[2er RPG] The Curse of Time {TobiMcCloud & Codren}

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    • Zurück im Gasthaus bot sich ihnen ein Bild der totalen Verwüstung. Das Zimmer war regelrecht auf den Kopf gestellt worden und es dauerte nicht lange, ehe Aradan und Renera das Verschwinden ihrer Waffen beklagen mussten. Wenn sie nicht bereits so ausgelaugt gewesen wäre, wäre Renera außer sich gewesen. Die Klingen waren eine Maßfertigung vom Kaiserhof gewesen!
      Auch das Zimmer von Valterri und Daikata war verwüstet und sogar noch mehr als das: Reshli lag tot in der Ecke. Renera japste nach Luft und wollte sich zu ihm knien, aber es war sehr offensichtlich, dass er nicht überlebt hatte. Die Blutlache unter ihm war Beweis genug, dass er gar nicht mehr leben konnte - außerdem brauchten sie die Überlebenden gerade mehr als die Toten. So vergewisserten sich beide, dass die Zwillinge noch in Ordnung waren und das waren sie auch. Die Erleichterung stand Aradan förmlich ins Gesicht geschrieben.
      Den letzten Punkt dieser langen Liste an Verlusten beschrieb schließlich die Truhe: Sie war verschwunden. Renera blieb im Türrahmen stehen, während Aradan sich vergewisserte, dass sie tatsächlich nicht mehr hier war. Seine Bemerkung schockierte sie.
      "Du denkst doch nicht etwa...?"
      Khil in der Stadt? Nun, es wäre schon möglich, auch wenn sie der Gruppe äußerst gut entgangen war. Aber wieso sollte sie ihre Geheimnisse ausplaudern? Außer...
      "Was, wenn sie Khil haben?! Was, wenn sie sie gefunden und gefangen genommen haben?! Sie sieht selbst wie eine Gelehrte aus und sie kann sich doch kaum verteidigen! Was, wenn sie die Informationen aus ihr herausgepresst haben?!"
      Die Vorstellung versetzte Renera einen Stich in ihrem Brustkorb, als hätte man einen Dolch in ihr Herz gerammt. Sie war Schuld daran, dass es erst soweit gekommen war, wenn sie doch nur mehr aufgepasst hätte, wäre nichts von alledem passiert. Wenn Khil noch an ihrer Seite wäre, hätte es gar keine Schwierigkeiten gegeben.
      "Wir müssen sie da rausholen!"
      Aber ohne Waffen? In ihrem Zustand? Mit keinerlei Anhaltspunkten? Renera raufte sich durch die Haare. Es musste doch eine Möglichkeit geben, etwas, das sie tun konnten! Wie viel hatte Khil ihnen erzählt? Würden sie bei der Truhe Halt machen oder erst, wenn sie jedes Goldstück von ihnen bekommen hatten? Da erinnerte sie sich erst an den Rest der Truppe.
      "Valterri, Daikata und Jarku sind noch bei dem Mann, was, wenn das nur ein riesiges Ablenkungsmanöver war? Wir müssen wieder zusammenkommen, als Gruppe, bevor sie es noch ausnutzen, dass wir alle aufgespalten sind!"

      Der erste Treffer saß perfekt, der zweite hätte nicht schlimmer sein können. Der Mann unter Elraya wirbelte herum, entging dem Messer, als hätte er die ganze Zeit schon nur darauf gewartet, und warf sein eigenes Geschoss nach oben. Es verfehlte Elraya, die sich gerade durch das Fenster hangelte, bei weitem und zerschellte stattdessen an der Fensterkante. Sie interessierte das Gas herzlich wenig, das an ihrem linken Arm entlang leckte und schwang sich in den Raum hinein. Ihre Seite protestierte schmerzhaft auf, als sie auf dem Gebilde aus Möbeln landete und von dort aus auf den Boden sprang - wo sie verdutzt stehenblieb. Ein scharfer Schmerz schoss durch ihren Arm und als sie hinabstarrte, konnte sie beobachten, wie ihre Haut sich schälte und Blasen schlug. Es dauerte der Herzschlag, da wurde der Schmerz beinahe unerträglich.
      "Au! Verdammte scheiße, was ist das?!"
      Zum Glück war sie Rechtshänderin. Sie versuchte den Schmerz einigermaßen zu ignorieren und stürzte sich nach vorne. Allerdings zielte sie nicht den Mann mit dem lächerlichen Tuch vor dem Gesicht an, sie zielte auch nicht ihren Bruder an, sondern den Giftmann, der bereits strauchelte. Sie packte ihn mit der freien Hand an der Schulter und, nachdem der aufkommende Schmerz in ihrem Arm sie gequält zischen ließ, steckte sie sich die Klinge zwischen die Zähne und nahm den Mann mit ihrem gesunden Arm in einen Würgegriff. Er versuchte sich sofort gegen sie zu wehren, allerdings schwächte das Gift bereits seine Muskeln und so konnte sie schließlich die Überhand gewinnen. Sie hielt den Giftmann zwischen sich und den anderen Kerl.
      "Keine Beuegung oder er stir't! Au' der Klinge uar Gift!"
      Soviel konnte sie verraten, die Männer schienen ja schließlich Ahnung von sowas zu haben.
      "Lodoz?!"
      Sie wagte einen knappen Blick über die Schulter. Der Kerl in ihrem Arm wurde ganz schön schwer und sie griff zwei Mal reflexartig mit der anderen Hand nach ihm, was den Schmerz nur überdeutlich erhöhte. Sie knurrte und zog die Last ein Stück mit sich nach hinten, bis sie mit dem geschundenen Arm ihr Messer ergriff und blind an Lodoz' Fesseln herumschnitt, bis sie ihn freibekommen hatte. Der Schmerz in ihrem Arm raste förmlich und brachte sie zum Schwitzen.
      "Bleib uach du Mistkerl! Nimm das Seil und geh hoch au's Dach! He, bleib uach!"
      Sie trat ihm gegen das Schienbein, während sie den anderen Mann und die Tür im Auge behielt. Jetzt mussten sie es nur noch beide rechtzeitig rausschaffen.
    • Aradan ging mit Renera wieder in dessen Raum und setzte sich erst mal aufs Bett und atmete tief durch.
      "Okay wir müssen zu aller erst mal ruhig bleiben. Ich würde gerne glauben dass es nicht Khil war von denen sie die Informationen hat, doch ergibt alles andere keinen Sinn. Reshli kann es nicht gewesen sein, er war immer bei uns und hatte auch keine Möglichkeit einer Brieftaube."
      Lange konnte er sich aber nicht auf dem Bett halten und stand wieder auf und sah aus dem Fenster
      "Meinst du nicht dass Khil schlau genug wäre sich eher in eine Gruppe Banditen hinein zu quasseln statt sich von denen gefangen nehmen zu lassen? Wenn sie eines kann dann ist es reden. Ich weiß auch nicht... Aber du hast natürlich Recht. Wir werden dem schnellstmöglich auf den Grund gehen müssen. Wenn sie doch eine Gefangene ist, werden wir sie selbstverständlich befreien. Auch wenn sie mit uns nichts mehr zu tun haben möchte."
      Nach Renera's Bemerkung sah er zu ihr und schüttelte mit dem Kopf
      "Niemals. Diese zwei Personen schienen mir nicht grade weit voraus zu planen. Wenn überhaupt glaube ich dass sie eine spontane Situation ausgenutzt haben ohne darüber nachzudenken. Überlass das mal Valteri und Daikata. Valteri selbst hat mich nicht grundlos von diesem Kerl gerissen. Das war ein ziemlich guter Zug. Der Fakt dass sie noch nicht wieder hier sind, sagt mir, dass sie ihn verhören. Immerhin ist Jarku auch nicht hier. Ich habe es bereits mitbekommen wie gut Jarku darin ist. Ich sag dir.. Wenn dieser Mann etwas verbirgt, wird Jarku es aus ihm raus bekommen. Er wird allemal bereuen meinen wertvollsten Schatz angefasst zu haben.. das versichere ich dir."
      Er verschränkte die Arme vor sich und winkelte ein Bein an um den Fuß an die Wand hinter sich zu lehnen.
      "Was mir aber etwas Sorgen bereitet ist dass Kiliak nicht da ist. Jarku hätte ihn mit Sicherheit dazu eingeteilt auf die Truhe und auf Reshli acht zu geben. Verflucht wir sind echt zu naiv in diese Stadt gegangen..."
      Die Schuldgefühlte begannen sich bereits in Aradan auszubreiten, was seinen Antrieb nur steigerte. Es war an der Zeit seine Müdigkeit beiseite zu legen. Was hatte er auch schon heute gemacht außer dem Training und etwas giftigen Rauch zu inhalieren? Er durfte sich jetzt nicht so anstellen.
      "Okay was solls, irgendwo müssen wir anfangen. DU wirst aber im Gasthaus bleiben. Ich weiß du bist am Ende und brauchst ganz dringend Ruhe. Dennoch habe ich eine ganz große Bitte an dich. Schlaf nicht ein. Schaffst du das? Wenn diese Leute wieder kommen die uns bestohlen haben, fürchte ich dass sie sich den Raum der Zwillinge vornehmen könnten. Oder noch besser, schlaf doch einfach bei denen. Mir zu liebe okay?"


      Daikata hob seine Hände hoch um deutlich zu machen dass er nichts unternehmen würde, als die Frau ein Messer an Jarku's Kehle hielt. Entspannt sah er dabei zu wie die Frau sich zu dessen Geisel vor pirschte und dessen Fesseln löste. Der Mann war zwar ganz schön zäh aber dennoch hätte Daikata Geld darauf verwettet wenn der noch in der Lage war zu fliehen. Obendrein schien die Frau auch schon mächtig viel durch gemacht zu haben bevor sie den Spritzer an ihren Arm bekam, welcher wohl mittlerweile unerträglich schmerzen dürfte.
      "Hey hör mal. Alles was wir wollen ist zu erfahren was um aller Welt ihr euch dabei gedacht habt Renera und Aradan zu überfallen. Dein Bruder hat uns schon gesagt dass ihr in einem Auftrag handelt. Leg also in aller Ruhe das Messer weg Elraya. Dann können wir uns unterhalten und ich werde dir den Schmerz an deinem Arm nehmen. Ehrlich, geht ganz schnell."
      Aber wie er schon erwartet hat, ging die Frau nicht darauf ein.
      "Naaaah!.... Warum müssen Menschen in Städten immer so unvernünftig sein?"
      Daikata verlor seine Ruhe. Er seufzte klar genervt. In Städten fühlte er sich ganz klar unwohl, hervorgerufen von den Menschen. Er konnte sie regelrecht nicht ausstehen.
      "Gut okay ich hab die Schnauze voll. Viel Spaß, ich bin raus."
      Er wedelte mit seiner Hand erhoben und kehrte Elraya den Rücken, ging dann sogar tatsächlich durch die einzige Tür hinaus wo sich der Rauch grade so verzogen hatte.
      "Lauf..."
      Brachte Lodoz erbärmlich, kaum noch bei Bewusstsein von sich, wobei ihm schon wieder blutiger Sabber aus dem Mund lief.
      Daikata kam Valteri entgegen und lehnte sich gegen die Mauer, lies sich herab rutschen und seufzte erneut.
      "Gott ich hasse Menschen... Ich wünschte ich würd noch rauchen."
      Valteri sah Daikata nur an, wollte erst fragen was los war, entschied sich aber nichts zu sagen und sich neben ihn zu stellen, in Richtung des Lagers blickend.

      Darin kicherte es dann leise. Genau genommen exakt vor Elraya. Der schlaffe und kraftlose Jarku war plötzlich nicht mehr so schwer und richtete sich sogar wieder auf. Packte dabei die Hand der Frau und tat sich nicht grade schwer diese Hand von sich zu halten ehe er sich zu ihr drehte und ihr mit der eigenen Hand, welche durch seinen Griff fest das Messer hielt, über ihre eigene Wange zu ritzen. Sein Ausdruck hätte dabei nicht freudiger wirken können.
      "Überraschung~~"
      Trällerte er verspielt und schubste sie danach von sich ehe er gespielt entsetzt drein sah
      "Neiiiin. Du hast echt geglaubt dass du mich mit Gift lahm legen kannst? Mädchen da musst du mir schon was stärkeres geben. Oder zumindest etwas kreativer werden. Als Daikata dir sein Fläschchen entgegen warf, hab ich mich schon mit meinem netten Anti-Gift Dolch gestochen. Ich kenne nur wenige Gifte die ich damit nicht neutralisieren kann. Und das soll schon was heißen."
      Dann knackte er mit seinen Fingern und kam auf Elraya zu
      "Also. Wollen wir spielen?"
    • Renera hörte nur die Hälfte davon, was Aradan von sich gab. Khil würde niemals ein Geheimnis wie dieses einfach so preis geben, das würde sie ganz einfach nicht. Es gab nur die Möglichkeit, dass sie sie erpresst hatten oder gefoltert hatten und keins von beiden waren Gedanken, mit denen Renera sich freiwillig beschäftigen wollte. Sie wollte etwas unternehmen, sie wollte Khil rausholen, in was auch immer sie gestolpert war.
      Dann fiel Aradan auf, was auch ihr selbst hätte auffallen müssen: Kiliak war nicht da. Er war nicht nur alleine, er war auch der einzige, dessen Aufenthaltsort ihnen gänzlich unbekannt war. Vielleicht entführt? Was würde noch alles geschehen, wenn sie weiter herumsaßen?
      Sie wollte sich bereits beschweren, dass sie mit Aradan ausziehen wollte um ihn zu suchen, aber die Argumente dagegen überwogen - besonders, dass die Zwillinge schließlich noch da waren. Jemand musste aufpassen, dass wenigstens ihnen nichts zustieß.
      Sie durchquerte das Zimmer, schmiegte sich an Aradan, legte ihm den gesunden Arm um den Nacken und umarmte ihn unbeholfen. Dort verweilte sie für einige Sekunden, ehe sie locker ließ und ihm eindringlich in die Augen sah.
      "Wir werden Kiliak finden - gesund. Und ich werde dafür sorgen, dass den Zwillingen nichts passiert. Es wird alles gut werden."
      Sie versuchte Aradan genauso zu überzeugen wie sich selbst.

      Der Mann versuchte mit einem billigen Überredungsversuch Elraya dazu zu überreden Jarku loszulassen, aber auf sowas fiel sie nicht rein. Allerdings tat er dann etwas, womit sie noch am wenigsten gerechnet hätte: Er ging einfach nach draußen.
      Verblüfft starrte sie ihm nach, für den Moment erleichtert darüber, dass sie es tatsächlich rausschaffen würden. Ein Blick auf ihren Bruder gefolgt von einem einzigen Wort, das seine aufgeplatzten Lippen verließ, hemmte sie dann allerdings wieder in ihrem Triumphgefühl. Lodoz sah absolut scheiße aus. So wie er in seinem Stuhl hing, knapp davor, schlapp auf den Boden zu fallen, rief er eine dumpfe Furcht in ihr empor, mit der sie nicht so recht umzugehen vermochte. Sie hatte ihren Bruder noch nie so sehr am Rande des Todes gesehen - normalerweise war er derjenige, der seine Feinde zum Bluten brachte und nicht andersum. Wie konnte es da möglich sein, dass er so erledigt war, dass er nicht einmal den Versuch startete, ihr Seil zu ergreifen?
      Die Antwort dazu kam in einem Lachen. Der Giftmann, den sie bis zu diesem Augenblick noch als ohnmächtig geglaubt hatte, bäumte sich plötzlich gegen sie auf, riss sich aus dem jämmerlichen Griff ihres einzigen Armes und schnitt ihre Wange mit ihrem eigenen Messer durch ihre eigene Hand. Das war ja ein komisches Manöver; sollte sie sich davon anturnen lassen? Oder auch nicht, weil es ja ihre eigene Hand gewesen war? Die Verblüffung lähmte sie, ehe der Mann sie von sich stieß und sich vor ihr aufbaute. Sein Gesichtsausdruck wirkte geradezu heiter und ließ sie noch mehr zögern.
      "Hä? Anti-Gift-Dolch? Ich dachte, damit kannst du nur das Gift vom anderen Dolch aufheben!"
      Sie wich vor ihm zurück, als er auf sie zukam. War dieser Tag tatsächlich gekommen, an dem sie Angst vor einem Mann hatte, der nicht Berek hieß? Sie wollte es eigentlich gar nicht wahrhaben, aber das ganze verfluchte Lagerhaus vermittelte eine Atmosphäre, in der sie sich keineswegs wohl fühlte. Die zugemüllten Wände, wie die Wände eines Käfigs, der irre Giftmann vor ihr, dem die ganze Sache Spaß zu machen schien, Lodoz, der schlaff in seinem Stuhl hing und nichtmal mehr Atem für einen Fluch übrig hatte, das mysteriöse Etwas an - oder in??? - ihrem Arm, das so unglaublich brannte, als würde man ununterbrochen Feuer an ihre Haut halten. Nichts von alledem war auch nur in geringster Weise Mut spendend und Elraya spürte die blanke Panik in ihr hervorkriechen, vielleicht das selbe Gefühl, das auch Lodoz fühlen mochte. Entweder sie würde hier drin sterben oder sie würde lang genug leben, um durch Bereks Hand zu sterben. Was war ihr lieber?
      Berek. Es war unter ihrer Würde, sich von einem wildfremden Mann umbringen zu lassen.
      Sie wich vor ihm zurück, hielt den Dolch erhoben und fauchte:
      "Das Spiel gewinnst du nicht."
      Dann griff sie an ihren Gürtel, holte tief Luft und zündete ihre letzte Rauchbombe, indem sie sie auf den Boden vor sich warf. Der Rauch stieg auf und in dessen Wolke warf sie sich auf den Boden und versuchte mit dieser Deckung an dem Giftmann vorbeizukommen. Sie musste zur Möbel-Leiter
      an der Wand zurück und wenn sie die erst erklommen hätte, könnte sie aufs Dach steigen und wäre in Sicherheit.

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    • Die Umarmung, welche Aradan von Renera bekam wäre das reinste Balsam für seine Seele gewesen. Dafür hätten aber viele Umstände anders sein müssen. In diesem Moment allem Voran das gigantische Chaos was sich immer weiter auszubreiten drohte. Aber zumindest war er heilfroh darüber, dass Renera einsichtig war und ihren Tatendrang deutlich besser im Zaum hatte als er selbst.
      "Du nimmst mir damit wirklich einiges an Last von den Schultern.."
      Meinte er aufrichtig und schloss auch seine Arme um sie.
      "Ich verspreche dir. Ich werde wenn nötig jedes Haus in der Stadt auf den Kopf stellen bis ich Kiliak und Khil gefunden habe."
      Dann löste er die Umarmung und hielt Renera vor sich, sah ihr in die Augen und hätte ihr am liebsten obendrein das Versprechen gegeben auch Minerva nicht nutzen zu werden, doch konnte er dieses Versprechen einfach nicht aussprechen. Sie war sein letzter Ausweg falls tatsächlich sein Ableben drohen würde und mit geschickten Fäden, könnte er Minerva sogar zu nutzen wissen aber das stand nun nicht zur Debatte. Wichtig war nur dass Renera auf die Zwillinge aufpassen würde.
      So zog er Renera wieder an sich heran und küsste sie innig, beinahe als wäre es ihr letzter Kuss, welchen er auch inmitten der Herrlichkeit dieses Gefühls unterbrach, zum eingebrochenen Fenster schritt, die restlichen Scherben hinaus schlug und nun selbst hinaus sprang.
      Dann dauerte es nicht mehr lang bis er in den Mengen verschwand.


      "Jaaa ich weiß, dafür muss ich mir noch nen besseren Namen ausdenken aber trotzdem erklärt es so ziemlich dessen Zweck. Aber hey. Ich muss dir danken. Nicht nur dein Bruder gibt uns mehr Informationen als ihm bewusst ist. Nun hast auch du mir gesagt dass Khil eure Quelle ist."
      Er grinste umso mehr. Es gab keinen Zweifel. Nur Khil bekam diese Information von ihm. Er konnte sich an diesen Abend erinnern als sei es erst gestern gewesen als er Khil von seinen Dolchen erzählte. Er veränderte immer etwas in seinen Geschichten um genau für solche Fälle gewappnet zu sein. In diesem war es nur Khil die von Jarku erzählt bekam, dass sein zweiter Dolch lediglich das Gift des anderen aufheben konnte. In Wahrheit war es ein komplex aggressiver Hemmer, der wohl jedes leichte Nervengift mit Leichtigkeit neutralisieren konnte.
      Doch bevor er auf den nächsten Irrglauben der Frau überhaupt reagieren konnte, warf sie eine Rauchbombe. Vermutlich wohl das gleiche Zeug von dem Daikata ihm erzählt hatte und schon bei Renera und Aradan zum Einsatz kam.
      Augenrollend hielt auch er direkt die Luft an und nutzte den Ausgang um dem Rauch zu entfliehen. Nun gab es nur noch das Fenster aus welchem der Rauch entfliehen konnte.
      Die Blicke der drei trafen sich vor dem Lager kurz, wobei der Blick von Daikata eine Frage der Situation signalisieren sollte und der von Jarku nur mit einem Schulterzucken begleitet wurde während er sich schon auf den Weg zum Fenster machte.
      Viel bedurfte es nicht um an diesen ungleichen, schlampig verbauten Ziegeln des Lager's hoch zu kommen um beinahe schon etwas zu lange auf die Flucht der Frau zu warten.
      Der Rauch trat grade schon aus dem Fenster aus als er denn die Hand der Frau zu Gesicht bekam. Diese arme Elraya. Nicht nur glaubte sie Jarku mit Gift übermannen zu können, doch glaubte sie obendrein noch so geschwächt entfliehen zu können. Jarku ergriff sich ein Herz und schwor sich bei ihr mit seinen Giften nicht so weit zu gehen wie bei ihrem Bruder. Er konnte schon noch ne Weile durchhalten.
      Jarku lies es sich aber nicht nehmen darauf zu warten bis die Frau grade am Fenster ansetzen wollte um hinaus zu steigen, ehe er ihrem Gesicht mit einem Tritt entgegen kam, welcher sie wieder auf den Boden schleuderte.
      Noch auf dem Dach stehend, blickte er zu Daikata und Valteri hinab und machte mit seinem Kopf eine Bewegung, die von deren Stelle zur Tür hinwies. Valteri nickte, machte Daikata klar dass er ruhig sitzen bleiben konnte und schritt zur Tür, welche er zum Lüften öffnete und nur auf die Frau wartete, welche entweder noch in der Lage war unbeholfene Schritte zu laufen oder ihr Schicksal angenommen hatte und einfach auf dem Boden liegen blieb um dem meisten Rauch zu entfliehen.
    • Khil! Der Giftmann hatte erraten, dass sie bei ihnen war?! Wie um alles in der Welt hatte er das erraten?!
      Damit würde Elraya sich nachher beschäftigen müssen. Vor allem schien es so, dass sie gehörig aufpassen musste, welche Worte sie in seiner Gegenwart wählte.
      Aber viel würden die zwei eh nicht mehr miteinander reden. Elraya warf ihre Rauchbombe, duckte sich in den Rauch hinein und huschte dann zu der Möbel-Leiter, als die Tür plötzlich aufging und unverhofft der Giftmann nach draußen trat. Hä? Drehten hier heute alle am Rad? Was war nur mit diesen Männern und deren absoluter Gleichgültigkeit mit dieser Situation?
      Sie erklomm die erste Stufe, die eine alte Bank darstellte, verzog das Gesicht, als sie sich mit ihrem verletzten Arm hochzuziehen versuchte und hielt dann nochmal inne. Der Rauch dehnte sich immer noch durch das Haus aus und solange alle draußen waren, würden sie auch nicht unverhofft wieder reinkommen können. Vielleicht hatte sie doch noch eine Chance.
      Sie sprang wieder auf den Boden, angestrengt die Luft anhaltend, und huschte zurück zu Lodoz. Er war vom Stuhl gekippt, nachdem er nicht mehr von seinen Fesseln gehalten wurde und lag regungslos auf dem Boden. Sein Brustkorb hob und senkte sich unregelmäßig; er atmete den Rauch ein.
      So eine Scheiße. So eine Scheiße! Sie packte ihn am Arm, zog daran an und hätte in der Anstrengung fast nochmal Luft geholt. Langsam wurde es eng, sehr lange würde sie nicht mehr aushalten können. Außerdem brannten ihre Augen bereits, das war zwar nichts gefährliches, aber durch die daraus entstehenden Tränen konnte sie nur halb so viel erkennen.
      Sie lauschte nach der Tür. Nichts regte sich. Dann beugte sie sich zu Lodoz hinab, klemmte sich seinen Arm um die Schulter und versuchte, ihn mit ihrer ganzen Körperkraft aufzuheben. Ein rasender Schmerz zuckte unmittelbar durch ihre Seite, kaum, als sie ihn halbwegs aufgerichtet hatte, da riss sie die Augen in einem stummen Schrei auf und ließ ihn sogleich wieder fallen. Der Rauch kitzelte in ihrer Nase, als wollte er sie dazu einladen, tief Luft zu holen. Sie verfluchte ihn. Dann beugte sie sich abermals zu Lodoz hinab.
      Sie konnte ihn nicht rausbringen. Selbst mit einer gesunden Seite, mit einem nicht brennendem Arm und ohne Rauch hätte sie es kaum geschafft, ihn bis über die Möbel und dann auch noch auf das Dach hinauf zu transportieren. Er war einfach zu schwer und bis auf das Seil hatte sie keine Unterstützung, keinen Halt, an den sie sich oder ihn festmachen konnte. Er kam hier nicht raus. Und wenn er lang genug lebte, würde ihn womöglich Berek finden und dann wäre alles, was ihm bis dorthin geschehen war, wie ein Witz sein zu dem, was Berek mit ihm anstellte. Es gab für ihn keinen Ausweg.
      Sie umfasste seinen Kopf mit den Händen und hob ihn soweit an, dass sie in seine Augen sehen konnte. Sein Gesicht war aufgequollen, von Blut gesprenkelt und rot, die Nachwirkungen der üblen Prügelei, die er abbekommen hatte. Er sah absolut scheiße aus.
      Sie hielt den Blick für einen Moment auf ihn gerichtet, dann zog sie ihn in eine halbe Umarmung, bei der sämtliche Wunden an ihrem Körper aufschrien. Mittlerweile fing ihre Lunge an zu brennen. Ihre Augen tränten.
      Ich liebe dich, Bruder.
      Sie presste ihn mit dem gesunden Arm weiter an sich, fischte mit dem anderen nach ihrem Dolch und setzte ihn an. Ihr Arm brannte so fürchterlich, dass die Klinge sogar zitterte. Sie zitterte!
      Siehst du, Lodoz, wie viel Mühe ich auf mich nehme, nur wegen dir?
      Von wegen sie hatte ihn auf eine falsche Fährte gelockt. Sie würde ihrem Bruder niemals etwas antun!
      Sie stieß den Dolch in seinen Schädel, ein kurzer und gnadenvoller Tod, der alle Schmerzen mit einem Mal auslöschte. Die einzige Erlösung, die sie ihm jemals hätte bieten können.
      Nun hieß es allerdings schnell zu sein. Sie riss den Dolch heraus, sprang auf, wandte sich ohne einen weiteren Gedanken zu fassen von dem Leichnam ab und stürzte zu den Möbeln. Sie sprang förmlich nach oben, ignorierte den Protest in ihrem Arm und ihrer Seite, zog sich hoch, griff nach der Fensterkante, hievte sich darüber - und bekam gleich einen Stiefel ins Gesicht. Sie verlor sämtlichen Halt gleichzeitig, flog durch die Luft - für den Bruchteil eines Momentes fühlte es sich so an, als könnte sie fliegen - und krachte schließlich rücklings auf den Boden. Sie rang japsend nach Atem, unfähig, noch nur einen Moment die Luft anzuhalten, ehe der Schmerz sich durch ihren ganzen Körper ausbreitete. Sie spürte einen scharfen Schmerz in ihrer Nase - das war der allzu bekannte Schmerz einer gebrochenen Nase - genauso wie das mittlerweile gewohnte Stechen in ihrer Seite, das Brennen in ihrem Arm und dazu auch noch der Schmerz in ihrem Rücken, der sie für einen Moment wie lähmte. Dazu kam auch noch der Rauch, er füllte ihre Lunge und fast schon setzte das Kribbeln ein, das sie wenigstens der Entscheidung erspart hätte, wie sie denn nun aus dieser Lage entkommen sollte, aber die Tür war bereits geöffnet worden und so reichte es nicht aus, um sie vollständig zu lähmen. Sie schaffte es, sich unter einiger Anstrengung zur Seite zu drehen, weg von Lodoz, wo sie ihren Dolch fest zu packen versuchte und sich dann mit dem Versuch abquälte, auf die Beine zu kommen. Allerdings waren ihre Glieder trotz allem schon schwer geworden und sie schaffte es nichtmal auf die Knie, bevor sie wieder zusammenbrach und in dem aufflammendem Schmerz ihrer Seite knurrte. Wenigstens den Mund konnte sie noch uneingeschränkt benutzen.
      "Ich werde euch... umbringen... ihr Hurensöhne! Ich werde mich... für alles rächen... was ihr... meinem Bruder angetan habt!!"
    • Als der meiste Rauch verflogen war und sich nun zumeist nur noch an der Decke staute um den Weg durch das offene Fenster zu suchen, trat Valteri ein und erblickte das Scenario welches sich ihm offenbarte. Er zog die Mundwinkel ergriffen hinunter und wartete auf Jarku, welcher geschwind und fröhlich wieder hinein kam.
      "Meinst du nicht dass das zu weit geht?"
      Jarku wusste nicht was gemeint war, musste sich dabei erst mal selbst einen Überblick verschaffen ehe er sah dass seine Geisel leblos dort in einer großen Pfütze von Blut lag.
      "Na toll... Das war ganz sicher nicht durch mich. Ich hatte nie vor ihn zu töten. Das muss die Frau gewesen sein. SCHÄM DICH!!"
      Rief er ihr rüber und stemmte die Hände an seine seiten.
      "Ich hatte ihn schon so weit getrieben.. Verdammt nochmal. Klar er wollte Renera vergewaltigen, dafür hätte ich ihn am Ende kastriert aber umgebracht hätte ich ihn ganz sicher nicht."
      Nun verschränkte auch Valteri seine Arme, sichtlich mit der Situation nicht einverstanden, doch ließ er Jarku weiterhin machen, welcher zu Elraya ging, ihr beinahe spielend den Dolch aus ihrer Hand schlug und ihr daraufhin nur mit einem Kopfschütteln entgegen kam.
      "Hast wohl noch nie von humaner Folter gehört huh? Schau es dir an, das ist nur deine Schuld. Das nehm ich sicher nicht auf meine Kappe. Wer auch immer euch unter Druck setzt, DAS hätte man anders lösen können. Daikata hats versucht. Hast du auf ihn gehört? Nö. Jetzt sitzen wir hier. Jetzt musst du das selbe durch machen wie dein toter Bruder."
      Valteri konnte sich das alles nicht mit anhören. Er ging wortlos wieder hinaus und schloss erneut die Tür hinter sich und hielt sich daraufhin die Hand ins Gesicht. Er hatte schon viel erlebt aber was in dieser Stadt alles binnen zwei Tagen passierte, musste selbst er sich fern halten.

      Jarku war sich derweilen bewusst dass sich Elraya kaum noch ein Seil hoch kämpfen könnte, geschweige denn an diesen Möbeln hoch kam. Zur absoluten Sicherheit, trat er aber ein Tischbein kaputt, welches das ganze Stapelsystem zum Einsturz brachte und eine Flucht zum Fenster nun in ihrem Zustand unmöglich machte.
      Dann wandte er sich der Frau zu. Er packte sie am Arm, welcher unter Daikata's Flüssigkeit litt und riss sie zu einem freien Stuhl, an welchem er sie nun fest band wie zuvor Lodoz an seinem.
      Doch war er danach noch nicht fertig. Bevor er an der Frau Gift anwenden würde, hiefte er Lodoz wieder auf seinen Stuhl hoch, band ihn grob am Stuhl fest und schleifte eben diesen Stuhl bis vor dem von Elraya. Sie sollte ihre Tat genau vor Augen haben während das Verhör nun von Lodoz auf sie über ging.
      "Gut okay. Ich will jetzt mal kurz klar machen, dass wir Informationen, keine Leben fordern. Ich werde diese Informationen bekommen, es liegt einzig und alleine bei dir wie lange das dauern wird. Du wirst dabei nicht sterben, das habe ich auch deinem Bruder garantiert. Aber du wirst es dir wünschen. Falls du glaubst dass dir Sturheit oder freche Reaktionen weiter helfen.. Hast du jetzt ein Bild vor Augen wie du in etwa aussehen wirst."
    • Der Giftmann kam wieder hereinspaziert, als würde er sich gleich seiner Lieblingsbeschäftigung widmen. Womöglich stimmte das auch, den ganzen Mixturen auf dem Tisch zu schließen, musste er ungeheuren Spaß dabei haben, seine Opfer zu quälen. Elraya hieb mit ihrem Dolch nach ihm, aber es war eher eine Geste des Trotzes und im Gegenschluss musste sie sich von ihrer treuen Waffe gleich verabschieden.
      Er hievte sie an ihrem geschundenen Arm hoch und Elraya biss sich die Zunge blutig in dem Versuch, ihm nicht auch noch die Genugtuung eines Geräusches zu geben, das der Schmerz ihr beinahe entlockt hätte. Sie holte tiefe Atemzüge, versuchte ihn dabei am Arm zu kratzen und atmete schließlich aus, als er sie losließ um sie, genau wie ihren Bruder vorher, an einem Stuhl festzubinden. Allerdings hob er auch ihn auf seinen Stuhl hoch und beförderte ihn kurzerhand vor Elraya, die ihn böse anstarrte. Sie widmete ihrem Bruder keinen einzigen Blick, allerdings konnte sie dennoch das Blut tropfen hören, das ihm noch immer aus dem Kopf floss. Es stank unglaublich nach Eisen und wenn sie gekonnt hätte, hätte sie die Fenster für ein bisschen frische Luft geöffnet. Aber da kam sie ja jetzt auch nicht mehr hoch, nachdem die Möbel-Leiter nicht mehr stand.
      Sie versuchte den Giftmann mit ihren Blicken aufzuspießen und riss versuchsweise an ihren Fesseln. Natürlich hatte das keinen Erfolg.
      "Du kannst mir keine Angst machen mit deinen großen Worten, Giftmann! Ich werde dir rein gar nichts sagen; denkst du etwa, ich fürchte mich vor ein bisschen Prügel? Wenn du nur wüsstest! Deine kleinen Gifte ziehen bei mir nicht und was wirst du dann machen, wenn nichts funktioniert? Etwa meinen Bruder als Geisel nehmen? Hah!"
      Sie spuckte auf ihn.
    • "Hm.. Ich glaub langsam dass Daikata wohl recht hatte. Weißt du, der kennt sich echt aus mit dem Leben innerhalb von Mauern. Meint immer dass alle die darin leben verblendet und dumm sind. Haben alle einen kleinen Horizont und beschränken sich auf eine kleine Welt"
      Während er daher sprach, wanderte er schon zu seinem kleinen Tisch und rührte das ein oder andere Gemisch an.
      "Ach und übrigens. Dein BRUDER, hat dicht gehalten. Ich meine klar, ich weiß wie ihr zwei heißt aber bis auf dass ihr erpresst werdet, hat er tatsächlich nichts gesagt. War n tapferer Knabe, so viel steht fest. Hätte seine Familie mit seinem Tod beschützt nehme ich mal an."
      Da klopfte er sein Metallstäbchen an der ersten Schüssel ab und zog die Flüssigkeit in eine Spritze auf ehe er wieder zur Frau ging und sich vor ihr hin kniete.
      "Das ist mein voller ernst. Find heutzutage mal wen der sich opfert für seine geliebten. Ist echt nicht leicht."
      Direkt stand er wieder aufrecht öffnete den Verband und die Naht von Elraya um ihr genau wie bei ihrem Bruder den ersten Tropfen verabreichen zu können. In diesem Fall zögerte er aber noch, beinahe das Zeichen eines guten Willens.
      "Also? Wie siehts aus? Ich werde dir erst einen Tropfen in die Wunde geben. Danach zwei und danach immer einen mehr. Dein Bruder hat nach drei Tropfen geredet und bat vor dem vierten um Gnade. Meinst du du bist taffer als er? Erzähl uns nur von diesem Strippenzieher und wir werden uns ihm annehmen."
    • Elraya beobachtete den Giftmann aus zusammengekniffenen Augen heraus. Sie hasste, wie selbstgefällig er durch das Haus spazierte, als würde ihm alles und jeder gehören. Nun, zumindest Lodoz gehörte ihm nicht mehr und Elraya würde sich vorher die Zunge abbeißen, ehe sie ihm etwas erzählen würde. Komme was wolle.
      Er kam zu ihr zurück und setzte seine Spritze an, die er bereits bei Lodoz benutzt hatte. Elraya schürzte die Lippen.
      "Ich werde dir aufs Grab scheißen, du Bastard. Tob' dich nur aus solange du noch alle deine Gliedmaßen hast."
      Und dann kam der Tropfen.
      Wenn Elraya jemals geglaubt hatte, so etwas wie Schmerzen zu empfinden, war es gegen das, was ihr in dieser Sekunde durch sämtliche Adern schoss, wie ein leichtes Kitzeln. Es fühlte sich so an, als stünde ihre Haut in Flammen, sämtliche Faser in ihrem Körper quoll in einem einzigen Sturm aus Todesqualen auf, der sie von innen heraus zerriss - nur dass es nie so weit kam. Wenn sie tatsächlich zerrissen worden wäre, wäre es vermutlich eine Erlösung gewesen.
      Sie schrie auf, brüllte regelrecht und warf sich gegen die Fesseln, ein Todeskampf gegen eine unsichtbare Kraft, die ihr von innen heraus die Haut abschälte. Sie vergaß, wie man atmete. Sie vergaß zu blinzeln.
      War das wirklich nicht so schlimm wie das, was Berek ihr antun würde? Konnte sowas überhaupt noch übertroffen werden? Hatte der Giftmann nicht gesagt, dass Lodoz sogar drei Tropfen bekommen hatte? Wie konnte sie auch nur einen weiteren davon aushalten?
      Sie schrie, bis sie drohte ohnmächtig zu werden und dann, als das Gefühl nach einer Ewigkeit langsam wieder verebbte, hechelte sie nach Luft, konnte für einen Moment gar nichts anderes als nur zu atmen und dabei auf ihrem Stuhl zusammenzusacken, in dem irrwitzigen Versuch die Schmerzen weiter zu lindern. Das Feuer in ihr erlischte langsam.
      Sie weinte. Wann hatte sie angefangen zu weinen? Sie wusste es nicht. Sie wusste auch nicht, warum sie weinte, aber genauso wenig konnte sie aufhalten, dass ihr die Tränen über die Wange flossen.
      Lodoz war umsonst gestorben. Sie hatte ihren Bruder für Nichts umgebracht.
      "Berek", stieß sie schließlich atemlos hervor und sackte noch weiter zusammen, als könne sie sich vor dem Namen verstecken. "Er heißt Berek."
    • "Berek?" Fragte Jarku überrascht nach als wollte er nicht glauben was er hörte. Beinahe als könne er die gesprochene Sprache nicht mehr verstehen, zog er seinen Kopf an und wiederholte den Namen erneut. Erst dann ließ er seine eigentlicher Empfindung freien Lauf. Es war ein Gemisch aus Enttäuschung und Wut die sich darin wiederspiegelte, dass er die Spritze gegen eine Wand warf.
      "Ist das dein ernst? Nach nur einem Tropfen? Ich hab da drüben noch 5 weitere Mixturen und die Spritze für die erste war noch für locker 9 Tropfen gut."
      Daraufhin ging er tatsächlich etwas genervt im Lager umher bis er den Stuhl mit Lodoz außer Reichweite schleifte um sich selbst vor Elraya zu knien.
      "Gut okay. Muss ich mich wohl mit abfinden. Aber mal weiter im Text. Berek. Sehr gut."
      Sein Blick stach Elraya als würde er sich schon darauf freuen der Gruppe diesen Namen nennen und einen Gegenangriff einleiten zu können
      "Und wer ist noch mit von der Partie? Khil ist mir klar. Aber sagen wir mal dass wir diesen Berek einen netten Besuch abstatten wollen, was hätten wir zu befürchten? Und vor allem, wo finden wir diesen Mann?"
      Dabei spreizte er langsam Elraya's Beine um ihr deutlich zu machen wo der zweite Tropfen, von einem Gift landen würde, den nicht mal Lodoz abbekommen hatte.

      Im Unterschlupf selbst trat die Tür auf. Ein zufriedener Berek trug eine schwere Truhe hinein und wuchtete diese auf den Tisch in der Mitte ehe er Pria entgegen schnellte um ihr den Rucksack mit all den anderen Habseeligkeiten ihrer Beute abzunehmen.
      "Na also! Wer hätte gedacht dass dieser Auftrag wirklich so leicht über die Bühne gehen würde. Da haben wir Pläne für alle in dieser merkwürdigen Gruppe, wollen nur auf unseren Spähtrupp gehen und dann ist nur dieser kleine jungfräuliche Kerl im Raum mit einem verkrüppelten Spion! Keine Ahnung wo sich Lodoz und Elraya rum treiben. Vermutlich vögeln die nur wieder rum aber wie du siehst, braucht es nur etwas Glück und wir sind steinreich."
      Berek war bester Laune und entschlossen Pria einen Bonus für die Bordell Ablenkung obendrauf zu geben, immerhin lies sich dieser Kiliak leicht wie in einer Bilderbuch Geschichte von einer Prostituierten aus dem Raum ins Bordell locken.
      Der Spion starb anschließend sogar im Schlaf, was es Pria und Berek zum Kinderspiel machte all die Sachen zu plündern die nach Wert aussahen. Neben der beschriebenen Truhe waren sogar edle Waffen darunter und ein voll bestückter Tisch mit Nahrung, die ebenfalls in einen Sack gepackt wurde.
    • Obwohl Elraya geglaubt hätte, dass der Name den Giftmann womöglich gütig stimmte, schien er wohl eher wütend zu sein. Wütend darüber dass er... sie nicht weiter foltern musste? Der war selbst für Elrayas Verhältnisse zu verrückt - vielleicht sogar für Bereks.
      Sie hob den Kopf gerade so weit an um zu beobachten, wie er Lodoz wegschleifte und sich stattdessen vor sie kniete. Aus seinen Augen drang der pure Wahnsinn.
      Sie malmte mit dem Kiefer und entschied sich dazu, einfach lieber gar nichts zu sagen. Besser gar nichts als weiter alles auszuplaudern. Allerdings hielt dieser Wille nur so lange an, bis er anstalten machte, sich tatsächlich an ihrer Hose zu schaffen zu machen.
      "Nein!"
      Dass sie das mal in diesem Zusammenhang sagen würde, glich nahezu einem Weltwunder. Aber sie konnte einen zweiten Tropfen von diesem Zeug nicht aushalten, sie konnte es einfach nicht. Sie fühlte sich noch immer unter Spannung von dem ersten und ein weiterer hätte sie in den schieren Wahnsinn getrieben.
      "Ich hoffe jemand schneidet dir eines Tages deine Eier ab und stopft sie dir ins Maul", knurrte sie - geriet dann aber doch wieder in Panik, als er nach der Spritze griff.
      "Schon gut! Ich sag's! Pria ist bei ihm, Pria und Khil. Sie sind da, wo der Riese und der Weißhaarige schon waren, aber der Eingang ist verschachtelt, ist ein Labyrinth. Man braucht eine Karte, um durchzufinden, andernfalls geht man verloren."
      Sie biss die Zähne aufeinander und funkelte den Giftmann an.
      "Bring mich um, wenn wir hier fertig sind. Ich geh' nicht mehr zu Berek zurück, er soll mich am Arsch lecken. Versprich mir, dass du mich umbringst!"

      Pria rieb sich die Schulter, kaum, als sie ihren eigenen Beutel loswurde, und schlenderte zu dem Tisch. Berek war bei guter Laune und das stimmte sie selbst fast gut. Sie hatten tatsächlich Erfolg gehabt - und das ohne die Verluste, die sie gehabt hätten, wenn die Geschwister mitgekommen wären.
      "Noch sind wir nicht steinreich. Wie kriegen wir das Zeug auf den Schwarzmarkt, ohne dabei sämtliche Aufmerksamkeit auf uns zu lenken? Etwa eins nach dem anderen? Das ist immernoch gefährlich."
      Sie kramte in dem Sack mit Essen herum und zog einen Käse heraus, auf dem sie herumkaute. Die Waffen interessierten sie wenig, allerdings würden sie wohl auch ein gutes Sümmchen hergeben. Ihre Schulter machte sie fertig, aber sie wagte nicht Bereks Stimmung in irgendeiner Weise zu trüben. Daher lehnte sie sich bald zurück, legte die Füße auf den Tisch und musterte die Truhe.
      "Wir sollten warten, bis die Aufregung einigermaßen abgeklungen ist. Wenn wir das Zeug zu schnell verkaufen, kommen sie uns vielleicht noch auf die Schliche."
      Sie kramte nach einer Zigarette.
    • "Umbringen?"
      Jarku stand auf und gab der Frau einen Schritt weit Luft.
      "Weißt du. Der Sinn von einem Verhör besteht darin Informationen zu bekommen. Gibst du sie mir, kommst du frei. Warum ständig jeder so auf Beleidigungen abfährt und vorgibt eine Haut aus Stahl zu haben, ist mir schleierhaft. Am Ende reden sie alle oder sie sterben aus falschem Stolz heraus."
      Er fing an seinen Dolch gelassen in der Luft herum zu werfen und wieder zu fangen während er sich halb gegen eine Holzkiste hinter sich lehnte.
      "Aber ich muss schon sagen. So wie du und dein Bruder auf diesen Berek reagiert, muss das ja ne ganz tolle Nummer sein. Versuch doch mit deinen nächsten Informationen etwas präziser zu sein. Umso höher wird die Chance dass wir diesen Kerl erfolgreich schnappen und ihn uns annehmen um es mal vorsichtig auszudrücken. Mit anderen Worten, könntest du uns sogar dabei helfen und den Spieß umdrehen."
      Dann steckte er seinen Dolch wieder weg und zog stattdessen eine ziemlich simpel Stadtkarte hervor wo die gröbsten Punkte mit Symbolen versehen waren, etwa der Markt, Ärzte und andere Einrichtungen. Diese Karte legte er auf die Kiste ehe er sich wieder der Frau zuwandte.
      "Du sagst also Valteri und Aradan waren schon nahe an eurem Unterschlupf dran. Es wäre ziemlich hilfreich exakt zu wissen wo jeder Ausgang dieser Tunnel ist. Oh und natürlich etwas mehr zu den Personen. Was können die? Sind das Spezialisten im Unterhalten von Kindern oder muss man davon ausgehen dass sie uns etwas entgegen zu setzen haben? Ich glaube kaum dass sie freundlich reagieren wenn wir nett an deren Tür klopfen oder?"


      Berek nickte als wäre es selbstverständlich was Pria gesagt hat. Natürlich waren sie noch nicht Reich. Die Ware zu verscherbeln war schon immer eine mühselige Aufgabe.
      "Natürlich. Auf den Markt werden wir sowas nicht los. Die Händler haben kaum genug Geld um auch nur einen Kryss auszuzahlen. Worauf wir warten müssen ist die Karawane aus der Königsstadt. Mit etwas Glück kriegen wir 1-2 Kryss verkauft und können bis zu deren nächsten Ankunft schon leben wie Könige. So werden wir den Kryss Stück für Stück los ohne dass wir auffallen. Natürlich werden das auch ein paar meiner Leute erledigen damit kein Muster zu erkennen ist. Die Karawanenhändler werden denken dass in der Nähe eine kleine Ader entdeckt worden sein muss."
      Trotzdem war ihm nach feiern zumute. So genehmigte er sich eine Flasche teuren Wein den sie ergattert hatten und schenkte drei Gläser ein. Das erste gab er Khil, das zweite Pria und mit dem dritten stieß er mit den Beiden an.
      "Auf Khil, ohne der wie nie an so einen Schatz gekommen wären. Wir mögen dich noch nicht lange kennen aber in diesem Fall hast du uns nicht belogen. Trink nur, dieser Wein hat ein herrlich fruchtiges Aroma."
      Berek hatte benehmen. Er trank nur ungerne direkt aus Flaschen oder aß ohne Besteck. So trank er auch nun erst nachdem er sich den Hut und Mantel abgelegt hatte einen kleinen Schluck ehe er fast adelig wirkte wie er mit seinem Glas vor der Brust haltend da stand, die andere Hand in seiner Tasche.
      "Nun. So verlockend die ganze Geschichte des Goldes auch sein mag. Wir müssen zum zweiten Teil übergehen. Das könnte ziemlich verzwickt werden wenn ihr mich fragt. Klar. Wir haben den Raubzug abgeschlossen, doch sind wir nach wie vor in der Stadt mit denen. Ein jeder würde die Stadt für einen solchen Schatz auf den Kopf stellen. Noch dazu sind Lodoz und Elraya nach wie vor nicht zurück. Ein kurzer Späh Auftrag hätte schon vor einer Stunde abgeschlossen sein sollen. Entweder haben die wieder irgendwo ihren Spaß oder es ist etwas dazwischen gekommen. Was ich sagen will ist, dass es durchaus im möglichen Bereich steht, dass diese Truppe schon jetzt vor unserer Türschwelle stehen kann. Was sollen wir also tun? Irgendwelche Vorschläge? Khil. Was ist mit dir? Bist doch hier um dich zu beweisen. Was würdest du nun tun?"
    • Elraya zog die Stirn in Falten. Der Giftmann hatte überhaupt keine Ahnung in welche Sache er sich gebracht hatte - mit welchem Mann er sich versuchte anzulegen. Andernfalls hätte er sie nicht nur augenblicklich entsorgt, er hätte auch noch seine ganze Truppe eingesammelt und die Stadt so schnell verlassen wie es ihm möglich war. Er hatte wirklich keine Ahnung, wer Berek war.
      Elraya stieß ein kurzes, schrilles Lachen aus und entspannte sich ein wenig in ihrem Stuhl. Solange er mit seinen Spritzen wegblieb, konnte ihr nichts passieren.
      "Ihr wollt euch Berek annehmen? Seit ihr etwa noch dümmer als ich? Mit Berek kann man sich nicht anlegen. Dass ihr überhaupt darüber nachdenkt ist schon Beweis genug, dass ihr keine Ahnung von irgendwas habt! Ihr seht nur ein gewalttätiges Geschwisterpaar, das euch einmal zu viel über den Weg gelaufen ist, oder? Ihr wisst es einfach nicht! Ihr wisst es wirklich nicht!"
      Sie musste sich für einen Moment tatsächlich bemühen, ihre Begeisterung nicht die Überhand gewinnen zu lassen. Schließlich schien der Giftmann nicht abgeneigt, sie trotz ihrer Informationen dennoch ein Stück weiter leiden zu lassen und das wollte sie nun wirklich nicht.
      "Berek ist so glitschig wie ein Aal, den kann man nicht fassen - außer er will es, verstehst du? Und wenn das der Fall sein sollte, dann solltet ihr lieber schon eure Testamente bereit halten, denn dann werdet ihr nichtmal mehr genug Zeit haben darüber nachzudenken, wer eure Knochen einsammeln soll."
      Sie warf einen flüchtigen Blick auf die Karte und nickte in ihre Richtung. Sie kannte die Karte so gut wie nichts anderes und erhaschte einen Blick auf ihre jetzige Lage und all die Fluchtwege, die sich ihr anboten. Wenn der Giftmann sie tatsächlich nicht umbrachte, musste sie zusehen, dass sie so schnell vor Berek flüchten konnte, wie es ihr nur möglich war. Und schließlich war sie schnell, aber es würde ihr härtester Spurt aller Zeiten werden.
      "Der Unterschlupf ist nur einer von vielen, so wie wir nur ein paar von vielen sind mit dem Unterschied, dass wir das Privileg haben, für ihn persönlich zu arbeiten - wenn man das ein Privileg nennen kann. Schließlich hat er gegen uns alle irgendwas in der Hand."
      Sie spuckte auf den Boden und achtete darauf, nicht auf Lodoz' Leichnam zu sehen.
      "Wenn ihr Pech habt, werdet ihr ihn dort antreffen. Wenn ihr Glück habt, werdet ihr nur Pria und Khil finden und von Khil werdet ihr nicht viel erfahren, das Miststück hat doch genauso wenig Ahnung. Und Pria wird nichtmal den Mund aufmachen. Pria ist schlauer als ich, die könnt ihr nicht knacken, nicht mit allem Gift der Welt. Dafür hat er sie zu fest in der Hand."
      Sie schürzte die Lippen.
      "Und wenn ihr ihn doch antrefft, dann seid ihr direkt in seine Falle gelaufen. Vor dem kann euch auch euer hübscher Aradan nicht beschützen, er ist nämlich Magier. Nur ein Fingerschnippen und er verbrennt euch alle bis auf eure Knochen."
      Sie zog ein wenig an ihren Fesseln.
      "Aber durch die Höhlen kommt ihr eh nicht und das werd' ich euch auch nicht zeigen, allein schon Pria zuliebe. Khil ist mir egal, die geht mir auf den Sack."

      Die fröhliche Stimmung hielt weiter an, während Berek den Frauen Wein einschenkte und mit ihnen anstieß. Khil hielt ihren aufmerksamen Blick auf die beiden anderen gerichtet, während sie ihr Verhalten einzuordnen versuchte. Berek hatte eine ganz vorbildliche Haltung und wusste, wie man das Weinglas richtig halten musste, wie man daraus trank und wie man die Sitten einhielt. Pria wirkte dagegen etwas nachlässiger, sie hielt zwar das Glas richtig, allerdings nahm sie einen riesigen Schluck und stellte es kurz darauf grob auf dem Tisch ab, als würde es sich um einen Krug handeln. Aus dieser Beobachtung allein konnte sie herausfiltern, welche Erziehung die beiden wohl genossen hatten.
      Khil selbst ahmte Berek nach, ehe sie antwortete.
      "Ich würde sie auf eine falsche Fährte führen", schlug sie nachdenklich vor, während sie auf die Truhe sah.
      "Und vor allem würde ich nicht alles an einem Ort lagern sondern aufteilen. So bekommen sie nicht alles, wenn sie doch etwas finden."
      Pria sah zu Berek.
      "Das ist von dir abhängig. Wie viele loyale Leute hast du - bis auf uns drei - denen du Kryss anvertrauen kannst? Nicht viele, schätze ich mal. Sogar die korrupten Soldaten können sich wieder auf die andere Seite schlagen, wenn sie nur genug Bestechungsgelder bekommen und ein einziges Kryss ist schon genug Bestechungsgeld, um sich völlig von dem System lossagen zu wollen. Aber grundsätzlich gebe ich Khil wohl recht, sie auf eine falsche Fährte führen und diesen ganzen Schatz an verschiedenen Orten in der Stadt aufteilen, ist wohl die beste Option, bis die Karawane da ist."
      Sie zündete ihre Zigarette an.
      "Und wenn du mich fragst, können Lodoz und El auch wieder zurückkommen, damit sie uns dabei helfen können. Die sind sich wahrscheinlich sowieso irgendwo über den Weg gelaufen und rammeln in irgendeiner Gasse."
      Sie verzog angewidert das Gesicht und beeilte sich, einen tiefen Zug zu nehmen.

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    • Jarku musste schon etwas schmunzeln als Elraya ihren Vortrag hielt aber er antwortete mit zuckenden Schultern.
      "Ja. Ne ne. Dass du nicht die hellste Kerze in eurem Trüppchen seid, war mir schon klar, mach dir da mal keine Gedanken kleines Täubchen."
      Dann kam er wieder langsam auf sie zu, jedoch ohne bedrohlicher Absicht
      "Nein was du wohl etwas falsch zu verstehen scheinst ist der Punkt dass wir keine Leute sind die einfach mordend auf andere los gehen während sie grade beschäftigt sind. Ich hab nicht gelogen als ich sagte deinen Bruder nie töten zu wollen. Es lag alles an ihm und letzten Endes lag es an dir, so wie jetzt auch dein Leben an dir liegt."
      Wieder auf dem Stuhl vor Elraya platz nehmend, fing er an über ihren Beinen mit seinem giftigen Dolch zu spielen. Nicht um ihr Angst zu machen. Es war viel mehr etwas was er ohnehin ständig tat wenn er grübelte.
      "Hm also wenn ich das richtig verstehe, ist dieser Berek eine Art menschlicher Puppenspieler der seine Fäden überall in dieser Stadt hat, richtig?"
      Dann folgte die kleine Erwähnung dass er ein Magier sei und alle verbrennen könne. DAS war dann nun doch etwas dass Jarku vom Spielen abhielt und ihm auch ins Gesicht geschrieben war. Nicht etwa vor Angst, viel mehr als hätte sie ihn einfach sehr überrascht. Dabei lehnte er sich zurück in den Stuhl und saß nun beinahe schon ordentlich dort. Sogar sein Stimmton klang nun ernster als würde sich Elraya nun auf ganz glattem Eis bewegen.
      "Ein Magier? Das ist interessant. Sag mir. Was genau weißt du eigentlich über Aradan?"
      Nun wurde es ganz klar interessant. Je nachdem was diese Truppe über Aradan wusste, hätte dieser auf keinen Fall mit Berek in Kontakt kommen dürfen. Andernfalls wäre es, als wäre die Stadt auf einem Fundament voll Sprengstoff erbaut worden. Keiner würde eine solche Auseinandersetzung überleben. Vermutlich nicht mal die eigene Truppe.


      "Auf die falsche Fährte locken hm? Tja das würde wohl funktionieren. Genauer gesagt, habe ich schon dafür gesorgt. Es dürfte sich schon etwas rum gesprochen. Meine Vögelchen streuen das Gerücht während wir reden, dass sich eine Gruppe Kleinkriminelle damit brüstet einen enormen Schatz ergattert zu haben. Die Standpunkte variieren dabei von Vogel zu Vogel. Keines davon ist auch nur in der Nähe von unseren Verstecken."
      Daraufhin sah er Pria an und nickte ihr zu
      "Ein berechtigter Einwand. Aber lass mich dir die Frage stellen. Hättest du einen Kryss, würdest du es gegen Gold tauschen? Gold würde dir nicht weiter helfen. In dem Moment wo ich das bemerke, und glaube mir, das werde ich schnell wissen, ziehe ich an einen Faden und du verlierst alles wofür es sich zu leben lohnt. Genau so geht es allen meiner kleinen Gefolgsleute. Also ja. Ich habe genug denen ich Kryss in die Hand drücken kann. Denen die dumm genug sind zu glauben dass sie sich mit Gold vor mir schützen können, werden es ohnehin nicht bekommen."
      Nun hatte er auch sein Glas geleert und füllte sich noch mal nach. Auch Pria schenkte er neu ein, ebenso wie Khil, die nun aber ein ziemlich volles Glas in der Hand hielt, da sie nicht schnell genug getrunken hatte.
      "Aber gut. Es ist an der Zeit uns diese schimmernden Wunder dieser Zeit anzusehen. Pria. Mach dich ans Schloss. Ich will so eine edle Truhe nur ungerne mit Kratzern schmücken indem ich es auf schlage. Das ist eine mächtig robuste Truhe und wohl sicherer als die Schatztruhe des Steuereintreibers. Du hast doch noch genug Dietriche die du nutzen kannst?"
      Als er nun noch einmal das fruchtige Aroma über seine Zunge gleiten lies, stellte er das Glas ab und machte sich zu dem Schacht auf, durch welchen Khil in das Versteck gekommen war und auch zur Geheimtür, welche ebenso etwas Licht einfallen lies und stellte große Bretter davor, um auch wirklich jeden möglichen Blick von außen abzuschirmen.
      Dunkel blieb es aber nur für einen kurzen Augenblick ehe Berek seine Hand anhob und eine grüne Flamme erscheinen ließ die so groß wie ein Laib Käse war. Daraufhin schnippte er mit zwei Fingern wodurch sich die große Flamme in einige kleinere aufteilte, welche sofort an jeden Kerzenhalter an den Wänden zischte um dort ohne eine Kerze stehen zu bleiben und dabei mehr licht boten als es noch zuvor der Fall war.
    • Der Giftmann kam doch wieder zurück und Elraya versteifte sich augenblicklich in der Aussicht auf eine weitere Runde seiner Folter. Allerdings spielte er dann, zu ihrer Überraschung, nur mit seinem Dolch an ihrem Bein herum. Sollte das sein Ernst sein? Wollte er ihr etwa, nach seinen ganzen Giften, damit Angst machen? Dass sie nicht lachte. Dolche waren ihre Spezialität. Und war das nicht sein Giftdolch? Oder der... andere? Wie sollte er die überhaupt auseinander halten? War ja auch egal. Wenn er seine Klinge noch weiter an ihrem Bein entlang fahren ließ, würde sie sich ihm schon fast freiwillig hingeben. Aber auch nur fast - sie bevorzugte eigentlich Männer mit sichtbaren Muskeln.
      Sie drückte sich der Klinge dennoch entgegen und reckte ihre Brüste heraus. Leider schaffte sie es nicht, sich von ihm schneiden zu lassen und zu allem Überfluss ging er dann auch noch auf Abstand. Seinem veränderten Tonfall konnte sie allerdings entnehmen, dass er nicht ganz abgeneigt sein musste und so drückte sie sich ihm weiter entgegen, zumindest so weit wie die Fesseln es zuließen.
      "Aradan? Ach, der Weißhaarige. Irgendwas damit, dass er Kryss dabei hat; oder in sich hat? Frag' doch Khil die Besserwisserin, wenn du's unbedingt wissen musste."
      Sie rutschte ein wenig auf ihrem Stuhl hin und her. Er hatte seinen Dolch noch nicht weggelegt, das war ja wohl ein gutes Zeichen.
      "Wieso kommst du nicht mit deiner hübschen Waffe ein bisschen näher und ich werde sehen, an was ich mich noch alles erinnern kann?"
      Sie grinste ihn lüstern an.

      Pria griff nach ihrem erneut gefüllten Glas, pickte die Zigarette zwischen ihren Lippen heraus, nahm einen weiteren großen Schluck und schwang dann erst die Füße vom Tisch. Khil machte ihr ehrfürchtig Platz, als sie den Tisch wortlos umrundete, den Dietrich aus ihrer Hosentasche klaubte und sich an der Truhe zu schaffen machte. Nachdem sie keinen Zeitdruck hatte, sollte es eigentlich etwas Einfaches sein, aber das Schloss entpuppte sich dennoch als Meisterwerk, woraufhin sie die Truhe kurzerhand ein Stück nach hinten schob und sich auf den Tisch setzte. Sie brauchte fünf ganze, beschämende Minuten, in den sie regelmäßig Rauch aus ihrem Mundwinkel puffte und erbarmungslos an dem Schloss ratterte, ehe es endlich befriedigend knackte und sie den Mechanismus löste. Khil beobachtete sie, allerdings sah sie nach kurzer Zeit auf, als das Licht um sie herum sich veränderte. Sie sah zu Berek, den in diesem Moment wahrhaftige Flammen verließen, die durch das Zimmer und zu den Kerzen an den Wänden huschten. Sie starrte ihnen voller Faszination nach, ehe sie das Zimmer in ein helleres Licht tauchten als schon vorher. Berek konnte tatsächlich zaubern? So ganz ohne Hilfe - und anscheinend auch ohne jegliche Anstrengung? Sie hätte ihn gerne danach gefragt, allerdings schien er für den Moment zu sehr in Erwartung auf die Kiste zu sein, dass sie es sich für nachher vorbehielt. Er würde ihr schließlich nicht weglaufen.
      Pria steckte sich den Dietrich zurück in ihre Tasche und öffnete den Deckel. Plunder häufte sich vor ihr auf, purer Müll, wertlos und unbrauchbar. Sie schnippte ihre Zigarette weg und fing an, die Truhe zu durchforsten.
      Aber desto mehr sie durchstöberte, desto mehr Panik spührte sie in sich hochkriechen. Kein Kryss da. Kein Anzeichen von irgendeinem Kryss, nichtmal ein Katalysator, nichts, was irgendwas magisches an sich hätte haben können. Nur ein Haufen Dreck.
      Für einen Moment war sie überwältigt von der aufbrausenden Panik, die sie mit einem Schlag überrollte, ehe sie die Beherrschung über die Gedanken zurückgewann. Sie ging binnen einer einzigen Sekunde sämtliche Szenarien durch, die diesem Ereignis folgen konnten, allerdings hatte sie keine Wahl. Sie waren alleine, es führte kein Weg daran vorbei.
      "... Berek?
      "
      Sie sah zögernd zu ihm auf.
      "Da ist nichts drin, kein Kryss. Nur Müll. Sieh' selbst."
      Sie rückte ein Stück von der Kiste ab.

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    • "Nein. Die Besserwisserin brauche ich nicht zu fragen. Aber allem Anschein nach habt ihr keine Ahnung in welcher Gefahr wir nun alle schweben. Ich habe keine Ahnung wo Aradan ist aber sollte er auf Berek stoßen und wie du behauptest dieser Berek seine Magie einsetzt, dürfte diese Stadt im Handumdrehen von jeder Karte verschwinden. Das ist... ein kleines Problem."
      Vollkommen unbeachtet von Elraya und ihrem Gefallen an seinem Dolch, stand er direkt auf und ging hinaus zu Daikata und Valteri, welchen er jede noch so kleinste Information übermittelte. Beide verstanden unmittelbar den Ernst der Lage und machten sich wieder auf den Weg zum Gasthaus. Nur Jarku blieb zurück und betrat wieder das Lager um eventuelle Details zu erhaschen. Möglicherweise wusste die Frau ja mehr als sie selbst als wichtig erachtet.
      Er spielte also mit und bezog sich auf ihre Gier. Nur was begehrte sie denn in diesem Moment so sehr? Machte es sie etwa scharf geschnitten zu werden oder war sie wirklich so wahnwitzig nach dem Gift an seinem Dolch? Sollte er ihr sagen was es bewirkte? Nein. Vorerst nicht. Das konnte er schon noch etwas besser zu seinem Vorteil nutzen. So setzte er sich wieder vor ihr und stach den Dolch mit der Schneide zu ihr ganz vorne in ihren Stuhl, wo sie sich aus ihrer Lage nicht hätte selbst daran schneiden können.
      "Okay, spielen wir doch mal ein Spiel okay? Sagen wir.. Ah genau. Du erzählst mir ein hilfreiches Detail über eure Gruppe und im Gegenzug wandert dir der Dolch Stückchen für Stückchen entgegen."


      Die Laune kippte im Unterschlupf so schnell wie sich eine Gewitterwolke vor die Sonne schob als Berek sah wie wild Pria in der Truhe zu wühlen schien. Er kam bereits näher bis er schon die schlechte Botschaft bekam und es auch kurz darauf selbst sehen konnte. Wie ein Vulkan fing er zu brodeln an, sich langsam vergessend als er die Truhe nun selbst zu sich zog und grob darin die Wände abklopfte. Nichts. Kein hohler Ton, keine abnehmbare Wand. Mit jeder Sekunde stachen ihm weitere Adern an Hände und Stirn empor ehe sein Blick alleine nun Khil schon töten könnte. Noch mit dem letzten Funken Menschlichkeit schritt er an den Tisch vorbei bis er genau vor Khil stand, sie dabei immer weiter gegen die Wand drängte indem er einfach immer weiter auf sie zu ging und sie damit automatisch zum rückwärts gehen zwang. Angekommen stand Khil nun genau neben einen der Kerzenhalter, gefolgt von einem festen Griff von Berek an ihrem Kragen damit sie nicht weglaufen konnte.
      "Eine Kiste voll Kryss? Möchtest du das erklären?"
      flüsterte er bedrohlich und lies dabei die Flamme vom Kerzenhalter ganz langsam immer näher an Khils Gesicht hinan flackern.
    • Elraya mochte den Giftmann nicht, weil er so naiv Berek unterschätzte. Er behauptete tatsächlich, dass dieser Aradan eine größere Gefahr darstelle als er - das war so ziemlich das unsinnigste, das sie jemals gehört hatte. Als Antwort lachte sie ihm hinterher, als er das Haus verließ.
      Lange ließ er sie allerdings nicht allein und als er zurückkehrte, war sie positiv überrascht von seinem Angebot. Sie starrte mit glitzernden Augen auf den ihr zugewandten Dolch herab, ehe sie wieder zu dem Giftmann hochsah. Dann schnaubte sie und versuchte wie beiläufig, sich an den Dolch heran zu winden.
      "Ein hilfreiches Detail? Ach komm schon, stell mir eine bessere Frage!", quengelte sie ungeduldig und rutschte drängender herum. "Was für ein Detail? Nein warte, mir wird was einfallen. Wir… Oh, wir benutzen alle verschiedene Waffen. Berek besorgt sie uns - oh, das sind sogar zwei Details! Du bist dran!"
      Sie biss sich auf die Lippen und grinste ihn an. Das war eine Folter genau nach ihrem Sinn.

      Pria ging Berek großzügig aus dem Weg, als er sich selbst der Truhe näherte. Sie drehte sich auch nicht um nach ihm, sie zog einfach in einer erzwungen gleichgültigen Haltung ab und brachte sich damit aus der Reichweite seines anbahnenden Wutanfalls. Konnte sie den Unterschlupf verlassen? Er hatte die Bretter vor die Ausgänge gestellt. Sie fühlte sich wie ein gefangenes Tier, unter dessen Käfig man ein Feuer entfacht hatte. Nur ein paar Minuten zu lange und sie würde selbst in Flammen stehen.
      Sie fischte nervös nach einer Zigarette und erkannte, mit noch steigender Panik, dass sie keine mehr hatte.
      "Scheiße."
      Khil ließ sich derweil von Berek von der Kiste wegtreiben. Sie war genauso überrascht gewesen, dass es keinen einzigen Kryss darin zu sehen gab, aber es erschien ihr unlogisch, dass Aradan die Kiste gewechselt hätte, geschweige denn das Kryss überhaupt herausgenommen hätte. Und verkauft hätte er ganz sicher nichts, also musste es noch irgendwo in der Stadt sein - nur nicht da, wo sie alle vermutet hätten.
      Sie wurde von der Wand in ihrem Rücken gestoppt, gefolgt von einem unsanften Griff an ihren Kragen. Bereks Frage verwirrte sie und so neigte sie den Kopf.
      "Was soll ich erklären? Es ist offensichtlich, dass dort kein Kryss drin ist. Vielleicht haben Sie die falsche Kiste erwischt? Vielleicht... hm... liegt ein Unsichtbarkeitszauber darauf, oder etwas ähnliches?"
      Sie entdeckte eine Bewegung aus dem Augenwinkeln und ließ sich für einen Moment fasziniert von dem Anblick ablenken, wie die Flamme der Kerze an der Wand sich ihr entgegen neigte. Das war wirklich ein erstaunlicher Zauber, wie machte er das nur so mühelos?
      "Mir gehört die Kiste nicht, ergo kann ich Ihnen auch nichts dazu erklären. Ich habe das Kryss in ihr gesehen und ich habe auch gesehen, dass sie stets behutsam behandelt wurde. Vielleicht gibt es Geheimfächer? Gibt es sowas überhaupt? Oder vielleicht wurde es zur Sicherheit im Gasthaus versteckt?"
      Sie zuckte vor der Flamme zurück, die für einen Moment an ihrer Schläfe leckte.
      "Habe ich Ihnen schon erzählt, dass ich auch ein magisches Talent besitze? Allerdings gänzlich nicht so ausgeprägt wie das Ihrige. Vielleicht könnten Sie mich unterrichten?"
    • Enttäuscht sah Jarku die Frau an und löste den Dolch vom Stuhl und lehnte sich mit verschränkten Armen zurück.
      "Pff. Das soll ein hilfreiches Detail sein? Nein das Spiel war keine gute Idee. Mensch ich bin nicht gut in sowas... Ich will doch nur meine Gifte testen. Das nächste mal kann Daikata den Babysitter spielen..."
      Genau so schnell wie seine Idee mit dem Spielchen gekommen war, verflog sie auch schon wieder als hätte er direkt bemerkt wie nervig das werden würde, also widmete er sich wieder dem was er ohnehin am liebsten tat. Dem verbessern seiner Gifte. Doch bevor er das tat, stand er auf, legte Elraya noch mehr Seile um den Oberkörper samt Stuhlrücken, zuzüglich ihre Beine an denen des Stuhls und ihre Handgelenke nochmals extra so, dass sie ihre Arme nicht mehr bewegen konnte.
      Erst als sie aus mehr Seil als Mensch bestand, nahm er sich seinen Stuhl und setzte sich hinter Elraya, außerhalb ihrer Sicht an einen Tisch auf welchem er auch seine Schälchen platzierte und began damit an seinem ersten Gift zu werkeln um dessen Wirkung zu verfeinern.


      Schon der aller erste Satz hätte Berek beinahe explodieren lassen. Es ist offensichtlich, dass dort kein Kryss drin ist?! Was würde sie ihm als nächstes sagen? Dass sie sich derzeit in einem Kellergewölbe befinden? Beinahe fing Berek an zu glauben, dass die Gruppe diese Frau ausgestoßen haben. Diese unverschämten Antworten... die Frau konnte froh sein dass Lodoz sie nicht umgebracht hatte. Berek fühlte sich fast schon etwas schuldig dass er Berek für seinen Ausbruch an Khil bestraft hatte. Viel eher hätte er ihn belohnen sollen dass er Khil nicht umgebracht hatte. Oder vielleicht doch bestrafen weil er sie NICHT umgebracht hatte?
      Dann riss Berek's Faden. Es war genug. Die einzige Ausrede war tatsächlich dass es nicht ihre Kiste wäre und sie somit nichts wirklich wusste..
      "... und doch setzt du unser Leben aufs Spiel mit Informationen die scheinbar ALLE falsch sein können"
      In diesem Moment wollte er Khil einsperren und zur Strafe mindestens eine Woche in ihrem Raum versauern lassen, ohne Licht und Verpflegung, wissend wie Dunkelheit und in Kombination mit kleinen Räumen schon so manche in den Wahnsinn getrieben hat. Doch dann folgte der nächste Satz. Warb sie grade tatsächlich damit auch magisch begabt zu sein? Diese Dreistigkeit war kaum noch zu überbieten. Sogar Berek dachte für einen Augenblick drüber nach ihr hier und jetzt die Kehle mit seinem Schwert zu durchtrennen, entschied sich aber für etwas anderes. So nickte er hastig
      "So? Magisch begabt willst du jetzt auch noch sein hm? Gut. Zeigs mir"
      Er zog sie am Kragen so heftig und stellte ihr dabei sein Bein in den Weg damit sie direkt auf den Boden fallen würde. Dann zog er sein Schwert und durchtrennte Khil's Kleidung mit einem sauberen Schnitt so, dass ihr kompletter Rücken frei lag. Dann kniete er sich mit seinem linken Knie auf Khil's linke Hand um diese zu fixieren und mit seinem rechten Stiefel auf ihrer rechten Hand.
      "Zeigen wir der Welt, dass du Talent hast."
      Dann lies er an seinem rechten Zeigefinger eine grüne Flamme erscheinen die erst wild flackerte, dann aber immer steifer wurde und letzten Endes keinerlei Wind mehr sie zum wanken brachte. Diese Fähigkeit wurde von Lodoz meist genutzt um dünne Metallstäbe durch zu brennen. Noch nie hatte er sie für diesen Zweck benutzt, doch war es ihm nun vollkommen gleich. Dann fing er auch schon an. Er hielt seinen Finger so nahe an Khil's Rücken, dass sich ihre Haut stark verbrannte als würde man einer Kuh ein Brandmal setzen. Nur lies sich Berek dabei viel mehr Zeit. Er brannte ihr absichtlich unsauber und schief die Buchstaben des Wortes "Talent" über den ganzen Rücken verteilt ein.
    • Elrayas Vorfreude auf das gemeinsame "Spiel" mit dem Giftmann verflog schlagartig, als er doch tatsächlich den Dolch wieder wegnahm. Vor Empörung hätte sie sich am liebsten auf ihn gestürzt, dieses Vorhaben beschränkte sich allerdings auf ein Rattern ihres Stuhles und einem Knarzen ihrer Fesseln. Sie plusterte sich auf.
      "Das war ein hilfreiches Detail! Was verstehst du denn darunter, hä?! Ich hab deine Frage beantwortet also spiel mit!!"
      Aber er spielte nicht mehr mit. Stattdessen fesselte er sie nur noch enger an den Stuhl, sodass sie sich bald schon nichtmal mehr daran reiben konnte. Dann zog er auch noch ab, hüllte sie in Schweigen und unterhielt sie dann mit dem Klappern seiner kleinen Schüsseln. Sie versuchte einen Blick hinter sich zu erhaschen, konnte ihn aber nichtmal aus den Augenwinkeln sehen.
      "Willst du mich hier etwa versauern lassen?!"
      Sie versuchte erneut sich von den Fesseln zu lösen, was nicht nur aussichtslos war, sondern mittlerweile auch noch schmerzte, nachdem sie so fest gezurrt waren, dass sie ihr ins Fleisch schnitten. Sie zischte wütend und kratzte auf ihren Armlehnen herum.
      Ein hilfreiches Detail. Ein hilfreiches Detail. Was zur Hölle war denn ein hilfreiches Detail? Bereks Haarfarbe? Das war eher ein Detail, aber hilfreich? Kommt ja ganz drauf an, was der Giftmann im Schilde führte - wenn er ihm auflauern wollte, musste er doch wissen, was für eine Haarfarbe sein Ziel hatte.
      Ein hilfreiches Detail. Sie könnte ihm ihren Unterschlupf nennen, aber das wollte sie nicht - nicht, solange sie sich nicht sicher sein konnte, dass Pria weg war. Sie könnte ihm sagen, mit wem Berek alles Kontakt hielt, das war doch hilfreich, oder? Aber das war auch viel zu gefährlich. So eine scheiße. Sie könnte ihm sagen, wo er sich regelmäßig aufhielt; aber das war ja eigentlich ihr gemeinsamer Unterschlupf.
      Sie quengelte erneut los.
      "Das ist eine dumme Frage! Woher soll ich wissen, was für dich hilfreich ist und was nicht? Stell mir eine bessere Frage, komm schon!"
      Jetzt hatte er sie mit seinem hübschen Dolch erst so scharf gemacht und jetzt konnte sie sich nichtmal selbst Abhilfe verschaffen. Das war der reinste Albtraum, fast wünschte sie sich, er würde sie nochmal vergiften.
      "Ich kann dir sagen… keine Ahnung!! Wie groß er ist? Welche Soldaten für ihn arbeiten? Komm schon, stell mir eine Frage! Ich kann dir sagen, wie ihr ihn hervorlocken könnt! Ich kann dir sagen, mit was er uns erpresst! Lass mich hier nicht hängen!!"

      Berek schien gänzlich falsch zu verstehen, was Khil ihm zu vermitteln versuchte - oder jedenfalls so ähnlich zeigte es sich in einer zunehmend aufbrausenden Stimmung. Dabei hatte sie gedacht, er wäre schlau und würde sich, nicht wie die meisten, von Emotionen leiten lassen. Nun, falsch gedacht. Bei Menschen hatte Khil noch am meisten zu lernen.
      Er ging auf ihre Bemerkung über die Magie ein, aber nicht so, wie sie es sich vorgestellt hätte. Er stieß sie von sich, sie fiel zu Boden und spürte kurz darauf sein volles Gewicht auf ihren Handgelenken, jammerte kläglich auf und wand sich.
      "Wie soll ich das zeigen ohne Hände?!"
      Ihre Frage wurde nie beantwortet. Stattdessen spürte sie unmittelbar danach einen scharfen Schmerz im Rücken, der sich schnell in einer nicht erkennbaren Form ausbreitete. Sie schrie auf, fing an zu weinen und versuchte sich aus seinem Griff zu befreien. Nichts funktionierte. Sie schrie und jammerte und heulte und flehte, bis sie schließlich ihre Schmerzgrenze erreicht hatte, ihre Augen nach hinten rollten und sie erschlaffte.
      Pria wandte sich von dem Prozedere ab. Sie hatte nichts gegen Bereks Foltermethoden einzuwenden, solange sie sie nicht selbst betrafen, aber sie hatte die irrationale Befürchtung, dass er zu ihr übergehen könnte, wenn er erstmal mit Khil fertig war. Also versuchte sie sich so gut es ging aus der Sache rauszuhalten.
      Nach kurzer Überlegung schlich sie wieder zu der Truhe zurück und nutzte Khils Geschrei, um anzufangen, den Inhalt der Truhe relativ lautlos auf den Boden zu befördern. Sie brauchte so lange, bis Khil aufhörte zu schreien - sie sah nur kurz auf um zu erkennen, dass Khil ohnmächtig geworden war - ehe sie die Kiste vollständig geleert hatte. Aber anstatt eine Erkenntnis daraus gewonnen zu haben, konnte sie sich nur sicher sein, dass absolut nichts Wertvolles dabei war und es auch noch keinen doppelten Boden gab - wobei Berek das Gebilde sowieso schon danach abgeklopft hatte. Dann sah sie auf um zu sehen, ob Berek für die nächste schlechte Nachricht ihrer Nicht-Entdeckung empfänglich war.
    • Jarku versuchte sich so gut es ging zu konzentrieren. Für ihn war das Verhör schon beendet da er Valteri und Daikata ohnehin schon los geschickt hatte. Rückblickend betrachtet war das vielleicht keine ganz so gute Idee gewesen. Einer hätte wohl noch bleiben sollen für weitere Informationen die man hätte weiter tragen können. Aber was solls. Die Jungs würden das Pferdchen schon irgendwie schaukeln, so wie sie es bisher immer getan haben.
      Aber jedes Mal wenn Jarku behutsam exakte Mengen miteinander vermischen wollte, quengelte die Frau erneut rum. Wie ein nerviges Störgeräusch das man einfach nicht ignorieren konnte und die gesamte Konzentration zunichte machte. Aber was sollte Jarku tun? Selbst mit einem Knebel im Mund würde sie vermutlich noch nervige Geräusche von sich geben. Aber dann fiel es ihm ein. Hatte die nicht noch immer Daikata's Mixtur auf ihrem Arm? Er wusste nicht exakt wie sich das nach so einer Zeitspanne mit der Haut verhalten würde aber vor seinem inneren Auge stellte sich Jarku schon vor wie es wohl bereits auf dem Knochen runter gebrannt sein musste. Kein Wunder dass diese Frau so nörgelte und einfach nicht still sein konnte. Vermutlich lenkte sie sich nur von den Schmerzen ab.
      Seufzend trat Jarku also an die Seite der Frau und zog grob mit etwas Mühe die Fesseln an ihrem Arm hinunter um die Stelle zu präsentieren die tatsächlich schon äußerst mitgenommen aussah, Blasen warf und sich wohl schon leicht in den Muskel zu fressen schien. Die Fesseln so grob daran runter zu ziehen tat dabei auch nicht besonders gut.
      Aber was war es noch gleich was Daikata immer zum neutralisieren nutzte? Er wusste dass es nichts kompliziertes war. Etwas was in beinahe jeder Küche zu finden war... Jarku rieb sich nachdenklich den Nasenrücken und stellte sich alle üblichen Inhalte in einer Küche vor bis es klick machte. Es war Essigsäure! Das besaß sogar er um manche Gifte herzustellen.
      Schnell wieder an seinen Schälchen, nahm er sich ein weiteres dazu und füllte es zur hälfte mit reiner Essigsäure, den Rest mit destiliertem Wasser. Eben diesen Mix lies er dann langsam auf die Stelle auf Elraya's Arm laufen und sorgte dafür dass es auch jede Stelle traf.
      "So. Würdest du nun die Klappe halten? Ich möchte mich gerne konzentrieren. Falls es dir nicht aufgefallen ist, ist das Verhör beendet. Khil ist da. Ein Berek der zaubern kann und eine Pria. Berek ist der Strippenzieher und eine regelrechte Spinne in dieser Stadt. Alles verstanden. Du gehörst zu denen also bist du jetzt erst mal gefesselt und unter Beobachtung. Also sind mit dir nun zwei Personen aus dem Spiel genommen. Khil wird keine Bedrohung sein also sind es nur noch zwei plus einer Menge Lemminge. Ob wir nun aber wissen dass sie verschiedene Waffen nutzen oder welche Haarfarbe sie haben, bringt uns in einer großen Stadt nichts. Abgesehen davon lasse ich dich nicht aus den Augen, also wird jede weitere Information ohnehin niemanden erreichen. Sei also einfach still und lass mich an meinen Giften arbeiten okay?"


      Als Berek fertig war, stand er auf, zog sich seine Kleidung zurecht und seufzte genervt auf Khil herab, lies sie dort liegen und grummelte vor sich hin als er durch den Raum ging um eine Lösung für das Problem zu finden. Er bemerkte dabei wie Pria weiterhin versuchte irgendetwas mit der Truhe anzustellen aber es war deutlich zu erkennen dass sie erfolglos war.
      "Verdammt was hat die sich dabei gedacht? Ihr muss doch wohl klar gewesen sein dass wir sie nicht davon kommen lassen wenn sie uns belügt. Warum sollte diese Truppe den Inhalt einer so enorm gesicherten Truhe wo anders verstecken? Truhen sind dafür da um Waren zu sichern. Das macht keinen Sinn."
      Wetternd hatte er schon die zweite Runde im Raum absolviert bis er er die Lage zynisch anging
      "Am Ende wurden wir von der gerissensten Doppelagentin ausgetrickst. Hat uns in die Falle gelockt um mich und mein Netzwerk lahm zu legen. Darum haben wir auch die Räume leer aufgefunden bis auf diesen Jüngling und dem Spion. Tze es war so offensichtlich. Wenn etwas zu leicht ist, ist es eine Falle"
      Beinahe kam wieder die Lust auf Khil weiter zu bestrafen, doch war sie nach wie vor Ohnmächtig, was gut war, denn so kam Berek langsam aber sicher wieder runter, was sich auch darin zeigte dass er endlich still stand und sich die Haare wieder ordentlich nach hinten legte und deutlich entspannter nach Pria ging und ihr die Hand verlangend hin hielt.
      "Gib mir ne Zigarette. Ich muss nachdenken."
      Doch sie waren leer. Natürlich. Wie sollte es auch anders sein. Wenn man ein Stück Brot in das Armenviertel warf, sollte man sich auch nicht wundern wenn es binnen kürzester Zeit verschwindet.
      Nun blieb ihm nichts weiter als seine flachen Hände auf den Tisch zu legen und sich auf diesen zu stützen während er versuchte einen klaren Gedanken zu fassen.
      "... Also. Was sollen wir tun? Den Plunder verkaufen? Mit der Truhe und den Waffen wäre es noch eine akzeptable Ausbeute und hält uns ne Weile über Wasser. Wenn das keinen sentimentalen Wert für diese Truppe hat, dürften die wohl kaum danach suchen. Trotzdem müssen wir davon ausgehen."
      Ein weiteres seufzen später richtete er sich wieder auf
      "Wo zum Teufel bleiben Elraya und Lodoz. Ich will hoffen dass wir von denen gute Informationen bekommen."
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