[2er RPG] Taranokes Schlacht

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Flora war selbst überrascht, als Codren losstürmte. Fast schon hatte sie diese blutend am Boden gesehen, oder Corin. Aber der Elf hatte sich wohl unter Kontrolle und machte keine Anstallten, Codren mit einer Waffe zu richten, und den Angriff als Verrat anzusehen.
      Die Soldaten, die diese Angelegenheit mit Interesse und Wetten beobachteten, ernteten nach Corins Erklärung einen wütenden Blick von Flora, was diese sich murmelnd abwenden lies.
      Sie trat einen schritt vor und legte ihre Hand auf Codrend Schulter. "Genug jetzt. Corin durch die Wand zu drücken würde uns auch nicht weiter helfen."
      Mit etwas Druck schon sie Codren beiseite und stemmte selbst die Hände in die Hüften.
      "So ist das also? Mit und zu Reisen bringt dich in Lebensgefahr? Nun, ich zwinge dich nicht und zu begleiten. Suche deine Königin, wenn du es wünscht. Aber, vielleicht bringt dich das ja auch in Lebensgefahr, und du flüchtest erneut in den Wald, und überlässt deine Königin ihr grausames Schicksal. Und wage es nicht, Codren als schwach hinzustellen. Sie hat schon sehr viel für mich getan, weshalb ich ihr außerordentlich dankbar bin. Vielleicht hat sie wie ich ein paar Fehler, oder es mangelt an Erfahrung, aber deshalb ist man nicht schwach."
      Dann tippte sie mit dem Zeigefinger auf seine Brust. "Und was auch immer der Herr für Fähigkeiten hat, die es ihm eventuell zuwider ist, diese anwenden zu müssen, selbst wenn es sich um einen Notfall handelt, dann möge der feine Herr das gern für sich behalten. Aber gib uns nicht die Schuld, wenn du sie benutzt. Dennoch scheinen wir dadurch auch überlebt zu haben. Und ich danke dir in diesem Fall trotzdem. Und jetzt Double Face, entscheide in naher Zukunft selbst, ob wir nicht doch würdig wären, etwas zu deiner Vergangenheit und zu diesem Rufnamen zu erfahren. Es könnte eventuelle zukünftige Probleme verhindern, oder erklären. Nimm dir ruhig ein paar Tage oder Wochen bedenkzeit. Hmpf..."
      Flora hob die Nase und machte kehrt. "Codren, wir gehen trainieren. Der Herr möchte jetzt sicher erstmal durchatmen und sich sicher eine Kammer zuteilen lassen. Wir sind ja noch ein paar Tage hier. Und vielleicht schließt er sich uns ja auch an, und trainiert mit uns."
      Für sie war hier vorerst genug gesagt worden. Später, wenn die Gemüter besänftigt wurden, könnte man immer noch Dinge klären, wenn es was zu klären gab.
      Flora hatte nicht auf alles geantwortet. Versprechen, die gegeben wurden, vielleicht ein Schwur, waren sicher auch wichtig. Und letztenendes waren Flora und Codren eh nur Fremde, die zufällig zusammen durch das Land reisten, und auch nach der Königin suchten. Vielleicht war sie ja irgendwo gefangen. Ob sie in Vultjags Kerkern saß, damit er so einen Trumpf hatte, die Elfen dazu zu bringen, nicht an der Seite Brerandts zu kämpfen? Wer konnte das schon sagen.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Corin genoss es das der Druck nun komplett verschwunden war und fasste mit seiner Hand einmal kurz an den Hals. Rieb leicht über die schmerzende Stelle und hörte Flora zu. Als diese dann aber Fertig war blieb er stehen und verschränkte seine Arme.
      "Die Königin? Soweit die Elfen wissen ist sie längst Tod. Wir suchen nur noch ihre Leiche. Das ist das einzige was wir im Moment über sie wissen. Daher ist das doch egal und noch etwas.."
      Er stoppte kurz und atmete Tief durch.
      "Das man seine Fähigkeit nicht einsetzen will, weil man durch diese die Kontrolle verliert und alle um sich herum tötet. Ihr wisst nicht wie es ist so aufzuwachsen. Ihr habt wahrscheinlich das schönste Leben gehabt oder? Glaubt mir... Ich habe euch gern gerettet und das würde ich immer. Das ist einfach meine Natur und dennoch... Wenn man so viele Probleme hat und so eine Vergangenheit wie ich. Dann redet man einfach so unglaublich ungern darüber. Ich meine Jemanden zu erzählen das man mit 16 Jahren gefühlt das halbe Dorf ausgerottet hatte nur weil man nach Blut gierte ist nicht so einfach oder? Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Ich habe viele Kontakte und glaub mir.. Man darf auch nicht alles sagen. Wenn ich das machen würde wäre das für niemanden gut," erklärte er ihnen und drehte sich dann von ihnen weg.
      Ihm war es egal ob diese nun wieder auf ihn zu stürmten. Aber wenn würde er sich dieses mal nicht mehr zurück halten. Er war auf der Suche nach Tae und wenn ihm etwas passiert ist wäre das nicht gut. Er musste seine Gefühle unter Kontrolle haben. Diese Fähigkeit war einfach nur der Horror. Mit langsamen Schritten ging er dann in die andere Richtung und war gespannt ob von den anderen noch etwas kam oder nicht.
    • Codren hätte dem Elfen im Moment am liebsten den Hals verdreht - wortwörtlich. Eine Hand oben, eine unten, und mit der linken musste sie nur festhalten, während die rechte einmal drehte, bis die Wirbelsäule mit einem Knacken ablebte. So stellte sie sich das vor, während sie Corin's Rücken anstarrte, der sich gemächlich von ihnen entfernte. Ihre Hände waren noch geballt, sie hörte das entfernte Klacken von Metall und spürte den Juckreiz in ihrem Arm, den sie niemals kratzen konnte. Schließlich drehte sie sich zu Flora um und murmelte: "Unser Training", ehe sie sich zu dem ausgemachten Platz aufmachte, ihre Freundin im Schlepptau.
      Sie hatten noch nicht das letzte Wort mit Corin gesprochen, das wusste sie. Das wusste sie ganz genau.

      Die Trainingsgruppe zum Schwertkampf traf sich in einer kleinen Kuhle, die gerade mal so viel Platz hatte, dass zwei Kämpfer dort die Waffen kreuzen konnten, so wie es auch gerade der Fall war, als Flora und Codren dort ankamen. Die beiden Rekruten schlugen sich in dem Loch die Schilde ein, während der Rest oben stand und sie vergnügt anfeuerte.
      Drest stand mit verschränkten Armen am Rand, starrte mit eiserner Miene hinab und beurteilte wohl selbst, ob das Schauspiel gut oder schlecht war. Gerade, als die beiden ankamen, wurde der eine Rekrut schon so weit zurückgedrängt, dass er mit dem Rücken an die Wand stieß und strauchelte, was zur Folge hatte, dass sein Gegner ihm das Schild aus der Hand schlug und ihm dann einen üblen Schlag gegen die Brust verpasste. Es gab ein Jaulen, der Verlierer duckte sich hinab und entfloh seinem Widersacher in komischer Haltung, was den Zuschauern ein belustigtes Lachen entlockte. Der Sieger grinste triumphierend und reckte die Arme in die Luft, als würde er den Jubel und Applaus einer Arena einkassieren wollen.
      "Deshalb lasst ihr euch nicht zurückdrängen, genau deshalb", schimpfte Drest lauthals und ließ damit den Rest verstummen, der ganz deutig großen Respekt vor dem Schwertmeister hatte. Drest wirkte sehr viel anders hier, auf dem Innenhof, als er beim Frühstück gewirkt hatte. Seine gar schmächtige Figur sah in seiner stolzen Haltung gar hoheitsvoll aus und das Kinn reckte er stark nach oben, womit er automatisch auf alle anderen hinab blicken konnte. So auch auf Codren und Flora, die er gerade erst entdeckte.
      "Ihr kommt gerade richtig. Raus da, sofort! Nehmt eure Schwerter und dann auf in Position. Los! Der Letzte macht 30 Liegestützen!"

      Die Trainingseinheit war eine Stunde lang erfüllt von monotonen Bewegungen, die sich ständig wiederholten und dann von neuem begannen. Während Drest zwischen den Reihen hindurchschritt und sich alles ansah, redete er unaufhörlich, erklärte, erzählte und korrigierte, ohne eine Pause zu machen.
      "Auf dem Schlachtfeld werdet ihr euch keinen Fehler erlauben können, keinen einzigen. Euer Leben hängt von euren Bewegungen ab, eure Nachbarn verlassen sich darauf, dass ihr lebendig seid, eure Vordermänner rechnen damit, dass ihr nachrückt, wenn sie fallen. Es gibt keinen Platz für Fehltritte, jeder einzelne Zentimeter eures Körpers muss genau dort sein, wo ihr ihn erwartet und nicht woanders. Heb dein Schwert weiter hoch, Junge, das ist kein Zahnstocher. Auf der Höhe deiner Schultern zeigen, halten... Schritt. Und zur Seite. Alle Fehler gehen vom Körper aus, euer Gehirn hat dort nichts verloren. Ihr werdet nach Instinkt kämpfen und ihr werdet nach Reflex kämpfen, denn wenn ihr euch dem Feind gegenüber seht, wird euer Kopf sich ausschalten. Falls ihr denkt, euch auf dem Schlachtfeld an irgendwelche Lektionen erinnern zu können, dann habt ihr schon verloren. Ihr werdet alles, was ihr braucht, so lernen, dass es in eurem Unterbewusstsein verankert ist, so stark, dass ihr aus dem Schlaf heraus eine Pirouette ausführen und zustechen könnt; Kopf runter! Entblöß nicht deinen Hals."

      Die Bewegungen waren nicht schwierig, aber Drest war zimperlich. Als er bei Codren ankam, versuchte er nicht einmal sie zu berichtigen, sondern knurrte nur die Worte: "Richte dich nach deinem Nachbarn.“ Auch bei Flora hatte er was auszusetzen, was Codren allerdings nicht mitbekam. So zog sich die ermürbende Stunde, geprägt von Erschöpfung, bis Drest sie die letzte Übung zu Ende bringen ließ und dann Flora und Codren in die Kuhle orderte, sie sollten ihre Künste zeigen. Codren stieg zuerst hinab und bekam eine Partnerin zugeteilt, die ihr langes, schwarzes Haar zurückgebunden hatte. Das hätte sie auch machen sollen, dachte Codren bei sich, während die beiden aufeinander losgingen. Die Frau kämpfte gut, wusste sich zu wehren und konnte Codren's Hieben kontern, während diese sich mehr darauf konzentrierte, die eben gelernten Bewegungen auszuführen. So dauerte es nicht lang, bis Codren beim Parrieren, ihrem Erzfeind, doch wieder das Schwert verlor; Allerdings hatte sie jetzt noch das Schild. Sie stürzte sich mit ihrem ganzen Körpergewicht, Schild voran auf die Schwarzhaarige, und brauchte dann gerade Mal zwei Weitere Schläge, bis ihre Widersacherin freiwillig aufgab. Drest sah ihr dabei zu, runzelte mit der Stirn und blickte dann zu Flora.
      "Jetzt du."
    • Obwohl Corin noch etwas hinzufügte, vermied Flora es, eine weitere Diskussion abzuhalten. Sicher hatte jeder irgendwelche Leichen im Keller, und wenn Corin schon davon berichtete, das er Fähigkeiten besaß, die ihn wohl in einen blutdürstigen Berserker verwandelten, wäre es sicher ein Grund seine Flucht eher zu akzeptieren, als hinterher davon zu erfahren. Aber irgendwo verstand sie ihn dann auch. Er wusste ja nicht mal um alle ihre Fähigkeiten. Hätte sie diese auch nicht einsetzen können, dann hätte er sie vermutlich als Verräterin abgestempelt.
      Sie würde später noch mit Codren darüber reden. Am besten wäre es, vorläufig diese Sache zu vergessen und sich wieder auf ihre Reise zu konzentrieren. Das er und die anderen Elfen jedoch liber vom Tode der Königin aus gingen, als zu hoffen sie lebendig wieder zu finden, das war etwas was man den Elfen eben nicht anlasten konnte. Sie waren so.
      Allerdings hatte Flora wenig Lust nach einer Leiche zu suchen. Sie würde diesen Brerandt nach der Königin befragen. Immerhin hatten sie wohl ein engeres Bündnis. Wenn er nichts wusste, dann sicher auch sonst keiner seines Volkes, der irgendwo irgendwas zu sagen hatte, und solche Informationen sicher an den Hausherren weitergereicht hätte. Mehr konnte Flora dann eh nicht tun. Es gab tatsächlich Wichtigeres.

      Sie begaben sich später dann zu dem Trainingsplatz und sahen kurz dem Treiben zu. Drest bemerkte sie rasch und gliederte sie ebenso schnell in die Einheit ein. Der Rest erinnerte sie ein wenig an Daheim. Entweder der Unterricht mit Ms. Carey, den sie ebenfalls für monoton hielt, Geschäftsangelegenheiten hier und da ..., oder das Training mit Codren, welches sie in der Burg genossen hatte, um eine bessere Leibwächterin zu werden. Und dieses Wissen, das Grundwissen, gab sie an Flora weiter, bis sie sich selbst noch den Kampfstil der verstorbenen Mönche bei brachte, ebenso die Magie. Immer wieder und immer wieder, bis es saß und sich verankert hatte.
      Natürlich war Flora es nicht gewohnt, mit einem Holzschwert zu üben. Viel zu kurz im Bezug zu ihrem Riesenschwert. Aber das Gewicht war ähnlich. Floras Schwert wog weniger als eine normale Klinge, auch wenn diese kleiner war. Das lag an dem Metall und der Verarbeitung. So konnte sie mit dem Schwert im Prinzip einfacher kämpfen, als mit einer gewöhnlichen Schwertwaffe.
      Die viel zu kurze Waffe änderte ihre Haltung, und Drest bemängelte es sofort.
      Ihr Schwert selbst ruhte bei andere Waffen, die an Mauern gelehnt standen, oder davor lagen. Mache befanden sich an Halterungen. Sie gehörten den Rekruten.
      Dennoch war das Training eine gute Abwechslung. Ausbilder anderer Nationen hatte auch andere Kenntnisse. Man konnte mehr lernen, als nur von einer einzigen Person, egal wie gut sie wäre. Ein paar Schritte, defensive oder offensive Haltungen und Hiebe, um zu parrieren oder schnell und effektiv den Gegner auszuschalten, oder ihn zumindest selbst auf Abstand zu halten.
      Dann irgendwann kam der nächste Schritt.
      Codren wurde mit einer der Frauen in die Kuhle geschickt und musste dort kämpfen. Flora feuerte sie jedoch nicht so an, wie die anderen es mit ihren Kameraden taten. Sie stand still dort und beobachtete, biss die Zähne kurz fester zusammen, als Codren ihre Waffe verlor. Ohne den Schild wäre sie besiegt worfen. Aber jener war es nun, der ihr den Sieg brachte. Wie eine Mauer aus Eisen, durch die man nicht hindurch kam, schaffte Codren es, ihre Gegnerin zu Fall zu bringen, so das diese kurz darauf auf gab.
      Flora grinste leicht, blieb aber gefasst.
      Drest sagte nichts. Nicht mal eine Standpauke für die Verliererin oder ein Lob für Codren. Vermutlich, weil beide kein all zu gutes Ergebnis abgeliefert hatten. Oder weil Codren unverschämtes Glück hatte? Codren hatte eine Schwäche, das wusste Flora bereits. Drest schien sie womöglich erkannt zu haben. Es wäre von einem erfahrenen Ausbilder zu erwarten.
      Plötzlich sprach er sie an und scheuchte sie in die Kuhle.
      Viel Platz gab es dort nicht. Nur der Gegner in der Mitte und die Wand ein Stück weiter im Rücken. Ein paar Schritte nur und man wäre zwischen Gegner und Mauer gefangen. Soweit sollte es nicht kommen.
      Flora hatte es aber nicht leicht. Ob Drest es mit Absicht tat? Ein junger Bursche, aber durchaus schon erfahren, stieg ebenfalls hinab. Pfiffe ertönten. Flora konnte diese nich ganz zuordnen. Lag es daran, das hier ein Krieger mit einer Prinzessin in einem viel zu engen Loch steckte?
      Der Soldat grinste und machte sich kampfbereit. Flora ebenso. Sie hielt ein Rundschild und dazu ihr Holzschwert. Ihr Gegner ebenso. Dann begann der Kampf und schnell stürmte der Bursche vor und hieb nach dem Schild - bewusst. Flora kämpfte nicht mit Schild und war etwas überrascht, mit welcher Wucht er zuschlug. Fast verlor sie den Griff und die Waffe rutschte bedrohlich nahe zum Rand, hätte sie seitlich am Kopf oder Hals treffen können. Sie zischte zwischen den Zähnen hervor und holte ebenfalls aus, der Schlag wurde aber abgewehrt und ihr Schwert quasi zurückgefedert. Die Lücke entstand und der Bursche stürmte vor und nutze diese, so das Flora es gerade noch schaffen konnte, den Schild schützend vor sich zu halten.
      Jubel und Pfiffe von oben in ihren Ohren, das Scheppern der Übungswaffen von hier unten. Sie schnaufte, und bemerkte, das sie zur Hälfte zurückgedrängt wurde. Noch zwei Schritte und sie stand an der Wand.
      Verdammt, so konnte sie schlecht kämpfen. Was dann geschah überraschte wohl auch Drest, denn Flora warf den Schild beiseite und stand jetzt nur noch mit dem Schwert in der Rechten vor dem Rekruten, der kurz fragend dem Schild mit seinem Blick folgte.
      "Ist das dein Ernst?", fragte er amüsiert. Flora blieb konzentriert. "Stell keine Fragen ... kämpfe!", war ihre Antwort.
      Oben war es ruhig geworden, dann aber brach erneut Jubel aus. "Tu ihr nicht zu sehr weh" "Zeig ihr wo der Hammer hängt" "Nimm dir die Beute", waren die Sprüche, die zu vernehmen waren. Offenbar hatten die da oben viel Spaß.
      Dann griff der Junge an. Links trug er den Schild, also da, wo Flora ihr Schwert hatte. Könnte er ihren Schlag abwehren, wäre sie schutzlos seinem Schwert ausgeliefert. Und das war es, womit Flora rechnete. Sie stürmte einen Schritt vor und holte mit dem Schwert nach hinten aus. Er hielt den Schild bereit, den Schlag abzuwehren, aber dann drehte Flora sich, was den Burschen irritierte, und dann ... zwei Sekunden später lag er rücklings im Staub und Flora presste ihm das Übungsschwert auf die Brust. Verdutzt sah er zu ihr auf. Er hatte verloren? Wie zum ...?
      Ihr Angriff ging exakt mitten zwischen Schild und Schwert hindurch, weil er dachte, sie schlägt auf seinen Schild. Diesen hatte er nach links angewinkelt, rechts bereits mit dem Schwert ausgeholt, und so eine Lücke geschaffen, durch die sie direkt mit der Waffe angreifen konnte. Aber es war nicht das Schwert gewesen, sondern ihr Stiefel, der ihn hart an der Brust getroffen hatte. Und noch wärend er fiel setzte sie nach und brauchte nur noch das Schwert ansetzen.
      Sie grinste, zog das Schwert weg und sah hinauf. Zuerst zu Codren, dann zu den Anderen und zum Schluss zu Drest. Der Bursche hatte sich aufgerappelt und rieb sich verlegen den Kopf. Besiegt von einer Braut.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Währenddessen, nahe der Berge...


      "Vorsicht! Voooorsicht! Und... Ziehen!" Es knackte, der Boden schmatzte ganz laut und Dreck spritzte durch die Luft, die Pferde schnauften erschöpft und die Männer ächzten lautstark.
      "Ziiiiehen! Ziiiiiiehen!" Die Lautstärke nahm zu, die Kutsche zitterte, der Matsch gluckste und schließlich erschlaffte alles wieder.
      "Aaaaaargh! Ihr unfähigen Nichtsnutze! Faulenzer, allesamt! lhrTaugenichtse! Ihr Unfähigen! Ich werde euch köpfen lassen, einer nach dem anderen!"
      "Entspannt Euch, Sir ldlehall. Euer Rumgeschrei hilft uns auch nicht weiter."
      Adriak trat heran, der betagte Schwertmeister mit den grauen Locken, die ihm teils vor die Augen fielen. Die schmutzverkrusteten Hände wischte er sich unsittlich an seinem Hosenbund ab, ehe er sich eine der Strähnen aus dem Gesicht blies. Außer ihm hatte sich noch keiner angeschickt, großartig zu helfen.

      Die Reise war bis hierhin noch gut verlaufen, bis sie mit dem Regen vor zwei Tagen in ein wahres Sumpfgebiet geschlittert waren, in dem der Boden gerade so fest war, dass er nur die Hälfte der Stiefel in sich verschluckte. Die Gruppe mit ihren Pferden und Wägen und Kutschen und Dienern hatte es noch einige Stunden lang geschafft, aber dann war eine der Kutschen von Urion stecken geblieben, dem kleinwüchsigen Ritter, der - wohl aus einem Komplex heraus - von allen mit seinem Titel angesprochen werden wollte. Er hatte mit sechs Kutschen und dazugehörend 20 Bediensteten, Wachen und einem Stellvertreter mit Abstand das meiste Gepäck von allen, dicht gefolgt von Adriak, der zwar auch drei Kutschen mit sich führte, die aber deutlich kleiner waren und er nur 8 Diener dabei hatte, von denen die meisten nur zur Sicherheit da waren. Der Rest führte maximal zwei Kutschen mit sich, wenn überhaupt, und davon auch nur eine zum Schlafen und eine für alle Kleider und Waffen. Eben deshalb empfand auch niemand großartiges Mitgefühl mit den Gnom, wie man ihn hinter seinem Rücken nannte.
      "Von wegen entspannnen! Wären hier fähige Arbeiter zu Tage, würde das nicht passieren! Los, ein weiteres Mal! Keine Verschnaufspause!"
      Teal stöhnte theatralisch auf und sackte auf ihrem Rappen zusammen. "Müssen wir wirklich den ganzen Tag hier in diesem Loch verbringen?"‚ quäkte sie in nasaler Stimme, die sehr viel mehr an ein Kleinkind erinnerte, als an eine erwachsene Frau.
      "Sieht wohl so aus", brummte ihr Bruder Neal, der auf einem ebenso großen, sowie starken Rappen saß, die sich lächerlicherweise bis ins kleinste Detail ähnlich sahen.
      "Gut!" Churvo klatschte in die Hände und Ienkte sein Pferd zu einem umgefallenen Baumstamm. "Wir bleiben." Seine Kutsche, in der Vemni gerade ein Nickerchen abhielt, folgte ihm, ebenso Sionra, die sich wohl keinen eigenen Platz suchen wollte. Jiemxen trat stattdessen an die steckengebliebene Kutsche heran, runzelte die Stirn und rieb sich das Kinn.
      "Vielleicht einmal hier probieren? Der Balken sieht stark genug aus, um die Achse zu unterstützen. Mit dem richtigen Antrieb, könnte man das ganze Gerüst schräg zur Seite und gleichzeitig nach vorne ziehen. Das löst vielleicht den Sog."
      Cesse hatte Jiemxen seit Beginn der Reise noch nie so ernst und konzentriert gesehen. Die Alchemistin beobachtete das Schauspiel stumm, so wie auch Reneh, die auf den Dach ihrer Kutsche geklettert war, um es sich dort gemütlich zu machen. Während der Gnom also aufgeregt zu Jiemxen eilte, um sich die Sache einmal anzusehen, räkelte die Schützin sich gemächlich auf dem Holz. Derweil gab Teal ein weiteres, lauteres, nervigeres Stöhnen von sich.
      "He, Lord Tane, wollt lhr Eurem Kameraden nicht mal helfen? Anstatt Adriak im Dreck wühlen zu lassen."
      "Ist schon in Ordnung, ich bin es gewohnt, mir die Finger schmutzig zu machen."
      "Wollt Ihr damit sagen, dass Agon das nicht gewohnt ist?", stichelte Tael amüsiert, der ganz anscheinend so langweilig war, dass sie ein wenig Spannung in diese Unternehmung einbringen wollte.
      "Und du bist wohl keine Manieren gewohnt", murmelte Cesse so leise, dass nur ihre Helferin es hören konnte, die neben ihr auf der Fuhrbank saß und leise dazu kicherte. Die beiden sahen sich kurz in vereintem Amüsement an, bis Cesse sie weg scheuchte, um die Bestände zu prüfen. Sie fuhr nur mit einer einzigen, kleinen Kutsche, in der sie die nötigsten Zutaten, Flüssigkeiten und Tränke mit sich führte, die sie unterwegs nur schlecht bekam. Zusätzlich trug sie noch immer ihren Rosmarin, ihre Handsichel und ein paar Phiolen an einem Gürtel um ihre Hüfte, den ein langer Umhang vollständig bedeckte. Sobald die Helferin im Inneren der Kutsche verschwunden war, drehte sie sich zur Seite und suchte Blickkontakt mit Junko Kaede.
      "Wollen wir unsere Kutschen für die Nacht zusammenschieben?"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Codren ()

    • Agon Tane

      Lord Agon Tane war ein Mann der Küste, dort wo es weniger Wälder und mehr Sand und Ebenen zum reiten gab, aber auch er musste hin und wieder durch die Wälder seiner Heimat reisen - so wie jetzt. Einen Haufen Kutschen im Schlepptau und einige Reiter, die das Ganze noch absicherten. Ein paar Tage sollte die Reise dauern, aber der Regen hatte einige Gebiete des Waldes in eine morastige Landschaft verwandelt. Da er sich wenig auskannte, verließ er sich natürlich auf ein paar gewisse Leute, die der Meinung waren, einen halben Tag abkürzen zu können, wenn sie diesen Weg nahmen, anstatt den anderen, der etwas befestigter gewesen wäre.
      Tane saß hoch zu Ross und begutachtete die Bemühungen der anderen, die versuchten die Kutschen auf Tempo zu halten. Aber an einigen Stellen lauerten ware Sumpflöcher, die Rad und Stiefel ein Stück weit einsinken ließen, und zäh waren wie Teer.
      Tane lachte kurz auf, als man ihn ansprach, ob er nicht helfen wollte. "Ich bin ein Krieger, und kein Wildschwein, das gern im Dreck spielt. Wenn der Wagen bis zum Anbruch des nächsten Tages nicht befreit werden kann, wird er wohl hier bleiben müssen.", meinte er und grinste Urion an. "Ihr habt immerhin genügent Wagen dabei, das ihr sicher darauf verzichten könnte, wenn einer davon im Wald versinkt, ... Sir von Idlehall!"
      Man hatte sich wohl inzwischen auch schon geeinigt, hier die Nacht zu verbringen. Abseitz einiger Matschstellen gab es wieder festen Boden und dort versammelten sich bald die restlichen Wagen ... bis auf Urions Kutsche selbst. Natürlich gab es schon Lösungsvorschläge, aber Agon war der Meinung, das bis morgen sicher der Boden mehr Wasser aufgenommen hätte, und wieder fester werden sollte. Man müsste nur regelmäßig die Diener dafür sorgen lassen, das der Morast von den Rädern weggeräumt wurde, damit man diese nicht erst ausgraben müsste. Zudem könnten sie Holtrinden vor die Räder legen. Bretter hatten sie ja keine. Er hatte das schon öffters am Strand beobachtet, wenn außerhalb der Häfen ein Wagen mit einem Boot gebracht oder abgeholt werden sollte. Schwer beladen bekam man diesen auf Brettern problemlos durch den Sand. Egal bei welchem Wetter.
      Tane hatte Reiter ausgesandt, die soeben zurück kamen und kurz salutierten. "Berichtet!"
      "Sir, der Weg ist noch etwas zwei Kilometer weit so wie hier. An einigen Stellen steht dasWasser bis etwa Kniehöhe. Wir sind kurz mit den Pferden hindurch. Keine Chance das mit den Wagen zu schaffen. Wir sollten bis morgen warten." Tane nickte. "Wir ... wollte eh hier lagern." Dabei sah er zu Churvo, der es offenbar schon für alle entschieden hatte. Auch wenn es gut so war.

      Er schickte die Soldaten fort. Sie durften sich nun erholen. "Also gut. Errichtet das Lager, macht Feuer und besorgt etwas zu essen. Lass den Wagen stehen, Urion. Es hat eh keinen Sinn Kräfte zu verbrauchen. Morgen müssen nur die Pferde ziehen."
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Das Lager wurde mittlerweile von gewohnter Routine aufgeschlagen, auch wenn sie sich etwas anders positionieren mussten, um den ganzen Schlammpfützen aus dem Weg zu gehen, die den unbefahrenen Boden zierten. Sir von Idlehall half natürlich am wenigsten mit, da er ständig um sein so liebgewonnenes Fuhrwerk herumwuselte und seine Diener herumscheuchte, die ihm mittlerweile schon aus dem Weg gingen. Man hatte ihm mit Herz und Mühe beiseite gestanden, sein Geplärr ertragen, die schwüle Luft akzeptiert, die die große Anstrengung noch viel schlimmer machte, aber als es endlich zu dunkel wurde, um ohne Licht noch ordentlich etwas sehen zu können, gab auch der Letzte auf und setzte sich lieber an die vielen kleinen Lagerfeuer, die verteilt zwischen den Bäumen brannten. Drei davon gehörten allein den Bediensteten und allen anderen, an einem großen hatte sich die Gruppe versammelt, in der Cesse jetzt aufsah und den Spieß hob, mit dem sie eine Hähnchenkeule aufgespießt hatte, um sich nicht die Hände schmutzig zu machen.
      "Kommt endlich her, Sir Idlehall, bevor das Essen kalt wird!"
      "Ich habe es schon Hundert Mal gesagt, es ist Sir von Idlehall, und nicht Sir Idlehall!", wütete der Gnom, als er näher kam und sich auf einen Baumstumpf plumpsen ließ. Adriak reichte ihm wortlos eine Schüssel und begann, ihm aus dem Topf zu schöpfen.
      "Verzeiht, Sir von Idlehall. Ich war der Auffassung, dass diese kleine Präposition nichts an Eurem Titel ändert."
      Cesse schmunzelte in sich hinein, verbarg das aber gut hinter der Keule, die sie schnell vor den Mund führte. Nur Jiemxen, der Fallenexperte, hatte seine Fröhlichkeit von sonst wiedergefunden und kicherte vor sich hin.
      "O doch, das tut es! Denn wie Ihr schon richtig erkannt habt, handelt es sich um einen Titel! Und Titel werden in ihrer Form nicht verändert!"
      "Wohl wahr", warf Adriak ruhig ein und nippte unschuldig an seiner Schüssel. "Denn ein Sir von Irgendwas, steht noch unter dem Sir Irgendwas. Da ist ein Unterschied. Nicht war, Lord Tane? Ihr müsstet das wissen."
      Urion schnappte empört nach Luft und blähte sich schlagartig auf, was aber nur dafür sorgte, das der Bauch unter seinem vollen, weißen Bart noch dicker wurde.
      "Also! Ich darf doch sehr bitten! Ein Lord ist etwas anderes als ein Sir!"
      "Und dennoch ist Agon Lord Tane und nicht Lord von Tane."
      Jiemxen krähte schamlos vor Lachen und Cesse kicherte jetzt vor sich hin, die Keule noch immer vor das Gesicht gehalten, um sich nicht bloß zu stellen. Urion blickte erst böse zu Jiemxen, dann in die Runde und strafte jeden mit seinem Blick, der es wagen sollte, das Gesicht zu verziehen.
      "Nun, mein lieber Adriak, da hast du Recht. Aber es gibt keinen Sir Idlehall, sondern nur einen Sir von Idlehall, und das bin ich. Die Idlehall Familie hat damals die Forst-Wirtschaft revolutioniert, wusstet ihr das? Sehr richtig, sie ist teils Grund dafür, dass der Wald heute noch so gesund ist."
      "Ihr seht aber nicht aus wie ein Holzfäller."
      "Ich bin auch kein Mitglied der Idlehall Familie, sondern ich habe nur unter ihrem Wappen gekämpft. Damals, bei der Küstenschlacht mit den Barbaren, da war ich dabei, o ja! Gekämpft hab' ich wie ein wild gewordener Stier, und das nur um ein paar Bäume zu schützen, so sehr hängen sie an ihrer Wirtschaft. Zurecht, wenn ich es so sagen kann. Da kann Lyxaxu noch so viele verschiedene Holzarten importieren, letzten Endes sind es die Bäume aus den Rabone-Wäldern, die die Qualität ausmachen."
      "Gut gesprochen."
      "Soweit ich weiß ist es den Elfen zu verdanken, dass der Wald so schön gedeiht, wie er es tut", mischte Cesse sich mit giftigem Blick ein, der sich ganz auf Urion konzentrierte. Es wurde stiller um das Lagerfeuer, weil das ein Thema war, bei dem sich die beiden Rassen gegenseitig die Köpfe einschlugen.
      "Das habe ich auch nie verleugnet! Aber hätten die Barbaren damals beispielsweise ihr Feuer gelegt, dann würde der Wald heute nur halb so groß sein, wie er ist!"
      "Was ist denn passiert, bei der Küstenschlacht?"
      Sichtlich geschmeichelt durch die Frage und noch mehr darin bestärkt, den Mund zu öffnen und einen Schwall an Worten herauszulassen, leuchtete Urion's Gesicht auf und er richtete sich auf seinem Baumstumpf zurecht.
      "Also, das war so: Damals, vor etwa vierzig Jahren, oder noch später? Ich hatte gerade erst meinen Titel erhalten, war gerade auf dem Weg eine Burgbesichtigung durchzuführen, mit meinen Dienern, den Kameraden, alle aus derselben Kompanie, da stürmt auf einmal ein Fischer aus den Wäldern und uns vor die Pferde, so schnell, dass wir die ganze Versammlung zum stoppen bringen mussten. Ich wollte dem Jungen schon die Ohren langziehen, da fängt er an zu Schreien und zu Kreischen, als ob bei ihm die Läuse durch die Hose kriechen, und redet irgendwas von fremden Schiffen, dass sie sich vom Horizont nähern, ganz kleine, aber dafür viele, ein Dutzend, wenn nicht mehr, und dass er keine Flaggen erkennen könne. Unglücklicherweise war damals der Lord Tieffels mit dabei, der mit den Spinnen auf dem Wappen, und der hatte so viel See-Erfahrung, dass er gleich entschieden hat, dass wir uns das ansehen müssen, denn viele kleine Schiffe bedeuten meist mehr Ärger als große. Die großen kann man nämlich leichter versenken, versteht ihr? Aber das ist nicht so wichtig, wir sind nämlich gerade erst angekommen, als sie an Land gegangen sind. Und was sehen wir da? Keine Wappen, keine Zeichen, keine Symbole, nur dicke Rüstungen, Knüppel und ein ganzer Haufen an grimmig dreinsehenden Männern, die mehr Muskeln haben, als wir alle zusammen. Aber sie sind nicht alleine, Ausrüstung haben sie auch noch mitgebracht und Fässer, die sie die Steine hochgezogen haben, weil es dort keinen richtigen Strand gibt, nur steile Abfälle und einen Haufen spitzer Kanten. Und dort standen wir also, am Abhang einer Klippe, und haben zugesehen, wie sie ein ganzes Stück entfernt von uns die Steine erklimmen.
      Natürlich haben wir gleich einen Boten ausgeschickt. Er sollte zu Brerandt gehen und auf dem Weg jeden noch so kampffähigen Burschen zu uns schicken, den er finden konnte. Denn das waren nicht nur 10 oder 20 Stück, das waren mehr als 30 die ich gezählt habe und wir waren selbst nur zu 30, davon 10 Krieger, mich und zwei andere, die ihren Titel schon hatten. Der Rest war nur Fußvolk, ein Haufen Diener, Waschfrauen, ich glaube der ein oder andere Soldat hatte auch seine Frau dabei haben wollen. Was sollen die schon mit einem Schwert anfangen? Die hätten wir auch gleich den Haien zum Fraß vorwerfen können, das hätte keinen Unterschied gemacht. Alles nur Nichtsnutze. Wir 10 waren übrig. 10 gegen mindestens 30. Da hätte jeder mindestens 3 von den Männern töten müssen und das ist eine Kunst, die es erst zu lernen gilt. Habt ihr jemals gegen die Barbaren gekämpft? Das sind Wildlinge sag ich euch, nichts weiter als große, intelligente Tiere, die weder Schmerzen, noch Verluste kennen. Alles was die kennen ist Fleisch, Blut und Muskeln und vielleicht auch Sex, aber das war's dann auch. Die kämpfen bis sie umfallen und selbst dann versuchen sie noch irgendwie, dir Schmerzen zuzufügen. Als wir sie zu Flucht getrieben haben, da haben die, die schon längst blutend auf dem Boden gelegen haben, noch versucht, unseren Soldaten die Beine aufzuschlitzen. Das müsst ihr euch erst vorstellen. Einer hatte seinen Arm schon verloren, der war schon ganz bleich im Gesicht, hatte kaum mehr Kraft um zu brüllen, da kriecht der noch den Boden entlang und gräbt seine Zähne ins Bein eines nichtsahnenden Mannes. Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich Männer so unerbittlich kämpfen gesehen, wie ich die Barbaren kämpfen gesehen hab. Gegen sie sind Vultjag's Söldner nichts, selbst die hauen irgendwann ab, wenn es zu brenzlig wird. Aber die Barbaren, das sag ich euch, die kämpfen, bis das letzte Tropfen Blut aus ihrem Körper gewichen ist. Gewinnen oder Verlieren, etwas dazwischen gibt es nicht. Wer weiß, vielleicht wollen sie irgendeinem Gott gerecht werden, an den sie glauben?"
      "Ihr habt jetzt noch nicht erzählt, wie ihr sie besiegt habt."
      "Achja, stimmt. Wir stehen da also an der Klippe, sehen ihnen zu, wie sie langsam Boden gewinnen und beraten uns, wie wir vorgehen sollen. Aber schließlich können wir nichts anderes tun als anzugreifen, bevor sie in die Wälder gehen und dort zwischen den Bäumen verschwinden. Also haben wir das getan. 10 gegen 30. Für jeden 3 Barbaren. Mein Pferd war tot, bevor es dem ersten auch nur das Gesicht eintreten konnte.
      Wir haben sie von den Wäldern aus angegriffen, weil wir uns es nicht erlauben konnten, zur Klippe gedrängt zu werden. Anstelle von ihnen hatten wir unsere eingeübte Formation auch in Kleingruppen drauf, ich ritt ungefähr in der Mitte, Lord Tieffels war ganz rechts, die wenigen Bogenschützen in der hintersten Reihe. Wir konnten von Glück reden, dass wir alle in derselben Kompanie waren, sonst hätte das niemals so schnell funktioniert. Als wir aneinander geprallt sind, hat sich die vorderste Reihe gleich aufgelöst, aber wir sind sofort nachgerückt, so, wie wir es gelehrt bekommen haben, und siehe da, die Barbaren haben sich aufgeteilt. Das war ihr Fehler, denn sie haben gedacht, sie würden uns gut umzingeln können, haben aber nicht gedacht, dass sie besser dran wären, uns auseinander zu kriegen. Die Schlacht dauerte ganz kurz, vielleicht eine Stunde, vielleicht auch zwei, aber ich bin schon nach kürzester Zeit an die Front gerückt, weil die anderen nachgegeben haben. Wir waren zu dem Zeitpunkt nur noch zu 6 und die Barbaren immer noch 30, vielleicht auch weniger. Aber sie hatten keine Ordnung unter sich, sind wild umhergerannt, und da habe ich ganz kurz einen Blick auf ihre Ausrüstung werfen können. Und was sehe ich da? Fässer. Und was transportiert man in Fässern? Nun, größtenteils Bier, aber sie wollten wohl kaum ein Willkommensgeschenk mitbringen. Da hab ich nach hinten gerufen "Die Fässer!" und der Bogenschütze, wir hatten nur noch einen Schützen, der hat mich gehört und der Kerl ist abgehauen, verfolgt von zwei Barbaren, die ihm nachgetrampelt sind wie hungrige Wölfe. Ich dachte schon, das war es jetzt mit der geplanten Taktik, aber da sehe ich plötzlich einen Pfeil über unseren Köpfen hinweg fliegen und dann - nichts. Noch einer ist geflogen und noch einer und dann, beim vierten Mal, da kracht es plötzlich so laut, dass mir fast das Trommelfell platzt, und das getroffene Fass geht in einer riesigen Explosion hoch - und bestimmt 10 Barbaren mit ihm! Das habe ich sofort als Chance genutzt und zum Angriff gerufen, da haben wir sie zurückgedrängt und konnten endlich die Oberhand gewinnen. 30 Barbaren, das müsst ihr euch vorstellen. Ich glaube mindestens 10 haben überlebt."
      "Aber immerhin. Wie Ihr es bereits gesagt habt, Sir von Idlehall, gegen Barbaren zu kämpfen ist eine Kunst, die erst erlernt werden muss."
      "Genau richtig, mein lieber Adriak! Ha-ha! Wenn das mal nicht ein Grund zum Feiern ist!" Er griff zu seinem Humpen, stand geschwind auf und zapfte von dem Fass, das er in einem seiner Kutschen mitgebracht hatte.
      "Auf die Fässer! Mögen sie so viele Barbaren mit sich nehmen, wie sie können!"
    • Agon Tane

      Er musste durchaus schmunzeln, als Sir VON Idlehall mal wieder auf seinen vollständigen Titel bestand. Ja, Lord Tane war nicht von Tane, aber von Ulsus, wenn man es so wollte. Er war der Lord der Burg. Und die stand an der Nordküste und im Grunde wäre er dann wohl auch der Lord der Nordküste? Das ist doch alles überflüssiger Mist. Es reichte doch Lord zu sein und dabei sein zugeteiltes Landstück und den darauf befindlichen Besitzt zu verteidigen und zu führen. Mehr war doch nicht von nöten.
      "Ihr mögt recht haben, das Vultjags Krieger kaum mit jenen der Barbaren zu vergleichen sind. Die Barbaren sind einfach nur wildte Kampfbestien, die sich zuerst vermehren, dann sammeln und dann einen großangelegten Raubzug ausführen. Und dabei verwüsten sie alles, was sie zerstören können. Und mit den geplünderten Schätzen kehren sie dann heim, und der Kreislauf beginnt von vorn. Jedes Jahr zeugen sie viele Nachkommen, weshalb sie jährlich eine neue Armee zur Verfügung haben, die sich den älteren und Erfahreneren Kriegern anschließt. Selbst wenn man sie alle niedermetzelt, so folgen die ältesten Söhne und Töchter doch im Folgejahr ihren Vätern und Müttern, rächen sich und führen die Tradition fort."
      Er zeigte auf sein Auge. "Vultjags Krieger hingegen sind entfernte Verwandte der Barbaren, aber sie gehen bedachter vor. Sie lassen sich kaufen und dienen dem Höchsten Gebot, ganz gleich welches Haus oder welcher Auftraggeber sie bezahlt, sie kämpfen als Söldner an deren armeen Seite oder führen einfache Aufträge aus. Wachdienst, Gefechtsunterstützung oder sogar Meuchelmord und Überfälle. Ihnen geht es nur darum durch erfolgreiche Kämpfe ihrem Haus und ihrer Ehre dienlich zu sein. Auch sie kämpfen gut, wie ihr sehen könnt. Denn vor wenigen Jahren erst erfuhr ich es am eigenem Leibe. Ein gut ausgebildeter Krieger hatte vor ein paar Bauern auszurauben. Ich meine, das der Grund für den Überfall ein Stück fruchtbarer Boden war, um den sich zwei Bauern stritten. Keiner wollte verzichten, und der eine kaufte Söldner und wollte sich das Feld über einen blutigen Weg beschaffen. Ich war gerade auf Patrouille, mir fünf weiteren Männern, um zu sehen, ob die Vorbereitungen für den kommenden Sommer abgeschlossen waren, und jeder Bauer seine Felder bestellen konnte. Nur der Zufall sorgte dafür, das wir genau dann den Hof erreichten, als die Söldner angriffen. Es war eine kleine, aber blutige Schlacht. Drei Männer hatte ich verloren, und mein Augen. Der Anführer pochte auf seine Ehre, den Auftrag unbedingt zu erfüllen. Er wollte die Scheune niederbrennen, doch ich konnte ihn davon abhalten. Jedoch kostete es mich einen Teil meiner Sehkraft."
      Er hob den Finger mahnend und sah in die Gesichter der anderen. "Unterschätzt niemals einen Gegner, ganz gleich aus welchen Hause er kommen mag, oder welcher Natur er entstand. Schon ein einfacher Dieb der zwischen den Büschen lebt, könnte euer Untergang sein."
      Dann sah er mit einem seltsamen Blick zu Urion. "Und wenn ihr Glück habt, so begleitet euch ein Sir VON Idlehall. Dann geht ihr in jedem fall drauf, aber ihr habt dabei wenigstens was zum Lachen."
      Dann grinste Tane und biss herzhaft in einen der Schenkel.


      Sionra

      Selbst die ältere Sionra musste nun kurz auflachen. insbesondere, weil Urion quasi in Tanes Geschichte das Ende darstellte ... in zweierlei Ansicht, perfekt als ein Ende vereint. Und es stimmte ja auch irgendwie. Ohne Urions Kunst im Schlamm stecken zu bleiben, wären sie schon weiter.
      "Zumindest hätten wir dann einen trockneren Lagerplatz. Aber unser feiner Herr kann ja nicht mal eine Kutsche durch eine Pfütze fahren. Wenn es jetzt noch mal regnet, dann gehen wir tatsächlich unter. Und ihr behauptet tatsächlich, gegen Barbaren gekämpft zu haben? Hahaha."
      Sie war zwar nicht sonderlich redegewandt, aber wenigstens ein wenig den Gnom aufziehen sollte sie sich nicht nehmen lassen. Selbst würde sie keine Geschichte beisteuern, das wäre ihr zu peinlich und sie hatte auch keine große Lust davon zu berichten, mit welchen Kampfkünsten sie es schaffte, andere ins Gras beißen zu lassen.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Taru ()

    • Währenddessen im nordöstlichen Gewässer...

      Die Luft war klar, der Blick reichte ungetrübt bis zum Horizont über die gesamte Wasserdecke hinweg, die träge hin und her schaukelte. Drei einzelne Schiffe dümpelten hier wie ausgestorben herum, die hohen Nasen sanft bewegend, die Segel eingerollt, die Fahnen verdeckt, das Deck wie ausgestorben. Die Sonne prallte ungeschützt auf die Holzbretter, erhitzte die Eisenketten, sodass man sich verglühte, wenn man keine Handschuhe anzog. Ein einzelnes Fass hatte sich von seiner Gruppe gelöst und rollte nun mit rhythmischen Abständen 5 Meter nach rechts, dann wieder 5 Meter nach links, das einzige Geräusch, was man dort oben hören konnte. Das Steuer war unbesetzt, der Steuermann hatte sich in den Schatten einer Plane verkrochen und schnarchte dort laut. Nur ein Schiffsjunge hatte seinen Posten oben auf dem Mast noch nicht verlassen und brütete dort ohne Oberteil in der prallen Sonne.

      Unter Deck derweil ging die Post ab. Es wurde geschrien, gekreischt, gejault, gelacht, gegrölt, gesungen, gestampft, geklatscht und dazwischen floss der Rum aus den unzähligen Fässern, die einen ganzen Lagerraum besetzten. Die Luft unter Deck war erhitzt und stickig, man konnte keine drei Meter weit durch die Rauchwand sehen, die sich hier über den Tag angesammelt hatte, und der Geruch nach Schweiß, Alkohol, Erbrochenem und schwelendem Holz verstopfte sämtliche Nasen, die noch dazu in der Lage gewesen wären, etwas zu riechen. Das Gedränge war groß, denn ausnahmslos jeder wollte der glühenden Sonne entfliehen und versuchte einen Platz unter Deck zu bekommen, ob es nun zum Kartenspielen oder Essen wäre, oder auch nur zum Saufen oder Schlafen. Ein enger Durchgang war in dem ganzen Gewühl geblieben, durch den man sich hindurch quetschen konnte, ohne dabei der Gefahr zu gehen, jemandem auf die Beine oder gar das beste Stück zu treten. Natürlich war das aber trotzdem regelmäßig der Fall und deshalb gab es auch in jedem der Räume mindestens eine Schlägerei oder ein Wortgefecht, das kurz davor war, in eine Schlägerei über zu gehen.

      Der Kapitän dieser Versammlung war ein Mann mittleren Alters, hochgewachsen und herrschaftlich, wie es für einen Mann gehört, der tagtäglich seine Dominanz beweisen musste, und mit so breiten Schultern, dass er seit dem ersten Tag den Beinamen "'Barlow, der Bulle" erhalten hatte. Sein Körper war reichlich bestückt von Narben, die nicht etwa von schwerwiegenden Wunden herrührten, sondern von mangelnder Heilkunst, um sie zu behandeln. Das Schicksal teilten sehr viele seiner Kumpanen, aber weil Jammern eine Schwäche darstellte, würde niemand von ihnen auf die Idee kommen, sich irgendwie darüber zu äußern. Dem Kapitän wurde nachgesagt, dass er unversinkbar sei, weil er schon drei Mal eine Seeschlacht überlebt hat, in der sein Schiff samt seiner Crew gesunken ist. Man scherzte beim Trinken darüber, dass er einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sei, damit der ihm die Macht über die See verschafft. In seiner Nähe allerdings, ließ man solche Scherze lieber bleiben.

      Nun musste der breit gebaute Kapitän sich selbst einen Weg durch das Gewühl kämpfen, denn diese Zecherei hielt schon seit dem vorherigen Abend an und langsam hatte er die Schnauze voll von dem Gestank und dem Lärm, der ihm doch tatsächlich den Schlaf geraubt hatte. Mit schweren Schritten also, drückte er sich durch die Menge und dort, wohin er trat, wanden sich die Köpfe und dort, wohin er sah, verstummten die Leute. Man wollte vor ihm ausweichen, aber es gab einfach nicht genug Platz um den breiten Schultern zu entkommen und so eilte die Nachricht, dass der Kapitän unter Deck gekommen war, ihm schnell voraus. Hinter ihm trottete Einauge hinterher, ein sehniger Mann, der sich diesen Titel nicht nur durch die Augenklappe verdient hatte. Unter den Piraten erhielten nur solche besondere Titel, die sich auch besonders auswiesen. Bis auf den Kapitän gab es da also noch das Einauge, die Schlange, den Hai, den Holzkopf, den Fingernagel, den Goldzahn und noch einige andere, die aber nicht hier, an Deck der Rubin, sondern auf den anderen Schiffen waren. Einauge hatte seinen Titel bekommen, weil seine Kanonenkugeln einmal ein königliches Schiff zerfetzt hatten. Die Schlange gab es, seitdem sie als letzter, verbliebener Pirat gegen fünf Söldner auf einmal gekämpft hatte. Und den Hai gab es, weil seine Zähne so spitz waren, dass er mit einem Biss einen Hals aufreißen konnte, was er auch hin und wieder tat, wenn er die Möglichkeit dazu hatte. Jeder Pirat war gut, sie hatten sich alle ihren Platz auf dem Schiff erkämpft, aber nur die besten von ihnen, die konnten ihren Namen ablegen und ihren Titel annehmen. Bis auf den Koch, der für diesen Titel nur kochen musste.
      Das gab Einauge schließlich auch das Recht, dicht hinter dem Kapitän her zu tanzen und alle faulen oder besoffenen Männer anzuschnauzen, dass sie sich gefälligst aufrichten sollen, bis die volle Stimme des Bullen ihn ablöste. Der Kapitän war kein Fan großer Worte, aber wenn es sein musste, dann wusste auch er, wie man seinen Untergebenen Beine machte. So fing der Innenraum an sich zu leeren und die Männer machten sich entweder auf Arbeiten zu erledigen, das Deck zu schrubben oder die Windseile zu überprüfen.
    • Seeflotte von Vultjag

      Eine Wüste aus Wasser. An Land gab es zu dieser Zeit mehr Staub zu schlucken, als man Wasser finden könnte, und hier zur See war es das Salz, was man auf der Zunge schmecken konnte. In beiden Wüsten brachten beide Varianten nur den Tod. Ein herrliches Gefühl für einen Krieger, nur vom Tod und Schicksal umgeben zu sein. Eines brachte Ehre, das andere Verderben - janachdem was einem wiederfuhr womöglich auch anders herum. Noch tötlicher jedoch waren die Kanonen und Krieger an Bord der Schiffe, die nun ausgesandt wurden, der nervigen Piratenpest endlich den Gar aus zu machen. Seit vielen Tagen schon hatten sich die Hunde mit ihren Schiffen hier in diesem Gewässer versammelt und unerbittliche Jagt auf Schiffe Vultjags gemacht. Verluste gab es auf beiden Seiten, aber die Piraten hat wohl mehr Glück gehabt. Vultjag selbst war so auch kaum in der Lage die Küsten vor den Barbaren zu schützen. Glücklicherweise verhielten sie sich ruhig, obwohl fast die ganzen Krieger des Landes im Kernland hockten, um sich mit Liyxaxu und Brerandt zu messen.
      Sie wollten den Krieg - sie hatten ihn bekommen.
      Nur diese Piraten wollten wohl auch was von der Beute. Was zur Hölle trieb diese Teufel dazu, sich zu vereinen und gemeinsam Vultjag anzugreifen? Nicht alle, aber die mächtigsten schienen dort versammelt. Zur Zeit waren sie in Gruppen von drei bis sieben Schiffen unterwegs, selten ein Einzelnes das eigentlich nur spionierte.
      Jetzt aber sollten sie schnellstrens Segel setzen und besser weit über den Horizont hinaus segel, bis zum Rand der Welt und sich lieber fröhlich singend von diesem stürzen, wenn sie nicht dem Zorn Vultjags erfahren wollten.
      Die schwere Holztür zum hinteren Teil des Schiffes wurde mit brachialer Gewalt geöffnet. Fast wäre sie aus den Angeln geflogen, während der Eisenring, der als Griff diente, kraftvoll schepperte.
      Aus dem düsternen Bauch kam nun ein großer Mann hervor, der sicher 2,50 m maß. Es war der Kapitän des Schiffes. Bral Skeik. Einer der gefüchtesten Seekrieger Vultjags.
      Bral Skeik.jpg
      Auch wenn er eher wie ein Mann der Steppe gekleidet war, so war er doch ein Seemann durch und durch. Edel gekleidet, aber genauso tötlich und gewaltbereit.
      Man sagt, er kämpft mit bloßen Fäusten gegen schwer bewaffnete Krieger, selbst wenn sie Rüstungen tragen. Und zur See soll er angeblich selbst mit Kanonenkugeln werfen, die mit Zündschnüren und Sprengstoff gefüllt sind. Wenn er mit seiner Mannschafft ein Schiff entert, so nimmt er dem Feind auch die Waffen weg, um sie danach selbst damit zu bekämpfen.
      Selbst die Stärksten der Starken Seemänner würden zu viert keine Chance gegen ihn haben. Seine Hände werden zu Planken, die Gefangnen helfen, über Bord zu gehen, um in den Tiefen des Meeres zu verschwinden. Eigentlich fliegen sie eher über Bord. Und damit sie nicht Schwimmen, bricht er ihnen auch noch die Arme, während er sie durch die Luft wirbelt.
      Der Goldene Schlächter, wird er auch genannt. Die Sonne seiner Heimat, eine aus Gold gegossene, hängt an seinem Gürtel, und blitz im Licht der Sonne besonders stark, wenn der Himmel tagsüber wolkenlos ist. Auch prangert das Symbol an seinem Hauptsegel und an den Flaggen. Auch diese Symbole sind mit Goldweb eingearbeitet und leuchten wie Sterne im Licht der Sonne.
      Ja, man nennt es auch den letzten Sonnenaufgang vor dem ewigen Untergang seiner Feinde. Wenn sein Schiff ein Ziel angreift, dann überleben nicht mal mehr die Seelen der Opfer. Er sperrt sie in den Kielraum und frisst sie Nacht für Nacht, um die Macht ihrer Stärke in sich aufzunehmen.
      "WO SIND SIE?", grollte seine Stimme über das Deck und er sah auf zum Krähennest seines Viermasters. Das Schiff war ebenso riesig im Vergleich zu anderen wie er zu normalen Menschen. Dennoch war die Tür so klein, das er leicht gebeugt ausgetreten war. Sie war nur lächerliche 2,40 m hoch. Die ausgedörrten Reste des Schiffsbauers hingen heute noch am Hafen, um für seine Fehlmessung anderen eine Lehre zu sein.
      "Drei Schiffe Backbord voraus. Sie haben uns wohl noch nicht bemerkt, Kapitän."
      Bral nickte. Wie denn auch. Sein Hauptmast war 12 Meter höher als die höchsten der Piratenschiffe. Er konnte sicher schon ein paar Minuten eher die Feinde erkennen, als sie ihn. Der Horizont war sein Verbündeter.
      "Volle Fahrt! Alles Gefechtsbereit machen. Wir versenken die Hunde und mischen ihr Blut unter den kläglichen Rum den man uns mitgegeben hat. Der schmeck nach gar nichts!"
      "Aye, Kapitän."
      Der erste Maat trieb die Meute an, die sich gröhlend daran machte, die Kanonen zu laden. Ein Signalhorn ertönte. Die Gefechtsflagge wurde gehisst und die Schiffe der Flotte erwiderten Horn und Flagge. 20 Schiffe waren es. Von kleinen Spähern bis zu schweren Gefechtsschiffen war alles dabei. Sogar zwei Transportschiffe mit reichlich Kriegern. Und viel Platz für Beute.
      Bral stand an der Reling und spähte durch ein Fernrohr. Langsam kam der Feind auch von hier unten über den Horizont. Der Moment, an dem auch sein Ausguck sie erspähen konnte.
      Er sah hoch zum Segel. Die Sonne brannte erbarmungslos. Alleine das Licht des goldenen Symbols sollte auch den blindeten Ausguck ankündigen, der der Untergang soeben am Horizont aufgegangen war.
      "Schade .... das es nur drei sind.", knurrte er. Sein Schiff alleine hätte das erledigen können. 100 schwere Kanonen an jeder Seite. Ja, hier wurde keine Mühe gescheut. Und es gab noch mehr Überraschungen. Ja, eine gewaltige Kanone im Vorderdeck. Sie war unter einem Verdeck verborgen und drehbar. Mit dieser Kanone versenkte er in der Regel die Schiffe, sobald er fertig war mit Kapern. 1 m große Kugeln konnte das Teil verschießen. Es gab immer einen gewaltigen Rumms und Rauch wie bei einem Vulkan. Die mit Stahl verstärkten Planken mussten nach spätestens drei Schuss im Hafen erneuert werden. Mehr als zweimal feuerte er aber nie. Häufig einmal, um das Feindschiff mittig zu zerteilen. Denn in der Kugel war auch Sprengstoff drinnen. Damit konnte man eine Schaluppe mit einem Schuss zu Treibholz verarbeiten.
      Aber niemals bevor er nicht seinen Spaß hatte.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Taru ()

    • Der Junge, der hoch oben auf dem Mast saß, brauchte eine Weile, bis er die anfahrenden Schiffe auch als solche realisierte, und dann noch einmal eine Weile, bis er sie mit krächzender Stimme verkündet hatte. Erst danach brach an Deck die Hölle aus.
      "Steuermann! Scharf Backbord!", brüllte der Kapitän über das Schiff hinweg, kaum war er an die Oberfläche gekommen und den Männern ausgewichen, die an ihm vorbei wieder nach unten rannten.
      "Alles so wie abgesprochen! Jeder kennt seinen Posten! Los, los, los! Dem ersten, dem es gelingt ein Schiff zu entern, gehört sämtlicher Schatz an Bord!"
      "Aye!", kam es aus dutzenden Mündern zurück, gefolgt von wildem Geheul. Die Flagge wurde gehisst und blähte sich bald darauf zu einem riesigen, weißen Totenkopf auf schwarzem Untergrund auf.
      Dabei wurde erst jetzt klar, was für eine Meute dort auf sie zukam. Barlow knurrte in seinen dicken, schwarzen Bart hinein, als er beobachtete, wie immer mehr Schiffe auftauchten, zwar nicht so groß wie das erste, doch aber immerhin groß genug, um gefährlich zu werden. Er packte selbst seinen Krummsäbel, vergewisserte sich, dass er fest sitzte, und sprang dann die Treppe in den Innenraum hinab, um zu den Kanonen zu gelangen.

      Währenddessen gab es auf der Hoheit, dem linken Nachbarschiff der Rubin, ein freudiges Jubelgeschrei, während das Schiff selbst sich langsam und träge nach links wandte, so wie auch die Rubin und die Perle, ganz außen auf der rechten Seite. Die Rubin lag ein Stück zurück, nicht viel, aber doch genug, um nicht in die Gefahrzone zu geraten. Der Bereich direkt zwischen der Hoheit und der Perle.
      "Bereitet euch vor, es ist soweit! Hisst die Segel, allesamt! Bringt die Katapulte hervor! Wenn ich es sage, dann vollgas voraus! Wieso ist kein Wind da, wenn wir einen brauchen!?"
      "Aye! An die Ruder wenn ihr fertig seid! Die Kanonen werden nicht beladen!"
      "Was?! Die Kanonen werden nicht beladen?!"
      "Nicht beladen!"
      "Nicht beladen!"
      Der Ruf wanderte über das ganze Schiff hinweg, bis er auch die Kanoniere erreicht hatte, die sich schnell auf zum Ruderraum machten. Auf der Perle ging es ähnlich ab. Die beiden Schiffe handelten synchron.

      Barlow aber ließ die Kanonen beladen und er ließ die Katapulte kommen und die Fässer füllen, er brachte alle Munition an Deck und half dabei die Segel zu sichern, nur um dann zu beobachten, wie diese Schar an Schiffen ebenfalls den Angriff vorbereitete.
      "Arrr, Captain! Das sind zu viele!"
      "Wenn das zu viele sind, wird Lyxaxu mit ihrem Leben büßen müssen!"
      "Captain?"
      "Wir vertrauen auf die Kette."
      Unter der Wasseroberfläche, ein ganzes Stück vor der Rubin und die Hoheit mit der Perle verbindend, treibte sie leichtfüßig, die Stahlkette mit den vielen, mannslangen Spitzen, die nach vorne zeigte. Ihre Enden an der Perle und der Hoheit waren an ersetzbare Holzteile gekettet, die abrissen, sobald der Druck an den Ketten zu stark war - aber soweit sollte es gar nicht erst kommen, nach Lyxaxu's mitreißender Erklärung, die sie geliefert hatte. Die Spitzen der Ketten würden die fahrenden Schiffe einfach aufreißen und ihnen den Schiffsbauch aufschlitzen, wenn sie mit ihnen zusammenprallten. Und das würden sie. Die Rubin und die Perle warteten. Und dann, wenn die anderen nah genug wären, würden sie gleichzeitig weg voneinander fahren und damit die Kette aus dem Wasser heben, die dann den Rest erledigte. Und was übrig blieb, konnte von den Kanonen zerfetzt werden. Der einzige Grund, weshalb diese drei einsamen Schiffe so bewegungslos im Wasser getrieben waren. Und ihre einzige Chance, dem Angriff stand zu halten.
    • Ein Signal wurde gegeben und ein Teil der Flotte ließ sich zurück fallen. Sollte der Gegner es schaffen, zwischen den Schiffen hindurch zu fahren, würden die anderen sie aufreiben. Bral hoffte allerding, das sie zuvor eine volle Breitseite abladen konnten und nahe genug für die zahlreichen Enterhaken heran kämen. Er grinste voller Vorfreude.
      Sein Schiff fuhr an der Spitze. Je drei Schiffe folgten links und rechts und bildeten so eine V Formation. Bral spähte nach vorn. Er stand Mittschiffs und sein Schiff würde als erstes zwischen den Gegnern hindurchfahren. Wunderbar. So konnte er zwei Breitseiten abladen, zeitgleich, und sich danach gemütlich um das hintere Schiff kümmern. Da war sicher der Anführer der drei Piratenschiffe drauf. Seine Begleitschiffe konnten dann die Reste der beiden vorderen Schiffe auflesen. So hatten seine Krieger mehr als genug Spaß.
      "Die Kanonen sind beladen und bereit, Kapitän.", meldete der erste Maat und Skeik nickte brummend.
      "Wir fahren mitten durch. Passe den rechten Moment ab, und lass die Kanonen sprechen. Danach noch einmal die Backbordgeschütze laden, und unsere Geheimwaffe ebenfalls. Wir setzen uns an das andere Schiff, zerlegen den Rumpf, Entern und rauben alles was wir kriegen können. Aber den Kapitän überlasst ihr mir. Ich werde diesen Einfallspinsel zerbrechen. Vorher werde ich ihm noch seine Dummheit aus dem Schädel prügel, pahahaha. Fährt alleine mit drei Schiffen auf eine ganze Flotte zu. Möge der Meeresboden ein hübsches Grab für ihn bereitstellen."
      Es ging los. Sein Schiff nahm Fahrt auf, nicht viel, denn es war kaum Wind in den Segeln, aber es reichte aus um in wenigen Momenten aneinander vorbei zu fahren. Er zählte förmlich die Sekunden bis zum Donnerwetter. Hoffentlich funktionierte alles nach Plan. Schon oft versagten die Geschütze, wenn das Pulver zu nass geworden war. Nur wenn es wirklich trocken lagerte, geschützt von feuchtem Wind und Meer, dann war es zu gebrauchen. Nass war es nur noch nutzloses Pulver. Kein Vergleich zu Schwert und Bogen, oder Zauberei. Aber wenn es funktionierte, dann geschahen wahre Wunder.
      Auf einer Ablage an der Reling lagen bereits vier Wurfkugeln. Damit würde er sich den Weg auf das Schiff freisprengen, einen Gegner suchen, ihn entwaffnen und sich zum Käpitän vorkämpfen. Ein guter Plan.
      Dann jedoch wurde er förmlich durchkreuzt. Kurz schwappte das Schiff, weil ein paar höhere Wellen durch das Meer glitten, und der Gegner sich plötzlich leicht entfernte, auf beiden Seiten. Wollten die eine Wende ausführen, oder direkt in die Begleitschiffe fahren? Nein, es war nur ein kurzes Mannöver, aber da war noch etwas. Etwas rauschte durchs Wasser, trieb Schaumkronen vor sich her.
      "Was zum ... eine ... Kette?", knurrte Bral und rieb sich das Kinn. Was hatten die vor? Die Erkenntnis kam viel zu spät. Bral dachte zuerst, das sie die Kette sprengen um blitzartig eine Wende zu vollziehen, und seine Kanonen womöglich ins Leere feuerten. Aber es kam alles anders.
      Plötzlich Alarmglocken. Leute aus der Mannschaft brüllten. Einige liefen nach vorn, andere widerum weg von dort. Einige lehnten über der Reling, riefen irgendwas, zeigten auf die Kette ....
      Dann ein Poltern und Knacken. Bral hörte das Holz vom Rumpf seines Schiffes bersten und musste sich festhalten, denn das Schiff begann zu beben, als wäre es auf Grund gelaufen.

      Unter dem Vorderdeck fraß sich die Kette bereits durch den Rumpf, nicht so hoch wie geplant, denn sie war wieder unter Wasser geraten. Zudem war der Bug gerade durch eine Welle angehoben wurden, so das der Schnitt quasi tiefer in den Rumpf ging, unterhalb der Wasserlinie.
      Unter Deck war der Teufel los. Leute Brüllte und schriehen, wenn sie von der Kette erwischt wurden. Holz splitterte, Wasser strömte wie eine Flutwelle hinein, Chaos entstand. Wie im Zickzack ging durch die Wellenbewegung diese zudem auch noch auf und ab. Dann, einen winzigen Moment später schnitt sie sich noch fast durch den im Bauch befindlichen und befestigten Teil des ersten Mastes. Fast vollständig wurde er durchtrennt und dann brachen die Halterungen an den beiden Schiffen und sie lösten sich. Noch waren 80 Kanonen über, die problemlos feuern konnte, und das taten sie. Ein atemberaubener Donner ertönte und zu beiden Seiten schossen die Eisenkugeln über die Wellen. Die meisten jedoch trafen nur das Wasser. Der Ruck hatte das Zielen und den Abschuss nahezu zeitgleich verhindert.
      Dann brach der Mast und der obere Bug des Schiffes, der nun quasi frei schwebte, brach am Ende der Schnittkante, und krachte ein Stück hinab, auf den unter Wasser befindlichen Teil, der widerum durch den Druck abbrach. Der vordere Mast neigte sich nun gefährlich nach vorn, und nur noch Taue und Ketten hielten ihn und Vorderdeck am zweiten Mast fest. Dann rissen sie, als eine neue Wellenbeuge kam und das Schiff versuchte samt Wasser im Bauch oberhalb zu bleiben. Das nun einströmende Wasser riss den Bug förmlich von der letzten Halterung und hing fast senkrecht.
      Die Kuppel der großen Kanone drehte sich und löste sich, fiel ins Meer, während die Mannschaft verzweifeld Halt suchte.
      Ein Soldat kam natürlich auf eine dumme Idee, denn er glaubte, mit weniger Gewicht würde der Bug noch halten. Die letzten Taue die noch irgendwie mit dem Rest des Schiffes verbunden waren .... und er zog an einem Seil, welches widerum eine Fesder zusammenzog, an dessen Mechanismus ein glühender Draht glimmte. Dieser fuhr in die Zündung der Kanone und dann feuerte sie. Da sie auch gedreht war, weil die schwere Kugel nach unten wollte, feuerte sie geradewegs in den Himmel. Der Druck des Abschusses war zugleich auch das Ende vom Bug. Dieser wurde förmlich komplett abgerisse und ein Stück im Meer versenkt, und so sein Absinken auch noch beschleunigt.

      Bral fluchte und brüllte Befehle. Soetwas hatte es noch nie gegeben. Sein Schiff derartig verwüstet .... zum Glück aber hatte es unten im Rumpf genug Abteilungen, die alle mit schweren Türen abgeschottet waren. Untergehen würde sein Schiff nicht. Man könnte es in den Hafen ziehen und reparieren. Könnte man .... wäre da nicht ....
      Bral sah nach Oben, als ein Matrose etwas rief. Seine Augen weiteten sich, als die große Kugel wieder hinab vom Himmel fiel.
      Das Schiff war inzwischen ein paar Meter vorgefahren, und so rauschte das Geschos Mittschiffs ins Deck, zwischen zweiten und dritten Mast. Sie durchschlug das Deck, so das die Planken nur noch mit nach unten gezogen wurden. Auch das erste Unterdeck wurde durchschlagen, ehe der Sprengstoff zündete und eine gewaltige Explosion erschuf.
      Zunächst schossen Flammenzungen aus den Kanonenluken und nahmen die halbe Seitenwand mit, die sich in Splittern über die See verteilten, während eine große Rauchwolke mittig in den Himmel rauschte, und das Schiff ein einen Vulkan verwandelte, und Krieger Vultjags wie Feuerpfeile weit durch die Luft wirbelten. Die Segel fingen Feuer und überhaupt stand plötzlich fast das ganze Schiff in Flammen. Bral hing an der Reling, angesenkt und wütend wie ein Berserker, zog sich mühsam wieder hoch und malte sich bereits grässliche Foltermethoden für den Kapitän zurecht.
      Und dann fraß sich das Feuer ins Heck des Schiffes, wo die Munition und das Pulver lagerte.
      Erneut gab es eine noch viel heftigere Explosion, welche das ganze Heck vom Schiff über den Ozean verteilte und Bral schließlich selbst über Bord ging. Aber er schaffte es noch sich ein Tau zu greifen und hing nun an der aufgerissenen Seite Mittschiffs. Der Bug fehlte, war unlängst im Meer versunken, das Heck fehlte jetzt auch, verteilt auf dem Meer, und der Rest vom Schiff stand in Flammen und verdunkelte den Himmel mit dem Rauch.
      Und dann kam das Schiff vom Piratenkapitän.
      Bral hing mit dem Rücken zu seinem kläglichen Überrest eines Schiffes, und spähte zur jubelnden gegnerischen Mannschaft und knurrte den Kapitän mit einem stechenden Blick an, als er seinen Hut erblickte.
      "Hhhmmmrrrr ... RAAAAARRRR....GNNAAAHHHHRRR ..."

      Selbst das Donnern der anderen Kanonen der Begleitschiffe, die nun auf die beiden Kettenträger feuerten, gingen unter seinem Gebrüll unter ....
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Ein Knall, so laut, dass er bis zur in der Ferne winzigen Küste zu hören war, dröhnte durch die Luft und trug den Sieg der Piraten noch einige Meilen über das Wasser hinweg weiter. Er begrub für einen Moment das Siegesgeheul vollständig unter sich, dann waren es die letzten Fetzen der verbrannten Planken, die ins Wasser fielen, und sich so wie Applaus anhörten, der den Siegern schmeichelte. Das nun brennende Schiff kam noch immer näher, wenn auch ruckelig, aber das sollte kein großes Problem darstellen. Neben dem riesigen Gefährt hatte es auch ein paar kleinere erwischt, die nun eindeutig mehr damit zu kämpfen halten, ihr Holz über Wasser zu halten, was bei weitem nicht bei allen gelang. Der Rest wich zur Seite aus oder drehte die Segel entgegen der Fahrtrichtung, um sich auszubremsen. Noch bevor die stählerne Kette ihren Zweck endgültig verbraucht hatte, hob der Bulle seinen Krummsäbel in die Luft.
      "Alle Mann an die Katapulte!"
      Mit Geschrei und Gegröle wurden die Katapulte mit den Fässern beladen, Fackeln wurden entzündet und Zündschnüre angekokelt. Der Kapitän selbst grinste so breit in seinen Bart hinein, dass man fast schon seine fauligen Zähne sehen konnte.
      "Und... Feuer!!!!"
      Es schnallte laut und drei Fässer flogen leichtfüßig durch die Luft, als würden sie nicht kiloweise Sprengstoff enthalten. Beim ersten Schuss traf nur eins von ihnen, aber die anderen beiden gaben zumindest ein paar wenigen, demolierten Schiffen den Rest. Überall in diesem riesigen Aufmarsch sprangen die Soldaten über Bord.
      "Nachladen und zielen! Hisst alle Segel, volle Kraft voraus! Wir werden uns ihre Schätze holen!"
      Er erntete tosende Zustimmung, während man die Enterhaken vorbereitete und die nächsten Fässer entzündete. Die Perle und die Hoheit kappten unterdessen ihre Stützbalken und versenkten die schwere Kette unwiderruflich auf dem Meeresgrund. Auch sie gingen jetzt zum Angriff über.
    • Junko war eigentlich froh mal wieder einen Auftrag zu haben, aber das sie ihn mit so vielen anderen Leuten machen musste war ihr unangenehm. Sie hasste es wenn es zu viele waren, damit hatte sie noch nie gute Erfahrung gemacht, aber da musste die junge Dame nun durch.
      Sie war soweit fertig und hatte alles so gemacht wie sie es für richtig hielt. Auch wollte sie nicht so viel mitnehmen, aber jeder meinte sie solle mehr und mehr mitnehmen. Das gefiel ihr so überhaupt nicht. Denn so hatte sie nicht die Freiheit die sie immer brauchte und wollte. Sie war an die Sachen gebunden sie sie dabei hatte. Klar hatte sie bei sich immer einige Kleinigkeiten, aber das meiste hatte sie wie alle anderen verstaut.
      Mit einem Seufzen sah sie zu der jungen Elfin welche sie angesprochen hatte und verdrehte die Augen.
      Seit wann redest du denn mit mir? Ihr Elfen könnt mich doch alle eh nicht leiden. Ihr seid doch Neidisch darauf das ein einfacher Mensch wie ich bei euch aufgenommen wurde und dann auch noch von der Königin persönlich trainiert und ausgebildet wurde,“ meinte sie und verließ dann die Unterhaltung schleunigst.

      Es verging einige Zeit und sie war sehr froh über ihre Ruhe und dann wurde sie unterbrochen. Da alle sich am Lagerfeuer versammelten und irgendwelche Geschichten erzählten. Sie rollte nur mit ihren Augen, als man plötzlich sie ansah.
      Sie sah alle anwesenden an.
      Was erwartet ihr denn jetzt von mir? Soll ich jetzt etwa mich auf euer Niveau begeben und eine dieser Kindergarten Geschichten erzählen? Ne, wirklich nicht.. Ich bin nicht jemand der es mag im Mittelpunkt zu stehen, das solltet ihr eigentlich schon gemerkt haben. Das ist so überhaupt nicht meins. Ihr könnt mich alle mal gern haben. Ich gehe.. Macht ihr was ihr wollt,“ meinte sie und verließ die Gruppe.
      Sie liebte es alleine zu sein. Warum sollte sie bei den anderen Kindern bleiben, welche sich aufführten als könnten sie nicht bis 10 zählen. Sie war heute den ganzen Tag schon mies drauf und eigentlich war es überhaupt nicht ihre Art so zu anderen zu sein, aber heute war ihr irgendetwas über die Leber gelaufen. Darum war sie heute so schlecht gelaunt. Denn für sie war heute ein sehr besonderer Tag, aber im negativen Sinne. Sie hasste diesen Tag einfach so sehr und wollte meist an diesem Tag ihre Ruhe. Sie setzte sich irgendwo etwas abseits der anderen auf den Boden und genoss die Ruhe.
      Und wieder ist dieser Tag gekommen..“
      Es war ein leises Murmeln welches auch wenn man genau neben ihr stehen würde nicht verstehen würde. Sie dachte immer an ihre eigentliche Familie zurück und konnte es nie verstehen warum man sie verstoßen hatte. Immerhin war sie schon 10 Jahre alt gewesen als man sie auf die Straße verfrachtet hatte und das nur weil ihre Schwester geboren wurde. Würde sie diese mal kennenlernen würde sie ihr sicherlich die Meinung sagen. Für sie war sie nur ein Punkt auf der Welt und sicherlich nichts wichtiges.
      Da Atmete Junko einmal tief durch und schüttelte den Kopf. Sie hoffte so sehr, das die Gruppe bald wieder weiter zog. Da sie wieder alleine Arbeiten wollte. Klar war es auch mal schön in einer Gruppe zu sein, aber wenn es so viele waren und man nicht einmal alle gut kannte, war das für jemanden doch zu viel. Klar sie kannte Ceszyrhóne etwas näher und es tat ihr auch schon wieder leid, das sie heute so zu ihr gewesen war, aber dennoch konnte sie sich an diesem Tag nie wirklich zurückhalten.
      Mit einem seufzen lies sie sich dann auf den Boden fallen und blickte gen Himmel. Sie mochte es noch nie im Mittelpunk zu stehen und das man dann von ihr wollte das sie vor allen etwas erzählte war ihr überhaupt nicht geheuer.
      Vermutlich wird es noch so kommen, das einer der Gruppe zu ihr kam und mit Junko redet, was denn mit ihr los sei, aber bis jetzt hatte sie noch nie darüber geredet was ihr vor Jahren an diesem Tag passiert war, das sie seither so mies gelaunt war. Doch nun genoss sie erst einmal die Ruhe, solange sie sie noch hatte.
    • Was für ein Disaster. Bral, der noch immer am Rest seines Schiffes hing, und langsam die Wellen des Meeres näher sank, knurrte grimmiger als zuvor, als die drei Schiffe die Segel hissten und in seine Flotte fuhren. Es folgten weitere Explosionen und weitere Schiffe gingen in Flammen auf und das ein oder andere hatte große Löcher im Rumpf und begann ebenfalls zu sinken, während die feigen Matrosen vorher schon von Bord sprangen, in der Hoffnung, auf einem anderen Schiff unterzukommen.
      So eine ehrenlose Schande. Man würde ihm sicher kein Gold in die Kehle schütten. Wie einem feindlichen Herrscher würde man seinen Schädel zermahlen und zu Asche verbrennen, diese dann mit Pech auf seinen Halsstumpf kippen. Ein freier Weg direkt in die Bluthölle.
      "VERFLUCHT SEIST DU, PIRAT! MÖGE DIE PEST EURE SCHIFFE DAVON ABHALTEN, JEMALS WIEDER AN LAND GEHEN ZU DÜRFEN! AAARRRRR!!", brüllte er noch, als die Füße bereits im Wasser versanken.
      Ihm blieb nicht mehr viel Zeit, seine Ehre noch zu wahren. Daher zog er sich ein Stück am Seil wieder hoch und wickelte es um ein Stück Holz von einem der Stützbalken der Unterdecks. Er würde hier und jetzt mit seinem Schiff untergehen und in den Tiefen des Meeres mit den Ungeheuern die letzte Schlacht ausfechten.
      Zufrieden aber erblickte er, wie bereits eines der drei Schiffe unter schwerem Kanonenfeuer litt. Sie werden ihn rächen und mit Ruhm und Ehre heimkehren. Mit einem stechenden, aber auch zufriedenem Blick versank sein Kopf kurz darauf im Wasser und wenige Sekunden später zeugten nur noch Blubberblasen und einige Holzstücken an der Oberflächen von einem gewaltigen Kriegsschiff.

      Was er nicht gesehen hatte war, das vier Kapitäne ihre Schiffe zur Fluch gewendet hatten, als Brals Schiff derartige zerlegt wurde. So waren es am Ende nur noch 15 Schiffe gewesen, mit denen die Piraten zu tun hatten, darunter zwei Transporter, die eh kaum bewaffnet waren. Also eher 13. Und je zwei Schiffe standen kurz danach durch Sprengstoffangriffe in Flammen oder folgten ihrem Anführer in die Tiefe. Blieben gewissermaßen nur noch 6 kampftaugliche Schiffe übrig, ehe das Feuer erwiedert wurde. Dafür konzentrierten sich auch alle auf die Hoheit, die im Sekundentakt mit Breitseiten und folgendem Dauerbeschuss einzelner Abschnitte durch die Kanonen Vultjags in Einzelteile zerlegt wurde. Allerdings schaffte sie es noch ein Schiff mitzunehmen, ehe sie Schlagseite bekam und als Treibgut endete.

      Die Perle konnte unterdessen auch noch eines versenken, wurde dann aber durch die Transporter aufgehalten, die sich Back und Steuerbord am Rumpf verkeilten. Hunderte Soldaten versuchten nun die Perle von beiden Seiten zu entern.

      Nur der Rubin ging es noch vergleichsweise gut. Allerdings hatte sie kein Katapult mehr, und ein Teil der Steuerbordgeschütze waren nur noch Schrott. Backbord gab es bereits Löcher im Rumpf, in denen etwas Wasser einstömte und ein paar Räumlichkeiten unter Deck kniehoch flutete, wann immer der Wellengang über die Ränder trat. Nichts, was das Schiff versenken würde, aber es würde langsamer und schwerfälliger werden.
      Dann dockte die Rubin ebenfalls an einem der Transporter an, und die Mannschaft begann nun, von der anderen Seite ungehindert an Bord zu stürmen, ehe sich ein Teil der Soldaten umwandte und nun selbst verteidigen musste. Die Perle war soweit sicher, da sie zwischen Vultjags Schiffe klemmte, aber die restlichen noch einsatzbereiten Schiffe fuhren um die kleine Schiffsinsel herum und feuerten auf die Rubin, die sich noch mit ihren letzten Kanonen zäh wehrte. Sie schaffte es sogar einem der kleineren Einmaster den Mast zu fällen. Diese fiel wie ein Baum zur Seite und knallte auf ein brennendes Schiffsteil, das dort trieb. Die Segen fingen feuer und der Mast würde wohl auch verbrennen, und könnte erst im Hafen ersetzt werden, sofern das Schif jemals wieder einen sehen würde.

      Der Beschuss endete kurz darauf und auch die restlichen Schiffe dockten an die Holzinsel an, und so artete das Gefecht darin aus, das Säbel, Äxte und Pistolen sprachen.
      Wer würde am Ende gewinnen? Die klare Überzahl lag bei Vultjag, sicher 10 zu 1 Krieger.



      Einige Tage später bei Burg Vaisyl
      Flora

      Sie wachte auf, als einer der Burghähne mal wieder krähte und den Morgen verkündete. Aus dem Innenhof hörte man bereits wieder Geräusche, die nach Arbeitern klangen, die irgendwas taten. Fässer rollten, Wagen be oder entlunden. Alles begann mit seinen Aufgaben.
      Flora streckte sich und sah zur Decke hoch, die seit einigen Zeit ihr Dach über dem Kopf gewesen war. Sie waren sicher schon 8 Tage hier gewesen und hatten trainiert. Flora hatte die Ausbilder immer wieder überraschen können, aber sie hatte auch viel gelernt. Nur selten wurde sie zu Boden gebracht, und jeder der es schaffte wurde als zukünftiger Prinz ausgesprochen, was Flora nur noch mehr anstachelte, nicht mehr zu verlieren und mit gerötetem Kopf in einer Erdkuhle zu stehen. Meistens eher vor Wut über die Sprüche. Codren stopfte den Maulhelden danach meistens ebenfalls die Münder und brachte sie zum schweigen, so das in den letzten drei Tagen niemand mehr einen Spruch zitierte.
      Flora lächelte. Codren hatte viel mit dem Schild geübt. Abwehr aber auch Schildschlag waren auf dem Programm. Somit hatte sie zukünftig mehr Schutz, aber auch eine weitere Angriffswaffe, und sie musste nicht viel mehr in Defensive umsatteln, konnte weiter offen Attackieren. Auch der Umgang mit dem chwert mit ihrer neuen Metallhand besserte sich. Grundkenntnisse waren ja da, nur das Handling musste ausgebaut werden. Letztenendes hatte sie einen festen Griff und verlor in den letzten zwei Tagen nicht meh ihr Schwert, selbst wenn eine große Axt seitlich auf die Klinge traf. Die Hand war zwar auch nicht flexibler als eine echte, aber sie hielt dem Druck stand. Der Vorteil war, das sie nun kein schmerzendes Gelenk mehr hätte, und sofort weiterkämpfen konnte. Andere hätte vermutlich die Klingeeinen Moment nicht mehr halten können.
      Würde sie nun eine noch bessere Leibwächterin sein? Flora hatre ihr den Schild auch noch schmackhafter gemacht, indem sie sagte, das sie durch ihn auch besser geschützt werden könnte, z.B. wenn ein Pfeilregen auf sie zu käme, und Codren diesen abwehren könnte.

      Flora selbst hatte auch ihre Magie noch etwas trainiert. Es gab hier jemanden, der sich ein wenig damit auskannte. Ein besserer Heilungszauber. Sie bekam eine Studienrolle, die sie abends immer las und sich den Inhalt einprägte, heimlich übte, so das Codren nicht mibekam, wie sie sich mit einem Messer in den Oberschenkel schnitt, um tiefere Wunden zu erzeugen, die mit dem üblichen Spruch nur oberflächlich versiegelt wurden. Ein wenig Übung brauchte es noch, aber einen der Kratzer hatte sie schon vollständig beseitigen können. Die anderen würden später abheilen oder durch den Zauber beseitigt werden, wenn sie ihn beherrschen kann. Es würde sicher noch eine Wochen Übung benötigen. Aber dafür war jetzt keine Zeit mehr. Heute würden sie wieder aufbrechen und den Hausherrscher Brerandt aufsuchen. Seine Burg war aber noch ein paar Tagesreisen entfernt. Flora wollte daher auf die Kutsche verzichten und tauschte sie gegen schnelle Pferde ein, die man ihnen nach dem Frühstück, ihrer letzten Mahlzeit in der Burg, reisefertig machen würde.
      Sie richtete sich auf und schob die Vorhänge beiseite und streckte sich nocheinmal. Demnächst werden es wohl wieder Decken auf dem Boden sein, oder ein Heuhaufen in einer Scheune, wenn kein Gasthaus zu finden wäre.
      Sie gähnte kräftig, sicher 20 Sekunden lang, riss ihren Mund dabei auf wie ein brüllender Bär, während sie am Bettrand saß, und gegenüber wurde auch der Vorhang aufgerissen und Codren blickte in dem Moment zu ihr.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Die Hoheit ging mit tosendem Applaus unter. Das Krachen und Brechen der Planken dröhnte über die Schreie der panischen Piraten hinweg, die schon längst aufgegeben hatten das Schiff zu retten und nun selbst versuchten, dem kalten Tod zu entkommen, der im Wasser unweigerlich auf sie lauerte. Barlow brüllte Befehle, auf die niemand hörte und die er selbst nicht einmal befolgte. Einmal noch wurde ein Katapult abgefeuert, aber nur, weil sich beim Absinken des Decks die Spannung von selbst gelöst hatte. Es hatte sich noch nicht einmal ein Fass auf der Ladefläche befunden. Barlow selbst stürzte sich in das kalte Nass, Barlow der Bulle, der unversinkbare, der schon drei versunkene Schiffe hinter sich hatte und nun das vierte auf seiner Liste folgen sollte. Aber kaum war er im Wasser gelandet, brach die Reling an Deck entzwei und schickte Messerscharfe Holzbalken mit in die Tiefe, die ihn mit sich rissen. Barlow der Bulle, der unversinkbare, wurde versunken.
      Die Perle hielt sich unterdessen tapfer über Wasser, bis ein Pirat, panisch und in die Enge getrieben, selbst Feuer legte und ihr damit das Todesurteil verpasste. Vultjag's Soldaten meuchelten ohne Rücksicht auf Verluste, bis sie mit großen Augen zusahen, wie der mittlere Mast unverhofft an seinem Boden brach und wie ein riesiger Gigant in die Tiefe stürzte, die Segel und Seile mit sich reißend, sowie die Piratenflagge, die hilflos durch den Wind flatterte. Das Feuer hatte sich durch einen Stützbalken unter Deck gefressen. Die verbleibenden Soldaten auf der Perle fielen selbst in Panik.
      Unterdessen kämpfte die Besatzung der Rubin heldenhaft auf dem gekaperten Schiff der gegnerischen Flotte und streckte sogar den dortigen Kapitän nieder, bevor es ihr zu gefährlich wurde und sie sich samt den überschaubaren Wertsachen wieder auf die Rubin flüchtete. Die Rubin wendete langsam und träge, so als hätte sie alle Zeit der Welt, und während sie vielleicht ohne Löcher schneller als die großen Kampfschiffe Vultjags gewesen wäre, so war ihr Vorteil nun nur noch sehr gering, sodass sie nicht weit kam, ehe eine erneute Kanonenkugel ihr diesmal ein größeres Loch verpasste, durch das schnell das Wasser rauschte. Die Mannschaft hatte noch Zeit, auf die kleinen Boote zu fliehen und von dort aus zu flüchten, was ihr größtenteils auch gelang. Aber Vultjag's Flotte, groß und herrschaftlich und stolz, war schon nichts mehr weiter als ein kleiner, jämmerlicher Haufen, der sich bei bestem Willen nicht mehr Flotte nennen durfte. Für die verbliebenen Soldaten kehrte bald Ruhe ein, doch die bedrückende Stille wurde hervorgerufen von dem allerseits gefestigten Gedanken, dass der Tod sie noch erwarten würde. Zwar nicht hier, an diesem fast idyllischen Ort des Ozenas, sondern an Land, bei Vultjag selbst. Auch sie würden sterben, wenn auch nicht zwingend körperlich.


      Brerandt's Truppe
      Nach Junko's brausendem Wutanfall kehrte eine peinliche Stille am Lagerfeuer ein, die kurzzeitig nur von dem Knacken des Holzes durchbrochen wurde, bis Teal das Wort erhob.
      "Da hat wohl jemand schlechte Milch getrunken."
      Adriak sah zu ihr hinüber und musterte sie mit einer unergründlichen Miene. Seine Gesichtszüge waren angespannt und die grauen Haarsträhnen waren ihm wieder über die Augen gefallen, was ihn aber nicht zu stören schien. Urion gab einen ungenierten Rülpser von sich.
      "Wenn ihr mich entschuldigt", räusperte Cesse sich höflich, bevor sie aufstand und ihren Umhang abklopfte. Sie ging ohne ein weiteres Wort, mit dem Gefühl der Blicke der anderen auf ihrem Rücken.
      Cesse und Junko konnten sich wohl keine Freunde nennen, niemand in dieser Gruppe konnte das, auch wenn das Paar Churvo und Vemni schon auf natürliche Weise befreundet waren, bevor die Reise begonnen hatte. Sie alle waren viel zu unterschiedlich, um sich auf persönlicher Ebene näher zu kommen, angefangen bei der offensichtlichsten Tatsache ihrer Berufungen, bis über ihre Wesen und Persönlichkeiten, die aus den unterschiedlichsten Regionen dieses Landes entsprungen waren. Sie konnten nicht befreundet sein, sie waren zu stolz und zu eifersüchtig auf den Ruhm der anderen, der ebenso groß war wie der eigene, sodass man versuchte, sich selbst doch noch irgendwie besser zu stellen als die anderen. Sie waren nicht befreundet, aber Cesse hielt Junko für eine gute Kameradin und es lag in ihrer Natur, solchen Dingen nachzugehen. Deshalb ging sie ihr schließlich nach und als sie sie ein Stück abseits auf dem Boden wiederfand, legte sie ihren Allzweck-Umhang zurecht, um sich darauf zu setzen.
      "Was ist los mit dir, Junko? Du bist den ganzen Tag schon abweisend. Hast du schlecht geschlafen? Die Sümpfe hier sind furchtbar."
      Sie bemühte sich um einen sorglosen Tonfall, der ihr selbst in ähnlichen Situationen auch schon hilfreich gewesen war.



      Codren
      Die vergangenen Tage hatten eindeutig Spuren hinterlassen, gute sowie schlechte. Codren lernte viel, Techniken, die ihr aus Rawan gar nicht bekannt waren und die sie mit großem Wissensdurst verinnerlichte, was ihren Ausbildern sehr schmeichelte. Sie begann ihr Handgelenk zu trainieren, anstatt den ganzen Arm und lernte nach vorne, anstatt zur Seite zu tänzeln. Die Unterrichte waren alle relativ gleich, sie sollten Übungen absolvieren, miteinander kämpfen, Bewegungen verinnerlichen und Fragen beantworten, die sich auf Theorie Wissen bezogen, das Codren und Flora nicht ganz geläufig war. Schließlich wollten sie ja nicht die Strategie hinter einem Feldangriff verstehen, sondern besser kämpfen können. Obwohl sie oft gesagt bekamen, dass Theorie genauso wichtig war wie die Praxis, beschränkten sie sich doch auf das Wesentliche - und letzten Endes trug das auch zu ihrem Erfolg bei. Der Preis, den Codren bezahlen musste um anständig parrieren zu können, waren die unzähligen blauen Flecke an ihren Armen und Schultern, und der Preis für ihr Können mit dem Schild, war ein durchgehender Muskelkater in ihren Armen, der zwar nicht schlimmer wurde, aber auch nicht besser. Dafür war sie zu dem Entschluss gekommen, nie wieder ohne Schild zu kämpfen. Sicherlich eine kluge Entscheidung.

      Als Codren erwachte, spürte sie zunächst den schon gewohnten Muskelkater in ihren Armen, bevor sie sich dazu aufraffen konnte, sich aus dem Bett zu stemmen. Gegenüber war Flora bereits wach, allerdings noch nicht lange, so wie es aussah.
      "Und? Bereit aufzubrechen?"

      Das Trio zog gegen Mittag in gemächlichem Tempo von dannen, einmal quer durch den Innenhof und dann durch das Tor, durch das sie vor etwa einer Woche mit ihrer Kutsche gefahren waren. Nun hatte jeder von ihnen wieder ein eigenes Pferd und obwohl Codren ihre alte Stute vom Hof Goldfield etwas vermisste, gefiel ihr der Fuchs doch sehr, den man ihr gegeben hatte. Es waren nicht die besten Reittiere, aber sie würden ihnen einen treuen Dienst erweisen.
      Der Ritt durch die Rabone Wälder unterschied sich sehr deutlich von ihrer bisherigen Reise. Während sie anfangs noch häufiger über bloße Wiesen und Hügel geritten waren, befanden sie sich nun Tag und Nacht unter dichten Baumkronen und dicken Ästen, bei denen auf den ersten Blick klar wurde, weshalb sie im ganzen Land so beliebt waren. Der Weg, dem sie folgten, war nicht mehr als ein fester Trampelpfad, der sich öfter mal zweigte, wahllos zur Seite ausschwenkte und ganz endete, ehe er ein paar Meter weiter wieder anfing. Für die Pferde war diese Art des Weges wohl angenehmer als die feste Straße, aber für die Gruppe war es fast eine Tortur, ständig die Reihenfolge ändern zu müssen, weil die Bäume zu dicht standen, um zu zweit nebeneinander her zu reiten. Sie sollten sich fast vor einem Hinterhalt hüten, den man mit etwas Können auch hier durchführen könnte, aber glücklicherweise geschah auf ihrer Reise nichts. Bis auf ein paar andere Wanderer und Soldaten begegneten sie keiner Menschenseele.
      Brerandt's beachtliche Burg tauchte nach einigen Tagen auf, nachdem sie eine idyllische Lichtung hinter sich gelassen hatten, auf der mehr Wandertruppen rasteten und ein paar sie bei sich aufnahmen. Die Burg stellte Vaisyl in den Schatten, bei allem, was sie besaß. Ihre Steinmauer funkelte aus allen Löchern, das Tor war so groß, dass ein Riese locker durchgepasst hätte und die Türme bestanden teils aus Marmor, und das so hoch, dass schnell klar wurde, wem Mehyve wohl seinen Reichtum am meisten zu verdanken hatte. Die Bewachung war enorm, überall standen grimmige Wachen herum, die niemanden auch nur in die Nähe ließen, ohne ihn vorher bis auf die nackte Haut untersucht zu haben. Es standen bereits einige Leute Schlange vor dem Tor, auch einige Kutschen unter ihnen, die auf wohlhabende Familien oder Botschafter schließen ließen. Die Gruppe musste sich damit abfinden, sich hinten anzustellen, während die Soldaten auf den Zinnen jeden einzelnen mit ihren Blicken durchbohrten.
    • Flora

      Endlich, nach weiteren Tagen, die Flora endlos vorkamen, und dazu immer dasselbe Bild - Baum und Bäume - Wald und noch mehr Wald, tief und undurchdringlich, durchzogen von Trampelpfaden oder auch Straßen, mal befestigt, mal wie jene, die man zwischen oder um Feldern vorfindet, jene die sich gern mal in Matsch verwandeln wenn es regnet, oder im Sommer Staub aufwirbeln, wenn der Wind über sie marschiert.
      Die wenigen Leute, die sie unterwegs trafen, waren da eine willkommende Abwechslung, die gern mal in einer Rast endete. So konnten sie natürlich auch den rechten Weg nachfragen und sich bestätigen lassen.
      Nun waren sie bei der Burg angekommen, und sie war wirklich groß. Viele Soldaten mussten sich hinter den Mauern befinden. Der Rest lebte wohl umliegent, in den Häusern des Dorfes, oder der kleinen Stadt, welche nah an der Burg errichtet war. Dort lebte auch das gemeine Volk, und so wie es aussah, hatte Orin Brerandt heute wieder reichlich Andrang für Bitten und Beschwerden der Bevölkerung.
      Sie gaben die Pferde bei einem Stallburschen in Obhut, der sie gut pflegen und füttern sollte. Sie brauchten die Tiere noch eine Weile.
      Die grimmigen Wachen, die alles mit Adleraugen kontrollierten, beobachteten und jeden bereits verdächtigen, etwas in die Burg zu schmuggeln, was dort jemandem gefährlich werden könnte, durchsuchten nach und nach Bauern und andere Leute, ehe man sie durch das Tor ließ. Ja selbst Handelsware oder auch eine prunkvollere Kutsche, aus der auch mal eine feine Dame spähte, die wohl vom Adel war, oder zumindestens mit einem dicken Geldbeutel gesegnet war, machten da keine Ausnahme. Und so standen Flora und die anderen bereits seit 10 Minuten in der Schlange, waren aber nur ein paar Schritt vorangekommen.
      "Hach, das dauert mir alles viel zu lange.", murrte Flora, und warf ein paar schiefe Blicke zu den Zinnen hoch. Ein paar der Wachleute hatten ihre Augen seit einigen Minuten wohl auf Flora ruhen lassen, und auch Codren. Vielleicht sahen sie auch zu Corin. Immerhin war das schon eine seltsame Gruppe, die sich dort eingefunden hatte - und sie waren bewaffnet.
      Sie straffte sich und marschierte dann los. "Kommt, wir warten nicht länger. Orin wird gleich eh keine Zeit mehr haben, sofern die alle zu ihm wollen.", meinte sie und nahm einen ernsten Blick an, während sie gezielt zur Torwachen marschierte. Natürlich gab es Proteste der Wartenden, aber die ignorierte Flora gekonnt. Sie malte sich einfach vor, in deren Gesichte jenes ihres Vaters zu erblicken. So viel es ihr besonders leicht.
      Die Wachen scheuchten gerade einen Bauern durchs Tor, der soeben durchsucht wurde und wollten schon den nächsten herbeiwinken, als Flora sich vordrängelte. "He, Soldaten. Ist die Gastfreundschaft von Orin Brerandt gegenüber einer Prinzessin damit gesegnet, das schmutzige Soldaten mit ihtren Pfoten zuerst diese befummeln müssen, ehe man einer Dame Einlass gewährt? Mein Name ist Flora Goldfield, und ich bin in absolut wichtiger Mission unterwegs. Es geht um Vultjag! Ich verlange SOFORT zu Orin Brerandt vorgelassen zu werden!"
      Ein direkter Angriff war vermutlich die beste Wahl.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Codren

      Auch wenn Geduld nicht zu ihren Stärken zählte, hätte Codren sich doch der mühseligen Warterei hingegeben, wenn das aber auch hieß, dass man sie zum Schluss durchlassen würde - und sie in der Burg selbst keinen Hinterhalt von vultjag'schen Söldnern zu fürchten hatten. Allerdings merkte sie recht schnell, dass Flora diesen Gedanken nicht mit ihr teilte und bevor sie das Mädchen zurecht weisen konnte, war es schon aus der Reihe getänzelt und marschierte wie ein angriffslustiger Stier auf den Wachposten zu. Codren warf ihren Blick nach oben zu den Wachen auf den Zinnen und konnte beobachten, wie einer von ihnen unverblühmt auf Flora zeigte und etwas sagte, was zu leise war, um bis nach unten durchzudringen. Der andere, an den das Wort gerichtet war, schulterte seine Armbrust. Die Braunhaarige brauchte keinen weiteren Ansporn, um sich schnurstracks in Bewegung zu setzen.
      "Hinten anstellen wie jeder andere auch", grölte die Wache als Antwort, kaum kam Codren bei Flora an, und winkte die nächsten vor, eine kleine Gruppe von Soldaten, die ihr Dienstzeichen vorzeigten. Codren entschied sich, in Anbetracht der einzigen Möglichkeit in die Burg zu gelangen, bei der Einschüchterung mitzuhelfen.
      "Hast du nicht gehört, Mann? Du redest hier mit Flora Goldfield, der einzigen Erbin des Hauses Goldfield! Du lässt uns augenblicklich durch!"
      "Und wenn sie die Erbin von ganz Taranoke wäre - hinten. Anstellen."
      Codren trat näher.
      "Du hast nur eine Wahl. Entweder, du wirst uns zu Brerandt durchlassen und wir werden deinen Herrn vor einer grenzüberschreitenden Katastrophe bewahren, oder du wirst uns den Zutritt verwehren und wir werden zurück zu Tain Lyxaxu gehen und ihr mitteilen, dass Brerandt keinerlei Interesse hat, ihr Angebot anzunehmen, und weißt du, was dann passiert? Dann werden hier bald die vultjag'schen Großmächte herein spatzieren und jeden einzelnen Baum abfackeln, den es hier gibt, und das nur, weil Brerandt wegen dir seinen stärksten Verbündeten verloren hat. Willst du das verantworten? Flora, zeig ihm die Unterschrift."
      Was Codren meinte, war der völlig unzusammenhängende Vertrag von Flora und Tain, den sie auf ihrem Fest geschlossen hatten und der nun mit etwas Glück mehr Gebrauch finden würde. Flora dachte mit und rollte das Papier auf, nur aber so weit, dass unbestritten Lyxaxu's elegante Unterschrift zum Vorschein kam, nicht aber der Rest. Der Soldat war stumm, eine ganze Weile lang, starrte die drei zweifelnd an und nickte dann schließlich zu einem anderen Wachposten, der zu ihnen herüber kam.
      "Ich werde euch zu ihm bringen."
      Flora packte den Vertrag wieder ein, Codren war zufrieden und zu dritt folgten sie der Wache schließlich ins Innere der Burg.

      Brerandt's Burg war ein wahres Meisterwerk. Die Eingangshalle war so hoch, dass man seinen Kopf in den Nacken legen musste, um bis an die Decke sehen zu können und der Boden bestand aus geschliffenem Granit, der sich zu größten Teilen unter riesigen Teppichen verbarg, die den Besuchern die Mühe nahmen, einen Weg durch die Halle zu finden. Zu allen Seiten befanden sich Türen, sehr weit oben war eine Wendeltreppe und knapp darunter endeten die riesigen Schmucksäulen, die wie stumme Giganten den Raum beherrschten. Codren hatte wohl kaum etwas pompöseres Gesehen als dieses Gebilde, mit dem die Burg wohl ihren meisten Innenraum verstaut hatte. Was die Eitelkeit anging, übertraf Brerandt Lyxaxu doch um einiges.

      Der Mann führte sie zielstrebig durch die Halle und durch einen nachfolgenden, kleineren Gang mit bestickten Wandteppichen, zu einer recht unscheinbaren Tür, die sich in einer Niesche versteckte.
      "Wartet hier. Man wird euch reinholen."
      Die Wache öffnete ohne ein weiteres Wort die Tür, trat ein und schloss sie wieder hinter sich. Danach trat Ruhe ein. Als er sie ein paar Minuten später wieder öffnete, hatten sich mittlerweile ein paar andere Persönlichkeiten vor der Tür eingefunden.
      "Ihr drei. Reinkommen."
      Damit traten sie ein.
      Vor dem eigentlichen Thronsaal gelangten sie in einen kleinen Raum mit Stühlen, in dem einige Bedienstete darauf warteten, dass man ihnen Anweisungen machte. Codren dachte schon für einen Moment, man habe sie in einer Kammer für Bedienstete abgestellt, da erhoben sich drei von ihnen, nahmen der Gruppe die Waffen und andere Habseligkeiten an und zupfen etwas an ihren Haaren und Kleidern herum, als wollten sie sie für einen Auftritt frisch machen. Die Wache beobachtete sie derweil mit zusammengekniffenen Augen und nickte erst, als er sich mit ihrem Aussehen zufrieden geben konnte. Danach wurden sie erst in den Thronsaal vorgelassen.

      Obwohl Brerandt auf keinem richtigen Thron saß, hatte der Stuhl unter ihm doch eine so prächtige Rückenlehne, dass er wenigstens als Fälschung eines Throns durchgehen konnte. Die drei wurden herangebeten, dem Herren des Landes vorgestellt, und dann ergänzte die Wache:
      "Sie sagten, sie seien im Auftrag von Tain Lyxaxu hier und dass es um etwas wichtiges ginge. Ich habe sie erst vorgelassen, als sie mir das Dokument gezeigt haben."
    • Flora

      Die Wache am Tor war offensichtlich nicht daran interessiert, hier irgendwelche Ausnahmen zu machen, selbst wenn jemand vom höheren Adel dringend vorgelassen werden musste. Flora wollte schon etwas erwidern, wusste zunächst jedoch nicht, was sie sagen wollte. Und da wurden schon die nächsten durchgewunken.
      Codren kam schnell zur Unterstützung hinzu, und schmierte der Wache wieder reichlich Fischtran um den Bart. Flora hätte es vermutlich mit Honig versucht, und wäre gescheitert. Aber letztenendes dachte die Wache wohl, das später einmal Konsequenzen für sein Handeln, auftauchen könnten.
      Was Flora jedoch missfiel, war die Tatsache, das Codren den Vertrag mit Lyxaxu als Vorwand nutzte, und letztenendes musste sie dann dort mitspielen. Aber auch hier wurde nur die Unterschrift gezeigt, da der Rest niemanden etwas anging. Vermutlich war es auch die einzige Chance die sie hatten.
      Endlich in der Burg, zupfte man dann auch noch an ihnen herum, und entwaffnete sie. Frlora grinste innerlich. War es doch nur ihr Schwert, das man ihr abnehmen konnte. Codren hatte noch eine Eisenhand, und sie selbst ihre Magie. Sollte man hier etwas planen, das wieder darin enden könnte, einen Kerker von innen zu betrachten, würden sie die Räumlichkeiten hier gewaltig aufmischen.
      Letztenendes wurden sie nun endlich vorgelassen.
      Bei Vultjag hätte man ihnen vermutlich noch extra Waffen in die Hand gedrückt, um nicht zu schwach zu wirken. Hier fürchtete man wohl, das Orins Kopf demnächst aus dem Fenster kletterte, wenn jemand zu Gast war.

      Der Saal war groß, und der Thron wirkte ebenso hoch, wie die Eitelkeit, die die Burg versprühte. Wollte Brerandt etwa besser im Lichte glänzen, als Lyxaxu? Ob sie hier schon mal zu Gast war? Oder er bei ihr? Oder sollten Händler und Reisende in jedem Land berichten, wer die größere Burg hatte, und welche auch besser geschmückt war?
      Die Wache sprach zunächst mit Orin, aber Flora wartete keine weitere Antwort ab, und räusperte sich. Natürlich straffte sie ihre Haltung, um nicht zu frech rüber zu kommen, aber hier blieb eben keine Zeit für Höflichkeiten und Etikette.

      "Verzeihung, euer Hoheit, aber eure Wachen haben durch ihre Übervorsichtigkeit schon zu viel Zeit gekostet. Ich musste mit einem einfachen und belanglosen Schuldschreiben, eine wichtige Botschaft vortäuschen. Hier drinnen lauert sicher keine Gefahr, und wenn, dann ist sie nicht halb so gefährlich, wie jene an euren Grenzen im Kernland. Flora Goldfield, lautet mein Name. Meine Begleitung Codren Fluern und Corin Fignes. Ich komme direkt aus Lyxaxu, und was ich dort erfahren habe, ist für euch und eurer Land, mehr als wichtig. Ihr müsst mich anhören!"
      Entweder wurden sie jetzt beschimpft, oder Orin war gewillt, ihnen zuzuhören. Das er schon von Vultjags Aktivitäten etwas bemerkt hatte, war Flora noch nicht klar.
      Aber sicher wusste er noch nicht, was in Camisse geschehen war. Flora würde ihm das auch noch erklären, und das er seine Armee losschicken müsste, um sie mit Lyxaxu zu vereinen, um dann Vultjag aus dem Kernland zu verjagen. Seine Wunden würde er eh in der Weise lecken, das er wie gewohnt Söldner für andere arbeiten lässt.
      Hoffentlich war Orin kein Bollwerk aus Ignoranz und Torheit.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Taru ()

    • Orin Brerandt war ein Mann, der zum Herrschen geboren wurde. Hoheitsvoll und stattlich, aber auch entspannt saß er auf seinem Stuhl, der einem Thron ähnlich sehen sollte, die Beine locker gekreuzt, das Kinn würdevoll erhoben und die Hände sorgfältig auf den Lehnen platziert. Er saß nicht unbeweglich dort, seine Miene spiegelte die menschlichen Gesichtszüge eines Mannes wider, der die Situation nicht so recht einzuschätzen vermochte und noch auf das richtige Zeichen wartete, das ihm sagte, wie er zu urteilen hatte. Als Flora ihm vortrug, weshalb sie wirklich hier waren, reagierte er mit einem Stirnrunzeln und einem Schnauben, seine Beine wechselten ihre Position und die Hände wanderten in seinen Schoß, wo die Finger sich ineinander verschlossen. Ganz anders als Lyxaxu trug er nur zwei Ringe, seinen Ehering und einen sehr schlichten Silberring, der zweifellos seine lnsignien in sich trug. Neben ihm, hinter einem kleinen Tisch, saß ein würdevoller Schreiber, der abschätzend zu der Gruppe und zu Brerandt blickte, wahrscheinlich mit der Frage, ob er hier überhaupt gebraucht werden würde. Aber Brerandt machte keine Anstalten ihn wegzuschicken.
      "Goldfield, sagst du? Etwa die Tochter von Robert Goldfield? Welch eine Überraschung. Wir hatten noch nicht das Vergnügen miteinander, nehme ich an."
      Er nickte zu der Wache, die die Gruppe hereingeführt hatte und nun ohne ein weiteres Wort von dannen zog, so schnell, wie es die Sitte erlaubte.
      "Aber was tust du hier, in meiner Burg, so nah an der Nordküste, und nicht bei dir Zuhause auf deinem Hof? Du willst mir etwas überaus wichtiges von Lyxaxu mitteilen? Ist es etwa so wichtig, dass sie jetzt schon Bauern zu Boten befördert?"
      Der Blick des Schreibers daneben änderte sich binnen eines Herzschlages von abschätzend zu abwertend und er grinste ganz ungeniert, was Brerandt kein bisschen kümmerte.
      "Aber schließlich hast du diesen weiten Weg auf dich genommen, also sprich auch und erzähle mir alles, was du berichten kannst."