spellbound. (earinor & akira)

    • Schon immer waren sie beide stur gewesen, so sehr, dass es einen von ihnen brauchte der nach gefühlten tausend Minuten einlenkte und sich dem anderen endlich ergab. Es war wirklich nicht weiter wichtig, wer von ihnen es schließlich war, insofern es einer war - Ronan hatte sich immer damit gerühmt, Caelan zumindest verbal in die müden Knie zwingen zu können und seinen Sturschädel durchzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er sich wiederum jetzt auch noch so durchsetzen würde, sank immer wieder aus gutem Grund. Sie beide wollten wohl nicht, dass sie die Stimme des jeweils anderen nicht mehr hörten und sie beide wollten schon gar nicht, dass sie sich im ewigen Schnee verliefen um die Fußspuren ihres heißgeliebten Herzblattes aus den Augen zu verlieren. "Weißt du, wir haben uns zwar doch verändert, aber mit dir fühle ich mich so wie ich es eine Ewigkeit schon nicht mehr getan habe.", nuschelte er über die Stille des Zeltes und allgemein der Siedlung hinweg. Lediglich das Knistern des Feuers in der Mitte des Zeltes durchbrach die totgeglaubte Geräuschkulisse immer und immer wieder und machte Rikiya weiß, dass er noch nicht gänzlich tot und das hier nicht das nächste Leben war. Ob Caelan und er für immer und ewig zusammen im Fegefeuer schmoren würden? Wenn, dann wollte er ihn nicht dazu zwingen, aber sie wussten beide besser, dass Selbstsucht oft ihrer Vernunft obsiegte.

      "Hah, sicherer? Caelan, ich meine das mit ganzem Herzen, aber du und ich, wir wissen beide, dass du einen Berg bewegen hättest können und Darragh dir dann doch überlegen gewesen wäre. Zumal es dabei nicht nur um dich oder uns ging - ich weiß, dass es Henry egal gewesen wäre, aber wenn Darragh unsere Beziehung nach außen getragen hätte, dann wäre Henry noch immer ein Mann seines Volkes gewesen." Obgleich seiner eigenen Gefühle. In Hirngespinsten und Hoffnungen zu schwelgen war schön, ja, aufbauend vielleicht, aber auch ein König konnte nicht mehr als sich dem Volk zu beugen, das sein Königreich erst zu einem machte. "Jetzt schon? Du bist wirklich verdammt eigen ... du musst nicht die ganze Kleidung tragen, das weißt du, aber du weißt vermutlich nicht, wo welche Schicht hingehört ... haben sie dir überhaupt irgendetwas beigebracht?" Wahrscheinlich nicht, einfach weil sie Caelan als Gefangenen und nicht als Gast behandelten. Was für dumme Kinder er doch an seiner Seite hatte - es gab kaum Menschen in seinem Alter in Thria, die irgendetwas zu sagen hatten, aber das machte nichts, wurde er doch ohnehin nicht erst gestern alt. Nur wünschte er sich oft, sie wären zumindest ein bisschen weniger schroff, außer, dass er ihnen nicht einmal das verübeln konnte, wusste er doch, wie man sie unter diesen Umständen erzogen hatte. "Das hoffe ich für dich." Sonst würde Caelan ohnehin nicht lange im nächsten Leben schwelgen. "Dein Wissen sollte die Entscheidungen zumindest ein wenig beeinflussen dürfen, aber ich zwinge dich zu nichts." Während Rain die Theorie kannte, wusste Caelan vermutlich in genügend Fällen über die Praxis bescheid - Rikiya hingegen hatte nicht mehr als Daten und Fakten, die über dreißig Jahre alt und oftmals unbrauchbar sein würden. Ehrlich gesagt sehnte er sich nicht wirklich nach seiner eigentlichen Heimat. "Oh?", fragte Ronan verdutzt, nur um daraufhin ein wenig zu grinsen. "Unrecht hast du nicht, immerhin kennen wir uns ein wenig zu gut dafür. Was würdest du denn lieber hören, hm?", säuselte er und streckte die Finger aus, um die Temperatur des Wassers ein wenig zu erfühlen. "Nicht zu warm?" Er kannte diesen Mann vielleicht doch ein wenig zu gut. Nachgießen konnte er noch immer. Spätestens als Caelan jedoch den Mund so weit aufriss, dass Rikiya glaubte, er hatte sich verhört, konnte er sich das Lachen nicht mehr verkneifen und stand auf. "Du änderst dich wirklich nie ... ja, aber am helicht- Ach, egal, wen kümmert das?" Mit einem selbstzufriedenen Gesichtsausdruck kramte er nach etwas, bevor er einen Tonkrug zur Wanne brachte und seinen eigenen Tee in seinen Rachen kippte. "Trink aus.", forderte er Caelan auf und reichte ihm die Tasse. "Ich muss keine Angst haben, dich in Grund und Boden zu trinken, oder? Hast du Hunger?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Caelan wollte nicht streiten und hatte Ronan doch zumindest vorhin versprochen, dass er zumindest eine Nacht versuchen wollte, alles hinter sich zu lassen. Streng genommen war die Sonne noch nicht untergegangen, aber der König der Wölfe wollte ihn wohl hier behalten. Zumindest die nächste Nacht, danach konnten sie sich ja noch einmal darüber streiten, wie das nach Außen aussehen würde. Für heute spielte es wohl keine Rolle. Caelan lächelte und sah Ronan an. "Genervt? Überfordert? Peinlich berührt?" So fühlte Ronan sich doch oft mit ihm, zumindest nach außen hin, weil es ihm schwer viel sich zu öffnen und Caelan alles aus ihm heraus kitzeln musste, wenn er nicht in der richtigen Stimmung war. Caelan hatte nie Ruhe gegeben, speziell wenn Ronans Stimmung im Keller war. Ihn aufzumuntern war nie leicht und vielleicht hatte Caelan sich ab und an übernommen und hätte ihn besser in Ruhe gelassen. Jetzt fühlte es sich so an als müssten sie einander erst wieder kennen lernen. Sie beide hatten sich schon sehr verändert.

      "Ich... Du weißt... Egal lassen wir das.", Caelan gab nach. Es wäre ihm egal gewesen, er hätte ein paar Dinge gepackt und wäre mit Ronan über die Grenze geflohen. Er hätte hier mit ihm gelebt, hätte sich liebend gerne aus seiner Verantwortung in Fhaergus gezogen und Ronan wäre hier auch glücklicher gewesen als er es in Adrestia jemals sein konnte. "Oyu dachte ich würde nur den Starken spielen. Ihr habt doch auch eure Vorurteile uns gegenüber." So gesehen durfte er nicht weniger tragen, nein. Mit Oyu zu diskutieren war sowieso Zeitverschwendung. "Ich will mich nicht zu sehr einmischen.", murmelte Caelan. Das hier war nicht sein Land und auch nicht sein Volk. Seine Ideen würden ohnehin skeptisch betrachtet werden und abgesehen davon befürchtete er, dass er zu viel der Kontrolle an sich reißen wollte, wenn es um die Sicherheit seiner Familie ging. "Was ich lieber hören würde? Das weiß ich nicht. Was sind wir denn? Alte Freunde?", fragte Caelan mit einem Lächeln. "Du weißt doch, dass ich leicht zufrieden zu stellen bin." Ob heiß oder kalt, Caelan wäre mit allem zufrieden gewesen und eigentlich wollte er sich doch nur schnell den Schweiß vom Körper waschen. Ronans Lachen zu hören war eine Freude die ihm zu lange verwehrt gewesen war. Als er aufgefordert wurde trank er seinen Tee leer und reichte Ronan die Tasse anschließend. "Ich werde dich jetzt nicht auch noch für mich kochen lassen!", stieß Caelan aus und lächelte. "Und ich sagte nichts von besaufen, anstoßen, Ronan." Er lachte leise.
    • Caelan jemals wieder dorthin zurückzuschicken, wo er ihn eigentlich her hatte, das würde Ronan nie in den Sinn kommen - wenn sein gesamtes Volk sich gegen ihn stellen wollte, dann würde er es akzeptieren, aber auch nur, weil er wusste, dass er in seinem Leben nichts mehr wollte, als von diesem Mann zu wissen, ob er sein Leben ausgekostet hatte. Zu glauben, sie beide könnten für immer in diesem Zustand bleiben und darauf warten, dass sich in ihrem Leben etwas veränderte, war wohl auch die einzige Methode, um nicht vollends verrückt zu werden - Rikiya hatte so lange darauf gehofft, Caelan eines Tages wiedersehen zu können, dass er mittlerweile gar nicht mehr wusste, wohin er mit seinem Kopf käme, ließ er endlich von ihm ab. "Du hast widerwillig und depressiv vergessen.", besserte er nach, als würden sie gerade den Charakter eines Fremden eruieren, der sich nicht so recht offenherzig zeigen wollte. Rikiya konnte behaupten, er kannte Ronan weniger, als er es wollte - sein altes ich war schon lange nicht mehr an die obere Hälfte jenes Brunnens geschwommen, aus dem er sein Leben schöpfte, aber die fahlen, müden Augen starrten ihm ausgerechnet jetzt entgegen. "Das bin ich schon so lange nicht mehr, du würdest mir vermutlich nicht glauben, wenn du es nicht selbst sehen würdest.", erklärte er die sonderbaren Umstände, unter welchen sie beide sich wohl früher oder später getroffen hätten - wenn nicht lebendig, dann tot.

      "Du hast Recht." Über vergossene Milch zu jammern würde sie beide auch nicht dazu beflügeln die Vergangenheit zu verändern, zumal Ronan nicht wusste, ob er das wollte. Wäre er in Adrestia geblieben, hätte sich dieser Krieg doch losgetreten wie eine Lawine ohne seinen Tod, dann wäre Darragh vermutlich einer der Befürworter gewesen, die ihren Sohn an vorderste Front schickten. Rikiya wollte es sich gar nicht ausmalen. "Oyu? Ah, du meinst das Mädchen? Ich meine, man sieht hier nicht alle Tage ein Schaf, schon gar nicht dort unten und wenn dann, dann sind sie sicher schon längst erfroren." Manche Leichen trug das Wasser in die Unweiten der Meere - allein die Tatsache, dass Caelan doch noch geborgen worden war und nicht in die Unkenntlichkeit davontrieb war ein Zeichen dafür, dass das Schicksal Ronan unbedingt einen Streich spielen musste. "Wirst du nicht, entspann dich.", bestärkte er den unsicheren Mann. Es schien so, als hätten sowohl er als auch Caelan ihre Plätze getauscht, als müsse einer von ihnen den Krug als halbvoll und der andere ihn als halbleer erachten, bis ans Ende der Zeit. Wenigstens brachte ihn dieser Idiot zum Lachen. "Alte Freunde? Ich bitte dich, das sind vielleicht du und Cameron, oder ich und Henry. Meinst du nicht wir kennen uns ein wenig besser?", beantwortete er Caelans Herumgerede mit einem Lächeln seinerseits. "Nur, weil du dich leicht zufriedenstellen lässt, heißt das nicht, dass deine Muskeln keine Entspannung brauchen." Noch immer gleich kindisch und unüberlegt wie damals. Zumindest schien es so, als würde er sich zusammenreißen und mitspielen, auch, wenn Rikiya nicht wusste, wieso eigentlich. "Essen musst du trotzdem etwas.", pflichtete er ihm bei und löste die getrockneten Blätter und den Lehm von dem Hals des Kruges, bevor er Caelan einschenkte und danach sich selbst. Erst dann setzte er den Krug auf den Boden ab und lehnte sich wieder über den Rand der Wanne. "Ja, ja. Anstoßen, das hat bei uns schon immer glänzend funktioniert.", schwelgte er in Erinnerungen, bevor er seine Tasse an die Caelans stieß. "Auf uns und darauf, dass ich dich nie wieder missen will..."
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    • "Du hast dich so sehr verändert... Ich bin froh, dass dich dieser Ort zumindest glücklich gemacht hat.", erklärte Caelan mit einem sanften Lächeln. Ronan war so gar nicht mehr er selbst, hatte nicht so vieles worüber er sich beschweren musste, obwohl immer noch so viel Arbeit an ihm hängen blieb. Caelan war froh, dass ihn seine Situation nicht vollends gebrochen hatte, sondern stattdessen weitergelebt und sich etwas Neues aufgebaut hatte. Wer wusste schon, ob es ihm anders jemals so gut gegangen wäre? Natürlich hatte er auch viel verloren und musste viel durchmachen, aber anscheinend hatte seine neue Heimat, seine Familie und sein Volk ihm enorme Stärke gegeben all das zu meistern und immer noch fröhlich durch das Leben zu wandern. "Vielleicht hast du immer schon hier her gehört. In Freiheit, wo du dich entfalten und leben durftest wie du wolltest." Aus dem Mund eines Schafes konnte dies wohl negativ und herablassend wirken, aber so meinte Caelan es nicht. Viel mehr glaubte er, dass Adrestia einfach niemals der richtige Ort für Ronan war, als wäre er dort seine ganze Jugend lang gefangen gewesen.

      "Ja genau.", nickte er als Ronan richtig erkannte wer Oyu war. "Sie hat sich wohl am Meisten darum bemüht, dass ich überlebe. Warum auch immer..." Dieses Mädchen hatte sich den falschen, alten Mann als Vaterfigur ausgesucht. Hoffentlich fand sie hier einfach guten Anschluss und eine Familie. Caelan seufzte, nur weil sie jetzt hier waren, war er sie sicher nicht los. "Sie hatte es nicht leicht dort. Ich hoffe sie findet hier einen Platz. Vielleicht sogar eine Belohnung, dafür, dass sie mich zu dir zurück gebracht hat." Caelan lächelte leicht, wer wusste schon was ohne sie geschehen wäre? "Sind wir denn noch immer mehr als das? Einerseits fühlt es sich an als wüsste ich mehr über dich als jeder andere, aber dann bist du es der mich aus einem Loch zieht statt umgekehrt." Er lächelte und wusste wirklich nicht wie sie gerade zueinander standen. Dann lachte er leise." Hah. Meine Muskeln? Wohl eher mein Rücken nachdem ich so lange im Bett und dann auf diesem Schlitten verbringen musste, statt mich zu bewegen. Weißt du noch, als ich mir mein Bein gebrochen hatte?" Er fühlte sich immer noch ein wenig steif. "Wenn wir uns nicht schon wieder inmitten so vieler Leute verstecken müssten, dann würde ich dir jetzt einen Hasen jagen und ihn dir zubereiten." Obwohl das mit dem Jagen vielleicht etwas zu optimistisch war, aber das musste Ronan jetzt nicht erfahren. Caelan bekam seine Tasse zurück und wartete darauf, dass Ronan sich auch einschränkte. Dann stießen sie an. "Darauf, dass wir uns endlich wiedergefunden haben.", stimmte er mit ein und kostete anschließend, was Ronan ihm da serviert hatte.
    • "Wenn ich sagen würde, dass du dich auch verändert hast, dann meine ich das nicht mit Argwohn - aber Adrestia hat dich verändert. Durchgekaut und ausgespuckt. Du bist im Kern noch immer dieselbe Person, aber allein in deinem Gesicht kann ich sehen, dass deine Freude nicht mehr dieselbe ist, als hätten wir getauscht." Caelan hatte immer amüsant darüber berichtet, was er in seinem Leben nicht alles vorhatte, oder welche Ziele er sich steckte. Wohin er wollte, womit er seine Freizeit verbrachte. Ronan hatte, natürlich, auch an seinen Träumen festgehalten, sich ausgemalt, Alster einfach an Declan weiterzugeben und sich - hoffentlich - an Henry's Seite oder einfach irgendwo alleine zu etablieren, aber daraus war wohl nichts geworden. Traurig wirkten die nach oben gerichteten Mundwinkel in diesem Moment, kaum spülten seine Erinnerungen wieder altes Glas an das Ufer seiner Gedanken. Mattes Glas brach Licht schwer, aber die funkelnden Fetzen von Sonnenlicht, die sich in seinem Inneren wandten, legten ihm die Wahrscheinlichkeiten offen, als wäre das Leben nur ein Spiel: Wie sehr hatte er nicht dafür geblutet, für immer an der Seite dieses Mannes zu bleiben? "Meinst du nicht, dass du die Person bist, die hierher gehört? In die Freiheit? Es hätte uns Leid und Trauer erspart, die wir füreinander vergossen haben.", schlug er retrospektiv vor, als hätten sie die Möglichkeit, die Vergangenheit zu umschreiben, als wäre sie ein noch nasses, unfertiges Ölgemälde.

      "Mochte Declan dich nicht auch unsagbar gern, als er noch jünger war? Vielleicht wirkst du einfach beruhigend, zumindest wäre das für mich einleuchtend." Ob Rain der gleichen Meinung war, als er jünger gewesen war - oder hatte er gar vor dem Mann, aus dessen Fleisch und Blut er bestand, Angst gehabt, weil er sich vor ihm aufgetürmt hatte wie ein unbezwingbarer Wall? "Willst du denn, dass ich ihr einen suche? Meinst du nicht, dass sie dir trotzdem hinterherlaufen wird?" Oft waren Kinder wie frisch geschlüpfte Küken - das Erste, was sie nach ihrer Geburt sahen, war nun einmal eine Mutter an die sie sich klammern sollten. Rikiya konnte sich denken wohin all das führen würde, glaubte aber gleichzeitig, Oyu war vermutlich zu alt für solche Witzeleien. Vielleicht sollte das wirklich einfach Caelans Sorge sein. "Küssen sich alte Freunde?", scherzte er in dumpfen Tönen, nicht so, als würde irgendjemand sie verstehen, wenn er sie überhörte. "Dass ich mich um dich kümmere ist sowieso schon längst überfällig." Viel zu oft und viel zu lange hatte Caelan ihn aus seinem Sumpf geholt - Rikiya konnte ihm nicht genug dafür danken, wollte er seine Schulden doch nicht unbeglichen auf sich lasten lassen. "Weil du durch mein Fenster klettern wolltest? Ja, ich kann mich sogar noch daran erinnern, wie sehr ich dir den Hals umdrehen wollte, weil du mir solche Sorgen bereitet hast. Wundert mich, dass du überhaupt auf dem Schlitten geblieben bist.", seufzte Rikiya verlegen, als die Erinnerung in ihm hochquoll. Keine ruhige Minute hatte er mit Caelan gehabt, oh nein, dieser Verrückte hatte ihn auf Trab gehalten. "Du bist wirklich unverbesserlich ..." Ein Hase also? Da gab es wohl eher andere Ähnlichkeiten, die sie beide mit diesen Tieren gehabt hatten - allein der Gedanke daran ließ sein Gesicht rötlich werden und er ertränkte den krummen Gedanken gleichermaßen schnell in seiner Tasse Alkohol, kaum hatte Caelan sich geäußert. Er schmeckte nach fermentiertem Getreide, brannte im Abgang in seinem Hals und kaum wurde er süßlich, wusste Rikiya, dass er genug davon getrunken hatte - er schenkte sich trotzdem noch eine Tasse ein. So viel dazu. Anstatt davon zu trinken, oder ein wenig zu nippen, stellte er beides ab und schnappte sich Caelans Tasse, die er gleichermaßen auf dem Hocker platzierte. "Ich halte das nicht mehr aus.", erläuterte er sein Handeln mit einem umschweifenden Seufzen, da legte er beide Hände schon an Caelans Wangen und starrte ihn an, als hätte er sich in seinen Augen verloren. Rikiya wusste nicht, wie ihm geschah - er legte seine Lippen an die des anderen Mannes, als er sich über den Rand der Wanne zu ihm beugte. Weniger rastlos machte ihn das nur bedingt.
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    • Ronans Worte waren nicht falsch und Caelan wandte seinen Blick ab, beinahe beschämt, weil er nicht mehr derselbe war, nicht mehr derjenige der Ronan zum Lachen bringen konnte und es schaffte ihn seine Sorgen für ein paar Stunden vergessen zu lassen, ihn mit Dummeheiten ablenkte und ihm versprach, dass ihre Leben gemeinsam verlaufen würden. "Du warst meine Freude. Jemand den ich liebte, den ich glücklich machen wollte." All das war mit Ronan verschwunden, von einem Moment zum Nächsten. Nichts war mehr dasselbe und Caelan stürzte ohne Ronan in die Tiefe. Er griff nach den falschen Händen die ihm einen neuen Sinn gaben und ihm versprachen, dass seine kindlichen Träume immer noch wahr werden konnten, wenn er nur seine Wut auslebte und an denen ausließ, die am Ende gar nichts dafür konnten. Adrestia hatte ihn nicht glücklich gemacht, es ließ sein Herz verdorren und als Ina ihn langsam wieder aufwärmte, als hätte Caelan vergessen wie man in Fhaergus Bergen überlebte, da war die Schuld längst in seine Seele gebrannt. Schuld mit der er leben musste und die ihn denken ließ, das alles was passierte eine Bestrafung für ihn sein musste, eine Bestrafung des Schicksals, oder der Götter, vielleicht der Ahnen, oder der Toten die ihn heimsuchten. Eine Bestrafung die auch Ina ertragen musste und sie noch viel härter traf als Caelan selbst. Wie hätte er nicht glauben sollen, dass er diesen Fluch an Rain vererben würde, käme er ihm zu Nahe? "Ich wäre dir gerne gefolgt." Aber das wusste Ronan bereits.

      "Declan war beeinduckt von meinen Schwertkünsten, die im Nachhinein betrachtet gar nicht so gut waren. Vielleicht war er eher beeindruckt von meinem Selbstbewusstsein gewesen. Ich kann nicht behaupten, dass ich das bis in eure eisige Kälte genommen habe..." Beruigend? Er? Er fühlte sich eher wie ein sterbender alter Mann den Oyu aus irgendeinam Grund gesund pflegen wollte, wie einen Vogel der sich einen Flügel gebrochen hatte. "Sie sollte in Sicherheit sein und ein Kind sein dürfen. Ich denke wenn sie erst einmal Freunde gefunden hat, hat sie mich schnell vergessen." Nicht, dass er sie loswerden wollte, er war nun aber doch der schlechteste Umgang hier den man sich vorstellen konnte. Caelan lächelte dann doch. "Ich weiß nicht, ich kenne eure Gepflogenheiten nicht.", antwortete er. Dann seufzte er. "Ach Ronan, von damals bist du mir wirklich nichts schuldig." Und das wusste er auch. "Die Reise zu eurem Zweitwohnsitz war so anstrengend, in dieser Kutsche, statt auf einem Pferd... Und dort wollte ich auch lieber die Wälder erkunden.", Caelan lachte leise. "Wir hatten nur ein Pferd, mir blieb nicht viel übrig als auf dem Schlitten zu bleiben." Viel lieber wäre er selbst geritten, oder hätte sich auch anderweitig gerne bewegt. Der Junge hatte nicht immer alleine Holz sammeln gehen müssen... "Ob Freiheit oder nicht, ich hätte immer lieber mit dir etwas Abseits von allem gelebt... für uns." Und jetzt waren sie inmitten der Siedlung. Ronans Getränk war nicht schlecht, brannte leicht, war aber auch etwas süßlich, das passte zu ihm. Zumindest da hatte er sich nicht groß verändert. Ronan nahm Caelan die Tasse anschließend aus der Hand und dieser blickte ihn ein wenig fragend an. "Huh?" Ihre Blicke trafen sich und Ronans Hände landeten auf Caelans Gesicht. Bevor Caelan fragen konnte was los war, legte Ronan seine Lippen auf Caelans. Die Anspannung zwischen ihnen, das herumtasten war ihm wohl zu viel geworden. Caelans Herz schlug höher als er den weitaus leidenschaftlicheren Kuss erwiderte und seine eigene, nasse Hand an Ronans Wange legte. Er fühlte sich auf einmal wieder wie der naive, träumerische Junge, der dachte dass ihn nichts in der Welt aufhalten konnte. Ronans Lippen schmeckten noch leicht süßlich nach dem Alkohol den er gerade erst serviert hatte.
    • Das Blaue vom Himmel konnte Caelan ihm als Trunk in seine Tasse eingießen und Ronan würde ihm jedes einzelne Wort glauben, welches durch seine Lippen hervorsäuselte wie ein Bach aus einem Berg in Fhaergus und dem ewigen Eis der Bergspitzen entsprang. Lieblich war kein Klang dieser Welt mehr, als wäre sie abgestumpft, obwohl Ronan in seiner Existenz nach dem Tod all jenes bekam, das er in seinem irdischen Dasein nie haben wollte - seine Familie, seine Freiheit und seine Zukunft. "Und mit meinem Verschwinden, mit meinem geglaubten Tod, ist deine Freude ebenso gestorben?" Behauptungen, es würde ihm anders ergangen sein, wollten seinen Mund nicht verlassen, als beschwerte er sich bei einem Mann mit einer verbrannten Weide darüber, das seine eigene in den falschen Blumen erblühte, in Farben, die er sich doch so nie gewünscht hatte. Was machte er hier auch nur? "Du warst ... bist mein Ein und Alles. Meine Sonne, die mir die grauen Tage erhellt - mein Mond, der die schlaflosen, fürchterlichen Nächte erhellt und die Sterne, die selbst vor der Dämmerung einen Weg für mich finden und immer ein wachsames Auge auf mich haben. Ich kann dir das, was ich dir genommen habe, trotzdem nie wiedergeben." Nicht, dass er es nicht wollen würde. Verletzlich und kindisch wie sie waren lebten sie vor sich hin, im Sumpf der eigenen Gefühle und nun, so schien es, waren sie gemeinsam gleich tief gesunken. "Und ich wäre gerne bei dir geblieben, egal, ob das bedeuten würde, dass ich darunter gelitten hätte oder meine Flügel nie entfaltet hätte - so lange ich bei dir gewesen wäre, wäre mir alles recht gewesen.", verkündete er bereits versiegte Pläne. An ihnen haftete die Nostalgie wie der modrige Geruch von Schimmel.

      "Ich meinte eher als du uns in Alster besucht hast und du dich mit ihm herumschlagen musstest - aber gut zu wissen, dass er von dir wirklich nicht ablassen konnte. Vielleicht merkst du es selbst nicht, aber in deiner Unruhe hattest du schon immer etwas beruhigendes an dir, wie auch immer du das geschafft hast." Anscheinend sogar als er glaubte, er habe den Verstand verloren und all das nicht in die Tiefen des eiskalten Gefildes Thrias verschleppt. Unter einer dicken Schicht Staub konnte Rikiya ihn noch immer erkennen - er würde es nie schaffen, es nicht zu tun. "Vielleicht, vielleicht auch nicht - wir werden sehen.", neckte er Caelan ein wenig über sein Nesthäkchen. Ob Rain das wohl gefiel? Rikiya konnte nicht behaupten, es hätte ihn sonderlich angetan befand er sich in solch einer Situation. "Mhm, ich weiß." Würde er das je? "Sei dir da nicht so sicher, ich würde dir alles auf dieser Welt geben, wenn ich könnte." Er liebte Caelan, mehr als er es sich damals je eingestanden hatte - es war peinlich daran zu glauben, dass er sich selbst damals noch nicht an die Grenze der Unkenntlichkeit getrieben hatte. "Allein, dass du mir das sagst zeigt mir, wie rastlos du bist. Einerseits sollte ich froh sein, dass du dich fundamental nie ändern wirst, andererseits machst du mir Sorgen." Wenn er doch einmal still saß, so wie jetzt, dann wirkte das auf Rikiya nicht sonderlich gesund. Wer wusste schon, ob Caelan nicht einfach ausgelaugt war. "Für uns? Irgendwo im Wald, frei von all diesen Aufgaben und Titeln?", hinterfragte er, aber er wusste schon lange, dass es seinem Liebhaber damals auch recht gewesen wäre, hätten sie sich nur um sich selbst kümmern müssen, fernab von all diesem unsäglichen Trubel und der verworrenen Politik. Alles hätte passieren können, als er sich selbst die fragwürdige Entscheidung erlaubte, über besagten Liebhaber herzufallen wie ein hungriger Wolf. Die Worte über Freiheit und Zweisamkeit sprachen nie lauter als Taten - Rikiya konnte nicht anders, als sich zu wünschen, dieser Moment würde niemals enden, aber wohin mit ihm? Sein Herz schlug Töne, die er nicht gewohnt war und der Schmerz, der durch seinen Körper zog, als müsste er erst Dornen aus seinen Venen zwicken, rissen ihm überrascht die Augen auf, bevor sich die Wogen wieder glätteten und er in ihren Kuss lächelte. Ungern löste er seine Lippen von Caelans, drückte dafür jedoch seine Stirn gegen seine. "Tut mir leid, war das zu aufbrausend?", wisperte er, streichelte er dabei doch mit dem Daumen über die Narbe an Caelans Wange.
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    • "Das klingt dramatisch, nicht wahr? Aber es ist wahr... ich wollte mich nie wieder von meiner Wut treiben lassen, ich dachte das hatte ich schon lange hinter mir gelassen, als wir uns kennenlernten, aber ich glaube nicht, dass ich jemals davon loskomme." In wie viel mehr würde man ihn noch hineinziehen, indem man einfach die richtigen Knöpfe drückte? So wie dieser Kerl in dem Eisschloss. Caelan sollte erwachsen sein, weiser und ruhiger, aber er war es nicht, würde es nie sein und selbst Ronan hatte ein leichtes damit, ihn aus der Reserve zu locken. Er war so ein leichtes Ziel für Darragh gewesen, der seine Wut mit Leichtigkeit angefacht hatte. "Ronan, bitte. Du hast mir nichts genommen, das war dein Vater, der dich gezwungen hat zu fliehen und dir eingeredet hat, du könntest nicht zu mir kommen. Du könntest mir nie etwas antun, niemals. Nach allem was ich getan habe bist du immer noch auf meiner Seite, nach allem was ich dir genommen habe." Sie mussten nicht weiter darüber diskutieren, er wusste Ronan gab ebenso lieber Darragh die Schuld, auch wenn Caelan es zumindest teilweise anders sah. "Wenn ich hätte entscheiden müssen, ob du bei mir bleibst, unglücklich, oder ich dich gehen lassen muss, damit du ein besseres Leben führst, ich hätte dich selbst aus Adrestia geworfen, so schwer es mir auch gefallen wäre. Mach dir keine Vorwürfe, ich bin froh, dass es dir hier besser ging.", wisperte Caelan. Er wollte immer nur das Beste für ihn.

      "Du weißt ich habe mir immer einen kleinen Bruder gewünscht, es machte mir nichts aus mit ihm zu spielen, damit du deine Ruhe hattest."Ob er wirklich so ruhig war konnte er nicht beurteilen. Er selbst war es wohl nicht, aber wenn sein Vater ihm eines beigebracht hatte, dann dass ein Anführer stets so aussehen musste, als hätte er alles im Griff. Ina war die Einzige die ihn straucheln und weinen sah und der er sich anvertrauen konnte. Am Ende war alles nur gespielt. "Du hast mir schon das allerbste Geschenk gemacht. Du hast meinen Sohn beschützt und ihm ein Zuhause gegeben.", erwiderte Caelan. Mehr konnte er wirklich nicht verlangen. "Sorgen? Ich werde nicht plötlich verschwinden falls du das denkst." Er wollte nur etwas tun dürfen, und wenn es nur Holz hacken war, hauptsache er hatte eine Beschäftigung. "Ja, nicht dass es heute noch möglich wäre." Caelan konnte trotzdem noch träumen, nicht wahr? Der Kuss musste irgendwann enden. Caelan schnappte leicht nach Luft und schloss seine Augen als er sich gegen die sanfte Berührung lehnte und Ronans Hand mit seiner eigenen bedeckte. Die Narbe die Ronan einst so viel Kummer und Sorge bereitete schien nun eine Konstante an Caelan zu sein, die ihn beruhigte und die ihm Sicherheit darüber gab, dass er seinen Liebhaber nach all den Jahren wiklich vor sich hatte. "Nein... hah... ich dachte es bräuchte mehr als nur einen Schluck Alkohol um diese Mauer zwischen uns zu brechen. Wie war das noch gleich mit der Sorge du könntest mich unter den Tisch trinken?", scherzte Caelan, der kein Interesse daran hatte Ronan in nächster Zeit loszulassen. Caelan strich ein paar der weiß durchzogenen Haare hinter Ronans Ohr, ein Vorwand ihn zu berühren und nich lozulassen. "Ich weiß nicht ob es möglich ist jemanden den man so lange nicht gesehen hat zu lieben wie am ersten Tag, aber es fühlt sich definitiv so an..."
    • "Vielleicht ein wenig, aber wenn ich jetzt behaupten würde, ich würde deine Beweggründe nicht verstehen, dann würde ich uns beide anlügen. Manche Wesenszüge verändern sich nie, aber für mich ist das in Ordnung.", pflichtete er der Erklärung schließlich bei. Mehr, als sich mit Caelan ein schönes Leben zu machen hatte er nie gewollt. Dass der liebenswerte, abenteuerliche Mann aber gleichzeitig impulsiv und aggressiv sein konnte, das hatte er ihm auch nie vorenthalten - Ronan glaubte nicht, dass es daran scheitern würde, gleich wenig, wie Rikiya es sich einreden lassen würde. Hoffnung versiegte immerhin zuletzt in der Grube der Unkenntlichkeit. "Weil ich dich liebe, wie der Idiot, der ich vermutlich bin. Ich habe dich in meinem Leben noch nie nicht geliebt - an meiner Seite wäre immer Platz für dich, für immer und ewig. Allerdings muss ich dir Recht geben - wir könnten hier Wurzeln schlagen und alt und grau werden, bis wir uns auf einen Schuldigen einigen. Wir sollten es einfach Darragh in die Schuhe schieben, bis wir die Zeit dazu finden." Setzte man sich erst mit derartigen Dingen auseinander, so wurde einem klar, wie viel Aufklärungsbedarf man hatte, wie sehr diverse Dinge in einem Leben schmerzen konnten und wie tief die Wunden eigentlich waren, die man sich selbst aufhalste. "Und ich hätte mich an dich geklammert, als wärst du das Einzige in meinem Leben, das einen Stellenwert hat. Ach, Caelan, wir hätten uns beide wohl keinen Gefallen damit getan, wenn wir uns gegenseitig eingesperrt hätten." Harsch war die Idee, er würde sich irgendwann am Boden der Tatsachen wiederfinden und verrückt war der Glaube, er hatte in seinem Leben nichts mehr, worauf er sich freuen konnte. Außer Caelan. Was hatte Rikiya schon, außer all die Gefühle, die in seiner Brust zu einem Knoten wurden?

      "Und ich hätte gerne öfter meine Ruhe gehabt - ich hätte dir Declan manchmal wohl für ein paar Pferde gegeben, aber im Endeffekt bin ich froh, nicht alleine gewesen zu sein." Mehr Gründe, im ewigen Nichts zu versinken und sich nie wieder darum zu kümmern, wie sich andere Leute mit dieser Entscheidung fühlten. Rikiya wollte behaupten, er hätte sich allein anhand der Liebe zu Caelan am Leben gehalten, daran genährt und dann - wie der Parasit der er war - an andere Menschen gebunden, die ihn das hier aushalten ließen, bis er ihn wieder treffen durfte - aber war das wirklich Sinn der Sache? "Jetzt bist du aber zu nett zu mir! Ich habe Rain nur bei mir aufgenommen weil er meinen Sohn zu mir zurückgebracht hat und er sich so sorgsam um Nayantai gekümmert hat ... ich hoffe, ihnen geht es gut." Ob sie sich vermissten? Rikiya war sich sicher, dass sie beide sich gerne gerade an ihrer Seite gewusst hätten - stattdessen waren es ihre zwei alten Männer, die sich ansahen, als wären sie von Glück erfüllt. Würde sie das anwidern? Bei dem Gedanken musste er leise lachen. "Ich weiß, ich weiß. Du bestehst nicht nur aus Rauch und bist keine Illusion." Standfester als das waren sie beide. "Vielleicht im nächsten Leben?", schlug er Caelan vor, als wäre er sich so sicher, es gäbe eines - wenn es jemand verdient hatte, dann womöglich sie, oder? Peinlich berührt suchten seine Augen nach einem Ausweg aus der Falle, in die er getappt war. "Ich ... ah, das hat doch mit dem Alkohol gar nichts zu tun!", echauffierte Rikiya sich, klang dabei gar beleidigt. "Ich trinke dich noch immer unter den Tisch, mit Leichtigkeit.", entschied er schließlich und hatte schon wieder genug von diesem Geplänkel. Unzufrieden mit der Gesamtsituation ließ er Caelan walten und kicherte leicht - er fühlte sich wirklich wieder wie ein Jugendlicher mit zehntausenden Flausen im Kopf. "Das kann ich dir nicht beantworten, aber ich weiß, dass es mir genau gleich geht. Fast so, als ob wir einfach keine Ruhe haben sollen.", belächelte er die Situation. Rikiya griff nach Caelans Hand, drückte einen Kuss auf ihren Rücken und bewegte sich langsam aber sicher aus seinem Sichtfeld. "Lass mich deine Haare waschen, bevor du mich noch in die Wanne ziehst, wie wäre es damit?"
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    • "Ich habe das Gefühl ich habe mich wenig geändert, du hingegen bist erwachsen geworden. Ich fühle mich immer noch wie ein Kind.", seufzte Caelan, dessen Entscheidungen viel zu oft von Emotionen gelenkt wurden. Das stand einem Fürsten nicht und das hatte er jetzt davon. "Ich weiß nicht, ob wir uns da jemals einig werden." So viel hatte Caelan im Namen der Liebe, in Ronans Namen getan, alles davon stand gegen die Wünsche eben jenes Mannes. Caelan war ein Idiot, das war er immer schon gewesen und es hatte sich nichts geändert. Selbst aus seinen Fehlern schien er nicht zu lernen. Ob sie beide die Fragen der Schuld klären mussten? Wie oft würden sie sich doch etwas vorwerfen? Würde all das für immer zwischen ihnen stehen? Caelan wollte die Schuld bei sich suchen, war nur etwas gekränkt, dass Ronan ihn damals nicht um Hilfe gebeten hatte, aber alles was danach geschah war alleine Caelans Schuld, auch wenn Ronan das lieber vergaß. "Es fühlt sich alles... so unfair an. Wir haben nichts weiter getan als uns zu lieben, damit haben wir all das verdient?" Caelan war nie sehr abergläubisch gewesen, aber an einem gewissen Punkt musste er einfach daran glauben, dass etwas, oder jemand größeres dafür verantwortlich war. Es schien andernfalls so sinnlos.

      "Es geht ihm gut und die Tage für ihn an der Front sind vorbei, falls dir das irgendwie Trost spendet." Eine zeitlang wollte Darragh seinem Sohn eine Lektion erteilen und ihm zeigen, dass seine Nettigkeit und sein weiches Herz dort draußen keinen Bestand hatten, aber am Ende wollte der alte Mann doch, dass sein Sohn sicher zu Hause war. Auch wenn Caelan sich mehr und mehr zurückzog als er seine eigene Familie gegründet hatte, so hatte Darragh immer noch einen Soldaten um den er sich nicht scherte, den er stattdessen in den Tod schicken konnte. Zumindest sah Caelan es heute so und er nahm Declan dieses Schicksal gerne ab. "Unsinn! Und wäre er alleine in dein Zelt gestolpert, du hättest ihn wie einen König behandelt. Ich weiß, dass er dir nicht sagen brauchte wer er war um Fhaergus Blut in ihm zu erkennen und du bist so nostalgisch, ich glaube nicht er wäre dir egal gewesen." Wenn er Caelan alles vergeben konnte, so auch seinem Sohn. "Am Liebsten würde ich ihm hinterher reiten, aber ich vertraue dir, also muss ich mich wohl gedulden. Deinem Sohn geht es bestimmt auch gut." So fühlte es sich wohl an wenn seine Kinder erwachsen wurden, man musste abwarten und ihnen vertauen... "Und wenn ich mich aus der Hölle kämpfen muss um dich wiederzufinden..." Caelan würde die Götter bekämpfen um sein nächstes Leben an Ronans Seite zu verbringen. Ronan ärgerte sich ein wenig über Caelans Witz und Caelan wiederrum musste leise lachen. "Du hast dich doch nicht so sehr geändert." War ihr erster Kuss nicht dem Alkohol entsprungen? Er konnte sich noch genau erinnern wie er ihn angesehen hatte und sich gedacht hatte, warum denn nicht? Auch wenn es gegen alles ging was er gelehrt wurde, es fühlte sich so richtig an, dass Caelan es seither nie wieder hinterfragt hatte. Ihre Liebe füreinander überdauerte so Vieles, es schien unglaublich. Ronan löste sich dennoch und platzierte sich hinter Caelan, der sofort protestierte. "Ich sagte doch, du sollst nicht noch mehr für mich tun!"
    • "Ich könnte dasselbe behaupten, aber ich glaube dann werden wir heute auch nicht mehr fertig." Beinahe schien es so als würden sie beider lieber einander Komplimente zuschieben wie die vielen Briefe, die Ronan schon jahrzehntelang an Caelan senden wollte, nur um dann zu realisieren, dass er weder einen Absender noch einen Empfänger erreichen würde, wenn er sie wirklich einfach auf gutes Glück hin über die Grenze warf? "Umso mehr Gründe uns nicht mehr zu trennen.", scherzte Rikiya obgleich der Tatsache, dass sie beide wohl auch keine andere Wahl hatten als sich an die Flanke des anderen zu schmiegen und ihre Wunden zu lecken. Taten sie es nicht in der Präsenz eines Geliebten, lebten sie dann wirklich noch? Gedanklich schien all das nicht zu dumm zu sein - sie hatten Ideen die sich im Kreis drehten und warfen sich Rätsel auf, die sie so wohl noch nie in Erwägung gezogen hatten. Rikiya wollte glauben, sein Herz war beflügelter als zuvor, nur, weil er Caelan an seiner Seite wusste. Auch wollte er sich einbilden, er hätte eine gewisse Idee wenn es darum ging, wohin die Wogen der Welt sie auf der stürmischen See trieben, aber war er sich ehrlich, so war ihm wirklich unlängst klar, dass er genau so wenig Idee davon hatte wie Caelan wohl. "Irgendeinen Sündenbock muss es immer geben - wir befanden uns zur falschen Zeit am falschen Ort, nicht mehr und auch nicht weniger. Ich wünschte, ich könnte es ändern, aber ..." Sie beide wussten nun einmal, dass sie die Zeit nicht einfach zurückdrehen konnten - das war die Wahrheit dieser Welt.

      "Ein wenig - zum Einen bin ich froh nicht dort gewesen zu sein, zum Anderen vermisse ich ihn." Aber nicht nur Declan - Ronan vermisste seine alte Realität die er nie wieder als solche ansehen durfte. Gleichzeitig wollte er gar nicht mehr als Caelan und evident war, dass er diesen nun wieder in seinem Leben wusste. Wonach mehr wollte er bitten und betteln, bis seine Stimme heiser und sein Verstand vollends abgestumpft war? Was gab es denn dort draußen noch zu sehen? "Ich ... du bist wirklich unverkennbar, weißt du das? Egal, was passiert, wo oder wie, ich würde dich oder dein Fleisch und Blut immer erkennen. Erst wollte ich es nicht glauben, aber es war offensichtlich.", seufzte er enttäuscht, als hätte man ihn dabei ertappt, wie er sich nun doch auf etwas eingelassen hatte, das er nie in seinem Leben zugeben sollte. Rain war Caelan in gewisser Weise wirklich wie aus dem Gesicht geschnitten, das hatte ihn nostalgisch gemacht und er hatte sich die Zähne daran ausgebissen, bis er seine Bestätigung bekam. "So sehr du das willst würde ich davon abraten. Zum einen, weil ich nicht weiß was da draußen lauert und zum anderen, weil ich nicht mit dir mitkommen kann." Für die Kannibalen bei Wezette war Caelan auch einfach ein gefundenes Fressen. Daran wollte Ronan gar nicht erst denken. "Wenn du in die Hölle gehst, dann gehe ich mit dir, egal, wohin ich eigentlich gehöre - das verspreche ich dir.", verneinte er diesen Unsinn sogleich. Wer wusste auch, wohin man sie wirklich stecken würde? Ob sie sterben konnten? Es fühlte sich eher so an, als würde Rikiya sich am Tod und dem Ende ihrer Leben nur sattsehen, würden sie Hand in Hand aus diesem Leben schreiten. "Das, oder dein heißgeliebter Ronan ist doch nicht so tot, wie ich das eigentlich gedacht hatte.", widerlegte er Caelans Idee. Waren sie eine Person? Oder zwei, die sich einen Körper teilten? Rikiya wollte es ehrlich gesagt nicht wissen, verschmähte er doch dabei Caelan's guten Willen. "Ja, ja." Rikiya griff nach seiner Tasse - er kippte sich die erste Hälfte in den Rachen und schluckte sie, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Zweite nahm er danach, er erlaubte sich jedoch, sie mit Caelan zu teilen, indem er seinen Kopf leicht nach hinten legte und die ihre Lippen wieder aufeinander legte. Wer kam schon auf so schräge Ideen seinem Geliebten Alkohol aus seinem Mund in den eigenen einzuschenken? Der König der Wölfe wie es schien, der sich danach mit dem Handrücken über die Lippen wischte und darüber leckte, als würde er Caelan darauf schmecken können. "War das gut genug? Darf ich dir jetzt die Haare waschen oder muss ich den Eimer holen?", hinterfragte er lachend.
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    • "Es gibt viel zu viel über das wir noch reden sollten, das wir nicht voneinander wissen, so viele Lücken zu füllen. Es kommt mir vor als hätte ich dich in einem anderen Leben gekannt." Er erkannte sich selbst nicht wieder und er wusste kaum etwas von Ronans Leben, bis auf die paar wenigen Einblicke die er ihm bereits gewehrt hatte und doch würde er wohl nie alles wissen. Ronan schien nicht gerne von seiner toten Frau, oder seinen toten Kindern zu sprechen, was verständlich war, aber sie waren ein großer Teil von ihm und seinem Leben. Gleichermaßen hatte Caelan Ronan noch nicht alles mitgeteilt, weil er ebenso dachte, dass das Thema für den Moment zumindest zu schwer war und weil er auch nicht danach gefragt wurde. "Ob das wirklich geht? Dass ich von jetzt an immer an deiner Seite sein kann?", fragte er, unsicher über das was die Zukunft brachte. Ging die Sonne am nächsten Tag erst wieder auf, so würden sie sich wohl der Realität stellen müssen und auch wenn Ronan iihn bereits wieder als Familie sah, so glaubte Caelan nicht, dass er sich einfach so hier einfügen konnte, oder gar das Recht dazu hatte. "Das stimmt wohl...", murmelte Caelan der sich fragte, ob sein Name alleine ihm trotz allem noch eine Audienz beim König gewähren könnte, nur damit er ihm den Kopf abschlagen konnte. Diese Chance hatte er sich aber wohl selbst verspielt...

      "Er hat dich auch vermisst.", lächelte Caelan sanft, auch wenn es Ronan seinem Bruder nicht näher brachte. Es schien beinahe unfair, dass Caelan statt ihm so viel Zeit mit Declan verbracht und ihn aufwachsen gesehen hatte. Caelan lachte leise, stolz und schmunzelte anschließend. Rain war kleiner und dünner als er, aber die Augen, die Haare, die Nase, die Lippen, all das hatte er eindeutig von seinem Vater. "Unser Blut war schon immer sehr dick.", erklärte er, wusste er doch selbst, dass er seinem Onkel und seinem Großvater ebenfalls sehr ähnlich sah. Nur Allard war ein wenig aus der Reihe getanzt. Ironisch. "Ich weiß und Rain ist erwachsen... ich habe lange genug versucht ihn zu beschützen. Er muss seine eigenen Erfahrungen machen... und du sagtest doch deine Tochter sei bei ihm." Caelan seufzte tief. Natürlich vertraute er Ronan und auch Rain, Sorgen machte er sich trotzdem und es war schwer loszulassen. Er würde es schon ein paar mehr Wochen aushalten auf ihn zu warten... "Nein nein, wenn ich in der Hölle lande und du nicht, dann wartest du schön am Ausgang. Sonst laufen wir noch aneinander vorbei!" Es war kaum zu glauben, dass Caelan doch noch scherzen konnte. Ronan brachte das Beste in ihm zum Vorschein wie es schien. "Ronan, tot? Verleugne dich nicht, du warst immer schon stärker als du glaubtest. Du musstest niemals ein anderer werden, ob du nun immer noch Ronan bist, oder Ronan immer schon halb Wolf war." Er glaubte wohl immer noch, dass Ronan nie etwas auf die Reihe gebracht hätte und er erst eine andere Persona for sich erfinden musste. "Was Ja, Ja?", erwiderte Caelan als Ronan an seinem Kopf zog und er zu ihm herauf schaute, nur um noch einmal geküsst zu werden. Die dunkle Flüssigkeit lief über seine Zunge und seinen Rachen hinab, brannte wie das Feuer das Ronan wieder in ihm entfachte. Er entwaffnete Caelan so einfach. "Gut genug? Sollte das eine Bezahlung sein?", fragte er. Wieso zog er in Diskussionen eigentlich immer den Kürzeren? Er seufzte. "Na schön." Bevor Ronan also einen Eimer kaltes Wasser über Caelan schüttete, tauchte er seinen Kopf selbst unterwasser. Als er wieder auftauchte wischte er sich das Wasser aus den Augen und lehnte seinen Kopf wieder in den Nacken um zu Ronan aufzusehen. "Ich bin nicht sicher ob ich wirklich dein Gast, oder doch dein Gefangener bin."
    • In einem anderen Leben? Rikiya glaubte Caelan - die letzten Jahrzehnte hatten sich so angefühlt, als hätten sie wahrhaft auf einem anderen Planeten stattgefunden, egal wie er es drehen oder wenden würde. "Jetzt wo du es sagst ... aber wir haben noch so viel Zeit bis dahin, das lässt sich bestimmt alles lösen.", erklärte er sich schließlich. Nicht, dass er wirklich glaubte sie hätten alle Zeit der Welt, aber ehrlich gesagt reichte es wohl, wenn sie genug hatten, um sich einander zu erklären und ihre Sicht der Dinge offen auf den Tisch der Karten zu legen, der sich vor ihnen aufbereitete. "Probieren geht über studieren, wie man so schön sagt. Einen Versuch wäre es doch zumindest wert und wenn nicht, dann laufen wir einfach zusammen davon - wie wär's damit?", schlug er Caelan schlussendlich grinsend vor, als würde er sich selbst nicht mehr all zu ernst nehmen. Seinen Titel nahm er zumindest gar nicht ernst, so viel war ihm schon klar, aber er wollte gar nicht daran glauben, dass er das musste. Waren sie nicht allesamt Hofnarren, die nach ihren eigenen Regeln spielten? "Lassen wir das lieber. Henry hat sich vermutlich schon fünfmal im Grab umgedreht wegen dieser Konversation alleine.", versuchte Rikiya die Stimmung aufzuhellen, als er an das verfallene Gesicht in seinen Träumen denken musste. Existierte dieser Mann einst wirklich? Oder bildete er sich ihn nur ein? Würde er ihn noch erkennen?

      "Dann sind das wohl schon zwei von euch." Eine Unterzahl, auch, wenn die offizielle Fassung adrestianischer Geschichte nicht davon ausging, dass Ronan ein Übeltäter und Dämon war, wie Darragh ihn wohl bezeichnen würde, sondern viel eher ein Opfer der ungestümen Wölfe, vor denen man sich in Alster so sehr zu fürchten hatte. Wie banal. "Ihr seht euch alle viel zu ähnlich. Wenn ich dasselbe über Alster sagen könnte, dann wäre ich hier wohl nicht so gut untergekommen.", murmelte er vor sich her. Rikiya sah seiner Mutter ähnlich, hatte er doch die Augenfarbe von ihr, aber das rabenschwarze Haar war selbst auf Lady Saoirse's Kopf nicht so finster wie die Nacht gewesen und Declan war mehr brünett, wenn er das richtig in Erinnerung hatte. Dennoch, er sah irgendwie aus, als könnte er als Darraghs Sohn durchgehen, nicht? "Du verstehst mich falsch - es geht nicht darum, dass du ihn nicht beschützen sollst. Die beiden sind an der Grenze zu Wezette, oder auf dem Weg dorthin. Ich hätte ungerne, dass sie dich als Suppe auftischen, aber Rain kennen sie schon und sie wissen, dass sie Probleme haben, sollten sie es auch nur in Erwägung ziehen." Khojin würde wohl eher Brei aus den Wölfen machen, als ihnen zu erlauben, Rain krumm anzusehen - Rikiya wollte sich keine Sorgen machen und das war ein Grund mehr, sie beide ziehen zu lassen. "Ich habe nicht vor, dich die ganze Arbeit alleine machen zu lassen. Wenn wir durch die Hölle gehen, dann zusammen." Davon schien er sich auch nicht abbringen zu lassen, Caelan konnte an ihm rütteln wie er wollte - er würde ihn nicht noch einmal alleine durch die Welt wandern lassen. "Du kannst mich trotzdem nicht Ronan nennen, wenn uns jemand zuhört. Rikiya. Da.", erlaubte er sich, Caelan zu ermahnen und sich erneut ohne großartige Worte vorzustellen. Es tat weh, ja, aber er hörte gerade so viel über sein altes Ich, dass er nicht anders konnte, als ein wenig zu kichern. Was machte dieser Idiot nur? "Lehn' dich nicht zu weit aus der Wanne.", pflichtete er ihm grinsend bei, als hätte er gerade gewonnen, ohne jemals auf ein Spielchen eingegangen zu sein. "Nennen wir es eine Anzahlung." Irgendetwas war doch falsch mit ihm - er sollte diese Gefühle ablegen, aber besorgt wie er war, griff er nach dem ersten Stück Seife das er parat hatte und rieb es sanft in die nassen Borsten des ungestümen Ebers, der sich also doch noch erbarmte. "Weil du dir die Haare waschen musst? Oder weil ich dir beim Trinken helfe? Ich bitte dich.", belächelte er den Protest, als er die Seife weglegte und die Reste sanft in das blonde Haar massierte.
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    • "Zumindest wird uns der Gesprächsstoff nicht ausgehen. Wenn du von all deinen königlichen Pflichten heimkehrst und dir langweilig ist, dann habe ich zumindest als Geschichtenerzähler eine Funktion." Caelan seufzte. Viele seiner Geschichten wären wohl nicht sonderlich erfreulich, aber über Declan hatte er doch einiges zu berichten, wenn Ronan es hören wollte. "Wenn ich noch einmal jung wäre würde ich dir sagen, wi sollten jetzt sofort weglaufen. Aber wir können dich nicht noch einmal verschwinden lassen..." Wer wusste schon, was das für neue, ungeahnte Konsequenzen haben würde? "Er hätte gerne gewusst, dass es dir gut geht..." Anders als Henrys Sohn, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte. Caelan war zu sehr auf Den Krieg fokusiert gewesen, ebenso wie Darragh, um rechtzeitig zu merken wessen Krallen sich in den Jungen gruben und nun war alles viel zu spät. Caelan fühlte sich, als hätte er auch auf ihn besser acht geben sollen, nicht dass er jetzt noch groß Mitleid mit ihm haben konnte.

      "Henry hat dich bestimmt auch vermisst. Er wollte ein paar mal mit mir über dich sprechen.", erklärte er, auch wenn Caelan dafür wenig empfänglich war. Vielleicht wollte er ihn von seinem Vorhaben abbringen, Fhaergus auf seine Seite ziehen um den Krieg frühzeitig zu beenden, aber Caelan hatte sich nicht darauf eingelassen, im Gegenteil. Darragh hatte diese Wasser schon im vorhinnein vergiftet, wurde ihm jetzt klar. "Du sahst deiner Mutter immer schon ähnlich und Darragh hat wohl mehr von einem Wolf als ihm lieb ist. Würdest du ihr Blut nicht teilen, dann hättest sie Darragh nicht so lange hinters Licht führen können." Vielleicht hatte sie ihn ja deshalb gewählt, um Ronans Aussehen zu erklären, aber bis auf die Zähne und die Form seiner Augen, gab es nicht so viel, dass es offensichtlich gemacht hätte. Darraghs Haar war anders, aber zumindest die Farbe war diesselbe und Declan sah Ronan auch nicht zu unähnlich. "Ich kann mich ganz gut verteidigen... denke ich. Ich habe mich sogar hierher geredet wenn man es genau nimmt." Auch wenn er ehrlich war und nichts erfinden musste, seine Geschichte klang trotzdem absurd und wie ein letzter Strohalm eines sterbenden Mannes. "Du hast die Hölle nicht verdient. Ich kenne mich dort schon aus...", seufzte Caelan, der Ronan nicht auch noch im nächsten Leben Probleme bereiten wollte. "Rikiya... richtig. Ich glaube kaum, dass ich mir das merken kann und es fühlt sich seltsam an dich so zu nennen. Wie wäre es mit 'Eure Hoheit'?" Caelan wusste bereits dass Ronan diese Option nicht leiden konnte. "Eine Anzahlung? Bekomme ich mehr Alkohol, oder mehr Küsse?", wollte er wissen. Ronan fing an die Seife in Caelans Haaren zu verteilen, die keine Seife gesehen hatten seit er den eisigen Palast verlassen hatte. Nicht, dass er es nicht gewohnt war, im Krieg hatte er auch selten Gelegenheit gehabt sich ordentlich zu waschen. Das sanfte Zupfen war angenehm. "Weil du mich zwingst mich bedienen und waschen zu lassen als wäre ich noch ein Fürst und du kein König.", beschwerte er sich. Oder vielleicht als wäre Ronan seine Frau, aber das sprach er nicht aus.
    • "Heimkehrst? Caelan, ich bitte dich, du tust so, als ob es schwer wäre, König zu sein.", belächelte er die krummen Ideen dieses Mannes, der so viel wusste wie sonst kaum einer und sich doch so verhielt, als wäre er im Sinne der thrianischen Welt nicht mehr als ein kleiner Stein, den man erst ins Rollen bringen musste, bevor er sich merken konnte, wie es in diesem Leben eigentlich ablief. "Erzählst du mir dann von deinen Abenteuern und Tugenden?" Die Dinge, die Rikiya versäumt hatte, weil er in einer fremden Welt lebte und sich eine Leiter in luftige Höhen nach oben hangelte, die all jenen Adrestianern in ihrer Heimat verwehrt blieb, die noch an gute Taten und rechte Worte zu glauben schienen. Viele Köche verdarben den Brei normalerweise und doch schien es in Thria mit gänzlich anderen Methoden genau so gut zu funktionieren, als würde man die Bedürfnisse des normalsterblichen Volkes über die Krone stellen. "Wir? Willst du mich davonstehlen und mit nach Adrestia nehmen? Oder willst du doch lieber in See stechen und herausfinden, was hinter dem endlosen Blau, dort am Horizont, im richtigen Licht schimmert?" Waren sie sich ehrlich, so war ihre Nation komischerweise eingepfercht - sie hatten Nachbarn, ja, aber sie metzelten einen Teil seit fast drei Jahrzehnten ab und dem anderen Teil waren sie weder geläufig, noch würden sie ihnen anhand der Größe allein jemals das Wasser reichen können. "Das weiß ich doch. Ich hätte es ihm gerne selbst gesagt." Vermisste er Henry? An manchen Tagen mehr als Caelan, aber das würde er ihm nie unterbreiten, als wäre es sein eigenes, kleines Geheimnis.

      "Hast du dich darauf eingelassen? Oder warst du zu beschäftigt?" Zu tief im Sumpf der Trauer versunken? Ronan konnte sich nicht ausmalen, wie grau das Leben geworden war, kaum entzog er sich diesem - er wollte nicht daran glauben, dass er eine Person war, die man derart missen konnte und noch weniger wollte er glauben, dass er Kerben in die Hinterbliebenen seines ungeliebten Lebens schlug, die wohl kaum einer zu flicken wusste. "Darragh und ein Wolf? Als ob. Vielleicht irgendwann einmal, vor zehn Generationen, aber da hat man das noch nicht so eng gesehen.", scherzte er offenherzig, als würde es Sinn machen. Rikiya wollte sich auf solche Dinge weniger einlassen, als ihm lieb war - natürlich würde es dieser Greis verteufeln, auch einer von ihnen zu sein, das stünde ihm gar nicht schlecht. "Ah, noch immer der Scharlatan mit der goldenen Zunge, hm? Du hast sie aber nicht zu sehr belästigt, oder?" Sich aus einer Situation heraus zu flirten schien nicht nur unklug, es war vermutlich auch idiotisch. Wer würde sich dort unten schon den Narren an einem Fremden fressen? Rikiya glaubte, er wäre der Einzige, aber es schien wohl nicht ganz so einfach. "Du magst dich gut auskennen, aber auf einer langen Reise wird man einsam und verzweifelt gerne. Es macht keinen Sinn, sie alleine zu beschreiten." Er würde genau so in der Hölle landen, wie Caelan es täte, wenn es diesen Ort wirklich gab. Wieso sollte er auch auf ihn am Ausgang warten, wenn sie beide nicht wussten, wie lange oder heimtückisch der Weg war? Gerade noch gefiel ihm die Idee, da wollte er Caelan schon in dieser Wanne ertränken - was für ein Idiot! "Du wirst es dir merken müssen und wenn du mich so nennst, dann komme ich mir uralt vor." Als wäre er bereits emeriert und man zollte ihm noch unnötig viel Respekt. "Oder vielleicht etwas ganz anderes?", entgegnete er der Frage zu seiner Anzahlung. Langsam aber sicher arbeitete er sich durch Caelans Haar, seine Finger sanft und darauf bedacht, jedweden Knoten zu lösen ohne dabei zu fest an seinen Haaren zu ziehen. "Stört dich die Zweisamkeit denn? Willst du doch lieber, dass ich dir in die Wanne nach klettere und keinen Finger mehr von dir lasse?", murmelte er gedankenverloren mit einem leichten Lachen auf dem Lippen. Er hielt sich eigentlich noch zurück, nicht?
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    • "Ist es das nicht? Fürst zu sein war nie einfach, egal zu welcher Jahreszeit... zu viele Sorgen." Nicht, dass es jetzt anders war. Er machte sich Sorgen um Rain und er machte sich Sorgen um sein Land. Er wusste nicht was dort vor sich ging, wie es den Leuten erging, aber er wusste, es wäre schlechter als es war. Wenn er Rain nicht hätte, er würde vermutlich alleine nach Fhaergus reisen und sich die Sache selbst ansehen. "Ich habe weder Abenteuer erlebt, noch besitze ich noch irgendwelche Tugenden. Aber ich kann dir von Declan erzählen, oder von Henry, oder von den Dingen aus unserer Vergangenheit an die ich mich erinnere." Viel hatte er am Ende dann doch nicht zu erzählen. Den Krieg wollte er lieber auslassen und alles was damit zu tun hatte. "Wieso nicht? Obwohl ich glaube nicht, dass du auf einem Schiff glücklich wärst. Dann lassen wir uns eben in den Süden segeln und leben dort." Damals war Caelan mehr an dem Land der Wölfe interessiert gewesen, jetzt war es im Süden wohl sicherer. Vielleicht konnten sie sogar quer über die Berge wandern, da fand sich bestimmt irgendwo ein Weg. Aber das waren natürlich nur Träumereien, so wie damals.

      "Ich wollte nicht, dass er mir den Krieg ausredet. Das hätte er versucht, mir gesagt, dass du das nicht gewollt hättest." Womit er Recht gehabt hätte. Henry wurde zu sehr unter Druck gesetzt um den Krieg nicht zu erlauben. Von Alster, von Fhaergus, von Stenz und Wezette, denen Darragh das Blaue vom Himmel versprochen hatte. "Ich hatte wohl Glück, dass diesem Muhan etwas an deinem Sohn liegt, was man von Shuren wohl nicht behaupten kann. Ich habe ihnen dasselbe gesagt wie dir." Caelan hatte nicht vor zwietracht zu sähen, aber es war wohl besser Ronan wusste mit wem er es dort zu tun hatte, sollte er irgendwann einmal einen Gefallen wollen. "Es macht keinen Sinn sich in meinen Kampf zu stürzen." Caelan war schon zu lange ohne Ronan gewesen, aber er wollte ihm nicht noch mehr antun. "Die anderen verstehen mich doch ohnehin nicht, sag ihnen einfach Ronan bedeutet so viel wie Meister.", scherzte Caelan, der nicht glaubte, dass das funktionieren würde. Rikiya... das musste er wohl in seinen Kopf hämmern. Während Ronan, oder Rikiya, sich immer noch mit Caelans Haaren beschäftigte, schrubbte er zumindest Teile seines Körpers. Seine Idee war verrückt. "Du solltest deine Wunde bestimmt noch trocken halten und auch nicht herumklettern."
    • "Mehr als Leuten Befehle zu geben, ihnen gut beizupflichten oder so zu tun, als hätte ich teilweise eine Ahnung worüber ich entscheide - in den meisten Fällen tue ich das - mache ich auch nicht. Natürlich wirst du jetzt wieder behaupten, ich verkaufe mich nicht gut oder nehme mich selbst nicht ernst.", warf er das Argument aus dem Zelteingang, bevor es überhaupt erst zum Tragen käme. War er ehrlich, dann war er vermutlich nicht gerade der ansehnlichste König aller Zeiten - er versuchte sein bestes, wollte es seinem Volk recht machen und doch war ihm oftmals klar, wie dumm er sich dabei eigentlich anstellte. "Ich höre dir zu, egal was und wie viel du mir wovon erzählen willst. Ich wünschte, es würde gar keine Worte brauchen - und im Gegenzug erzähle ich dir alles, was du wissen möchtest. Vorausgesetzt ich weiß es." Aus einem unendlichen Brunnen konnte er nun einmal auch kein Wasser schöpfen wenn der Strick des Eimers nicht lang genug war, das würde selbst ein Sturkopf wie Caelan verstehen, bis ihm die geistreiche Schnappsidee kam, einen zweiten Strick am ersten zu befestigen. "Ich wäre selbst auf einer Nussschale im Nirgendwo glücklich, so lange ich bei dir bin. Wenn du in See stechen möchtest, dann wäre mein Unmut das kleinste Problem - zumal ich nicht glaube, dass ich mittlerweile noch wählerisch bin." Damals war er fast schon hochnäsig und verzogen gewesen, hatte sich nur um Lappalien Gedanken gemacht und öfter so reagiert, als würde ihm ein Zacken aus der Fürstenkrone brechen. Heutzutage hatte er sich all das eigentlich nicht mehr zu leisten.

      "Und er hätte Recht gehabt. Du bist hoffnungslos, weißt du das?", seufzte er theatralisch, bevor er sich das Prusten zum Lachen nicht mehr verkneifen konnte. Henry wollte Caelan seine Rache ausreden, weil er zu viel wusste, weil er sich vermutlich sicher war, dass Darragh's hübsche Lügenmärchen nicht mehr als das waren - Gehirngespinste eines Verrückten. Dass ihm jeder andere Mann mit Rang und Namen aus der Hand fraß, war wohl abzusehen, also wollte Henry wohl einen Verbündeten unter so vielen, die ihn sonst als schwarzes Schaf sehen würden. "Ah, Muhan? Ja, ich meine, ich glaube er hängt noch immer an Nayantai, mich wundert das nicht. Shuren ist ein ... wieso eigentlich Shuren? Hat sich sein Vater gar nicht blicken lassen?", warf er verwirrt ein, als hätte er erwartet, dass der alte Sack Caelan in seine Richtung geschickt hatte, weil er dem Mann, der seine ehemalige Verlobte geheiratet hatte, wiederum das Leben schwermachte. Sein Name stand auf dem Stück Papier, das ein Kurier ihnen gebracht hatte. "Ich würde ihn gewinnen.", neckte Rikiya in spielerischem Ton, als wäre er sich gar nicht so sicher, dass er das wirklich täte. Wirkte er allein deswegen so auf Caelan? "Und Caelan bedeutet dann so viel wie Hund?" Wirklich lassen konnte er dieses Geplänkel nach all den Jahren noch nicht, aber sein "Opfer" ließ es nun einmal darauf ankommen. Ach, wie sehr er ihn vermisste ... Rikiya ließ von Caelans Haaren ab, um ihm ein wenig Schaum auf die Nase zu tupfen. "Touché, da hast du mich wohl erwischt. Dann ein anderes Mal, oder vielleicht im Trockenen?" Auf Caelan herumklettern war nicht sonderlich schwer, das wusste er aus Erfahrung.
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    • "Ich glaube es ist viel mehr all ihre Leben auf deinen Schultern zu haben, Entscheidungen zu treffen die Leute töten oder verlezen können und wenn etwas schief läuft, dann ist es deine Schuld.", erwiderte Caelan und sprach dabei aus Erfahrung. Ronan wollte es wohl nicht so ernst nehmen und versuchte diesen Themen aus dem Weg zu gehen, aber er redete sich alles so einfach. "Es gibt zu Vieles das ich dir nicht erzählen will. Du brauchst keine Details, du weißt bereits von meinen Sünden. Ich will dich nicht verletzen." Caelan hatte immerhin die halbe Zeit hier verbracht, hatte gemordet und Blut vergossen. Das alles wollte er Ronan nun wirklich nicht im Detail erzählen. "Wir hätten einfach gehen sollen, als wir noch die Gelegenheit hatten.", seufzte Caelan tief. Aber auch das brachte nichts, die Vergangenheit war bereits geschehen und man konnte an ihr nichts ändern.

      "Ich weiß...", murmelte Caelan reumütig. Er hätte auf Henry hören sollen, oder Allard, sie beide hatten Recht gehabt. Stattdessen hatte er dem Mann vertraut, vor dem Ronan ihn schon zuvor gewarnt hatte. Was für ein Idiot er doch war. Ronans Frage liesß Caelan nur eine Augenbraue heben, er kannte sich nun wirklich nicht aus, wenn es um die Politik der Wölfe ging. "Vater? Nein, er war so jung wie dieser Muhan. Oyu meinte sie wären ein Paar oder so und er war es wohl auch der Shuren überredete mich gehen zu lassen. Aber wenn du mehr wissen willst, fragst du wohl besser die beiden." Jemandem in seinem Alter hatte er jedenfalls nicht getroffen. Trotz seiner Verletzung konnte er zumindest das noch erkennen. Caelan seufzte und verkniff sich darauf hinzuweisen, dass die Wölfe selten einen Kampf gewonnen hatten. Er wollte nich erneut Streit anfangen. "Warum nicht?", erklärte er auf Ronans Witz hin. Wie er schon gesagt hatte, er wollte keine Entscheidungen mehr treffen, lieber wollte er einfach nur Befehle befolgen. Er wusste nicht wie er auf seine Andeutungen reagieren sollte, er wusste ja noch nicht einmal, ob eine Beziehung zwischen ihnen, selbst wenn sie nur eine Nacht andauerte, überhaupt etwas war, was er sich herausnehmen konnte, nach allem was er getan hatte und Ronans hervorspreschen, nur um sich doch wieder anders zu entscheiden und stattdessen Caelans Haare zu waschen, verwirrte ihn. "Was ist eigentlich mit dir? Du hast mich gefragt ob ich hunger habe, hast du denn hunger?", fragte er.
    • "Dass etwas meine Schuld sein könnte bin ich schon gewohnt, aber seien wir uns ehrlich - ich werde mich wohl nie daran gewöhnen, dass sich die Vergangenheit nicht ändern lässt, oder dass ich mit der Schuld leben muss.", gestand er zähneknirschend, obwohl er sich eigentlich nichts davon anmerken lassen wollte. Rikiya war nun einmal noch immer derjenige, der sein Volk in den Tod senden musste, damit sie nicht auf einmal in tausende Stücke zerfleischt wurden. Was machte er eigentlich, außer die Bürde der Welt umzuverteilen und zu hoffen, die Last würde ihm eines Tages wieder von den Schultern fallen? "Du verletzt mich nicht wenn du ehrlich bist, aber ich will ehrlich sein - ich möchte nicht, dass du dich dazu zwingst, mir irgendetwas aufzutischen, verstehst du? Wenn du bereit dazu und dafür bist, dann höre ich dir zu, aber du solltest nicht um deinen eigenen Komfort ringen müssen." Einer Erklärung würde er nie müde werden und doch war ihm einleuchtend, dass er es mit einem Kaliber wie diesem Mann nie aufnehmen könnte, strengte er sich nicht an und gab sein bestes, ihnen beiden einen gebürtigen Lebensabend zu bescheren. Hier draußen konnte man nicht sonderlich viel mit einem Schaf anfangen, aber womöglich mit seinen Geschichten, die erst dann starben, wenn er es auch tat. "Und doch haben wir es nicht getan. Wir hätten vielleicht doch ein letztes Mal jung und dumm sein sollen." Davonlaufen, in die Fänge des Todes oder die Umarmung der Freiheit - egal wohin, so lange sie beisammen sein konnten.

      "Das war ein Scherz.", ermutigte er Caelan lächelnd, als er den Köder schluckte, ohne auch nur eine Sekunde lang mit der Wimper zu zucken. Es war offensichtlich, dass dieser Mann sich nicht nur Sorgen machte, sondern auch reumütiger war, als es jeder seiner Mitmenschen wirken ließ. Hoffnung war wie ein Aasgeier, der über ihrer beider Köpfe seine tiefen, unermüdlichen Kreise zog. "Huh ... irgendetwas ist da doch faul. Naja, das soll nicht deine Sorge sein, aber mir stinken diese dummen Intrigen schon so sehr.", murrte er und ließ, vielleicht für eine Sekunde zu lange, den Grießgram in seinem Inneren zum Vorschein kommen, der so lange geschlafen hatte, er fühlte sich fremd in seinem Körper an. Shuren war noch nie ein Sonnenschein gewesen, sondern eher ein Dorn in seiner Seite, gleich wie der Rest dieser Familie. Verrückt waren sie alle. "Welpe steht dir besser.", witzelte er weiter, als hätten sie sich beide keineswegs verändert. Zu viel Zeit war vergangen und Rikiya sehnte sich nach mehr Alkohol, um dieses dumpfe Gefühl von Hoffnung in seiner Brust zu ertränken, als würde es ihn sonst ersticken, weil es zu groß war, um aus seinem Rachen nach oben zu klettern, ohne ihm die Luft abzuschnüren. Er war sich doch auch sicher, dass Caelan ihn gar nicht mehr wollte - das hier waren nur Formalitäten und doch lachte er darüber, wirklich so, als würde er sich darauf einlassen. "Ja, eigentlich ziemlich. Ich vergesse essen gut und gerne, wenn ich beschäftigt bin, aber irgendwie ..." Nichts hatte sich verändert und er wollte das auch gar nicht. Rikiya sah zu Caelan herab und wusch sich die Seife aus den Händen, als er sie in die Wanne streckte. "Brauchst du Hilfe beim Auswaschen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ich wollte dich damit nicht kritisieren. Egal welche Entscheidungen du triffst, du wirst nicht immer alle beschützen können, so ist das nunmal, auch ich habe gute Männer verloren. Das heißt aber nicht, dass dir diese Schicksale nicht schwer auf dem Herzen liegen. Meinetwegen brauchst du nicht so tun als wäre es nich so.", erläuterte Caelen seine Absichten. Er war gerne für Ronan da und auch wenn er kein König war, so gab es viele Leben für die er eigentlich verantwortlich gewesen wäre. Er verstand wie schwer das war. "Ich denke nicht, dass meine sogenannten Hledentate solche waren und schon gar nicht hier als solche gelten." Er wollte Ronan nicht vom Krieg erzählen, von seinen dummen Problemen, wenn er es doch war, der den Krieg mitbegonnen hat. Schlachten die er in der Unterzahl gewonnen hatten, fühlten sich nicht wie Siege an. Caelan seufzte leise. Fhaergus Politik und das Geplänkel zwischen ihm und seinem Vater interessierte Ronan vermutlich genausowenig wie die Zeit die er in Alster verbracht hatte.

      "Nein, es ist wahr.", wiederpsrach er mit einem erneuten Seufzen. Die Politik mit der Ronan sich herumzuärgern hatte klang jedenfalls nicht einfacher als das mit dem Caelan es zu tun hatte. Intrigen, andere mächtige Mitspieler deren Loyalität fragwürdig war, sie waren alle nicht so verschieden. Caelan konnte damit allerdings nicht viel helfen. Shuren hatte jedenfalls nicht den Eindruck gemacht als interessiere ihn der Untergang der anderen Wölfe. "Du hast noch nie genug gegessen.", erklärte Caelan. Oft fehlte Ronan der Appetit. Caelan sah Ronan für einen Moment lang an, dann schüttelte er den Kopf. "Das kriege ich noch gut alleine hin.", schmunzelte er. "Ich kann dir bestimmt nicht ausreden uns etwas zuzubereiten, also mach dir um mich keine Sorgen, während ich mich hier fertig machen." Seine Haare auszuwaschen, den Rest seines Körpers abzuschrubben und sich wieder anzuziehen, das konnte er wirklich alleine. Er war noch kein alter Greis, der alleine nicht mehr aufstehen konnte.