäßig war ihre Struktur und Dicke und glich einer Art grausigem Schachbrett, dass die Bücher gefangen hielt. Doch lag der Luft von Flieder und allerlei Blumen in der Luft, die aus den Seitenstämmen der Regale wuchsen. Die Bücher waren in unteschiedlichste Materialien eingebunden. Zumeist war es LEder, aber ein Akolyth, der ihnen entgegen kam, grüßte den Meister und verneigte sich. Hier zeigte sich, dass das Buch, welches er mit sich trug, beinahe vollständig aus Glas bestehen musste.
      "Seid Ihr bereit für das Abenteuer Eures Lebens?", fragte Sylvar schließlich und lächelte.

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    • “I don’t belong anywhere.”

      “There are plenty of people like that
      and nowhere is still a somewhere.
      If you don’t belong to a place,
      perhaps we belong to each other?
      We who belong nowhere?”


      Viola

      Der Anblick, der sich ihren Blick bot, war mit nichts in der Welt zu vergleichen. Selbst die zierliche Blume, die letztendlich als Stein mit der Erde verwurzelt blieb, der sie entsprungen war, hatte nicht ein solchen Leuchten in ihre Augen gezaubert, wie der Anblick der Bibliothek. Die Finger zuckten unter dem Bedürfnis die ledernen Einbände zu berühren. Der Geruch von süßem Flieder mischte sich mit dem vertrauten Duft von der Buchseiten und beinahe wären ihr die Tränen in die Augen gestiegen. Viola war bewusst, welche Ehre ihr zu Teil wurde. Der feste Entschluss so viel an Wissen aufzunehmen, wie ihr menschlicher Verstand zu ließ, wuchs mit jeder Sekunde. Vielleicht konnte sie etwas finden, dass ihnen helfen würde. Sie würde ihre Zeit nicht mit Bedauern und Angst verschwenden. Damit war niemandem geholfen. Vor allem nicht Andvari in seiner dunklen Zelle. Die Heilerin straffte die schmalen Schultern und wandte sich zu Sylvar um. Voller Respekt und Dankbarkeit neigte sie den Kopf, wobei ein Lächeln auf ihren Lippen lag, so entschlossen und strahlend, dass es der Sonne am Himmel Konkurrenz machte.
      Sie würde die Chance nutzen, die ihr geschenkt wurde.
      "Ich werde niemals in Worte fassen können, wie dankbar ich Euch bin. Keine Sprache würde dem gerecht werden."

      Zeit war ein schwer greifbares Ding. Seit dem Tag, als Sylvar sie in das Allerheiligste geführt hatte, verbrachte sie beinahe jeder freie Stunde vergraben in Lehrbücher. Sie festigte ihre Sprache, lernte das geschriebene Wort. Es gab nichts anderes für sie zu tun. Viola hatte das Gefühl, dass Sylvar ihr alle Zeit verschaffte die sie brauchte oder er für angemessen erachtete. Niemand war gekommen um sie zu holen. Keine Wort des König und selbst Nuala hatte sie seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr zu Gesicht bekommen. Die Tage flogen dahin voller Ablenkung, während sie nachts aus dem Fenster ihrer Kammer starrte und ihre Gedanken zu Andvari flogen. Sylvar hüllte sich in Schweigen und schien jedes Mal einen anderen Weg zu finden ihren Nachfragen auszuweichen. Ein Punkt der ein verräterisches Stechen in ihrer Brust hinterließ. Nur ein war gewiss, das einzig tröstende. Er lebte noch Alles was ihr blieb, war sich in die Lehren zu stürzen. Unter Sylvars gewissenhafters Anleitung lernte Viola sich zu fokussieren und der Aufenthalt in seinem Refugium schenkte ihr etwas, dass sie glaubte, seit langem verloren zu haben. Frieden.
      Auch wenn ihr immernoch vorsichtiges Misstrauen entgegen gebracht wurde, erfuhr sie auch milde Anerkennung. Viola erwies sich als sehr eifrig und überraschte den ein oder anderen mit ihrer Gelehrigkeit. Ein Missgeschick zu später Stunde hatte sich schließlich als Offenbarung erwiesen. In ihrer Eile hatte sie ein Kristallglass mit Wasser umgestoßen. Es geschah unbewusst, als sie die Hand austreckte, dass das Wasser nicht das kostbare Buch berührte sondern die Pfütze wenige Millimeter zuvor erstarrte. Verwunderte Blicke hatten sich auf sie gerichtet.
      So saß sie auch an diesem milden Abend in dem wunderschön, blühenden Garten und tauchte die Hand in das kühle Quellwasser des Brunnens. Das grüne Kleid war gegen eines in Weiß getauscht worden, von ähnlicher Art der Roben, die die Elfen im Allerheiligsten trugen. Viola wirkte gesund und gestärkt, die dunklen Ringe unter ihren Augen verschwunden. Vorsichtig balancierte sie auf dem schmalen, gemauerten Brunnenrand und betrachtete die Wassertropfen die über ihre Finger rannen. Konzentriert zog sie die Augenbrauen zusammen und krümmte die Finger in mittlerweile vertrauten Bewegungen. Es war anstrengend für sie, sie spürte das Pochen in ihren Schläfen. Und doch tanzten und schwebten nach einigen Augenblicke kleine Wasserperlen um ihre Fingerspitzen. Das Wasser hatte sie erwählt, hatte man ihr gesagt. Der Quell allen Lebens und das Element der Heilung. Das letzte Licht des Tages brach sich in einem bunten Prisma in den Tröpfchen. Es würde noch lange dauern, bis es ihr leichter von der Hand ging. Aber es war mehr, als man ihr zugetraut hatte.
      Viola ließ sich von den Schritten auf dem Kies nicht ablenken.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Sylvar

      Aus dem Nichts heraus entstigen schritt der Erzmagier die kurzen Wege des Innenhofs ab.
      Er war selten in Begleitung, zumal weder von Männern oder Frauen, aber auch nicht von magischen Elementen. Seine Schüler sagte ihm, seine Aura wäre unspürbar und unbegreifbar. Als würde man gegen das große Nichts kämpfen, dessen jähes Ende einen nun doch überraschte. Das ryhthmische Klopfen des Stabes, den er mit sich führte, bildetete einen lauten Kontrast zu seiner sonstigen Gangart, die beinahe lautlos erschien.
      Er trug eine weiße Robe, die eng an dem schlanken Körper des Elfen anlag. Die Füße steckten in Seidenpantoffeln, die man eigens für ihn gefertigt hatte und das blonde Haar war kunstvoll zu einem breiten Zopf geflochten. Er sah um Jahre jünger aus. Und dennoch war die Nachricht, die er zu überbringen hatte, wesentlich schlechter als die, die er gerne überbringen wollte.
      Sylvar trat lächelnd zu Viola und betrachtete sie eine Weile.
      Für einen Menschen, dem Feindesvolk, war sie wirklich prächtig anzusehen. Sie hatte sich verändert, war ruhiger und vor allem erholter als je zuvor. Manchmal konnte man glauben, sie hatte die schwere VErgangenheit und Andvaris Schicksal schon beinahe vergessen. Udn vielleicht war dem auch so. Seine Akolythen berichteten ihm, dass die junge Frau mehr lernte als jeder Andere im Refugium und gelehriger als der Erzmagier selbst schien. Doch war dem so?
      Sicherlich, die Magie der HEilung bedurfte großer Kunstfertigkeit. In der Kultur der Elfen wurde sie geringgeschätzt als niederste Form der Magie. Aber auch wenn man eine Magieart besaß, die ihresgleichen noch suchte, wurde man meist von den KRiegern geringgeschätzt.
      "Meine Liebe", sagte er und trat an sie heran. "Ich sehe, es geht voran mit Eurer Ausbildung, nicht wahr? Eine Heilerin, die die Kunst des Heilens auch in magischer Art beherrscht, ist selten dieser Lande."
      Lächelnd setzte er sich neben sie auf den kleinen Sims und blickte in das Wasser hinein.
      "Ich habe eine Mitteilung zu machen", begann er und blickte sie ernst an. "Ich habe mit meinem Vater korrespondiert und erreicht, dass ich Andvari besuchen darf, um seinen Zustand zu überprüfen. Ich könnte eine Heilerin gebrauchen. Wäret Ihr interessiert?"

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • “I cried. I cried until my head ached.
      I cried until there was nothing
      left in me.
      And I was just a hollow vessel.
      And then…then I pulled myself together."

      Viola


      Wahrlich, wäre das gleichmäßige Klopfen des Stabes auf dem Kiesweg nicht gewesen, hätte Viola nicht bemerkt, dass sich Gesellschaft näherte. Nur kurz blickte die Heilerin auf, aber das reichte schon aus, und die zuvor in der Luft tanzenden Wassertropfen plätscherten zurück zu ihrem Ursprung.
      Obwohl ein Lächeln Sylvars Lippen zierte, erkannte sie den ernsten Zug um seine Augen. Für einen Augenblick hielt Viola angespannt den Atem an. Jeden Tag rechnete sie damit, dass ihre Schonfrist abgelaufen war. Es war so leicht in ihrem schützenden Refugium die schwere Prüfung zu vergessen, die ihr bevor stand. Oder eine weitaus schlimmere Kunde. Bei dem Gedanken wurde ihr Herz schwer.
      Dennoch lag ein erwärmendes Lächeln auf ihren Lippen, als die Elfenmagier sich zu ihr setzte. In den letzten Tage hatte sie ihn kaum zu Gesicht bekommen. Sylvar wirkte erholt, beinahe verjüngt.
      "Danke..." Sprach sie ruhig aber mit fester Stimme, es war selten geworden, das sie in Gesellschaft den Kopf verunsichert senkte oder das Bedürfnis verspürte sich klein zu machen. "Mir fällt es noch schwer den Zustand zu halten. Es ist sehr ermüdend. Aber es wird von Tag zu Tag ein wenig leichter."
      Bei dem ernsthaften Klang seiner Stimme, legte Viola die Hände in dem Schoß und drehte sich auf dem Sims der Quelle zu Sylvar. Ob es gut oder schlecht war, dass König Oberon nach so langer Zeit einen Besuch erlaubte, vermochte die Heilerin nicht zu sagen. Der Klang von Andvaris Namen ließ ihre Finger unwillkürlich zucken. Sorge spiegelte sich augenblicklich in ihren Augen. Es war nicht ein Tag vergangen, an dem sie nicht an ihn gedacht hatte.
      "Natürlich..." Die Zustimmung purzelte ohne Zögern aus ihrem Mund, und es brachte sie fast in Verlegenheit. Jetzt wich sie doch dem wissenden Blick Sylvars aus und blickte in den blühenden Garten. Fahrig strich sie die offen getragene, herbstrote Mähne über die Schultern zu zurück, die frei waren von dem weißen Stoff, der Schwung ihrer Schlüsselbeine lugte ein wenig unter den filigranen Stickereien hervor.
      "Natürlich werde ich euch begleiten." Wiederholte sie nun gemäßigter.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”

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    • Sylvar

      Der Elfenmagier lächelte nachsichtig und nickte.
      "Es mag schwer fallen, aber mit der Zeit werdet Ihr behände darin werden. Die Heilkunst wird in meinem Volk eher als nachrangig anderer Magie gegenüber angesehen. Freilich ein fataler Fehler, aber was will man mit Kleingeistern anfangen, nicht wahr? MEistens beherrschen sie unsere Welten..."
      Er sah sie an und erstaunte sich mehr und mehr daran, dass sie so erholt aussah, obgleich sie viele Prüfungen absolviert hatte. Und sicherlich würde Andvari sich freuen, wenn er sie sah. Oder würde er nicht? Sylvar war sich selbst unsicher, hatte sein Bruder doch alles daran gelegt, diese Frau zu retten und fortzubringen. Aber was wollte sie in einer Welt, die sie nicht mehr akzeptierte?
      Als sie so zeitig zustimmte, musste er lachen und legte eine langfingrife Hand auf ihre Schulter. Sie fühlte sich warm an, also aß sie genug und schlief. Gut. Sie würde jede Energie brauchen.
      "Sehr gut", bemerkte er. "Ich habe nichts anderes erwartet. Dennoch gibt es eine kleine Warnung auszusprechen."
      Er erhob sich langsam und bedeutete ihr, ihm zu folgen. Den König ließ man besser nicht warten. Geschweige denn den Kerkermeister. Sylvar graute es vor dem Gedanken, aber es blieb nichts anderes, wenn sie ihn noch einmal sehen wollte.
      "Andvari ist bereits einige Wochen dort unten", begann er und seufzte. "Und ich fürchte, die Elfenkerker sind nicht ansatzweise mit der PRacht der Oberstadt vergleichbar. Sein Zustand wird schlecht sein. Sehr schlecht. VErmutlich nicht vergleichbar mit dem, den ihr bereits kennt. Nehmt es also bitte nicht persönlich, sofern er Euch nicht erkennen wird. Es liegt nicht an Euch oder Eurer räumlichen Trennung, sondern vielmehr an der Art des Umgangs..."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • Viola

      Tatsächlich blickte Viola mehr überrascht als wirklich erschrocken auf, als sich eine fremde Hand auf ihre Schulter legte.
      Die Worte sorgten nicht dafür, dass sich der Sturm in ihrem Inneren legte. Aber sie waren auch nichr dazu gedacht, sie zu beruhigen.
      Mit einem Nicken erhob sich die junge Frau von ihrem Platz an der Quelle und strich den Stoff ihres Kleides glatt, ehe sie Sylvar mit besorgter Miene aber zielstrebigen Schritten folgte. Nicht zum ersten Mal verspürte sie ein das stechende Gefühl der Schuld. Im Gegensatz zu Andvari befand sich Viola in einem Gefängnis aus weißem Stein und blühenden Gärten. Es wäre nur fair und gerecht gewesen, wenn sie ebenfalls in einer dunklen, modrigen Zelle verotten würde. Ihr Geist und Körper profitierte von der heilenden Umgebung und sie mochte sich kaum vorstellen, wie schlecht sein Zustand wirklich war.
      Obwohl es schmerzte, war sie dankbar für die ehrlichen und unverblümten Worte des Elfen, der schützend seine Hand über sie gehalten hatte.
      Verstehend neigte sie den Kopf und spürte das verräterische Brennen in ihren Augen, dass sie rasch fort blinzelte. Ein letztes Mal atmete Viola tief ein und straffte schließlich ihre Schultern, ehe sie fest entschlossen das Kinn hob. Innerlich wappnete sich die junge Frau für das Schlimmste. Viola trat an die Seite Sylvars und wog die nächsten Worte mit Bedacht ab.
      "Das spielt keine Rolle." Die Worte waren klar, aber nichr mehr wie ein Flüstern in der milden Abendbrise. "Alles, was ich will ist Andvari zu helfen. Es wäre eine glatte Lüge, wenn ich behaupten würde, dass der Gedanke mich nicht schmerzt. Aber was ich fühle, ist im Augenblick nicht von Bedeutung." Viola wählte die Worte nicht um sich Trost oder Verständnis zu erschleichen.
      “We all change, when you think about it.
      We’re all different people all through our lives.
      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Sylvar

      Der Elf seufzte schwer und blickte sie an.
      "Bevor ich das Tor öffne...", begann er und seine Augen sprachen regelrecht vor Besorgnis. "Eure Gefühle sind sogar sehr von Bedeutung, ob Ihr wollt oder nicht. Gefühle sind die stärkste Quelle reinmagischer Energie, die Ihr jemals finden werdet. Andvaris Magie beispielsweise beruht, entgegen aller Kunde, die wir lehren, auf Gefühlen. Je stärker die Gefühle des Anwenders sind, umso mächtiger ist das Licht, das er hervorbringt."
      Er wanderte ein paar Schritte auf die Tür zu, die normalerweise zu den Schlafsälen der Akolythen führte. Eine schmale, kleine Holztür am Ende des Gartens. So unscheinbar, das man sie beinahe übersehen konnte. Und doch wirkte in ihr ein Zauber, der jeden fesselte, wenn man zu lange hinsah.
      "Andvaris Mutter", sagte der Elf und blieb plötzlich stehen. "Seine Mutter besaß ein seltenes Erbe. Sie vermochte, Licht hervorzubringen. Eine seltene Gabe, die sie an ihren Sohn weitergab. Und wo seine Mutter Licht sähen konnte, vermochte Andvari dieses sogar in feste Form zu zwingen und seinem Willen zu gehorchen. All dies steht den Prinzen des Königs nicht zur Verfügung. Und jeder, auch ich, neidete es ihm. Denn Licht ist die reinste Form der Magie, die wir hervorbringen können und es heißt, es geschähe nur alle 4.000 Jahre einmal. Zumeist wurden diese Elfen Könige, denn sie glichen Göttern, wenn sie es wollten. Andvari ist der Erste, der niemals auch nur Ambitionen auf den Thron hatte.
      Wir werden ihn daher nicht un schlechter Verfassung, sondern vermutlich auch dem Tode nahe sehen. Denn mein Bruder Faolan, die BÄume seien ihm gnädig, wird diese Magie so lange extrahieren wollen, bis er Andvari schlussendlich gebrochen hat. Ich brauche also all Eure Gefühle..."
      Anschließend lehnte er sich auf den Stab und seufzte nochmals.
      "Es tut mir Leid, dass ich Euch so missbrauchen muss..."

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell
    • "I would have come for you. And if I couldn't walk,
      I'd crawl to you. And no matter how broken we were,
      we'd fight or way out. Together.
      Because that's what we do. We never stop fighting."

      Viola

      Über ihr Gesicht huschte sowohl Verwirrung, als auch eine langsam keimende Erkenntnis. Etwas, eigentlich so klar und einfach, und dennoch hatte sich Viola willentlich davon abgewandt und die Augen davor verschlossen. Aber Gefühle waren nie simpel und leicht zu verstehen, auch nicht für ihren Träger. Sollten wirklich ihre Gefühle, die sie tief in ihrem Herzen hegte, der Schlüssel für ihren ungewöhnlich, raschen Fortschritt sein? Der Wunsch Andvari bei zu stehen, hatte sie über Wochen angetrieben, während sie sich mit den Lehren im Heiligtum vertraut gemacht hatte. Zwiespältige Emotionen erfüllten die grünen Augen. Verwirrung und Sorge mischten sich zu einem endlosen Sturm, in dessen stillen Auge die Wahrheit lag. Eine Erkenntnis, hervor gelockt durch die Worte Sylvars.
      Was sie fühlte ging über den Wunsch nach Verbundenheit hinaus. Es war mehr als nur ein tiefes Verständnis. Viola verzog die Lippen zu einer schmalen Linie. War sie so blind und taub gewesen, dass sie die Stimme ihre Herzens nicht vernommen hatte.
      "Ihr habt es die ganze Zeit gewusst." Dabei legte sie eine Hand über ihr Herz. Nicht, das ihre Worte nicht verräterisch genug gewesen waren, nur hatte sie bis jetzt gebraucht, um die Beudeutung ihrer eigenen Worte wahrlich zu verstehen.
      Viola blickte zu der Tür, die sich vor ihnen auftat. Bisher hatte sie dieser wenig Beachtung geschenkt, doch nun direkt vor ihr, spürte sie einnehmende Kraft, die davon ausging. Sie schüttelte den Kopf und wandte den Blick ab. Beinahe hätte sie verpasst, dass Sylvar erneut zu sprechen begonnen hatte. Bedächtig tippte sie sich mit dem Zeigefinger gegen die Lippen.
      "Lhoris hatte etwas in dieser Richtung angedeutet." Viola erinnerte sich an seine Worte. Aber es ergab keinen Sinn, wenn Andvari nicht den Wunsch verspürte, den Thron zu besteigen.
      Je länger der Magier an ihrer Seite sprach, umso blasser wurde die Heilerin um die Nase. Sie verschränkte die nervös zitternden Finger vor ihrer Brust.
      "Faolan...Andvari hat mich vor seinem jüngsten Bruder gewarnt. Versucht er wirklich die Kräfte zu rauben und für sich zu gewinnen? Ist sowas möglich?" Sie mochte sich nicht ausmalen, welchen Schmerz es bedeutete. Bilder des Schreckens formten sich vor ihrem geistigen Auge, eines schlimmer als das andere. Die Heilerin blickte nun mit schierer Verzweiflung, aber auch mit ungebrochener Entschlossenheit auf.
      "Es muss euch nicht leid tun, denn es gibt nichts, dass verziehen werden muss." Sie versuchte sich an einem zaghaften Lächeln, auch wenn ihr gerade nicht danach war.
      "Bitte...." Etwas Flehendes lag schwer in den Silben. "Ich muss ihn sehen."

      [Crooked Kingdom - Leigh Bardugo]
      “We all change, when you think about it.
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      And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
      so long as you remember all the people that you used to be.”
    • Sylvar und die zerbrochenen Teile

      Der Erzmagier neigte leicht den Kopf und lächelte sanft.
      "Ich habe gar nichts gewusst, meine Liebe", bestätigte er. "Aber manchmal spricht das Herz lauter als es sollte. Und manchmal schweigt es allzu sehr. Und beides ist nicht gesund für den Besitzer."
      Während seine Finger ein Muster in die Luft woben, bildeten sich kleine Lichtpartikel um seine Fingerspitzen. Es war, als schriebe er eine Formel in die Luft, die sich mehr und mehr entfaltete, je länger er flüsternd in einer unbekannten Sprache fortfuhr. Die Natur beugte sich nicht seinem Willen, sie veränderte zudem ihre Gesetze nur für das Wirken des Elfen, der mit seinen Händen auf die Tür des Schlafsaales zielte. Für eine Zeit konnten die Akolythen ohne ihn sein. Und Viola musste zu Andvari gebracht werden. Er wusste nicht, weshalb. Aber etwas in seinem Inneren schien ihm diesen Befehl zu geben.
      "Lhoris studierte bei mir", murmelte er währenddessen. "Ein paar Wochen lang. Der war ein talentierter, aber ungelehriger Schüler. Er las vielmehr in den alten Legenden und schien nicht wirklich an der Kunst interessiert. Aber besessen war er nur von Andvari und der göttlichen Blutlinie. Eine Schande, was ihm geschehen ist..."
      Schließlich, nachdem er die Bewegungen vollendet hatte, begann die Luft in einem konzentrischen Kreis um die Tür herum zu flirren. Das dahinterliegende Bild des Holzes verzerrte sich wie eine Wasseroberfläche, die von einem Stein getroffen wurde und kalte, muffige Luft drang urplötzlich in ihre Nasen. Als würde einem die Tür zum Kerker geöffnet.
      "Es ist nicht möglich, sich ein Bluterbe anzueignen", sagte der Erzmagier während er einen Schritt durch das Portal tat. "Die Magie steht im Blute geschrieben wie der eigene Tod. Aber das wird Faolan Herzfeuer nicht davon abhalten, seinem Halbbruder möglichst viele Schmerzen zuzufügen, nicht wahr? Wollen wir hoffen, dass er nicht zugegen ist. "
      Schweigend trat er vollends durch das Tor und fand sich in der nächsten Sekunde im königlichen Kerker wieder. Die Wände waren hier nicht mehr angenehm weiß, sondern kalt und grau. Die Steine waren grob zusammengehauen und an vielen stand die Feuchtigkeit der Jahrhunderte. Der Gang, den er betrat, wurde von beiden Seiten von Zellentüren gesäumt, die man kunstvoll geschmiedet und in die Decke gehauen hatte, verbunden mit Stein. Die Kunst der Elfen und Zwerge in einem Bauwerk. Die Kerkerwächter waren selbst bullige Kriegszwerge mit schwerer Plattenrüstung in der Farbe der Wände. Zwei von ihnen, ein grober Rothaariger Zwerg mit einem schweren Hammer in der Hand und ein kleinerer mit einem Kurzschwert, betraten den Gang ihnen gegenüber und schienen sie zu erwarten.
      Während sich Sylvar noch an die muffige Luft und den Geruch von Exkrementen und Blut gewöhnen musste, vermied er es, in die anderen Zellen zu sehen. Die Elfen behandelten ihre Gefangenen nicht gut. Und die Resultate wollte man nicht sehen...

      The more that I reach out for heaven
      The more you drag me to hell