[2er RPG] The Curse of Time {TobiMcCloud & Codren}

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Renera wich vor Aradan zurück und kurz darauf schoss der Feuerball in ihn hinein, wie es bereits in Melora geschehen war. Er verbrannte ihn nicht, sondern schien in ihm aufgesogen zu werden, als würde sein Körper die Flammen einatmen. Kurz darauf geschah etwas mit Aradan: Seine Knochen fingen an hörbar zu knacken und zu krachen und dann erstrahlte er plötzlich in gleißendem Licht. Renera wich noch weiter zurück, wie um vom Licht selbst nicht verbrannt zu werden. Sie starrte schockiert auf Aradans Verwandlung, bei der er sämtliche Energie zusammenziehen zu schien, die in der ganzen Umgebung nur zur Verfügung standen. Es dauerte nur ein paar Sekunden, in denen er in diesem gleißenden Licht erschien, ehe alles mit einem Schlag erlischte und Aradan lebendig stehen ließ.
      Renera brauchte einen Moment, um den Schock zu überwinden.
      "Aradan?! Bist du... lebst du?!"
      Nicht nur sah er nicht mehr so aus, als sei er verletzt, er sah sogar wesentlich besser aus als vorher, so als habe der Feuerball ihn von grundauf erneuert. Nichts ließ mehr darauf schließen, dass er vor ein paar Sekunden noch tot war.
      "Wie geht das?!"
      Khil sah genauso schockiert drein, aber sie hatte ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelenkt. Sie sah zu Valterri auf, der neben ihr gestanden hatte und hielt wortlos ihre Hände auf, als wolle sie ihm etwas mitteilen. Ihre Hände zitterten. Sie waren knallrot und die Handflächen und Fingern mit Brandblasen überzogen.
    • Aradan betrachtete selbst seinen Körper rund herum als wäre es das erste mal gewesen so etwas gemacht zu haben. Erst als Renera ihn ansprach sah er zu ihr und zuckte mit den Schultern.
      "Ich habe keine Ahnung. Ganz ehrlich. Ich habe es mal mit Anleitung von Anniera geschafft einen Schnitt in der Hand heilen zu lassen aber von den Toten wieder auferstehen? Noch dazu..."
      Er wandte sich zu Khil und stellte sich vor ihr um ihre Handgelenke zu fassen
      "Was hast du getan? Wie hast du das getan? Dieses Feuer fühlte sich so anders an."
      Dann bemerkte er ihre Brandblasen und lies sie sofort los um eine Salbe aus seiner Gürteltasche zu holen.
      "Das ist merkwürdig. Eine erzeugte Flamme sollte den Wirkenden niemals selbst verletzen. Selbst ein Amateur oder unbegabte wurden bisher nie von ihrer eigenen Magie verletzt. Geht es dir gut Khil?"
      Besorgt kümmerte er sich um ihre Hände und rieb ganz vorsichtig etwas von der Salbe auf die verbrannten Stellen und sah dabei beinahe ratlos zu Renera.
      "Rheshli nannte dich Lichtgesegneter. Als du die Flamme aufgesaugt hast, kam aus dir Licht raus. Du warst am Schweben, so hoch"
      Valterri hielt seine Hand über dem Boden und wusste selbst nicht wie er die Situation einschätzen sollte.
      "Ich weiß nicht was passiert ist. Ich war im Zwielicht. Ich hätte schwören können dass ich dieses Mal für immer dort geblieben wäre. Aber dann habe ich so eine seltsame Stimme gehört. Sie wollte etwas sagen aber ich konnte sie nicht verstehen. Und ehe ich mich versah hatte ich diese Flamme im Zwielicht über mir. Sie war voller Lebensenergie, was bei der Größe eher unüblich ist. Ich meine... Ich weiß auch nicht."
    • So merkwürdig, wie die Auferstehung von Aradan war, war auch die Verletzung, die sich Khil dabei wohl zugezogen hatte. Beim ersten Versuch waren keinerlei Verletzungen erschienen und nun sah es so aus, als habe sie absichtlich die Hände ins Feuer gelegt und dann gewartet, bis das Fleisch brannte.
      Renera, die noch immer nicht damit klar kam, dass Aradan so einfach wieder herumlief und keinerlei Nachwirkungen seines Todes zu haben schien, kam ebenfalls herbei um einen kritischen Blick auf die Blasen zu werfen. Zum Glück schien Aradan bestens ausgerüstet und so konnten sie auch gleich behandelt werden.
      Khil sah zu Aradan auf. In ihren Augen hatten sich Tränen gesammelt und ihr Blick wirkte irgendwie schwammig, allerdings schien sie sich mit ganzem Willen darauf zu konzentrieren, die Schmerzen wegzustecken.
      "I-Ich hab auch was gesehen", flüsterte sie und zwang sich dabei, nicht die Fassung zu verlieren. "Etwas bei dir. Es hat... an meiner Magie gezogen..."
      Dann rollten ihre Augen mit einem Mal nach hinten und sie kippte um. Glücklicherweise war Valterri direkt neben ihr, der nur seine Hand ausstreckte und sie auffing. Kaum einen Moment später war auch schon Renera da, ergriff sie und ließ sie unter einiger Anstrengung langsam auf den Boden sinken. Khil war doch schwerer, als es im ersten Augenblick aussehen mochte.
      "Das ist nur der Kreislauf, sie hat keine sehr hohe Schmerzensgrenze", brummte sie.
      Tatsächlich flatterten ihre Augenlider wieder, als Renera sie auf den Boden gebettet hatte und ihre Beine anwinkelte. Renera ergriff ihre Hände und begutachtete die Handflächen. Sie waren wirklich verbrannt.
      "Wir sollten sie kühlen. Wenn wir nördlich reiten, sollten wir zum Fluss von Melora kommen."
      Sie sah sich nach Aradan um.
      "Aber vom Feuerball kann das doch nicht kommen, oder? Hat das etwa was mit der Stimme zu tun?"
    • Kaum erklärte Khil dass sie ebenfalls etwas sah, was obendrein auch noch an ihr zu ziehen schien, schwankte Aradans sorgenvoller Blick zu einem deutlich ernsterem.
      "Etwas war bei mir? Was genau? Minerva war es auf keinen Fall. Diese Stimme in mir war klar männlicher Natur."
      Kaum nach seiner Frage kippte Khil dann nach hinten um. Aradan wollte instinktiv den Sturz von Khil verhindern, wäre aber zu spät gekommen und ohnehin fing Valterri und Renera selbst schon den Aufprall mit dem Boden ab.
      Nach ihrer Erklärung atmete Aradan aber erleichtert durch.
      "Ein Glück. Wäre das eine unbekannte Reaktion gewesen, wäre es komplizierter geworden als es schon ist. Ihr wird es schnell wieder gut gehen. Daikata hat die Salbe hergestellt. Er hat noch eine andere Flüssigkeit die besonders gut bei Verbrennungen wirkt."
      Renera machte auf den Fluss aufmerksam um die Hände zu kühlen, doch schüttelte Aradan mit dem Kopf
      "Es ist alles gut. Schon morgen wird nichts mehr von ihrer Verletzung zu sehen sein. Sie wird nur damit rechnen müssen dass die Flüssigkeit ihre Hände betäuben wird. Ihr Drang zu schreiben wird sie also für mindestens einen Tag nicht nach kommen können. Und nein. Diese Verbrennung ist ganz und gar nicht normal. Ein jeder der mit einem Katalysator Magie wirkt, ist immun gegen all das gewirkte. Mehr noch, sie hätte daraus sogar Kraft schöpfen können wenn sie lernt wie. Ansonsten wäre sie bestenfalls etwas ausgelaugt gewesen. Aber diese Verbrennungen? Nein. Das ist nicht normal... Es sei denn.."
      Aradan überlegte kurz
      "Es sei denn sie war gar nicht die Person die diese Flamme gewirkt hat. Eigentlich sollte es unmöglich sein aber.. Ich bezweifle stark dass ihr es gewesen seid... also... Vielleicht war es ja doch dieses Wesen im Zwielicht dass zu mir sprach. Ich habe noch nie erlebt dass die Geister dort so etwas gelang. Nicht mal Minerva kann etwas derartiges wirken ohne von mir Besitz zu ergreifen."
      Aradan hielt die Hände vor sich und blickte grübelnd drein
      "Und warum hat sich das Feuer so anders angefühlt... Ich kann es kaum beschreiben. Es ist als hätte jedes Element eine gewisse Signatur in sich. Man kann es mit geschlossenen Augen direkt erkennen welches Element gerade durch einen fließt aber in diesem Fall war es einfach nur fremd und dennoch voller Lebenskraft."
      Aradan schüttelte seinen Kopf und sah zu Valterri
      "Ich hab keine Wahl. Ich muss einfach nachsehen ob diese Stimme noch in der Nähe ist. Valterri, bitte pass auf die Beiden auf. Ich bin sofort wieder da."
      Dann setzte sich Aradan auf den Boden und schloss seine Augen in einer meditativen Pose. Er versank in sein innerstes selbst während er für alle Anderen einfach nur dort saß.

      Sein Geist landete im Zwielicht, in welchem er sich nun umsah und auf gut Glück in die Ferne rief.
      "Bist du noch da?! Wer auch immer du bist. Zeig dich!"
      Aradan nutze eine seiner Fähigkeiten die er üblicherweise dazu nutzte um die Geister von sich zu halten, nur polte er diese nun um. Es sorgte dafür dass alle Geister in unmittelbarer Nähe ungehindert wandern konnten.
    • Das Zwielicht schien so ausgestorben wie immer, doch kaum als Aradan seine Fähigkeit umdrehte, schien sich seine Umgebung zu erhellen und mit ihr auch alles, was einen eigenen Energiestrom besaß. Schattenhafte Kreaturen, Gestalten, deren Formen nicht ganz deutlich zu erkennen waren, krochen hinter den Zwielicht-Bäumen hervor und auf Aradan zu, entweder auf allen vieren oder auf zwei Beinen. Sie besaßen alle keine richtigen Körper, eher die Umrisse eines Körpers, aber manche von ihnen waren auch deutlicher materialisiert, besaßen sogar schemenhafte Gesichter.
      Direkt hinter Aradan stand eine Gestalt, deren Körper sich deutlich von den anderen abgrenzte und die ihm schon bekannt war: Minerva. Im Gegensatz zu den anderen Wesen besaß sie ein richtiges Gesicht, sogar Haare und eine deutliche Körperform. Aber sie war abgelenkt, sie hatte Aradan den Rücken zugedreht und stritt sich mit jemand anderem.
      Dieser andere hatte weder eine richtige Gestalt, noch hatte er einen schattenhaften Umriss, er war eher nur ein flackerndes Licht in der Umgebung, das manchmal stark genug war um so etwas wie einen Körper darzustellen, aber größtenteils nur wie eine Lichtverzerrung wirkte.
      "... und was dann?!", fauchte Minerva das flackernde Licht gerade an, das daraufhin noch stärker flackerte und fast zu verschwinden drohte. Die Stimme, die davon ertönte, schien weit entfernt und schwer durchzukommen.
      "Es ist... einzige... Möglichkeit..."
      "Du wirst uns noch alle vernichten", eiferte Minerva und die andere Stimme wurde immer schwerer zu verstehen.
      "Als... wir... eh schon tot..."
      Das Licht flackerte erneut auf, dann erlosch es mit einem Mal und die Lichtverzerrung verschwand. Dafür trat aus dem Kreis der schemenhaften Gestalten eine Frau heraus, die sich ähnlich gut materialisieren konnte wie Minerva. Ihr Körper schien allerdings nicht annähernd so gesund aus wie bei Minerva. Die Haare fielen ihr an einigen Stellen aus, sie hatte rissige Haut und die Augen waren trüb.
      "Der ist nicht mehr zu retten, Minerva", keifte sie der Frau entgegen und näherte sich ein wenig, aber nicht viel. Erst dann schien sie zu merken, dass Aradan der Verursacher dieses Treffens war und sie sah ihn voll Überraschung an.
      "Ist das etwa dein Mann, an den du dich gehängt hast?"
      Ihr abschätzender Ton schien darauf zu schließen, dass Minerva und sie keine wirklichen Freunde waren.
    • Aradan wanderte eine Weile umher. Dabei konnte er bei gesenkter Abwehr schon deutlich sehen wie im Zwielicht mehr und mehr treiben aus dem Boden schoss. Ganz so stark sollte er seine Abwehr wohl also doch nicht senken. Bis auf einen Meter um sich, errichtete er wieder eine unsichtbare Kraft die das meiste Übel in diesem Reich abhalten dürfte.
      Dann bemerkte er wie sich zwei Stimmen unterhielten. War das etwa Minerva? Und noch dazu diese ominöse Stimme welche er suchte? Sofort wanderte er eilig an den Ort von wo die Stimmen kamen und betrachtete ein Schauspiel wie er es zuvor noch nie erblickte. Er sah tatsächlich dabei zu wie sich zwei Geisterwesen zu streiten schienen. Zuvor hatte er nur Minerva kennengelernt die überhaupt logisch handelte. Jetzt war es schon ein Gespräch? Und das alles seit er Renera wieder getroffen hatte. Das alles konnte doch unmöglich ein Zufall sein.

      Aradan schritt langsam voran und verschränkte die Arme vor sich in wenigen Metern Abstand. Daraufhin geschah etwas was dem ganzen noch den Deckel aufsetzte. Eine dritte Partei meldete sich in das Geistergespräch. Von der Mentalität beinahe so fuchsig wie Minerva. Aber dabei sollte es nun nicht mehr bleiben. Er stieg in das Gespräch mit ein, klar darauf bedacht Minerva keinerlei Chance zur Handlung zu lassen indem er ihr direkt Ketten aus den Wurzeln des Bodens empor steigen lies, welche ihre Knöchel und Handgelenke packten.
      "Tut mir ja Leid dass ich eure Teeparty störe aber wer oder was war dieses Licht gerade eben? Sagt es mir und ich schenke euch eine Minute in meinem Körper."
      Aradan grinste. Ihm war klar dass er in diesem Reich sowas wie ein Halbgott war, welchem die Geister nach hingen wie ein verdurstender Mensch in einer endlosen Wüste.
    • Das Angebot schien nicht nur die beiden Frauenwesen zu locken, denn plötzlich erhob sich ein ganzes Meer aus stimmenartigem Lärm, das vor allem von den schemenhaften Gestalten zu kommen schien. Die Frau, die sich bei ihnen befand, riss die trüben Augen sofort auf und raste auf Aradan zu, ehe sie direkt vor seinem unmittelbaren Schild zu stehen kam und außen daran umherschlich wie ein Tiger.
      "Das war der Schatten von Urdin dem Amarist, aber er ist -"
      "Stimmt gar nicht!", keifte Minerva dagegen und bäumte sich gegen die Fesseln auf. "Das war Eimir, oder zumindest das was von seiner Seele übrig -"
      "Gib ihn für uns frei, Minerva, du hast kein Anrecht ihn zu besitzen! Hör mir zu, lebender Mensch, ich sage die Wahrheit -"
      "Ich habe ihn gefunden, also gehört er mir", kreischte Minerva und hätte sich wohl auf die andere Frau gestürzt, wenn die Fesseln es nicht verhindert hätten. Die andere gab als Antwort ein ebenso hohes Kreischen von sich und ihre Stimme wurde von den geisterhaften Kreaturen wie ein Echo weitergetragen. Die Frau hielt sich die Ohren zu, dann gab sie ein geradezu animalisches Knurren von sich und warf sich wie wahnsinnig gegen das Schild. Minerva grinste Aradan entgegen.
      "Eine Minute in deinem Körper - du hast es versprochen. Sie ist zu verrückt für sowas. Her damit!"
    • "Okay stopp!"
      Hallte es von Aradan weit ins Zwielicht empor als ihm dieser Wahnsinn überhand nahm. Sein Schild weitete sich um gut 50 Meter um all die schwachen schreienden Geisterwesen zu verbannen. Lediglich die beiden Streithähne blieben an Ort und Stelle.
      Dann ballte Aradan eine Hand zur Faust was zur Folge hatte dass Minerva von den Wurzeln auf den Boden gerissen wurde. Anschließend ließ er ebenso die fremde Frau in Wurzeln fangen und nach der selben Methode unmittelbar neben Minerva zu Boden ziehen indem er seine freie Hand zur Faust ballte.
      Anschließend schritt er zu den Beiden rüber und blickte ihnen überlegen abwechselnd in die Augen.
      "... Eimir oder Urdin. Wer ist es denn nun? Wem darf ich die Minute schenken? Entscheidet euch. Überzeugt mich. Bisher sehe ich nichts als streitende Geister die meinen Körper wollen."
      Gott wie sich Aradan in diesem Moment wünschte Minerva immer so unter Kontrolle haben zu können. Es war als würde man eine Ameise in Ketten legen wenn er bewusst im Zwielicht war. Doch wenn er nicht permanent über seine Abwehr nach dachte, während er in der realen Welt war, gab es all zu viele Schlupflöcher die er nicht rund um die Uhr abdecken konnte. Es war also nur weise Minerva nicht permanent zu reizen. So wandte er sich ihrem Blick zuerst zu.
      "Fang du doch an. Du hast mit diesem Licht gestritten. War es die Schuld dieses Lichts dass sich Khil die Hände verbrannte und mich ins Leben zurück holte oder hat eine von euch damit zu tun?"
    • Minerva wandte sich Aradan ruckartig zu, als sie fertig damit zu sein schien, die andere Frau mit ihren Blicken zu durchbohren. Die andere zappelte ebenso in ihren Fesseln und stieß animalische Geräusche aus.
      "Was denkst du denn? Natürlich habe ich dich gerettet! Er wollte sich mir nur in den Weg stellen! Nur wegen mir bist du wieder am Leben! Diese Khil kann gar nichts, nichts das kleinste bisschen Magie! Nichtmal einen Funken!"
      Die andere riss an ihren Fesseln.
      "Du warst schon immer eine Heuchlerin, Minerva! Nichts interessiert dich mehr als du selbst! Ich sage dir, Mensch, es war -"
      "Sei still!", kreischte Minerva, "Er hat mit mir geredet! Was willst du von ihm, Aradan? Ich kann ihn wieder herholen! Wenn er nur -"
      "NICHTS kann sie! Er ist verrückt, deswegen kann er keinen Körper mehr herstellen! Er würde es schaffen wenn -"
      "Lüg ihn nicht an!"
      "Ich lüge nicht!"
      "Du erzählst nichts als Lügen!"
      "Du bist hier die, die ihn für sich beansprucht, schon seit Anfang an! Gib uns auch eine Chance, lass mich reden!"
      "Ihr habt keine Chance! Ihr seid alle genau so schwach wie Ur- Eimir!"
      "Wir sind genauso lange tot wie du, wir sind alle VERRÜCKT, erkennst du es denn nicht?!"
      "Ich erkenne, dass du nur versuchst, Aradan zu manipulieren! Er wird dir niemals zuhören!"
      "Er wird! Er muss! Er ist der einzige Wanderer!"
      "Und er gehört mir!"
      Die andere Frau kreischte erneut, dann wandte sie sich ruckartig Aradan zu.
      "Ich weiß wo du ihn findest! Ich kann es dir zeigen! Sein Geist ist vielleicht schwach, aber in der Nähe eines richtigen Magie-Ursprungs-"
      Der Rest ging in ohrenbetäubendem Lärm unter, als Minerva zu brüllen begann, sich gegen die Fesseln warf und dabei wohl versuchte, zu Aradan zu gelangen.
    • Aradan lies seinen Daumen bedacht mit strengem Blick über seine Lippen wandern ehe er die Streithähne etwas kräftiger an den Boden zog.
      "Ich weiß nicht ob es eure Natur ist so ungestüm zu sein oder ob ihr einfach nur dem Wahnsinn verfallen seid. In jedem Fall will ich wissen wer dieser Eimir oder Urdin ist. Wenn ihr mir nicht die Wahrheit sagen könnt und euch permanent gegeneinander ausspielt, werde ich euch hier gefesselt verrotten lassen und selbst nach beiden Namen suchen. Ihr habt die Wahl."
      Währenddessen hatte Aradan schon seinen Sog nach eben diesen beiden Namen verstärkt um ihnen freies Geleit zu sich zu gewähren. Er hoffte nur dass es nicht mehrere von diesen Namen gab die ihm mehr Probleme bescheren würden. In die richtige Welt würde Aradan zumindest niemanden durchringen lassen.
    • Minerva knurrte ihn ungestüm an.
      "Ich sage es dir! Okay, ich sage es dir. Dafür lässt du mich in deinen Körper!"
      "Nein!", keifte die andere sofort, "Du hast ihn schon genug!"
      "Verbiete ihr zu reden, dann sage ich es dir! Er heißt Urdin, aber er ist einer von den schwachen! Einer von den Gefallenen! Seine Seele ist so sehr von dem Zwielicht zersetzt, dass er bei uns als tot gilt, auch wenn das natürlich nicht möglich ist! Er muss einen lichten Moment gehabt haben, anders weiß ich nicht, wie er sich so an mir vorbeischleichen konnte! Er schafft es noch nichtmal seinen Körper aufrecht zu erhalten, dann weiß ich auch nicht, wie er die Magie dieser Khil anzapfen konnte! Das habe noch nichtmal ich geschafft, und ich versuche es schon lange!"
      Ihr Gesicht verfinsterte sich sofort bei der Erkenntnis, dass sie das womöglich nicht Aradan erzählen wollte. Die andere kreischte frustriert auf.
      "Er ist nicht hier", übertönte Minerva das Gekreische, "seine Seele ist wahrscheinlich irgendwo hier, aber das sind viele! Es braucht einen bestimmten Zauber, um eine Seele zu ergreifen - und nur ich weiß ihn!! Ich kann ihn dir beibringen, wenn du dein Versprechen erfüllt hast! Lass mich in deinen Körper!!"
      "Hör nicht auf sie! Es gibt einen viel einfacheren Weg! Sie will sich nur in deinen Körper einschleichen!"
      "Das willst du doch auch du Verrückte! Verpeste ihn nicht mit deinen wirren Gedanken! Such dir jemand anderen!"
      "Er ist der einzige! Du musst ihn uns überlassen! Er ist der einzige Weg raus!"
      "Niemand kommt hier raus, ohne zu sterben du dumme Gans! Nur ich bin stark genug die Grenze mit ihm zu überqueren!"
      Die beiden fingen wieder an sich lautstark anzukeifen.
    • Langsam wurde es Aradan zu viel. Er hielt sich die Hand ins Gesicht und rieb sich anschließend überdrüssig mit Daumen und Zeigefinger den Nasenrücken ehe er dieses Gespräch im Keim erstickte.
      "Okay ihr Zwei seid ganz klar keine Hilfe. Das einzige was ich von euch in Erfahrung bringe ist, dass ihr euch nicht leiden könnt und dass ihr alles sagen würdet um meine Gunst zu gewinnen. Tut mir wirklich leid aber ich traue euch beiden kein Stück über den Weg, somit wird auch keine von euch meinen Körper übernehmen. Ich wünsche eine gute Nacht"
      Zugleich lies Aradan die fesselnden Wurzeln ineinander zu schwarzen tiefen Löchern verschmelzen die groß genug unter den beiden Geistern wurden um sie in sich einzusaugen. Wo genau beide landen wurden wusste Aradan nicht, doch war es ihm auch herzlich egal.

      Im Jetzt öffnete er wieder seine Augen und atmete etwas schwerer durch. Valterri wollte ihm sofort entgegen kommen, doch hielt Aradan seine Hand hoch um zu zeigen dass es ihm gut ging ehe er aufstand und sich den Kopf hielt.
      "Ich habe zwei Namen. Eimir und Urdin. Ich habe keine Ahnung welcher Name stimmt. Vielleicht beide. Vielleicht aber auch keiner. Im Zwielicht habe ich zumindest Minerva und tatsächlich einen weiteren intelligenten Geist getroffen. Sie haben sich nicht wirklich leiden können und versuchten sich einander auszuspielen. Es war also unmöglich zu erfahren wer die Wahrheit sagte."
    • Es waren ein paar Minuten vergangen, seit Aradan das Zwielicht betreten hatte, und mittlerweile hatte sich Khil wieder einigermaßen erholt und saß im Schneidersitz auf dem Boden, die Hände vor sich im Schoß, die verbrannten Handflächen nach oben. Renera hockte neben ihr und verbarg sie ein wenig vor den Blicken der anderen, indem sie den Arm um sie gelegt hatte.
      Als Aradan sich wieder regte, verstummte die wenige Unterhaltung, die sie geführt hatten und alle sahen zu ihm hinüber. Renera richtete sich auf.
      "Noch ein intelligenter Geist? Ich dachte Minerva wäre die einzige."
      Sie drehte sich zu Khil um.
      "Sagen dir die Namen was?"
      Khil schüttelte nur den Kopf, also wandte Renera sich wieder Aradan zu.
      "Also hat dir ein Urdin oder Eimir das Leben gerettet, aber ganz genau wissen wir es nicht und Minerva ist keine Hilfe. Damit sind wir genauso schlau wie vor fünf Minuten. Können wir ihn nicht irgendwie anlocken? Mit einem Zauber oder sowas? Er ist doch ein Geist."
      "Vielleicht hat Reshli eine Idee", schlug Khil kleinlaut vor. "Er hat doch mit Zauberern zu tun."
      "Wir können ihn ja fragen. Und was machen wir derweil mit dem Läufer? Mit dem großen?"
      Sie blickte in die Runde und verzog die Miene.
      "Wie? Hat etwa keiner von euch dieses Ding gesehen? Das war riesig, mindestens doppelt so groß wie ein normaler."
      Sie sah noch einmal in die Runde und zog die Augenbrauen hoch.
      "Echt nicht? Aber du hast ihn doch gesehen, oder etwa nicht, Aradan?"
    • Aradan schüttelte zustimmend den Kopf, dass Minerva ohnehin nicht zu trauen wäre.
      "Vertrauen würde ich ihr auch nicht aber diese beiden haben sich regelrecht angekeift und sich gegenseitig der Lüge bezichtigt. Ich vermute also dass eine auf jeden Fall die Wahrheit gesagt hat. In Minerva's Fall könnte es ein berechnender Schachzug gewesen sein, doch bevor wir uns auf irgendein Spiel einlassen, müssen wir von beiden Namen ausgehen. Wir sind also zumindest ein klein wenig schlauer. Und obendrein wissen wir dass es nicht nur zwei intelligente Geister im Zwielicht zu geben scheint, sondern noch mehr, falls das mit den Namen stimmt. Ich weiß auf jeden Fall dass es eine männliche Stimme war, also können es die Beiden nicht gewesen sein."
      Er hielt sich nachdenklich das Kinn während der andere Arm vor sich verschränkt war
      "Wäre doch aber mal eine angenehme Abwechslung wenn es auch freundliche Wesen im Zwielicht gibt. In jedem Fall verdanke ich diesem Unbekannten mein Leben. Ohne dessen Feuer hätte ich den Tag wohl nicht überlebt."

      Als Khil dann ihre Idee beinahe putzig in die Gruppe warf, nickte Aradan ihr zu
      "Einen Versuch ist es wert."
      Als dann aber Renera ihren Einwand dazu brachte, sahen sie alle recht fragend an, allen voran Aradan.
      "Doppelt so groß wie ein normaler Läufer? Bist du dir sicher dass du dich nicht irrst?"
      Aradan ging zu Khil und machte mit einer Geste darauf aufmerksam sein Buch kurz haben zu wollen, welches Khil ihm zuvor aus dem Rucksack genommen hatte. Als er es bekam schlug er eine bestimmte Seite auf auf welcher er eine Skizze über einen großen Läufer gezeichnet hatte.
      "Sah er in etwa so aus? Haut so schwarz wie Kohle und Pulsierende Adern die man von außen sehen kann?"
      Valterri sah kurz auf die Zeichnung ehe ihm der Moment wieder in den Kopf kam
      "Ich erinnere mich. Haben das gesehen als wir an dieses Land mit dem Schiff ankamen."
    • Renera sah auf die Skizze von Aradan und kniff die Augen zusammen.
      "Ja - ich meine, ich denke schon. Ich bin mir ziemlich sicher, ja, sowas war das. Was ist das?"
      Khil sah im Unglauben zu ihr auf, als ob sie nicht begreifen könnte, dass Renera jemals im Zusammenhang mit einer Kreatur etwas nicht wusste.
      "Es hat gewirkt, als hätte es ein Ziel, aber kein Jagdziel wie ein normaler Läufer. Es hat uns nichtmal angesehen, obwohl wir zu zweit waren. Es hätte von unserer Anwesenheit immerhin irritiert sein müssen."
      Sie deutete in die Richtung, in die der Gigant verschwunden war.
      "Dorthin ist er verschwunden. Ich wäre ja geneigt ihm nachzugehen, aber... nein, das ist mir doch eine Nummer zu groß. Wortwörtlich."
      Sie sah zwischen Aradan und Valterri hin und her.
      "Was wisst ihr darüber?"
    • Aradan seufzte und sah selbst wieder in sein Buch hinein
      "Hm. Ich habe eine Theorie aber das stützt sich auf keinerlei fundierten Beweisen. Als wir auf unserer Reise waren, haben wir das ein oder andere Wesen kennengelernt. Sie sind oft im Kern ähnlich von ihrem Verhalten, sehen aber anders aus. Im Norden gibt es beispielsweise keine Spinnenmütter, Läufer und dergleichen. Das Äquivalent zu den Spinnenmüttern wäre dort ein Urakoth. Sie haben eine schuppige Haut, ähneln eher einer Echse, haben aber ebenso mehr Gliedmaßen und können nichts sehen. Und statt Fäden benutzen sie klebrigen Schleim um ihre Beute zu fangen. Mit den Läufern ist es ähnlich. Dort werden sie Berserkir genannt. Dessen Haut ist weiß mit einem dicken Fell übersehen. Beinahe als wäre es eine Variante die von Natur aus für den Winter gewappnet ist. Jedenfalls.. Im Norden haben wir schon mal einen Urakoth gesehen der von Größe und Auftreten den anderen deutlich überlegen war. Als wir dann wieder in diesen Landen ansetzten, haben wir in der Ferne, an einem anderen Ufer ebenso einen riesigen Läufer gesehen so wie in der Zeichnung. Ich persönlich gehe davon aus dass sich diese Dinger weiterentwickeln können. Aber..."
      Er sah in den Himmel, welcher noch immer recht trüb und düster war
      "Ich würde eine tiefer gehende Unterhaltung wirklich gerne fortsetzen wenn wir uns wieder auf den Weg gemacht haben. Wenn hier wirklich ein solches Biest umher läuft, sind wir alle in großer Gefahr."

      Alle stimmten zu und versuchten so leise es ging wieder zurück zum Wagen und dem Rest der Gruppe aufzuschließen, was auch ohne Vorfälle gelang. Alle wurden kurz über das nötigste aufgeklärt, was bei der nächsten Rast wohl etwas vertieft werden würde. Aradan sorgte noch dafür dass Khil gut auf den Wagen kam und wollte Renera im ersten Moment ebenso hoch helfen, doch nahm er sofort einen Schritt Abstand als ihm auffiel wem er helfen wollte.
    • Aradans Bericht über die andersartigen Kreaturen, die er im Norden gesichtet hatte, war allzu besorgniserregend, besonders nachdem sie nun wohl auch hier aufzutauchen schienen. Renera kehrte gedankenverloren zu dem Wagen zurück, auf dem Reshli schon wieder Platz genommen hatte und mit allzu finsterer Miene der Gruppe entgegen starrte. Wann auch immer man der Ansicht war, dass er das volle Potential seines finsteren Blickes bereits ausgeschöpft hatte, legte er doch noch einen drauf und sah umso missmutiger drein. Das war ein Talent, um den Renera ihn keineswegs beneidete.
      Aradan half Khil auf den Wagen, die noch immer etwas bleich um die Nase war und nicht einmal einen schnippischen Kommentar von sich gab, ehe er anstalten machte auch Renera helfen zu wollen. Ihre Blicke trafen sich über der ausgestreckten Hand, die er ihr keine Sekunde entgegen gehalten hatte, ehe er einen Schritt zurück trat. Es war fast schon rührend zu sehen, wie sehr er sich darum bemühte ihre Wünsche zu erfühlen und das brachte sie zum Schmunzeln.
      "Weißt du", sagte sie und drehte sich zu ihm, "Ich finde es unfair, dass ich dazu verdammt wurde, dir zwei Mal beim sterben zuzusehen. Ich finde es überhaupt unfair, dass ich diesen Satz sagen kann und er auch noch Sinn macht. Beim nächsten Mal, wenn du dich ins Zwielicht aufmachst, solltest du dich bei mir verabschieden, damit meine letzten Worte zu dir nicht "Nur eine Sekunde, ich komm' gleich wieder" sind. Das lässt mich noch schlecht dastehen."
      Sie grinste ihn an, dann stieg sie auf und ergriff die Zügel. Khil schwieg weiterhin, hakte sich aber bei ihrem Arm ein. So setzte sich die Truppe wieder in Bewegung.

      Die erste halbe Stunde verbrachten sie schweigend, während jeder nach allen Seiten Ausschau hielt. Reshli erhielt den Auftrag, ihren Rücken im Blick zu behalten, aber weil Renera ihm nicht vertraute, warf sie selbst immer mal wieder einen Blick über die Schulter. Der Wald verschwand langsam in der Ferne und weder Läufer, noch Gigant kamen hervor, um die Verfolgung aufzunehmen.
      Renera wandte sich schließlich Aradan zu.
      "Erzähl mir von dem Riesen. Du denkst, sie könnten sich weiterentwickeln? Oh, und Reshli muss uns noch einen Zaubertrick verraten."
      "Hä?", kam es von hinten.
      "Nichts, halt weiter die Augen offen."
      Er brummte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Codren ()

    • Aradan musste dann doch etwas verlegen drein blicken und sich mit der Hand am Hinterkopf reiben als ihm so schlagartig bewusst wurde dass er ja nun schon zwei mal auf der anderen Seite war.
      Aber bevor er sich nun auf einen ausgiebigen Plausch einlassen würde, was er nur zu gern getan hätte, folgte er dem Beispiel aller, welche eine ziemlich ernste Mine aufgesetzt hatten und die gesamte Umgebung im Auge behielten. Auch jetzt wurde ihm recht deutlich was für einen Einfluss Renera auf ihn hatte. Zuvor war er immer derjenige in der Gruppe der mal von Jarku angehauen wurde etwas lockerer zu sein und nun lies er sich von einem Läufer so fatal überraschen?
      Über diese Sache grübelte er eine ganze Weile, mehr noch als über das Thema mit dem großen Läufer oder gar den beiden Namen die er in Erfahrung bringen musste.

      Renera's Stimme war es dann, welche ihn wieder ins hier und jetzt holte.
      "Mhm. Es ist aber wie erwähnt nur eine Vermutung. In all den Jahren entwickeln sich auch die Menschen weiter. Die Technologie, die Art und Weise wie wir miteinander umgehen. Es liegt nahe dass diese Wesen auch einen evolutionären Fortschritt unterliegen. Ob sie nun gezielt darauf hin arbeiten oder es einfach passiert. Ich meine, diese Wesen sind in sich schon sehr widernatürlich. Es würde mich nicht wundern wenn dessen Entwicklung sich so stark von der unseren hervor hebt... was sie nur leider um ein vielfaches gefährlicher macht. Man stelle sich mal einen entwickelten Wanderer vor... Keine erbaute Mauer könnte ein solches Wesen aufhalten. Oder etwa ein Puppenspieler. Ich habe mir schon viele Tage den Kopf darüber zerbrochen. Im schlimmsten Fall würden sich dessen Fähigkeiten ebenso entwickeln. Stell dir mal vor ein Puppenspieler braucht keinen Augenkontakt mehr. Wie soll man einen solchen Feind besiegen?"
      In seiner Erklärung lag klare Sorge für die kommende Zukunft, was zeigte dass er für solche Szenarien bisher keine Lösung hatte.
      "Ich habe in all den Jahren so viele Bücher gelesen, meine Kampftechnik angepasst und das Zwielicht, sowie mich selbst erforscht aber nichts käme an Entwicklung auch nur im Ansatz nah genug ran um diese Wesen zu besiegen. Ich bin bestenfalls eine Waffe gegen Menschen und normale Wesen. Aber selbst das nur in Unterstützung mit einer Magie begabten Person."
    • Renera blickte nachdenklich in die Ferne. Aradans Worte trafen unterbewusst auf eine Stelle, die schon bei ihr Samen gepflanzt hatte und sich über die Jahre mit ihren Studien ausgebreitet hatte, aber niemals an die Oberfläche gekommen war. Denn schließlich gab es keine Beweise dafür, wie Aradan schon sagte waren es nur Vermutungen und sie tat selbst nichts anderes, wenn sie sich mit diesem Thema beschäftigte.
      "Du musst dich so fühlen wie ein Soldat nach der Hochzeit. Den ganzen Tag lernst du im Armeenlager Formationskämpfe und wo man bei einer Rüstung am besten treffen muss um sie zu zerstören, du trainierst dir deinen Instinkt weg, damit du auf dem Schlachtfeld nicht von deinem Platz weichst und dann kommt plötzlich so eine Kreature um die Ecke. So ein Läufer, meinetwegen. Und mit einem Mal bringt es dir nichts zu wissen, wie man in Pfeilformation kämpft oder wo die Schwachstellen einer Rüstung sind oder dass man seinen Nachbarn nicht verlassen darf, denn dieser Läufer hat die Kraft dazu dich einfach umzurennen, ihm ist es egal, ob du ihn am Kopf oder ins Maul oder in den Bauch triffst und ihm ist es besonders egal, ob du in der Schildformation mit ausgestrecktem Speer furchteinflößend aussiehst. Er hat nicht die Kapazität zu verstehen, dass du ihm den Speer möglicherweise durch den Körper jagen kannst und damit hat er auch nicht die Kapazität, so etwas wie Furcht zu empfinden. Der Läufer sieht einfach nur eine Horde Menschen, die sich hinter Eisenplatten verstecken und er kann gar nicht anders, als in sie hineinzulaufen. Das muss ein furchtbarer Anblick sein, wenn ein einzelner Läufe die ganze Front niedermäht, weil er so viel Schwung hat. Da kann selbst das beste Training nicht den Instinkt unterdrücken, den man sich so sehr abgewöhnen will. Gegen Kreaturen zu kämpfen braucht eben ein gewisses Maß an Instinkt, damit man nicht von ihm überwältigt wird.
      Aber so wird es mit uns auch sein, wenn sie sich tatsächlich entwickeln. Wir werden eines Tages aufwachen und merken, dass wir nicht mehr wie gewöhnlich gegen eine Spinnenmutter kämpfen können, weil sie viel weiter und viel schneller schießen kann und die Fäden auch noch durch Kleidung hindurch wirken. Dann werden viele Menschen sterben, das ist unausweichlich, aber eines Tages werden wir doch unsere Methoden überarbeitet haben. Und für diese Methoden sind wir die Vorarbeiter. Irgendjemand muss diese Monster doch schließlich verstehen, bevor man dazu übergeht, sich ihrer Entwicklung anzupassen."
      Sie runzelte die Stirn.
      "Außerdem solltest du einen Magier in deiner Truppe aufnehmen. Deine Kräfte sind ohne einen Magier doch fast nutzlos."
    • Renera's Ansprache brachte ein paar andere Ansichtsweisen dazu. Vor allem zuletzt konnte er ihr nur zustimmen, was er mit einem Nicken tat. Sie waren tatsächlich so eine Art Pionierstruppe. Da war der Zwang von Khil gar nicht mal so schlecht alles nieder schreiben zu wollen. Aradan entschloss sich in diesem Moment dazu ihr wohl künftig mehr Informationen zukommen zu lassen. Sei es nun von Vor- oder Nachteil wenn es andere zu lesen bekamen. In jedem Fall wären die Informationen nützlich für die Nachwelt. Aber es war zu früh um sich schon mit solchen endgültigen Gedanken zu befassen, was Renera's letzter Satz dann auch eine Bühne bot. Entweder hatte sie ihn schon durchschaut oder sie hatte bemerkt wie er seine Fähigkeiten ebenso runter spielte um Reshli falsche Informationen zu geben. Immerhin könnte dieser noch immer irgendwie fliehen oder von Verbündeten befreit werden. Es gab viele Möglichkeiten wie dieser seine Informationen streuen konnte, also hatte es sich Aradan zum Ziel gemacht so viele falsche wie möglich laut auszusprechen.
      Anhand zweier Beispiele, welches er bisher nur sehr ungerne einsetzte, zeigte er Renera dass er schon ein wenig mehr konnte als nur fremde Zauber verstärken.
      So sah er sie an und wartete bis sie ihn auch ansah ehe er sich sofort seine Augen weiß färbten, was ihr nun klar sein sollte, dass er etwas wirken würde.
      Unmittelbar nach der Färbung lief Aradan nun doppelt neben dem Karren her. Und es war keine einfache Täuschung, beide Aradan's bewegten sich tatsächlich unterschiedlich auch wenn man beim ganz genauen hinsehen bemerken konnte dass das Gras am Boden durch die Füße des zweiten Aradan's hindurch glitten ohne auf Widerstand zu stoßen. Doch hörte es dabei nicht auf. Ohne dass er seine Lippen bewegte lies er seine Stimme in Renera's Kopf sanft erklingen, was immer ein leichtes nebulöses Wellen mit sich zog.
      "Nicht erschrecken. Ein paar Tricks habe ich schon noch drauf aber das muss unsere Fracht ja nicht erfahren."
      Dann zwinkerte er Renera mit einem Auge zu ehe der zweite Aradan verschwand und tatsächlich blutige dünne Tränen aus seinen Augen kamen, welche ihm wohl offensichtlich brannten. Aber nicht so sehr um anzuhalten. Er rieb sich nur mehrere Male mit dem Arm über das Gesicht bis er wieder zu Renera sah und mit zuckenden Schultern deutlich machen wollte dass er solche Fähigkeiten noch nicht nutzen konnte ohne sich selbst einiges abzuverlangen.
    • Benutzer online 3

      3 Besucher