spellbound. (earinor & akira)

    • "Musst du das denn? Ich muss dir gestehen, dass ich das überhaupt schaffe liegt eigentlich nur an dir.", bekannte er sich und lachte darüber ein wenig. Caelan war es, den er schon immer bewundert hatte, dessen bodenlosen Quell an Tatendrang und Optimismus er nacheiferte und jetzt, nach all den Jahren in denen er den Quell für sich selbst beansprucht hatte, schien er versiegt - hatte er überhaupt je Wasser in sich, als er sich dessen angenommen hatte? "Ja, ist das so unverständlich?" Die Verwirrung stand dem König ins Gesicht geschrieben. Die Wahrheit war nun einmal, dass sie beide kein Anrecht auf ein Leben der Zweisamkeit hatten und es gerade deswegen ausnutzen mussten, dass der Strom ihres Lebens sie wieder aufeinander zutreiben ließ. Ohne Ausnahme. Wer wusste schon, wie lange sie einander noch haben durften, oder wie viel voneinander sie auskosten konnten, bevor sie der nächste Schicksalsschlag ereilte? Rikiya wollte seine Gedanken nicht mit "wenn" und "aber" oder "irgendwann" überfluten, sich selbst und seine Freude darin zur Gänze ertränken, ihm blieb jedoch nichts über, als die bevorstehende Zukunft mit Unsicherheit und einem mulmigen Bauchgefühl zu betrachten. An gewissen Stellen hatte Caelan doch nicht Unrecht - es einem gesamten Volk zu unterbreiten, dass sie Vergangenheit, die er durchlebt hatte, nicht auf diesem Teil des Kontinents sondern auf einem ganz anderen geschehen war, würde mehr als nur einen seiner Untertanen hellhörig werden lassen. "Tuya wusste es sowieso immer und ich kann nicht behaupten, dass es nicht ohnehin auffällig ist. Ich sehe bei weitem nicht nach einem normalen Wolf aus - ich habe ihnen auch nie erzählt, ich wäre einer. Man hat mich einfach nie wirklich danach gefragt. Wenn nichts davon funktioniert, dann gebe ich die Krone eben ab - ich brauche keinen Titel um zu wissen, was ich richtig oder falsch mache, oder um mit meinem Volk diesen Krieg zu gewinnen. Alte Idioten sollten wissen, wann sie ausgedient haben.", erklärte er seinen Entschluss ein wenig, auch, wenn das lange noch nicht alles war, das er zu bieten hatte - Rikiya fielen zehntausende Ausreden ein, wenn es um Caelan ging. Manch ein Gemüt veränderte sich in gewisser Hinsicht eben nie.

      "Zu viel. Vielleicht jetzt noch nicht, aber du hast dich damals selbstlos um mich gekümmert und alles, womit ich es dir verdankt habe, war dich im Glauben zu lassen, ich wäre bereits tot, weil es die einzige Möglichkeit in meinem Kopf war, die bedeutet hätte, du wärst sicher." Von Darragh hatte er sich schon immer zu viel einreden lassen, immer und immer wieder, bis ihm eigentlich bewusst wurde, dass er es zumindest hätte versuchen sollen. Lieber hatte er ihm aus der Hand gefressen, gleich wie Caelan, in einem Narrativ die Nebenrolle angenommen, die einfach nicht zu ihm passte und sich doch nie so wirklich beschwert. Stille kehrte in ihrer Umarmung ein, in der sich Ronan fast verlor und gleichzeitig nie wieder winden wollte - Caelans Arme, die sich um ihn legten besiegelten den Rest. Wie sehr wollte er von diesem Mann denn nicht, dass ihre Liebe der Unendlichkeit und Ewigkeit standhielt? Wie lange hatte er hiervon geträumt? So lange misste er diese Umarmung, so sehr vermisste er Caelan und als sich sein Herz in seinem Brust zusammenzog find er wieder kläglich an zu weinen, nicht aber, weil er Schmerzen hatte oder wusste, dass es wirklich nur bei einer vermaledeiten Nacht bleiben sollte - nein, es waren Freudentränen, die er sich selbst nicht absprechen wollte. "Manchmal bedarf es keiner Worte, ich bin einfach nur froh, dass du hier bei mir bist. Außerdem kenne ich dich schon, deine Taten haben immer mehr als Worte ausgesagt ... außerdem wäre es langweilig, wenn wir beide gleich wären.", murmelte er gedankenverloren. Rikiya war dort, wo er so lange sein wollte und all die Tension, die sich über die Jahre in seinem Körper und Geist angestaut hatten, ließ los - er fühlte sich wie eine Strohpuppe, als würde er in Caelans Umarmung zusammensacken, würde er nicht so vehement und unerbittlich festgehalten werden oder tat es ihm gleich und klammerte sich an ihn. "Ich will dich nicht gleich wieder verlieren, weil du dein Leben für jemanden niederlegst. Ein wenig Selbstsüchtigkeit würde dir gut tun, auch, wenn ich weiß, dass das nicht du bist.", nuschelte er seiner großen Liebe zu und atmete tief aus. Würden sie einfach so in sein Bett fallen und drei Tage kein Auge öffnen, dann wäre es für ihn genau so in Ordnung - auch, wenn er wusste, dass sie sich das nicht leisten konnten. "Ich bin froh, dass ich dich wiederhabe und dich nie wieder gehen lassen muss. Wir hätten zusammen nach Thria verschwinden sollen ... ich weiß nicht, wie ich es so lange ohne dich ausgehalten habe."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ich habe mir so lange gewünscht, dass du noch lebst. Irgendwann habe ich wohl kaum noch daran geglaubt..." Caelan seufzte tief. "Ich kann das alles noch nicht richtig glauben, es fühlt sich an, als wäre ich schon im Jenseits. Du, hier? Rain auch... nur Ina fehlt. Es fühlt sich an als wäre ich dort draußen ertrunken, oder erfroren, als wäre das alles hier nicht echt..." Sie waren nicht alle ihre Probleme los, aber Ronan wieder zu haben war etwas, das Caelan eigentlich schon aufgegeben hatte. Er hätte besser nach ihm suchen sollen, dann hätten sie vielleicht nicht so viel Zeit verloren. Sie würden sie niemals wieder aufholen können. "Ich möchte nicht, dass du deinen Titel meinetwegen aufgibst. Das wolltest du mir auch nie erlauben. Wenn du diesen Krieg wirklich gewinnen möchtest, dann ist wohl jetzt der beste Zeitpunkt, da Adrestia interne Probleme hat. Ich glaube zwar nicht, dass sich jemand groß für Fhaergus einsetzt, aber... zumindest gibt es überall Unruhen. Du brauchst aber deine Krone, wenn du diesen Weg gehen möchtest." Das Schlachtfeld das sie passiert haben sah so aus als hätten die Wölfe gewonnen. Das war doch ein guter Anfang.

      "Ronan, du hast mir damals nichts abverlangt. Ich wollte mich um dich kümmern und ich war glücklich bei dir. Die Zeit mit dir war die Beste in meinem Leben. Was Darragh mit unser beider Leben angestellt hat, ist nicht deine Schuld und wenn doch, dann trage ich davon viel mehr, habe ich doch viel länger auf ihn gehört..." Er war so dumm gewesen und alles was passiert war, hatte er jetzt davon. Nicht einmal Ina hatte seine Lügen durchschaut, nur seine Methoden in Frage gestellt und Caelan hatte ihre Recht gegeben, auch wenn er sich selbst daran beteiligt hatte. Er hörte Ronan in seiner Umarmung weinen, jetzt war er wohl an der Reihe und Caelan hielt ihn fest. Die Tragödie ihrer Liebe war fast ein Theaterstück wert. Niemals würden sie genug Zeit haben eine angemessene Menge an Tränen zu vergießen und vielleicht sollten sie das auch gar nicht. "Ich möchte nicht, dass du denkst, ich würde nicht immer noch genauso viel für dich empfinden, wie du für mich, dass mich unsere jetzige Situation nicht zerreißt, weil ich den Optimismus von damals nicht mehr aufbringen kann, aber ich will dir vertrauen, wenn du sagst, wir können zumindest jetzt zusammen sein. Ach Ronan, ich habe mir so oft ausgemalt dich zu finden, dich in meine Arme zu nehmen und herumzuwirbeln. Ich hätte dich für mindestens eine Woche nur für mich behalten, verdammt sei die Welt da draußen." So hatte er sich ihr wiedersehen ganz bestimmt nicht vorgestellt und doch lief es sehr viel besser, als die Umstände es vermuten ließen. "Jetzt wo ich dich wieder habe, werde ich bestimmt nicht versuchen zu sterben. Du musst dir keine größeren Sorgen machen, als um jeden anderen Soldaten. Abgesehen davon bin ich viel Stärker als damals. Naja... war es zumindest, ich habe im Norden wohl etwas an Form verloren. Die Luft dort ist selbst mir zu kalt." Caelan lächelte leicht und löste die Umarmung ein wenig um Ronan ansehen zu können, auch wenn er immer noch kaum Details ausmachen konnte. Seine Erinnerung füllte die Lücken. Er legte seine Hand auf Ronans Wange und lächelte. "Na, na, auch gute Dinge sind daraus entsprungen, nicht wahr? Deine Kinder, mein Sohn,..." Caelans Daumen strich über die kühle Wange, strich ein paar der Tränen fort. Für einen Moment fragte er sich, ob er um Erlaubnis bitten sollte, entschied aber, dass Ronan ihm diese wohl schon mehr als deutlich erteilt hatte, also lehnte er sich nach vorne um ihn zu küssen.
    • "Kaum bedeutet aber nicht, dass du die Hoffnung gänzlich aufgegeben hast." Rikiya tat es zumindest auch nicht, war der Meinung, sie beide würden sich wiederfinden, sei es in einem oder zwei Jahrzehnten im Fegefeuer oder noch in der Welt der Lebenden, egal wie, so lange es geschah. Nicht, dass alle Wege, die sie einschlugen auch zum selben Ziel geführt hätten und nicht, dass alles immer so einfach wäre, aber doch glaubte er, dass er in seinem Leben nie glücklich geworden wäre, hätte er Caelan nicht mehr gefunden. "Du willst doch nicht etwa, dass ich dich kneife?", erkundigte er sich inmitten der Absurditäten ihrer Realisationen. Eine Idee war es wert und doch ging das Leben auch weiter, ohne dass sie je wieder hätten füreinander innehalten. War es denn wirklich wichtig, sich darum zu rühmen, wer von ihnen beiden wen mehr vermisst hatte, wer von wem wiedergefunden wurde und wer wem mehr bedeutete? Sie beide konnten sich glücklich schätzen, doch noch Trost und Zustimmung in den Armen des Anderen zu finden, die so wirkten, als wären sie für nichts und wieder nichts zu gebrauchen. "Ich brauche nichts, außer dich. Klingt das unvernünftig? Vermutlich, wahrscheinlich höre ich mich wie eine Antithese zu meinem alten Ich an, aber ich brauche diese Krone nicht, um das Richtige zu tun - ich will sie Khojin nicht aufzwingen, weil ich sowieso weiß, Nayantai kann und will sie nicht haben. Aber wenn sie sie freiwillig nimmt, will ich kein Stolperstein in ihrem Weg sein ... ich bin ziemlich unvernünftig, oder?" So, als würde er Caelan zum Ersten Mal wieder auf einem Ball erblicken und sich sein Sichtfeld langsam aber sicher in trunkene, rosarote Farbtöne hüllen - als wäre die Stimme des alten Mannes noch immer Balsam für Rikiya's geschundene Seele.

      "Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich keine Bürde war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit mir immer leicht war und ich glaube auch nicht, dass ich dir immer Recht getan habe. Manchmal hätte ich mich selbst aufrappeln müssen und mich nicht nur auf dich verlassen. Außerdem, hör auf damit ... wir können die Vergangenheit nicht ändern, Darragh kann uns beiden gestohlen bleiben.", sprach er mit ermahnendem Ton. Wollte er von dieser Art von Rabenvater auch nur mehr ein Wort hören? Er bezweifelte es. Sein Herz befand sich im Zwiespalt, sein Gemüt auch - er wollte nicht mehr loslassen, wollte, dass Caelan ihn erdrückte, glaubte, dadurch wären sie für immer beisammen und doch war es kindlich, nach dem eigenen Tod durch einen Geliebten zu lechzen, selbst, wenn das alles nicht so ernst gemeint war, wie es vermutlich rüberkam. "Nur eine Woche? Lieber wäre mir, du hättest ... nein, das ist unvernünftig. Ach, ich wünschte es wäre nie so gekommen, wie es war, aber daran lässt sich nichts mehr ändern. Ich hoffe einfach, dass die Jahre, die Zeit, die wir jetzt zusammen verbringen können uns gnädig genug ist und keinen Strich durch die Rechnung macht. Ich will dich nicht noch einmal verlieren. Nie wieder lasse ich dich gehen, Caelan - und wenn doch, dann nur, weil ich weiß, dass du wiederkommst. Du hättest Thria vor dem Krieg sehen sollen, wie wunderschön dieses Land war und wie frei man war. Davongestohlen hätte ich dich, länger als du mit Cameron je unterwegs warst.", versprach er ihm im Nachhinein. Vermutlich hätte er es gar nicht so lange hier draußen ausgehalten und als erstes, noch vor Caelan, darum gebettelt wieder nach Hause zu gehen, nur, um dann zu bemerken, dass er dort auch nicht sein wollte. "Du wirst mich doch jetzt nicht mehr herumwirbeln ohne dir alles zu verreißen?", witzelte Rikiya schließlich, der glaubte, seine Wunde und das leichte Fieber würden ihn um die Ecke bringen, wenn Caelan es wirklich versuchen sollte. Hier, in seinen Armen, fühlte er sich nach all den Jahren und nach all dem Blut noch immer mehr als nur sicher und geborgen. "Die ist nicht nur dir zu kalt, ich habe Jahre dort unten verbracht und war kein einziges Mal länger als zwei Wochen gesund. Außerdem mache ich mir mehr Sorgen um dich, als um jeden anderen Soldaten - du warst schon immer meine bessere Hälfte." Das hatte er davon, dass sein Vater ein Wolf an der wezettischen Grenze war und nicht von irgendwo anders her. Nie hatte er diesen Mann wirklich verstanden, nach all den Jahren nicht. Ob Caelan mehr aushielt als er? Perplex sah er zu dem Mann hin, der ihn so sanft in seinen rauen Zügen hielt und ließ sich helfen, lächelte ihn an und kicherte, als wäre er noch immer viel zu jung. "Mhm, ich würde sie nicht missen wollen - und Rain auch nicht." Schnell hatte er ihn ins Herz geschlossen. Rikiya war sichtlich überrascht als er Caelans Lippen auf den eigenen spürte, lehnte er sich doch selbst in den Kuss und fühlte, wie sein Herz in tausende Einzelteile zerbarst. Noch wollte er Caelan nicht gehen lassen - kaum ließ er von ihm ab, nahm er sich das Recht auf einen zweiten Kuss heraus.
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    • "Niemals. Auch was Rain betrifft nicht, auch wenn uns immer gesagt wurde, er würde draußen nicht überleben. Nun sieh dir an wie falsch diese sogenannten Ärzte alle lagen..." Das hieß nicht, dass Rain gesund war und nicht mit Problemen zu kämpfen hatte, allerdings hieß es auch sie hatten ihn ganz ohne Grund eingesperrt, um die Fehler seines Vaters und Onkels nicht zu wiederholen. "Nein. Selbst wenn ich tot wäre, oder das hier ein Traum, dann wollte ich es nicht wissen. Zumindest noch nicht." Zu kostbar war die Zeit zu Zweit und zu heilend. Es fühlte sich an als brauchte Caelan das hier. Hatte er seit Inas Tod eine ruhige Sekunde verbracht? Wohl kaum. Die Sorge um seinen Sohn war nicht gänzlich verschwunden, aber es gab keinen Grund an Ronans Worten zu zweifeln. "Das bist du und das warst du. Was das betrifft hast du dich nicht verändert. Du hättest deinen Titel damals auch liebendgerne aufgegeben, das weiß ich. Ich... Ich will weder der Grund für Streit mit deinen Kindern sein, noch für Streitigkeiten in deinem Volk sorgen, aber ich stehe hinter dir. Ich will mich nicht mit dir streiten und ich habe bereits bewiesen, dass ich keine guten Entscheidungen treffe." Und damit hatte er hoffentlich alles gesagt, um das Thema hinter ihnen zu lassen. So unvernünftig er es auch empfand, es war nicht sein Platz Ronans Entscheidungen zu hinterfragen.

      "Du weißt doch, dass ich dir immer gern alle Arbeit abgenommen habe. Ich bin nicht gut darin stillzusitzen. Umso besser wenn ich mich hier nützlich machen soll, statt deinen Gefangenen zu mimen. Seit du verschwunden bist, hatte ich ohnehin viel zu wenig Zeit zu vergessen, wer ich bin. Ich wollte immer schon viel lieber ein Holzfäller oder Jäger sein." Auch wenn sich das mit der Jagd wohl im Moment als schwierig heraustellen würde, aber Caelan wollte das so lange wie möglich für sich behalten. Auch wollte er versuchen Darragh nicht mehr zu erwähnen, verständlicherweise wollte Ronan nichts von ihm hören. "Lieber wäre dir ich hätte was? Sieh uns an wie wir alte Mäner von der Vergangenheit sprechen.Ich gehe nirgendwohin, Rain und du sind alles was ich noch habe und ich brauche auch nicht mehr als euch. Auch wenn der Krieg uns irgendwann einholen wird, es gibt so Vieles was du mir hier noch immer zeigen kannst. Hättest du mich damals mit hierher genommen, ich denke nicht dass ich jemals hätte nach Hause zurückkehren wollen." Mit Cameron verbrachte Caelan auch so viel Zeit anderswo, weil er es daheim nicht ausgehalten hatte. In einem Land zu leben in dem Ronan und er sich lieben durften klang wie ein Traum, auch wenn sie sich ohnehin nicht aufgehalten haben lassen. "So alt bin ich nun auch wieder nicht. Ich bin sicher ich kann dich noch immer durch die Gegend tragen." Caelan fühlte sich fast in seiner Ehre verletzt, aber er hatte lange Zeit gebraucht um sich zu erholen. Ein wenig Holz zu hacken würde ihn schon wieder auf Vordermann bringen. "Ich war auch schon immer stärker als die meisten Soldaten die du kennst, nicht? Jetzt bringe ich auch noch Erfahrung mit. Mach dir keine Sorgen." Caelan grinste leicht, Ronan ließ ihn sich wieder so jung fühlen, es fühlte sich gut an. "Dass du dich doch an die Kälte gewöhnt hast, zumindest hier... das überrascht mich wohl mehr, als dass du nun ein König bist." Caelan strich über Ronans Arm und die Kleidung die er trug, die nicht so dick war wie sie vielleicht sein konnte. Das Feuer in der Mitte des Zeltes wärmte es gut auf, aber er hatte sich nicht eines Mantels entledigt als er von draußen herein gekommen war. Der Kuss füllte Caelan mit noch mehr Wärme, als hätte Ronan ein Feuer in seinem Herzen entzündet. Ihm blieb beinahe die Luft weg und selbst nach all den Jahren fühlte sich das hier richtig an. Er wollte es nicht übertreiben, aber als er Ronan wieder freigab, lehnte dieser sich von ganz alleine in einen weiteren Kuss. Sein Herz schug Caelan bis in den Hals, er konnte sich nicht erinnern, wann er sich zum letzten Mal so lebendig gefühlt hatte. Er holte Luft als sich ihre Lippen wieder trennten. "Hah, ich bereue, dass ich mich dir so präsentiere. Hätte ich gewusst wen ich heute treffe, hätte ich auf ein Bad bestanden. Einem König so gegenüberzutreten... König... ha... Das ist wohl das Letzte das du jemals werden wolltest." Caelan lächelte ob der Ironie.
    • "Gibst du dir dafür auch die Schuld? Ich glaube nicht, dass Rain dich dafür hasst, oder allgemein hassen könnte. Er ist zu sanftmütig, oder vielleicht würde er seinen Vater einfach nie hassen können.", nuschelte er Caelan zu, als wolle er ihn vor der Wahrheit bewahren, die sie beide einholte, kaum käme eines ihrer Kinder zurück in der großen Zeltstadt an und berichtete von den Dingen, die sie auf ihrer Reise erlebt hatten. "Selbst, wenn nichts von alledem hier real wäre, würde ich bei dir bleiben. Ich liebe dich zu sehr, um jemals von dir abzulassen. Ich denke nicht, dass du ein Leben voller Trauer und Reue verdient hast, oder nach deinem Tod alleine den Weg gehen willst, der für dich vorgesehen ist." Was auch immer die Götter sich erlaubten, Rikiya würde Caelan folgen und ihm keinen Moment der Ruhe gönnen, auch nach dem Ableben nicht. Ob sie beide in die Hölle kämen? Selbst wenn nicht, so wollte er ihm folgen, weil er wusste, Caelan täte dasselbe für ihn, ohne gefragt zu werden - insofern er sich seiner Misere bewusst wäre. "Streit? Ach, Caelan. Die beiden sind erwachsen, sie sind ein paar Jahre älter als Rain, glaubst du denn nicht, dass sie vernünftiger sein sollten als sich gleich mit mir in die Haare zu kriegen? Nur, weil ich die Krone abgebe, heißt das nicht, dass ich die Autorität als ihr Vater ebenfalls herschenke. Ich wünschte, ich könnte sagen, ob es die richtige Entscheidung ist, oder dich darauf hinauströsten, dass ich ihre Reaktionen schon im Kopf habe. Wir können uns nur berieseln lassen."

      Rikiya wollte mehr als alles andere, dass er bei Caelan sein konnte, als König oder nicht, es kümmerte ihn wenig - so lange man ihn nicht von diesem Mann fernhielt. Zu viel war geschehen, als dass er je wieder die Finger von ihm lassen konnte. Welch Genugtuung es war, ihn wohlauf und positiv überrascht zu sehen und wie angenehm es nicht war, sich einfach mit ihm unterhalten zu können. "Mhm, wir beide wären lieber etwas anderes als Fürsten gewesen, nicht? Ich weiß aber auch nicht, ob es mich recht glücklich gemacht hätte, wenn wir auch noch durch unseren Status getrennt gewesen wären." Als Maler hätte er sich ein Klientel erarbeiten müssen, dennoch wäre er spätestens in ein anderes soziales Umfeld gerutscht, sobald ein Mitglied der oberen Kreise - und sei es ein kleiner Graf - Gefallen an einem der Gemälde gefunden hätte. Ob sie in einem anderen Leben auch so zueinander gefunden hätten wie in diesem? Sich auch so lange nicht gesehen hätten, bis sie sich im Alter zur Ruhe setzen konnten? Rikiya wollte es sich gar nicht ausmalen. "Nur eine Woche ist wenig, wenn man bedenkt, wie lange unser Leben ist - lieber wäre mir gewesen, du hättest mich gleich für immer und ewig in Fhaergus weggesperrt, um mich nie wieder teilen zu müssen. Aber das geht schlecht ... Ah, ich sinniere schon wieder in Fantasien herum.", lachte er herzhaft und lauschte Caelan dabei, wie er seinen Satz beendete. "Wir sind alt und senil, nicht? Und dann wären wir auch noch hiergeblieben, ich glaube nicht, dass ich freiwillig nach Alster zurück wäre wenn du hiergeblieben wärst." Womöglich hätte es dadurch nur noch mehr Komplikationen gegeben, oder das falsche Narrativ würde nur noch mehr befeuert werden. Sich in Eventualitäten und nicht ausführbaren Zukunftsgedanken eines vergangenen Lebens aufzuhalten schien so falsch und doch, mit Caelan an seiner Seite so richtig. "Meinst du? Dann sollten wir das probieren, wenn wir uns beide ein wenig erholt haben.", forderte Rikiya ihn heraus, als wären sie noch immer frische siebzehn und er müsste Caelan gerade dazu bringen, sich für ihn zu interessieren. Wo hatte er damals nur den ganzen Mut und die Kühnheit hergenommen, um den Fürst von Fhaergus um den eigenen Finger zu wickeln? "Ich mache mir immer Sorgen um dich, egal wie stark du sonst auch bist." Das war nur die Wahrheit, die Caelan nicht hören wollte. "Ich war der Kälte lange genug ausgesetzt, aber ich muss ehrlich sein - hin und wieder tut mir alles weh und je kälter es ist, desto mehr höre ich das Rasseln in meinen Lungen." Zu behaupten, er wäre ungeschoren davongekommen, wäre einfach nicht die Wahrheit und Caelan verdiente es, diese zu hören. Gerade fühlte Rikiya sich einigermaßen wohl, wenn auch sein Körper noch ein wenig beleidigt war - Caelans Wärme und seine Liebe, die erneut zu brodeln begann, glichen die kühlen Verhaltenszüge des Königs der Wölfe wieder aus, als wären sie nichts. Kaum ließen sie voneinander ab lachte Ronan, weil ihm warm ums Herz und um die Wangen wurde - Caelan war niedlich, so wie am ersten Tag. "Willst du eines? Wir können das Wasser ein bisschen erhitzen ... aber so gut wie in Fhaergus wird es nie. Außerdem habe ich dich schon schlimmer gesehen, oder gerochen und das stimmt wohl. König zu sein wollte ich gleich wenig, wie Fürst ... vielleicht hätten wir einfach in den Süden davonrennen sollen."
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    • "Das ist er, wie seine Mutter, umso schwerer fällt es mir zu akzeptieren, wenn man mir sagt es wäre nicht meine Schuld. Es ist nicht nur das. Ich hätte weniger auf andere hören sollen, Darragh, mein Vater, mein Onkel, all die Ärzte..." Man hatte ihm gesagt er solle in den Krieg gegen Thria ziehen, das hatte er getan, man hatte ihm gesagt man sollte Rain zu Hause einsperren, zu seiner eigenen Sicherheit, auch das hatte er getan als jemand, der nie lange an einem Ort bleiben konnte und man hatte ihm gesagt all das was Rain töten könnte, hinge an ihm, wenn er dort draußen war und kämpfte und eng mit anderen Soldaten zusammenlebte, dann auch noch mit den Wölfen in Kontakt kam. Also hielt er sich von Rain fern, obwohl er ihn gerne hätte aufwachsen sehen und ihm gerne Dinge beigebracht hätte. Caelan blickte Ronan an und lächelte. Wie oft musste er sich noch anhören, dass er von seiner Reue ablassen sollte und das alles nicht verdient hatte? Natürlich würde Ronan bei ihm bleiben, egal was passierte... "Ich war ganz und gar unvernüftig in ihrem Alter... oder zumindest bevor ich Ina geheiratet habe." So betrachtet heiratete er recht jung, während Ronans und seine Kinder wohl noch nicht so weit waren an die Gründung einer Familie zu denken. Wie sollte man das auch guten Gewissens während eines aussichtlosen Krieges?

      "Wir hätten leben können wo wir wollten, wären nicht an einen jeweils anderen Ort gebunden gewesen." Ohne Verpflichtungen, oder stellte Caelan sich das zu einfach vor? Niemand hätte nach ihnen gesehen und sich gefragt warum sie so lange nicht zu Hause waren, wenn sie einfach ihr eigenes Heim gehabt hätten. "Du verlangst viel, mich sperrst du ja auch nicht weg." Obwohl er es sollte und obwohl er Schwierigkeiten haben würde zu erklären warum man Caelan vertrauen konnte. "Umso besser. Wir hätten es versuchen sollen." Jetzt war es zu spät und es machte wohl keinen Sinn zu viel darüber nachzudenken was hätte sein können. "Hah... mir geht es gut, wirklich. Die Reise war lang und unaufregend genug, damit ich mich erholen konnte. Solange du mir nicht an deiner Verletzung zugrunde gehst." Das wäre wohl passend, so wie sein Leben bisher verlaufen war, aber er wollte gar nicht daran denken. "Also muss ich mir doch immer noch große Sorgen um dich machen, jetzt wo ich weiß, wie es sich anfühlt wenn einem kalt ist..." Caelan war bewusst dass man dort oben wohl sehr sehr selten ein Schaf sah, vor Caelan war es wohl nur Ronan gewesen und von dem wussten sie es nicht. Dieses Stück Land war wirklich für kein Schaf gemacht. "Mach dir wegen mir keine Umstände, außer es stört dich. Das Wasser muss auch nicht warm sein." Mittlerweile war ihm nicht mehr kalt, man hatte ihm für das Wetter hier definitiv zu viel Kleidung angezogen, aber Muhan und Oyu schienen als wollten sie sicher gehen, dass er nicht erfror. Dass einem Schaf irgendwo in ihrem Land warm sein konnte, wollte ihnen wohl nicht so ganz einleuchten. "Aber hast du das? Hmm, ich schätze nach diesem Turnier war ich wohl nicht sehr präsentabel, aber ich durfte so viele Tage mit dir verbringen.", schmunzelte er. Die Narbe war nie verblasst und würde ihn wohl auch immer kennzeichnen. Als Ronan verschwunden war, hatte er sie manchmal einfach im Spiegel angestarrt, es war eines der wenigen Dinge die ihm von ihm geblieben waren. "Hah... willst du mir nicht ein paar schöne Dinge aus den vergangenen Jahren erzählen? Und willst du wirklich hier auf dem Boden sitzen bleiben?" Die Wölfe hatten keine Stühle, so viel wusste Caelan und es störte ihn auch nicht so sehr auf einem Polster platzzunehmen, so wie sie sich umarmten und ihre Position wechselten, hatte aber keiner was von einem Polster der irgendwo anders zurück gelassen wurde.
    • “Ich kann dich nicht einmal bezichtigen, dass du es hättest nicht tun sollen. Hörst du auf jemanden, dann nur dann, wenn ihre Entscheidung falsch ist und tust du es nicht, dann nur dann, wenn deine Entscheidung falsch ist. Du hast selten Glück, oder?”, echauffierte Ronan sich, kaum hatte Caelan fertig gesprochen. Nicht, dass er dem ehemaligen Fürsten von Fhaergus auf den Schlips treten wollte - es kam ihm einfach so vor, als würde er gerade all die Fehler, die Caelan nie ausbügeln konnte, aufgetischt bekommen, damit er sich selbst ein Bild machen konnte. Nicht nur Caelan zog dadurch den Kürzeren, sondern auch der Sohn, um den er sich so zu kümmern schien wie selten ein anderer es wollen würde - zumindest aus der Ferne, weil man ihm nicht mehr erlaubte. “Für dich war das wohl auch alles andere als leicht. Hast du es Rain je gesagt? Dass du ihn liebst, dass du ihn gerne auch gehalten hättest? Ich meine, ich gehe zumindest davon aus, dass du das gewollt hättest. Stattdessen hat man dir wahrscheinlich gesagt, du sollst sich fernhalten weil du dein eigenes Kind sonst noch umbringst.” Wie barbarisch die Schafe doch sein konnten - Caelan’s Familie war ein gutes Beispiel, das musste Ronan Allard wirklich lassen. Wenn jemand seinen Sohn hasste und Darragh gerade nicht darüber reden konnte, dann war es wohl Allard, der jeden einzelnen Makel an ihm aufzeigen würde, bis Caelan vollends sein Ende fand. “Ich hatte auch genug Flausen im Kopf. Khojin und Nayantai sind beide etwas ungestüm und nehmen selten ein Blatt vor dem Mund, aber sie sind keine siebzehn und auch keine einundzwanzig. Mittlerweile fühle ich mich ehrlich gesagt schon uralt, aber ich weiß, wie du das meinst. Glaub mir einfach, wenn ich sage, dass sie beide aus der Phase herausgewachsen sind.” Abgesehen davon war Khojin auch diejenige, die Rikiya schon seit jeher als pflichtbewusster ansah als ihren Bruder, der jahrelang Schabernack trieb - fast so, wie Caelan. Ah, er verfolgte ihn als wirklich überall hin.

      “Ich hätte es genossen - von der Hand in den Mund zu leben ist vermutlich um einiges schwieriger, als wir uns das damals ausgemalt hätten, aber ich glaube nicht, dass ich es bereut hätte.” Rikiya hätte sich auch damit zufrieden gegeben, hätte er als etwas gearbeitet, dass nicht zu ihm passte - so lange er bei Caelan sein konnte war ihm alles recht. “Du willst, dass ich dich weg sperre wie einen Gefangenen. Das meine ich mit dem was ich gesagt habe nicht, verstehst du? Wenn du mich einfach vor dem Rest der Welt versteckst, dann musst du weder teilen noch mich wieder hergeben.”, erwiderte er lachend. “Da hast du wohl Recht. Im nächsten Leben?” Ehrlich gesagt reichte es ihm, einmal gelebt zu haben und selbst wenn es ein nächstes Leben gab, so hoffte er, er würde es mit Caelan verbringen und zu friedlichen Zeiten existieren - alles andere konnte ihm gestohlen bleiben, so selbstsüchtig solche Sehnsüchte auch waren. Ein Prusten überkam ihn, als Caelan dann auch noch von seiner Verletzung sprach. “Ah, ich war noch nie gut darin, so etwas zu verstecken. Sie schmerzt ein wenig, aber den Großteil den Fiebers habe ich schon hinter mir. Tut mir leid, ich wollte dir nicht sofort Sorten bereiten. Ich bin einfach nur froh, dass es dir gut geht.” Etwas ungeniert legte er seine Hand and Caelans Wange und starrte ihn für eine ganze Weile an, bevor er sich zur Seite drehen musste, weil ihn das Husten doch noch überkam. “Nein, wenn du die Sorgen um mich machst, dann … ich kann dich sowieso nicht aufhalten. Die letzten drei Jahrzehnte haben mich nicht zu Grunde gerichtet, das werden die nächsten zehn auch nicht.”, versprach er Caelan schließlich. Eine Krankheit, die Rikiya in die Knie zwang, ließ sich eher in Adrestia als in Thria finden - aber sie sollte gar nicht erst existieren, fragte man ihn. “Ich mache mir wegen dir keine Umstände. Du bist mein Gast, mein Geliebter, mein … ein und alles. Dir ein warmes Bad aufzubereiten sollte nicht davon abhängig sein.” Sie hatten genug geschmolzenen Schnee in Eimern in diesem Zelt, er musste ihn also nur aufwärmen - verdammt, er hätte Caelan auch einfach in eine heiße Quelle stecken können, wäre eine in der Nähe dieser Siedlung. Ah, wieso ausgerechnet musste er jetzt auftauchen, nachdem sie die Siedlung verschoben hatten? “Du warst schon ziemlich lange in Alster … und sicher habe ich mir Sorgen gemacht! Ich weiß noch, wie schlecht ich mich gefühlt habe und wie sehr ich an dir geklebt habe. Der Arzt konnte dich aber auch nicht wirklich leiden.” Vermutlich weil Caelan sich auch nicht gerade an seine Vorschläge und Verordnungen hielt, sondern lieber mit Ronan spielte, als wären sie beide Welpen. Es stimmte wohl - die Finger bei sich zu lassen, das konnten sie noch nie. Gerade das war wohl auch, wieso es so offensichtlich war. “Willst du schöne Geschichten, die du schon kennst?”, zog er Caelan auf, als er sich langsam aber sicher von ihm löste und aufstand. Rikiya bot ihm doch noch die Hand an. “Wir können uns in mein Bett legen bis das Wasser warm ist und ich rede mir die Seele vom Leib, über all die schönen Dinge in Thria die die gefallen könnten oder mich an dich erinnert haben. Wie wäre es damit, hm?” Ohne zu warten griff er nach Caelans Hand und verschränkte ihre Finger ineinander.
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    • "Ein ganzes Land zu regieren war nie für mich bestimmt... wie man sieht. Ich konnte nicht einmal meine kleine Familie richtig beschützen... oder dich.", erklärte Caelan leise. Er wusste Ronan wollte nichts davon hören. Er hatte sich nie so gefühlt, als wäre er gut darin ein Fürst zu sein und nie war er sich seiner sicher gewesen, auch wenn er nach außen hin so aussehen musste. "Ich... nein, wir hatten selten Gelegenheit offen zu sprechen. Seine Mutter hat es ihm versichert, aber ich weiß, es ist nicht dasselbe, wenn es nicht von mir kommt. Du... kennst doch die Geschichte von meiner Tante Flora? Und warum mein Vater den Titel des Fürsten angenommen hat, statt meinem Onkel? Er wurde es nicht leid mich mit ihm und Rain mit Flora zu vergleichen und ich wollte nicht für seinen Tod verantwortlich sein. Das hätten weder Ina noch ich verkraftet. Irgendwann war er so groß geworden, dass ich auch gar nicht mehr wusste, was ich ihm sagen sollte und als seine Mutter... es warf mich aus der Bahn und das hätte es nicht dürfen. Ich hätte für ihn da sein sollen..." Da hatte Ronan seine Erklärung, auch wenn Caelan wusste, dass es keine Entschuldigung war. Es gab noch mehr Kontext, aber der war gerade nicht weiter wichtig. "Unsere Kinder mussten viel schneller erwachsen werden...", murmelte er, auch daran trug Caelan die Schuld.

      Caelan seufzte leise, wie gerne hätte er sein ganzes Leben mit Ronan verbracht. "Cameron und ich haben uns oft Wochen alleine herum getrieben, ich denke ich hätte das schon hinbekommen. Ich wollte ohnehin lieber für mich selbst verantwortlich sein. Ob du mir glaubst oder nicht, als Fürst hatte ich außerhalb von Fhaergus auch keine Diener die mir mein Essen gemacht, oder mein Zelt aufgebaut haben." Ganz anders als die anderen Fürsten. "Ich bin es... irgendwie leid dich zu verstecken. Damals wollte ich in die Welt hinaus brüllen wie sehr ich dich geliebt habe." Es war unfair gewesen und für so viele andere war es das bestimmt auch. Nicht nur Wölfe wurden in Adrestia verfolgt. Caelan blickte hinab an Ronans Körper, aber seine Kleidung versteckte das Ausmaß seiner Verletzung. "Fieber?", fragte er besorgt, "Nicht, dass du mir noch eine Infektion bekommst. Ich kann dich nicht verlieren, nicht jetzt..." War er über dramatisch? Vermutlich... Caelan seufzte und schüttelte anschließend den Kopf. "Das kann ich auch alles selbst machen. Gast oder nicht. Ist es wirklich okay wenn ich ein Bad im Zelt des Königs nehme?" Selbst wenn es das nicht war, Ronan würde es ihm nicht sagen. "Bitte sag mir, dass du dir deswegen keie Vorwürfe mehr machst." Die Narbe in seinem Gesicht war wirklich sein geringstes Problem. Caelan sah auf zu Ronan als dieser aufstand und nahm seine Hand, legte aber kein Gewicht auf diese, um Ronans Wunde nicht zu belasten. "Nein, ich will wissen was du schönes erlebt hast.", widersprach er, sein zweiter Vorschlag klang sehr viel besser. "Das klingt perfekt." Er wollte so gerne wissen, dass es Ronan trotz allem auch gut ergangen war, zumindest war er fröhlich und lachte mehr als Caelan es gewohnt war. Er löste sich wieder um sich im Zelt umzusehen, die Feuerstelle war nicht zu übersehen, der Rest waren dunkle Formen, hauptsächlich, speziell dann wenn das Feuer auf deren Oberfläche tanzte statt stillzuhalten.
    • "Du redest dir nur wieder selbst irgendwelchen Stuss ein - vielleicht wolltest du das nie, so hast du dich auch nie angehört, aber dir selbst Unrecht zu tun und dich schlecht zu reden stand dir noch nie." Rikiya konnte sich noch an damals erinnern, als all die hochgestochenen, unzufriedenen Wortlaute aus Allards Mund über Caelan schimpften, ihn wissen ließen, dass er nichts weiter war, als eine Enttäuschung für seinen Vater und doch war es Caelan, an dem die Worte abzuprallen schienen wie an einem schweren Schild. Jetzt sah es eher so aus, als wäre er sein eigener, größter Feind. Zumindest bekam er die Bestätigung für seinen Gedankengang alsbald und Rikiya's gesamte Miene verfinsterte sich, als er sich dessen bewusst wurde, wovon Caelan soeben sprach - vielleicht hätte er seinem alten Herren doch lieber den Kopf abreißen sollen, verbal verstand sich. "Du hast dich von Allard also doch noch beeinflussen lassen, nachdem du seine Meinung so lange abgestritten und nicht wahrhaben wolltest? Ach Caelan ... ich meine, ich verstehe wieso, und das warum auch, aber das war wirklich nicht die Meinung, auf die du dich hättest verlassen sollen. Nicht, dass ich es dir übel nehmen kann - du hast versucht richtig zu handeln. Wichtig ist, dass du jetzt für ihn da bist, ja? Und dir solche Dinge nicht mehr einreden lässt, nicht von mir, oder einem Gehirngespinst deines Vaters, das in deinem Kopf herumgeistert.", bekannte er seine Meinung zu der Thematik, wollte er Caelan doch am liebsten einfach nur in die Arme schließen und nie wieder loslassen. Konnte er sich das nochmals erlauben? Nein, er sollte diese Art von Zuneigung zumindest ein Weilchen aufschieben, ansonsten würde er noch an dem Schaf das er so lange misste festkleben, ihm keinen Platz zum Atmen lassen. "Ich wünschte, es wäre anders gewesen. Wenn ich nicht davongerannt wäre, sondern den Mund aufbekommen hätte ... vielleicht dann ...", nuschelte er. Wenn er sich nach Fhaergus geflüchtet hätte, dann hätte das alles schon ganz anders ausgesehen.

      Ein Schmunzeln umspielte seine Lippen früher als gedacht, kaum sinnierte Caelan weiter über die Vergangenheit, in der Ronan auch noch Herr seines eigenen Reiches gewesen war. Wie gerne er wohl einmal mit Caelan und Cameron unterwegs gewesen wäre und wie sehr er sich mit Cameron über Lappalien gestritten hätte, das wollte er gar nicht erst erfragen. "Das weiß ich. Du warst schon immer ein Freigeist, wolltest nie lange an einem Ort sein und irgendwie bist du es doch gewesen, nur, weil du es mir recht machen wolltest. Damals habe ich das nicht verstanden, aber rückblickend bin ich irgendwie neidisch. Es gibt so vieles, von dem du dir eingeredet hast, dass du es kannst und dann hat das auch funktioniert - das könnte ich nie. Wäre ich einmal mit dir mit gewesen, dann hätte ich mich so gefühlt, als wärst du mein Bediensteter, weil du alles gemacht hättest.", grummelte er peinlich berührt und doch angetan von der Idee, die er oft genug in der Vergangenheit bestaunen musste, vor allem dann, als er diese vermaledeite Hand eine Weile lang nicht benutzen konnte. Wieso machte Caelan es ihm auch so schwer, ihn zu vergessen? "Jetzt hält dich keiner auf, aber mir geht es gleich." Damals hätte er es höchstens Henry erzählt, der die Vorahnung ohnehin schon hatte. Ach, was er nur dafür gebe, die Zeit noch einmal zurückdrehen zu können. "Hm? Bevor es besser wird, wird es immer schlimmer - aber mir geht es schon fast wieder gut, zerbrich dir nicht den Kopf darüber." Der König der Wölfe hielt mehr aus, als zwei Ronan's zusammen. "Du zeigst mir wirklich nichts, das ich nicht schon gesehen oder angefasst habe, wenn du dich vor mir entblößt.", neckte er. Natürlich war das in Ordnung - Caelan machte sich um zu viele Dinge Sorgen, die keinen berührten. "Vorwürfe? Nicht wirklich, aber du machst dir wegen der Brandnarbe hoffentlich auch keine Vorwürfe.", er deutete auf eine seiner beiden Hände, die, mit der er den Hünen nicht nach oben zog, oder es eher vorgehabt hätte, wenn sich dieser Scharlatan je helfen lassen würde. Rikiya murrte, beließ es aber dabei - er griff nach einem der Eimer, der mit halbgetautem Schnee gefüllt war und hing ihn über die Feuerstelle, während er einen Kontrollblick auf den Wanderer in seinem Zelt warf, der erst jetzt auf Erkundungstour ging. "Siehst du etwas, das dir gefällt?", neckte er den ehemaligen Fürsten, von dessen Problemen er keine Ahnung hatte. "Hm, mir fallen die heißen Quellen als erstes ein. Ein warmes Bad kriegst du in Thria nicht unbedingt, aber wir haben haufenweise Quellen ... aber das ist eher ein Ort und weniger eine Erzählung. Das ist mir doch sonst auch nie so schwer gefallen.", sinnierte Rikiya, der wusste, dass er seinen Mund damals einfach nicht halten konnte, zumindest in Caelan's Nähe. Leicht überfordert legte er sich auf sein Bett, die Beine noch fest am Boden davor verankert, als er nach oben starrte. "Warst du eigentlich je wieder mit Cameron unterwegs um deine Stimmung ein bisschen aufzuhellen?"
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    • "Das war eine Sache, die ich mir nie zugetraut habe, vor Allem nachdem ich dich gesehen habe und alles was du bereits für dein Land getan hast.", erinnerte er Ronan. Caelans Vater hatte auch immer noch viel übernommen, zumindest intern und er hätte es sich auch nicht nehmen lassen. Wie oft hatten sie auch deshalb gestritten? Nicht mehr ein Junge der es seinem Vater nie Recht machen konnte, oder wollte, sondern zwei Erwachsene, die immer noch nicht auf einen Nenner kamen. "Es war nicht nur er... mein Onkel pflichtete ihm bei, aber er war schon immer so ein großer Idiot wie ich nun. Mein Vater hatte also Recht damit, dass ich mehr von ihm hatte. Niemals hätte er meinem Vater in dieser Angelegenheit widersprochen, oder überhaupt..." Er hatte sich sein ganzes Leben lang die Schuld an Floras Tod gegeben und Allard hatte ihm niemals verziehen und es ihn auch wissen lassen. "Ob Rain das alles verstehen wird?", fragte er, nicht weil er dachte, dass sein Sohn dumm war, sondern mehr weil er keinen Grund hatte sich Caelans Entschuldigungen anzuhören. "Es ist nicht deine Schuld, ich wünschte nur, ich hätte für dich da sein können.", murmelte er. Stattdessen hatte er das Gegenteil getan.

      "Unsinn.", lächelte er dann und sah Ronan an, "Du bist ein König, hast tief im Norden überlegt und zwei hervorragende Kinder großgezogen. Unterschätze dich nicht, auch wenn du niemals geglaubt hast du würdest so weit kommen, hat es doch am Ende gut funktioniert." Im Gegensatz dazu war Caelan sich selbst zu sicher gewesen, statt darüber nachzudenken ob er das, was er tun konnte auch tun sollte. "Außerdem habe ich dir einhundert Mal gesagt, dass ich dich gerne umsorgt habe. Das hat nichts mit Schuld, oder Aufopferung zu tun, ich war einfach glücklich, wenn ich etwas für dich tun konnte." Jetzt war es wohl auch so, aber Ronan immer noch so zu behandeln wie damals, schien ein wenig fehl am Platz. Trotzdem glaubte Caelan noch immer, dass sie ihre Vergangenheit und auch Gegenwart wohl besser erst einmal für sich behielten. "Hm, das hast du so oft behauptet, auch wenn es dir ganz und gar nicht gut ging. Du wolltest immer mit allem selbst fertig werden..." Vermutlich hatte er sich jetzt auch kaum helfen lassen. Caelan seufzte leicht, lächelte aber schnell wieder. "Ich denke wir haben beide einige Narben mehr.", erwiderte er. Aber prinzipiell hatte Ronan Recht, er hatte Caelan schon oft nackt gesehen. "Das war ein Unfall, anders als all die schlechten bewussten Entscheidungen die ich getroffen habe. Tut die Narbe noch immer weh?", wollte er wissen. Seine eigene war eigentlich kein Problem, manchmal wenn die Wolken sich zusammenzogen, dann stach sie ein wenig, aber so taten es auch all die anderen. Caelan drehte sich zurück zu Ronan. "Hm? Nein, ich war nur noch nie in einem dieser Zelte... zumindest nicht mit genügend Zeit." Er ließ es außen vor, dass er wenig erkennen konnte, aber es tat auch nichts zur Sache. Er bückte sich allerdings um das Schwert vom Boden aufzuheben und zurück in dessen Scheide zu stecken. Danach lehnte er es gegen den Haufen Fell, der wohl Ronans Bett darstellte. Er erkannte auch einen Zweiten auf der anderen Seite. Bevor er sich zu Ronan gesellte, bückte er sich auch nach dem alten, verschlissenen Mantel der einst ihm gehört hatte und blickte ihn für einige Augenblicke an, bevor er zurück zu Ronan sah. "Willst du den nicht endlich wegwerfen?", fragte er ihn. Ronan hatte mittlerweile wohl keine großen Geschichten gefunden die er erzählen wollte. "Im Norden hatte dieser Wolf eine davon in seinem Schloss. Der einzige angenehme Ort dort, wirklich." Caelan gesellte sich nun zu Ronan der sich in sein Bett gelegt hatte. Caelan fühlte sich ein wenig fehl am Platz neben ihm, obwohl es einfach sein sollte. Abgesehen davon, wollte er nicht alles dreckig machen. Er setzte sich nur zögerlich neben ihn und stützte seine Ellbogen auf seine Knie. "Nein. Dafür hatte ich keine Zeit. Er wollte mich besuchen, hat mir sogar geschrieben, aber ich habe nicht geantwortet. Er hat es irgendwann aufgegeben und das kann ich ihm nicht verübeln..."
    • "Ich hatte keinen Spaß daran, Darraghs Hampelmann zu sein und meiner Mutter die Arbeit abzunehmen - manchmal wollte ich so wie du sein, frei und ungeschoren davonkommen, mich nicht mit der Zukunft eines Landes beschäftigen, dass die Hälfte meiner Existenz hasst." Mittlerweile war es wohl die gesamte Existenz seiner selbst. Ronan von Alster war den langen, krummen Weg in den Tod gestolpert und als seine blutige, unterkühlte Leiche einen Schritt über die Schwelle der beiden Länder trat, so wart es Rikiya, dessen Seele sich die Substanz des geschundenen Körpers einverleibte und darin überlebte. "Dreigh hat ihm beigepflichtet? Wenn jemand auf deiner Seite stehen müsste, dann doch er!", beschwerte er sich halblaut und war entsetzt. Wenn er sich das alles so recht überlegte, dann hatte er wirklich keinen blassen Schimmer warum Caelan dieser Familie nicht schon vor Jahrzehnten den Rücken gekehrt hatte. Rikiya war empört, aber auch das beschrieb seine Gefühlslage in keiner Weise so richtig. "Ich kann nicht glauben, was du mir da erzählst. Die beiden haben doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Wäre ich nicht hier draußen gewesen, dann hätte ich das gar nicht erst zugelassen!" Wer wusste, ob Caelan sich dann erst in Ina verliebt hätte, oder es zumindest für die Öffentlichkeit getan hätte. Sein Herz blutete für diesen Mann mit jeder Sekunde mehr und auch, wenn ein anderer sagen würde, es geschehe ihm womöglich recht für all das, was er der Welt danach und davor angetan hatte, so sahen es beide Teile des zwiegespaltenen Wolfskönigs nicht so. "Du kannst ihn nicht dazu zwingen, aber ich glaube kaum, dass er keine Verständnis für dich hat." Wenn Caelan ihm dasselbe entgegenbrachte und Rain's Liebe akzeptierte, was stand alledem noch im Weg? Nayantai? "Dafür hättest du mich noch immer finden müssen und ich war gefühlt am anderen Ende der Welt. Ich hätte mehr tun können und sollen.", verneinte er kopfschüttelnd, wollte von dem Thema dennoch absehen, weil er glaubte, dass es diese Geplänkel nie besser machen würde. Eine Fleischwunde konnte nicht mit Liebe allein geheilt werden.

      "Hervorragend?", lachte er krumm heraus. "Caelan, du kennst die beiden noch gar nicht und wenn du meine Komplimente nicht annimmst, dann kann ich das mit deinen erst recht nicht. Du warst schon immer der, der alles gutgeheißen hat, das ich getan habe." Immer und immer wieder, egal wie dumm die Ideen eigentlich waren, oder wie kindlich und unsinnig er sich verhielt, wenn es schließlich darum ging, wer die Verantwortung trug. Ronan wusste selbst, dass er anderen oft genug Probleme bereitete. "Weil du nie stillsitzen konntest. Das weiß ich noch. Jetzt solltest du eher alt und erschöpft sein, deine Zeit genießen, aber auf mich wirkst du noch immer so rastlos." Es war nicht zu übersehen. Wollte er dieses Fass wirklich aufmachen? Heute schien nicht gerade der richtige Tag dafür, und doch hatten sie die Lawine ohnehin schon losgetreten, oder zumindest den Stein ins Rollen gebracht. "Dieses Mal sage ich das nicht, weil ich zu stolz bin, um es zuzugeben - du musst mir nicht glauben, aber es ging mir schon schlechter.", lachte er obgleich der Tatsache, dass Caelan seine Fehler noch immer aufzeigen wollte und seine Lügen wohl auch noch am anderen Ende der Welt gegen den Wind riechen würde. Stolz war zwar nicht das Wort, das darauf passte, aber es war gut genug. "Definitiv." Dagegen ließ sich nun auch wirklich nichts machen, Narben würden nicht immer mit der Zeit verblassen oder vergehen, sondern blieben hier und da auch für die Ewigkeit bestehen. "Ich würde nie behaupten, es wäre etwas anderes - du denkst doch nicht, ich mache dir Vorwürfe?" Sie hatten sich einfach zu nah an dieses verdammte Feuer gehalten und herumgeblödelt, natürlich hatte Ronan ihm das nie übel genommen, gleichermaßen hatte er sie ein- oder zweimal als Ausrede benutzt. "Wenn es kälter wird, oder das Wetter schwankt. Manchmal auch einfach so, wenn der Mond schief steht oder die Sonne nicht so richtig leuchtet - aber nicht so, dass ich es nicht aushalten würde." Er war um einiges resistenter geworden, als die Jahre ins Land zogen. "Mh, das habe ich mir fast gedacht." Wieso auch nach Dingen in diesen Zelten suchen, wenn man darin kein reines Indiz für das Überleben eines totgeglaubten Mannes fand? Nicht, dass er Caelan dafür je mehr anprangern konnte, als er es nicht schon getan hatte. Dort oben, am fernen Horizont hinter dem Stück Stoff, das seine Sicht vom Himmel trennte, wartete wohl doch noch mehr auf ihn - bevor es dazu kam, dass er seinen kläglichen Gedanken vollendete, riss man ihn wieder heraus. "Den Mantel? In tausend Jahren nicht. Ich kann ihn zwar nicht mehr tragen, aber er war so lange alles was ich hatte - zugegeben, er riecht vermutlich mehr nach mir als nach dir, aber ... ich bin senil und nostalgisch.", gestand er sich beschämt ein. Seine Vergangenheit konnte er nicht einfach loslassen. "Ah, ja, dieses dämliche Schloss aus Eis, oder? Das ist das Einzige, das wir noch haben, alle anderen sind älter als wir beide zusammen es je sein könnten und auch schon genau so lange Ruinen. Komisch, oder? Es können nicht alle Thrianer einfach aus jux aufgebrochen sein um als Nomaden zu leben und diese Strukturen zurückzulassen." Und doch schien es so. Gleich, wie sich der Zahn der Zeit an Caelan verzehrte. "Keine Zeit oder keine Lust? ... Ach, egal. Glaubst du, er hasst dich?"
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    • "Ich weiß und ich fand es war unfair, aber trotzdem hätte ich mich gerne auf meine Aufgabe vorbereitet... auch wenn ich sie nicht wollte." Und er hätte noch länger frei sein können, vielleicht hätte er einfach alleine nach Ronan suchen können, ohne einen Krieg anzuzetteln. Er hätte durch Thria reisen können und vielleicht hätte ihm jemand geholfen, vielleicht hätte er ihn dort oben im Norden finden können wo es viel zu kalt für sie beide war. So viele Jahre hatten sie einfach verloren. Während Ronan wütend auf seinen Vater war, konnte Caelan sich nur fragen an wie vielen Stellen er anders hätte handeln können und was gewesen wäre, hätte er nicht auf diesen Mann gehört. Caelan schnaubte leise. "Der Grund warum mein Onkel seinen Titel an meinen Vater abgegeben hat und warum er alleine in Fhaergus Wäldern gelebt hat war, weil er sich selbst die Schuld an Floras Tod gegeben hat. Er hatte nicht auf meinen Vater gehört, er wollte nicht, dass ich denselben Fehler mache wie er." Ronan hatte nie viel Zeit mit Caelans Onkel verbracht und überhaupt wollte er nie viel Gesellschaft. Caelan hatte sich ihm nur aufgezwungen, wollte immer so frei leben wie er, auch wenn er erst später verstanden hatte, was vor seiner Geburt vorgefallen war. "Ich wollte immer ein besserer Vater für meine Kinder sein als es meiner war. Am Ende waren wir wohl nicht so verschieden." Auch wenn ihre Intentionen andere waren. Caelans Vater hatte ihn nie gemocht, gerade weil er seinem Onkel so ähnlich sah und Allard daran erinnerte was passiert war, warum er die Frau die er liebte nicht heiraten konnte, warum er in Fhaergus fest saß mit einem Splitterhaufen der seine Familie war. Caelan konnte nichts dafür, Rain genauso wenig und doch schwappten die Wellen, die Floras Tod in ihrer Familie ausgelöst hatte, immer noch in ihr Leben. Caelan seufzte, er fühlte sich gleichermaßen schuldig für alles was Rain verpasst hatte, wie auch die Zeit die er mit Ronan verstreichen hat lassen. Nun war zu viel passiert um einfach dort weiterzumachen wo sie ausgehört hatten.

      "Dein Sohn hat meinen beschützt und bis hier her gebracht, auch wenn er stärker ist als wir angenommen hatten, so hätte er das alleine nie geschafft. Deine Tochter beschützt ihn jetzt gerade, sagtest du, nicht wahr? Das alleine reicht mir schon.", erwiderte er und ließ sich damit nicht so einfach abwimmeln. "Ich denke nicht, dass ich mich ausruhen kann." Bis zu seinem Tod nicht, jedenfalls. Dieser Krieg würde nicht einfach verschwinden und für ihn gab es nun auch keinen sicheren Ort mehr. Wäre er es alleine, so würde ihn das weniger beunruhigen, aber Rain war hier nicht sicher. Keiner von ihnen war es. Der Junge hatte diese Siedlung gefunden, ihre Feinde würden das ebenfalls können, früher oder später. Caelan hatte einige Männer sterben sehen und mehr selbst getötet, es brauchte nicht Ronans Verletzung um ihn realisieren zu lassen, dass er ihn, sowie Rain sehr schnell wieder verlieren konnte. Er hatte sie beide gerade erst wieder gefunden, vielleicht machte er sich deshalb größere Sorgen als angebracht. Er wollte den Ausmaß der Verletzung kennen, sehen ob es Zeichen einer Infektion gab, aber er hielt sich zurück, es war nicht sein Platz nach Antworten zu fragen. "Nicht deshalb, nein.", antworte Caelan auf die Frage, ob er dachte Ronan machte ihm nach all den Jahren noch Vorwürfe wegen dieses einen Unfalls der schon eine halbe Ewigkeit zurücklag. Sie hatten lange genug darüber gesprochen und mussten sich gegenseitig versichern, dass sie nichts falsch gemacht hatten, weder Caelan mit dem Feuer, noch Ronan wegen der Narbe in Caelans Gesicht. Caelan legte den Mantel beiseite, den Ronan so unbedingt behalten wollte. Naja, er war da wohl nicht besser, hatte er doch dieses Schwert bis hierher geschleppt, aber jetzt fühlte es sich mehr so an, als brauchte er es nicht mehr. "Vielleicht war es nicht immer so kalt. Jetzt ist es wohl schwer eine feste Siedlung zu betreiben, ohne Felder und dergleichen." Caelan interessierte sich dafür jedoch weniger als Ronan. Es passte aber zu ihm, er wollte immer schon lernen und er konnte sich ihn gut als Historiker vorstellen. "Cameron, mich hassen? Nein, das glaube ich nicht. Ich hatte meine Gründe und wenig Zeit für irgendjemanden, ich war entweder hier draußen, oder musste mich um Geschäfte in Fhaergus kümmern. Ab und an musste ich nach Myriad reisen, oder zu einem Ball gehen und mich blicken lassen. Das war nichts für ihn und ich hätte auch nicht gewusst, wie ich es mir erlauben hätte können etwas anderes zu tun als meine Pflicht. Cameron ist nicht nachtragend und ich denke er versteht es. Freunde zu finden fiel ihm auch stets leicht. Er war bestimmt nicht alleine."
    • "Das kann ich dir nicht ab- oder ausreden.", erwiderte er mit einem schweren Seufzer. Ronan hatte seinen Unmut nie offenkundig anderen vorgetragen, kam es dennoch dazu, so biss er sich spätestens an Caelan die spitzen Zähne aus, die ihm immer schon mehr schlecht als recht gewesen waren. Darragh hätte es früher erahnen können, die Unkenntlichkeit seiner Züge im gleichgültigen Blick seines geglaubten Sohnes, den Unmut, der ihm immer wieder auf den gehässig klingenden Lippen lag und doch zog es sich, länger als jeder Strick den Ronan sich damals hätte drehen können, bis es schlussendlich in tausend Teile zerbarst und ihnen beiden die neue Realität, die Wahrheit ihres Lebens, offenbarte. "Wir hätten beide gut daran getan, mehr von den Lektionen zu haben, die der jeweils andere hatte - aber nicht jeder ist gleich gestrickt. Trotzdem glaube ich nicht, dass Fhaergus bis jetzt überlebt hätte, hättest du keinen Schimmer von dem, was du getan hast." Rikiya glaubte, er wäre für Caelan da gewesen, hätte ihm zur Seite gestanden und womöglich die schwierigeren Aufgaben seines neuen Metiers an sich gerissen, nicht aber, weil er Caelan derartiges nicht zutrauen vermochte - wahrlich wollte er nie mehr, als diesem Mann die Freiheit zu bieten, die er mit der Fürstenkrone auf den strohblondem Haupt nie eingeholt hätte. War er zu nachsichtig mit ihm? "Also haben sie dir ihre Traumata aufgezwungen, rein der Meinung, es würde dich dasselbe Schicksal von Hass und Zwist ereilen? Hattest du das nicht ohnehin schon? Ich will nicht behaupten, ich verstehe ihre Beweggründe gar nicht, aber lass mich ehrlich sagen, ich denke nicht, dass sie das alles aus Mitgefühl getan haben.", grummelte der König der Wölfe, der das Leben nun einmal aus anderen Perspektiven sah. Wahrscheinlich war es auch gar nicht so wichtig, wieso Dreigh und Allard Caelan ihren Willen aufgezwungen hatten - sie taten es nicht aus vorauseilender Trauer um ein Leben, das noch gar nicht versiegt war. "Am Ende? Rain lebt, du lebst - natürlich ist er kein Kind mehr, du kannst die Vergangenheit nicht ungeschehen machen, aber du hast jetzt mehr als genug Zeit, dir selbst und ihm zu zeigen, dass du nicht Allard bist." Derartige Ambitionen waren fehl am Platz in seinem eigenen Leben; seine Kinder hatten das metaphorische Nest schon lange verlassen, waren vermutlich eher eine treibende Kraft in diesem Krieg als er und konnten durchaus behaupten, sie beschützten ihren Vater und nicht etwa umgekehrt. Peinlich war es ihm ohnehin.

      Müder Dinge erhob er sich um das Wasser in die Wanne zu kippen und einen zweiten Eimer über das Feuer zu hängen. "Wäre er körperlich dazu in der Lage, dann würde er dir in nichts nachstehen - er ist schlauer als ich vermutet hatte. Vielleicht wäre dann der Krieg längst kein Thema mehr.", lachte er auf und klang dabei fast schon trotzig darüber, dass es nicht so war. Ach, wenn das Leben nur so einfach wäre, wer wüsste schon, wie sich der Lauf dieser ewigen Geschichte verändert hatte. "Und ich denke, dass du uns nur behilflich sein kannst, wenn du dich vorher ein wenig erholst. Komplett steifgefroren stehst du uns nur im Weg." Rikiya machte sich die Mühe, wieder zu Caelan zurückzukommen und ihn durch das goldene Haar zu streicheln, dessen Anblick er die letzten Jahrzehnte missen musste. Dieser Mann veränderte sich so wenig, wie es der Anblick der Sonne mit bloßem Auge tat - er war sich nicht sicher, wie er damit umgehen konnte, oder gar sollte, aber eines war Rikiya klar: Satt würde er sich an diesem Mann nie wieder sehen. "Sondern? Ich verspreche dir, dass ich auf mich aufpasse - wir werden beide einfach nicht mehr jünger.", säuselte er amüsiert, plätschernd wie ein sonst trockener Bach nach dem ersten Frühlingsregen. Was hatte Caelan nur damit, sich jedes einzelne mal um ihn Sorgen zu bereiten? "Nein, das war es wirklich nicht. Viele Schriftstücke gibt es in Thria nicht, aber bevor es so kalt wurde, gab es Dörfer, Städte und Festungen von hier bis Myriad und bis zur Grenze an den Süden, Nomaden und Wegstreicher waren auch nichts besonderes. Mich wundert eher, dass man sich am kältesten, unfruchtbarsten Ort in ganz Thria für immer und ewig niedergelassen hat - die Eisschichten dort unten sind so dick, dass es dort nie warm gewesen sein kann.", elaborierte Rikiya aufgrund der Halbfrage hin. Kurze Zeit später entfloh er Caelan wieder um den zweiten Eimer in die Wanne zu kippen und kurz darauf einen Dritten und hoffentlich Letzten über das Feuer zu stellen. "Würde sich eine Siedlung in dieser Gegend jetzt niederlassen ist das Selbstmord." Die Schafe fänden sie früher oder später und würden sie niederstampfen oder niederbrennen, je nachdem wonach es ihrem Herz beliebte. "Also meinst du, wenn wir es schaffen, uns irgendwie mit Cameron in Verbindung zu setzen, dass er dir noch immer seine Unterstützung anbieten würde?", neckte er schlussendlich, als hätte er eine Idee - das schelmische Grinsen, welches das ursprüngliche Lächeln auf seinen Lippen ersetzte sagte zumindest so viel aus. "Ich habe vermutlich nicht mehr alle Tassen im Schrank."
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    • Caelan hatte immer gedacht, dass ihrer beider Leben vergleichsweise einfach war, aber durchaus Verbesserungspotenzial hatten. Dennoch, durch seine Taten wurden die Leben so vieler Personen so viel schwieriger, auch das seines eigenes Sohnes. "Mein Vater hat immer noch viel getan solange er gelebt hat, Rain auch.", erklärte Caelan. Er hatte sich um den Krieg und Außenpolitische Angelegenheiten gekümmert, das hatte auch nur bis vor ein paar Monaten funktioniert. Caelan blickte auf seine Hände, war ganz froh Ronan gerade nicht ansehen zu müssen und seufzte leise. Er war froh darüber, dass er ihn nach all den Jahren immer noch so verteidigen wollte, aber Caelan konnte weder seinem Vater, noch seinem Onkel vorwerfen, wie sie alle mit Rain umgegangen waren. "Sie haben es für Rain getan, ebenso wie ich.", erwiderte er. Sein Vater hatte Rain geliebt, hatte ihn umsorgt und war so freundlich und liebevoll mit ihm gewesen wie mit keinem anderen. Caelan konnte ihm nicht vorwerfen Rain nicht geliebt zu haben, noch wollte er Caelan Unrecht tun. Caelan blickte auf. "Ich weiß nicht wie viel Zeit das wirklich ist, kaum genug jedenfalls." Wie lange bis der Krieg sie alle einholte?

      Ronan machte sich zu viel Arbeit, aber er bestand schließlich darauf, dass Caelan sein Gast war. Er hielt ihn nicht auf, als er sich um das Wasser kümmerte und glaubte ihm, dass seine Verletzung nicht zu schlimm war. "Ich glaube nicht, dass meine Stärke ihn in dieselbe Richtung getrieben hätte. So hatte er viel mehr Zeit mit seiner Mutter verbracht und auch meinem Vater, die beide gegen den Krieg waren. Ich glaube nicht, dass sie ihm das gesagt haben, aber seine Fürsorge kommt daher." Wäre Rain mit ihm in den Krieg gezogen, wer wusste schon wie er aufgewachsen wäre? Rain lächelte Ronan an und schüttelte seinen Kopf. "Mir ist schon seit geraumer Zeit recht warm. Es ist Sommer, der Schnee ist fast gänzlich geschmolzen, du weißt, dass ich mich im Schnee wohler fühle." Durchgefroren war er nur im Norden gewesen. Caelan blickte auf als Ronan wieder näher trat und lächelte ihn an, als er durch sein blondes Haar strich." Wir drehen uns im Kreis." Es gab so vieles für das Ronan ihm Vorwürfe machen konnte, aber er wollte nicht und Caelan wollte ihn nicht dazu drängen. Caelan lehnte sich gegen die Hand in seinem Haar, Ronan verließ ihn aber bald wieder. "Sie scheinen gut zurecht zu kommen und Adrestia wird sie dort oben auch niemals erreichen können. Manchen von euch wird es dort oben auch gar nicht kalt. Es ist sicherer als es hier ist.", erwiderte er. Woher kam Ronans plötzliches Interesse? Seine nächste Frage war ein bisschen verrückter." Und was soll er dann für mich tun? Ein paar Wölfe woanders hin verschiffen? Ein Schiff alleine ist nicht genug, für nichts und Fhaergus liegt nicht am Meer. Sein Bruder ist ebenso motiviert diesen Krieg fortzuführen wie sein Vater."
    • Nahm er sich zu viel heraus, oder ging er mit Caelan zu harsch um? Rikiya konnte nicht behaupten, dass er ein Mitspracherecht hatte, oder sich ein Urteil auferlegen durfte, weil es seinen Kindern - vergleichsweise - eigentlich gut gegangen war, bis auf eben jene Lappalie, die sie bis ans Ende ihrer Tage begleiten wollte. Dieser vermaledeite Krieg. "Das spreche ich ihnen gar nicht aber, aber nur sie zu loben und dir selbst nicht auch ein paar Lorbeeren in die Krone zu stecken steht dir nicht und ich bezweifle, dass du sie nicht verdienst." Dieses Gespräch würde sich irgendwann im Sand verlaufen, bis sie beide gar nicht mehr wussten, worüber sie diskutierten. Rikiya war lediglich froh, sich wieder mit Caelan aufhalten zu dürfen und ihn zu necken, aus den Reserven zu locken, die wie standhafte Mauern auf jede andere Person wirken wollten, nur, dass sie wie ein Kartenhaus vor ihm zusammenbrechen sollten, so wie vor all den Jahren. "Ihr habt das getan, von dem ihr dachtet, es sei richtig. Nur, dass sie wiederum auf dich eingeredet haben, oder? Hättest du das alles gemacht, wenn sie dich nicht dazu aufgefordert hätten, hm?", wollte er wissen, tischte er Caelan doch einen fragwürdigen Blick nach dem Nächsten auf. Hier und dort würde man doch beinahe glauben wollen, Rikiya hätte sich einen Narren an dem fremden Mann gefressen. "Meinst du, Rain fällt vor dir vom Fleisch? Oder dass dich die Wahrheit dieser Welt schneller einholt als dir lieb ist?" War das wirklich eine Frage? "Ich glaube, dass weder noch passieren wird. Wenn du deinen Kopf immer nur in den Sand ... err, Schnee steckst, dann bleibt er dir aber auch nicht lange.", ermahnte er Caelan im Endeffekt.

      Seinen Gast zu umsorgen und zu umhegen stand ihm zwar nicht, Rikiya gestand sich aber auch ein, dass Caelan wohl eine andere Priorität in seinem Kopf hatte, als jeder andere Mensch es je würde. Wieso auch nicht? Noch immer waren die Gefühle, die er für diesen Mann empfand, wie ein Kloß in seinem Hals und seinem Herzen. "Du hast recht - Dichter und Denker kommen nicht unbedingt auf dem Schlachtfeld hervor und wenn er nicht so sanftmütig wäre, dann wäre es womöglich auch nicht so einfach gewesen, ihn davon zu überzeugen, dass Thrianer keine dummen, hungrigen Hunde sind. Ach, was mache ich nur ..." Nicht jeder wäre so einfach zu überzeugen wie Caelan oder Rain, dem war er sich sicher. Sicher wäre es einfacher, diesen Krieg in Grund und Boden zu stampfen und dem Gar auszumachen, wäre Henry noch am Leben, aber dem wart anscheinend nicht mehr. "Mhm, du konntest vom Schnee nie genug bekommen ... jedesmal, wenn du im Winter über die Berge von oder nach Fhaergus wolltest hast du mich wahnsinnig gemacht. Wer tut sich so etwas freiwillig an?", belächelte Rikiya die dummen Jugendaktionen Caelans. "Wie Herbstlaub, das stetig von einem Baum fällt und nie den Boden erreicht.", witzelte er sogleich und hielt seine Hand in das Wasser der Wanne, um zu sehen, ob die Temperatur wohl noch allmählich angenehm war, oder ob Caelan frieren wollte. Ein thrianischer Sommer war noch immer um einiges milder als einer in Adrestia. "Einigen von uns. Meinen Kindern wäre auch nicht kalt, aber ich würde mich wieder in Grund und Boden frieren - dir war doch auch kalt, oder?" Allem Anschein nach war es nicht kalt genug gewesen, um diesen Mann in seine Knie zu zwingen - Rikiya konnte es nur schwer glauben, dass auch nur ein Schaf dort unten überlebte, und doch, wenn es seines sein sollte, dann wohl wirklich Caelan von Fhaergus. "Ein paar Wölfe? Oh nein, du denkst zu krumm. Natürlich profitiert Stenz von diesem Krieg und so wie ich Cameron in Erinnerung habe, hat er wohl wenig Interesse, sich selbst auf den Thron zu setzen, aber ... um einen Krieg zu beenden können wir uns nun einmal nicht nur auf all die Wölfe und, was, ein paar Männer aus Fhaergus verlassen? Aber ich philosophiere hier nur vor mich hin.", stellte er knapp fest und kippte den letzten Eimer in die Wanne - er fasste alsbald nach Caelans Hand. "Na dann - die Wanne wird ein wenig zu kurz für dich sein, aber besser als nichts."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • "Ronan, wie kann ich mich nicht selbst verteufeln, nachdem ich diesen sinnlosen Krieg unterstützt habe und mein Land verloren habe?", seufzte er. Er hätte sich seiner nicht so sicher sein sollen, er hätte Darragh nicht vertrauen sollen, es gab so Vieles, das er falsch gemacht hatte und Ronan ebenso." Haben sie aber, weil sie schon einmal jemanden verloren haben. Wieso sollte ich ihnen Vorsicht und Sorge vorwerfen? Ich bin alt genug um meine eigenen Entscheidungen zu treffen und ich habe mich für Vorsicht entschieden." Er war es bereits jetzt leid von Ronan einen Freibrief für alle seine Taten zu bekommen. Der Krieg war Darraghs Schuld, Rain einzusperren war Allards Schuld, der Zustand seines Sohnes war des Königs Schuld. Caelan hatte seine Finger überall im Spiel und konnte es nicht leugnen. "Der Krieg, Ronan. Ich habe das Schlachtfeld gesehen und du bist immer noch verletzt. Wenn wir euch finden konnten, dann können andere das auch. Es ist nur eine Frage der Zeit und wir können nicht jeden Kampf gewinnen, noch dazu ohne Verluste." In all den Jahren, wie viele Kämpfe hatten die Wölfe denn gewonnen? Sie waren in der Unterzahl, hatten keine schützenden Befestigungen und waren geschwächt, weil sie alte und Kinder beschützen mussten.

      Ronans Worte über Rain waren nett und wahr, dennoch hörte er sich an wie ein Träumer. Er wusste, er konnte nicht jedes Schaf überzeugen und auf seine Seite ziehen, nur weil er zufälligerweise zwei gefunden hatte, die es waren. Wenn Ronan nicht er wäre, dann hätte er Caelan nicht so leicht auf seine Seite gezogen. "Hättest du mich doch über die Berge begleitet, es hätte dir damals den Weg zu mir eröffnet.", seufzte Caelan beinahe ein wenig Vorwurfsvoll. Konnte er Ronan so einfach verzeihen, dass er ihn nicht nach Hilfe gefragt hatte? "Mir war kalt, ja. Ich konnte die Luft dort kaum atmen.", nickte er und es war keine Lösung für sie, erst Recht nicht Rain, aber zumindest ein paar Wölfe waren dort oben unantastbar. Als Ronan ihm die Hand reichte, um ihn auf seine Füße und zu der Wanne zu bekommen, biss Caelan sich auf die Zunge, aber folgte ihm. "Um den Krieg zu beenden...? Ronan, ich..." Es war lächerlich plötzlich eine Chance zu sehen, nur weil Caelan nun hier war. Ein paar vereinzelte Soldaten aus Fhaergus und Cameron waren sein großer Plan? Das machte sie kaum 30 Mann stärker, gegen eine viel größere Armee und Myriads Mauern. Caelan seufzte, das hier war weder sein Land, noch sein Volk, noch war er ein Teil davon. "Wenn du willst, dass ich mit ihm spreche, dann tue ich das, dann musst du mich aber an die Küste zurück schicken und das am Besten alleine."
    • "Das verlange ich nicht von dir, es wäre idiotisch, täte ich das und würde dir deine Gefühle auch noch absprechen.", entgegnete er Caelan. Sie waren wahrhaft dabei, sich in immer wieder gleichziehenden Kreisen zu bewegen, eine abwärts gerichtete Spirale zu nehmen und irgendwann am Grund des bodenlosen Fasses anzukommen, das sie vor einer Stunde oder mehr - vielleicht weniger - aufgerissen hatten. Die Wahrnehmung, Caelan könnte in seinem Leben nichts falschgemacht haben, war nun einmal falsch. "Weil du vielleicht geglaubt hast, dass es nicht das Richtige war. Aber lassen wir das, ich mische mich hier in Dinge ein, die mich nichts angehen. Sei dir nur dessen bewusst, dass ich immer ein offenes Ohr für dich haben werde." Ein offenes Herz war wohl eher das, was Rikiya meinte. Seinen eigenen Namen in den Geflechten der Worte Caelan's zu hören fühlte sich dennoch fremd an, als würde er gerade einem senilen, alten Mann Gehör schenken, der langsam einem Geist seinen Werdegang berichtete und der Vergangenheit einfach nicht Herr wurde. Ronan war, retrospektiv, nie real gewesen und doch musste Rikiya sich fragen, ob er sich damit nicht selbst schadete, daran zu glauben. "Wir können aber auch nicht bei jedem Kampf und jeder Schlacht davon ausgehen, dass es keiner von uns unbescholten zurückschafft - außerdem hast du die Wunde nicht einmal gesehen. Mir geht es gut, mach dir nicht so viele Sorgen um mich. Ich bin einfach alt.", versuchte er, ihnen beiden einzureden. Ein Fieber und leichter Husten aufgrund von aufgetrenntem Gewebe war nicht unbedingt die herkömmliche Definition von "gut", aber er würde (über)leben.

      Gebar man erst seine eigene Veränderung, demnach wie der Prozess einer Raupe die nach dem unlängst vergänglichen Dasein eines Schmetterlings lechzte, so glaube man, die Metamorphose nahm einem unweigerlich die eigene Realität. Jene Realisation, man wäre selbst nicht alleinig der Veränderung würdig gewesen, traf einem nur dann wie ein Schlag im Gesicht, kaum öffneten sich unkenntliche Pforten in alte Gefilde. Caelan's bloße Präsenz war anhand dessen bemessen - eine sperrangelweit geöffnetes Tor, ein Schlupfloch in eine unkenntliche Vergangenheit - eine nicht verheilende, klaffende, immerwährende Wunde in der Brust eines totgeglaubten Mannes. "Vielleicht hätte es das, vielleicht wäre ich elendig in den Bergen gestorben und du hättest dir bis an dein Lebensende Vorwürfe gemacht. Ich hätte mir bis an mein Ende Vorwürfe gemacht, wenn Darragh dir ein Haar gekrümmt hätte, weil du mich in Schutz genommen hast.", stellte er die Situation erneut klar. So sehr, wie Caelan glaubte, er hätte dadurch etwas gewonnen, so sehr täuschte er sich mit jeder Sekunde mehr. "Also ging es dir kaum anders als mir. Wenigstens bin ich froh, dass du es bis hierher ausgehalten hast." Seine Seele ein wenig baumeln zu lassen wäre dementsprechend in Ordnung - die müden Kerben, die die Jahre in Caelan's Gesicht gemeißelt hatten, würden sich nie gänzlich glätten lassen, aber der Ronan-Teil in Rikiya war es nun einmal, der sich nach der unantastbaren Vergangenheit sehnte. Vermutlich war es auch der Teil, der darauf bestand, all seine Sünden zu annullieren und ihm die gleiche Liebe zu schenken, die er schon immer für ihn über wusste. "Ich weiß, die Idee ist verrückt, hirnrissig, nicht umsetzbar. Wenn ich die Sonne schon wieder habe, dann will ich wenigstens auch ein wenig nach den Sternen greifen." Beinahe war es Stolz, der ihm aus dem Rachen kroch. Er wandte Caelan den Rücken zu, um sich um einen Kessel Tee zu scheren, kaum brachte er ihn zu der Wanne und dem angenehmen Wasser darin - ein paar getrocknete Kräuter schwammen oben auf, aber der Duft schien eher sanft in der Luft. "Mach dir darüber erstmal keinen Kopf. Ich schätze deine Hilfsbereitschaft, aber wir sollten zuerst alle Ideen durchgehen - nicht nur wir beide."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Caelan hatte einige falsche Dinge getan, die sich für ihn aber erst später als falsch herausgestellt hatten. Als er sie getan hatte, war er noch nicht dieser Meinung gewesen. Es brauchte auch gar nicht Ronan, der Caelan dazu gebracht hatte den Krieg zu überdenken, oder in Frage zu stellen, wie er seinen eigenen Sohn behandelt hatte. Caelan hatte sich aber selten dazu gezwungen gefühlt etwas zu tun als er jünger war. Die Reue kam mit dem Alter. "Ich kann aber auch nicht davon ausgehen, dass uns viel Zeit bleibt.", murmelte er. Keiner von ihnen war sicher keiner von ihnen konnte sich dem Tod für immer entwinden. Nicht er, nicht Ronan, nicht ihre Kinder. Vielleicht war es die Tatsache, dass Ronan schon so lange inmitten dieses Krieges leben musste, während Caelan ihn die meiste Zeit weit von zu Hause weg behalten konnte. Diese ganze Situation machte ihn nervös und im Moment sah er auch keinen Ausweg, vor allem nachdem er solange auf der Seite der sogenannten Gewinner gestanden hatte.

      "Und so habe ich mir viel mehr vorzuwerfen, als wenn ich es geschafft hätte dich zu beschützen. Es war die einzige Aufgabe die ich hatte, alles was ich wollte.", erwiderte Caelan. Das war wohl sein erster Fehler gewesen, der Beginn einer Reihe an Fehlern die so, so vielen Menschen das Leben gekostet hatte. Er fühlte ihre kalten, toten Hände auf seinen Schultern, wie sie ihn zu sich holen wollten. Caelan glaubte nicht, dass er jemals Frieden finden würde, weder im Leben, noch im Tod. Fie Realisation, dass all diese Menschen für eine Lüge gestorben waren, machte es umso schlimmer. "Ich glaube fu verstehst mich zumindest ein bisschen falsch. Mir war kalt, ja, die Zeit im Wasser treibend mit einer Kälte die ich noch nie zuvor erlebt hatte, hätte mich fast getötet und ich war eine Zeit lang krank. Aber unsere Reise hier her hat lange genug gedauert um mich zu erholen und das Wetter jetzt ist gleich einem angenehmen Frühlingstag in Fhaergus." Ihm war nicht kalt zumindest nicht mehr. Bald würden die Temperaturen für ihn an unangenehm warm grenzen. Caelan stand nun neben der Wanne und schüttelte leicht den Kopf. Er war anderer Meinung. "Ich denke ich würde das Schicksal herausfordern, würde ich nach noch mehr verlangen. Mein Sohn lebt und du... Du tust es auch. Die Tatsache dass Ina nicht hier ist alleine verrät mir, dass dies weder ein Traum, noch der Tod ist." Diese Gnade hatte Caelan nicht verdient. Er war ganz froh, dass Ronan ihm den Rücken zukehrte und er tat dasselbe als er sich der immer noch ungewohnten Kleidung entledigte und ins Wasser stieg. Wie konnte er das heiße Wasser verneinen nachdem Ronan sich die Mühe gemacht hatte? Ihm war nicht kalt, aber das Wasser war dennoch angenehm und lockerte seine angespannten Muskeln. Einen Moment nahm er sich, lehnte sich zurück und atmete aus während er die Schatten des Feuers and der Zeltdecke betrachtete. Dann lehnte er sich an den Rand und sah hinüber zu Ronan. "Ich denke ich sollte gar keine Pläne durchgehen. Das ist eure Sache." Als einfacher Soldat war er besser aufgehoben. "Ich schulde dir so viel und doch bist du es nun der mir ein Bad und einen Tee herrichtet? Ich fühle mich schlecht." Eine sanfte Bitte doch lieber zu ihm herüber zu kommen und die Arbeit beiseite zu legen.
    • Rikiya hatte nicht genug Hände, um all seine Probleme und Fehler in seinem Leben über die letzten Jahrzehnte aufzuzählen - er hatte nicht genug Selbstvertrauen, würde er sich einreden, dass er nichts davon bereute. Natürlich war ihm klar, dass er in seinem Leben einiges falsch gemacht hatte. Offensichtlich war die Idee, er war von allen guten Geistern verlassen, keine Falsche. Ehrlich gesagt wollte er nicht einmal glauben, dass er in seinem Leben nichts richtig gemacht hatte; es würde sich erst dann zeigen, was er denn eigentlich von seinen Taten erwarten konnte und wollte, kümmerte sich ein wenig um sein eigenes, verworrenes Antlitz. "Wir sollten beide nicht in der unkenntlichen Zukunft schwelgen, die uns vielleicht vor unserer Vergangenheit einholt. Wenn ich ehrlich bin, dann würde ich lieber in der Gegenwart mit dir bleiben. Ich weiß, dass das keinem von uns beiden weiterhilft.", bekannte er seinen Fehler offenherzig, musste sich aber dabei sicher sein, dass er nicht das Unmögliche verlangte. Eigentlich ganz im Gegenteil - er schien nach irgendeinem Standbein, irgendeiner Konstante zu greifen, damit er sich zumindest an der Seite von Caelan eine Zeit lang rekeln konnte, ohne an das zu denken, das ihnen noch blühte oder gar nie wirklich aus dem Sinn gehen würde. Verzweiflung und Angst stand ihnen beiden einfach nicht gut, so viel war klar.

      "Für so etwas willst du dir die Schuld geben? Du weißt ganz genau, dass es eher meine Schuld ist, als es je deine sein könnte.", erinnerte Rikiya ihn, hörte sich dabei aber auch fast schon enttäuscht von der Wahrnehmung an, sie würden sich gegenseitig derartige Reue schulden. Natürlich stand es ihnen beiden nicht, sich nur Steine in den Weg und in die Stiefel zu legen und doch stand es ihnen beiden nicht, sich die ganze Zeit im Kreis zu drehen. Sie tanzten nicht zusammen, die Zeiten waren ohnehin schon lange vorbei. Lieber war es Rikiya, der über seinem Teekessel stand und mit einem brütendem Gesichtsausdruck darüber nachdachte, wie er sich selbst den Gefallen tun konnte, Caelan klarzumachen, dass er mehr als nur eine Minute innehalten musste um wirklich zu verstehen, worum es eigentlich ging. "Also willst du mir sagen dir wird bald warm? Ach, Caelan, du bist wirklich ... ich weiß nicht. Ich glaube kein anderes Schaf auf dieser Welt ist so wie du." Das sagte er nicht unbedingt weil er diesen Mann in sein Herz geschlossen hatte und er für ihn unverwechselbar war, oh nein. Rikiya sagte es vielmehr weil er wusste, dass sonst kein anderer Mann dort unten unbescholten überlebt hätte und sich bei der Rückreise auch noch erholte. "Dann solltest du das Leben, das du noch hast, allem voran für sie und Rain wertschätzen. Ina würde sicher nicht wollen, dass du realisierst, wie falsch du gelegen hast und dann, als erstes, gleich Rain alleine in dieser Welt lassen.", pflichtete er ihm stellvertretend bei - er kannte die Frau von der Caelan sprach, weder im Namen noch im Aussehen, aber er würde meinen, sie hätte diesem Mann öfter die Leviten lesen müssen und nicht so sanft mit ihm sein dürfen. Schlussendlich war es aber doch egal, wie sehr er sich an solche Realitäten klammern sollte - Rikiya war einfach froh, nicht mehr alleine sein zu müssen. Kaum zischte der Teekessel war er schon damit beschäftigt ihnen beiden eine Tasse einzugießen. "Wir brauchen dein Wissen, ob du teile willst oder nicht - tut mir leid.", belächelte er Caelans Versuch, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Mit einem süffisanten Seufzen reagierte er auf die nächsten Worte, schnappte sich einen Hocker und die zwei Tassen Tee, und stellte diese darauf neben der Wanne ab. "Du bist mein Gast, außerdem bin ich wirklich schlecht darin geworden, einfach herumzusitzen.", erwiderte er und blickte dabei in Caelans Gesicht - irgendetwas passte nicht, aber Rikiya konnte nicht herausfinden, was es war. Anstatt sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wechselte er lieber das Thema. "Ist das Wasser wenigstens angenehm?"
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    • Ronan hatte wohl recht damit, dass sie sich lieber mit der Gegenwart beschäftigen und die Zeit gemeinsam nutzen sollten. Wer wusste schon wie viel Zeit ihnen noch blieb und sie hatten schon viel zu viele gemeinsame Jahre verloren. "Du hast Recht.", lächelte Caelan, sie konnten das Gespräch damit beenden. Caelan dachte immer noch über die Zukunft nach, über Ronans verrückte Idee allen mitzuteilen was zwischen ihnen war und eventuell ist und was sein würde, würde er auf Caelan hören und es für sich behalten. Er fragte sich wie es Morgen weiter gehen würde, was all die Wölfe von jemandem wie ihm hielten und ob sie verstehen sollten, dass er nicht nur irgendein Schaf war. Er fragte sich auch was er Oyu sagen sollte, die ihn sicher mit Fragen löchern würde bis er in eine Ecke getrieben war und sich keine Ausreden mehr einfallen lassen konnte. Wie konnte er sich hier nützlich machen? Wie konnte er Ronan dazu bringen aufzuhören ihn zu bedienen und ihm das Leben zu einfach machen zu wollen? Am Ende brauchte er ihn oder Oyu auch immer noch, um überhaupt mit irgendjemandem hier zu kommunizieren, während er warten und vertrauen musste, dadd sein Sohn unbeschadet zurückkehrte.

      "Du hast dich nur um mich gesorgt, ich wünschte ich wäre Stärker gewesen, damit du dir sicherer gewesen wärst." Auch hier würden sie wohl nicht auf einen Nenner kommen. "Nein, Ronan.", grinste Caelan anschließend, stolz darauf, dass er immer noch etwas Besonderes zu sein schien, "Mir wird nicht warm, mir ist warm, vor Allem mit all der Kleidung die mir die beiden aufgezwungen haben, weil sie dachten ohne würde ich erfrieren." In dem eisigen Schloss war es durchaus viel zu kalt gewesen, selbst mit einem Feuer in seinem Zimmer unter Decken und Fellen, aber hier? Er war die Temperaturen gewohnt und war auch jedes Jahr hier gewesen." Ich sagte dir doch, dass ich mein Leben nicht wegwerfen werde." Aber wenn er eine Wahl zu treffen hatte, dann war es eine einfache. Dann seufzte er. "Ich teile mein Wissen gerne, das heißt aber nicht, dass ich an Entscheidungen beteiligt sein sollte." Es war zwar schwer die Kontrolle abzugeben, speziell angesichts dessen, dass die Wölfe bisher die meisten Schlachten verloren haben, aber er hatte genug angerichtet. Wenigstens kam Ronan wieder näher und Caelan sah ihn mit einem Lächeln an. "Dein Gast, hm? Ich denke das wäre ich, würden wir uns nicht kennen. So fühlt es sich komisch an wenn du mich als deinen Gast bezeichnest." Er griff nach seinem Tee und nahm einen Schluck. "Ja das Wasser ist angenehm." Caelan stellte die Tasse wieder ab und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Er seufzte und suchte die richtigen Worte. "Hör mal, ist es frech zu fragen, ob du etwas anderes als Tee zum anstoßen hast?" Die Luft zwischen ihnen war nicht so leicht wie sie es sich wohl gerade wünschen würden.