One Piece ✶ [Un]ripped friendship {Marien & Juvi}

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Portugas D. Ace

      Ein Mädchen, dass sich um einen völlig Fremden zu sorgen schien und trotzdem nicht akzeptieren wollte, dass sie eine kleine Heldin war? Vielleicht sollte Ace etwas Zeit in ihr Selbstbewusstsein investieren. Gleichzeitig machte es deutlich wie ähnlich sich Kampfkätzchen und ihre schwarzhaarige Freundin in Wirklichkeit doch waren. Offenbar schienen sie in die jeweils andere mehr Vertrauen stecken zu können, als in sich selbst.
      "Mach dir keine Gedanken um Luca. Der Kerl ist hart im Nehmen, schließlich hat er Zuhause mit einer eigensinnigen Ehefrau und einem quengeligen Baby zu kämpfen, da werden ihn ein paar Wasserfluten schon nicht so einfach bezwingen", berichtete Ace heiter. "Er ist schon wieder vollständig auf den Beinen und plant für morgen oder übermorgen die Heimreise."
      Wie erwartet schien die Kleine bei der plötzlichen Nähe zum braunen Wuschelkopf plötzlich zum Krebs zu mutieren. Sonst freute er sich in der Regel über diesen niedlichen Anblick der sonst so bissigen Kampfkatze, aber in dieser Situation wollte er sie am liebsten in die weiße Krankenhausdecke einwickeln und ihr Antlitz vor all den Anwesenden - allen voran vor Brandon - verbergen. Die Feuerfaust mochte dem Kerl dankbar für seine aufmunternden Worte gewesen sein, aber in dieser Sekunde wollte er nur Abstand zwischen Jocy und Wuschelkopf bringen. Offenkundig war er nicht der Einzige mit diesen Wünschen. Nie hätte er erwartet dem nervigen blonden Lockenkopf irgendwann für etwas dankbar zu sein, aber als er sich nun aufmüpfig zwischen seine Schwester und Brandon schob, hätte ihm Ace beinahe beipflichtend applaudiert. Der gute Eindruck war allerdings nicht von langer Dauer...
      Abgesehen davon, dass der Mistkerl auch dem Piraten zu verbieten versuchte, seiner Schwester zu nahe zu kommen, produzierte sein Mundwerk Sekunden später den größten Schwachsinn, den Ace seit langem zu Ohren bekommen hatte. Und da hatte er gedacht, die Machtfantasien von Blackbeard wären unerträglich gewesen... Bereits vor ein paar Tagen hatte Goldlocke eindrücklich bewiesen, wie viel Schiss er vor den Fähigkeiten seiner Schwester hatte. Statt aber eben diesen Umstand zu akzeptieren, schien er für sich beschlossen zu haben, der Rothaarigen ihr sowieso schon mangelndes Selbstbewusstsein zu zerschießen.
      "Was für ein guter großer Bruder du doch bist", knurrte Ace irgendwann dunkel und schritt unbeirrt auf den Blondschopf zu. "Behauptest deine Schwester zu beschützen, während du sie mit deinen eigenen Worten bereitwillig in den Abgrund stößt." Innerhalb eines Wimpernschlages schnellte seine Hand an den Kragenstoff seines Gegenübers und zog ihn an eben jenem gewaltsam an sich heran, zwang ihn dazu ihm tief in die Augen zu blicken. "Wenn du nichts anderes als Beleidigungen aus diesem elenden Mundwerk purzeln lassen kannst, erkläre ich mich gerne dazu bereit, es auf ewig zusammenzuschweißen, Goldlöckchen." Um seinen Worten das notwendige Gewicht zu verleihen, hob er den Zeigefinger seiner freien Hand direkt vor die Augen des ach so umsichtigen großen Bruders und ließ eine heiße Flamme an der Fingerspitze entzünden. Sekundenlang verharrte er genau in dieser Position, bis er sich sicher sein konnte, dass sein Opfer kaum noch die ausgehende Hitze ertragen würde könnte. Dann endlich stieß er den Größeren schwungvoll von sich.
      Wahrscheinlich war das Kampfkätzchen kein großer Fan seiner kurzen Stunteinlage gewesen, aber Ace wäre nicht in der Lage gewesen auch nur einen weiteren Satz aus dem Mund dieses Mistkerles zu ertragen. Entsprechend hatte er auch nicht vor, sich zu entschuldigen und wendete sich stattdessen ruhig durchatmend an die junge Frau im Krankenbett. "Deine Fähigkeiten sind keine 'Absonderheit' und niemand - und vor allem nicht Goldlöckchen hier - können dir jemals verbieten sie einzusetzen. Vor allem dann nicht, wenn du sie zum Schutz anderer anwendest." Aus dem Augenwinkel konnte er wahrnehmen, wie Brandon und sogar Meridas Eltern ihm nickend beizupflichten schienen. Konnte er da ebenfalls düsteren Zorn in den Augen der Familienmutter erkennen? Eventuell wäre sie Goldlöckchen ebenfalls an die Kehle gesprungen, wäre die Feuerfaust ihr nicht zuvor gekommen.
      Zumindest eine gute Nachricht schien der Blondschopf noch mit seiner Schwester teilen zu wollen, auch wenn Ace deutlich die Anspannung im Körper der Rothaarigen zu erkennen vermochte. Sie schien sich auf jeden Fall über den guten Zustand ihrer Eltern zu freuen, aber da steckte eine seltsame Sorge in ihren Augen... Waren ihre Eltern etwa ähnlich begriffsstutzig wie dieser elende Held der Erniedrigungen hier? Ace hatte jetzt schon beschlossen, dass er der Familienzusammenkunft beiwohnen wollte. Es war schon schlimm genug zu wissen, dass die Kleine in der Vergangenheit immer wieder solchen Vorwürfen ausgesetzt gewesen sein musste. Solange er es verhindern könnte, würde der Schwarzhaarige sie in solchen Situationen nicht mehr alleine lassen.
      "Möchtest du wirklich, dass wir alle gehen, Kampfkätzchen?" Er ignorierte jegliche Proteste der Goldlocke, egal ob sie verbaler oder stummer Natur waren. "Wenn du lieber für dich sein möchtest, dann sag uns bescheid. Aber wenn du lieber noch etwas entspannt reden möchtest, werde ich dafür sorgen, dass dieser Quälgeist hier verschwindet und uns nicht mehr in die Parade fährt." Sein Zeigefinger deutete auf den älteren Bruder. Ace war sich nicht sicher, ob es aktuell schlau wäre die Kleine sich selbst zu überlassen. Er konnte nur erahnen, welche düsteren Gedanken da gerade durch ihren kleinen Kopf schwirrten. Jeder einzelne von dem elenden Blondschopf ans Tageslicht gezerrt...
      Wenn ich ihm das nächste Mal alleine begegne, werde ich ihm mit der Faust die Zähne aus dem Kiefer operieren. Mal sehen, ob er dann immer noch so gut Schwachsinn labern kann.

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      Merida Serrano

      Sie wollte ihm widersprechen, ihm untersagen, sie weiter bei diesem elenden Spitznamen zu nennen. Stattdessen presste sie einfach nur stumm die Lippen zusammen und nickte langsam. Ließ sich weiter von ihm verarzten. Lauschte später seinen Worten.
      Jedes einzelne von ihnen schien sie auf seltsame Weise aufbauen zu wollen, zugleich schob es ihr immer und immer wieder einen heißen und schmerzhaften Pfahl durch die Brust. Was sollte sie seiner Meinung nach also unternehmen? Wie sollte sie diesen Konflikt lösen? Sich zu entschuldigen hatte zuvor schließlich lange nicht die Wirkung erzielt, die sie sich erwünscht hatte. Zudem: Selbst wenn er Recht haben mochte und alles gut ausgegangen war, hatte Jocy deutlich gemacht, wie sehr Meri sie verletzt hatte, nachdem sie ihrer eigenen Wege gegangen waren. Natürlich war Jocy alt genug, um für sich einzustehen. Doch was wäre gewesen, wenn ihren Eltern tatsächlich etwas widerfahren wäre oder ihren Brüdern? Merida hätte für ihre Freundin da sein sollen... Außerdem: "All ihre Schützlinge sind gestorben", murmelte sie leise. "Ich will mir gar nicht vorstellen, wie Jocy sich gefühlt haben muss, als sie vor den Trümmern ihres alten Hauses angekommen war." Meri presste die Kiefer aufeinander. Diese Tiere waren Teil ihrer Familie gewesen... Sie musste sich grausam gefühlt haben. "Es ist nicht 'alles noch einmal gut gegangen'", murmelte sie schließlich mit gesenktem Haupt.
      Pandahut schien während dessen langsam seine Geduld mit ihr zu verlieren. Wer sollte es ihm auch verübeln? Es war ein Wunder, dass er ihr überhaupt so lange zugehört hatte. "Tut mir leid, ich hätte dich nie damit belästigen sollen." Sie wusste selbst, dass da gerade ein gehöriger Teil Selbstmitleid und Selbsthass aus ihr sprachen, gleichzeitig wunderte sie sich selbst ein wenig darüber, dass sie überhaupt so offen hatte mit ihm darüber reden können. Irgendwie war der Grummelbär ein seltsam guter Zuhörer gewesen... vielleicht hatte sie sich deswegen so bereitwillig ihm gegenüber geöffnet. Ein wenig lernte sie diese Entscheidung nun zu bereuen, immerhin hatte sie es damit nur geschafft, seine Laune zusammen mit ihrer eigenen in den Keller zu stoßen... wie auch schon bei so vielen vor ihm. Sie wusste schon lange, dass sie daran dringend etwas ändern müsste, denn er hatte recht: Sie wollte nicht die einzige Freundin verlieren, die sie je gehabt hatte. Gleichzeitig wusste sie nicht, was sie tun sollte. Konnte man lernen, sich selbst weniger zu verachten? Könnte sie lernen, sich selbst zu lieben?
      Lieben?!... Dich? Ein wertloses Geschöpf wie du hat keine Liebe verdient!
      Erneut flammte stechende Pein in ihrem Schädel auf. Sie unterdrückte ein schmerzhaftes Stöhnen und presste stattdessen die Zähne aufeinander. Sie wusste, dass die harschen Worte des Pandahuts sie aufbauen sollten, leider drangen nur einzelne durch den dichten Nebel ihrer verworrenen Gedanken. Dennoch glaubte sie etwas Kraft aus seiner kleinen Rede ziehen zu können. Sie wollte ihre Freundschaft mit Jocy noch nicht aufgeben... Vielleicht sollte sie wirklich noch einmal das Gespräch mit ihr suchen. Doch was sollte sie ihr dann sagen? Was wenn Merida wieder die falschen Worte fand? Was wenn sie den Rotschopf wieder verletzte? Was wenn...
      Sie zwang sich mit einem Kopfschütteln dazu, den düsteren Gedankenstrom zu unterbrechen und drehte sich stattdessen zum Pandahut um. "Danke für deine Hilfe", meinte sie aufrichtig und hob ihre Finger zum fachmännischen Verband um ihren pochenden Schädel. "Sowohl für die ärztlich Versorgung, als auch für deine Worte." Sie konnte noch immer nicht ganz fassen, dass sie überhaupt in die Situation geraten war, in der sie dem Schwarzhaarigen so dankbar sein musste, aber sie konnte nicht leugnen, dass sich ihr Bild zu ihm deutlich gewandelt hatte. Er hingegen musste einen zunehmend schlechten Eindruck von ihr haben... "Und keine Sorge, ich werde für die Schäden aufkommen und es wird kein weiteres Mal passieren." Langsam schob sie sich an der Wand entlang nach oben. "Tut mir leid, dass ich dich so lange aufgehalten habe."
      Eine Zeit lang hafteten ihre Augen noch auf der Zimmertür, nachdem der Pirat hinter eben jener verschwunden war. Die plötzliche Stille im Raum, ließ ihre eigenen Gedanken nur noch lauter wirken. Schuldgefühle und Furcht kämpften gegen Hoffnung und Entschlossenheit. Sie wollte für ihre Freundschaft kämpfen. Sie wollte alles dafür geben, damit Jocy ihr verzeihen konnte. Wie sollte sie dieses Ziel allerdings erreichen? Was sollte sie tun, wenn sie die Rothaarige noch einmal so verletzte? Wie könnte sie ihr danach je wieder verzeihen?
      Zu allem Überfluss war da auch noch diese zornige Stimme in ihrem Kopf, die eine alte Erinnerung widerzuspiegeln schien und ihren Schädel in dauerhafte Schmerzen zu versetzen schien. Wer war das? Warum hatte diese Person sie nur so verachtet? Was hatte Merdida nur angestellt, um solch einen Hass zu verdienen? Woher kannte sie die Person überhaupt? Lebte sie noch?
      Sie spürte wie zunehmend Erschöpfung und Müdigkeit ihren Geist überschatteten und es gänzlich unmöglich machten, diese Fragen zu beantworten. Vielleicht wäre es vernünftiger sich wieder ins Bett fallen zu lassen? Vielleicht könnte sie etwas klarer denken, nachdem sie ein paar Stunden ruhte? Vielleicht wüsste sie dann auch besser, wie sie sich wieder mit Jocy versöhnen könnte.
      Momente später war sie auch schon ins weiche Kissen des Krankenbettes gesunken und trotz - oder vielleicht eben wegen? - der hämmernden Kopfschmerzen schnell eingeschlafen.
    • Jocelyn Salvatore

      Jocelyn schmunzelte Ace an, der über Luca sprach, als ob er nur ein paar Kratzer abbekommen hätte. Überrascht war sie dennoch, hatte sie entweder nicht gewusst oder längst wieder vergessen gehabt, dass sein Freund ein verheirateter Familienvater war. Bestimmt war er unglaublich froh bald sichergehen zu können, dass seine Familie wohlauf war und er aus dem Krankenhaus raus zurück in sein gewohntes Heim ziehen zu können. „Das freut mich sehr für ihn. Hoffentlich hat die Flut seine Familie nicht erwischt..“, meinte sie sichtlich erleichtert, wenn sie auch lediglich versuchte vom aktuellen Thema abzulenken, um bloß nicht weiter über ihre Heldenhaftigkeit nachdenken zu müssen. Stattdessen musste sie sich den Worten ihres Bruders ausgesetzt sehen. Ob das nun so viel besser war, wagte sie stark zu bezweifeln. Immerhin ließ er sie mit jedem seiner Worte mehr und mehr wie ein Häufchen Elend fühlen, das sich am liebsten klammheimlich aus dem Zimmer verdrückt hätte, um den vermutlich anklagenden oder gar verstörten Blicken ausweichen zu können. Aber aufgrund ihrer nicht vorhandenen Fähigkeit sich bewegen zu können, konnte sie nur den Blick von ihren Besuchern abwenden und hoffen, dass sie die Rothaarige nicht arg zu lange anschauen und vielleicht sogar bald schon das Interesse an ihr verlieren würden. Doch kaum, dass ihr sommersprossiger Begleiter das Wort übernahm, konnte sie nicht anders als die Stirn runzeln. Sein Ton klang beinahe anklagend. Ihre Augen wanderten zögerlich zu ihm, verfolgten seine Bewegungen, bis sie Miguel erreichten und – zu Jocelyns Schock – sie mit ansah, wie er Miguel grob am Kragen packte und ziemlich deutlich drohte. Weshalb? Seinen Worten zu urteilen, schien er wegen Miguels Worten ihr und ihren Fähigkeiten gegenüber derart in Rage zu geraten. Das zu sehen und zu hören, ließ ihr Herz einen kleinen Sprung in ihrer Brust machen. Sie hatte sich schon neulich schnell von ihm verstanden gefühlt, aber jetzt? Jetzt betonte er dies noch einmal wesentlich intensiver und schaffte es sogar ein kurzes Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern, das jedoch schnell verebbte, kaum dass er sein Miniinferno um seinen Finger herum erschienen ließ. Sogleich zuckte ihr Körper zusammen, aufgrund der Erinnerung von jenem Tag, die sie jäh einholte als seine Arme sich in schlängelnde Flammen verwandelten, die so heiß und bedrohlich wirkten, dass ihr die Luft weggeblieben war. Auch jetzt konnte sie ein schweres Schlucken deshalb nicht verhindern und aufgrund ihres Fokus‘ auf diese kleine Flamme, die sich um seinen Zeigefinger züngelte, bekam sie nicht mit wie Miguel versuchte, sich verbal gegen diesen Feuerteufel zu wehren, auch wenn diesem die Angst ins Gesicht geschrieben stand. Kaum dass Ace sein Miniinferno abgeschaltet und Miguel von sich gestoßen hatte, um sich Jocelyn zuwenden zu können, hatte sich Miguel sofort den Kragen gerichtet, wenn auch mit zittrigen und schwitzigen Händen. Seine Augen voller Hass bohrten sich in den Hinterkopf des schwarzhaarigen Feuerbändigers, der sich viel zu sehr auf seine kleine Schwester und ihre Fähigkeiten fixierte, nur weil er ein genauso großer Freak zu sein schien, wie sie selbst. Zumindest glaubte Jocelyn das in seinem Blick lesen zu können, was nicht gerade ihrem Selbstwertgefühl half, im Gegensatz zu den Worten des wandelnden Infernos von zuvor und auch jetzt.. Ihre Augen wanderten unsicher von ihrem älteren aufgebrachten zu ihrem jüngeren besorgt wirkenden Bruder, über Brandon und Meridas Eltern, die beinahe ebenso aufgebracht wirkten wie Miguel, nur dass sie nicht Ace sondern eben diesen ihren älteren blonden Bruder ins Visier ihres Zorns genommen hatten. Ihre rotbraunen Augen, immer noch vollkommen durcheinander wirkend, suchten schließlich erneut die Ace‘, während dieser versuchte ihr wohl mit seinen Worten Mut zuzusprechen und ein Fünkchen ihres eingebüßten Selbstbewusstseins zurückzugeben. Wohl in der Hoffnung, dass sie sich nicht länger für ihre besondere Begabung zu schämen bräuchte. Sie hörte, wie Alec seinen Worten sogar energisch zustimmte: „Er hat recht, weißt du. Du.. solltest dich nicht schämen oder schlecht fühlen. Du kannst so vielen mit deinen Kräften helfen und—“ Doch Alec kam gar nicht dazu weiterzureden, da Miguel ihn streng das Reden unterband, was letztendlich nur zu einer Trotzhaltung seitens Alecs führte, der seinem Bruder wütende Pfeile mit seinen Augen in seinen Körper zu schießen versuchte.
      Seufzend hatte sich Jocelyn längst von ihnen abgewendet, fand sie doch die Gesellschaft ihres temporären Krankenhauskissens so viel erträglicher als dieser Affentanz, der sich hier seit ihrem Aufwachen bot. Warum war sie überhaupt aufgewacht? Erst Merida, jetzt Miguel und später.. später vielleicht noch ihre Eltern? Nicht nur vielleicht, garantiert sogar. Und das würde wesentlich härter ausfallen als alles, was Miguel ihr bisher hätte sagen können, denn er war noch recht.. nett. Versuchte ihr nicht wehzutun mit der Wahrheit, die er nicht besser beschönigen konnte. Ich hasse es.. Sie schloss die Augen und drückte sich Ginger etwas näher an ihren Körper, hatte sie jäh das Gefühl, dass ihr der Atem schwerer ging als bisher. Ich ertrag das nicht länger… „Ja..“, flüsterte sie schließlich schwach und schloss die Augen. „Ich… wäre gerne alleine. Wenigstens für eine Weile. Ich bin plötzlich sehr.. müde. Das Ganze hat mich sehr.. erschöpft, entschuldigt.“ Miguels triumphierendes Grinsen konnte sie in diesem Moment nicht sehen, aber sie konnte es anhand seiner folgenden Worte genau hören: „Siehste? Ich sagte doch sie braucht Ruhe. Also auf. Alle raus, sie muss sich erholen. Ist eh besser, wenn nur Alec und ich bei ihr bleiben. Das macht ihr weniger Stress.“, stellte Miguel fest und begann nach und nach jeden außer Alec rauszuscheuchen. „Nein. Ich möchte ganz allein sein. Geht besser zu Mamá und Papá. …Bitte“ – „Jocy, wi-" – „RAUS JETZT!!!“, brüllte sie plötzlich, erschrak damit auch Ginger, der sogleich fauchend vom Bett sprang und sie sich kurzerhand die Decke bis über ihre Nase zog, wobei auch ihre Brüder ein wenig erschrocken zu ihr zurücksahen, auch wenn von ihr nicht mehr viel mehr zu sehen war als der Büschel rote Haare.
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."
    • Portugas D. Ace

      Er schmunzelte leicht, als sich der Rotschopf nun auch noch um Lucas Familie zu sorgen schien. "Mach dir da keine Gedanken. Luca kommt nicht aus der Hauptstadt. Er und seine Familie leben in einer kleinen ländlichen Gemeinde viele Kilometer entfernt. Dort hat man über die Flut erst über die Nachrichten erfahren." Ace wollte sich gar nicht vorstellen, welche Angst Jessi gehabt haben musste, als sie von der Überflutung in Las Palmas erfahren hatte. Zu allem Überfluss waren auch Lucas und sein Handy unter den Wassermassen umgekommen, weswegen die junge Mutter nicht einmal die Möglichkeit gehabt hatte, ihren Mann zu erreichen. Als Luca später im Krankenhaus selbst telefonisch Kontakt zu ihr aufgenommen hatte, musste seine Frau wohl schon startklar im Wagen gesessen haben um auf eigener Faust nach ihm zu suchen. Zum Glück hatte er sie aber noch rechtzeitig erreicht und beruhigen können, bevor sie ihre Reise antreten musste.
      Bei der Trauermiene die sich später in den eben noch so strahlenden Augen der Kampfkatze abspielte, bereute es die Feuerfaust schon fast, dem Blondlocke nicht jetzt schon die Faust gegen die Nase geschleudert zu haben. Wie konnte dieser Idiot nur weiterhin behaupten, seine Schwester nur schützen zu wollen? Er mochte vielleicht recht damit haben, dass es Menschen geben könnte, die ein seltsames Interesse an ihr hegen würden, sollten ihre Fähigkeiten öffentlich werden - deswegen hielt er ja auch sein eigenes Feuer verborgen - aber das war noch lange kein Grund dafür, sie in einer Tour zu erniedrigen. Mal ganz davon zu schweigen, dass das Risiko immer deutlicher stieg, desto länger die junge Frau versuchte sich selbst zu unterdrücken, anstatt ihre Fähigkeiten kennen zu lernen. Goldlöckchen hatte offenkundig einfach nur Angst vor seiner eigenen Schwester... Wie armselig.
      Zumindest schien Alec einen guten Gegenpol zu seinem großen Bruder zu bilden und pflichtete der Feuerfaust bereitwillig bei. Ace müsste dem Kleinen dringen mal ein Eis oder ähnliches ausgeben.
      Ihm war nicht entgangen, dass Jocy unter der ganzen Situation zu leiden schien. Er konnte nicht genau einschätzen, ob es die Worte ihres Bruders, die Auseinandersetzung mit ihrer Freundin zuvor oder die schiere Anzahl der Menschen im Zimmer waren - inklusive dem lockigen Sunnyboy, der ihr die Röte ins Gesicht getrieben hatte. Vielleicht war es auch eine Kombination aus allem gemeinsam. Auf jeden Fall ging ihr Atem zunehmend schwerer und auch der Ausdruck in ihrer Miene schien nichts Gutes zu verheißen. Gerade als der schwarzhaarige seine Hand vorsichtig und tröstend auf ihre Schulter zu legen ersuchte, lieferte die Kampfkatze ihm endlich eine Antwort auf seine Frage. Er konnte nicht behaupten, sonderlich zufrieden damit zu sein, gleichzeitig glaubte er aber auch zu verstehen, dass sie Zeit für sich brauchte. Für sich allein... Also zog er seine Hand zurück und nickte langsam. "In Ordnung."
      Die Schadenfreude in der Stimme vom großen Bruder ließ allerdings direkt wieder heißen Zorn im Piraten aufsteigen. Zum Glück wurde ihm auch schon bald das Maul gestopft. "Du hast es gehört, Goldlöcken", grummelte Ace mit einem feinen und amüsierten Lächeln auf den Lippen. "Du wirst hier nicht mehr erwünscht." Mit diesen Worten packte er den Kerl erneut wenig sanft am Kragen und zog ihn aus dem Zimmer. An der Tür angekommen bemerkte er erst, dass auch das kleine Kätzchen ihnen gefolgt war. Der kleine Gefühlsausbruch seiner neuen Mama hatte es scheinbar etwas traumatisiert, weswegen es sich nun schutzsuchend an die Beine der Feuerfaust schmiegte. Kurzerhand beförderte Ace Goldlocke mit einem heftigen Stoß aus dem Krankenzimmer und beugte sich zu dem kleinen Wesen hinunter. "Sie wollte dir keine Angst machen, Wollknäul", säuselte er ruhig und hob sich das Tier an die Brust, um sich zu Jocy umzukehren. "Siehst du? Sie braucht jetzt jemanden, der ihr stumm beistehen kann." Es war idiotisch zu erwarten, dass die Katze ihn verstehen würde, gleichzeitig hoffte der Pirat darauf, dass der Flohpelz mehr Empathie würde aufbringen können, als Goldlocke zuvor. "Meinst du, du kannst trotzdem noch für sie da sein?" Langsam setzte er die Katze wieder auf dem Boden ab. Zunächst schien der Kleine verwirrt zwischen dem Schwarzhaarigen und dem geknickten Mädchen im Krankenbett hin und her zu blicken. Dann endlich setzte er sich wieder in Bewegung, zu Ace' Erleichterung steuerte er dabei die Kampfkatze an.
      Sehr gut.
      Jocy mochte gerade etwas Zeit für sich alleine brauchen, aber er war sich sicher, dass dieser kleine Kamerad ihre Laune etwas würde heben können. Entsprechend beruhigt wendete er sich nach einem letzten Blick zur Rothaarigen um und folgte den anderen aus dem Raum. "Du musst nur rufen, wenn du etwas brauchst", waren seine letzten Worte, bevor er die Tür leise hinter sich zuschob.
    • Jocelyn Salvatore

      Jocelyn sah aus dem Augenwinkel zu wie der sich lautstark beschwerende Miguel von einem grinsenden Ace grob aus dem Raum geschoben wurde. Sie war wirklich dankbar, dass sie wohl nun ihre Ruhe bekommen würde. Sie spürte genau, wie es ihr von Minute zu Minute schlechter zu gehen schien je länger sich die Diskussionen gezogen und die Aggression sich zwischen den Besuchern angestaut hatte. Es war einfach zu viel für das noch sehr angeschlagene Mädchen gewesen, sodass sie hinter ihrer hochgezogenen Decke nur noch beobachtete wie Ace wohl als Letztes den Raum verließ und seine Worte noch ein wenig im Raum zu schweben schienen, nachdem er die Türe hinter sich zugezogen hatte. Die einhergehende Stille, die sich nun jäh im Zimmer ausbreitete, schien einen Wall in ihrem Inneren einzureißen, der ihre anschwellenden Emotionen die ganze Zeit versucht hatte im Zaum zu halten. Doch nun brach er ein und somit auch der Sturm an Gefühlen, der in Bächen aus dicken Tränen aus ihren Augen quoll, während sie ihr Gesicht schluchzend in das Kissen drückte. Eine ihrer Hände suchte das Medaillon ihrer Kette und umgriff es, als sei es ihr einziger und letzter Rettungsring in einem tobenden Sturm. Dass der kleine Kater sich in der Zwischenzeit hoch auf ihr Bett gearbeitet hatte, in dem er Stühle und Nachtische als Klettertische zur Hilfe genommen hatte, bemerkte sie darum erst, als das weiche Köpfchen gegen ihren Arm stieß und das zärtliche Miauen sein zuckersüßes Mäulchen verließ. Ohne überhaupt aufzusehen, legte sie vorsichtig eine Hand um seinen kleinen gebrechlichen Körper und zog ihn eng an ihr Gesicht heran. Seine Nähe tat ihr besser als dem putzigen Kerlchen wohl bewusst war. Es war einfach wohltuend jemanden an ihrer Seite zu wissen, der für sie da war und sie nicht.. mit diesen Augen ansah wie die anderen. Menschen.. waren ihren Ansicht nach einfach unfähig je so wertvoll zu sein wie es Tiere konnten. Menschen.. konnten einen einfach nie bedingungslos akzeptieren und wenn doch, dann schwebte da immer eine gewisse Spur von Mitleid in ihren Augen. Nichts von alle dem war ertragbar. Nichts von alledem hatte sie verdient. Weder Verachtung noch Furcht oder Mitleid.

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      Miguel & Alec Salvatore

      Vor der Tür riss sich Miguel von Ace los und stieß ihn von sich weg, ihn erzürnt anfunkelnd unter seinem blonden Schopf. „Was fällt dir überhaupt ein?! Du hast weder das Recht noch die Befugnis dich in eine FAMILIENANGELEGENHEIT einzumischen!“ Er bebte vor Zorn und würde diesem sommersprossigen Punk am liebsten den Arm dafür brechen, mit dem er ihn aus dem Zimmer gezerrt hatte. Stattdessen drückte er den besagten Schwarzhaarigen an die nächste Wand, zum Schock der vorbei hastenden Arzthelfer. „Du tauchst einfach auf, setzt meiner kleinen Schwester Flausen in den Kopf, dann hört sie irgendwelche kranken Stimmen in ihrem Kopf, weshalb sie definitiv noch zum Psychiater gehen werden muss, dann hab ich sie EINEN Moment aus den Augen und sie bricht vollkommen zusammen und beschwört diesen Monsun herauf, dann wenn ich glaube dich endlich los zu sein, bist du wieder hier wie ihr Schatten, der kaum von ihrer Seite weicht und jetzt noch glaubt zu wissen, was das BESTE für sie ist?! Mach mal en Knopf ran! Ich lass nicht zu, dass meine Schwester von einem Spinner wie dir in den Abgrund gezogen wird! Bevor du aufgetaucht warst, ging es ihr GUT! Sie war glücklich! Und jetzt??? Jetzt hat sie nicht nur Stress mit ihrer besten Freundin wegen DIR, sie hat selbst ihre Familie aus dem Zimmer geworfen, weil ihr das Alles zu viel wurde! DU tust ihr nicht gut! Also verpiss dich aus UNSEREM Leben!“ Alec hingegen trat seinem Bruder kräftig gegen die Kniekehle, sodass er ächzend an Ort und Stelle zusammensackte und zu seinem Bruder herumfuhr. „Was soll der Scheiß?!“ – „Das, Bruderherz, könnte ich dich fragen. Du verzapfst gerade ne Menge Müll. Sicher, dass DU nicht derjenige bist, der sich mal ausruhen und seinen Kopf klären sollte? Hast du überhaupt die letzten Tage geschlafen? Ich glaub ja nicht. Kein Wunder, dass du so Dauer-Aggro bist.“ Der Jüngere schnaubte genervt aus, während er den Kaugummi in seinem Mund bedächtig bearbeitet, und seine Augen langsam zu Ace wanderten. „Sorry dafür. Ich weiß, er ist ein.. Arsch gerade, aber vielleicht könntest du ihn trotzdem nicht flambieren? Wäre echt nett. Denke, das würde den Arbeitern hier ne Menge Arbeit ersparen.“ Plötzlich raunte eine Stimme hinter ihnen schon fast bedrohlich: „Was ist jetzt schon wieder los?“ Als sie herumfuhren, erkannten sie den Piraten-Arzt im weißen Kittel, der einen Arm um Miguels Schultern gelegt hatte, während er mit genervtem Blick aus dem Augenwinkel zu diesem schielte. „Da will man doch meinen das Erwachen dieses Wildfangs ruft Freudensprünge hervor. Aber anscheinend hab ich mich geirrt.“

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      Trafalgar D. Water Law

      Law seufzte als er die Tür hinter sich ins Schloss fallen ließ. Es war ihm nicht entgangen wie sanftmütig, sogar aufrichtig dankbar das Terrorpüppchen gegen Ende geworden war, dennoch fragte er sich immer noch, wie es dazu kommen konnte, dass ein Mensch, der offenbar so selbstbewusst handelte eine derartige Selbstverachtung empfinden konnte. Für ihn war es offensichtlich, dass ihre Selbstzweifel und -verachtung größere Auswirkungen auf sie haben mussten, als es vielleicht zu Anfang den Anschein machte. Vielleicht war es auch diese Welt, die einen nicht zu akzeptieren schien, wenn man Besonders war, die Menschen oder Lebewesen aus ihrer ursprünglichen Welt derart seelisch zerstörten? Ja, möglich. Vielleicht steckte auch mehr dahinter.. Aber das konnte man nie mit Sicherheit wissen. Immerhin.. schien sie sich selbst davor zu sträuben es wissen zu wollen, oder zumindest ein Teil von ihr. Ihm waren die Symptome immerhin nicht entgangen, die eindeutig traumatische Erinnerungen aus ihrem Gedächtnis verbannt zu haben schienen und nur unter Schmerzen hervor gebracht wurden, auch wenn sie versucht hatte es zu verbergen. Immerhin.. hatte er schon des Öfteren solche Fälle gesehen. Die Frage war also eher.. gegen was sträubte sich ihr Unterbewusstsein so sehr sich erinnern zu wollen? Und hatte es etwas mit ihrem selbstzerstörerischen Verhalten zu tun?
      Kaum, dass er jedoch aus dem Zimmer dieses Terrorpüppchens gegangen, dass ihn sofort einige Krankenschwestern belagerten. Einerseits um den Zustand der zuvor vandalisierenden Patientin und den Raum, in dem sie untergebracht wurde, zu erfahren und andererseits, um ihn zu anderen Patienten zu konsultieren. Waren denn nicht genug andere Ärzte anwesend, denen sie auf den Zeiger gehen konnten? Aber er wollte natürlich nicht auffliegen, dass er sich hier nur eingeschlichen hatte, um an die medizinischen Kenntnisse und Werkzeuge dieser Welt zu gelangen, um sie hoffentlich in Zukunft in seiner Welt verwenden zu können. Also nahm er sich so gut es ging ihren Problemen an, versuchte so effiziente Antworten, Ratschläge und Handhabungen wie möglich zu geben, ehe er sich schließlich von ihnen verabschiedete mit der Ausrede, dass er schleunigst zu einem Operationssaal im anderen Gebäude müsste.
      Er trat in den Aufzug und nur kurz nachdem sich hinter ihm die Türen schlossen, seufzte er erschöpft durch. Wie nervig die Menschen hier sind. Ich kanns kaum erwarten, endlich die Biege zu machen. Dieses ständige Stadtleben zwischen all den Technikbesessenen, die verlernt haben, eigenständige Gedanken zu entwickeln und als Individuen zu leben. Er schnalzte mit der Zunge, hoffte wirklich, dass die anderen in der Zwischenzeit mit der Suche nach einer Lösung für ihren Rückweg weitergekommen waren, während er hier mehr oder weniger festsaß und sich von einem Notfallpüppchen zum nächsten angelte. Apropos.. je näher er der Station kam, auf der dieser andere Wildfang lag, desto lauter wurde es. Nicht nur laut, aufgrund der üblichen Krankenhausgeräusche, die es auf jeder Station gab und garantiert durch diese Flutkatastrophe nochmal an Intensität zugenommen hatten. Nein, je näher er der Tür kam, hinter der dieser rote Fischling lag, desto lauter wurden streitige Gespräche, deren Stimmlagen schon beinahe die lärmenden Signale an die Ärzte übertönten und definitiv störend für alle in näherer Umgebung waren. Schnell konnte er auch den Ursprung ausfindig machen. Im Zentrum die Feuerfaust mit dem älteren Bruder des Rotschopfs, wenn er sich recht erinnerte. Drum herum die Familie des Terrorpüppchen, dieser nichts sagende Hänfling und der Knirps, der glaubte sich in deren Streit einmischen zu müssen. Nirgends hat man seine Ruhe.. Unglaublich! Er schnaubte erneut genervt aus, als er die Distanz zu ihnen überbrückte und seinen Unmut über die Situation ziemlich deutlich machte. Mit kaltem Blick sah er dabei vor allem zu diesem älteren Jungen, der offenbar den Streit angezettelt hatte und seit er ihn getroffen hatte kaum ein nettes Wort über die Lippen bringen konnte, was seine Schwester und ihre Fähigkeiten anging – und dauernd aggressiv gegenüber der Feuerfaust agierte. Law hatte definitiv keine Geduld mit solchen Volltrotteln. War es nicht schlimm genug, dass seine Schwester unter all ihren Verlusten zu leiden hatte? War es nicht schlimm genug, dass sie sich kurz nach dem Aufwachen über ihre beste Freundin hatte ärgern müssen, die viel zu spät Einsicht zu zeigen schien? Na ja, wenigstens spät als nie.. Und musste er ihr, und da war er sicher, dass er Recht behielt, auch noch auf dem eh schon wackligen Eis, auf dem seine Schwester zu wandeln schien, herumtrampeln, dass sie seelisch derart am Ende sein musste, nur weil er seine enorme Klappe nicht halten und Menschen mit Fähigkeiten beschimpfen und verachtend behandelte? „Also? Warum macht ihr hier so einen Terz mitten im Krankenhaus und haltet mich von meiner Arbeit ab. Obwohl ich schätze mal einfach, wenn ihr ALLE hier draußen anstatt bei ihr seid, hat sie wohl das einzig Richtige getan und sich ihren Frieden erzwungen, huh“
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    • Portugas D. Ace

      Der Ausbruch von Goldlocke vor der Tür war alles andere als eine Überraschung für die Feuerfaust, dennoch spürte er umgehend heißen Zorn in sich heranwachsen, als dieser Mistkerl es sich erlaubte ihn gegen die Wand zu pressen. Er konnte nicht behaupten, dass er es wirklich als ein Problem , geschweige denn eine Bedrohung ansah. Schließlich wusste Ace, dass er den Blondschopf mühelos auf den Rücken befördern und windelweich prügeln könnte. Genau genommen konnte er ihn auch in ein Streichholz verwandeln und die wertvolle goldene Haarpracht in Flammen aufgehen lassen, aber leider waren seine Optionen in diesem Krankenhaus begrenzt. Seine kleine feurige Einlage vor wenigen Minuten war schließlich nur umsetzbar gewesen, da alle Anwesenden bereits über seine Teufelskräfte bescheid wussten, doch weder das Krankenhauspersonal noch die Patienten, die durch den Flur wanderten, durften seine feurigen Talente zu Gesicht bekommen. Also musste er sich zügeln. Sein Gegenüber düster anzuknurren ließ sich die Feuerfaust allerdings nicht nehmen. "Aber du glaubst selbst zu wissen, was das Beste für sie ist?" Wie ein Schraubstock legten sich seine Finger um den Arm, der ihn gegen die Wand drückte. "Du willst es dir einfach machen, indem du alle Schuld von dir und auf andere schiebst, dabei scheinst du nicht einmal zu bemerken, wie sehr du deine ach so geliebte Schwester mit deinen eigenen Worten verletzt. Und all das nur, weil du Schiss hast." Immer fester legten sich seine Finger um Goldlöckchens Arm. Es würde ihn keine Mühe kosten, ihm die Knochen zu brechen, allerdings wollte Ace dem sowieso schon überforderten Krankenhauspersonal nicht noch mehr Arbeit auflasten. Vor allem da er niemanden solch einen Patienten wünschte. Blöd nur, das Goldlocke sich alle Mühe gab am sowieso schon strapazierten Geduldsfaden des Schwarzhaarigen zu zerren.
      Vielleicht sollte ich ihm doch einfach das Genick brechen. Tote müssen immerhin nicht mehr behandelt werden.
      Nur Alecs abruptes Einschreiten konnte Ace' ansteigenden Zorn wieder etwas abkühlen. Er müsste dem Kleinen demnächst wirklich einmal vernünftig danken. Nicht nur dafür, dass er diverse kritische Situationen geschickt entschärfte, sondern auch für den Umstand, dass er eventuell die einzige vernünftige familiäre Stütze für seine Schwester war.
      "Trafalgar Law?" Ace musterte den Neuankömmling mit milder Überraschung, als er sich bedrohlich über Goldlockes Schulter lehnte. Der Ausdruck in seinen Augen machte deutlich, dass auch er kein großer Fan vom Blondschopf war. Doch was Ace mehr interessierte, war der Arztkittel den der Heart-Pirat trug. Er hatte nur am Rande mitbekommen, dass Law seine ärztliche Unterstützung in diesem Krankenhaus angeboten hatte. Dass man den Kerl nun gänzlich zum Bestandteil des Kollegiums gemacht hatte, war ihm allerdings neu. Ace konnte sich allerdings nicht vorstellen, dass er damit uneigennützige Ziele verfolgte... Nun, solange er keine Schwierigkeiten für die Patienten verursachte sollte die Feuerfaust keinen Grund haben, sich einzumischen.
      "Keine Sorge, sehr geehrter Herr Doktor", meinte er schließlich mit einem schiefen Grinsen und legte sein Augenmerk ebenfalls wieder auf Goldlocke. "Ich bin mir sicher, dass es zu keinen weiteren Störungen kommen wird, habe ich nicht recht?"
      Er konnte sich gut vorstellen, dass neue Wut und Frust in dem Blondschopf brodeln musst, wahrscheinlich überlegte er sich schon, wie er Ace als nächstes beleidigen konnte, allerdings stand er zunehmend mit dem Rücken zur Wand. Schließlich waren Ace, Law und Alec lange nicht die einzigen, die ihn grimmig anstarrten. Auch der braune Lockenkopf schien Mühe zu haben, die Ruhe zu bewahren, während Meridas Eltern schon seit geraumer Zeit tadelnde Blicke aussendeten.
      "Du solltest zurück ins Hotel gehen, Miguel. Du musst dich dringend etwas beruhigen", meldete sich schließlich der Familienvater mit ungewohnt düsterer Stimme zu Wort. "Der Schlafmangel der letzten Tage scheint dir schwer aufs Gemüt geschlagen zu haben und das wirkt sich auch offenkundig auf deine Mitmenschen aus. Vor allem Jocy bist du aktuell sicher keine Hilfe."
      Seine Frau neben ihm pflichtete ihm nickend bei. "Deine Schwester kommt auch ohne dich sehr gut zurecht, Miguel." Ace war von dem beißenden Unterton in der sonst so sanften Stimme der älteren Dame überrascht... Sie hätte genauso gut sagen können, dass er mehr Last als Hilfe war und wahrscheinlich sollte auch genau das die tiefere Bedeutung ihrer Worte sein.
      Ein mildes Schmunzeln huschte über Ace' Lippen. Die Kommentare all dieser Menschen waren beinahe befriedigender, als es ein Fausthieb je hätte sein können.


      ~2 Tage später~

      Es war ein Segen die kleine Kampfkatze wieder im vollen Besitz ihrer Kräfte zu sehen. Zumindest körperlich schien sie wieder ganz die Alte zu sein. Allerdings konnte Ace im Moment nicht genau einschätzen, wie es um ihre Psyche bestellt war, schließlich hatte sich ihr Bruder noch wenige Tage zuvor alle Mühe gegeben auf eben jener herumzutreten, wie auf einem abgenutzten Schuhabtreter. Ein Grund mehr dafür, dass die Feuerfaust Goldlocke in den vergangenen zwei Tagen keine Sekunde alleine mit seiner Schwester gelassen hatte. Auch wenn dieser nach den letzten Zwischenfällen etwas "gemäßigter" zu wirken schien und vor allem versuchte Meridas Eltern aus dem Weg zu gehen, hatte es diverse Auseinandersetzungen zwischen ihm und Ace gegeben, wobei eine damit geendet war, dass die Feuerfaust seinem "Widersacher" einen Teil seiner Augenbraue von der Stirn gebrannt hatte. Allein die Erinnerung daran, ließ ihn immer noch laut auflachen. Goldlocke bewarf ihn dafür mit einer Schimpftriade nach der anderen. Dem Piraten sollte es allerdings recht sein. Solange er das Ziel der endlosen Beleidigungen des Goldlöckchens war, müsste Jocy vielleicht etwas weniger unter seinen Kommentaren leiden.
      Als ihr behandelnder Arzt heute verkündet hatte, dass sie nach Hause gehen durfte, hatte Ace sich allerdings neue Sorgen darüber gemacht, dass sie ihrem elenden großen Bruder zunehmend ausgesetzt sein würde. Zum Glück schienen Mr und Mrs Serrano eben dies verhindern zu wollen und hatten die Kleine eingeladen, für die nächste Zeit in ihrem Restaurant unterzukommen. Doch zuvor war da noch ein anderer Termin der überstanden werden musste. Irgendwie hatte Ace ein schlechtes Gefühl, während er mit Jocy vor das Krankenzimmer ihrer Eltern trat. Irgendetwas sagte ihm, dass Goldlocke nicht das größte Problem in dieser Familie sein würde... Außerdem konnte sich die Feuerfaust nicht vorstellen, dass das willensstarke Kampfkätzchen alleine wegen den bissigen Kommentaren dieses Idioten unter solch einem mangelnden Selbstwertgefühl litt. Er wollte ihre Zieheltern nicht vorverurteilen. Zugleich konnte er ihnen aber auch nicht trauen und hatte daher darauf bestanden, die Kleine heute zu begleiten.
      "Alles in Ordnung mit dir, Kampfkätzchen?", fragte er ruhig und lehnte sich fragend zu dem kleinen Rotschopf vor. Versuchte in ihrer Miene zu lesen. "Wollen wir?" Abwartend legte er seine Hand auf den Türgriff und wartete auf ihr Go, bevor er diese langsam aufschob. Die zwei Patienten im angrenzenden Raum schienen sie schon geduldig erwartet zu haben und richteten direkt ihr Augenmerk auf die Besucher, wobei ihre Blicke besonders an dem Kampfkätzchen hängen blieben.
      Beide waren in helle Verbände gehüllt, die sich um Gliedmaßen, Hals und Kopf wanden. Kein Wunder, wenn man bedachte, dass die beiden aus einem zusammengestürzten Haus gezogen worden waren. Aber ihre Blicke wirkten wach und aufmerksam. Sie waren noch einmal glimpflich davon gekommen.
      "Erfreut Ihre Bekanntschaft zu machen." Die übermäßig höflichen Worte fühlten sich seltsam an auf seiner Zunge an, aber solange er sich nicht sicher sein konnte, dass die beiden ähnlich giftige Kommentare ausspuckten wie ihr ältester Sohn, wollte sich die Feuerfaust von ihrer besten Seite zeigen. "Mein Name ist Ace, ich bin ein Freund Ihrer Tochter."


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      Merida Serrano

      Leider waren ihre Kopfschmerzen in den vergangenen Tagen zu einem steten Begleiter geworden, ähnlich wie die sich stets wiederholenden Erinnerungsfetzen. Leider war es ihr aber nicht gestattet irgendwelche zusätzlichen Informationen zu ihrer Vergangenheit zu sammeln.
      Heißt das, dass ich in der Vergangenheit einfach nur gehasst wurde... vielleicht sogar von meinen eigenen Eltern? Ein Gedanke, der sich mietfrei in ihrem Schädel festgesetzt hatte. Aber wer war dann die Frau gewesen, von deren sanften Augen sie seit jeher immer wieder träumte? War das wirklich ihre Mutter gewesen? Und wenn ja, hatte sie Merida ebenso verachtete, wie die Stimme die ununterbrochen durch ihren Kopf hallte?
      Immer wenn diese düsteren Gedanken drohten sie zu übermannen, legte sie krampfhaft ihre Finger um den Feder-Anhänger ihrer Kette, bis das kalte Metall schmerzhaft in ihre Handfläche zu stechen begann. Erst wenn der Schmerz intensiv genug waren, verhallten die dunklen Erinnerungen... nur um wenig später von Sorgen um ihre Freundschaft mit Jocy übermannt zu werden. In den letzten zwei Tagen hatte sie immer wieder versucht all ihren Mut zusammen zu nehmen, um sich der Rothaarigen zu stellen. Sie wollte sich erneut entschuldigen... sie wollte dieses Mal sogar um Vergebung bitten, selbst wenn sie wusste, dass sie diese nicht verdient hätte. Aber sie konnte und wollte diese Freundschaft noch nicht aufgeben. Aber was, wenn Jocy sie nach wie vor nicht sehen wollte? Was, wenn sie Meri wieder wegschicken würde? Was wenn sie dieses Mal noch verletzter war, als das letzte Mal?
      Merida war schlicht weg zu feige gewesen... Sie hatte sich nicht überwinden können, sich all diesen Befürchtungen zu stellen. Es war schon beinahe ironisch, dass sie sich lieber erneut einem Dutzend bewaffneter Soldaten als ihrer eigenen besten Freundin stellen würde... Wie erbärmlich...
      "Iss etwas mehr, Schatz." Müde hob sie die graubraunen Augen zu der Brotdose, die man ihr auffordernd entgegenschob. "Die Ärzte meinten, dass du dringend mehr zu dir nehmen musst, um schnell wieder zu Kräften zu kommen. Also bitte, iss endlich etwas."
      Wow... sie musste wirklich eine Versagerin sein. Jetzt bereitete sie auch noch ihrer eigenen Ziehmutter solch entsetzliche Sorgen, dass sich feine Tränen in den Augen der älteren bildeten. "In Ordnung. Danke, Mum."
      Sie verspürte keinen wirklichen Hunger, aber sollte sie weiter ablehnen, würde sie der herzensguten Frau nur noch weiteren Kummer bereiten und das hatte diese nicht verdient. Außerdem waren ihre Sandwiches die besten in der Stadt, es wäre also ein Frevel sie abzulehnen. "Sie schmecken fantastisch", behauptete sie wahrheitsgemäß nach dem ersten Bissen. "Du bist wirklich die Beste, Mum." Ihr feines Lächeln schaffte es nicht bis zu ihren Augen, aber ihr Gegenüber schien dennoch zufrieden.
      "Versprich mir, dass du auch die nächsten Tage vernünftig essen wirst, Schatz."
      Merida nickte langsam. Sie konnte nicht fassen, dass sie so vielen Menschen unnötige Sorgen bereitete. Nicht nur ihre Eltern, sondern auch Brandon und zwei der Piraten hatten sie in den letzten zwei Tagen hin und wieder besucht. Einmal Robin - es war ein Wunder, dass sie sich den Namen bereits hatte merken können - und diese laute Langnase. Beide waren auch so freundlich gewesen, ihr von Jocy zu berichten. Dem Rotschopf schien es zum Glück wieder so gut zu gehen, dass man sie heute würde entlassen können.
      "Ist Jocy schon im Restaurant?", wollte Meri daher wissen.
      Ihr Mutter schüttelte langsam den Kopf. "Noch nicht, sie wollte noch ihre Eltern besuchen, bevor sie das Krankenhaus verlässt."
      Merida erstarrte mitten in ihrem nächsten Bissen. "Wie bitte?"
      Mrs Serrano schien genau zu wissen, warum die junge Frau so entsetzt aufschaute. Schließlich wusste sie genauso gut wie die Schwarzhaarige, was die Salvatores von der "Eigenart" ihrer Tochter hielten. Sonst mochte das zum Glück kein allzu großes Problem sein, aber nach allem was in der vergangenen Woche vorgefallen war...
      "Wo sind sie?!" Innerhalb einer Sekunde hatte Merida das Sandwich zurück in die Brotdose verfrachtet und war von ihrem Bett aufgesprungen. Sie ignorierte das feine Stechen in ihrer Seite, das durch die plötzlichen Bewegungen hervorgerufen wurde.
      "Beruhige dich, Schatz. Ace ist an ihrer Seite."
      "...Was?!" Das wandelende Inferno hatte Jocy begleitet? Auch wenn Merida glaubte zu wissen, dass er nur helfen wollte, konnte sie dem Kerl noch nicht gänzlich vertrauen. Was wenn ihre Freundin erneut durch ihre eigenen Eltern zum Weinen gebracht wurde? Nein... Sie musste da sein für sie. Sie hatte schon einmal versagt, für ihre beste Freundin da zu sein. Noch einmal durfte das nicht passieren.
      "Wo sind sie?", wollte sie mit Nachdruck erfahren.
      Ihr Mutter stieß ein langgezogenes Seufzen aus, bevor sie ein sanftes Lächeln aufsetzte. "Zumindest wenn es um Jocy geht scheinst du deine Motivation nicht verloren zu haben."
      "Mum!"
      Mrs Serrano hob beschwichtigend ihre Hände. "Schon gut, schon gut. Ich sage dir, wo sie sind."
      Sekunden später spurtete die Schwarzhaarige auch schon durch die langen Flure des Krankenhauses, wich gekonnt allen lebendigen Hindernissen aus und ignorierte lautstarke Beschwerden des Personals. Wahrscheinlich würde Pandahut sich wieder grimmig bei ihr beschweren, schließlich könnte ihre Stichwunde wieder aufbrechen, aber im Moment gab es Wichtigeres. Endlich an ihrem Ziel angekommen nahm sich Merida noch ein paar Sekunden, um ihren Atem zu stabilisieren. Dann endlich klopfte sie zweimal gegen die Holztür. "Ich bins." Bevor man ihr antworten konnte, schob sie sich auch schon ins Zimmer und ließ ihren Blick über den raum gleiten, suchte vor allem nach Jocys Gesichtszügen. War sie okay? Hatten ihre Eltern etwas falsches gesagt? Hatte sie geweint?

    • Jocelyn, Lucia & Alejandro Salvatore

      Da Jocelyn sich seit ihrem Aufwachen, und nachdem sie ihren Emotionen endlich mal Luft gemacht hatte, hauptsächlich auf ihre Genesung konzentrieren wollte, sah man schon schnell welche Fortschritte sie in kürzester Zeit vollbringen konnte. Sie übte unermüdlich ihren Körper zu bewegen und ihre Muskeln wieder zu stärken, was wohl vor allem an den üppigen und nahrhaften Mahlzeiten lag, die sie täglich zu sich nehmen durfte – dank Meridas Mutter und deren Bemühung nicht nur ihrer eigenen Tochter, sondern auch Jocelyn mit Essen zu überschütten, wenn auch nicht ganz vom Krankenhauspersonal abgesegnet. So war es aber dann nicht verwunderlich, dass sie nur zwei Tage später schon wieder durchs Zimmer springen und von A nach Z hasten konnte, ohne dass sie auch nur einen schmerzenden Muskel in ihrem Körper spürte, was vielleicht aber auch an der unbestreitbaren Regenerations- und Widerstandsfähigkeit der Fischmenschengene in ihrem Körper lag.
      In der Zwischenzeit durfte sie jedoch immer wieder die noch angespanntere und gereiztere Stimmung zwischen ihrem ältesten Bruder und Ace beobachten, wobei diese Auseinandersetzungen wohl abzusehen waren, dass sie früher oder später eskalieren würden. Ihrer Meinung nach war der größte Ansatz zu einer solchen Eskalation bereits, dass Ace ihrem Bruder tatsächlich eine Augenbraue weggebrannt hatte, was Miguel mit einem schrillen Aufschrei und noch tobender vor Zorn, und gleichzeitig überdeutliche Furcht dem wandelnden Inferno gegenüber, erwiderte. Diese Zusammentreffen waren zwar ganz erheiternd, aber auch unglaublich anstrengend. Oftmals stellte die Rothaarige dabei einfach auf taub oder schmunzelte vor sich hin, wenn Ace ihm mal bissige Kommentare entgegenwarf, die ihr Bruder nicht zu kontern wusste. Am Tag, als sie dann entlassen werden sollte und all ihre Sachen, sie hatte ja glücklicherweise nicht viel dabeigehabt, zusammengepackt und sich auf die geplante Unterbringung bei den Serranos und ihren derzeitigen Gästen vorbereitete, wollte sie zumindest ihre Eltern besuchen gehen. Sie wollte sichergehen, dass es ihnen wirklich gut ging. Jedoch breitete sich auch Sorge in ihr aus. Immerhin waren ihre Eltern nie Befürworter ihrer Kräfte, im Gegenteil. Sie waren auch eher diejenige, die Miguels Einstellung und somit dessen Angst und Abneigung dagegen noch verstärkt und nachhaltig beeinflusst hatten. Demnach fühlten sich ihre Schritte recht schwer an je näher sie dem Krankenzimmer ihrer Eltern kamen, auch wenn sie über Ace Beistand natürlich froh war, dennoch bemühte sie sich wirklich ihm nicht zu zeigen, welche Sorgen in ihrem Inneren Wurzeln schlugen. Sie hatte sich ihm gegenüber schon oft genug von ihrer schwachen und verletzlichen Seite gezeigt, das musste allmählich ein Ende haben!
      Darum grinste sie ihn unbekümmert an als er sich wohl besorgt zu ihr hinablehnte. „Klar, alles in Ordnung. Bin wieder topfit!“, bestätigte sie und bekräftigte diese Worte noch einmal deutlich, in dem sie ihm mit der Faust gegen den Brustkorb stieß und ihre Armmuskeln präsentierte, wobei das zu große Shirt, das Alec ihr von sich gegeben hatte, etwas zu flatterig herunter baumelte. Mit einem bekräftigenden Nicken stimmte sie seiner Handlung die Tür zu öffnen zu und trat mit ihm zusammen in das Zimmer. Erleichtert ihre Eltern wohlauf zu sehen, lächelte sie diese an. „Mamá, Papá! Wie geht’s euch? Alles gut?“, fragte sie sofort und trat einige Schritte näher auf sie zu, ihre Augen den körperlichen Zustand ihrer Zieheltern besorgt inspizierend. „Ja, es wird schon, Pastelito“, brummte ihr Vater nur mit einem kurzen Schmunzeln, ächzte jedoch bei einer unbedachten Bewegung, als er seiner Tochter die Schulter tätscheln wollte, winkte das besorgte Gesicht seiner Tochter jedoch nur flüchtig ab. Er hatte es immerhin noch nie gemocht, wenn man ihn ‚bemutterte‘, selbst dann nicht, wenn es wie jetzt berechtigt war. „Ach, Liebes, dein Vater übersteht das schon. Er ist hart im Nehmen. Aber sag mal“, begann Lucia, ihre Ziehmutter, deren braune Augen schon die gesamte Zeit neugierig zwischen ihr und dem fremden jungen Mann hin und her wanderte. „ist es wahr, was dein Begleiter gerade gesagt hat? Ihr seid Freunde?“ Jocelyns Aufmerksamkeit wurde jäh von ihren Eltern zu Ace zurückgezogen und sie nickte ihrer Mutter zu. „Ja, er—“ – „Oh du meine Güte! Wirklich? Sandro, Sondro! Hast du das gehört??“ – „Ich bin ja nicht taub..“, brummte Alejandro seine Frau an, von der er bereits befürchtete, dass sie ein wenig überreagieren würde, wie so oft. „Unsere Kleine hatte noch nie einen SO hübschen jungen Mann als Freund! Meinst du sie wird endlich erwachsen?“, schwärmte die Mutter der Rothaarigen weiter, weshalb sich diese bereits wünschte im Boden versinken zu können, doch diesem Wunsch wurde selbstverständlich nicht entsprochen, vermutlich weil noch schlimmere Blamagen auf sie warteten. Denn nur kurz darauf fing ihre Mutter an sich direkt an Ace zu wenden. „Es freut uns unglaublich dich kennenzulernen! Du bist ein so höflicher junger Mann. Und ich entschuldige mich für unsere Tochter, dass sie dich uns bisher noch nicht vorgestellt hat. Sie ist manchmal einfach so schüchtern, aber bei einem so hübschen jungen Mann ist das ja dann vermutlich kein Wunder.“ – „Muuuuuum! Bitte.. Das ist voll peinlich gerade. Außerdem kennen wir uns erst seit ein paar Tagen.“, flehte ihre Tochter sie an und rieb sich bereits die Stirn, doch die ältere Dame winkte nur flüchtig ab und fokussierte sich weiter auf den sommersprossigen Neuling. „Papperlapapp, dir sollte es eher unangenehm sein, dass wir ihn in unserer jetzigen Verfassung kennenlernen. Wir können ihm nicht einmal etwas Essbares oder eine Tasse Kaffee anbieten.“ Lucia sah entschuldigend zu Ace, nachdem sie ihrer Tochter einen strafenden Blick zugeworfen hatte, damit sie sich schön schämen sollte ihn nicht schon eher und unter besseren Umständen vorgestellt zu haben. „Wie dem auch sei! Also dein Name.. Oh, verzeih mir. Aber mir ist dein Name irgendwie wieder entfallen.“ – „Sein Name ist Ace..“ – „Ace?“, brummte nun der Vater mit einer hochgezogenen Augenbraue. Ihm war anzusehen, dass er in seinem Geiste bereits die verworrensten Vorverurteilungen gegenüber dem jungen Mann entwickelte und das allein nur aufgrund seines Namens. Vielleicht sogar Ähnliche wie Miguel es vor einigen Tagen gemacht hatte. Ihre Mutter wirkte jedoch so freundlich wie bisher, sogar fast entzückt. „Oh, was ein ungewöhnlicher und origineller Name das doch ist. Ich glaube ich bin bisher kaum einem Jungen mit solch einem Namen begegnet.“ – „Ich glaube der Hund von unseren Nachbarn heißt so.“, gab Alejandro knurrend von sich, „ein richtiger Köter“ Er warf Ace einen vernichtenden Blick zu, ehe er einen Schluck Wasser von seinem Glas nahm. Seine Frau kicherte heißer „Ach, komm, das sagst du doch nur, weil du schlecht gelaunt bist.“ Sie wendete sich wieder an Ace und lächelte lieblich. „Also Ace, sag mal.. wie alt bist du? Du müsstest eigentlich jünger als unser Ältester sein, oder? Bist du Single? Unsere Jocelyn hier ist nämlich noch zu haben und ihr wärd so ein süßes Paar.“ Jäh lief Jocelyns Gesicht puterrot an und brannte vor Scham dermaßen, dass sie glaubte, dass man auf ihrem Schädel garantiert Eier braten konnte.. Sie versuchte zwar es sich nicht ansehen zu lassen, doch gerade würde sie nichts lieber als auf der Stelle zu sterben, um diesem peinlichen Moment entkommen zu können. Das hat sie gerade nicht gesagt! Nein! Nein! Nein! Das ist einfach nur ein Alptraum!!! Das kann gar nicht echt sein!
      Just in diesem Moment trat ausgerechnet Merida ein. Einerseits war sie froh, ihre Freundin nach den letzten Tagen endlich mal wieder zu Gesicht bekommen zu können, andererseits war sie aber auch noch ziemlich sauer auf sie, insbesondere weil sie es nicht für nötig gehalten hatte ihr in den letzten Tagen auch nur einmal unter die Augen zu treten. Demnach verengte sie auch ein wenig ihre Augen beim Anblick der Schwarzhaarigen, ehe sie sich abwendete, als sie ihren Blick auf sich spürte, der sie mal wieder zu analysieren schien. Erleichtert war sie dennoch. Es schien Merida zumindest gut genug gehen zu können, um nicht mehr so leblos aus der Wäsche zu schauen. Dennoch.. vielleicht ein Grund mehr, weshalb Jocelyn froh war, dass sie nicht doch 2 Minuten eher hier aufgetaucht und das peinliche Gespräch mitangehört hatte, in dem ihre Mutter versuchte, sie mit Ace zu verkuppeln – und das nur seines Aussehens wegen. Als würde sie glauben, dass Jocelyn nicht anders einen Freund bekommen könnte, außer mit ihrer energischen Hilfe. Naja, so falsch liegt sie da jetzt wohl auch nicht..
      Doch kaum, dass Merida den Raum betreten hatte, veränderten sich bis dato noch entspannten Mienen der Eltern zu eiskalten, beinahe schon verachtenden, deren brennenden Blicke ein und allein die Schwarzhaarige trafen. „Oh, Merida, was eine Freude zu sehen, dass du wohlauf bist.“, flötete Lucia mit einem kalten Lächeln. „Du hättest nicht den ganzen Weg auf dich nehmen müssen, mit deiner schrecklichen Verletzung wie wir gehört haben, nur um uns besuchen zu wollen. Furchtbar nett von dir, aber auch wirklich nicht nötig. Zudem.. haben wir gerade ein familiäres Gespräch und es wäre nett, wenn du diese Grenze respektieren würdest.“
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."
    • Portugas D. Ace

      Sie mochte ihm breit grinsend antworten, dennoch wollte ihm nicht ganz entgehen, dass eine leichte Anspannung in dem Kampfkätzchen an seiner Seite steckte. War es die Sorge um ihre Zieheltern, oder sollte sich sein düsterer Verdacht doch bewahrheiten und die beiden in dem Raum pflegten einen ähnlichen Umgang mit ihrer Tochter, wie der älteste Sohn der Familie? Egal was es auch sein mochte, er war froh darüber, sie begleitet zu haben und der Umstand, dass sie ihn nicht abgewiesen hatte, machte ihm Hoffnung, dass sie ähnlich empfand.
      Zum Glück verlief das freudige Aufeinandertreffen der Familie zunächst sehr friedlich. Sowohl Mr. und Mrs. Salvatore wirken unfassbar glücklich ihre Tochter wieder sehen zu können und auch das Kampfkätzchen machte seine Erleichterung deutlich. Ace hielt sich selbst im Hintergrund, während sich die drei glücklich austauschten, ein feines und zufriedenes Lächeln auf den Lippen.
      Dann verlagerte sich die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf ihn und Ace setzte das charmanteste Lächeln auf, dass er konnte. "Danke für die netten Komplimente, Mrs. Salvatore", kommentierte er amüsiert, als die Ältere ihn als hübsch beschrieb. Gleichzeitig war es ein kleines Fest den Rotschopf neben ihm dabei zu beobachten, wie sie immer mehr in sich selbst zu versinken schien. Ihr schien die ganze Situation reichlich peinlich zu sein. Aber eine peinlich berührte Jocy war immer noch deutlich besser, als eine deprimierte. Außerdem wollte er Mrs. Salvatore sicherlich nicht dabei unterbrechen, ihn mit netten Komplimenten zu überschütten.
      "Ihre Tochter hat recht, wir kennen uns wirklich noch nicht sonderlich lange, daher nehme ich es ihr auch gewiss nicht übel und noch nicht einander vorgestellt zu haben", berichtete er nun mit einem breiten Grinsen. "Außerdem bin ich Jocy sehr dankbar. Sie hat mir vor einigen Tagen praktisch das Leben gerettet, also werde ich mich sicher nicht bei ihr beschweren."
      Er kannte die Reaktionen auf seinen Namen bereits zur Genüge. Kaum, dass er in dieser Welt angekommen war, wurde er immer und immer wieder damit konfrontiert. Das war ein Grund mehr für ihn, sich weitestgehend von den großen Städten fern zu halten. Desto weniger Menschen er begegnete, desto weniger konnten sich auch über seinen seltsamen Namen wundern. Es hatte sogar einmal eine Zeit gegeben, in der er mit dem Gedanken gespielt hatte, sich einen anderen Namen auszudenken. Allerdings hatte er dafür weder genug Kreativität, noch wollte er sich von dem Namen trennen, der ihn sein ganzes Leben über begleitet hatte... Außerdem war es der Name, den seine Mutter ihm mit auf den Weg gegeben hatte. "Keine Sorge, ich belle sicher nicht, wie Ihr Nachbarshund", meinte er schließlich amüsiert und lächelte dem Familienvater entgegen. Es war eindeutig, dass er im Gegensatz zu seiner Frau eher skeptisch gegenüber der Feuerfaust war. Ace würde es ihm sicher nicht vorhalten. Immerhin stand da ein vollkommen Fremder an der Seite seiner Tochter und gab sich als deren guter Freund aus.
      Bei den nächsten Fragen der Ziehmutter stutzte er allerdings etwas. Hatte er sie da richtig verstanden? Kurz huschten seine Augen zur Rothaarigen neben ihm. Ihr Gesicht schien sich an ihre Haarfarbe anpassen zu wollen, was dem Schwarzhaarigen ein leises Lachen entlockte. "Ich bin 22", antwortete er schließlich. "Und tatsächlich noch nicht vergeben." Sein Grinsen wurde breiter. "Und ich bin mir sicher, dass ich mich wunderbar mit ihrer Tochter verstehen würde." Seine Augen hefteten sich neugierig an eben Jene. Ob sie einen neuen Rotton annahmen würde? Vielleicht könnte er mit seinem Kommentar auch ihre Ohren und Nacken einfärben. Doch während er eben diese Gedanken hegte, überlegte er auch für einen Moment, wie es tatsächlich wäre eine Beziehung einzugehen. Tatsächlich hatte es in seinem ganzen Leben keine wirklichen Liebschaften gegeben... Nun, es hatte sicher die ein oder andere "Begegnung" mit Frauen gegeben, doch die waren nie von langer Dauer. Er war ein Pirat und verbliebt nie lange an einem Fleck und die Mitglieder der Whitebeard-Piraten waren Familie gewesen, nicht mehr. Aber selbst als er schließlich in dieser Welt dazu gezwungen war, sesshaft zu werden, schien da nie der gewisse "Funken" überzuspringen. Mal davon abgesehen, dass er sich zu den meisten Menschen in dieser Welt seltsam distanziert fühlte. Jocy hingegen... Sie war einst Teil seiner eigenen Welt gewesen, aber das war nicht der Grund dafür, dass er sich so wohl in ihrer Umgebung fühlte. Es war die Vielzahl der Gesichtsausdrücke, die sie zu bieten hatte, ihre offene Art und Weise Gefühle kundzutun und ihr aufgeweckter Charakter. Bis zu einem gewissen Teil erinnerte sie Ace sogar an seinen bekloppten kleinen Bruder, der immer wieder erfolgreich jede Form von Langeweile zu verdrängen mochte. Er verstand langsam, dass er gerne länger an der Seite des Kampfkätzchen verweilen wollte... Aber sollte das mehr als nur Freundschaft sein? Er wusste es nicht. Zudem sah er auch nicht die Notwendigkeit darin, bereits eine Antwort auf diese Frage zu finden. Immerhin gehörte er nicht zu dem Typ Menschen, der sich unnötig viele Gedanken machte, sondern viel lieber seinen Instinkten folgte.
      Zudem wurden seine Gedankengänge sowieso vom der plötzlich eintretenden Merida unterbrochen. Tiefe Sorge steckte in den Gesichtszügen der jungen Frau, während sie die Situation in dem Krankenzimmer zu analysieren schien. Viel überraschender als das plötzliche Erscheinen der Schwarzhaarigen war jedoch die Reaktion der beiden Patienten auf die den Neuankömmling... Warum glaubte er nur, dass es ein schlechtes Zeichen war, wenn sich Jocys Eltern und deren beste Freundin nicht grün waren? Merida schien in den letzten Tagen zwar für reichlich Trauer im Herzen der Kampfkatze gesorgt haben, aber zumindest würde ihr niemals einfallen die Fähigkeiten der Rothaarigen zu beanstanden. Im Gegenteil: Sie schien sie sogar zu unterstützen... Wenn sie also so schlecht auf Jocys Zieheltern zu sprechen war... Ace' Blick legte sich erneut prüfend auf das Ehepaar. Vielleicht würde sich seine anfängliche Sorge doch noch bestätigen.

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      Merida Serrano

      Sie weinte nicht. Noch war ihre Mimik von tiefer Trauer, Frust oder Schmerz geprägt. Stattdessen... War sie rot angelaufen, wie eine Tomate? Merida legte verwundert ihren Kopf schief und wollte Jocy soeben fragen, was geschehen sei, als sie auch schon "freundlich" von den Salvatores begrüßt wurde.
      "Oh, keine Sorge Mrs. Salvatore. Ich mag gerade nicht ganz auf der Höhe meiner Gesundheit sein, aber ein kurzer Ausflug hierher stellt keine Probleme dar. Immerhin muss ich mich doch mit meinen eigenen Augen überzeugen können, dass es Ihnen gut geht." Es waren diese Situationen, in denen sie ihren Sarkasmus ungebremst im Raum verteilen konnte, ohne ungewollt den Falschen damit zu treffen. Bevor sie weiter sprach richtete sie sich etwas gerade auf und glättete den Stoff ihres lockeren Oberteils. Sie bemerkte ein leichtes Ziehen in ihrer Seite, aber war sich sicher, dass die Wunde nicht erneut aufgebrochen war. Ein Glück. Dann endlich ließ sie ihr Augenmerk kurz zur Sommersprosse wandern. "Ein familiäres Gespräch, also?", wollte sie mit einem feinen Schnauben wissen. "So familiär kann es ja nicht sein, wenn Sie nichts dagegen haben, einen Fremden einzuweihen." Auch wenn ihre Aussage bissig klingen mochte, war sie tatsächlich irgendwie froh darüber den Schwarzhaarigen hier anzutreffen. Die Salvatores mochten ihr gegenüber eisig und abweisend handeln, aber in der Regel waren sie die Höflichkeit in Person. In Gegenwart eines Unbekannten, würden sie sich sicherlich davor hüten, ihre eigene Tochter aufgrund ihrer Fähigkeiten zu traumatisieren. Zumindest so lange sie nicht wussten, welche "Talente" in der Sommersprosse steckten.
      Sie werden ihn mit allen Mitteln von Jocy fern halten wollen, sobald sie auch nur Wind davon bekommen.
      Merida selbst war sich zwar auch noch nicht sicher, ob sie dem Schwarzhaarigen trauen sollte. Zugleich erinnerte sie sich aber an den Bericht ihrer eigenen Eltern... Sommersprosse musste immer wieder für Jocy eingestanden sein und schien Miguel für seine törichten Aussagen sogar einen Teil seiner Augenbrauen abgefackelt haben. Wenn sie ehrlich war, war sie dem Kerl dafür unfassbar dankbar... und doch fiel es ihr immer noch schwer, diesen seltsamen Mann in der Nähe ihrer besten Freundin akzeptieren zu können. Aber letztendlich war er wohl mehr für Jocy da gewesen, als es Merida je gelungen war. Der Gedanke jagte einen heißen Stich durch ihre Brust. Sie versuchte ihn zu verdrängen und richtete sich stattdessen behutsam an die Rothaarige.
      "Ist... alles gut bei dir? Ich habe gehört, dass du heute entlassen wirst und in unserem Restaurant unterkommen wirst." Sie kratzte sich einmal nervös den Hinterkopf. Ob Jocy noch immer schlecht auf sie zu sprechen war? Ob sie noch immer wütend auf Merida war? Würde sie sie erneut weg schicken? Würde sie überhaupt auf ihre Fragen antworten? Die Schwarzhaarige presste fest die Kiefer aufeinander, zwang sich dazu, die düsteren Gedanken in die hinterste Ecke ihres Kopfs zu verbannen. "Es... tut mir leid, was beim letzten Mal passiert ist... Ich... Falls du mir verzeihen kannst, werde ich versuchen mich zu bessern... Ich..." Sie hatte sich versprochen, sich vernünftig zu entschuldigen. Sie hatte um Verzeihung betteln wollen. Entsprechend war sie in den letzten Tagen immer wieder die Worte durchgegangen, die sie hatte sagen wollen. Doch nun, da sie unverhofft in diese Situation gestolpert war, wusste sie plötzlich nicht mehr genau, was sie sagen sollte. Stattdessen hob sie vorsichtig die Augen und begutachtete die Reaktion ihrer Freundin.

    • Trafalgar D. Water Law

      Währenddessen waren Penguin, Shachi und Ikkaku gerade auf dem Rückweg einer Mission, die sie von ihrem Captain erhalten hatten. Seine Crew verteilte sich täglich jeweils in Dreier-Teams auf der Insel, um Nachforschungen bezüglich der bizarren Situation und der noch bizarreren neuen Welt zu betreiben, in der sie sich alle derzeit befanden. Ausgenommen hierbei waren natürlich jene Crewmitglieder, deren Anblick möglicherweise Aufsehen erregen könnte (z.B. Bepo und Jean Bart). Diejenigen Mitglieder, die aus der Reihe fielen, mussten im Unterschlupf des Restaurants verweilen und sich dort mit Franky und Inuarashi auf andere Art und Weise nützlich machen.
      Ikkaku war vollends begeistert von ihrem ergatterten Eis, das sie einem charmanten Eisverkäufer hatte abschwatzen können, ohne dafür bezahlen zu müssen, was strafende und neidische Blicke ihrer zwei Begleiter zur Folge hatte. „Schaut doch nicht so grimmig, da bekommt ihr noch Falten“, sagte sie mit einem fröhlichen Ton und einem kleinen glücklichen Hops in ihrem Gang. „Gib uns wenigstens was ab, du Geizkragen..“, beschwerte sich Shachi grummelnd, doch sie streckte ihm nur die Zunge raus, flötend „vergiss es~ ihr hättet ja auch versuchen können, dass er euch was ausgibt.“ – „Dafür fehlt es uns leider an gewissen weiblichen Vorteilen.“, bemerkte Penguin mit Blick zu ihrer der Welt angepassten Kleidung. Sie trug eine dunkle Lederhose mit reichlich silbernem Schnickschnack, der daran herunterhing, eine schwarze Lederjacke und darunter ein enges, aber bauchfreies Top. Kein Wunder also, dass sie in diesem Auftreten wesentlich besser Männer um den Finger wickeln konnte, wenn sie das wollte, immerhin versteckte sie ihre Attribute nicht länger in einem Overall. Auch wenn sie eigentlich nie zu den Frauen gehörte, die das je zu ihrem Vorteil hatten, nutzen und lieber mit ihrem Können punkten wollte. Doch diese neue Welt war schon eine dezente Herausforderung und verlangte Umstellung auf dem einen oder anderen Gebiet. Auch Shachi und Penguin hatten sich zumindest, was ihre Kleidung angeht der aktuellen Welt angepasst, doch hatte sie bisher trotzdem noch kein Glück bei den Frauen in der Umgebung gehabt, wobei sie das zu Anfang stark gehofft hatten und sich definitiv immer wieder bemühten bei ihren Touren durch die Stadt den einen oder anderen Glückstreffer mit hübschen jungen Damen zu landen, aber bisher erfolglos. Frustriert ließen beide ihre Augen über die Damen auf dem Platz vor der Kathedrale „Santa Ana“ schweifen, die ihnen jedoch kaum bis keine Beachtung zu schenken schienen. Shachi verschränkte seufzend die Arme hinter dem Kopf, den Blick gen Himmel. „Der Captain wird sicher wieder genervt sein. Haben immer noch keine nützlichen Hinweise gefunden..“ Auch die anderen beiden seufzten daraufhin. „Es ist aber auch echt zum verrückt werden. Ich mein.. wie kann das sein, dass wir in einer vollkommen fremden Welt gelandet sind und wir keine Hinweise finden? Selbst der Cap hat Probleme und wird täglich ungeduldiger.“ – „Und er schuftet sich vollkommen kaputt.. Stunden lang in diesem Krankenhaus und dann die halbe Nacht noch irgendwo in der Pampa mit Robin und der Langnase. Hab ihn ewig nicht mehr schlafen sehen, ihr?“ – „Ich glaub ich hab ihn vor paar Tagen mal auf einem Stuhl dösen sehen, war aber auch gleich wieder voll da als man ihn ansprach, also sicher bin ich nicht.“, sprachen die Mitglieder der Heart Piraten untereinander als plötzlich eine gereizte Stimme ertönte. Kaum, dass sie sich versahen, blickten sie Waffen von Männern der Marine ins Auge und hielten sofort in ihrer Bewegung inne. Woher sie wussten, dass es Marineleute waren? Weil diese wohl nicht so geschickt darin waren, sich der hiesigen Kleiderordnung anzupassen und unterzutauchen wie die Piraten es taten. Gekleidet in ihren Matrosenaufzügen und höchstens mit einer Jeansjacke darüber bekleidet, standen sie ihnen mit Gewehren bewaffnet entgegen. „Hey ihr! Ihr gehört doch zu den Hearts Piraten, oder??“, raunzte einer der größer gewachsenen Marinesoldaten sie an und Shachi hob beschwichtigend die Hände, lachend. „Was? Piraten? Wovon redet ihr denn?“ – „Ja, habt ihr zu viel geträumt? Sowas gibt’s hier doch gar nicht“, spielte Penguin heiter mit, doch Ikkaku verengte die Augen, eine Hand an den Schaft gerichtet, der unterhalb ihrer Jacke an der hinteren Hüfte herauslugte. „Ach nein?“, meinte einer der Marinesoldaten gereizt, seine Augen zu schmalen Schlitzen verengt, während er die Drei von Kopf bis Fuß in Augenschein nahm, dabei blieb sein durchbohrender Blick an den auffälligen Mützen hängen, von denen sich Shachi und Penguin partu nicht trennen wollten und die ihnen nun wohl zum Verhängnis wurden als der gereizte Soldat ihnen ihre Steckbriefe entgegenhielt und auf deren Kopfbedeckung deutete. „Wer sonst trägt bitte einen so geschmacklosen Kopfschmuck?“ – „Geschmacklos?!“ – „Sag mal geht’s noch?! Unsere Hüte sind mega und unser Markenzeichen, du Affe!“, schimpften beide zurück, woraufhin Ikkaku genervt seufzte und schimpfte: „Genau DARAUF geht dieser Affe ja gerade ein, ihr Trottel!“ Beide ihrer Kameraden verstummten sogleich, schnalzten mit der Zunge und traten einen Schritt zurück, während sie ihre Körperhaltung in Verteidigungspositionen verlagerten. „Hey, ein Vorschlag zur Güte“, meinte Penguin mit zur Seite gelegtem Kopf und schmunzelnd. „ihr tut so als hättet ihr uns nicht gesehen und wir tun so als hätten wir euch nicht gesehen. Muss doch nicht zum Kampf kommen. Wir sitzen immerhin alle im selben Boot, nh?“ – „Was EURE Schuld ist!!!“, brüllten die Soldaten zurück. „Also ergebt euch hier und jetzt, dann gibt es auch keinen Kampf!“ – „Gott, das führt doch zu nichts“, knurrte Ikkaku, holte ihre Waffe heraus und das Schussfeuer auf beiden Seiten begann, während Shachi und Penguin sich auf ihre Gegner in den Nahkampf stürzten. Passanten in der Nähe schrien auf und nahmen vor Panik die Beine in die Hand, rannten wild durcheinander und versuchten sich in Geschäften oder hinter geparkten Autos zu verstecken, wenn sie nicht schnellstmöglich vom Plaza rennen konnten. Es war offensichtlich, dass die Bewohner dieser Welt schon bei einem solchen noch „harmloseren“ Schlagabtausch Angst bekamen. Der Frieden dieser Welt sorgte dafür, dass die meisten von ihnen mit einer Konfrontation dieses Ausmaßes unermesslich überfordert waren. Das Klirren von verirrten Kugeln, die Schaufensterscheiben trafen; das Bersten von Gebäudeteilen, die aufgrund des harten Schlagabtauschs zu Boden schepperten; und der aufgewühlte Staub, die die bis dato noch friedlichen Touristenpassage in ein Kampfgebiet verwandelt hatten, war innerhalb Sekunden Menschenleer, mit Ausnahme der an dem Kampf Beteiligten. Es würde nicht lange dauern, dass auch die hiesige Polizei und die Medien davon Wind bekommen würden.

      Während sich der Kampf bereits eine Weile zog und sie sowohl die Aufrufe der Sonderkommandos der Polizei ignorierten, die den Plaza abgesperrt und diverse Passanten in Sicherheit gebracht hatten, als auch die verschiedenen Kamerateams, die hinter den Absperrungen alles aufnahmen, bemerkten die Marinesoldaten frustrierender Weise, dass sie den drei Piraten etwas unterlegen zu sein schienen, weshalb sie sich dazu gezwungen sahen ihren Kommandanten via Teleschnecke als Unterstützung zu rufen. Sein Auftauchen nur wenig später änderte bedauerlicherweise einiges, insbesondere für die Oberhand der Piraten, die sicher waren schadlos aus dem Kampfgeschehen entkommen zu können. Doch der Kommandant, ein standhafter Mann mittleren Alters mit aschbraunen Haaren, Koteletten und Drei-Tage-Bart, der sich insbesondere auf Schwertkämpfe spezialisiert hatte. Er spiegelt ein eher draufgängerischeres Aussehen wider, von der Marinemütze auf seinem Haarschopf abgesehen. Eine zerrissene Jeans, die aufgrund von diversen Kämpfen oder Zwischenfällen stark mitgenommen wirkte und eine Jeansweste, die locker ein schwarzes Tanktop verdeckte, aber dafür nicht einen einzigen stählernen Muskel verbarg. Ohne sich auch nur vorzustellen, drängte die kleine Piratengruppe immer mehr in die Enge, die sich definitiv nicht auf Schwertkämpfe vorbereitet hatten und nur mit Mühe seinen Haki ummantelten Hieben ausweichen oder sie parieren konnten. Es wäre nur eine Millisekunde der Unaufmerksamkeit nötig, dass es schwerwiegende Folgen für sie haben könnte. Und genau das war für Penguin der Fall, der bei einem seiner Ausweichversuche zu spät reagiert hatte. Das Schwer des Kommandanten rauschte auf den Nacken des Piraten nieder, seine Kollegen riefen ihm panisch zu auszuweichen, doch es war längst zu spät. In Panik sah er beinahe, wie die Klinge auf ihn zuraste und er spürte, wie sich in Zeitlupe seine Leben vor seinen Augen abspielte. So sollte es jetzt also mit ihm enden? Doch gerade als die Klinge seine Nacken fast erreicht hätte, wurde diese durch eine andere pariert. Die Silhouette eines großgewachsenen Mannes mit schwarzen Haaren ragte über den am Boden hockenden Penguin, der ihn durch Einsatz seines Körpers und seiner eigenen Fähigkeiten als Schwertkämpfer in Schutz nahm. Ein boshaftes Grinsen spielte sich auf dem Gesicht des Mannes ab, der den Marinekommandanten herausfordernd anblickte – ihre Klingen noch immer überkreuzt, waren sich ihre Gesichter hauchnahe, sodass sie sich direkt in die Augen sehen konnten. „Trafalgar… Law!“, zischte der Kommandant gereizt, der wusste mit wem er sich nun ein Schwertduell leisten würde. Der überhebliche Gesichtsausdruck des Piratencaptains spiegelte genau das Gegenteil vom Gesichtsausdruck seines Marinegegners wider. „Oberleutnant Drake, richtig?“, hakte Law nach, obgleich ihm die Antwort längst bekannt war und drängte seinen Gegner zwei Schritte zurück. Seine Gegenwart war für den Oberleutnant erdrückend, auch wenn er dies nicht zugeben wollte. „Ich wäre euch dankbar, wenn ihr euren Zorn auf mich und nicht auf meine Crew projiziert“, sagte er gelassen, doch sein Tonfall wirkte scharf wie eine Klinge, die die Luft um sie herum zu zerschneiden schien. „Captain!“, jauchzten Penguin, Shachi und Ikakku freudig, wohlwissend, dass sie nun nichts mehr zu befürchten hätten. „Kümmert euch um die anderen Trottel und kehrt in die Basis zurück.“, brummte er seinen drei Crewmitgliedern nur entgegen, ehe auch schon ein noch hitzigerer Kampf stattfand, der innerhalb kürzester Zeit den Plaza nach und nach in Schutt zu verwandeln schien, da deren beider Stärken nicht zu unterschätzen war, auch wenn es ersichtlich war, dass Law noch lange nicht ernst machte und lediglich mit seinem Gegner spielte, um seiner Crew Zeit zum Fliehen zu verschaffen.
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      Jocelyn Salvatore

      Lucia sah überrascht drein, doch ihre Augen huschten kurz kritisch zu ihrer Tochter, als der junge Mann erklärte, dass ihre Tochter ihn vor einigen Tagen das Leben gerettet hätte. Vor einigen Tagen konnte ja im Prinzip nur der Tag der großen Flutkatastrophe gewesen sein. Sie und ihr Mann tauschten kurz besorgte Blicke, wollten aber nicht in Anwesenheit des fremden Besuches näher darauf eingehen. Immerhin ahnten sie bereits, dass dies keinen guten Nachgeschmack bei jemandem hinterlassen würde, der so herrlich normal zu sein schien wie Ace. Dies war der Rothaarigen natürlich nicht entgangen, weshalb sie ihre Augen abwendete, um nicht das Gefühl zu haben durch ihre Blicke verurteilt zu werden – heilfroh, dass Ace an ihrer Seite war und ihre Eltern dadurch mehr oder weniger gezwungen wurden, ihre Kritik für sich zu behalten. Als dieser dann noch auf die persönlichen Fragen der Familienmutter einging, glaubte Jocelyn, dass sich ihr Gesicht, ihre Ohren, ihr Nacken und sogar ihre Hände sich in einziges Flammenmeer verwandeln zu haben schienen und sie schlug ihn mit der Faust in die Seite. Dabei warf sie ihm einen trotzigen und strafenden Blick entgegen. Was fiel ihm denn ein, diese Fragerei nicht einfach zu verneinen und zu sagen – EHRLICHKEITSHALBER -, dass er keinerlei solcher Gedanken hegte und auch nie würde?! Er genoss es einfach sie in dieser Situation zu sehen und noch mehr zu ärgern, das würde sie ihm definitiv noch heimzahlen, soweit stand es für sie fest! „Hör auf das Ganze noch schlimmer zu machen, Idiot!“, zischte sie an ihn gereizt, doch ihre Mutter schien diese kurze geste zwischen ihnen als vieversprechend zu deuten und grinste nur noch mehr. „Oh, da bin ich ganz davon überzeugt, Ace. Du kannst sie gerne mal zu einem Date einladen, sei bloß nicht schüchtern. Oh, und lass dich bitte nicht von ihrem burchikosen Wesen abschrecken. Sie ist einfach totaaaaaaaaaal unsicher und versteckt das gerne hinter ihrer hm.. frecheren Art, würd ich es jetzt mal vorsichtig ausdrücken. Aber sie kann wirklich sehr herzlich sein. Oh, natürlich erst wenn das aktuelle Chaos abgeflacht ist und wir unser alltägliches Leben aufnehmen können. Aktuell sieht es ja mit Dating Locations schlechter aus.“, rief Lucia heiter, weshalb Jocelyn ihren Kopf nur noch mehr einzog und versuchte dieses gespräch irgendwie zu überstehen, ohne dass ihr Herz sich einfach verabschiedete.
      Glücklicherweise tauchte ja Merida auf, die das Gespräch in eine vollkommen andere, wenn auch weniger heitere Richtung zu lenken schien, unfreiwillig natürlich. Die rotbraunen Augen der jungen Erwachsen legten sich neugierig auf ihre beste Freundin, die sich gerade ein verbales gefecht mit ihren Eltern lieferte, dabei schwebte doch die frage im Raum weshalb die Schwarzhaarige zu besuch bei ihren Eltern war und das gerade.. jetzt. Hatte sie etwa gehört, dass Jocelyn sie bei ihrer Entlassung besuchen wollte, bevor sie das Krankenhaus schließlich verließ? Sie grummelte leicht, zwiegespalten zwischen noch bestehender Enttäuschung und Ärger und... Erleichterung.
      Lucia lächelte Merida kühl an „Das ist wirklich ausgesprochen nett, Liebes. Aber du irrst dich in einem Punkt. Der gute Ace hier ist keineswegs ein fremdes gesicht. Immerhin“ Nein, nein, nein, das sagst du jetzt nicht, Mum!!! „wird er bald vielleicht mit Jocelyn ausgehen und vielleicht, wenn sich unser kleiner Wildfang nicht zu ungeschickt anstellt, wird er vielleicht wirklich mal Teil der Familie. Von daher ist er mit dem Fuß schon in der Tür, während du es nicht einmal über die Türschwelle schaffst, bedauerlicherweise.“ Jocelyn war wir erstarrt, ihr Gesicht noch immer rot angelaufen, aber gerade war sie sich nicht mehr sicher, weshalb. War es der Scham, wegen dem was ihre Mutter über Ace und ihr gesagt hatte oder war es.. aufsteigende Wut, wegen dem was sie zu Merida an Kommentaren abließ? Ihre Hände hatten sich unbemerkt längst zu Fäusten geballt und sie spürte den brennenden Stich in ihren Handinnenflächen, als sich ihre Fingernägel in die Haut bohrten, versuchte aber weiterhin ruhig zu atmen, verstand sie ihre Gefühle gerade selbst nicht wirklich. Das wurde auch nicht besser als Merida sie direkt ansprach und sie ihre Aufmerksamkeit an ihre beste Freundin richtete, deren Sorge und Kummer man in den Augen deutlich erkennen konnte. Das brennende Gefühl, das sie mit Wut hatte vergleichen können, schien allmählich zu verebben und ihre Gesichtszüge nahmen einen sanfteren Ausdruck an als sie ihrer Freundin zur Antwort kurz zunickte und nach einer Weile die Augen zögerlich abwendete. Dabei biss sie sich fast unmerklich auf die Unterlippe. Sie wollte Merida immerhin verzeihen.. Sie wollte nicht mehr sauer auf sie sein und es schien der Schwarzhaarigen aufrichtig leidzutun. Doch bevor sie eine Entscheidung hätte treffen können, kam die Stimme ihres Vaters dazwischen, der raunte: „Verzeihen? Schon wieder? Erwartest du von unserer Tochter wirklich, dass sie andauernd deine Unzulänglichkeiten akzeptiert, dir verzeiht, nur damit du sie beim nächsten Mal wieder verletzen kannst? Ich weiß zwar nicht, um was es geht, aber es läuft doch immer auf dasselbe hinaus. Und allmählich habe ich den Eindruck, dass du ihren Wert als Freundin nicht zu schätzen weißt und sogar nur ausnutzt. Immerhin“ Seine Augen verengten sich verärgert „ist es immer unsere Tochter, die dir ihre Hand der Freundschaft entgegenhält, nie andersrum. Du solltest ihre Freundlichkeit nicht mit Selbstverständlichkeit verwechseln.“ Jocelyn war sprachlos. Ihr Vater sprach selten so viel an einem Stück und wenn doch, dann war er sauer. Das wusste sie zur Genüge, da er mit ihr nur so redete, wenn sie sich und andere oder gar die Familie wieder in Gefahr gebracht hatte – mit ihrer Abnormalität. „P-Papa, so ist es nicht. Es-“, begann die Rothaarige, doch ihr Vater hob die Hand, um sie zum Schweigen zu bringen und schüttelte ernst den Kopf. „Es reicht, Jocelyn. Du darfst nicht dauernd für sie Partei ergreifen. Das ist sie nicht wert. Immerhin ist sie es, die dir immer wieder Flausen in den Kopf setzt, durch die du in Probleme gerätst.“ Er sah scharf zu Merida. „Wenn ich mich recht erinnere.. war Jocelyn vor der Flutkatastrophe bei dir, nicht wahr?“ Jocelyns Augen weiteten sich und sie senkte den Blick mit aufgerissenen Augen zu Boden, wohlwissend was er andeutete aber aufgrund von Ace’s Anwesenheit nicht deutlich aussprechen würde. „Ist dir bewusst in welche Situation du unsere Tochter durch deine Gedankenlosigkeit gebracht hast? Wenn die Wahrheit herauskäme, könnten wir sie verlieren und das nur wegen dir und deinem schlechten Einfluss! Es gibt nichts zu verzeihen! Im Gegensatz: Es ist ein Wunder, dass sie noch immer nicht klar genug sieht, um dich endgültig in die Wüste zu schicken. Du bist ein Fluch für sie!“ Je mehr der Familienvater sprach und auf Merida schimpfte, desto mehr begann Jocelyn zu zittern, die es kaum schaffte ihre Emotionen und damit ihre schlafenden Kräfte im Zaum zu halten. Sie bemerkte nicht einmal, wie die Flüssigkeit im Katheter zu brodeln und die eine oder andere Softdrink- oder Wasserflasche zu erzittern begann, kurz davor zu bersten. Erst als sie aus dem Augenwinkel etwas in dem stummgeschalteten Fernsehbildschirm sah, verlagerten sich Emotionen schlagartig. Langsam hob sie den Blick und sah vor Entsetzen zu den abgespielten Nachrichten, erkannte einen bekannten aber verwüsteten Platz und schon fast.. noch bekanntere Silhouetten, die sich ein unerbittliches Gefecht lieferten. Ihr Herz schien ihr beinahe in die Hose zu rutschen. Sie kannte sie kaum, doch den Piratenarzt, auch wenn sie ihn nicht ausstehen konnte, hatte sie zumindest seit ihrem wachen Zustand besser verstehen gelernt. Er war nicht wirklich herzlos.. und wenn er sich dort einen offenen Kampf leistete, wobei er seit längerem bemüht war sich gedeckt zu halten, musste etwas vorgefallen sein. Wer waren die Gegner in blau weiß?

      Moment. Blau-weiß? Sie runzelte die Stirn. Ein unangenehmer Schauer lief ihr über den Rücken, derselbe, der ihr schon bei dem weißen Segel mit der blauen Möwe an jenem Tag in der Ferne über den Rücken gelaufen war. Wieder ballte sie ihre Hände zu Fäusten je mehr sie die Zerstörung beobachten musste und gleichzeitig fühlte sie noch etwas vollkommen anderes, das begann in ihrer Brust zu schlagen, während sie dem Kampf so gut es ging am Fernseher verfolgte. Was war das für ein neues Gefühl? Etwas, das vergleichbar war wie ihr Herz, das in ihren ganzen Körper Blut pumpte. Ein Kribbeln. Aufregung. Ein Verlangen.. Verlangen nach was? Nach was? Nach was? Sie hatte keine Antwort darauf, aber sie wusste auch, dass sie hier keine finden würde. Sie machte jäh auf dem Absatz kehrt, warf keinem einen Blick zurück, reagierte nicht einmal mehr auf die Rufe ihrer Eltern, die längst bemerkt hatten, dass etwas mit ihrer Tochter nicht stimmte. Sie wirkte wie.. besessen. Besessen von nur einem Gedanken und sie wusste nicht einmal wirklich, was für ein Gedanke das war. Doch sie wollte es herausfinden.

      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."
    • Portugas D. Ace

      Auch wenn der Fausthieb in seine Seite tatsächlich etwas schmerzhaft war, lohnte sich der Gesichtsausdruck des Kampfkätzchens alle mal. Wie bereits erwartet nahmen ihre Wangen, aber auch Ohren und Hals einen ähnlichen Farbton wie ihre strahlenden Haare an. Ein Anblick, der Ace ein breites Grinsen auf die Lippen zeichnete. "Ich habe doch nur eine ehrliche Antwort gegeben", behauptete er aufrichtig und wuschelte der jungen Frau kurz amüsiert lachend durch die Haare, bevor er sich wieder an Mrs Salvatore richtete. "Und machen Sie sich keine Sorgen. Eben diese Art mag ich an ihr ja so sehr, das macht jede Minute mit ihr umso spannender." Sein Grinsen legte sich wieder auf den hochroten Kopf des Kampfkätzchens. "Aber vielleicht bekomme ich bei einem richtigen Date noch ein paar mehr interessante Gesichtsausdrücke zu sehen." Wenn er ehrlich war, hatte er mit daten nicht viel am Hut. Er hatte keine Ahnung, wie so etwas genau ablaufen sollte oder was daran genau anders war, als mit Freunden etwas zu unternehmen. Doch wenn das letztendlich bedeutete, dass er etwas mehr Zeit mit der Kleinen verbringen konnte, war er sicherlich nicht abgeneigt. Ganz im Gegenteil. Er wollte wirklich wissen, welche weiteren Gesichtsausdrücke Jocelyn noch zu bieten hatte und womit sie ihn als nächstes überraschen würde.
      Meridas Auftauchen musste für die Rothaarige letztendlich ein Befreiungsschlag aus der gesamten Situation zu sein. Bei Ace rief es zunächst allerdings nur unangenehme Gefühle hervor. Nicht einmal, weil er die Anwesenheit der Schwarzhaarigen nicht leiden konnte, sondern weil er sich zunehmend sicher war, dass sich seine anfängliche Befürchtung zu Jocys Zieheltern bestätigte. Wäre die Situation eine andere gewesen, hätte er sicherlich sogar über gewisse Kommentare der Familienmutter - welche den Piraten fast zu einem Teil der Familie machten - lachen können. Das Wissen, dass hier allerdings gerade Jocys beste Freundin wie der letzte Dreck behandelt wurde und eben dieses Verhalten deutliche Wut in der Rothaarigen zu verursachen schien, dämpfte Ace' Laune ungemein. Zum Glück schien Merida gut mit den Sticheleien vertraut zu sein und obwohl Ace glaubte Frust in ihren Augen erkennen zu können, ließ sich die junge Frau deswegen noch lange nicht davon abhalten, Sorge für ihre beste Freundin zu zeigen und die Anfeindungen von Mrs Salvatore zu kontern oder gänzlich zu ignorieren. Einen Umstand, den der Familienvater sich zum Anlass nehmen schien, endlich selbst seine Wut deutlich zu machen. Ace hatte weder genug Wissen über die Beteiligten, noch das Recht sich in diese düstere Auseinandersetzung einzumischen und dennoch konnte er zunehmend seine Schlüsse aus dem Gesagten ziehen. Flausen in den Kopf setzen? Sein Blick wanderte kurz zwischen Merida - welche frustriert die Zähne zusammenpresste - und der sichtlich aufgebrachten Jocy hin und her. Ob mit diesen "Flausen" wohl ihre Fähigkeiten gemeint waren? Wenn ja, musste er wohl befürchten in naher Zukunft auch auf der schwarzen Liste dieser Familie zu stehen. Die nächsten Worte festigten diesen Verdacht nur noch mehr und auch wenn er keinen wirklichen Bezug zu Merida haben mochte, spürte er allmählich selbst Wut in sich aufsteigen. Wüsste er es nicht besser, könnte man beinahe meinen, dass Mr Salvatore die Schwarzhaarige für die Flut verantwortlich machte und Jocy einem Fluch gleich in Gefahr gebracht hatte. Dabei war ihr eigenes Familienhaus bei der Flut komplett in Schutt und Asche gelegt worden. Außerdem... Wäre Jocy nicht in der Nähe des Restaurants gewesen, würde ich jetzt wahrscheinlich ebenfalls leblos unter irgendwelchen Trümmern verwittern. So langsam fing er tatsächlich an zu begreifen, woher der blanke Hass der Schwarzhaarigen herrührte und er war sich sicher, dass er in Zukunft wohl ähnlich harte Worte gegenüber dem Ehepaar äußern würde. Zumindest so lange der Rotschopf ihn an ihrer Seite akzeptierte und ihn nicht gänzlich davon jagte.
      Bei all dem Drama bemerkte die Feuerfaust erst recht spät, dass sich die intensiven Emotionen besagten Rotschopfes bereits auf die im Raum befindlichen Flüssigkeiten auszuweiten schienen. Es war schon fast etwas amüsant zu beobachten, wie Infusionsflüssigkeiten zu brodeln und Wasserflaschen zu tanzen begannen, allerdings glaubte er nicht, dass dies gerade der passende Moment für emotionale Wasserexplosionen war. Doch gerade als er beruhigend seine Hand auf die bebende Schulter der Kampfkatze platzieren wollte, wurde ihre Aufmerksamkeit vom stummgeschalteten Fernseher eingenommen. Entsetzen schien in ihre Augen zu wandern, weswegen Ace umgehend ihrem Blick folgte und ein leises belustigtes Aufschnauben ertönen lies. "Sonderlich lange haben die sich ja nicht bedeckt halten können", kommentierte er mit einem amüsierten Unterton, auch wenn er glaubte, dass die Schuld hier tatsächlich nicht bei den Heart-Piraten zu suchen war. "Typisch Marine. Können sich nie zurückhalten."
      Erst als er leise sich entfernende Schritte vernahm, bemerkte er, dass das Kampfkätzchen nicht mehr den Bildschirm fixierte und stattdessen förmlich aus dem Raum hastete. Auch Merida - deren Augen puren Schock über die Nachrichten verkündeten - wurde von der Reaktion ihrer Freundin wachgerüttelt. Ace konnte deutlich die Furcht und den Konflikt in ihren Augen erkennen. Er wusste, dass sie zu diesem Plaza eilen wollte, aber Jocys Verhalten musste auch ihr seltsam erscheinen. Letztendlich schien sie ihre Entscheidung getroffen zu haben und eilte der Rothaarigen hastig hinterher. Ace machte sich tatsächlich noch die Mühe, sich mit einem kurzem Kopfnicken von den Salvatores zu verabschieden, bevor auch er mit großen Schritten das Krankenzimmer hinter sich ließ.
      "Ist alles in Ordnung, Jocy? Du siehst blass aus", hörte er soeben die Schwarzhaarige sagen, welche mit besorgtem Blick neben ihrer Freundin herwanderte.
      "Sie hat recht, Kampfkätzchen. Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen." Er konnte nachvollziehen, dass sie über das mediale Erscheinen von Trafalgar Law und seinen Crewmitgliedern entsetzt war, aber irgendetwas stimmte mit ihrer Reaktion nicht. Sie wirkte nicht einfach aufgebracht, sondern tief in Gedanken versunken. Kurzerhand legte er seine Finger bestimmend, aber behutsam auf ihre Schulter in dem Bestreben sie fürs erste an Ort und Stelle zu halten. "Hast du dich an etwas erinnert?", folgte er seinem ersten Verdacht und forschte in ihren rot schimmernden Augen. "Hast du die Marine vorher schon einmal gesehen?"

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      Merida Serrano

      Auch wenn sie es wohl nie zugeben würde, trafen die Worte von Mrs Salvatore direkt ins Schwarze. Dennoch gab sich Merida nicht die Blöße vor der Familienmutter auch nur eine Miene zu verziehen, stattdessen reckte sie das Kinn direkt noch ein wenig mehr in die Höhe, um symbolisch auf die Ältere hinabzublicken. Sie durfte nicht durchscheinen lassen, wie sehr es sie frustrierte, dass dieser Flammenwerfer neben ihr als potenzieller Beziehungspartner für Jocy gehandelt wurde. Am liebsten hätte sie aus Wut ihre Faust in das Gesicht des Piraten geschleudert oder den Salvatores davon berichtet, dass der Kerl eigentlich ihren persönlichen Albtraum widerspiegelte und das Gegenteil eines guten Schwiegersohnes darstellte. Immerhin präsentierte er seine Fähigkeiten recht offen und war wahrscheinlich ein Grund dafür, dass Jocy ihr eigenen in einem vermehrten Maße eingesetzt hatte. Statt diesem tiefsitzen Frust Luft zu machen, zwang Merida sich dazu ein hochnäsiges Lächeln auf ihre Lippen zu kleistern. "Klingt so, als hättet ihr euch mal wieder dazu entschieden, Jocys Wünsche komplett zu hintergehen und Entscheidungen über ihren Kopf hinweg zu treffen", befand sie und schüttelte abwertend den Kopf. "Ich kann allerdings nicht behaupten überrascht zu sein, schließlich habt ihr noch nie wirklich versucht mitfühlende und gute Eltern für eure einzige Tochter zu mimen." Wie oft waren die Worte der beiden wohl schon Grund für Jocys Tränen gewesen, wie oft hatten sie wohl schon das Selbstbewusstsein des sonst so starken Mädchens zerschlagen? Wie oft hatten sie all diese Schikanen schon als "Liebe und Sorge" bezeichnet? Bereits vor Jahren hatte Merida es aufgegeben, sich in die Gunst dieser Familie zu stellen. Jocy mochte immer wieder wütend auf ihre Freundin sein, wenn sie ihre harschen Worte vor dem Ehepaar kundtat. Allerdings konnte die Schwarzhaarige einfach nicht mehr akzeptieren, dass diese ach so "aufmerksamen" und "mitfühlenden" Zieheltern ihre eigene Tochter regelmäßig durch den Dreck zogen und sie zu unterdrücken versuchten. Abgesehen davon war sie noch nie in der Lage gewesen, sich sonderlich freundlich und höflich zu geben, was sicherlich ein weiterer Grund für die verkniffenen Salvatores war, die junge Studentin zu verachten. Mittlerweile sah es Merida aber schon fast als ein Kompliment an, von diesen Menschen geachtet zu werden, immerhin waren diese Gefühle beidseitig.
      Meridas Wut auf das Ehepaar rückte allerdings schon bald in den Hintergrund, als sie Jocys Reaktionen bemerkte. "Nicht, du tust dir noch weh." Vorsichtig umklammerte sie die geballten Fäuste der Rothaarigen und versuchte ihre Finger zu lockern. Sie wusste nicht, was der Grund für die offenkundige Wut in den roten Augen ihrer Freundin war, aber sie empfand umgehend neue Schuldgefühle. War sie doch wieder einmal zu weit mit ihren Worten gegangen? Dabei war Jocy wahrscheinlich sowieso noch sauer auf sie, nach allem was zuvor geschehen war. Als hätte Merida mit ihrem Verhalten ihren wunden Punkt offen gelegt, zielte Mr Salvatore nun genau auf diesen. Er hatte recht. Sie war eine miserable Freundin und eigentlich grenzte es an ein reines Wunder, dass Jocy sie nicht schon vor Jahren von sich gestoßen hatte, dennoch würde Merida diese Worte nicht kampflos über sich ergehen lassen. "Vielleicht mag ich wirklich ein Fluch sein, aber ihr seid dafür ein erdrückendes Gefängnis für Jocy", knurrte sie leise und drehte sich zum grimmig dreinblickenden Familienvater. "Ein Gefängnis, dass Jocy in den letzten Jahren immer wieder unendlichen Kummer bereitet hat und immer wieder ihr Selbstbewusstsein untergräbt." Zudem war sie sich sicher, dass es deutlich sicherer wäre, wenn ihre Freundin die Chance erhalten würde, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren, anstatt sie immer wieder zu unterdrücken, bis starke Emotionen sie förmlich explodieren ließen. "Außerdem wollt ihr doch nicht behaupten, dass sie Zuhause sicherer gewesen wäre." Ein siegessicheres Grinsen wanderte auf ihre Lippen. "Im Gegensatz zu eurem Haus, steht unser Restaurant noch, wobei es Jocy zu verdanken ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Ich gebe ein feuchten Dreck darauf, was ihr von mir haltet und ob ihr mich als einen Fluch, eine Pest oder sonst etwas betrachtet. Aber wagt es ja nicht, Jocys Leistungen herunterzuspielen und als Probleme darzustellen."
      Da wäre noch viel mehr gewesen, was sie hätte sagen wollen, aber kaum huschten ihre Augen über den Fernsehbildschirm erstickte ihre Stimme umgehend in ihrer Kehle.
      Nein, das kann nicht sein Ernst sein.
      Aufgrund des ausgeschalteten Tons konnte Merida zwar die Worte des Außenreporters nicht verstehen, aber sein Gesichtsausdruck sprach Bände, ähnlich wie der verwüstete Plaza hinter ihm. Die einst so beliebte Sehenswürdigkeit hatte sich in ein wahres Schlachtfeld verwandelt, auf welchem noch immer zwei kämpfende Gestalten für Chaos sorgten. Natürlich kostete es sie nur Sekunden den Pandahut auszumachen, welcher seine Schwertkunst gegen den Marinekapitän zu beweisen versuchte, welchen sie Tage vorher beobachtete hatte. Versuchen war allerdings wohl das falsche Wort, so glaubte Merida, dass der Piratenkapitän tatsächlich die Nase vorn hatte. Allerdings war das für sie keineswegs Grund zur Freude, schließlich waren im moment sicher dutzende- ach was, hunderte! - Kameras auf das Geschehen gerichtet. Dabei habe ich ihnen doch immer wieder gesagt, dass sie sich bedeckt halten sollen!
      Eigentlich war sie bereits drauf und dran aus dem Zimmer und anschließend dem Krankenhaus selbst zu stürmen, doch Jocys seltsames Verhalten machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Da lag etwas seltsames in ihren Augen, dass Merida zuvor noch nie gesehen hatte. Für einen Moment haderte sie noch mit sich selbst. Welches Chaos würde noch entstehen, sollten der Pandahut und der Marinesoldat ihren Kampf fortsetzen? Was wenn sie mehr verwüsteten als einfach nur den Platz vor Santa Ana? Was wenn man ihr Versteck zurückverfolgen könnte und demnächst Militär- und Marineeinheiten vor dem Restaurant ihrer Eltern standen? Sie zog frustriert die Unterlippe zwischen die Zähne und schüttelte den Kopf. Jocy is wichtiger... du hast sie schon einmal im Stich gelassen.
      Ihren Entschluss gefasst, eilte sie der Rothaarigen hinterher. Noch immer konnte sie den Ausdruck in Gesicht und Augen der jungen Frau nicht wirklich deuten, während sich zunehmend Sorge in ihr breit machte. "Ist alles in Ordnung, Jocy? Du siehst blass aus", wollte sie wissen, bevor auch der Flammenwerfer schließlich zu ihnen aufschloss. Seine Frage ließ Erkenntnis in Merida erwachen. Jocys Erinnerungen! Was wenn er recht hatte? Was wenn die Bilder wirklich etwas in ihr wachgerufen hatten, dass sie bisher vergessen hatte? "Hat er recht Jocy? Kannst du dich an etwas erinnern?" All die Jahre hatte die Rothaarige es verleugnen wollen, ähnlich wie Merida aus einer anderen Welt entsprungen zu sein, doch die vergangenen Tage, die Begegnung mit dem Flammenwerfer, dem Pandahut und den anderen Piraten schien endlich Zweifel in der jungen Frau geweckt zu haben und nun hatte sie das erste Mal auch Marinesoldaten aus der anderen Welt gesehen. Was wenn eben das wirklich die verlorenen Erinnerungen des Mädchens erweckte, ähnlich wie auch Merida diverse Erinnerungsfetzen gesehen hatte, kaum dass sie ihre Augen auf das gestrandete Marineschiff gelegt hatte.
    • Jocelyn Salvatore

      Jocelyns Schritte verlangsamten sich, als sie die warmen, vertrauten Finger des wandelnden Feuerzeugs auf ihrer Schulter spürte – und seine sowie Meridas Worte sie aus dem Drang rissen, zu jenem Ort zu eilen, an dem sich dieses Spektakel abgespielt hatte, das sie zuvor im Fernsehen gesehen hatten. Ihre Arme zitterten leicht, die Bilder noch frisch vor Augen. Die Kleidung, die in ihr ein seltsames Déjà-vu auslöste. Die Kämpfe, die sie ausgefochten hatten. Ihr Herz raste noch immer, und dieses merkwürdige Gefühl, das sie durchströmte, wollte einfach nicht weichen.

      Warum fühlt sich das alles so… vertraut an? Es ist, als ob.. ich etwas aus einer anderen Zeit beobachtet habe.. Andere Personen und trotzdem.. dasselbe Gefühl.

      Langsam hob sie den Blick zu den beiden – das lärmende Treiben auf dem Krankenhausflur wirkte plötzlich gedämpft, als dringe es nur noch wie durch einen entfernten Tunnel zu ihnen.
      Hatte sie sich erinnert? Vielleicht … vermutlich … aber sicher war sie sich nicht. Eine ihrer zierlichen Hände strich über ihr Gesicht, die Augen wanderten, offensichtlich verwirrt, zwischen ihren beiden Freunden hin und her. Dann schließlich ein zaghaftes Nicken – eines, das mehr sagte, als Worte es je könnten. Sie erinnerte sich. Schemenhaft. Aber es war da. Fetzen einer Erinnerung an etwas, von dem sie nicht wusste, was es war. Oder war es doch nur ein Traum gewesen? „Ich … will da hin“, sagte sie leise und ballte die Fäuste noch fester. Ihr Blick wich zur Seite. „Ich will es sehen. Ich … Ich …“ Eine ihrer Fäuste presste sich gegen ihren Brustkorb – als könnte sie so ihr rasendes Herz beruhigen, das seltsame Verlangen vertreiben. Doch es half nichts.

      Es lässt mich nicht los. Dieses Gefühl… Als würde etwas in mir genau wissen, dass ich dort Antworten finde. Ein Teil in mir, der mehr sucht als nur das, was ich dort gesehen habe…

      Sich auf die Unterlippe beißend, atmete sie tief aus. „Ich weiß nicht, was ich … für Erinnerungen habe, aber … es fühlt sich seltsam an. Als stünde ich kurz vor einem Sprung von einer Klippe. Eine Art … Adrenalin. Ein Teil Freude, ein Teil Aufregung, ein Teil … Unsicherheit.“ Langsam glitt ihre Faust zu dem Medaillon, das an ihrem Hals hing. Ihre schmalen Finger umfassten es zögerlich.
      Ein Flackern. Eine Erinnerung – oder doch nur ein Traum? Eine Gruppe von Männern. Einer von ihnen mit strahlend rotem Haar, wie das ihre. Sie glaubte, sie erst vor Kurzem in einem Traum gesehen zu haben … vielleicht. Oder war es eine Erinnerung, die sich als Traum getarnt hatte? Vielleicht.. beides. Immerhin war keiner von diesen Männern Fremde für sie gewesen, erst recht nicht er. Der Rotschopf mit dem schiefen Grinsen im Gesicht und dem durchdringenden väterlichen Blick.

      Dad..

      Ihre Hand klammerte sich fester um das Medaillon, so sehr, dass sich die scharfen Kanten schmerzhaft in ihre Haut bohrten.
      Dann schüttelte sie den Kopf, schloss die Augen und atmete langsam durch - den Gedanken an ihre eigentliche Herkunft vertreibend -, bevor sie ihre beiden Freunde entschlossen ansah. „Ich geh da hin. Jetzt. Ich werde euch nicht bitten, mich zu begleiten – aber ihr werdet mich auch nicht aufhalten können. Ich muss es mit eigenen Augen sehen. Ich will … Antworten finden.“ Ihr Blick blieb dabei besonders an ihrer schwarzhaarigen besten Freundin hängen. Sie wusste, dass Merida wahrscheinlich noch nicht fit genug war, das Krankenhaus zu verlassen. Der grummelige Schiffsarzt hatte ihr erklärt, die Wunde würde wohl noch ein paar Tage zur Heilung brauchen – wenn das überhaupt mal langte. „Und du solltest dich noch erholen, Meri.“
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."

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    • Portugas D. Ace

      Er spürte zunehmend Unruhe in ihm aufsteigen, desto länger die Kampfkatze ihn auf eine Antwort warten ließ. Vor allem da ihr Gesichtsausdruck von Sekunde zu Sekunde besorgniserregender wurde. Am liebsten hätte er sie an beiden Schultern gepackt und heftig geschüttelt, in der Hoffnung damit ihre Gedanken an die Oberfläche zu bringen. Stattdessen ermahnte er sich zur Vorsicht, umfasste sanft ihre Oberarme und lehnte sich langsam weiter zu ihr vor, forschte in ihren bebenden Augen. Wartete ungeduldig darauf, dass ihre schmalen Lippen sich endlich erbarmten und eine Antwort auf seine Frage ausspuckten. Ein zögerliches Kopfnicken schien diesen Job allerdings übernehmen zu wollen. Er hatte also recht gehabt. Sie hatte sich erinnert. Einerseits löste es in ihm ein seltsames Gefühl der Genugtuung aus, nachdem das Mädchen bisher ihre Herkunft so vehement verneint hatte, andererseits hatte er sich natürlich nicht gewünscht, dass sie von der Erkenntnis so überfahren wurde. Ihre nächsten Worte lösten allerdings Erstaunen in ihm aus. Er hatte erwartet, dass sie sich verkriechen wollen würde und der Wahrheit entkommen wollen würde. Stattdessen wollte sie sich eben dieser offen entgegenstellen? Das mochte ganz sicher nicht die beste Situation dafür sein, aber ein feines Lächeln legte sich auf seine Lippen. "Ein richtiges Kampfkätzschen, was?" Es war schon erstaunlich, wo oft die Kleine ihm immer wieder bewies, welche emotionale Stärke in ihr schlummerte.
      "Bist du wirklich bereit dafür?" Merida hingegen schien deutliche Sorge zu verspüren und umgriff zaghaft die Schulter ihrer Freundin. Sie wollte eindeutig noch mehr sagen, aber die deutliche Entschlossenheit in Jocys Augen schloss ihre Lippen direkt wieder. Sie verstand, dass man die Rothaarige nicht würde aufhalten können. Stattdessen musterte sie die Rothaarige dabei, wie sie das Medaillon um ihren Hals umfasste und lauschte ihren Worten.
      Ace tat es ihr gleich und glaubte zu verstehen, was in der jungen Frau vorgehen musste. Er selbst hatte auch erst nicht gewusst, wer sein leiblicher Vater gewesen war und warum seine Mutter so jung hatte sterben müssen. Einerseits hatte er sich damals vor der Antwort gefürchtet, doch sein Verlangen Klarheit zu erhalten hatte überwogen. Auch wenn er am Ende keineswegs ein großer Fan seines Vaters geworden war, konnte er nicht verleugnen, welch intensive Gefühle das Wissen über die Aufopferung seiner Mutter in ihm ausgelöst hatte. Selbst wenn er seinem alten Herren niemals würde verzeihen können, wollte er zumindest für seine Mutter ein erfülltes Leben führen. Er wusste nicht, ob Jocys Erinnerung an ihre leibliche Familie gut oder schlecht sein würden, aber sie würden Klarheit für die junge Frau bedeuten und vielleicht würde sie danach mehr denn je einen Weg für sich bestreiten können. Entsprechend hatte Ace vor, sie beim finden dieser Klarheit zu unterstützen, auch wenn es traumatisierend sein könnte. Eben deswegen würde er sie aber niemals allein losziehen lassen.
      "Glaub ja nicht, dass ich dich alleine gehen lasse." Merida war ihm zuvor gekommen. In ihren Augen steckte die gleiche Entschlossenheit, die auch das Kampfkätzschen verströmte. "Ich werde dich begleiten, ob du willst oder nicht."
      "Und mich wirst du ebenfalls nicht abschütteln können", verkündete Ace mit einem breiten Lächeln. "Ich werde dich ganz sicher nicht aufhalten, aber ich lass es mir auch nicht nehmen, diesem Spektakel beizuwohnen." Nicht nur wollte er zugegen sein, wenn Jocy endlich einen weiteren Schritt in Richtung ihrer Vergangenheit tat, es würde sicherlich auch ein Genuss sein, einem elenden Marinekommandanten dabei zu beobachten, wie er den Arsch versohlt bekam. Eigentlich würde er am liebsten selbst in dem Kampf mitmischen, allerdings würde der Plaza spätestens dann wahrscheinlich dem Erdboden gleichgemacht werden. Wahrscheinlich war es alleine Laws Umsichtigkeit zu verdanken, dass der Platz noch nicht jetzt in Schutt und Asche lag.

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      Merida Serrano

      Als Jocy den Verdacht der Wunderkerze mit einem Kopfnicken bestätigte, vergaß Merida für eine Sekunde das Atmen. Sie hatte es mittlerweile aufgeben, den Rotschopf von ihrer offenkundigen Heimatwelt überzeugen zu wollen. Auch wenn sie damals nicht hatte verstehen können, wie das Mädchen nicht nach ihren verlorenen Erinnerungen suchen konnte. Schließlich erhoffte sich Merida praktisch seit ihrer Ankunft in dieser Welt, Antworten zu erhalten. Einmal hatten die Serranos sie sogar zu einem Psychologen gebracht, der ihre Erinnerungen wachrütteln sollte. Letztendlich hatte man die Prozedur aber abgebrochen, da Meridas Reaktion zu... traumatisch gewesen war. Seither hatten ihre Zieheltern sogar aktiv vermieden, über die verborgenen Erinnerungen ihrer Tochter zu reden. Meridas Verlangen mehr über ihre Vergangenheit und ihre echten Eltern zu erfahren, war deswegen aber nie verebbt. Bis heute nicht. Gleichzeitig glaubte sie gut zu verstehen, welche Gefühle nun durch Jocys zierlichen Körper wandern mussten. Freude, Aufregung und Unsicherheit, vielleicht auch... Angst? Letzteres plagte zumindest Merida in den vergangenen Tagen mehr denn je. Umso mehr dieser lang unterdrückten Erinnerungen in ihr zu erwachen schienen, desto mehr glaubte sie, ein fürchterlicher und nutzloser Mensch gewesen zu sein. Wer auch immer sie damals so behandelt und beschimpft hatte, musste sie gehasst und verachtet haben, oder? Was wenn sie schon damals... Sie schüttelte den Kopf. Nein! Im Moment war das nicht wichtig. Jocy war wichtig! Und Merida hoffte inständig, dass ihre Erinnerungen eine Bereicherung und kein Hindernis für die junge Frau werden würden.
      "Ich werde dich begleiten, ob du willst oder nicht!" Natürlich würde sie Jocy nicht alleine aufbrechen lassen. Nicht nur weil sie befürchtete, dass sie unter all den plötzlich auftauchenden Erinnerungen zusammenbrechen könnte, sondern auch weil es auf dem Plaza im Moment sicherlich gefährlich sein würde. Ganz davon abgesehen, dass Merida zumindest eine leise Hoffnung hatte, etwas gegen die verzwickte Situation auf dem Platz unternehmen zu können. Es würde sicherlich nicht mehr lange dauern, bis Einsatzkräfte vor Ort erscheinen würden, wahrscheinlich waren sie schon längst eingetroffen und versuchten den Platz zu umzingeln. Merida glaubte nicht daran, dass sich Pandahut und dieser Marinesoldat würden einfangen lassen, aber sollte es zu unnötigen Verletzten kommen, würde man überall nach ihnen suchen lassen und im schlimmsten Fall Militärgewalt gegen sie anwenden. Soweit durfte sie es nicht kommen lassen. Immerhin könnte im schlimmsten Fall das Familienrestaurant in die Schussbahn geraten. Sie musste also einen Weg finden, zumindest den Pandahut möglichst unauffällig vom Plaza zu schleußen.
      Ein Unterfangen, dass sicher allerdings als schwierig erweisen könnte, da sie zugleich auch Jocy nicht alleine lassen wollte. Unwillig hob sich ihr Blick zum Feuerzeug. Der Schwarzhaarige musste in den vergangenen Tagen gut über ihre Freundin gewacht haben. Zwar gefiel ihr dieser Umstand nicht, aber Meri musste zugeben, dass sie ihm dafür dankbar war. Gleichzeitig glaubte sie zu wissen, dass er auch am Plaza gut auf den Rotschopf aufpassen würde. Und dennoch... Merida biss die Zähne aufeinander. "Dann lass uns keine Zeit verlieren." Behutsam ergriff sie die Hand ihrer Freundin und zog sie den Krankenhausflur entlang. "Wer weiß wie sich der Kampf noch entwickelt, wenn wir uns nicht beeilen." Mit diesen Worten lotste sie den Rotschopf und den Flammenwerfer aus dem Krankenhaus und winkte das nächst beste Taxi herbei. Wie erwartet war der Fahrer nicht sonderlich erpicht darauf, seine Gäste zum Plaza zu bringen. Offenkundig waren auch ihm die Nachrichten nicht entgangen. "Bringen Sie uns einfach so weit, wie sie können. Ich zahle auch extra", verlangte Merida wenig kooperationsbereit. Der Fahrer wirkte noch immer nicht sonderlich überzeugt, setzte das Auto schließlich aber mit einem leisen Grummeln in Bewegung. Meris Hand lag derweil immer noch um Jocys, während sich die Sommersprosse auf dem Beifahrer immer wieder zum Rotschopf umdrehte, als würde er sich ähnliche Sorgen wie Merida machen. Sie konnte den Kerl noch immer nicht leiden, aber zumindest schien er seine "Fürsorge" ernst zu meinen.
    • Trafalgar D. Water Law

      Das Schlachtfeld war verwüstet, doch der Kampf war auch nach einer Stunde noch nicht vorbei.
      Die Plaza de Santa Ana glich einem Trümmerfeld. Zerborstene Fensterrahmen, verbogene Laternen, und das Echo vergangener Explosionen hallte noch zwischen den Mauern wider. Inmitten des Chaos stand Trafalgar Law. Kein Mantel, keine Piratenlogo auf dem Rücken. Nur ein schwarzes, leicht verstaubtes Hemd, Ärmel hochgekrempelt, Jeans, seine Haare leicht zerzaust. Trotzdem hatten ihn die scharfen Augen von Oberleutnant Drake von der ersten Sekunde erkannt. „Zivilkleidung macht dich und deine Crew nicht unsichtbar, Chirurg des Todes“, spuckte Drake aus, während er sich aufrichtete. Sein Atem ging schwer, ein feiner Riss zog sich durch das Haki seiner Klinge und Blut tropfte von seiner Schläfe. Doch sein Kampfeswille war ungebrochen.
      Law antwortete nicht. Ein Schnitt – blitzschnell. Drake blockte ihn, aber mit einem Zittern. Sein Haki war stark, aber der Kampf hatte ihm zugesetzt. Diesen Moment der Schwäche nutzte Law, um sich seitlich zu verschieben und Drake taumeln zu lassen. Nur um dann die Kante einer zertrümmerten Mauer zu nutzen, sich von dieser abzustoßen und dann von oben herab auf Drake zuzuschmettern – dabei jedoch ohne die Klinge zu benutzen. Nein, er nutzte lediglich den Griff seines Kikoku, zielgenau gegen Drakes Schultergelenk.
      Ein knackendes Geräusch.
      Drake stieß ein schmerzvolles Knurren aus und riss sich los. Dabei schleuderte er Law mit einem Hakischub von sich. „Du spielst mit mir“, presste er zwischen den Zähnen hervor. „Warum tötest du mich nicht einfach?!“ Law trat zurück, ließ das Kikoku kreisen, fast beiläufig. Ein Schmunzeln zierte sein markantes Gesicht. „Weil ich kein unnötiges Blut vergieße“, erwiderte er. „Und weil du mir nützlicher bist, wenn du noch atmest.“ Drake starrte ihn an, völlig fassungslos. „Du arroganter—“ Law grinste nur und schob die Ärmel hoch. Dabei offenbarte er die Tattoos auf seinen Handrücken. Kein Mantel, kein Emblem – aber keine Zweifel, wer er war. Und allein die Bewegungen seiner Hände, allein die anmaßenden Bedeutungen der Tattoos, die dabei in die Richtungen seiner Gegner zeigten, reichten, um Groll und Provokation hervorzurufen. „Was denn, was denn? Geht dir schon die Puste aus?“ Er hob seine Hand und aktivierte leise einen „Room“ – gezielt, mit nur wenigen Metern Radius. Die Sphäre summte kaum hörbar über dem Boden. Dabei wurde Staub verdrängt, als würde die Luft selbst zurückweichen. „Tanz doch noch ein bisschen für mich,Soldat~

      Während Law sich mit Oberleutnant Drake duellierte, tobte an den Rändern des Platzes ein zweiter, stillerer Krieg – ein verzweifeltes Ringen um Rückzug, Deckung, Bewegung. Zuerst waren es nur drei Marinesoldaten. Dann fünf. Zehn. Die Zahl der Gegner nahm minütlich zu – wie eine Flut, die über die Gassen hereinbrach. Für jede Lücke, die sie schlugen, rückten zwei neue Gegner nach. Die Luft wurde dichter, die Fluchtrouten schmaler. Die Verzweiflung in den drei Piratenmitgliedern größer, insbesondere nachdem Penguin verwundet war, durch unerbittlichen Schlagabtausch, den sich die drei mit den zunehmenden Massen an Soldaten liefern mussten. Der einzige Lichtblick daran war.. es handelte sich nur um die Besatzung eines einzigen Marineschlachtschiffes und sie hatten keine Möglichkeit darüber hinaus auf Verstärkung zurückzugreifen – wie Pacifistas oder Admiräle beispielsweise.
      In einer verwinkelten Seitengasse nahe der Kathedrale drückte sich Penguin hinter eine umgestürzte Vespa, nach Luft ringend. Ein Schuss knallte an der Hauswand über ihm, Splitter rieselten auf seine Mütze. „Die sind verdammt gut organisiert heute!“, fluchte er, während er sich abrollte und aus der Hüfte einem Marinesoldaten mit einer Schlagwaffe zurücktrieb. Er verzog das Gesicht vor Schmerz, hielt sich die blutende Wunde an der Seite mit der freien Hand und verbarrikadierte sich sogleich wieder hinter einem Van.
      Shachi, weiter oben auf einem Balkon, warf eine improvisierte Rauchgranate – eigentlich nur ein auf die Schnelle umgebauter Kanister – in die Gasse darunter. Eine Nebelschwade strömte schlagartig aus und hüllte den Platz in dicken Rauch. Dabei wanderten seine Augen über den Plaza und wusste, auch wenn viele Zivilisten sich bereits verdrückt hatten, dass sie hier nicht mit voller Kraft kämpfen durften, um unschuldiges Blutvergießen zu vermeiden. „Verdammt, so können wir doch nicht ewig kämpfen.“ - „Dann sei kreativ!“, rief Ikkaku, während sie mit einem Kampfstab eine blendende Lichtladung auf einem Marinesoldaten explodieren ließ. Sie bewegte sich wie ein Schatten durch die engen Straßen und dem dichten Rauch, schlug zu, verschwand und tauchte wieder auf. Aber selbst sie wirkte angeschlagen. Ihr rechter Ärmel war blutig, und sie hinkte leicht, während das Schussfeuer ihrer Gegner auf die drei nicht nachließ. Shashi konnte es sich darum nicht leisten auf dem Balkon zu verweile und hastete längst über die unter ihm bröckelnden Dächer weiter. Keiner von ihnen konnte an Ort und Stelle bleiben. Die Anzahl der Gegner war schlicht und einfach zu erdrückend. Die Marinesoldaten hatten kein Interesse an Verhandlungen. Nicht mit den Piraten. Und allen voran nicht mit den Heart Piraten. Durchgänge wurden blockiert und Blend- sowie Fangnetze aus Seestein wurden eingesetzt. Plötzlich schlug ein greller Lichtbogen nur wenige Zentimeter neben Shachis Schulter in eine Mauer ein. „Verdammt!“, keuchte er, als eine Druckwelle ihn fast vom Dach gefegt hätte. Sich aufrappelnd, sah er hinab auf den Platz zu seinen Kameraden und zu dem kampfschauplatz etwas weiter entfernt, den deren Captain sich mit dem Marinekommandant leistete – allen voran, um ihnen Zeit zu verschaffen zu fliehen, doch diese elendigen Fußsoldaten hatten es ihnen bisher unmöglich gemacht. Wenn bald kein Wunder geschah, sähe es schwarz für sie aus. „Der Captain kämpft noch – und diese komischen Kameras sind überall. Wir müssen die Soldaten wegziehen. Irgendwie! Der Captain verlässt sich auf uns!“, rief er und sprang vom Dach herunter hinter eine Barrikade aus umgestürzten Lieferwagen. Penguin trat keuchend neben ihn – Helm verrutscht, Hemd zerrissen und blutig, die Hand immer noch auf seine Wunde drückend. „Dann locken wir sie in die Altstadt.“
      Ikkaku funkte dazwischen. „Ohne Plan B seid ihr tot, wenn ihr da reinlauft. Außerdem: Das würde nur noch mehr Aufmerksamkeit und vermutlich Opfer mit sich ziehen! Das will der Captain garantiert verhindern. Wir wollen hier kein Krieg mit den Bewohnern dieser Welt anzetteln, verflucht.“ – „Das ist es besser, als auf diesem Platz zerlegt zu werden“, knurrte Shachi. Ikkaku funkelte ihn zornig an, doch ihr gingen die Ideen auch langsam aus. Plötzlich jedoch hoben sich in der Umgebung herumliegende Trümmerteile ehemaliger intakter Gebäude oder Verkehrsmittel in die Lüfte und wirbelten auf den Schauplatz zu, an dem Law mit Drake im Kampf vertieft war. Den Schrecken der übrigen Soldaten nutzten die drei für einen Versuch, um durch die Marineblockaden durchzubrechen – Richtung Altstadt, in der Hoffnung, dass man sie dort eher aus den Augen verlieren und Law sich auch zeitnah zurückziehen könnte – im Idealfall, ohne die hiesige Armee hinter sich herzuziehen.
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      Jocelyn Salvatore

      Zunächst zögerte die Rothaarige. Sie war nicht wirklich sicher, gerade was Merida anging, ob es klug wäre sie aus dem Krankenhaus in die nächste potenziell gefährliche Situation zu ziehen, nur aus einer Laune ihrer Freundin heraus, die irgendwelchen Fragen und lückenhaften Erinnerungen auf die Spur kommen wollte. Ihre Augen wanderten besorgt zu der Seite der schwarzhaarigen Frau, die die bisher bandagierte Wunde unter einem gutsitzenden Oberteil verborgen zu halten schien. Ein leises Seufzen entfloh ihrem Mund, doch das erleichterte Lächeln über die Entscheidung der beiden war dennoch nicht zu übersehen. „Für dich ist dieses ‚Spektakel‘ doch eh nichts anderes als ein realgewordener Kinofilm. Nur das Popcorn fehlt da noch, oder?“, fragte sie scherzhaft das wandelnde Feuerzeug als sie auch schon von Merida aus dem Krankenhaus gezogen, nein beinahe schon gezerrt wurde. Sie machte sich dabei nicht einmal die Mühe auf die Dringlichkeit in der Stimme ihrer Freundin einzugehen. Ihr war eh schon klar, was gerade vermutlich in ihrem Kopf vor sich gehen würde, und eine erneute Diskussion wollte sie partu vermeiden, insbesondere da Jocelyn vermutete, dass ihre Ziele nach Ankunft bei dem Schauplatz auseinandergehen würden, geschweige denn ihre Meinungen darüber.
      Nachdem sie alle nach einer Weile im Taxi Platz genommen hatten und Merida sehr überzeugend den Fahrer überreden konnte sie zumindest in die Nähe des Ereignisses zu bringen, sah Jocelyn während der Fahrt aus dem Fenster. Die heiße Sonne strahlte auf Gran Canaria hinab, glücklicherweise nicht zu heiß an diesem Tag. Dennoch staute sich die Luft in dem engen Fahrzeug, das offensichtlich nicht einmal über eine Klimaanlage verfügte. Die Hand ihrer Freundin spürte Jocelyn die gesamte Fahrt über auf ihrer ruhen, wie sie verzweifelt an ihr festklammerte, als ob der Rotschopf jeden Augenblick verschwinden würde. Es gab ihr Halt, aber füllte sie auch gleichzeitig mit Unsicherheit. Sie wusste nicht so recht, wie sie mit Merida umgehen sollte, nach allem was geschehen war. Aber vielleicht.. hatte sich die Schwarzhaarige auch endlich mal besonnen? Oder vielleicht.. sollte Jocelyn einfach aufhören so kindisch nachtragend zu sein und einfach.. wie immer.. über Meridas Selbstmitleid hinwegsehen. Sie brauchte die Stärke ihrer Freundin, nicht ihr.. Anklagen. Und so erwiderte sie den Händedruck ihrer Freundin sanft, als Zeichen ihrer Dankbarkeit, Wertschätzung und.. dass alles wieder gut sei. So, wie immer. Dafür waren sie schließlich Freunde. Auch wenn der Gedanke, dass Merida noch immer nicht begriffen zu haben schien, ein mulmiges Gefühl in ihrer Magengrube hinterließ.
      Als sie schließlich aussteigen musste, da der Fahrer nicht näher heranwollte – der aufgeheizte Kampf, der nur wenige Straßen weiter stattfand und sie bereits aus dieser Entfernung fliegende Trümmer und Staubwolken erkennen konnten – blieb Jocelyn für einen Augenblick der Atem im Halse stecken. Es war.. erdrückend. Etwas lag in der Luft, das aus dieser Richtung kam, das sie nicht in Worte fassen konnte. Und doch kam es ihr so vertraut vor. Ein Tanz, verflochten aus Panik und Vorfreude, der ihren Körper zum Zittern bringen konnte und doch begannen sich ihre Beine schon zu in diese Richtung zu bewegen, ohne dass ihr Kopf dies befohlen hatte. Noch während Merida am Bezahlen war. Wie ein Sog, dem sie einfach nicht widerstehen konnte.
      Doch schnell wurde ihnen bewusst, dass sie nicht nah genug herankommen könnten, da die Polizeisperren bereits ausgiebig waren und sie ihre Arbeit ernstnahmen. Nicht einmal Kamerateams und Reporter kamen nahe genug heran, um irgendetwas Wertvolles berichten zu können. Natürlich nicht, bedachte man, dass sich die Schemen, die im Kampf zu sehen waren für ungeübte Augen während des Kampfes nicht mehr als das Flackern von Lichtspielen im Wind waren. Doch selbst für ungeübte Augen kam es zu Momenten, an denen man die Schemen genauer ausmachen konnte. Für jemanden wie Ace, Merida oder auch Jocelyn war es hingegen keine große Schwierigkeit dem Geschehen zu folgen, weshalb die Rothaarige trotz der Entfernung durch die Menschenmassen wie gebannt zu Law und dem Kommandanten sah. Das Gefühl von zuvor verstärkte sich noch mehr. Dieser weiße Mantel, auf dessen Rücken Gerechtigkeit geschrieben stand. ‚Gerechtigkeit‘.. irgendwie gefiel mir dieses Wort noch nie.
      Sie glaubte zu spüren, wie sich ihr der Brustkorb abschnürte je länger sie diese in blau weiß gekleideten Gestalten beobachtete. Ihre Hand fuhr instinktiv wieder an ihr Medaillon, umfasste es so fest, dass man das weiße ihrer Knöchel unter ihrer Haut sehen konnte. Da erhoben sich auf einmal noch mehr Trümmerhaufen, die die schaulustigen Menschen um sie herum aufschreien und auseinanderrennen ließen – ihre filmenden Handys noch immer in den Händen. Wird vermutlich der nächste Instagram oder Tiktok Hit werden..
      Noch während sie diesem Gedanken folgte, nicht wirklich weniger entsetzt über die sich erhebenden riesigen Trümmer, aber bemüht es sich nicht ansehen zu lassen, sah sie aus dem Augenwinkel, wie etliche Soldaten in eine Gasse hetzten – drei Personen hinterher, die sich versuchten, während des Durcheinanders und des Entsetzens über die in der Luft tanzenden Trümmerberge, eilig aus dem Staub zu machen.
      Jocelyn drehte ihr Gesicht zu Ace und Merida. Besonders zu Merida, um sie darauf aufmerksam zu machen, doch diese war mit den Gedanken längst dabei, wie sie diesen ganzen Kampf verhindern könnte, ohne zu viel Aufsehen zu erregen. Wie sie wieder sämtliche Lasten allein stemmen könnte. So schloss Jocelyn ihren gerade einen Spalt geöffneten Mund wieder – ihre Handtasche drückte sie dabei an sich, in der ein paar Snacks, ein paar Wasserflaschen und der neugierige Ginger sicher verwahrt waren, auch wenn der kleine Kater immer mal wieder das Näschen herausstreckte. Das Gesicht wieder von ihrer Freundin abgewendet. Unsicher, was sie jetzt sagen oder wie sie handeln sollte. Sie war immerhin nicht ihre Freundin. Sie stürzte sich nicht für wildfremde Menschen in Gefahr und verlangte, dass man das als ‚normal‘ sähe. Dennoch.. Dennoch! Ihre Fäuste geballt, der Blick entschlossen, drehte sie der Menschenmasse und somit auch ihrer besten Freundin schließlich den Rücken zu und lief eilig in die entgegengesetzte Richtung entlang der Häuserreihe, hinter denen in irgendwelchen verzweigten Gassen diese drei Menschen versuchten dem Geschehen zu entkommen. Ob es Zivilisten sind? Sahen jedenfalls so aus., überlegte Jocelyn stirnrunzelnd, während sie in eine unbewachte Gasse schlitterte und noch an Tempo zunahm je lauter das Gebrüll und die Klänge von abgeschossenen Waffen und aufeinanderprallenden Klingen wurden. Aber warum haben es diese weiß-blau gekleideten Typen dann auch auf sie abgesehen? Das ergibt doch keinen Sinn! Oder.. sind es seine Verbündeten? Freunde von diesem sadistischen Schiffsarzt? Wenn ja, dann.. dann… dann bedeutet das, dass sie auch Piraten sind, oder? Jocelyns Gedanken überschlugen sich je mehr bestimmte Worte sich in ihr tief zu verankern schienen.
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."
    • Portugas D. Ace

      Er zuckte grinsend mit den Schultern, als die Kampfkatze behauptete, er würde einfach nur das "Spektakel" genießen wollen. "Nun. In der Regel bin ich nicht gerne nur einfacher Zuschauer. Statt dem Popcorn hätte ich also lieber die Möglichkeit etwas mitzumischen", meinte er ehrlich und spürte direkt den beißenden Blick Meridas in seinem Nacken. "Aber natürlich werde ich versuchen mich zurückzuhalten." Auch er wusste, dass sein Eingreifen eher kontraproduktiv als hilfreich wäre. Die Marinesoldaten und Heart-Piraten hatten den Platz sicher schon zur genüge zerstört, da wäre ein Flammenmeer sicherlich nicht sonderlich förderlich. Mal davon abgesehen, dass er sich danach nicht mehr unbehelligt vor die Tür wagen könnte, ohne erkannt zu werden. Ace fragte sich auch, wie wohl das Krankenhauspersonal auf das Videomaterial reagieren würde, schließlich hatte sich Trafalgar Law bis vor kurzem noch als den verantwortungsbewussten Krankenhausdoktor gemimt. All das waren aber Probleme, die sie später noch angehen könnten.
      Während der Fahrt im Taxi hielt sich die Feuerfaust ausnahmsweise einmal zurück. Auch wenn die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen auf dem Rücksitz in den letzten Tagen etwas gelitten zu haben schien, war Merida scheinbar immer noch in der Lage dazu einen gewissen Halt für die Kampfkatze darzustellen. Ace zweifelte zwar irgendwie daran, dass alle Probleme zwischen den beiden damit geklärt wären, aber zumindest schienen sie sich für den Moment wieder vertragen zu können. Immer wieder beobachtete der Pirat die beiden Mädchen im Rückspiegel, bevor er wieder die Straße vor sich musterte. Wie erwartet hatte sich auf der Gegenspur mittlerweile ein beachtlicher Stau gebildet. Die Menschen versuchten möglichst weit vom Kampfplatz weg zu kommen, viele von ihnen auch zu Fuß. Wahrscheinlich hatte die Überflutung vor einigen Tagen sie nur noch vorsichtiger und ehrfürchtiger werden lassen. Auch der Fahrer neben ihm wirkte entsprechend besorgt und schien mit jedem weiteren geschafften Kilometer unruhiger zu werden. Ace konnte es ihm nicht verübeln. Selbst in seiner Welt war ein Kampf zwischen Haki-Nutzern ein seltenes und durchaus gefährliches Ereignis gewesen, dem niemand zu nahe kommen wollte. Nun, er selbst zählte allerdings kein bisschen in diese Kategorie. Stattdessen stahl sich ein freudiges Grinsen auf seine Lippen, kaum dass er die Druckwellen des Kampfes zu spüren bekam. Ihr Fahrer hingegen beschloss, dass dies für ihn Endstation wäre. Merida zahlte ihm wie versprochen einen Bonus aus und danke ihm noch einmal herzlich, bevor allesamt den Wagen verließen.
      "Dieser Oberleutnant scheint nicht sonderlich viel von Zurückhaltung zu halten", stellte Ace trocken fest und beobachtete die herumfliegenden Trümmer und Staubwolken in der Ferne. Er bezweifelte, dass Law aus Eigenantrieb solch eine immense Menge an Haki ausstrahlen würde. Wahrscheinlich ließ ihm sein Gegner aber keine andere Wahl. Der Umstand, dass all die Gebäude um sie herum aber noch größtenteils intakt waren, machte deutlich, dass der Piratencaptain sich dennoch zurückhielt. "Wir sollten vorsichtig sein, es könnten sich noch weitere Marinesoldaten hier herumtreiben", meinte die Feuerfaust warnend, während Jocy bereits Richtung Geschehen lief. "Ihr beide solltet kein Problem sein, aber wahrscheinlich wird man mich auch nach all den Jahren noch sofort erkennen können."
      "Ich wusste es", kam es knurrend von Merida neben ihm. "Du wurdest auch steckbrieflich gesucht, oder." Es war deutlich zu sehen, dass sie mit dieser Information wenig glücklich war. Immerhin verwandelte sich die Feuerfaust damit in ihren Augen wahrscheinlich zu einer weiteren potentiellen Gefahrenquelle, die zusätzliche Probleme anziehen würde.
      Dennoch konnte Ace nur belustigt mit den Schultern zucken. "Vielleicht. Aber das sollte im Moment nicht von Bedeutung sein, meinst du nicht."
      Die Schwarzhaarige stieß ein ergebenes Seufzen aus, gab sich ansonsten aber geschlagen und legte ihren Fokus lieber wieder auf Jocy an ihrer Seite. "Alles gut bei dir?"
      Auch dem Piraten war nicht entgangen, dass die Kleine wie in Trance voranzuschreiten schien. Waren es die Erinnerungen, die Stück für Stück zurück zu ihr fanden? Auf jeden Fall schien sie zunehmend darauf fokussiert zu sein, schnellstmöglich den Kampfplatz zu erreichen. Nur das ihnen eben dies durch diverse Polizeisperren verwehrt wurde. Eins musste Ace den hiesigen Polizeikräften schon lassen: In Anbetracht der Ereignisse auf dem Plaza schienen sie unfassbaren Mut zu beweisen. Den Männern und Frauen sollte zumindest deutlich geworden sein, dass sie kaum bis nichts gegen die Kämpfenden würden ausrichten können und dennoch gaben sie ihr bestes, um den Kampfbereich zu sichern und Schaulustige aus der Gefahrenzone zu halten. Natürlich hätten die drei diesen Schutzwall problemlos überwinden können, allerdings würde das nur unnötige Aufmerksamkeit auf sie lenken, und so waren sie dazu verdammt, dass Geschehen aus der Ferne zu beobachten. Ace beschloss allerdings schon früh, seinen eigenen Fokus auf das Kampfkätzschen zu richten, in deren Augen sich eine Vielzahl an Emotionen zu spiegeln schien.
      "Du hast die Uniform erkannt, habe ich Recht?", schlussfolgerte er ruhig und lehnte sich dabei ein wenig näher an sie heran. "Glaubst du mir jetzt, dass wir aus der gleichen Welt stammen?" Er beobachtete ihre Hand an dem Medaillon mit milder Sorge. Wenn sie es noch ein wenig fester umfasste, würde sie sich wahrscheinlich in die Handflächen schneiden. Zum Glück schienen Trafalgers Tricks die Kleine auf andere Gedanken zu bringen, ähnlich wie wenig später weitere Marine-Soldaten, die ein paar Mitgliedern der Heart-Piraten hinterher eilten. Ob Trafalger eben wegen ihnen so eine Show abzog, um seine Crew vor weiterem Ärger zu bewahren. Nun... sonderlich erfolgreich schien das leider nicht zu sein, zumindest schienen die drei in ziemlichen Schwierigkeiten zu stecken. Auch Jocy schien diesen Umstand schnell zu verstehen und Ace konnte deutlich erkennen, dass sie ihnen zu Hilfe eilen wollte. "Wenn es darum geht Marine-Soldaten den Hintern zu versohlen, bin ich immer gern dabei", stellte er breit lächelnd fest, damit die Kampfkatze erst gar nicht auf die Idee kam, den Schwarzhaarigen zurückzulassen. Entsprechend heftete er sich auch direkt an ihre Fersen, als sie zur Gasse eilte, in welcher zuvor sowohl Marine als auch Heart-Piraten verschwunden waren.
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      Merida Serrano

      Leider stellte sich die Situation auf dem Plaza als deutlich schlimmer heraus, als sie zunächst befürchtet hatte. Als wären all die Kameras der lebensmüden Schaulustigen nicht schon genug, hatte sich auch die Anzahl der Helikopter vermehrt. Dabei handelte es sich schon lange nicht mehr nur um den Heli eines Nachrichtenmagazins, sondern auch um zwei gepanzerte Militär-Helis. Wahrscheinlich sollte Merida froh über die ganzen Zivilisten sein, die es dem Militär untersagten einfach den ganzen Plaza zu beschießen. Mal ganz davon abgesehen, dass sie bezweifelte, dass untrainierte Augen die schnellen Bewegungen der beiden Kontrahenten überhaupt richtig würden wahrnehmen können. Leider änderte das aber nichts daran, dass das Gesicht des Pandahutes in ruhigen Sekunden klar und deutlich zu erkennen gewesen war... Sollte es ihr gelingen, diesen Kerl einigermaßen unbehelligt aus dem Rampenlicht zu ziehen, müsste sie ihm für die nächsten Tage dringend verbieten vor die Tür zu treten... Oder man musste ihm einen neuen "Anstrich" verpassen. Vielleicht eine Perücke? Anderer Hut und Kleidung... Aber wie genau sollten sie diese überdeutlichen Tattoos verbergen? Schon allein all diese Gedanken verursachten ihr Kopfschmerzen. Noch schlimmer war allerdings, dass sie nach wie vor nicht wusste, wie sie diese Situation klären sollte. Selbst wenn sie diverse verborgene Gassen und Straßen durch die Stadt kannte, mit deren Hilfe sie den neugierigen Kameras und Hubschraubern würden entgehen können... Wie sollte sie diesen Kampf auseinanderbrechen? Auch wenn sie zugegeben sauer auf den Pandahut war, hatte selbst sie verstanden, dass er nicht der Verursacher der aktuellen Situation war. Zwar war sie darüber genervt, wie der Mistkerl diese Auseinandersetzung förmlich zu genießen schien. Gleichzeitig glaubte sie aber auch zu wissen, dass er dieses hitzige Duell nicht gestartet haben konnte. Und konnte es sein, dass er sich da gerade zurückhielt? Am Ende musste sie ihm auch noch für seine Umsichtigkeit dankbar sein...
      Erst die Fragen des Feuerzeugs an Jocy stoppten Meridas Gedanken und lenkten ihre Aufmerksamkeit zurück an ihre Freundin, deren Finger sich fest um das Medaillon um ihren Hals geschlossen hatte, während ihre Augen deutlich auf der weiß-blauen Jacke des Marine-Soldaten hafteten. Sie musste das Symbol wirklich erkannt haben. Ob vor ihrem inneren Auge auch Erinnerungen flimmerten, wie es vor einigen Tagen bei der Schwarzhaarigen der Fall gewesen war? Doch im Gegensatz zu Jocy hatte Merida nie daran gezweifelt ursprünglich aus einer anderen Welt zu stammen. Zudem hatte sie diesen Anzugträgern umgehend den Titel der Marine zuordnen können. Sie wusste, dass sie schon einmal mit diesen Soldaten zu tun gehabt hatte. Nur wusste sie weder warum noch wann genau. Sie konnte nicht einmal sagen, ob es etwas Schlechtes oder Gutes gewesen war... Vielleicht sogar beides?
      Sie spürte wie altbekannte Kopfschmerzen begannen sie heimzusuchen und presste verkrampft die Zähne aufeinander. Sie musste auf andere Gedanken kommen. Im Moment könnte sie ihre quälenden Erinnerungen nicht gebrauchen. Schließlich wollte sie nicht nur irgendwie das Chaos auf dem Plaza stoppen, sondern vor allem auch Jocy zur Seite stehen. Vielleicht war es da sogar ganz gut, dass der Pnadahut ein neues Level seiner Fähigkeiten zur Schau stellte... Für eine Sekunde beobachtete Merida das Spektakel mit leicht geöffnetem Mund, bevor sich eine neue Art der Kopfschmerzen ankündigte? Die Resonanz in den Medien wird riesig werden... Nicht nur das Militär sondern auch dutzende Quacksalber werden es auf ihn abgesehen haben...
      Sie zwang sich erneut ihren Fokus zu verlagern. Schließlich konnte sie nichts mehr an der aktuellen Lage ändern und Jocy sollte und musste vorerst ihre Priorität bleiben. Kaum legte sich ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Rothaarige, bemerkte sie auch, dass die Augen ihrer Freundin ebenfalls ein anderes Ziel zu beobachten schienen. Merida folgte ihrem Blick und konnte gerade noch erkennen, wie drei Kollegen des Pandahuts von Marinesoldaten in eine Gasse verfolgt wurden. War das der Grund? Stellte sich Grummelbär deswegen in aller Öffentlichkeit seinem Kontrahenten? Wollte er seiner Crew eine Möglichkeit zur Flucht verschaffen? Wahrscheinlich. Immerhin hatte er ihr schon am ersten Tag bewiesen, wie wichtig ihm seine Leute waren. Damit stand auch fest, dass sie den Kerl nicht von dem Plaza bewegen würde können. Nicht bevor auch seine Kameraden in Sicherheit wären.
      Dennoch passte es der jungen Frau nicht so wirklich, dass Jocy plötzlich direkt auf die Gasse zuhielt. Merida wusste, dass ihre Freundin stark war. Dennoch stürzte sie sich soeben kopfüber in die Gefahr und das während sie eventuell mit all ihren neu gewonnen Erinnerungen zu kämpfen hatte. War sie deswegen sogar etwas erleichtert darüber, dass die Zündkerze ihnen Gesellschaft leistete? Auch wenn sie dem Kerl noch immer nicht gänzlich vertrauen wollte, war Merida sich sicher, dass er im Notfall auf Jocy Acht geben würde. Sie selbst gab sich dafür alle Mühe den aufgebauten Vorsprung ihrer Freundin aufzuholen und überholte diese schließlich sogar. Kaum war sie in der dunklen Straßenpassage angekommen verschaffte sie sich mit geübten Augen einen Überblick... welcher nicht gerade rosig für die eingekesselten Piraten aussah. In der Gasse schien ein ausgewachsener Bandenkrieg stattzufinden, mit dem unfairen Detail, dass die Marinesoldaten nicht nur besser bewaffnet, sondern auch in der Überzahl waren. Zumindest schienen sie den aktuellen Tumult, den ihr Kapitän verursachte intelligent zu nutzen, indem sie den kurzen Moment der Unachtsamkeit für ihre Flucht ausnutzten.
      "Keine Toten!", rief Merida - besonders an Sommersporsse gewandt - aus, bevor sie weiter in die Gasse hineinstürmte. Solange die Piraten entkommen konnten, wären sie schon fast am Ziel. Pandahut hätte keinen Grund mehr, um für Ablenkung zu sorgen und sie könnten gemeinsam einen Weg aus der Situation finden. Leider schienen die Marinesoldaten aber schnell wieder aus ihrer Verwirrung zu erwachen und richteten umgehend ihre Waffen erneut auf die davonlaufenden Piraten. Gerade als der erste den Abzug betätigte gelang es der jungen Frau noch an seinem Arm zu zerren. Der Schuss, welcher wahrscheinlich den sowieso schon verletzten Piraten mit Penguin-Hut getroffen hätte.
      "Ts. die Kerle sind langweilig." Ein Blick zur Seite verriet, dass die Zündkerze innerhalb einer Sekunde direkt drei der Soldaten ins Land der Träume geschickt hatte und sich bereits seelenruhig zu seinem nächsten Opfer drehte. Zumindest schien er sich Meridas Willen zu fügen und verteilte keine tödlichen Schläge. Auch ihr eigener Hieb in die Magengrube des Schützen vor ihrs war zwar stark genug, um die Galle ihres Gegners über seine Lippen zu zwingen, aber der darauf folgende Schlag in seinen Nacken, dürfte ihn ebenfalls nur für einige Stunden aus dem Bewusstsein schleudern.
      Bevor sie nach ihrem nächsten Ziel Ausschau hielt, suchten ihre Augen die Gasse nach Jocy ab. Hoffentlich ging es ihr gut.

    • Jocelyn Salvatore

      Jocelyn hatte während deren Debatte lediglich einen flüchtigen Blick zu ihren zwei Begleitern geworfen. Sie fand es jetzt nicht gerade überraschend, dass Ace steckbrieflich gesucht worden war. Immerhin, sofern sie sich an das Gespräch damals wenigstens grob erinnerte, hatten er und die andere ‚Gäste‘ in Meridas Familienrestaurant damals von einer Hinrichtung gesprochen. Eine Hinrichtung, weshalb man wohl lange davon ausgegangen war, dass er damals das Zeitliche gesegnet hatte. Und wenn sie sich an diverse Piratenfilme erinnerte, wurde ein Mensch nur dann hingerichtet, wenn es erstens von einer höherstehenden Regierung beschlossen war und dann sicherlich nicht Kleinkriminelle. Meistens ..größere potenzielle Gefahren. Ihre Augen wanderten über das Gesicht des wandelnden Kerzenständers – ein Stirnrunzeln überzog ihre feinen Züge, als sie sich wieder abgewendet hatte. Große potenzielle Gefahr huh.. Irgendwie sehe ich die nicht wirklich in ihm. Weder in ihm noch in den paar Freunden von ihm, die mich seit meinem Wachsein besucht hatten. Aber vielleicht ist das auch Ansichtssache? Mit einem Achselzucken tat sie die Angelegenheit ab, als sei sie für sie geklärt, dort ihre Gedanken würden definitiv noch einmal darauf zurückkommen, schon alleine, weil sie es gerne verstehen wollte. Was sie als Menschen ausmachten, warum sie sich freiwillig für ein Leben als Piraten entschieden hatten und.. – Sie biss sich auf die Unterlippe – und weshalb sie selbst eine wachsende Zuneigung eher für diese Seite der Konfrontationszonen empfand als für jene, die eigentlich für Recht und Ordnung kämpften, für die Sicherheit der allgemeinen Zivilisation.
      Bei Ace‘ Worten an ihrem Ohr zuckte sie kurz ertappt zusammen, spürte jedoch noch immer wie ihr Herz wie wild vor Aufregung in ihrer Brust raste je mehr sie dem ganzen Geschehen beiwohnte. Langsam drehte sie ihr Gesicht zu ihm und sah ihm dabei lange in die Augen, schweigend und doch war ihr Blick vielsagend, wenn auch ein wenig Trotz dahinterzuliegen schien, dem sie dieses Mal jedoch keine Gelegenheit gab an die Luft zu dringen. Wie denn auch? Wie könnte sie jetzt noch groß glaubwürdig argumentieren, wenn sie sich doch längst hatte davon überzeugen müssen, dass Ace nicht einfach eine große Klappe hatte und sie mit Lügenmärchen in die Irre führen wollte, sondern dass seine Worte durchaus Hand und Fuß hatten. Außerdem hatten seine Taten ihr in letzter Zeit unglaublich viel Halt gegeben, sei es wenn er sich gegenüber ihrem Bruder und für ihre Fähigkeiten und ihrem wahren Ich ausgesprochen hatte oder ihre Durchgeknalltheit mit seiner eigenen einfach unterstütze, wenn sie von anderen sonst stets als ‚Freak‘ bezeichnet worden wäre.
      Ein Schmunzeln stahl sich stattdessen über ihr Gesicht. „Vielleicht~ Aber das sollte im Moment nicht von Bedeutung sein, meinst du nicht auch, Ace?“, wiederholte sie neckend seine Worte, die er zuvor Merida an den Kopf geworfen hatte, ehe sie in die Gasse davongeeilt war und den Schwarzhaarigen sogleich an ihren Fersen kleben hatte. Das Lächeln, die Ernsthaftigkeit der Situation ignorierend, war ihr dabei jedoch geblieben. Mit jedem eiligen Schritt, dem sie dem Geschehen in den verborgenen Gassen näherkamen und somit den öffentlichen Absperrungen und polizeilichen sowie militärischen Abriegelungen umgehen konnten. „Glaubst du denn, dass du nicht zu sehr eingerostet bist, um dich mit den Typen anzulegen?“, fragte sie ihn mit einem schiefen Grinsen, als beide sich einen Weg durch die engen Gassen bahnten. „Immerhin bist du hier genaugenommen doch nur ein Pirat in ‚Frührente‘, der noch ein wenig mit seinen innewohnenden Flämmchen spielt, oder etwa nicht?“ Ihre Zunge ihm entgegengestreckt, wich sie einigen im Weg stehenden und überladenen Müllcontainern aus und kam schließlich schlitternd mit ihm und kurz darauf auch Merida im Gepäck zum Stehen. Das, was sich vor ihnen offenbarte, war nicht das, womit sie gerechnet hatte. Es ähnelte eher kriminellen Gans, die miteinander Zoff hatten und sich aufs Blut bekämpften, dabei jegliche Asse zu ziehen versuchten, um die Oberhand zu haben. Die Dutzenden an Marinesoldaten zögerten dabei gar nicht erst die DREI vermeidlichen Mitglieder der Heartpiraten nicht nur in die Enge zu treiben, sondern auch ernsthafte Verletzungen beizuführen, sei es durch Gewehre, Schwerter oder andere Waffen, die sie nicht ganz identifizieren konnte, während sich die drei anderen hauptsächlich wohl mit ihrem Verstand und Zusammenhalt zur Wehr setzten – es war offensichtlich, dass sie damit so langsam an ihre Grenzen stießen.
      Doch während Jocelyn noch zögerte – ihr Körper wollte sich einfach nicht bewegen – waren Merida und Ace längst losgestürmt und hatten eingegriffen. Erledigten einen nach dem anderen, ohne ihnen gesundheitliche Langzeitschäden zu verursachen. Marinesoldaten waren zunächst überrascht über diese neuen Verbündeten der Piraten, fassten sich jedoch schnell wieder, während sie schimpften: „Warum mischt ihr euch ein?! Das geht Zivilisten nichts an. Ihr verteidigt.. Piraten!“ Doch ihre Worte gingen unter dem Krawall der sich bekämpfenden Gegner schon bald unter. Es war immerhin nicht von Bedeutung, weshalb Zivilisten ein paar Leuten helfen wollten, die sich nur als Zivilisten getarnt hatten. Solange sie Unschuldigen keinen großen Schaden zufügten und sicher eher auf die Kriminellen konzentrierten, könnte die Marine ihr temporäres Ziel immerhin erreichen. Jocelyn ballte die Hand zur Faust als sie mitansah, wie sich nun auch Merida und Ace in Gefahr gestürzt hatten, auch wenn es so wirkte, als ob die beiden ganz gut mit der Lage zurechtkamen. Insbesondere Ace beeindruckte die Rothaarige, da er mit nur wenigen Bewegungen bewies, dass er keineswegs eingerostet war, sondern viel agiler und stärker, als sie ihm zugetraut hatte. Noch nie hatte sie einen Menschen dieser Welt so schnell auf die Bewegungen seiner Gegner instinktiv reagieren sehen! Doch genauso hatte sie auch gefühlt als sie diesen Schiffsarzt von zuvor beim Kämpfen beobachtet hatte. Das war Kämpfen auf anderem Niveau. Dennoch.. kein Niveau, das ihr gänzlich fremd war. Sie schluckte schwer, ihre Hand fand wieder ihr Medaillon und ihr Atem ging schwerer je mehr Bilder vor ihren Augen aufzuflimmern begannen. Verzerrte Bilder, verzerrte Stimmen.. doch das Gefühl in ihrem Inneren, das war ähnlich. Aufregung. Adrenalin. Obgleich diese Situation ihnen so fremd und unheimlich sein müsste, reagierte ihr Körper mit ungezügelter Freude. Wären da nicht die Worte ihrer Ziehfamilie, die immer in ihren Ohren schallten, wenn sie kurz davor war, eine wirklich große Dummheit zu begehen, würden sich ihre Beine wohl auch längst bewegt haben. Stattdessen krallte sich ihre freie Hand in den Gurt ihrer Hängetasche, während ihre Augen verzweifelt den Bewegungen ihrer Freunde folgte und den drei vermeidlichen Crewmitgliedern des grummeligen Piratenarztes. Sie wollte helfen, wusste genau, welche Seite sie wählen würde, da die Möwenlogos auf den Uniformen der Marine anschwellende Abneigung in ihr aufkeimen ließen, die sie kaum ignorieren konnte – auch wenn ihr noch nicht wirklich klar war, weshalb. Sie kniff ein Auge zu als ihr Kopf auf einmal von einer Schmerzenswelle heimgesucht wurde, die sie bisher noch nicht kannte. Sie hatte des Öfteren Kopfschmerzen, vor allem seit der Flutwelle neulich, aber das war gerade anders. Ächzend fasste sie sich an den Kopf je mehr Bilder vor ihren Augen aufflammten und Stimmen schon fast den Lärm vor ihrer Nase übertönen konnten. Doch plötzlich riss sie ein Aufschrei aus diesen Schmerzen heraus, der ganz klar und deutlich aus unmittelbarer Nähe zu kommen schien.
      Der Schmerz von gerade eben wie weggeblasen als sie langsam ihre Augen auf den Tumult vor sich konzentrierte und erkannte, dass die Marinesoldaten zu zögern und zu straucheln begannen, kaum dass eine neue Präsenz die Aufmerksamkeit aller Beteiligten erregt hatte. Zwischen den Reihen der Marine, die sich mit Entschlossenheit und Disziplin in die Offensive geworfen hatten, entstand eine große Unruhe. Sie hielten inne – unvergleichbare Erkenntnis hatte sich in die Gesichter des einen oder anderen geschlichen. Der bloße Anblick der Person vor ihnen, löste eine Kettenreaktion aus Schock und Ehrfurcht in den Reihen aus. Die Gesichter der Marineoffiziere entgleisten, ihre Augen weiteten sich vor Schock und Angst, denn sie hatten geglaubt, diese Gefahr sei längst gebannt. Doch hier war er, unverkennbar und furchteinflößend, und allein seine Präsenz ließ die Kampfmoral der Gegner ins Schwanken bringen. Flüstern, dann Murmeln breiteten sich aus, und die Stimme eines Marineoffiziers überschlug sich: „Das kann nicht sein... Feuerfaust Ace? Aber er ist tot!“
      Ace bewegte sich ruhig, kontrolliert, aber mit einer Kraft, die jedem klar machte, warum er einst der zweite Kommandant der Whitebeard-Piraten gewesen war. Ohne sich eines Feuerzaubers zu bedienen, schlug er mit präzisen, gnadenlosen Hieben um sich, zerschmetterte Angriffe und ließ Gegner, die glaubten, ihn überrumpeln zu können, fassungslos zurück. Die Marine, verunsichert und erschrocken, musste neu kalkulieren – der Todgeglaubte lebte, und seine Stärke war noch immer eine Waffe, vor der selbst die erfahrensten Soldaten zitterten.
      Die Kämpfe wurden nach und nach eingestellt, je mehr Soldaten ihn erkannten und sämtliche Aufmerksamkeit nur noch Ace galt. Kaum einer traute sich noch zu bewegen. Es war, als würden sie alle glauben einem Geist gegenüberzustehen. Ein Geist, der in Zivil gekleidet und dennoch nichts von einem einstig berüchtigten Können eingebüßt zu haben schien.
      Verunsichert tauschte Jocelyn, die auch allmählich den Umschwung der Stimmung bemerkt hatte, mit Merida und Ace Blicke, wobei die drei anderen eher triumphierend grinsten. Wie ihr ja schon längst klar gewesen war, war Ace keineswegs grundlos zum Tode verurteilt worden. Er war in seiner Welt wohl ziemlich gefürchtet gewesen und nun wurden sie Zeugen dessen wie weit diese Furcht noch immer in vereinzelten Marinesoldaten saß. Das, oder es ist einfach der Schock ihres Irrglaubens, dass hier gerade ein Zombie vor ihnen steht, der sie windelweich prügelt..

      Gerade als sie endlich glaubte die Kontrolle über ihre Beine zurückerlangt zu haben und zu ihren Freunden dazustoßen wollte – ein Schritt, zwei Schritte – warf eine urplötzlich entstandene Druckwelle sämtliche Beteiligten zu Boden, außer jene, die diese Art von Auraschub gewohnt waren. Auch Jocelyn war der Länge nach auf die aufgerissenen Steinplatten gestürzt. Ein beißender Wind zerrte an ihrer Kleidung, Tasche und Haaren, sodass sie aus Angst um das kleine Fellkneul die Tasche enger an sich drückte. Kurz darauffolgende Entsetzensschreie ließ sie mit einem zugekniffenen Auge aufsehen und folgte den Blicken einiger Marineoffiziere gen Himmel, der sich ungewöhnlicherweise verdüstert hatte.
      Verdüstert? Nein. Keineswegs.

      Jocelyns Augen weiteten sich vor Schock als sie sah, dass es durch die Druckwelle Häuserwände zerrissen hatte und nun riesige Felsbrocken die Gasse entlang herabstürzten. „Das… Das is‘ nicht wahr“, keuchte einer der Soldaten, während ein anderer rief: „Weg hier! Wir sind noch zu nah am Kampf von Kommandant Drake!“ Die Worte waren noch nicht einmal wirklich ausgesprochen, als die Soldaten panisch von dem zerstörerischen Felsenregen davonliefen und sowohl Shachi bei der Flucht umrannten als auch Merida zur Seite schubsten und Jocelyn, die mit Mühe wieder auf ihre Füße versucht hatte zu kommen, bei diesem Versuch ungeachtet zurück zu Boden stießen. Der Rotschopf zischte gereizt, doch sie hatten jetzt ein viel größeres Problem als ihre Wut auf diese Kerle. So sammelte sie ihre Kraft, um wieder auf die Beine zu kommen, biss dabei die Zähne zusammen als ihre Beine wie Espenlaub zitterten. Reiß dich verdammt nochmal zusammen! Als sie es allerdings schaffte, fielen bereits die ersten Felsen um sie herum auf die Steinplatten ein. Erschrocken sprang sie aufschreiend immer wieder zur Seite, sobald ein Steinbrocken auf dem Boden zerbarst. Dabei kam sie nicht umhin von den einen oder anderen absplitternden Steinsplittern an Beinen und Arme getroffen zu werden – und zu allem Übel schienen ihre Knie so weich geworden zu sein, dass sie sich kaum aufrecht halten konnte. So Etwas hatten sie immerhin noch nie erleben müssen – nicht hier in Gran Canaria!! Panisch suchte sie mit den Augen in all dem aufsteigenden Staub, der ihr die Tränen in die Augen trieb, nach Merida und Ace, während sie fest entschlossen war Ginger in ihrer Tasche vor der regnerischen Gefahr zu beschützen. Immer wieder sprang sie taumelnd von herabstürzenden Felsbrocken zur Seite und rief nach ihren Freunden, während sie versuchte aus diesem tödlichen Felsregen zu entkommen. Doch das stellte sich als recht schwierig heraus, da sie in der Umgebung kaum noch etwas erkennen konnte - mit Ausnahme von dem immer dicker werdenden Staubnebel, der es schwer machte noch rechtzeitig auf die abstürzenden Felsbrocken zu reagieren.
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."

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    • Portugas D. Ace

      Glücklicher Weise waren seine kämpferischen Fähigkeiten auch nach den Jahren noch nicht eingerostet, zumindest nicht genug, um auch nur die kleinsten Schwierigkeiten gegen diese Marinesoldaten zu haben. Natürlich hatte Ace in den letzten zwei Jahren sein Training nicht vernachlässigt. So hatte er die Abgeschiedenheit des Dorfes, in der er die meiste Zeit verbracht hatte, genutzt, um seine Teufelskräfte zu trainieren. Leider hatte er aber natürlich nie einen passenden Sparringpartner finden können. Entsprechend war er beinahe froh darüber, dass seine Fäuste endlich wieder die entsetzten Gesichter dämlicher Marinesoldaten treffen konnten. Es war beinahe schon befreiend. Wahrscheinlich konnte er sich eben deswegen das breite Grinsen auf den Lippen nicht verkneifen, während er seine Gegner innerhalb einzelner Hiebe zu Boden sendete oder sie lachend umherwirbelte und die eigenen Kameraden schleuderte. Wie sehr er das alles nur vermisst hatte. Schade nur, dass er sich trotz allem noch zurückhalten musste. Schließlich war es bereits schlimm genug, dass der Marine-Captain und Trafalgar Law den Plaza dem Erdboden gleich machten. Wahrscheinlich würde eine lebendige Fackel die Situation nicht gerade verbessern. Besonders dann nicht, wenn dutzende Kameras das Spektakel verfolgten. Also ließ er schlicht seine Fäuste sprechen, ohne seine üblichen Flammen über sie züngeln zu lassen. Wahrscheinlich war das auch dem Kampfkätzchen deutlich lieber. Immerhin war Ace nicht entgangen, wie sie alleine beim Anblick seiner Feuerkräfte immer wieder in sich zusammenzusinken schien. Sie hatte Angst vor Feuer. Ob das auch etwas mit dieser Vergangenheit zu tun hatte, die sie vergessen hatte? Er hatte sie schon länger fragen wollen, aber wollte sie auch nicht unter Druck setzen. Nun da sie aber aus freien Stücken ihrer Vergangenheit hinterherzujagen schien...
      Nachdem er die Köpfe zweier Marinesoldaten wuchtig gegeneinander gedonnert hatte, huschten seine Augen - wie schon einige Male zuvor - zum Kampfkätzchen. Noch immer hatte sie sich nicht vom Fleck bewegt und beobachtete stattdessen das Kampfspektakel vor ihren Augen. Ihrer Schwarzhaarigen Freundin schien das eindeutig recht zu sein. Auch sie kontrollierte Jocys Verhalten immer wieder und schien jedes Mal aufs Neue erleichtert darüber, dass die Kleine in keiner Gefahr schwebte. Dabei war sich die Feuerfaust sicher, dass das Mädchen sicherlich gut austeilen konnte. Wenn nicht mit ihren Fäusten, dann mindestens mit ihren angeborenen Fähigkeiten. Doch während er eben diese gerne in Aktion sehen wollte, stellte auch der Pirat fest, dass es ihm lieber war, die Kleine in Sicherheit zu wissen. Offenbar war ihm das Mädchen in kürzester Zeit mehr ans Herz gewachsen, als ihm selbst klar gewesen war. Ob er sie vielleicht wirklich mal auf ein Date einladen sollte?
      Seine Gedanken wurden durch die erschrockenen Laute seiner Kontrahenten unterbrochen. Sie hatten ihn also letztendlich wieder erkannt. Er hatte seine Identität aber auch nicht wirklich verbergen wollen. Irgendwie war es sogar recht amüsant die entsetzten Grimassen der Marinesoldaten zu sehen. Als würden sie einem Geist gegenüberstehen. Wahrscheinlich war diese Vorstellung nicht einmal so fern der Wahrheit. Immerhin musste man ihn in seiner für tot halten. Er hatte sich selbst für tot gehalten, bis er endlich in diesem sterilen Krankenhauszimmer wieder aufgewacht war. Seine Gegner hatten auch zuvor schon keine nennenswerte Herausforderung für ihn dargestellt, doch jetzt schienen sie alleine wegen seiner Präsenz schon aufzugeben. Irgendwie schade, gleichzeitig verstand er, dass es nötig war, diese Angelegenheit schnell zu erledigen. Sobald sie alle Soldaten hier erledigt hatten und Laws Crew sich gefahrlos zurückziehen konnte, sollte es für den Piratendoktor dank seiner Teufelskräfte ein Leichtes sein, zu entkommen. Gerade als er dem Kampfkätzchen aus eben diesen Gründen ein triumphiertes Grinsen präsentieren wollte, rollte eine massive Druckwelle über sie hinweg und beförderte die Kleine unsanft auf den harten Boden. "Jocy!" Er hörte, wie sich seine eigene Stimme mit der Schwarzhaarigen in seinem Rücken doppelte. Dabei war die junge Frau selbst heftig gegen die nächste Häuserwand gestoßen worden. Zumindest konnte man ihr nicht nachsagen, dass sie sich nicht um ihre Freundin sorgen würde. Zum Glück schien der Rotschopf soweit in Ordnung zu sein, da die Kleine direkt versuchte sich zurück auf ihre Beine zu kämpfen. Leider bahnte sich zu diesem Zeitpunkt aber schon die nächste Gefahr an. Natürlich hatten die nahgelegenen Häuserwände der Druckwelle wenig entgegenzusetzen, entsprechend sausten nun diverse Felsbrocken und Ziegelsteine, wie auch demolierte Balkons auf den Boden hinunter. Am liebsten hätte Ace den Idioten, der die Kampfkatze umgestoßen hatte, an Ort und Stelle erwürgt. Dafür war jetzt aber absolut keine Zeit. "Ich werde sie holen!", rief er an Merida gewendet. "Mach, dass du hier raus kommst." Er wartete ihre Antwort erst gar nicht ab, sondern warf sich stattdessen schnellen Schrittes in das Felsgestöber. Trotz der eingeschränkten Sicht gelang es ihm zum Glück schnell das Kampfkätzchen auszufinden. Zu seiner Erleichterung war sie den meisten Brocken gekonnt ausgewichen, wodurch sie neben ein paar Schrammen an Armen und Beinen unverletzt blieb. "Hab dich", tönte Ace schließlich erleichtert, während er das Mädchen schützend in seine Arme zog und sein Rüstungshaki verstärkte. "Halt dich an mir fest." Mit einer flüssigen Bewegung griff er untere ihre Knie und hob die junge Frau mühelos auf seine Arme. Dank Observationshake gelang es ihm trotz eingeschränkter Sicht geschwind durch den Felsenhagel zu navigieren, darauf bedacht die Kampfkatze in seinen Armen vor herumschleudernden Splittern zu schützen. "Gleich geschafft", versicherte er noch, bevor sie wenige Sekunden später aus dem Gefahrenbereich entkommen waren.
      "Geht es dir gut?" Er machte keine Anstalten sie wieder abzusetzen und scannte stattdessen ruhig ihren Körper. Einige der Wunden an ihren Armen und Beinen müssten sicherlich behandelt werden, ansonsten schien sie keine äußerlichen Verletzungen davon getragen zu haben. "Hast du dir etwas getan, als dieser verdammte Idiot umgestoßen hat? Irgendetwas gebrochen?" Sie war zwar geschickt den fallenden Felsbrocken ausgewichen, aber dennoch hatten ihre Beine irgendwie wackelig gewirkt. Was wenn sie wirklich weitere Verletzungen davon getragen hatte? In dem Fall müsste er diesen Kerl früher oder später wohl doch noch grün und blau schlagen.



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      Merida Serrano

      Trotz der alten Stichwunde an ihrer Seite verlief der Kampf erstaunlich gut. Wenn sie sich vernünftig anstellte, konnte sie sogar den Beschwerden des elenden Pandahuts und ihrer Eltern entgehen. So konnte sie zwar ein leicht unangenehmes Ziehen an ihrer Seite spüren, aber sie sollte nicht Gefahr laufen, dass die Wunde sich erneut öffnete. Dennoch gab sie sich alle Mühe es nicht zu übertreiben. Wahrscheinlich müsste sie dem wilden Streichholz dafür danken, dass eben das möglich war. Während sie sich um einen Soldaten kümmerte erledigte er vier weitere als wäre es nichts. Bei dem Grinsen, dass er dabei auf den Lippen trug, war es wahrscheinlich wirklich ein Leichtes für ihn. Merida musste sich währenddessen deutlich mehr konzentrieren, als es noch bei den Militärs vor ein paar Tagen der Fall gewesen war. Diese Männer hier stammten aus einer anderen Welt und schienen sogar mit ihrem - wenn auch noch nicht sonderlich gut ausgebauten - Observations- und Rüstungshaki umgehen zu können. Erstaunlicher Weise kam dennoch niemand wirklich an sie heran. Die Klingen die man nach ihr schlug wirken erschreckend langsam und sobald einer der Männer seinen Pistolenlauf auf sie richtete, gelang es ihr nicht nur mit Leichtigkeit auszuweichen, sondern auch die Waffe aus den Fingern ihrer Angreifer zu schlagen. Sollte ihr Kampftraining der letzten Jahre solche starken Auswirkungen zeigen? Aber irgendwie fühlte es sich... vertraut an? Als hätte sie bereits schon einmal gegen Marinesoldaten gekämpft... Aber... Sie war keine sechs Jahre alt gewesen, als sie in dieser Welt aufgelesen worden war. Wie hatte sie davor jemals gegen die Marine kämpfen können? Nicht nur, dass diese Überlegungen umgehend die vertrauten Kopfschmerzen an die Tagesordnung riefen, beinahe hätte ihre Nase auch Bekanntschaft mit der Faust ihres nächsten Kontrahenten gemacht. Gerade noch in der letzten Sekunde realisierte sie den Angriff und drehte ihren Kopf im letzten Moment zur Seite. Der Marineoffizier verlor daraufhin folgerichtig sein Gleichgewicht und stolperte zwei Schritte vorwärts. Dabei machte Merida seine Magengrube mit ihrem Knie bekannt und sendete den Mann mit einem Handkantenschlag im Nacken ins Reich der Träume.
      Wie schon einige Male zuvor huschten ihre Augen danach in Richtung Jocy. Sie hatte sich immer noch nicht wirklich von der Stelle bewegt und war daher zum Glück auch noch nicht Ziel der Feinde geworden. Dennoch stieg die Sorge der Schwarzhaarigen, als sie den Ausdruck in den Augen ihrer Freundin erkannte. Hatte sie sich an etwas erinnert? Bedeute das, dass Jocy in ihrer Vergangenheit schon einmal einem Kampf mit Marinesoldaten beigewohnt hatte? Meri beschloss sie später genauer dazu zu befragen, doch fürs Erste sollte ihre Priorität darin liegen, dem Chaos hier beizuwohnen. Pandahut würde seinen Kampf sicher nicht verlassen, bevor seine Leute außer Gefahr waren. Gleichzeitig würde der Plaza auch nicht mehr lange durchhalten, sollte der Kampf in ähnlicher Intensität wie bisher fortlaufen. Als hätte man ihre Gedanken gehört, breitete sich genau in diesem Moment eine heftige Druckwelle vom Plaza aus aus. Ohne die Wand direkt in ihrem Rücken, wäre die junge Frau sicherlich unsanft auf den Boden geschleudert worden. Wobei sie nicht behaupten konnte, dass die Kollision mit der Wand viel angenehmer war. Trotzdem suchten ihre Augen umgehend nach Jocy, welche wie befürchtet zu Boden geschleudert wurde. "Jocy!" Auch das Feuerzeug hatte nach der Rothaarigen gerufen und machte bereits schon einige Schritte auf sie zu, bis sein Blick - ähnlich wie Meridas - nach oben wanderte. "Verdammt", stöhnte die Schwarzhaarige verbissen, als sie die ersten Brocken eines zerstörten Balkons zu Boden segeln sah. Sie hatte keine Ahnung, was genau diese Druckwelle ausgelöst hatte, aber fest stand, dass sie vom Plaza ausgegangen war. Reichte es denn nicht, dass der dämliche Pandahut mit diesem verdammten Kampf die Aufmerksamkeit des ganzen Landes, wenn nicht in Zukunft der ganzen Welt auf sich gezogen hatte? Pure Panik stieg in Merida auf, als sie nun auch noch beobachten musste, wie die nah gelegene Hauswand über Jocelyns Kopf mehr und mehr zu bröckeln begann. Sie stieß sich von der ebenfalls bebenden Hauswand in ihrem Rücken ab und wollte umgehend zu ihrer Freundin eilen. Noch bevor sie zwei Schritte hatte machen können, wurde sie allerdings von einem flüchtenden Marineoffizier ins Taumeln gebracht und schaffte es gerade noch rechtzeitig sich erneut an der Wand abzufangen. "Mist!"
      Als sie sich erneut abstieß brachte die Stimme des lebendigen Feuerzeuges sie zum Stocken. "Nein, ich...!" Sie wollte protestieren, wurde aber von einem fallenden Felsbrocken brüsk unterbrochen. Es war sicherlich alleine ihrem Observationshaki zu verdanken, dass sie dem fallenden Tod noch im rechten Moment ausweichen konnte. Währenddessen waren die Zündkerze und Jocy im aufwirbelnden Staub der zerfallenden Wand verschwunden. Merida presste frustriert die Zähne aufeinander. Ich bin schon wieder nicht für sie da, wenn sie mich braucht. Kurz überlegte sie dennoch durch den Trümmerregen zu laufen, um nach ihrer Freundin zu schauen, besann sich aber gerade noch eines besseren, als weitere Brocken direkt vor ihrer Nase herabstürzten. Es gefiel ihr zwar nicht, aber leider würde sie Sommersprosse erneut vertrauen müssen... Sie ballte die Hände zu Fäusten und nahm endlich die Beine in die Hand. Auch wenn es ihr nicht gelingen mochte, einzelnen kleineren Brocken vollständig auszuweichen, verhinderte ihr Rüstungshaki schwere Verletzungen. Als sie endlich das Ende der Gasse erreichte zierten nur ein paar wenige Kratzer ihre Arme und Schultern.
      Als sie sich endlich in Sicherheit wusste, drehte sie sich umgehend zurück zur Gasse um. Dank des dichten Staubvorhangs war es kaum möglich irgendetwas zu erkennen, aber der verebbenden Lärmkulisse war zu entnehmen, dass deutlich weniger Trümmerbrocken herabstürzten als noch Sekunden zuvor. Hatte die Zündkerze Jocy rechtzeitig erreicht? War sie unverletzt? Wo blieben sie nur? Als sie bereits überlegte zurück in die Gefahrenzone zu stürmen, wurde sie von einer sanften Stimme in ihrem Rücken aufgehalten. "Bist du nicht das Mädchen, dass uns zusammen mit dem Captain aus diesem Gefängnis befreit hat?"
      Hastig drehte sie sich um und begegnete den dunklen Augen einer jungen Frau. Wenn sie sich recht erinnerte handelte es sich bei ihr um die einzige Frau in der Crew des Pandahuts.
      "Stimmt", stellte einer ihrer Kameraden fest. Wie üblich hatte sie sich seinen Namen nicht merken können, doch dank seiner auffälligen Mütze auf den rotbraunen Haaren und den schmalen Sonnengläsern ließ auch er sich schnell zur Crew des Grummelbären zuordnen,
      Zumindest den dritten Piraten im Bunde hatte sich die junge Frau mit Namen merken können, allerdings auch nur, da er eben jenen gut leserlich auf seinem Hut mit sich herumtrug. "Du bist verletzt", stellte die Schwarzhaarige schließlich besorgt fest und machte einige Schritte auf den Piraten zu, dessen Hand sich fest auf die blutende Wunde drückte.
      "Keine Sorge, der Captain hat das in Null Komma nichts wieder gerichtet", stellte Penguin mit einem Lächeln fest. "Und danke für die Hilfe eben."
      "Keine Ur-" Das Geräusch von Schritten in ihrem Rücken, ließ sie mitten im Satz innehalten. Wie erhofft traten wirklich das Feuerzeug und Jocy aus dem Nebel des Staubes hervor. Wobei sich umgehend ein Stechen in ihre Brust setzte, kaum dass sie die Rothaarige in den Armen der Sommersprosse entdeckte... Noch dazu mit blutenden Armen und Beinen. "Jocy! Geht es dir gut?!" Etwas mies fühlte sie sich schon, dafür, dass sie den definitiv schwerer verwundeten Penguin umgehend vergessen und nur noch Augen für ihre Freundin hatte. Aber wahrscheinlich hatte er wirklich recht und Pandahut würde ihn wieder herrichten können. Selbst wenn der elende Piratenkapitän sonst nur für Chaos und Zerstörung gut zu sein schien... ein guter Arzt war er scheinbar wirklich. "Wurdest du am Kopf getroffen?" Vorsichtig tasteten Meirdas Finger den roten Schopf ihrer Freundin ab. Sie spürte weder Blut noch andere Verletzungen. Als nächstes suchten ihre Augen Jocys restlichen Körper ab. Neben den Wunden an Armen und Beinen konnte sie aber nichts weiter entdecken. Erleichterung ergoss sich über ihren Körper. "Tut dir irgendetwas weh?", wollte sie dennoch wissen.
    • Jocelyn Salvatore

      Erleichtert fuhr Jocelyn herum als eine ihr vertraute Stimme zum Trotz des um sie herum entstandenen Chaos‘ an ihre Ohren drang und das wandelnde Feuerzeug aus der dicken Staubschicht auftauchen ließ. Der Nebel aus Staub, Dreck und Geröllresten war in ihre Lunge gedrungen und zwang sie stark zum Husten, doch das änderte nichts an ihrem besorgten Gesichtsausdruck, der über den jungen Mann von Kopf bis Fuß glitt, um ihn auf etwaige Verletzungen zu überprüfen. Sie konnte zwar nichts entdecken, dennoch konnte sie die Sorge nicht gänzlich abschütteln. Allerdings kam sie nicht einmal dazu den Mund zu öffnen. Vielleicht auch besser so. Die herabstürzenden Felsbrocken zeigten keinerlei Rücksichtnahme auf das Wiedersehen zweier Freunde. Im Gegenteil. Wenn sie sich nicht bald beeilen würden, könnte es durchaus schlimmer enden. Und so japste sie im nächsten Moment auf als sie von ihm ohne Vorwarnung auf seine Arme gehievt wurde, als sei sie ein verletztes Rehkitz. Aus Reflex hielt sie sich sogleich an seinen Schultern fest, wobei sie darauf achtete die Tasche, in der sich Ginger befand, nicht zu sehr zu drücken, während er mit ihr eilig in die entgegengesetzte Richtung durch den dicken Staubnebel und hinaus aus der in sich zusammenstürzenden Gasse hastete. Immer wieder schrie sie auf als Felsbrocken direkt neben, hinter oder vor ihnen einstürzten und sie diese nicht einmal wirklich kommen sah – doch Ace schien instinktiv ausweichen und darauf reagieren zu können. Beeindruckend. Also besaß er einen ähnliches sechsten Sinn wie Merida? Jocelyn hatte zwar auch manchmal so kleine Schübe, dass sie glaubte in einem Kampf erahnen zu können aus welcher Richtung der nächste Schlag kommen könnte, doch viel zu oft reagierte sie viel zu langsam darauf oder diese Ahnung kam erst dann, wenn sie eh nicht mehr ausweichen könnte. Vermutlich bildete sie sich das aber auch nur ein, weil sie so gerne so instinktiv wie ihre Freundin im Kampf handeln würde anstatt nur mit.. roher Gewalt.
      Nur wenig später waren sie aus dem gefährlichen Felsenregen entkommen und mit ein paar letzten Hustern, sah Jocelyn zu dem Schwarzhaarigen auf. Ein dankbares Lächeln zierte ihr Gesicht. „Nee, alles bestens. Na ja, hab mir nur vorhin das Knie aufgeschlagen denke ich, aber das heilt eh wieder. Also nichts gebrochen. Alles denn noch dran bei dir? Wobei, du hast mit den Typen ja den Boden gewischt, da müsste ich mir ja fast nach deren Wohlbefinden Sorgen machen.“ Mit einem Schmunzeln schnipste sie ihm gegen die Stirn. „Wird irgendwie zur Gewohnheit, dass du mir den Hintern rettest, was? Danke nochmal.“ Ihr Kichern wurde jedoch von den panischen Sorgenrufe ihrer besten Freundin unterdrückt als diese auf sie beide zugelaufen kam und Jocelyn auch schon im nächsten Moment schon fast fachmännisch zu untersuchen begann. „Ja, Meri, mir geht’s gut, es ist noch alles dran, versprochen!“, erklärte die Rothaarige und hielt die panische Hand ihrer Freundin davon ab sie noch weiter abzutasten. Sie drückte diese freundschaftlich und sah ihr beruhigend in die Augen. „Ehrlich. Mir geht’s gut. Weißt doch, mich kriegen solche kleinen Kiesel doch nicht so schnell klein!“ Dabei schlug sie sich breit grinsend mit der Faust kräftig gegen die Brust. „Was ist mit dir? Du blutest überall! Hat sich deine Wunde wieder geöffnet?? Brauchst du ärztliche Versorgung? Kannst du laufen? Uh.. da fällt mir ein“ Ihr Blick wanderte zurück zu Ace mit einer hochgezogenen Braue. „Du kannst mich übrigens wieder runterlassen, Ace.“ Doch ehe er darauf hätte reagieren können, schloss eine Blase sie mit einem leisen Summen ein und in deren Mitte ploppte Trafalgar Law wie aus dem Nichts auf – nicht einmal einen einzigen Kratzer konnte er aufweisen. „Wir verschwinden.“, sagte er nur und schon verschwamm die Umgebung um sie herum, ehe sie sich einen Wimpernschlag später etliche Straßen weiter im ‚Parque San Telmo‘ wiederfanden und jene, die sich auf ihren eigenen Füßen befunden hatten bei der Ankunft strauchelten, um ihr Gleichgewicht wiederzufinden. Für Jocelyn persönlich war DAS eine komplett neue Erfahrung gewesen, sodass sie sich den Kopf halten musste, um ihr Schwindelgefühl einzudämmen. Was war das gerade? Was war passiert? Und warum – ihre Augen wanderten langsam umher und streiften diverse Bäume, einladende Bänke, einen hübschen Pavillon und so wenig Menschen, dass ihr plötzliches Erscheinen weit weg von dem Geschehen, in dem sie eben noch verwickelt waren, keinerlei Aufsehen erregen würde. Doch wie waren sie plötzlich hier gelandet? Sie verstand die Welt nicht mehr.

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      Trafalgar D. Water Law

      Der Piratencaptain richtete sich seine leicht zerschnittene Kleidung und klopfte sich den Dreck von seinem Markenzeichen, ehe er sich den Schneeleopardenhut wieder aufsetzte und dabei einen Blick zu seinen Crewmitgliedern warf. Shachi fiel ihm dankend um den Hals, während Ikkaku den verletzten Penguin stützte. Doch alle drei schienen weniger überrascht über ihre Situation zu sein. Stattdessen zierte pure Dankbarkeit ihre Gesichter. „Ich hatte euch gesagt, dass ihr euch bedeckt halten und nicht unnötige Aufmerksamkeit auf euch lenken solltet.“, sagte er trocken und schob Shachi von sich weg, wobei sein Blick auf der Verletzung von Penguin haften blieb – man konnte es ihm vielleicht nicht ansehen unter seinem stoischen Blick, doch wer ihn kannte, wusste, dass hinter diesem Blick und seinen harten Worten echte Sorge steckte. Alle drei zuckten zogen die Köpfe leicht ein. „Sorry, Captain..“ – „War ihre Schuld.“ – „Meine?! Ich hab mir nur ein Eis gegönnt, darf man das nicht mehr? Diese Typen haben uns einfach doof angelabert und IHR seid auf ihren Trick reingefallen! Nur wegen euren dämlichen Hüten.“ – „DÄMLICH?!“, donnerten Shachi und auch der verletzte Penguin an die junge Frau gewendet.
      Law rieb sich die Stirn entnervt. „Wie auch immer!“ Er drehte sich zu Ace und den beiden Mädchen um, wobei er seinen Blick über die verletzten Körperteile eben dieser wandern ließ. Sein geschultes Auge konnte zwar sofort sehen, dass keine davon ernsthafte Folgen mit sich brachte, aber dass Merida nicht nur das Krankenhaus zu früh verlassen, sondern sich offensichtlich bereits erneut in Gefahr gestürzt hatte, passte dem jungen Arzt gar nicht. Doch er beließ es einfach bei einem vernichtenden Blick. „Danke. Dass ihr den Trotteln geholfen habt. Wäre sonst schwer gewesen diese Idioten abzuschütteln.“ Er zog sich seine Mütze tiefer ins Gesicht. „Nur jetzt haben wir ein neues Problem.“ Ein schweres Seufzen drang aus seiner Kehle, ehe seine Augen gen Himmel gerichtet waren. Aus der Entfernung konnte man gedämpft noch die Sirenen hören und auch wie Hubschrauber in näherer Umgebung ihre Kreise zogen. „Wir sind in der Nähe des ‚Tu Casa‘. Gehen wir erst mal dort hin und klären den Rest. Das, was gerade passiert ist, und die Konsequenzen, die daraus folgen werden, können wir schließlich nicht so einfach ignorieren.“ Seine Augen senkten sich erneut auf sie. Ausdrucksstark, entschlossen und doch ein Hauch Bitter, wie so oft. Dieses Mal jedoch wirkte es als ob ein Plan von ihm sich mal wieder in Luft aufgelöst hätte und sie improvisieren müssten. Und er hasste Improvisationen! Vor allem dann, wenn sie auf seine Kosten gingen – wie es so oft geschah, wenn er mit den Strohhüten zusammen war. Nur dieses Mal war davon keiner in der Nähe. Seine Augen trafen jäh Ace und er verengte die Augen. Korrektur. Der Bruder der größten Nervensäge war in der Nähe gewesen, also vielleicht hatte es ja doch mit diesem angezogenen Pech zu tun, dass diese Bande und deren Familien mit sich brachten. Auch wenn er fürchtete, dass dieses mal seine eigenen Leute ihm dieses Pech beschert hatten.
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."
    • Portugas D. Ace

      Er musterte ihr verletztes Knie genauer. "Ich bin mir sicher, dass Trafalgar Law etwas Passendes dafür hat", meinte er und spiegelte wenig später ihr Schmunzeln, ergänzte es sogar noch mit einem heiteren Lachen, kaum dass ihr dünner Finger gegen seine Stirn schnipste. "Du hast recht, um mich musst du dir keine Sorgen machen." Wobei der Gedanke einer besorgten Jocy, die sich um sein Wohlbefinden kümmerte irgendwie ganz interessant klang. Ob sie ihm dann vielleicht sogar etwas mehr Aufmerksamkeit als diesem treudoofen Lockenkopf schenken würde? "Ich revanchiere mich nur", stellte Ace als nächstes klar. "Schließlich hast du mir bei unserem ersten Treffen das Leben gerettet, da ist das hier das Mindeste." Außerdem hatte die Kleine in den letzten Tagen dafür gesorgt, dass er keine Sekunde der Langeweile verspüren konnte. Es war eine reine Freude, Zeit mit dem Kampfkätzchen verbringen zu können. Entsprechend hatte er das Mädchen auch schon ins Herz geschlossen und würde sie entsprechend auch vor jeglichem Schaden schützen wollen. Bevor er eben diese Gedanken aussprechen konnte, war allerdings schon Merida zur Stelle und erkundigte sich aufgeregt um den Gesundheitszustand ihrer Freundin.
      Auch wenn die Schwarzhaarige noch immer deutliche Sorge in den Augen trug, schien sie sich dabei recht zügig von den Worten der Rothaarigen beruhigen zu lassen. "Gott sei dank." Konnte die Feuerfaust da etwa den Anflug eines Lächelns im sonst so steifen Gesicht Meridas erkennen? "Das sind nur Kratzer", versicherte die junge Frau wenig später, während Ace schon wieder daran zweifelte dieses Lächeln wirklich gesehen zu haben. "Und meine Wunde hat sich zum Glück nicht geöffnet, keine Sorge." So weit es die Feuerfaust einschätzen konnte, schien die junge Frau tatsächlich die Wahrheit zu sagen, was hoffentlich auch die Rothaarige beruhigen würde.
      Als sie schließlich meinte, dass er sie runter lassen könnte, wollte er ihr bereits mit einer schnippischen Antwort widersprechen. Nicht einmal unbedingt, weil er sie nicht so einfach frei geben wollte, sondern weil es einfach zu viel Spaß machte, sie etwas zu ärgern. Mit etwas Glück bekam er sogar noch einmal diese roten Wangen zu sehen. Leider bot sich dazu allerdings keine Chance. Schon als sich die Blase um sie hüllte, wusste die Feuerfaust, dass der Piratencaptain jede Sekunde auftauchen müsste. Wie erwartet ploppte er im Nächsten Moment mitten zwischen ihnen auf, nur um sie einen Wimpernschlag später gemeinsam zu teleportieren. Auch wenn Ace schon einiges über diese Teufelskraft erfahren hatte, war er bisher noch nie in den Genuss gekommen, ihr so direkt beizuwohnen, geschweige denn von ihr durch die Gegend transportiert zu werden. Entsprechend geriet auch er für einen kurzen Augenblick ins Straucheln, als sie sich plötzlich im Stadtpark wiederfanden, fing sich aber schnell wieder, ohne auch nur für eine Sekunde den sicheren Griff um das Mädchen in seinen Armen zu verlieren. "Alles gut?" Wenn ihm schon schwindelig wurde - obwohl er sich geistig und moralisch auf den Teleport hatte vorbereiten können - musste es für Jocy deutlicher Nebenwirkungen mit sich ziehen. Da sich die Kleine den Kopf hielt, fühlte sich die Feuerfaust in ihrem Verdacht bestätigt. "Die Schwindelgefühl sollte bald nachlassen. Und wenn nicht kann ich Law zum Dank einen über die Rübe zimmern", verkündete er lachend, während er noch immer keine Anstalten machte, den Rotschopf aus seinen Armen zu befreien.
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      Merida Serrano

      Ihr gefielen die Kratzer und das blutende Knie an ihrer Freundin zwar kein bisschen, aber ihre Erleichterung überwog dennoch. Jocy hatte keine ernsthaften Verletzungen davongetragen und die restlichen konnte der Pandahut sicherlich mit Leichtigkeit aus der Welt schaffen. Auch wenn sie auf diesen Kerl gerade nicht sonderlich gut zu sprechen war, schließlich war er der Grund für diesen ganzen Schlammassel. Aber in der aktuellen Situation war die Erleichterung deutlich präsenter und entlockte Merida sogar unwissentlich ein feines Lächeln, wenn auch nur für kurze Zeit. Danach bemühte sie sich aufrichtig darum, auch Jocys Sorgen zu dämpfen. Sie war selbst schon beinahe etwas überrascht darüber, aber tatsächlich hatte sich die Stichwunde nicht wieder geöffnet und machte sich nur mit einem unangenehmen Ziehen bemerkbar, während die diversen Kratzer auf ihrem Körper kaum zu spüren waren. Zum Glück schienen sie alle recht heil aus der ganzen Sache herausgekommen zu sein, dennoch waren sie sicherlich noch nicht außer Gefahr und dieses Gefühl legte sich auch nicht, als Pandahut plötzlich inmitten ihrer Reihen auftauchte. Tatsächlich wollte Merida ihn direkt zornig zur Rede stellen, als sie auch schon den Boden unter ihren Füßen verlor. Sie kannte dieses Gefühl bereits, wurde dennoch reichlich überrumpelt und schwankte mehrfach hin und her, als sie schließlich gemeinsam im Parque San Telmo landeten. Zumindest schien es Pandahut zustande gebracht zu haben, sie fernab neugieriger Augen zu platzieren und dazu auch noch in die Nähe ihres Familienrestaurants, dennoch wollte sie ihm gerade mit zornigen Worten entgegentreten, als einer der Crewmitglieder an ihr vorbeischoss und seinem Captain dankend um den Hals fiel.
      Das folgende Wortgefecht machte deutlich, dass es wohl eben diesen drei Crewmitgliedern zu verschulden gewesen war, dass die ganze Situation aus dem Ruder gelaufen war. Sie war immer noch nicht glücklich darüber, dass Pandahut gemeinsam mit dem Marinekapitän in der Folge das halbe Plaza zugrunde gerichtet und die Aufmerksam der gesamten Stadt - ach was, der ganzen Insel! - auf sich gerichtete hatte, aber fürs erste schluckte sie ihre zahlreichen Beschwerden knurrend hinunter. Zumal der Grummelbär ihr ebenfalls einen düsteren Blick zuwarf. Sie konnte sich denken, was in seinem Kopf vorging. Aber genauso, wie sie von ihm nicht verlangen könnte, seine Crew im Stich zu lassen, konnte er nicht allen ernstes glauben, dass Merida Jocy allein in die Gefahr laufen ließ... zumindest nicht schon wieder.
      Als sie wenig später ein Danke über die Lippen des Pandahutes wandern hörte, machte sich ehrliches Erstaunen in ihr breit. Das Feuerzeug konterte allerdings nur mit einem breiten Grinsen. "Ehrlich gesagt hat die kleine Prügelei nach all den Jahren mal wieder richtig gut getan", verkündete er lachend. "In gewisser Weise muss ich also eher dir und deinen Leuten danken."
      Merida bedachte ihn für diese Worte mit einem vernichtenden Blick, welchen die Sommersprosse entweder nicht bemerkte oder frei heraus ignorierte. Ansonsten bedachte Merida die Worte des Pandahutes nur mit einem schweigenden Nicken. Sie glaubte nicht einmal wirklich, dass sie diesen Dank verdient hätte. Zwar wäre sie auch ohne Jocys Initiative aufgebrochen, doch ihre Ziele mochten weniger aufrichtig sein. Schließlich lag ihr Hauptziel darin, den Kampf auf dem Plaza zu beenden, bevor sie sich ernsthaft um die Unversehrtheit der drei Crewmitglieder gesorgt hatte... Sie war seinen Dank nicht würdig.
      "Das kannst du laut sagen", grummelte sie wenig später unzufrieden, als der Piratenkapitän ihre neuen Probleme ansprach. Wahrscheinlich wurden bereits militärische Suchtrupps zusammengestellt, die die gesamte Stadt nach dem Pandahut absuchten. Sie war sich nicht ganz sicher, was sie mit den Marine-Soldaten machen würden. Im schlimmsten Fall würde es zu einem Kampf zwischen der Marine und dem hiesigen Militär kommen, wobei Merida das Ergebnis schon zu kennen glaubte... Im "besten" Fall würden sie sich verbünden und gemeinsam auf Piratenjagd gehen. "Fest steht, dass du ab heute nicht mehr ins Krankenhaus marschieren wirst", stellte Merida an den Pandahut gewendet fest, während sich ihr kleiner Trupp bereits in Richtung Tu Casa in Bewegung gesetzt hatte. "Und wir brauchen dringend ein neues Versteck für euch. Abgesehen davon, dass das Tu Casa auf Dauer schlicht zu klein ist, will ich nicht riskieren, dass meine Eltern weiter in diese Sache mit hineingezogen werden." Im besten Fall fanden die Piraten innerhalb der nächsten Tage endlich einen Weg zurück in ihre Welt, ansonsten... "Wir brauchen einen Platz, an dem ihr euch mit diesem hässlichen gelben U-Boot verstecken könnt und zwar so schnell wie möglich."
    • Jocelyn Salvatore

      Noch immer hielt sich Jocelyn keuchend den Kopf, als ob sich der Wandel der Umgebung und der damit herbeigeführte Schwindel noch nicht ganz wieder gelegt hatten. Wenigstens konnte sie ihre Umgebung bereits ausmachen, doch dauerte es noch weitere Atemzüge bis schließlich das schwummrige Gefühl verebbte. Ein unverständliches Knurren entfloh ihrer Kehle, während eine ihrer Hände sich noch immer an den Stoff seines Hemdes festkrallten. „Ja.. alles gut.“ Ein bitteres Grinsen huschte über ihr Gesicht, während ihre Augen den Piratencaptain fanden, der wohl gerade mit seinen Leuten diskutierte. „Aber ich habe gar nichts dagegen, wenn du ihm trotzdem eine reinhauen könntest. Just for fun und aus Prinzip natürlich~“ Sie schüttelte sachte den Kopf und atmete tief durch. „Aber ich glaube.. ich häng mich nicht zu weit aus dem Fenster, um zu ahnen, dass er eine echt nervige Fähigkeit hat. Nützlich, aber echt gewöhnungsbedürftig.“, schnaubte sie aus. „Körpertausch und dann noch Teleportation? Von dem krassen Kampf vorhing ganz zu schweigen. Und ich ahne, dass das nicht einmal als Kratzen an der Oberfläche durchgeht.“ Ihre Augen wanderten über die verschiedenen Köpfe, blieben aber besonders an dem sadistischen Kerl mit dem schrulligen Hut hängen, ehe sie Ace Kommentar hörte, das sie entgegen Meridas Missfallen sogleich zum Lachen brachte. Sie hatte es schließlich gesehen. Das Grinsen auf seinem Gesicht, während er gekämpft hatte. Das Leuchten in seinen Augen, wenn er mehrere Soldaten mit Leichtigkeit zu Boden geschickt hatte. Seine Fäuste auf deren Körper prallen ließ, als seien sie nur Boxsäcke schlechter Qualität. Er.. hatte Spaß gehabt. Er hatte beinahe sogar so gewirkt, als hätte er zum ersten Mal seit Jahren wieder diese Art von Spaß empfunden.
      Ob ihn diese friedliche Welt wirklich derart eingrenzte?
      Plötzlich zuckten ihre Ohren auf als sie den Begriff ‚Tu Casa‘ und Restaurant hörte. „Na, worauf warten wir noch?!“, rief sie freudestrahlend und sprang im nächsten Moment wie von einer Hornisse gestochen aus Ace’ sicheren Armen – ein breites Grinsen zierte ihre kindlichen Züge. Der Schwindel von eben vollkommen vergessen und nur eines noch existierte in ihrem Kopf. „Free Food!!! Ich schieb eh schon die ganze Zeit Kohldampf und Ginger auch, nicht wahr Ginger~“ Sie holte ihr kleines rotgestreiftes Katerchen aus der Tasche und schmuste ihre eigene Nase gegen das des Kätzchens. „Also ich bin voll für seinen Plan! Tu Casa! Restaurant! Essen! Jetzt“, stellte sie enthusiastisch klar, beinahe so, als hätte eben nicht ein schreckliches Vorkriegsschauspiel inmitten der Stadt stattgefunden und es würde sich hier nur um eine harmlose Ausflugsgruppe handeln, die sich nach leckerem Essen und einem kleinen Päuschen sehnen würden. Stattdessen tänzelte sie voller Vorfreude um die eigene Achse – Ginger beschwerte sich bereits lautstark – und konnte es kaum erwarten das Tu Casa endlich zu erreichen.

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      Trafalgar D. Water Law

      Law zog eine Braue hoch als er das rothaarige Gör so enthusiastisch plötzlich den Ton angeben sah aufgrund von.. Essen? War er hier vielleicht doch nicht in einer anderen Dimension sondern stattdessen in eine Art Spiegelwelt gelandet und das dort war in Wahrheit der Strohhut als Weib? Dieser Ausruf nach Essen gab ihm einfach zu heftiges Kopfkino von Dressrosa. Und irgendwie gefiel ihm das gar nicht. Wer weiß zu was sie ebenfalls alles bereit wäre, wenn man ihr ein matschiges Sandwich anbieten würde. Er schnaubte genervt, doch ganz konnte er das Zucken in seinen Mundwinkeln nicht verbergen. Im Gegensatz zum Strohhut hatte sie wenigstens den Bonus des ‚Klein-Mädchen-Charmes‘, der ihr zu Gute kam und einen Schatten, der ihr nicht mehr von der Seite zu weichen schien und wohl zu verhindern wüsste, dass sie sich in zu große Schwierigkeiten brachte – und andere damit im schlimmsten Falle mit hineinziehen würde. – Seine Augen wanderten kurz zu der Feuerfaust, der nur einen Atemzug, nachdem sie sich von diesem gelöst und vor Freude einen albernen Tanz aufgeführt hatte, wieder zu ihr aufgeschlossen war. Sicherlich sah er in diesem Wildfang ähnliche Parallelen und war ihr für seine Rettung einfach dankbar, weshalb er derart an ihr klebte. Einen anderen Grund konnte sich der Piratencaptain bei dem einstigen 2. Kommandant der Whitebeardpiraten beim besten Willen nicht vorstellen.
      Neben seinen mitjohlenden Crewmitgliedern, die dem Essen in Tu Casa ebenfalls entgegenfieberten und in Jocelyns Freuderufen mit einstimmten, obwohl sie ihr gerade zum ersten Mal begegnet waren, war es aber die Stimme des schwarzhaarigen Püppchens, die ihn aus den Gedanken reißen konnte. Aus dem Augenwinkel sah er schräg zu ihr herunter und brummte unmissverständliche Zustimmung, wenn auch nicht wirklich begeistert. „Ist mir bewusst.“, seufzte er erschöpft, während sie den freudestrahlenden Verhungerten in der Vorhut gemächlich den Weg entlang folgten und der Rotschopf ganz klar die Führung übernommen hatte. Er fragte sich, ob dieses Mädel schon immer so.. energisch optimistisch gewesen war. So wie er sie kennengelernt hatte und das war nicht viel, zugegebenermaßen, war sie nur beim Essen und in gewisser Gesellschaft gut gelaunt, ansonsten war sie immer nur am Grummeln und Meckern gewesen. Oder zumindest war sie das als sie in dieser Welt hier angekommen waren.. Vermutlich hatte er noch keinen ausreichenden Eindruck von ihr gewinnen können. Und dasselbe.. galt wohl auch von der Schwarzhaarigen an seiner Seite.
      Sein Blick wanderte automatisch wieder zu ihr und musterte sie. Er hatte natürlich schon so seine Meinung über sie gewonnen, ja. Aber es gab Tage, da schien er ein zunehmend schärferes Bild von ihr zu bekommen als das, was sie versuchte der Allgemeinheit zu präsentieren. Als wenn sie eine Maske trug, die sie nicht traute abzulegen, weil sie fürchtete, dass darunter ein wahres Monster hausen würde. Lächerlich. Und doch verständlich. Irgendwie.
      „Ja, ein größeres Versteck wäre besser. Letzte Nacht bin ich mit Bepos Pfote im Mund aufgewacht, bevor er sich fast auf mich gerollt hätte. Und diese Erfahrung habe ich einmal bereits gemacht. Eine Wiederholung brauche ich nicht.“, stimmte er schnaubend zu, ehe sie das hässliche Uboot von ihnen erwähnte. Seine Augenbrauen zuckten gefährlich, doch er war nicht derjenige, der deshalb sauer wurde. Seine drei Crewmitglieder, die eigentlich vor ihnen liefen und fut gelaunt nach sich auf das Essen freuten, waren augenblicklich stehen geblieben und hatten finster zu ihr zurückgeschaut, selbst Bepo, der sonst immer der gutmütigste von ihnen war. Doch hier ging es immerhin um die Polar Tank..
      Law seufzte. Doch noch ehe einer seiner Leute was Unbedachtes hätte sagen können, räusperte er sich stark. „Lasst gut sein. Sie hat keine Ahnung, was es bedeutet das Schiff von Piraten zu beleidigen.“, erklärte er sachlich und richtete sich kurz sein dunkles Hemd, ehe seine drei Crewmitglieder zwar zögerten, aber Merida noch einmal ermahnende, wenn nicht sogar Blicke echten Zorns zuwarfenund sich dann wieder abwendeten, um sich auf dem Weg zu konzentrieren.
      Nachdem einige Wimpernschläge und somit einige Schritte wieder zwischen ihnen lagen, schnaubte der Dunkelhaarige. „Da ich stark davon ausgehe, dass wir noch länger auf eure Hilfe angewiesen sein und wir zusammenarbeiten werden und es sein kann, dass wir nicht die einzigen Piraten sind, denen du je über den Weg laufen könntest, ein Ratschlag: Beleidige niemals das Schiff, das Piraten ihr Zuhause nennen. Es ist ihr ganzer Stolz. Ihr.. Teammitglied, wenn du so willst. Du kannst es dir eigentlich gleichbedeutend mit einem Cremitglied vorstellen. Du hast gesehen, was ich gewillt war zu tun, nur weil ein Depp glaubte meine Leute bedrohen zu können. Dasselbe gilt auch andersrum. Und auch für unser Schiff. Bedrohungen oder Respektlosigkeiten lassen wir normalerweise nicht so einfach davonkommen, außer es ist uns die Mühe nicht wert. Oder aber.. es sind Menschen, die es nicht besser wissen. Letzteres trifft wohl eher auf dich zu. Ersteres auf die Marine, die sehr wohl weiß, was sie tut, wenn sie uns provoziert.“ Er zuckte mit den Achseln. „Dachte mir, du solltest das mal wissen, bevor du das nächste Mal so unbedacht redest. Dass du genervt wegen der Situation bist, wissen wir mittlerweile alle.“ Er ließ seine Hände in den Hosentaschen verschwinden und schmunzelte vor sich hin. „Aber vielleicht.. solltest du es nicht jeden spüren lassen, wenn du doch wissen müsstest, dass du nicht die Einzige hier bist, die genervt ist. Wir.. wollen schließlich auch so schnell wie möglich einen Weg aus dieser Lage finden.“
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."
    • Portugas D. Ace

      Ein Lachen huschte über seine Lippen, als das Kampfkätzchen sich über seinen Vorschlag zu freuen schien. "In Ordnung. Aber lass uns auf einen Zeitpunkt warten, in dem er nicht damit rechnet", flüsterte er ihr schelmisch grinsend zu. Zwar war sich Ace sicher, gegen Law bestehen zu können, gleichzeitig wusste er auch, dass der Kerl mit Leichtigkeit würde ausweichen können, solange er mit einem Angriff rechnete. Und natürlich müsste Jocelyn in der Nähe sein, um das Spektakel beobachten zu können.
      Als die Kleine nun die Fähigkeiten des Piratendoktors ansprach, nickte Ace andächtig. "Tatsächlich habe ich seine Teufelskräfte heute auch zum ersten Mal richtig zu Gesicht bekommen, da ich ihm in unserer Welt nie wirklich begegnet bin." Dennoch waren seine Flugblätter natürlich auch bei den Whitebeard-Piraten gelandet, nur hatte Ace eben diesen recht wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Neben Luffy hatte er allgemein wenig Interesse an der neuen Generation gehabt, schließlich hatte er zu dieser Zeit ein gänzlich anderes Ziel vor Augen gehabt... Teach... oder auch Balckbeard, wie er sich wohl nun nennen mochte. Wenn es stimmte, was ihm Robin in der vergangenen Tagen über ihre Heimatwelt berichtet hatte, musste der Mistkerl da drüben zu einer großen Nummer angewachsen sein. Schlimmer noch, er hatte Whitebeards Kräfte absorbiert. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass der alte Mann auf Marineford gestorben war. Nachdem Ace all das hatte erfahren müssen, wollte er dringender denn je zurück in seine Welt... Offenbar gab es da noch einige Rechnungen zu begleichen. Außerdem könnte es nicht schaden, seine Brüder wieder zu sehen, wobei er es immer noch nicht wirklich fassen konnte, dass Sabo vor all den Jahren überlebt hatte. Sie mochten zwar nicht blutsverwandt sein, aber diese Scheintode lagen anscheinend in der Familie.
      Er schüttelte leicht den Kopf, um diese unzähligen Gedanken abzuschütteln und kehrte mit seinem Blick zu Law zurück. "Fest steht, dass es sicher keinen Spaß machen würde, gegen ihn anzutreten." So gern Ace den ein oder anderen Faustkampf auch genießen mochte, befürchtete er, dass ein Duell mit dem Piratenkapitän schnell in Frustration umschlagen würde. Nicht weil ein Sieg aussichtslos wäre, sondern weil es unfassbar schwer wäre, an ihn heranzukommen geschweige denn einen befriedigenden Treffer zu landen. Gleichzeitig verspürte die Feuerfaust den Drang in sich, einmal die eigenen Fähigkeiten an dem großgewachsenen Hutträger zu testen. Ob er Ace' Flammen auch durch die Gegend teleportieren könnte?
      Dieses Mal wurden seine Gedanken recht schnell unterbrochen, als sich in seinen Armen plötzlich eine Leere auftat. Kaum hatte das Kampfkätzchen den Restaurantnamen gehört, war sie auch schon aus seinen Armen gesprungen. Schade eigentlich. Es hätte ihn ganz sicher nicht gestört, die Kleine bis zum Tu Casa zu tragen. Gleichzeitig konnte er nicht anders, als Vorfreude ausstrahlendes Gesicht mit einem kurzen Lachen zu kommentieren. "Du hast recht, ich wäre der Letzte, der zu einem kostenlosen Mal nein sagen würde." Er folgte dem Rotschopf auf den Fuß und beobachtete ihre "Unterredung" mit der kleinen Katze mit einem zufriedenen Lächeln. Es war schön mit anzusehen, dass sie wieder ganz die Alte war, nachdem sie zuvor von ihren Erinnerungen und dem Kampfgeschehen um sich herum eingefangen gewesen war. Genau wie für Luffy schien Essen für die Kleine ein wahrer Stimmungsaufheller zu sein. Ace war sich sicher, dass die beiden sich unteranderem deswegen auf Anhieb verstehen würden, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie sich gegenseitig versuchen würden, das Essen vom Teller zu stibitzen. Mit jedem weiteren Tag, den der Pirat mit dem Mädchen verbringen durfte, stieg auch der Drang sie und seinen kleinen Bruder miteinander bekannt zu machen. Neben dem Bedürfnis mehr von der Kleinen kennen zu lernen, schließlich waren vor allem die dutzenden Mimiken, die sie zu bieten hatte, schon ein wahres Fest.

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      Merida Serrano

      Neben dem Umstand, dass es eine Erleichterung war, Jocy endlich wieder so heiter und aufgeregt sehen zu dürfen, war es auch wirklich angenehm, sie endlich aus den Armen der Sommersprosse zu wissen. Auch wenn Meri sich noch immer etwas Sorgen um die verwundeten Knie ihrer Freundin machte. Zumindest schien sie keine wirklichen Schmerzen zu finden, so motiviert wie die junge Frau davonzog.
      Eigentlich wollte die Schwarzhaarige direkt zu ihrer Freundin aufschließen, zügelte sich aber noch im letzten Moment. Zwar gab es bessere Gesprächspartner, als diesen grummeligen Pandahut, aber das aktuelle Gesprächsthema war wichtiger als ihr Befinden in seiner Gegenwart. Dabei konnte sie nicht einmal wirklich behaupten, ihn nicht leiden zu können. Sie war ihm sogar für diverse Dinge dankbar und hatte auch einsehen müssen, dass er kein schlechter Kerl sein konnte. Auch wenn er mit Gewissheit persönliche Gründe für seine Arbeit im Krankenhaus gehabt hatte, konnte sie nicht leugnen, dass er eine wahre Hilfe für die anderen Ärzte dort gewesen war. Wahrscheinlich hatte er sogar das ein oder andere Leben gerettet... Gleichzeitig hatte sie aber das Gefühl, dass sie beide keine sonderlich gute Kombi abgaben. Ihrem vorlauten Mundwerk würde es wohl kaum gelingen, eine vernünftige und vor allem "nette" Unterredung mit diesem Mann zu führen und der Umstand, dass er ihr zumeist auch nur mit giftigen Kommentaren begegnete machte deutlich, dass er sicherlich auch nicht die beste Meinung von ihr hatte. Warum sollte er auch? Wenn sie ehrlich war, konnte sie nicht verstehen, wie andere Menschen - besonders heitere Persönlichkeiten wie Jocy - an ihr Gefallen finden könnten. Entsprechend war die Reaktion des Pandahutes wahrscheinlich nur natürlich. Vor allem da die junge Frau nun ein weiteres Mal zu bewies, dass es schlauer wäre ihr elendes Mundwerk zu halten. So hatte sie es innerhalb weniger Sekunden geschafft, neben der Abneigung des Piratenkapitäns nun auch noch die seiner Crewmitglieder zu gewinnen. Sie konnte zwar nicht ganz nachvollziehen, wie man solch ein inniges Verhältnis zu einem Schiff empfinden konnte, aber sie verstand zumindest sehr schnell, dass ihre Worte schlecht gewählt gewesen waren. Das Schiff war also ihr Zuhause... Ein Crewmitglied... Sie hatte sich da wohl wirklich ihr eigenes Grab geschaufelt, was?
      Wahrscheinlich sollte sie dem Pandahut dankbar sein, dass er ihr diesen Fehler in aller Ruhe aufzeigte und sie nicht direkt in die Tiefen des Meeres teleportierte. Entsprechend biss sie die Zähne zusammen und neigte leicht das Haupt. "Tut mir leid", brachte sie leise zustande und stellte sich darauf ein, in der Zukunft - vollkommen zurecht - mit frisch geborener Abneigung konfrontiert zu werden. "Es wird nicht mehr vorkommen." Sagte sie zwar, war sich aber in diesem Moment bereits sicher, mit ihrem angeborenen Talent früher oder später das nächste Fettnäpfchen zu finden, in welches sie mit Anlauf hineinspringen könnte. Wie oft würde der Pandahut wohl noch so gnädig sein, sie mit seinen belehrenden Worten abzustrafen? Wann würde auch er beginnen sie zu ignorieren oder offen zu hassen? Wann würde auch er seine Geduld mit ihr verlieren?
      Ihr Blick huschte zur noch immer freudig dem Essen entgegensprintenden Jocy. Wie lange würde es wohl dauern, bis auch sie genug hatte? Meri zog ihr Unterlippe zwischen ihre Schneidezähne und versuchte mit dem Schmerz ihre dunklen Gedanken zu vertreiben. Nein! Sie wollte nicht auch noch Jocy verlieren... Sie musste dringend einen Weg finden, um weiterhin ihre Freundin bleiben zu können... Sie würde alles dafür tun.
      Die letzten Worte des Pandahutes kommentierte sie mit einem stummen Nicken. "Du hast Recht. Wir müssen wohl leider zusammenarbeiten, wenn wir schnellstmöglich aus dieser Lage wollen." Sie wusste, dass eine Zusammenarbeit mit ihr nicht sonderlich erstrebenswert sein mochte, aber umso schneller sie eine Lösung fanden, desto angenehmer sollte es für alle Beteiligten sein. Außerdem müsste Merida sich dann hoffentlich keine Sorgen mehr um weitere zerstörte Stadtanlagen machen. "Ich weiß, dass es einengend für euch sein muss. Aber nachdem diese Marinesoldaten überall nach euch zu suchen scheinen, möchte ich euch darum bitten, euch bedeckt zu halten, bis wir ein vernünftiges Versteck gefunden haben. Solltet ihr irgendwann dieser Leute zum Tu Casa führen..." Sie schüttelte den Kopf. "Ich will nicht, dass meine Eltern noch tiefer in all das gezogen werden."
      Kurze Zeit später hatten sie endlich das Familienrestaurant erreicht. Meridas Eltern hatten Jocy eben dort direkt mit offenen Armen empfangen. Vor allem Mrs Serrano hatte die Rothaarige dabei sofort in eine offene Umarmung gezogen, bevor sie offenkundig besorgte die verletzten Knie der jungen Frau begutachtete. Merida war sich sicher, dass ihre Mutter sich sofort den Verbandskasten holen und darum kümmern würde, natürlich nicht ohne auch noch einige Leckereien aus der Küche zu organisieren. Tatsächlich lotste Mers. Serrano Jocy wenig später direkt tiefer ins Restaurant. Merida wunderte sich schon gar nicht mehr darüber, dass sie dabei von der Sommersprosse wie von einem treudoofen Hund verfolgt wurden...
      "Meri? Solltest du nicht noch im Krankenhaus sein?" Ihr Vater schritt ihr mit einer Mischung aus Sorge und Anklage in den Augen entgegen. "Die Ärzte wollten dich doch frühestens übermorgen erst entlassen."
      "Ich habe mich schneller erholt, als sie erwartet hatten", konterte Merida ruhig. Dabei hatte sie nicht einmal wirklich gelogen. Tatsächlich hatten die Schwestern heute morgen recht erstaunt auf ihre Heilungskräfte reagiert, wie auch schon in den letzten paar Tagen. Entsprechend hatten auch die Ärzte eingesehen, dass man die junge Frau wahrscheinlich eher würde entlassen können, als zunächst erwartet. Mit etwas Glück wäre sie morgen also sowieso schon raus gekommen. Der Umstand, dass sie nach dem heutigen Kampf neben einem schmerzhaften Ziehen in der Seite auch keine weiteren Probleme hatte, sollte dabei wohl auch bezeichnend genug sein. Ob ihre Wunden so schnell verheilten, weil sie nicht aus dieser Welt stammte? Immerhin waren ihre Verletzungen auch schon ihrer Vergangenheit schnell verheilt.
      "Aber was ist mit deinen Schultern passiert?!" Vorsichtig streckte sich die Hand des Familienvaters zu ihrer aufgekratzten Haut.
      Meirda ergriff sie beruhigend in der Luft. "Keine Sorge, das sind nur kleine Kratzer." Wenn sie ehrlich war, hatte sie bis eben sogar ganz vergessen, dass eben diese da gewesen waren. "Die sind in ein zwei Tagen wieder gänzlich verheilt", versicherte sie zuversichtlich und gab ihrem alten Herren dann zu verstehen, gemeinsam mit ihr zurück ins Restaurant zu gehen.
      Eben dieses schien einen deutlichen Wandel durchgemacht zu haben. Merida konnte sich noch gut an den demolierten Zustand erinnern, in dem sie das Esslokal verlassen hatte. Sie konnte nicht fassen, dass es innerhalb weniger Tage beinahe zurück zu seinem alten Glanz gefunden hatte.
      "Beeindruckend, nicht war." Ihr Vater hatte ihren Blick offenbar richtig gedeutet. "Das ist vor allem diesem roboterartigen Riesen Franky zu verdanken", erklärte er mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. "Du solltest mal die Küche sehen. Mit all den neuen Spielereien, die er dort eingebaut hat, können du und deine Mutter in Zukunft wahrscheinlich drei Gerichte gleichzeitig zusammenstellen."
      "Wirklich? Ich sollte ihm wohl dringend danken, wenn ich ihm das nächste Mal sehe."
      Ihr Vater nickte eifrig. "Aber auch der Rest der Männer und Frauen haben tatkräftig zugepackt. Mit ihrer Hilfe haben wir sicher auch den Rest der Straße bald wieder aufgebaut. Und der Koch deines Freundes hier hat deiner Mutter in den letzten Tagen gut unter die Arme gegriffen." Sie zuckte kurz zusammen, als ihr Vater den grimmigen Pandahut als ihren Freund bezeichnete, verzichtete aber fürs erste darauf eine Veto einzulegen. "Immerhin haben die Fluten einige hungrige Mäuler mit sich gebracht."
      Sie hatte bereits erfahren, dass ihre Eltern Malzeiten für Opfer der Fluten spendeten, zu wissen, dass ihre Mutter dafür nicht alleine am Herd stand, war eine reine Erleichterung. So hob sie langsam den Kopf zum Schwarzhaarigen neben sich. "Danke", meinte sie leise. Wobei dieser Dank nicht nur dem Koch, sondern auch der ganzen anderen helfenden Hände galt, die er und seine Crew zur Verfügung gestellt hatten.

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      Portugas D. Ace


      "Oh nein, Kleines. Was ist nur mit deinen Armen und Beinen passiert?!"
      Direkt nachdem Jocy und er das Tu Casa erreichten, wurden sie von dem Besitzer-Ehepaar entdeck, wobei die ältere Frau umgehend das Mädchen begrüßend in ihre Arme geschlossen hatte. Natürlich waren ihr dabei die zahlreichen kleinen Wunden der Rothaarigen nicht entgangen, welche nun tiefe Sorgen in die sonst so heitere Miene der Dame malten. "Wir sollten das schnell behandeln", meinte sie entschieden.
      "Mrs Serrano", wendete Ace leicht schmunzelnd ein. "Neben ihren Wunden müssen sie aber auch dringend ihren Hunger behandeln."
      Kurz musterte die Schwarzhaarige ihn nur verdutzt, bevor ein breites Grinsen über ihre Lippen wanderte. "Natürlich!" Vorsichtig legte sie ihre Hand auf den Rücken der Rothaarigen. "Da passt es ja, dass ich gerade eine große Pfanne Paella vorbereitet habe und zum Glück habe ich auch einen Verbandskasten in der Küche."
      "Perfekt", kommentierte Ace freudig, dessen Magen sich auch bereits tierisch auf die leckere Mahlzeit zu freuen begann. Entsprechend vorfreudig stapfte er den beiden Frauen hinterher, während seine Nase bereits die schmackhaften Düfte der warmen Paelle in Empfang nahmen.
    • Trafalgar D. Water Law

      Law nickte zufrieden bei Meridas entschuldigenden Worte, konnte sich ein Schmunzeln jedoch ebenso wenig verkneifen wie ein neckender Kommentar in ihre Richtung: „Solltest du wirklich etwas versprechen, von dem du nicht einmal selbst überzeugt bist, dass du es überhaupt einhalten kannst? Wir wissen doch mittlerweile beide zu Genüge, dass du dir deine unüberlegten Kommentare nicht einfach so verkneifen wirst. Auch wenn es natürlich klüger wäre. Ein anderer hätte dir für die einen oder anderen doofen Bemerkungen wohl schon zu gerne die Zunge abgeschnitten. Ich finde sie persönlich auch ziemlich nervig, aber auch“ Er ließ absichtlich eine dramatische Pause, in denen sie dem Restaurant immer näherkamen. „unterhaltsam.“
      Als sie gerade über das Pflaster traten, das zu dem Gebäude führte, das als einziges in der Umgebung am intaktesten aussah, kam ein leises Schnauben aus seiner Richtung, kaum dass sie ihre weiteren Bemerkungen kundgetan hatte. Ein abwertendes Schnauben, ohne fragen. Und doch lag etwas Belustigtes darin, das man nicht ganz deuten konnte. „Keine Sorge. Ein neues und etwas uneinsichtigeres Hauptquartier aufzufinden hat aktuell oberste Priorität. Kommt knapp vor dem Spaß euch zur Mitarbeit mit uns hineinziehen zu müssen und natürlich auch dem eigentlichen Ziel endlich einen Weg zurück in unsere Welt zu finden. Auf Dauer ist die Qualität der Luft Hierzulande keineswegs ratsam. Zumindest nicht für Menschen, wie uns, die sie nicht gewohnt sind. Hat bereits 2 meiner Männer neulich mit Lungenproblemen flachgelegt. Ich erwarte bereits innerhalb der nächsten Tage weitere Zwischenfälle. Also tut es mir ganz gut, dass ich gerade jetzt aufgeflogen bin. So kann ich mich wenigstens um die zukünftig ansteigenden Fälle an Lungenproblematiken in Ruhe behandeln. Und.. falls es irgendeine Bedeutung für dich hat“ Er öffnete die Tür des ‚Tu Casas‘, die ihnen beinahe wieder vor der Nase zugefallen wäre. „Ich habe unter keinen Umständen vor den Menschen, die uns eine helfende Hand entgegengestreckt haben, in irgendetwas hineinzuziehen, das allein wir zu verantworten haben.“, ergänzte er sachlich, ließ sie zuerst eintreten und folgte ihr schließlich auf dem Fuße, wobei er den Familienvater mit einem höflichen Nicken begrüßte und dann seine Augen über das eine oder andere Gesicht schweifen ließ, das sich gerade hier im Hauptraum aufhielt. Robin, die gerade aufsah, während sie in einem Buch vertieft gewesen war, nur um den Neuankömmlingen ein entspanntes Lächeln zuzuwerfen. Usopp, der wohl eben an etwas bastelte, das Law nicht ganz identifizieren konnte, und bei ihrem Erscheinen frech grinsend laut: „Hey~ Oh! Ace hat den Rotschopf mitgebracht!“ Zorro, der gerade in die Toilette stapfte und sich laut beschwerte, dass man ihm die falsche Richtung zum Weinkeller gesagt hätte, der wiederum von einem der Männer von Law lachend rausgezogen und in die richtige Richtung geführt wurde. Das Restaurant schien sogar noch einen größeren Renovierungswandel hinter sich zu haben seitdem er am gestrigen Abend das Gebäude verlassen hatte. Er wusste auch genau wem dies zu verdanken war, insbesondere in so kurzer Zeit. Die meisten Arbeiten werden vermutlich nachts ausgeführt worden sein, wenn die Fenster verhangen wären und es keine neugierigen Blicke von außen gäbe.
      Bei Meridas Danksagung, nickte er lediglich und brummte ein „Nichts zu danken“, ehe er sich an seine drei Crewmitglieder aber insbesondere an den verletzten Penguin wendete. „Runter in den Kühlraum mit ihm.“ Alle Beteiligten sofort wussten, was Law damit meinte. Denn der Kühlraum wurde in der letzten Zeit hauptsächlich als Behandlungs-/Operationszimmer von ihm genutzt, da es der beste Ort war, um seine medizinischen Werkzeuge steril und seine Medikamente frisch zu halten. Ganz gleich wie sich seine Patienten über die Minusgrade dort drinnen beschweren mochten, obgleich dies nicht auf seine Crew zutraf, da die meisten von ihnen mit eisigen Temperaturen aufgewachsen waren und somit keinerlei Probleme damit hatten. Das konnte man jedoch nicht von den eher ‚Wärme verwöhnten‘ Patienten sagen. Ein Seitenblick zu Usopp, der zwar nicht wusste, um was es in Laws Gedanken gerade ging, aber sich dennoch irgendwie ertappt unter dem vernichtenden Blick zu ducken schien, während der Piratencaptain an ihnen vorbeischritt.
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      Jocelyn Salvatore

      Jocelyn wedelte abwehrend mit den Händen als Merdias Mutter ihre kleinen Wunden verarzten wollte. „Oh, nein. Ehrlich, mit geht’s gut. Das sind nur Schürfwunden, Tía.“, versuchte sie sich zu erklären und es war keineswegs gelogen. Es schmerzte ja nicht einmal wirklich, ziepte höchsten hin und wieder, aber nichts, das sie unbedingt verarzten lassen müsste. Zudem war sie ziemlich sicher, dass das Ganze schnell verheilen würde, sobald sie ein wenig Ruhe hatte. Doch, kaum dass sich Ace eingemischt hatte, wurde aus Jocelyns abwehrendes Macht-Euch-Keine-Sorgen – Haltung eine, die durchaus Begeisterung für seinen Vorschlag zeigte und diesen natürlich sofort mit einem breiten grinsen quittierte. Noch während sie Meridas Mutter folgten, flüsterte sie ihm daher zu: „Und wenn sie gerade nicht hinsieht, stibitzen wir noch was von der leckeren Creme Catalana. Hat sie immer im Vorrat und ist zum Sterbengut.“ Dabei warf die Rothaarige ihm ein verschwörerisches Grinsen zu, das einer Verbrüderung unter Gaunern gleichkommen könnte, wenn ihr Gesichtsausdruck dabei nicht mindestens genauso tödlich wie die hochgepriesenen Creme Catalanas waren, nur vielleicht eher verglichen mit dem rebellischen Blick eines kleinen Kätzchens, das plante sich eine Leckerei aus dem Vorratsschrank zu stehlen.
      Kaum dass sie in die Küche gelangten, wandelte sich jedoch das rebellische Grinsen des Raubtiger-Mädchens in einen verträumt entspannten Ausdruck, wobei ihre Nase den wohlriechenden Geruch des frisch gekochten Essens einsog und sie sanft „Das riecht so gut“ schnurrte, während sie - wie eine Motte dem Licht – Meridas Tante zu der riesigen Portion Paella folgte. Doch das war nicht alles, das sie vollkommen beindruckt hatte. Sie hatte es zuvor kaum bemerkt, obwohl sie es wohl hätte müssen, aber.. das Restaurant und besonders die Küche hatten eine unglaubliche Wandlung hinter sich gebracht. Das letzte Mal als sie hier war, war vieles zerstört und demoliert gewesen – von dem vielen Wasser, das einem bis fast zu den Knien reichen konnte, ganz zu schweigen. Doch jetzt? Es war als hätte das Restaurant und somit auch die dazugehörige Küche eine luxuriöse Renovierung über sich ergehen lassen, das das Beste aus ihnen herausholte ohne zu dick aufzutragen. „Wow..“, entfloh es ihren Lippen andächtig, ehe sie auch schon neben Meridas Mutter zum Stehen kam.
      Bei dem Anblick der leckeren Speise lief ihr das Wasser im Mund zusammen. Doch dies hielt nicht lange an als sie die Meeresfrüchte im Essen erblickte und sich ihr Magen sofort verkrampfte. Sie sah zwar, dass auch Hähnchenstücke unter dem Reis-Gemüse-Gemisch untergehoben waren. Doch die Meeresfrüchte waren ein ausprägender Anteil. Was, genau genommen ja auch essentiell an einer guten Paella war. Essentiell für viele Gerichte des spanischen oder in dem Fall kanarischen Raums. Doch für Jocelyn war das schon immer ein rotes Tuch gewesen. Sie konnte Meerestiere absolut nicht essen, ohne dass ihr sofort übel wurde.
      Aber – einem geschenkten Gaul sah man bekanntlich nicht ins Maul. Und wenn Meridas Mutter gerade nicht hinsah, würde sie einfach Ace oder Ginger die Meerestiere rüberschieben. Das wäre schon in Ordnung. Sicher hatte sie es einfach vergessen, bei all dem Stress und den vielen Menschen in ihrem Restaurant und allgemein.. Und so ließ sie sich und natürlich auch Ace ihre Teller füllen, bedankte sich freudestrahlend und setzte sich mitten auf die Theke. „Na dann: Guten Hunger!“, rief sie insbesondere an Ace gewandt zu und begann das Essen in sich hineinzuschaufeln, während die herzliche Dame ohne groß zu diskutieren einfach Jocelyns Knie verarztete. „Du kommst gerade doch erst aus dem Krankenhaus. Wie konntest du dich bitte sofort wieder verletzen? Du musst wirklich besser auf dich Acht geben, Jocy.“, ermahnte sie den essenden Rotschopf mit einer Wärme in ihrer Stimme, die die junge Dame jedes Mal für einen Atemzug die Luft anhalten ließ. Ihre Familie sorgte sich zwar auch immer um sie und waren auch herzlich auf ihre Weise, aber nie.. so. „Ah, na ja..“ Sie tauschte mit Ace hilflose und doch schmunzelnde Blicke. „Es hat ziemlich stark… geregnet.“ Dabei musste sie sogleich an das Gemäuer denken, das auf sie alle hinabgestürzt war wie ein Regenschauen aus Geröll, der sie beinahe unter sich zu begraben gedroht hatte. „Regen? Aber es hat doch seit einigen Tagen nicht mehr geregnet.“ Sofort legte Meridas Mutter ihr eine Hand an die Stirn, um zu sehen ob das Mädchen unter Fieber litt. Doch es schien alles in bester Ordnung zu sein. Trotzdem bedachte sie sie mit einem skeptischen Blick, in dem mehr Fragen als Antworten steckte. Doch vielleicht sollte sie diese lieber zu einem späteren Zeitpunkt fordern. Und so verband sie Jocelyns Knie fertig und stellte dann dem miauenden Kätzchen ein Schälchen mit Hackfleisch hin, auf das sich das kleine Fellknäul sofort gierig stürzte. „Ich geh mal nach meiner Tochter schauen. Wenn ihr noch mehr wollt, greift einfach zu. Es ist genug da.“, stellte die Dame klar, wusch sich sogleich die Hände und verließ die Küche.
      Jocelyn atmete erleichtert aus. „Oh Gott sei Dank. Ist viel einfacher so! Hey Ace, lass uns tauschen. Du bekommst all meine Meeresfrüchte und ich deine Hähnchenstücke, abgemacht? Ich vertrag den Kram nicht.“

      „Heh“, kam es plötzlich aus Richtung der Tür und beide fuhren herum zu einem Mann, der gelassen am Türrahmen lehnte, die Arme vor dem Brustkorb gefaltet hatte und – Jocelyns Blick blieb besonders an der seltsamen Frise hängen, die sie an die Form eines Surfbretts erinnerte – ein schiefes, beinahe selbstverliebtes Grinsen ihnen zuwarf, das dem Rotschopf so noch nie zuvor begegnet war. „Scheint, dass Mrs Serranos angeblich überragende Kochkünste – höchstens drittklassig, wenn ihr mich fragt – für dich nicht ganz den Geschmack treffen, wie? Eine Herausforderung. Das gefällt mir~“

      Jocelyn wechselte vielsagende Blicke mit Ace – den Mund noch immer halb mit den Paella-Anteilen gefüllt, die sie Ace bereits stibitzt hatte – als ob sie ihn fragen wollte ‚Wer zur Hölle ist der Spinner da? Dein Freund?‘
      "Don't let me go. You hear me? It doesn't matter how much I step away. Just don't ever let go of me. Hold me tight. Just like right now.."