Aradans Bewegungen waren entgegen seiner Kampfhaltung vorhersehbarer. Er musste versuchen an Reneras Stab vorbei zu kommen, mit dem sie ihn wiederum auf Abstand halten musste, wenn sie seinen Fäusten entgehen wollte. Er musste herankommen und sie musste ihn wegschieben, das war das primäre Ziel beider.
Aradan hatte dabei den Vorteil, dass er stärker war. Wenn er nur schnell genug war, könnte er sich hinter ihre Abwehrlinie bewegen und sie dann mit einem einzigen gezielten Schlag in Bedrängnis bringen. Im Gegenzug hatte Renera den Vorteil ihrer wirbelnden Waffe, von der er sich nicht treffen lassen wollte. Gegen eine Rüstung hätte dieser Stab wohl keinen Effekt gehabt, aber sie waren ohne Rüstung angetreten und damit hatten sich auch die Stärken und Schwächen mit verändert.
Aradan entschloss sich gleich ihr Zögern zu nutzen und in die Offensive zu verfallen. Er sprang auf sie zu, entglitt in der selben Bewegung ihrem Konterschlag und bedrängte sie sogleich mit der verkürzten Distanz. Dieses Manöver zeigte ihr, dass er sich über seine Schwächen genauso bewusst war wie sie - damit konnte sie nicht darauf hoffen, einen Überraschungshieb zu landen. Das war umso besser.
Er verfiel in eine Reihe tief gelegener Schläge, vor denen Renera auszuweichen versuchte. Sie gab die anfängliche Gipfelhaltung zum Verlust ihrer Standhaftigkeit auf, verfiel in die Wasserhaltung und versuchte damit, seinen Fäusten auszuweichen und ihn gleichzeitig mit dem Stab zu lenken. Allerdings war die Wasserhaltung für keine harten Angriffe geeignet, die sie hätte durchführen müssen, um ihn zu bedrängen und so ließ sie sich für den Moment weiter zurückdrängen, lauschte dem Rhythmus seiner Schritte und stimmte sich auf seinen Takt ein. Es war ein abrupter Rhythmus, der kaum Platz für Einschübe bot. Aber eben nur kaum.
Als sie glaubte, dass der Zeitpunkt gekommen war, hob sie den Stab in einer weiten Geste an, um seinen nächsten Schlag vermeintlich zu unterbrechen, drehte sie dann allerdings weiter auf die andere Seite und schlug nach seinen Beinen. Sie riskierte seinen eintreffenden Schlag, den ihr Stab gar nicht hätte blocken können, um ihn auf ihre rechte Seite zu lenken. Wenn sie es nur schaffte, dass er einen Ausfallschritt machte, könnte sie die Führung wieder übernehmen indem sie nachrückte, erst seine Schulter und dann seine Hüfte malträtierte, um ihn zu einem Rückzug zu drängen. Blieb er doch weiter in ihrer unmittelbaren Reichweite, würde sie ihn eben weiter dazu bringen sich von ihr wegzubewegen und damit ständig seine Seite für ihre Angriffe entblößt zu halten.
Die Aussicht auf die Durchführung ihres Plans belebte wieder die Geister der Gruppe und Elraya wirkte fast fröhlich, als sie aufstand und sich in ihrer krummen Haltung zum Ausgang quälte. Ihr Bruder zog ihr bald nach und erlöste den Raum endlich von seiner grimmigen Stimmung.
Pria entpackte eine der goldenen Zigaretten, entzündete sie und beobachtete Berek hinter dem Qualm hervor. Sie kippelte wieder entspannt und auch Berek wirkte ein wenig gelöster als noch vorhin.
"Also sowas wie ein Lehrling, wie? Wer bei uns in die Lehre gehen will, muss doch da oben nicht ganz frisch sein."
Und genau so stellte es sich auch heraus.
Khil wirkte auf Pria wie ein erwachsenes Kind, das noch nicht gänzlich die Weiten der Welt begriffen hatte. Sie hatte unheimlich neugierige Augen und einen Blick, mit dem sie wirkte, als wolle sie alles und jeden zu jeder Zeit hinterfragen. Dieses Bild stand im gänzlichen Gegensatz zu ihrer immerzu aufrechten Haltung, als hätte sie einen Stock im Arsch. Pria hätte ihr diesen Stock gerne herausgerissen.
Pria wirkte dafür auf Khil wie eine heruntergekommene Adelige. Sie hatte ebenmäßige, fast hoheitliche Gesichtszüge, aber einen gelangweilten Blick, so als könnte sie nichts jemals beeindrucken. Die Art, wie sie auf ihrem Stuhl hing, wirkte fast provozierend: Tu doch etwas, damit ich meine Entspannung aufgebe - beeindrucke mich. Aber Khil fürchtete, dass sie sie nicht beeindrucken konnte.
Sie setzte sich sittsam auf den von Berek angebotenen Stuhl und verschränkte die Hände im Schoß. Prias Augenbraue zuckte bei diesem Anblick, aber sie sagte nichts und nahm nur einen Zug von ihrer Zigarette.
Und dann erzählte Khil.
Sie erzählte alles, was sie in der Beobachtung ihrer letzten Tage herausgefunden hatte. Sie erzählte von Aradans Stress, den sie hinter seiner Maske zu erkennen glaubte, von seiner Bedrohung durch das Zwielicht, sie erzählte von Reneras offensichtlicher Abneigung gegenüber Männern, sie erzählte von Valterris Anhängigkeit zu Aradan, von Daikatas Rachedurst, von Jarkus Verbindung zu seinem Bruder, von der Schweigsamkeit der Zwillinge und von dem Spion Reshli, der sich wohl für die andere Seite entschieden hatte. Sie erzählte alles, von dem sie dachte, dass es eine Relevanz haben könnte.
Pria lauschte ihr so gebannt, dass sie fast vergaß zu rauchen. In ihrem Kopf spielten sich bereits die unterschiedlichsten Szenarien ab, mit denen man jedes einzelne Mitglied ohne den Gebrauch von Gewalt zerstören könnte. Und als Khil geendet und Pria endlich einen tiefen Zug von ihrer Zigarette nahm sah sie, dass es in Berek genauso ratterte.
Aradan hatte dabei den Vorteil, dass er stärker war. Wenn er nur schnell genug war, könnte er sich hinter ihre Abwehrlinie bewegen und sie dann mit einem einzigen gezielten Schlag in Bedrängnis bringen. Im Gegenzug hatte Renera den Vorteil ihrer wirbelnden Waffe, von der er sich nicht treffen lassen wollte. Gegen eine Rüstung hätte dieser Stab wohl keinen Effekt gehabt, aber sie waren ohne Rüstung angetreten und damit hatten sich auch die Stärken und Schwächen mit verändert.
Aradan entschloss sich gleich ihr Zögern zu nutzen und in die Offensive zu verfallen. Er sprang auf sie zu, entglitt in der selben Bewegung ihrem Konterschlag und bedrängte sie sogleich mit der verkürzten Distanz. Dieses Manöver zeigte ihr, dass er sich über seine Schwächen genauso bewusst war wie sie - damit konnte sie nicht darauf hoffen, einen Überraschungshieb zu landen. Das war umso besser.
Er verfiel in eine Reihe tief gelegener Schläge, vor denen Renera auszuweichen versuchte. Sie gab die anfängliche Gipfelhaltung zum Verlust ihrer Standhaftigkeit auf, verfiel in die Wasserhaltung und versuchte damit, seinen Fäusten auszuweichen und ihn gleichzeitig mit dem Stab zu lenken. Allerdings war die Wasserhaltung für keine harten Angriffe geeignet, die sie hätte durchführen müssen, um ihn zu bedrängen und so ließ sie sich für den Moment weiter zurückdrängen, lauschte dem Rhythmus seiner Schritte und stimmte sich auf seinen Takt ein. Es war ein abrupter Rhythmus, der kaum Platz für Einschübe bot. Aber eben nur kaum.
Als sie glaubte, dass der Zeitpunkt gekommen war, hob sie den Stab in einer weiten Geste an, um seinen nächsten Schlag vermeintlich zu unterbrechen, drehte sie dann allerdings weiter auf die andere Seite und schlug nach seinen Beinen. Sie riskierte seinen eintreffenden Schlag, den ihr Stab gar nicht hätte blocken können, um ihn auf ihre rechte Seite zu lenken. Wenn sie es nur schaffte, dass er einen Ausfallschritt machte, könnte sie die Führung wieder übernehmen indem sie nachrückte, erst seine Schulter und dann seine Hüfte malträtierte, um ihn zu einem Rückzug zu drängen. Blieb er doch weiter in ihrer unmittelbaren Reichweite, würde sie ihn eben weiter dazu bringen sich von ihr wegzubewegen und damit ständig seine Seite für ihre Angriffe entblößt zu halten.
Die Aussicht auf die Durchführung ihres Plans belebte wieder die Geister der Gruppe und Elraya wirkte fast fröhlich, als sie aufstand und sich in ihrer krummen Haltung zum Ausgang quälte. Ihr Bruder zog ihr bald nach und erlöste den Raum endlich von seiner grimmigen Stimmung.
Pria entpackte eine der goldenen Zigaretten, entzündete sie und beobachtete Berek hinter dem Qualm hervor. Sie kippelte wieder entspannt und auch Berek wirkte ein wenig gelöster als noch vorhin.
"Also sowas wie ein Lehrling, wie? Wer bei uns in die Lehre gehen will, muss doch da oben nicht ganz frisch sein."
Und genau so stellte es sich auch heraus.
Khil wirkte auf Pria wie ein erwachsenes Kind, das noch nicht gänzlich die Weiten der Welt begriffen hatte. Sie hatte unheimlich neugierige Augen und einen Blick, mit dem sie wirkte, als wolle sie alles und jeden zu jeder Zeit hinterfragen. Dieses Bild stand im gänzlichen Gegensatz zu ihrer immerzu aufrechten Haltung, als hätte sie einen Stock im Arsch. Pria hätte ihr diesen Stock gerne herausgerissen.
Pria wirkte dafür auf Khil wie eine heruntergekommene Adelige. Sie hatte ebenmäßige, fast hoheitliche Gesichtszüge, aber einen gelangweilten Blick, so als könnte sie nichts jemals beeindrucken. Die Art, wie sie auf ihrem Stuhl hing, wirkte fast provozierend: Tu doch etwas, damit ich meine Entspannung aufgebe - beeindrucke mich. Aber Khil fürchtete, dass sie sie nicht beeindrucken konnte.
Sie setzte sich sittsam auf den von Berek angebotenen Stuhl und verschränkte die Hände im Schoß. Prias Augenbraue zuckte bei diesem Anblick, aber sie sagte nichts und nahm nur einen Zug von ihrer Zigarette.
Und dann erzählte Khil.
Sie erzählte alles, was sie in der Beobachtung ihrer letzten Tage herausgefunden hatte. Sie erzählte von Aradans Stress, den sie hinter seiner Maske zu erkennen glaubte, von seiner Bedrohung durch das Zwielicht, sie erzählte von Reneras offensichtlicher Abneigung gegenüber Männern, sie erzählte von Valterris Anhängigkeit zu Aradan, von Daikatas Rachedurst, von Jarkus Verbindung zu seinem Bruder, von der Schweigsamkeit der Zwillinge und von dem Spion Reshli, der sich wohl für die andere Seite entschieden hatte. Sie erzählte alles, von dem sie dachte, dass es eine Relevanz haben könnte.
Pria lauschte ihr so gebannt, dass sie fast vergaß zu rauchen. In ihrem Kopf spielten sich bereits die unterschiedlichsten Szenarien ab, mit denen man jedes einzelne Mitglied ohne den Gebrauch von Gewalt zerstören könnte. Und als Khil geendet und Pria endlich einen tiefen Zug von ihrer Zigarette nahm sah sie, dass es in Berek genauso ratterte.

