Trotz Jarkus Vorwarnung konnte Elraya es sich nicht nehmen, einen Fluch auszustoßen, als sie sich umdrehte.
"Ach du scheiße."
Der Hüne von einem Mann kam geradewegs auf sie zugestampft und den anderen, den sie unter dem Fenster gesehen hatte, hatte er auch gleich mitgenommen.
Aus der Nähe sah Valterri genauso furchteinflößend aus wie von Weitem. Eigentlich, so dachte Elraya sich ehrfürchtig, war ihr die weite Ansicht um einiges lieber. Seine Oberarme waren so groß wie ihr ganzer Kopf und in seinen ganzen Körperumfang hätte sie vier Mal reingepasst. Wenn sie nicht aufpasste, würde er sich noch versehentlich auf sie setzen.
Der andere Mann war wiederum umgänglicher, wenngleich ihr die verkniffene Miene nicht gefiel, die er zur Schau brachte. Außerdem war er nur ein bisschen muskulöser als Jarku und lag damit weit außerhalb ihres Interessensbereichs. Sie mochte die Ernsthaftigkeit nicht, die zu jeder Zeit seine Gesichtsmuskeln prägte, als habe er in den letzten Jahren nicht ein Mal gelacht.
Sie drehte sich wieder zu Jarku um, wunderte sich für einen Moment, weshalb er ihr zusätzlich zu der Verstärkung auch noch anbot, mit ihrem Bruder vereint zu werden, kam dann aber darauf, dass er das nur im bildlichen Sinne gemeint hatte und nickte schließlich. Eigentlich hätte sie an dieser Stelle einen frechen Kommentar von sich gegeben, aber die Art und Weise, wie Jarku von seiner ernsten Art wieder in die gelassene übersprang, erinnerte sie mit Nachdruck an seine Folter vom Vormittag, womit sie sich beim besten Willen nicht weiter beschäftigen wollte. Also ließ sie ihn lieber in Ruhe.
Sie wandte sich Daikata zu und nahm sich seine kleine Rede zu Nutzen, um ihn einmal eingehend von oben bis unten betrachtete. Sie wusste ihn noch nicht wirklich einzuschätzen, aber zumindest schien er nicht so durchgeknallt wie Jarku zu sein - das ließ doch hoffen.
"Fein. Damit bin ich einverstanden, solange der mich nicht wieder spritzt."
Sie deutete anklagend auf Jarku, aber grinste dann. Daikata war ihr amüsant.
"Wir machen das auf ganz altmodische Straßen-Art. Hiermit verspreche ich bei Bereks Eiern, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werde, um diese Mission ohne Verluste abzuschließen! Für... hm... ah, zum Wohle von Saijah!"
Dann spuckte sie in ihre Hand und streckte sie Daikata entgegen.
Saijah bewohnte das Bett im Wohnzimmer hinter dem Sessel.
Es gab in der kleinen Wohnung genau drei Zimmer, abzüglich der Küche, von denen zwei bereits belegt waren: In dem einen schliefen Mama Liera und Onkel Arin, in dem anderen hatte Onkel Szun seine Sachen verstaut, die für Saijah tabu waren. Übrig blieb das Wohnzimmer und davon die Ecke, in der ihr Bett hinter dem Sessel versteckt war.
Die alte Wohnung hatte ihr besser gefallen. Immerhin konnte man da auf einen Markt hinausschauen und sogar die Mauer sehen, aber hier konnte man keins von beidem und ein Bett hatte Saijah auch nicht mehr wirklich; ihr Schlafplatz bestand aus einem Haufen Kissen und einer Tischdecke. Außerdem konnte sie in der Ecke alles hören, was die anderen trieben.
Mama Liera hatte es einen temporären Umzug genannt, aber Saijah hatte Onkel Szun dabei belauscht, wie er etwas davon sagte, dass es zu wenig gesicherte Orte gäbe und man heutzutage noch nichtmal den eigenen Leuten vertrauen konnte. Sie hatte keine Ahnung, was er damit meinte, aber sie schloss daraus, dass sie wohl noch eine Weile dort bleiben würden. Sie hatte ihn einmal danach fragen wollen, aber in letzter Zeit war Onkel Szun oft betrunken und dann wurde er immer laut und sie konnte nichts mehr verstehen.
Sie war aufgewacht, als Mama Liera und ihr Onkel nachhause gekommen waren und jetzt hörte sie sie im angrenzenden Zimmer kichern. Es stank dumpf nach Rauch, aber Saijah traute sich nicht das Fenster aufzumachen, solange Onkel Szun daneben stand. Heute war wieder einer seiner "Wachtage", wie er ihr erklärt hatte, an denen er immer an der Scheibe stand und für Stunden einfach nur nach draußen starrte. Sie wusste nicht, was dort draußen so interessant für ihn sein mochte, nachdem man nur ein paar Häuser weit sehen konnte, aber es musste wichtig sein, denn er nahm diese Aufgabe sehr ernst und verließ das Fenster nur alle paar Stunden, um was zu essen und sich zu erleichtern.
Seine Wache hatte einen einschläfernden Effekt auf sie, wenngleich sie das Gelächter aus dem Nebenzimmer noch immer hören konnte. Sie vergrub den Kopf in den Kissen, zog sich die Decke über den Kopf und versuchte wieder zu schlafen.
"Ach du scheiße."
Der Hüne von einem Mann kam geradewegs auf sie zugestampft und den anderen, den sie unter dem Fenster gesehen hatte, hatte er auch gleich mitgenommen.
Aus der Nähe sah Valterri genauso furchteinflößend aus wie von Weitem. Eigentlich, so dachte Elraya sich ehrfürchtig, war ihr die weite Ansicht um einiges lieber. Seine Oberarme waren so groß wie ihr ganzer Kopf und in seinen ganzen Körperumfang hätte sie vier Mal reingepasst. Wenn sie nicht aufpasste, würde er sich noch versehentlich auf sie setzen.
Der andere Mann war wiederum umgänglicher, wenngleich ihr die verkniffene Miene nicht gefiel, die er zur Schau brachte. Außerdem war er nur ein bisschen muskulöser als Jarku und lag damit weit außerhalb ihres Interessensbereichs. Sie mochte die Ernsthaftigkeit nicht, die zu jeder Zeit seine Gesichtsmuskeln prägte, als habe er in den letzten Jahren nicht ein Mal gelacht.
Sie drehte sich wieder zu Jarku um, wunderte sich für einen Moment, weshalb er ihr zusätzlich zu der Verstärkung auch noch anbot, mit ihrem Bruder vereint zu werden, kam dann aber darauf, dass er das nur im bildlichen Sinne gemeint hatte und nickte schließlich. Eigentlich hätte sie an dieser Stelle einen frechen Kommentar von sich gegeben, aber die Art und Weise, wie Jarku von seiner ernsten Art wieder in die gelassene übersprang, erinnerte sie mit Nachdruck an seine Folter vom Vormittag, womit sie sich beim besten Willen nicht weiter beschäftigen wollte. Also ließ sie ihn lieber in Ruhe.
Sie wandte sich Daikata zu und nahm sich seine kleine Rede zu Nutzen, um ihn einmal eingehend von oben bis unten betrachtete. Sie wusste ihn noch nicht wirklich einzuschätzen, aber zumindest schien er nicht so durchgeknallt wie Jarku zu sein - das ließ doch hoffen.
"Fein. Damit bin ich einverstanden, solange der mich nicht wieder spritzt."
Sie deutete anklagend auf Jarku, aber grinste dann. Daikata war ihr amüsant.
"Wir machen das auf ganz altmodische Straßen-Art. Hiermit verspreche ich bei Bereks Eiern, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werde, um diese Mission ohne Verluste abzuschließen! Für... hm... ah, zum Wohle von Saijah!"
Dann spuckte sie in ihre Hand und streckte sie Daikata entgegen.
Saijah bewohnte das Bett im Wohnzimmer hinter dem Sessel.
Es gab in der kleinen Wohnung genau drei Zimmer, abzüglich der Küche, von denen zwei bereits belegt waren: In dem einen schliefen Mama Liera und Onkel Arin, in dem anderen hatte Onkel Szun seine Sachen verstaut, die für Saijah tabu waren. Übrig blieb das Wohnzimmer und davon die Ecke, in der ihr Bett hinter dem Sessel versteckt war.
Die alte Wohnung hatte ihr besser gefallen. Immerhin konnte man da auf einen Markt hinausschauen und sogar die Mauer sehen, aber hier konnte man keins von beidem und ein Bett hatte Saijah auch nicht mehr wirklich; ihr Schlafplatz bestand aus einem Haufen Kissen und einer Tischdecke. Außerdem konnte sie in der Ecke alles hören, was die anderen trieben.
Mama Liera hatte es einen temporären Umzug genannt, aber Saijah hatte Onkel Szun dabei belauscht, wie er etwas davon sagte, dass es zu wenig gesicherte Orte gäbe und man heutzutage noch nichtmal den eigenen Leuten vertrauen konnte. Sie hatte keine Ahnung, was er damit meinte, aber sie schloss daraus, dass sie wohl noch eine Weile dort bleiben würden. Sie hatte ihn einmal danach fragen wollen, aber in letzter Zeit war Onkel Szun oft betrunken und dann wurde er immer laut und sie konnte nichts mehr verstehen.
Sie war aufgewacht, als Mama Liera und ihr Onkel nachhause gekommen waren und jetzt hörte sie sie im angrenzenden Zimmer kichern. Es stank dumpf nach Rauch, aber Saijah traute sich nicht das Fenster aufzumachen, solange Onkel Szun daneben stand. Heute war wieder einer seiner "Wachtage", wie er ihr erklärt hatte, an denen er immer an der Scheibe stand und für Stunden einfach nur nach draußen starrte. Sie wusste nicht, was dort draußen so interessant für ihn sein mochte, nachdem man nur ein paar Häuser weit sehen konnte, aber es musste wichtig sein, denn er nahm diese Aufgabe sehr ernst und verließ das Fenster nur alle paar Stunden, um was zu essen und sich zu erleichtern.
Seine Wache hatte einen einschläfernden Effekt auf sie, wenngleich sie das Gelächter aus dem Nebenzimmer noch immer hören konnte. Sie vergrub den Kopf in den Kissen, zog sich die Decke über den Kopf und versuchte wieder zu schlafen.

