[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

    • Lev wusste nicht genau warum er das tat, warum er Anisa durchs Haar strich und ihr all diese kleinen Geschichten über ihre Kindheit und seines besten Freundes erzählte. Es war nicht unbedingt allein um die Rothaarige zu beruhigen, von welcher er niemals geglaubt hatte sie in seinen Armen zu halten. Das Trösten war bislang Killians Job bei der Tochter des Astolfo-Clans gewesen. Wahrscheinlich tat er es auch um sich selbst zu beruhigen. Je mehr er an witzige Geschichten von Früher zurück dachte, desto optimistischer wurde er was Kill anbelangte. Er hatte verdammt nochmal so viel überlebt und überstanden. Dieser Schuss war doch ein Klacks! Natürlich musste Lev aufhören sich einzureden das Killian unverwundbar war. Gerade der Russe wusste am Besten wie sensibel und empfindlich der brünette junge Mann dort im OP-Saal war. "Natürlich hat er das nie erzählt.", schmunzelte Lev amüsiert und strich ihr weiterhin durch das lange Haar. "Killian ist kein Mensch der über sich spricht, außer er hat etwas mit dem er prahlen kann.", grinsend schüttelte Lev den Kopf. Als im Anisa verraten hatte, dass Kill sie tatsächlich auch bewusst Zwerg genannt hatte, musste der junge Russe leise lachen. "Ich hätte es wissen müssen.", schmunzelte er und lauschte der Erzählung von Anisa bezüglich dem Verlust ihres langen Haares. Lev konnte sich noch gut daran zurück erinnern. "Ja, ich glaube das hatte er als Kompliment gedacht. Er hat seine etwas eigene Art der netten Worte.", grinsend erinnerte sich Lev daran zurück, als die beiden sich als Kinder kennengelernt hatten und Killian ihm mit den Worten ´Ey, ganz so scheiße bist du ja gar nicht´ seine Freundschaft angeboten hatte. Das waren Erinnerungen welche er hütete wie ein Schatz und die ihn in dunklen Zeiten zum Lachen brachte, so wie in diesem Augenblick. Killian war nicht wirklich ein netter Mensch, er fluchte, er benahm sich oft genug daneben und er führte ein katastrophales Leben. Allerdings konnte man sich immer auf ihn verlassen, er hatte niemals jemanden im Stich gelassen. Wenn Lev ihn brauchte war er da und er hatte nie gefragt warum. Er war einfach da und nahm es hin, kümmerte sich darum. Lev liebte das an ihm. Er war auch ohne auch nur ansatzweise nachzudenken bereit gewesen zu Anisa zu eilen und sich umzubringen ...
      Nein, nicht daran denken. Er lebt!
      "Killchen ist sehr aufmerksam Anisotschka.", verniedlichte er wie immer den Namen von Anisa in russischer Form. "Er durfte es nicht zeigen, weil dein Vater es ihm verboten hat. Er wollte nicht, dass du von diesem Leben erfährst und dich beschützen. Killchen hat das verstanden und akzeptiert. Allerdings hat er immer bemerkt, wenn du für ihn gebacken hast. Wir sind nachts sehr oft in die Küche geschlichen. Ab und an hat uns deine Nanny erwischt, aber sie hat uns nie verraten.", erzählte er Anisa lächelnd, ehe sein Blick wieder auf die OP-Lampe richtete.


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    • In diesen Erinnerungen zu schwelgen, spendete der Rothaarigen etwas Trost. Lev hatte Recht, Killian hatte wirklich selten, nein, niemals über sich geredet. Ihr Vater hatte nicht nur sie darauf hingewiesen, das Killian nicht gut für sie sei, sondern auch Killian strengstens untersagt, den Kontakt zu seiner Tochter zu suchen. Während er zu ihr sanft sprach, gab er Killian lediglich den Befehl, den er ohne zu murren befolgte. Das ihr Vater allerdings nun ausgerechnet Killian dazu auserwählt hatte, ihr Bodyguard zu werden, musste nur bedeuten, das es wirklich gefährlich werden musste, denn er vertraute dem Dunkelhaarigen. Dieser Gedanke machte sie allerdings rasend vor Wut. Wie konnte er, obwohl er so viel Vertrauen in Killian steckte, nur so wenig Anerkennung zeigen! Verdammt, Killian hatte ihr Leben gerettet! Ihr verdammtes Leben und keine Sekunde hatte er gezögert, sich zu erschießen! Erneut stiegen ihr neue Tränen in die Augen und starrte zu Levs Brust. Er wird es überleben. Ganz Sicher! So wie es Lev bereits sagte, Killian hatte so viel durchgestanden und jetzt würde er es ebenfalls! "Das stimmt.", antwortete sie mit zittriger Stimme und schwachem Lächeln. "Prahlen kann er besser als jeder andere.". Irgendwann hatte Anisa es aufgegeben, den Kontakt zu suchen. Immerhin hatte ihr Vater alles daran gesetzt, sie von seinem neuen Wunderkind fernzuhalten und Killian hatte all seine Anweisungen befolgt. Manchmal konnte Anisa nicht einschätzen, ob es wirklich nur an ihrem Vater gelegen hatte, oder ob auch Killian einfach kein Interesse mehr an den Kontakt hatte. Wenigstens hatte er sich über die Kekse und sämtliche Plätzchen gefreut, die sie extra für ihn gebacken hatte. So gern hätte sie sein freches, schönes Grinsen gesehen, als er sich mit Keksen voll gestopft hatte. "Das hätte ich wirklich gern gesehen.", lächelte Anisa sanft und folgte Levs Blick, der wieder zur OP-Lampe flog. Anisa wusste, wie lange so eine Operation dauern könnte. Ebenso wusste sie auch, das solch eine Operation auch nicht unbedingt glücklich enden könnte. "Wir werden vermutlich die gesamte Nacht hier verbringen müssen.", seufzte sie frustriert. Immer wieder raf sie sich in Gedanken, das Killian diese OP überleben wird.
    • Der dünne Faden zwischen erneut in Tränen ausbrechen und stark bleiben war zum zerreißen gespannt. Das traurige Glänzen in den Augen der Rothaarigen hörte gar nicht mehr auf, auch wenn sie zwischendurch versuchte ihr Lachen wiederzufinden. Beide redeten sich ein, dass Killian die Operation mit Links überstehen würde, aber so ernst war er bislang noch nie verletzt worden. Der Amerikaner hatte alle seine Wunden sowohl körperlich als auch seelisch perfekt verborgen, dieses Mal allerdings war der Grad zwischen Leben und Tod einfach zu gering. Wie würde es überhaupt weitergehen, wenn Kill alles überstanden hatte? So wie Lev ihn kannte würde er so tun als wäre nie etwas passiert. Er würde sich in seine Arbeit stürzen wie er es immer tat und dieser verfluchte John Astolfo nahm es einfach hin. Allein bei dem Gedanken an den Mann schäumte der junge Russe vor Wut. Je älter er wurde und je mehr er mitbekam wie er mit seinem besten Freund umging,desto größer wurde die Wut in ihm. In seinen Augen war John nicht besser als all die anderen Schweine, welche den Dunkelhaarigen ausnutzten. Er seufzte leicht, strich Anisa in Gedanken versunken durch das rote Haar und nickte zustimmend. "Stimmt. Prahlen liegt ihm wirklich, genauso wie Fluchen. Allerdings ist das deutlich weniger geworden, seit er bei dir ist.", erklärte Lev, konnte es aber nicht verhindern das sein Blick konstant zu der immer noch roten Lampe wanderte. Gott, er würde durchdrehen. Seine Beine kribbelten und sein linker Fuß wippte bereits jetzt wieder auf und ab. Er wollte direkt wieder durch den Flur tigern, als ob das etwas besser machen würde. Als Anisa ihn darauf hinwies, dass sie sicherlich die ganze Nacht warten mussten, seufzte er schwer. "Ich weiß. Es macht mich nur verrückt, einfach nichts tun zu können.", gab er dann zu, ehe sich sein Blick direkt verfinsterte. "Und wo steckt dieser verdammte Bastard John? Sein bester Mann liegt im Sterben und er ist nicht einmal hier um sich zu erkundigen!", fluchte Lev wütend und lies Anisa los, damit er sich ein wenig abreagieren konnte, während er nun doch durch den Flur wanderte, während er zahlreiche russische Schimpfworte murmelte.


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    • Immer wieder fragte Anisa sich, was sich in Killians Kopf abgespielt hatte, als er den Abzug drückte. Er hatte gelächelt. Er hatte verdammt nochmal gelächelt, als er sich eine Kugel in den Kopf jagen wollte! Es brach Anisas Herz, das er so handelte. Ohne zu zögern, hatte er diese Entscheidung getroffen, ohne überhaupt eine andere Lösung zu finden. Tat er es, weil er wollte, das Anisas Leben weiter ging? Oder wollte er so sehr, das seines endet. Es war zum Kopf zerbrechen und Anisa fand keine Antwort, ihr stiegen lediglich die Tränen in die Augen. Es gab Menschen, die um Killian weinten, auch wenn er glaubte, das es nicht der Fall war. Anisa war einer dieser Trauernden. Er wusste nicht um ihre Gefühle, oder aber er hatte sie bereits erkannt, ignorierte sie allerdings. Es war nicht so, wie es bei Isabella der Fall gewesen war. Diese Frau war ohnehin eine kranke Verrückte. An diese Hexe wollte Anisa jedoch keine weiteren Gedanken verschwenden. Lieber schwelgte sie mit Lev in den alten Erinnerungen. Killian war schon immer auf seine Art, etwas besonderes gewesen. Die Bemerkung, die Lev fielen ließ, über die positive Veränderung des Dunkelhaarigen, ließ ihre Mundwinkel leicht zucken. "Ich gebe mein Bestes, ihn zu erziehen. Aber glaub mir, er ist kein leichtes Kind.". Und auch wenn es stimmte, das es mit Killian deutlich schwer war, ihm klarzustellen, das er einige Dinge für seine Gesundheit unterlassen sollte, so sehr freute sie sich auch über ihre eigenen Fortschritte. Anisa konnte nun verdammt gut kochen! Lev starrte förmlich dieses rote Lämpchen an, was Anisa nicht entgangen war. Sie wusste wie lang diese OP dauern könnte, was sie ihm auch erläuterte. "Mich auch.", murmelte sie nur, als Lev plötzlich über ihren Vater schimpfte. "Er ist vermutlich schon hier.", sagte die plötzlich und fuhr sich nervös durchs Haar. "Als du bereits vorgerauscht bist, hab ich der Dame erklärt, meinem Vater zu verbieten, sich hier aufzuhalten. Ich will ihn nicht sehen und ich bin mir sicher, das ihr aufeinander im Moment nicht gut aufeinander zu sprechen seid. Er soll Killian nicht sehen, er soll keine Sekunde die Chance dazu haben, ihm seine Drecksarbeit aufzutragen.", erklärte Anisa. Ob es eine richtige Entscheidung gewesen ist, wusste sie nicht. Was sie aber wusste war, das sie die Beherrschung verlieren würde, würde ihr Vater nun vor ihrer Nase herumtanzen. Ohnehin verachtete sie ihn für diese Art von Arbeit. "Anisa!", hörte sie ihren Namen rufen und wirbelte zur Tür. Diese Stimme würde sie überall wieder erkennen. Verdutzt blickte sie in diese strahlend, blauen Augen, die sie so bestürzt fokusierten und im nächsten Moment auf sie zustürmten. Im nächsten Moment spürte sie auch schon die Wärme und die starken Arme um ihren zierlichen Körper, auch den schnellen Herzschlag des Mannes konnte sie hören. "Jaden?", stammelte sie. "Geht es dir gut?", fragte der Blonde lediglich, löste seine Umarmung und griff nach ihrem zarten Kinn und begutachtete ihr schönes Gesicht auf Verletzung. Die verfärbte Stelle auf ihrer Wange war nicht zu übersehen. "Was machst du hier? Woher weißt du...". "Eine lange Geschichte.", seufzte er und zog Anisa erneut in seine Arme. "Ich hatte solche Sorgen.". Anisa war über das Auftauchen von Jaden so überrumpelt, das sie sich nicht wehrte und lediglich zu Lev hinüber starrte. "Wie geht es Killian?", fragte Jaden dann ungewohnt besorgt.
    • "Ja.", seufzte Lev gespielt theatralisch. "Dieses Kinder heutzutage lassen sich ohnehin nichts mehr sagen. Unser Killchen ist eindeutig ein schwerer Fall. Vielleicht habe ich in meiner Erziehung versagt und er braucht eindeutig eine weibliche Hand?", versuchte der Russe ein wenig zu scherzen aber es konnte sich einfach nicht von dieser roten Lampe abwenden. Sie leuchtete und leuchtete. Einerseits sehnte Lev es herbei das sie endlich erlosch und sie eine Rückmeldung bekamen. Andererseits hatte er aber auch Angst vor dieser Antwort, welche sie erhalten würde. In den Augen des Schwarzhaarigen war Killian der stärkste Mensch denn er kannte, aber jede Stärke würde einmal ihr Ende finden. Er wollte felsenfest daran glauben, dass dieses Ende für den Amerikaner noch nicht gekommen war. Als sich Lev dann lieber damit ablenkte über das Oberhaupt der Astolfos zu fluchen, hatte ihn Anisa mit ihren nächsten Worten bereits entwaffnet. Das musste er der feurigen Schönheit schon lassen, sie wusste eindeutig was sie sagen musste um jemanden zu beruhigen. Im einen Moment war er noch sprichwörtlich auf 180 gewesen und durch ihre Worte kühlte er direkt wieder aus. Vielleicht war das auch der Grund weshalb Killian fast handzahm geworden war? Das wilde Raubtier erschien in ihrer Nähe fast wie ein Schmusekätzchen. "Das war schlau ...", lobte Lev sie dann schmunzelnd und wollte ihr gerade anerkennend durch das Haar wuscheln, da ertönte eine ihm fremde Stimme. Obwohl so fremd war sie ihm dann doch nicht. Jaden war niemand Unbekanntes, immerhin hatte Lev seine Augen und Ohren überall. Mit verschränkten Armen beobachtete er die Szene. "Nun wir haben Zeit uns diese lange Geschichte anzuhören.", antwortete der junge Russe knapp. Lev wusste von Killian, dass er Jaden schon lange auf dem Schirm hatte. Er misstraute dem Blondschopf und wenn Killian glaubte das mit ihm etwas nicht stimmte, hatte Lev keinen Grund daran zu zweifeln. Allerdings entging ihm auch nicht der besorgte Tonfall, was Lev direkt stutzig werden lies. "Wir wissen es nicht. Die Ärzte sind seit Stunden im OP. Niemand spricht mit uns.", antwortete er ihm ehrlich und schritt dann näher auf den anderen zu. "Ich habe keine Zweifel daran, dass du dich offenbar wirklich sorgst. Allerdings möchte ich wissen wer genau du bist. Andernfalls werde ich Anisa von dir entfernen müssen. Ich habe kein Problem mit dir, nimm es also nicht persönlich. Ich habe allerdings meinem besten Freund ein Versprechen gegeben, welches ich denke einzuhalten." Lev deutete auf die Wartebänke. "Setz dich bitte."


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    • Wie lang warteten sie denn nun schon, bis sie endlich herausfanden, wie es um Killians Zustand stand? Anisa wusste, wie lange solch eine OP andauern konnte, aber im Moment hatte sie einfach keine Geduld! Sie fürchtete um Killians Leben und würde er nun nicht mehr aufwachen, könnte sie sich das niemals verzeihen, das sie ihn in diese Situation gebracht hatte. "Scheint wohl zu funktionieren.", sagte Anisa und versuchte sich an einem Lächeln. In alten Erinnerungen zu schwelgen, war ermunternd, allerdings stiegen ihr immer wieder neue Tränen in die Augen. Und dabei hatte sie ihren Vater nun wirklich nicht gebraucht. Er würde ihren Wutausbruch niemals unausgesprochen lassen und Levs Worte ebenso wenig. Da wäre es dem großen John Astolfo ziemlich egal, das gerade sein bester Mann in einer lebensgefährlichen OP steckte. Diesen gegenseitigen Krieg hätte sie nicht ertragen und im Moment wollte sie auch nicht sein Gesicht sehen müssen, weshalb sie die überforderten und eingeschüchterten Sekretärin gebeten hatte, diesen Mann nicht hier rauf zu lassen. Sie sollte ausdrücklich ihren Namen nennen, denn auf Anisas Wunsch tat ihr Vater fast alles. Auch wenn er ein grausamer Mann war, sorgte er sich um das Wohl seiner Tochter und wenn diese im Moment seine Anwesenheit nicht ertragen konnte, dann akzeptierte er ihre Gefühle, auch wenn er sie nicht einfach so davonkommen lassen würde. Zumindest konnte er nicht einfach alle Menschen abknallen, die ihm über den Weg liefen oder ihn aufhalten würden, das er zu diesem Raum kommen würde. Das allerdings plötzlich Jaden auftauchte, darauf wirkte Anisa vollkommen ratlos. Woher wusste dieser Kerl, wo sie sich aufhielten und das sich Killian nicht im besten Zustand befand. Verwirrt und überfordert fiel ihr Blick zu Lev, der ebenso überrascht war wie sie. Anisa kannte den Blonden immerhin, Lev hatte ihn vermutlich zuvor nie gesehen. Vielleicht hatte der Schwarzhaarige einige Geschichten von Killian gehört, aber auch nicht mehr. Killian konnte Jaden ohnehin nicht ausstehen, weshalb also scherte sich Jaden um seinen Zustand? Das er sich um sie sorgte, konnte Anisa nachvollziehen. Sie waren sich nahe gestanden, bevor Killian wieder in ihr Leben getreten war, sie waren sogar intim geworden und hatten viele Abende zusammen verbracht.
      Vorsichtig löste Jaden sich wieder von Anisa, nachdem er die rote Stelle an ihrer Wange gemustert und sich nach Killian erkundigt hatte. Es war eine verdammt lange Geschichte und er wusste nicht, ob Anisa oder auch Lev, den jungen Mann, den Jaden nicht kannte, ihm Glauben schenken würden. So folgte er also Levs Aufforderung, setzte sich auf die Wartebank und blickte noch einmal eindringlich zu Anisa, dann zu Lev. Er war misstrauisch und das konnte Jaden nachvollziehen. Er begann seine Erzählung von Anfang an. Jaden gehörte der amerikanischen Mafia an und sein Auftrag lautete, das wertvolle Juwel der italienischen Mafia, der Astolfos zu beschaffen. Unbeschadet. Hierbei handelte es sich natürlich um die Tochter von John Astolfo, Anisa Yulis Astolfo. Jaden sollte ihr vertrauen gewinnen, denn Anisa sollte lebendig und unversehrt in Amerika angelangen. Sie hätte als Druckmittel eingesetzt werden sollen und wollten John Astolfo persönlich. Auch bei dem Blonden handelt es sich um ihren besten Mann, allerdings bedachten sie nicht, das Killian der Leibwächter der schönen Rothaarigen werden sollte. Die Hintergründe des Dunkelhaarigen war aller Welt bekannt, nur Jaden hatten sie diesen Mann vorenthalten. "Er hat dieselben Augen wie meine Mutter.", gestand Jaden. Solch rein goldene Augen hatte Jaden zuvor nur zweimal gesehen und schöpfte bereits in der ersten Sekunde den Verdacht, welch Standpunkt Killian in seinem Leben haben würde. Auch für Jaden war es kein Geheimnis, welch einen Beruf seine Mutter ausgeübt hatte. "Vor einem Krankenhaus hatten sie mich abgelegt. Sie hatten nicht mal gewartet, um zu sehen, ob man mich auch wirklich fand oder ich jämmerlich davor erfror", erklärte Jaden, während er auf den Boden starrte und Anisa ihn ungläubig anstarrte und gar nicht anders konnte, als sich dann auch zu setzen, bevor sie einfach zu Boden sank. "Ich habe recherchiert.". Im Alter von 5 Jahren fand er zu seiner leiblichen Mutter zurück. Zwei Jahre, lebte er bei seiner Mutter und ihrem Ehemann. In diesen Jahren verlief sein Leben nicht sehr viel anders ab, als wie bei Elaine. Er wurde geschlagen, gezwungen zu stehlen und wurde erneut auf die Straße geschickt, wenn er mit leeren Händen zurück kam. Nächtelang hatte Jaden sich nicht nachhause getraut, bis er all seinen Mut zusammen gekratzt hatte, um seiner Mutter von all dem Leid, das ihm zugefügt worden war, zu berichten. Zu seinem Pech allerdings, interessierte es die schöne Frau, die sich als seine leibliche Mutter bezeichnete, nicht die Bohne. Nachdem sie erneut Schwanger wurde und einen kleinen Jungen zur Welt brachte, allerdings dieses Mal von ihrem Ehemann, nicht wie es bei Jaden war, einer ihrer 'Kunden'. Er hatte einen gesunden, kleinen Bruder geschenkt bekommen, mit dunkelbraunem Haar und wunderschön goldfarbenen Augen, wie seine Mutter sie hatte. Auch seine kleine Schwester Elaine, die nur zwei Jahre jünger war als er und ebenfalls dieses Leben ertragen musste, freute sich auf ihren zuwuchs ihrer Familie. Während sie alles daran gesetzt hatte, den kleinen Killian zu beschützen, versuchte Jaden das gleiche mit seiner kleineren Schwester, die ihn so herzlich aufgenommen hatte. Erst war sie verwirrt gewesen, denn ihre Eltern hatte keine Silbe über den Blonden verloren, aber schnell schon hatte sie ihn in ihr Herz geschlossen. "Ich bin abgehauen. Er hatte mich nie gewollt, meine Anwesenheit hatte er noch weniger ertragen, als die der anderen.", gestand Jaden und sprach über seinen Stiefvater, Killians leiblichen Vater. "Es wäre nur eine Frage der Zeit gewesen, bis er mich zu tote geprügelt hätte. Killian und Elaine hatten es wohl nicht anders erwischt, nur das Elaine nicht mehr bei uns ist. Sie ist der gütigste Mensch, den ich jemals hatte kennen lernen dürfen.", erklärte er und wanderte dann mit seinen strahlend blauen Augen zu Anisa. "Du erinnerst mich an sie. Ihr seid so verschieden und doch ähnelt ihr zwei euch so sehr. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ich dich niemals an die Amerikaner ausliefern könnte. Es tut mir leid, das ich dich all die Monate angelogen habe, meine Gefühle zu dir jedoch sind keine Täuschung.", gestand er ihr und starrte dann wieder zu Boden. Das war zu viel. Für die Rothaarige war das einfach viel zu viel! "Killian ist mein kleiner Halbbruder. Auch wenn ich ihn nicht wirklich kenne, kann ich ihn nicht einfach sterben lassen, so wie ich es schon bei Elaine getan hab.". Auch wenn es nicht so wirkte, für Jaden kostete es viel Kraft, all das auszusprechen. Schon von Anfang seiner Geburt, war er allein auf dieser Welt gewesen. Er kämpfte und sorgte um seine eigene Gesundheit und kämpfte ebenso eifrig wie Killian, um seinen Posten bei der Mafia.
    • Lev hatte den Blonden gebeten sich zu setzen und wartete geduldig darauf, dass er seine Aufforderung Folge leistete. Glücklicherweise kam Jaden dieser nach und so hatte der Russe auch keinen Grund der Erzählung nicht bis zum Ende zuzuhören. Zuerst mit neutraler Mine, immerhin war eine traurige Kindheit nichts was in dieser Branche unüblich war. Er hatte bislang gedacht seine Hintergrundgeschichte sei mies, allerdings hatte die von Killian diese um Längen übertrumpft. Vielleicht schockierten ihn daher die Worte von Jaden nicht sonderlich. Was ihn viel mehr aus der Fassung brachte und seine Gesichtszüge entgleiten lies war eine vollkommen andere Thematik. Dieser Jaden soll Killians Halbbruder sein. Natürlich hatte Lev jedes Recht daran zu zweifeln, aber mal ehrlich wer dachte sich so etwas aus? Der Schwarzhaarige brauchte einen Moment um das zu verdauen, starrte Jaden an als wäre er übergeschnappt und versuchte gerade eben Gesagtes zu verstehen. "Okay, moment. Damit ich das richtig verstehe. Du willst mir klar machen, dass mein bester Freund dein Halbbruder ist und du eigentlich damit beauftragt wurdest, dir Anisotschka zu entführen. Du hast es aber nicht geschafft, weil du dich in sie verliebt hast?", versuchte Lev kurz zusammen zu fassen. Anisa hingegen schien das Ganze nicht so sachlich zu betrachten, was Lev mehr als nur nachvollziehen konnte. Am liebsten wäre auch Lev aufgesprungen, hätte Jaden verprügelt und ihm vorgeworfen warum er sich nicht um seinen Bruder gekümmert hatte. Allerdings wusste der junge Russe zu gut, dass das Leben nicht immer so verläuft wie man es sich wünscht. Jaden hätte sicherlich einen anderen Weg eingeschlagen. Der Schwarzhaarige atmete erst einmal tief durch und rieb sich die Schläfen. " Moy Bog, was habe ich eigentlich verbrochen?", seufzte er und blickte danach wieder mit strengen Blick zu Jaden. Lev wusste meistens wenn ihn jemand anlog. Es gab gewisse Faktoren bei einem Menschen, welche eine Lüge nicht verbergen konnten. In den Augen von Jaden sah der Schwarzhaarige allerdings keine Lüge. Er erkannte nichts, was ihn zweifeln lassen sollte und doch würde er diesem Mann mit Vorsicht begegnen. Er war immer noch ihr Feind und wäre Killian hier, würde er genauso reagieren ungeachtet seinem Hintergrund. "Ich werde dir erst einmal Glauben schenken. Killchen soll entscheiden wie wir damit verfahren.", fasste Lev dann den Beschluss und setzte sich neben Jaden auf die Bank. Während der Geschichte hatte er mit verschränkten Armen an der kalten weißen Wand gelehnt und versucht irgendeine Lüge in der Geschichte zu finden - kläglich. "Gib dir für den Tod von Elaine keine Schuld, es reicht wenn Killchen darunter leidet. Eure Schwester wollte ihn beschützen, als ihr Vater sie ermordet hatte." Lev wusste nicht ob Anisa die ganze Geschichte kannte, allerdings war das jetzt auch egal. Sie sollte es erfahren ... eigentlich sollte sie alles erfahren. "Er hat sie gerächt. Es war Killchens erster Mord und er lebt jeden Tag damit." Sein Blick wanderte daraufhin wieder zu Jaden. "Leb auch du damit und hoffe das er schnell aus dieser OP erwacht. Er hat mehr mitgemacht als ihr alle ahnen könnt. Wenn deine Geschichte stimmt, dass gib ihm wenigstens etwas von seiner Kindheit zurück, die er nicht hatte - einen Bruder. Sei nicht sein Feind, davon hat er genug." Daraufhin erhob sich Lev direkt wieder da er ohnehin nicht still sitzen bleiben konnte. "Solltest du sein Feind werden, werde ich dich finden und vernichten." Lev hatte sich entschieden das Gespräch damit zu beenden und kehrte an die Seite der Rothaarigen zurück. "Es ist viel zu verdauen nicht wahr? Er wird aufwachen Anisotschka und dann hat all das ein Ende."


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    • Wie konnte ihr das nur entgehen? Wie hatte Anisa nur so sehr Jaden vertrauen können? Sie ist die Tochter von John Astolfo, den gefürchtesten Mann Italiens und somit das Ziel sehr vieler Feinde. Während Jaden seine Geschichte erzählte, wurden Anisas Augen immer größer und starrten ihn regelrecht an. Es hätte nur noch gefehlt, das ihr der Mund offen stünde. Jaden, ein Mitglied der amerikanischen Mafia sollte Killians Halbbruder sein!? Irgendwann hatte Anisa sich erhoben, fuhr nervös durch ihr Haar und hatte sich den Fenstern genähert und in die Dunkelheit hinaus geblickt. Die dunkle Stimme des Blonden war in den Schatten gerückt und Anisas Zweifel wurden größer. Wem konnte sie noch glauben? "Meine Gefühle zu dir jedoch sind keine Täuschung.", hörte Anisa den Blonden sagen und spürte seinen Blick auf sich. Wieder brannten ihre Augen, woraufhin sie sich über das schöne Gesicht rieb und sich wieder zu Jaden wandte, um seinen Worten weiter Aufmerksamkeit zu schenken. Soweit es ihr überhaupt möglich war. Sollte sie ihr restliches Leben damit verbringen, jede Person sorgfältig zu überprüfen, bis sie dieser vertrauen könnte? Es gab so vieles, das Anisa erst verdauen musste, bevor sie wieder Klar denken könnte. Jaden war im Moment keine große Hilfe. Ganz im Gegenteil, er machte alles nur noch schlimmer. Zustimmend nickte Jaden auf Levs Frage und wirkte selbst überfordert, mit dieser ganzen Sache. Niemand, keine Menschenseele wusste von diesem Teil seiner Geschichte und nun gestand er es Anisa, der Frau, die sich ein Platz in seinem Leben geschaffen hatte und dem besten Freund seines kleinen Halbbruders. Jaden würde es akzeptieren, das diese Menschen misstrauisch wären und ihm war vollkommen bewusst, das er mit diesem Geständnis auch Anisa für eine ganze Zeit aus seinem Leben geschossen hätte. Aber er konnte nicht weiter zusehen. Es war für ihn ohnehin ein schweres, das Geschehene mit Viola zu verdauen. Er kannte die schöne Italienerin, wusste, welch einen Plan sie verfolgte und als es soweit war, hatte er nichts unternehmen können. Viola hatte er nicht aufhalten können und diese verfluchte Schlange hatte seine Reifen seines schwarzen Autos platt geschossen. Er war erst an diesem Lagerhaus angelangt, als Killian von diesem Francesco bedroht und Anisa zitternd festgehalten wurde. Dem Kerl, der Anisa festhielt, ihm hatte er mit seinem Scharfschützengewehr eine Kugel in den Kopf gejagt und im selben Moment war John Astolfo persönlich aufgetaucht. Niemand hatte gesehen wie der Blonde sich auf dem Platz aufgehalten hatte und niemand hatte ihn entdeckt und war auch unentdeckt wieder verschwunden. "Killchen?", wiederholte Jaden und zog amüsiert eine Augenbrauen hoch. Sein Blick fiel erst wieder auf Anisa, als Lev von der Ermordung von Elaine und darauffolgend auf seinen Stiefvater sprach. Er wusste das Anisa von diesem Leben verschont wurde, weshalb sie mit alldem überfordert sein musste. Es war nicht seine Absicht gewesen, in solch einer Situation mit der Sprache herauszurücken. Aber er wollte nicht schon wieder zu spät sein. "Du bist immerhin gesprächiger als er und kündigst deine Morddrohung an.", sprach Jaden amüsiert und erinnerte sich genau daran, wie Killian ihn mit bloßen Blicke töten könnte, wäre dies nur möglich. Killian hasste ihn und das wusste er. Das würde noch ein steiniger Weg werden. Das galt auch für Anisa, die all das erst noch verdauen musste und überfordert an der kühlen, weißen Wand angelehnt war und zu Boden starrte. Erst Lev, der sich ihr wieder genähert hatte, riss sie aus ihren Gedanken und ließ ihre glasigen Augen zu ihm hinauf blicken. "Ich hoffe, das es bald sein wird. Lange halte ich dieses ungewisse nicht mehr aus.", flüsterte sie und senkte wieder ihren Blick.
    • Langsam fühlte sich Lev echt zu alt für den Quatsch. Nicht das er alt war, aber er hatte das Gefühl in den letzten Stunden schlagartig graue Haare bekommen zu haben. Schlag auf Schlag folgten immer mehr Neuigkeiten die es galt zu verdauen und es wurde einfach nicht besser. Würde bloß noch fehlen, dass John Astolfo sich doch noch die Ehre gab und die Bitte seiner Tochter ignorierte. In diesem Fall konnte der junge Russe allerdings nicht dafür garantieren ihn nicht über den Haufen zu schießen. Er seufzte schwer nachdem er sich die pochenden Schläfen massiert hatte. Er würde von all dem eine fette Migräne davon tragen, dass wusste er jetzt schon. Lev beschloss sich sobald endlich etwas Ruhe in diesen Drama eingekehrt war Urlaub zu nehmen. Der Schwarzhaarige war froh das Jaden offenbar klug genug war seine Position zu begreifen. Sowohl Lev als auch Anisa waren ihm gegenüber auf der Hut, waren skeptisch und sahen ihn als gefährlich an. Ganz gleich wer er war, Vertrauen würde vorerst nicht entstehen. Wenigstens war besagter Jaden kein Idiot und erwartete dies von ihnen. Er befolgte brav Levs Anweisungen, redete, hörte zu und machte keine Anstalten sich falsch zu nehmen. Lev schätzte das und war darum noch nicht feindlich geworden. Solang ihm der Blonde kein Grund gab, würde Lev ihm nichts antun. Zumal der junge Russe Gewalt als letzten Ausweg nahm, er hasste sinnlosen Blutvergießen. Anisa war zum Fenster gelaufen, verriet ihre Gedanken lediglich der Nacht. Lev konnte sie im Moment mehr als nur gut verstehen und wollte ihr gerne die Zeit lassen. Allerdings war Zeit gerade etwas, dass ohnehin auf Messers Schneide stand. Wäre Killian hier wäre diese ganze Situation bereits entschärft. Lev fühlte sich elend, dass er es obwohl er so viel Erfahrung und Wissen besaß nicht konnte. Warum überließ selbst er als bester Freund dem jüngsten Mafiamitglied der Astolfos nur immer die Drecksarbeit? Es war immer das Gleiche ...
      Alle erwarteten Resultate von ihm, da waren weder er noch Anisa eine Ausnahme. Sicherlich fühlte sich auch die Rothaarige schlecht deswegen. "Ich bin ein Freund von Spitznamen.", antwortete Lev gelassen auf die Reaktion des Blonden und richtete sich auf. Auf die nachfolgenden Worte reagierte er mit einem sehr eindringlichen Blick auf Jaden. Lange sah er dem Amerikaner in die Augen. "Richtig, darum ist er auch gefährlich. Es ist egal wer du bist oder zu sein glaubst, sei vorsichtig. Er wird Anisa mit seinem Leben beschützen, ganz gleich ob du sein Bruder bist oder nicht." Warum er Jaden warnte war ihm selbst ein Rätsel, ein gut gemeinter Rat vielleicht? Er hatte dies nicht als Drohung ausgesprochen, viel mehr als Warnung. Der Blonde war offenbar ehrlich mit ihm gewesen, also war es auch Lev. Killian würde es egal sein wer er war, dazu hatte er mehr erlebt als er verdauen konnte. Es war vieles über Killian bekannt und wenn Jaden auch nur einen Bruchteil davon kannte, würde er verstehen warum Killian so geworden war. Es gab niemanden der ihn vor all dem je beschützt hatte ...
      Lev hatte sich an die Seite von Anisa gestellt, sie versucht beruhigend aufzubauen, während sein Blick weiterhin auf die Lampe wanderte.
      Wie viele Stunden waren sie bereits hier?


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    • Keine Geduld. Anisa hatte einfach keine Geduld mehr und würde am liebsten aus diesem Gebäude rennen, zur kühle Nachtluft hinaus und über all das nachdenken, was passiert war. Es machte sie noch immer fertig, das Killian diese Waffe aufgehoben und sie sich an den Kopf gehalten hatte. Er hatte abgedrückt. Mit einem Lächeln. Wie oft schwebte ihr dieser Gedanke bereits schon durch den Kopf? Sie würde noch verrückt werden und nach dieser ganzen Sache, wenn Killian endlich wieder auf den Beinen sein würde, bräuchte sie einen Psychiater. Erst Lev's Nähe, ließ Anisas Körper etwas entspannen. Mit ihm konnte sie ihre Sorgen teilen und ihm glaubte sie, das er sich genau die gleichen Gedanken machte. Killian ist Levs bester Freund und für Anisa, war der Dunkelhaarige noch mehr als das, auch wenn er um ihre wahren Gefühle noch nicht wusste. Womöglich verdrängte er ihre Zuneigung auch nur oder konnte diese Gefühle nicht teilen. Was es auch war, es würde Anisa noch das Herz brechen, würde er sie nicht so sehen, wie sie ihn sah. Das Jaden noch immer auf der Wartebank saß und stumm auf den Boden starrte, nachdem er Levs letzten Satz unkommentiert ließ, kümmerte Anisa im Moment herzlich wenig. Sie wollte seine Geschichte im Moment nicht verarbeiten müssen, auch wenn es schwer war, diese Gedanken einfach aus ihrem Kopf zu verbannen. Aber Killian war im Moment das einzige, an das Anisa denken wollte. Würde er aus dieses OP nicht wieder aufwachen, könnte sie sich das niemals verzeihen.
      In den nächsten Stunden war Anisa den Flur auf und ab gelaufen und sprach kein Wort, ebenso wie Jaden, der nur auf dieser unbequemen Bank saß. Für ihn musste es ebenso nerven auftreibend sein, auch wenn er Killian noch nicht näher kannte, aber das Gefühl, auch seinen kleinen Halbbruder zu verlieren, musste schrecklich sein. Die Stunden fühlten sich an wie Tage, die im Schneckentempo vergingen und auch wenn Anisa einfach nur müde war und ihr Körper schlapp machte, konnte sie kein Auge zudrücken. Sie hatte sich auf den kalten Boden gesetzt und die Tür angestarrt, in der Hoffnung, bald würde ein Arzt herauskommen und ihnen den Zustand des Dunkelhaarigen verraten. Wenigstens war in all den Stunden ihr Vater nicht aufgekreuzt. Vermutlich hatte er versucht sie zu erreichen und ihr etliche SMS geschrieben, aber als Isabella sie aus der Wohnung gelockt hatte, hatte sie ihr Handy fallen lassen und somit nicht bei sich. Vielleicht war das auch gut so. Gerade als Anisa an die Decke starrte und in Gedanken versunken war, weckte eine Tür, die direkt vor ihr geöffnet wurde, ihre Aufmerksamkeit. Es war einer der Ärzte, der aus dem OP-Saal getreten kam. "Wie geht es ihm?!", fragte Anisa sofort, als sie sich hastig erhob und zum Braunhaarigen Mann eilte. "Wie geht es Killian?", fragte sie nochmal, ungeduldig. "Sein Zustand ist stabil, aber kritisch. Herr Darkbloom hat viel Blut verloren...", und mehr hörte Anisa schon nicht mehr. Killian hatte es überlebt! Killian lebt! Tränen stiegen ihr erneut in die Augen und ihre Knie wurden ganz weich. Sie dachte, gleich den Halt unter ihren Füßen zu verlieren und für einen Moment wurde ihr ganz schwarz vor Augen. Ihr kleines Herz hämmerte gegen ihre Brust und hallte in ihrem Kopf brummend wieder. Kopfschmerzen und das Gefühl von Übelkeit kam in ihr hoch. All die Stunden hatte sie sich gezwungen wach zu bleiben, trank nichts und hatte seit 24 Stunden nichts gegessen. Der Druck der auf ihr lastete war zu viel und mit dieser Aussage, das Killian diese grausame Zeit überlebt hatte, brachte ihren Körper vollkommen ins Schwanken. Es war so, als hätte er nur auf diese Antwort gewartet, ehe er endlich zusammen brechen konnte. "Anisa.", hörte sie eine dunkle Stimme sagen und spürte im nächsten Moment, als ihren zierlichen Körper jemand stützte. "Ist alles in Ordnung?", fragte Jaden, nachdem der Arzt verschwunden war.
    • Stunde um Stunde verging. Das rote Lämpchen, welches penetrant weiter auf sie hinab schien wollte nichts mehr erlöschen. Lev hatte jegliches Zeitgefühl verloren, wusste aber das sie hier schon verdammt lange waren. Ihm fielen die Augen zu. Immer wieder nickte er ein, nur um panisch neben Jaden, welcher ihnen immer noch Gesellschaft leistete und Anisa aufzuwachen und sich bei der Rothaarigen zu erkunden, ob Killian schon aus dem OP war. Es war in den letzten Stunden viel zu viel passiert, um alles in nur einer Nacht verarbeiten zu können. Killian stand irgendwo zwischen Leben und Tod, eine psychopathische Irre hatte Anisa nach ihrem Leben getrachtet, weil sie eifersüchtig war, Jaden war der angeblich verschollene Halbbruder des besten Auftragsmörders der Astolfo-Mafia. Langsam aber sicher fragte sich der Russe was ihn heute noch überraschen könnte. Falls er nicht gerade damit rang einzuschlafen, war er an der Seite der Rothaarigen und versuchte ihr Trost zu spenden. Ihm war es zwar nicht ganz Recht, welche Nähe der Blonde zu dem Astolfo-Juwel suchte, aber fürs Erste äußerte sich der Schwarzhaarige nicht dazu. Es war viel zu viel geschehen um jetzt noch einen Streit vom Zaun zu brechen. Dazu hatte nicht einmal ein Mann der russischen Mafia noch Energie und die waren bekannt dafür das sie hart im nehmen waren. Immer wieder kniff sich Lev in den Nasenrücken, massierte sich die Schläfen da er höllische Kopfschmerzen hatte und fixierte die Rothaarige. Er hatte Killian versprochen auf sie aufzupassen und das würde er auch. Irgendwann hatte er sich entschlossen Anisa auf dem kalten Krankenhausboden Gesellschaft zu leisten, während Jaden weiterhin auf der Bank saß und glücklicherweise schwieg. Offenbar erkannte er, das jegliche Worte im Moment einfach unangebracht waren. Gerade als Lev drohte noch einmal einzunicken, hörte er die große Flügeltür des OP welche aufschwang und ein paar Ärzte in weißen OP-Anzügen und Masken Preis gab. Nun so Weiß waren sie nicht mehr ....
      Wie viel Blut hatte Killian verloren?! Die Ärzte sahen aus wie Schlachter aus Horrorfilmen! Lev schüttelte es direkt, dennoch stürzte er zusammen mit Anisa direkt zum ersten Arzt, welcher den Raum verlassen hatte.
      Die Nachricht das er viel Blut verloren hatte war beunruhigend und auch wenn sowohl er als auch Anisa wussten, dass die Gefahr noch lange nicht gebannt war, war die erste Nachricht welche bei Ihnen ankam: Er hatte es überlebt.
      "Slava Bogu ...", seufzte er Russe an Gott dankend und wollte eigentlich nur noch an die Seite seines besten Freundes. Anisa welche so tapfer durchgehalten hatte, hatte nun den Punkt erreicht an welchem sie einfach nicht mehr konnte. Natürlich war Jaden direkt an ihrer Seite noch bevor Lev reagieren konnte, was der Russe mit einem genervten Schnalzen seiner Zunge kommentierte und an die Seite der Rothaarigen schritt. "Lass sie los.", kam es in einem ruhigen Ton von dem Schwarzhaarigen, ehe er Anisa zu sich zog und sie auf seine Arme hob. Auch wenn Lev nicht viel größer als Anisa war, würde er eine solche zierliche Figur schon tragen können. Ein sanftes Lächeln war auf seinen Lippen erschienen. "Lass uns zu Killchen, Anisotschka." Daraufhin ging er zusammen mit ihr im Arm durch die Tür hindurch, konfrontierte direkt den nächsten Arzt damit, dass er seinen Freund sehen wollte.
      Natürlich waren die Ärzte alles andere als begeistert, aber erkannten anhand der besorgten Blicke das es nichts half, ihnen weiterhin den jungen Mann vor zu enthalten.
      "Er schläft, weckt ihn nicht auf und bleibt nicht lange." brummte ein Mann mit wuscheligen blonden Locken und öffnete Ihnen die Türe, während einige Schwestern tuschelnd das Krankenbett mit dem schlafenden Killian hinaus fuhren.
      Es war ein Anblick, welcher selbst Lev erst einmal schlucken lies. Killian war kreidebleich, hing an einem Beutel Blut damit er wieder welches erhielt, dass in seinen Armen per Infusion geleitet wurde. In seinem Gesicht eine Beatmungsmaske, welche einen leichten Nebel an der Innenseite aufwies, was bedeutete das er zumindest atmete.


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    • Lange konnte Anisa es einfach nicht mehr aushalten. Stunden vergingen und immer noch konnte sie kein Auge zumachen, obwohl ihr Körper förmlich nach Schlaf rief. Erst als die Ärzte aus dem OP-Saal traten und einer bei ihnen stoppte, stolperte Anisa regelrecht auf den Arzt zu. Wie sein Kittel oder seine Handschuhe aussahen, ignorierte Anisa komplett. Oder versuchte es zumindest. Nicht alles, was der Arzt gesagt hatte, hatte Anisa auch gehört. Ihr Hirn setzte aus, nachdem sie die Nachricht erhalten hatte, das Killian lebte, wenn auch sein Zustand kritisch war. Natürlich wusste Anisa, das dies alles heißen könnte. Das er, trotz der stundenlangen OP, nach wenigen Minuten nicht mehr atmen könnte. Nicht umsonst besuchte Anisa die Uni und lernte, in jeder freien Sekunde. Mit einem Mal gaben ihre Beine nach und sackten zusammen, wäre Jaden nicht sofort an ihre Seite geeilt, um sie zu stützen. Es war so, als hätte man einen Schalter umgelegt und Anisas Körper endlich von einem Leid erlöst. Killian lebte. Und das war das Einzige, was für die Rothaarige im Moment zählte. Ihr fielen die Augen zu und sie brauchte dringend Schlaf, allerdings konnte sie diesen Wunsch ihres Körpers nicht erfüllen. Sie musste ihn sehen. Sie musste Killian unbedingt sehen. Das Jaden auf sie einsprach, hörte sie gar nicht, sie spürte nur, wie er sich widerwillig von ihr löste, um sie Lev zu überlassen. Jaden gehorchte und nahm brummend Abstand von Anisa. Er wollte an ihrer Seite sein, ihr versichern, das alles wieder gut werden würde, auch wenn er ihr dies einfach nicht versprechen konnte. Das Lev ihn also aufforderte, sich von ihr zu entfernen, passte ihm überhaupt nicht. Allerdings wollte er keinen Ärger und um Moment dachte er an Anisa, die ihre Ruhe bräuchte. Aus Anstand blieb Jaden auf der Stelle zurück, wo Lev und Anisa ihn zurück ließen. Er glaubte nicht, das Killian sofort wach wäre. Allerdings wollte er die Menschen mit ihm alleine lassen, die ihm nahe standen. Jaden ist Killians Halbbruder, allerdings waren sie im Moment nicht gut aufeinander zu sprechen und derzeit war es nicht die richtige Zeit, ihm zu erklären, wer er wirklich war.
      Ohne zu murren ließ Anisa sich von Lev tragen und ließen Jaden allein zurück, in dem Gang, indem sie stundenlang gewartet hatten. Als einer der Ärzte, sie brummend zu Killian ließen, sie jedoch darauf hinwies, Killian schlafen zu lassen und ihre Besuchszeit so kurz wie möglich zu gestalten. Sofort gab Anisa Lev zu verstehen, das sie hinunter wollte, indem sie ungeduldig auf seinen Armen umher wackelte. Dieser Anblick war Herzzerreißend. Unaufgehalten stiegen ihr erneut Tränen in die Augen. Ihr Hals war bereits seit Stunden trocken und woher sie noch immer die Kraft und die Flüssigkeit hatte zu weinen, konnte Anisa sich nicht erklären. "Killian...", flüsterte sie mit zittriger Stimme und näherte sich seinem schlafenden Körper nur langsam. "Er hat es überlebt.". Ein bitteres Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab. Zaghaft berührte sie seine Hand und griff vorsichtig nach ihr, als hätte sie angst, ihn zu zerbrechen.
    • Levs Nerven waren zum verzweifeln gespannt. Er war froh das Jaden genug Menschenverstand besaß, ihm jetzt nicht in die Quere zu kommen. Der Russe verabscheute Gewalt, allerdings lagen seine Nerven blank und sicherlich hätte er den Blonden bei einem falschen Wort in der Luft zerrissen. Der Schwarzhaarige hing an Killian, er war so etwas wie ein Halt in einer Welt in welche er zuvor nicht wollte. So ganz freiwillig war Lev immerhin nicht nach Italien gekommen. Mit Killian hatte er einen Grund zu bleiben erhalten und inzwischen hatte er dieses Land sogar richtig lieb gewonnen. Dennoch änderte es nichts an der aktuellen Lage. Gerade dieser Mensch hing am seidenen Faden seines Lebens, kämpfte schon wieder einen Kampf allein wie er es immer tat und schon wieder stand Lev daneben und konnte nichts tun. Es machte ihn wahnsinnig. In Anisa hatte er im Moment die einzige Verbündete. Er wusste von den Gefühlen der Rothaarigen und ihrer aufrichtigen Art. Es war eine reine Liebe, eine unschuldige Liebe und keine verdorbene wie die von Isabella. Dieser Fanatismus hatte nicht nur Killian, sondern auch Anisa fast das Genick gebrochen. In dieser Sekunde aber verstand Anisa den Russen am Besten und nicht nur weil Killian ihn gebeten hatte, wollte er die schöne Rothaarige beschützen, sondern auch weil er glaubte das sie es war, was Kill brauchte. Vielleicht würde sie ihn retten, wo Lev gescheitert war ... wo jeder gescheitert war. Okay, er war müde und konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Seine Gedanken waren ein einziges Chaos und er war froh, dass er Anisa halbwegs gerade in Richtung des Brünetten schaffen konnte. Die Ärzte waren alles andere als begeistert und die Krankenschwestern offenbar deprimiert, dass sie von Kill weichen mussten aber wenigstens bekamen Lev und Anisa die Chance ihren Freund zu sehen.
      und ....
      er sah schrecklich aus. Man erkannte das erste Mal wie hilflos Killian in dieser Welt sein konnte. Wie er von der Medizin am Leben erhalten wurde. Er war kreidebleich wie die Wand, atmete zwar aber erschien nicht als würde er schlafen, sondern als wäre er schon längst an einem anderen Ort. Lev biss sich verzweifelt auf die Lippen, während Anisa in seinen Armen umher zappelte. Er kam ihrer Bitte nach und lies die Kleinere los, damit sie sofort an die Seite von Killian stürmen konnte. Nur erwachte er nicht und es würde wohl einige Zeit dauern, bis sie wieder diese goldenen Augen sehen konnten.


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    • Dieser Anblick machte Anisa fertig, es gab ihr den Rest. Eigentlich wollte sie nicht von seiner Seite weichen. In keiner weiteren Sekunde, wollte sie ihn alleine lassen. Wollte über seinen wehrlosen Körper schützen und würde jeden, der nicht in dieses Zimmer gehörte, davon scheuchen. Ohnehin würde sie die nächsten Stunden kein Auge zubekommen, auch wenn ihr Körper regelrecht danach schrie. Aber im Moment konnte sie nichts tun. Die einzige Möglichkeit die ihr blieb war, solange zu warten, bis Killian endlich wieder aufwachen würde. Inzwischen war Anisa auf ihre Knie gesunken, umklammerte Killians reglose Hand und hatte ihr verweintes Gesicht nur auf ihn gerichtet. Die Angst, die in ihr brodelte warnte sie davor, das sie nicht zu positiv von dieser Nachricht denken sollte. In jeder Sekunde könnte Killian einfach aufhören zu atmen. Könnte seinem Leben ein Ende bereiten, ohne das Anisa ihm erklären konnte, weshalb sie so an ihm hing. Was der Grund dafür war, weshalb sie sich so für ihn interessierte. Sie konnte sich noch ganz genau daran erinnern, als Killian um jeden Preis wissen wollte, weshalb sie seine Nähe wollte. Weshalb sie nicht davor zurückschreckte, was er alles getan und welchen Ruf er hatte. Eine Antwort hatte sie ihm nicht gegeben. Zu diesem Zeitpunkt war es nicht der richtige Moment gewesen. Würde er aber endlich seine Augen wieder öffnen, könnte sie sich wieder in seinen goldenen Augen verlieren, würde sie ihm ihre Gefühle gestehen. Anisa glaubte keine Sekunde daran, das er ihre Gefühle erwidern würde. Immerhin hatte er, nachdem sie miteinander geschlafen hatten, noch immer mit Isabella zutun und wenn sie sich richtig erinnerte, hatte sie einige, wenige Chancen gehabt, sich mit ihm zu treffen. Und was wollte Killian schon von jemandem wie ihr? In seinen Augen war sie doch noch immer nur die verwöhnte Tochter seines Bosses, auch wenn er diesen Gedanken, den Anisa vermutete, nicht aussprechen würde. Gott, sie war müde. Am liebsten würde sie einfach auf diesem kalten, harten Boden schlafen, bis Killian endlich wieder aufwachen würde. Aber bis sie überhaupt ein Auge zumachen könnte, würde man sie bereits aus diesem Zimmer schleifen.
      Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete sich langsam die Tür und der blonde Lockenschopf spähte zum Raum hinein. Auch wenn Anisa nicht wollte, die wusste, das es Zeit war, nun zu gehen. Trauern würde sie auch im Flur. Sie würde vor dieser verfluchten Tür warten, bis Killian endlich wach wäre. "Wir gehen schon.", murmelte Anisa kraftlos, als sie der Arzt zum erneuten Mal auffordern musste, Killian nun alleine zu lassen. "Ich hoffe, er ist bald wieder wach.", sagte Anisa leise, nachdem sie den Raum verlassen hatten und Killian allein zurückließen.
    • In diesem Zustand hatte Lev seinen besten Freund noch nie gesehen. Er erinnerte sich daran, wenn es Killian schlecht ging das er niemanden sehen wollte. Er hatte jeden aus dem Zimmer geworfen, sich seiner Angst und Trauer schon als Kind allein gewidmet und hatte es niemals nach außen hin gezeigt, wenn es ihm schlecht ging. Allerdings erinnerte sich der junge Russe gut genug an die Zeit zurück, in welcher Killian nichts gegessen, sich pausenlos übergeben und kaum geschlafen hatte. Natürlich tat er all diese Dinge ungesehen, aber Lev war nicht blind und doch hatte er erst nach Wochen erfahren, weshalb es ihm mehrmals so ergangen war. Wenn er von nächtlichen Missionen kam, welche nicht nur das Töten inne hatten. Immer hatte Killian es allein ausgetragen, hatte geschwiegen wenn man sich mal wieder an ihm vergangen hatte, hatte geschwiegen wenn er geschlagen wurde und hatte geschwiegen, wenn er töten musste. Lev hasste es. Er hasste diese Eigenschaft so sehr an seinem besten Freund. Hätte er dem jungen Amerikaner zur Seite stehen können, würde ihn dieser wehrlose Anblick von ihm sicherlich nicht ganz so sehr aus der Bahn werfen, wie er es jetzt tat. Schweigend hielt er sich die Hand vor den Mund und versuchte all diese Gedanken nicht auszusprechen, welche in seinem Kopf umher wanderten und an seine Stirn pochten wie Presslufthammer. Anisa schien es ähnlich zu gehen. Die hübsche Rothaarige war nur noch ein Haufen aus Tränen, klammerte sich an Killian während sie immer weiter zu Boden sank. Was sollte Lev sagen? Er wusste es nicht und konnte nur schweigen.
      Man hatte ihnen keine 10 Minuten gelassen, da scheuchte sie der genervte Arzt mit dem Lockenkopf und den Sommersprossen bereits wieder nach draußen. Wohin die anderen Ärzte verschwunden waren, wusste Lev nicht, aber allein das erste Gesicht dieses Mannes reichte ihm schon aus, um erneut vor Augen geführt zu bekommen wie schlecht es eigentlich um Killian stand. "Ich hoffe es auch...", flüsterte Lev leise auf die Worte von Anisa hin, als die Türe von Kills Zimmer bereits hinter Ihnen geschlossen wurde.


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    • Erledigt von alledem ließ sich Anisa auf einem der unbequemen Stühle fallen. Jaden hatte die gesamte Zeit schweigend auf dem Stuhl auf der Gegenüberliegenden Wand gewartet und setzte sich nun neben Anisa, als sie sich mit einem dumpfen Aufprall auf den Stuhl fallen ließ. Er sagte nichts, nahm nur neben ihr Platz und beachtete Lev nicht weiter, der ihn vermutlich wieder misstrauisch anstarrte. Womöglich würde er ihn in den nächsten Sekunden auch wieder von Anisas Seite scheuchen, allerdings war er keine Hupfdohle, die auf alles hörte. Der Blonde respektierte ihren Zustand, respektierte das er womöglich kaum die Geduld für irgendetwas hatte. Aber er würde sich nicht pausenlos rum scheuchen lassen, nur weil man ihm nicht vertraute. Ob Anisa ihm noch traute? Besorgt blickte er zu ihr. Anisa rührte sich nicht und starrte lediglich die Wand an, die sich vor ihr befand. Er wusste es nicht und würde es vermutlich bald so schnell nicht heraus bekommen. Im Moment hatte Anisa ganz andere Sorgen, nur leider konnte Jaden diese tiefgründige Sorge nicht teilen. Er sorgte sich um Killian, ja. Er wollte, das Killian wusste, das er zu seiner Familie gehörte. Das er kein Feind war. Aber er hatte zu ihm keine Bindung aufgebaut. Das einzige was zwischen ihnen herrschte war Hass. Killian konnte Jaden nicht ausstehen und das wusste Jaden. Konnte es natürlich auch nachvollziehen. Anisa starrte die Wand an und Jaden starrte wechselnd zur Decke und wieder zu Anisa. Sie wollte nichts essen, nichts trinken und auch nicht schlafen, egal ob ihr Körper nach Nahrung oder Ruhe schrie. Die nächsten Stunden zwang sie sich, wach zu bleiben. Ab und an fiel sie in Sekundenschlaf, fauchte die Krankenschwestern an, die sie aufforderten, wo anders zu warten und rührte sich nicht von Fleck. Killian würde bald aufwachen, an was anderes dachte Anisa gar nicht und sie wollte ihn nicht verpassen. Sie wollte die Erste sein, die mit ihm sprechen konnte. Deshalb also gönnte Anisa sich keine Ruhe. Nur um die Toilette zu benutzen, hatte Anisa ihren harten Stuhl verlassen. Das Killian einige Tage nicht ansprechbar sein würde, war ihr vollkommen bewusst. Es könnte Tage oder gar Wochen dauern, bis Killian endlich wieder aufwachen würde. Anisa aber machte sich Hoffnungen. Viel zu große Hoffnungen.
    • Eine Woche ...
      Eine verdammte Woche war inzwischen vergangen, ohne das Killian auch nur einmal aufgewacht war oder auch nur das Bewusstsein erlangte. Die Ärzte rannten praktisch minütlich in sein Zimmer, die Krankenschwestern kamen ihrer Pflicht mehr als nur gerne nach und genaue Informationen zu seinem Zustand, stand selbst den Ärzten gegenüber noch in den Sternen. Das einzige was der Lockenkopf-Doktor, welchen sie als Mr. Jefferson offenbar Ausländer kennen gelernt hatten, vorlauten lassen hatte, war das der Rest an der Stärke von Killian selbst lag. Sie hatten alles ihnen medizinisch mögliche getan, waren aber ehrlich gesagt selbst erstaunt, dass er die OP überhaupt überlebt hatte. Der Schuss hatte nur knapp sein Herz verfehlt, ein paar Millimeter weiter und sie hätten überhaupt nichts mehr tun können. Diese Nachricht hatte erneut Schockzustände ausgelöst und Anisa welche ohnehin nicht mehr vom Krankenhaus bzw. von der Eingangstüre zu Kills Zimmer gewichen war, löste allein diese Information sicherlich eine Weile an Schuldgefühlen aus. So erging es zumindest Lev, er machte sich Vorwürfe. Warum hatte er nichts unternommen, warum war er nicht schnell genug gewesen? All diese Fragen und noch viel mehr geisterten in seinem Kopf herum, ließen ihn genauso wenig Schlaf finden wie Anisa. Die beiden waren pausenlos an der Seite von Killian gewesen und dementsprechend sahen sie auch aus. Der junge Russe war froh, dass die Rothaarige an seiner Seite war. Allein wäre diese Tortur noch schlimmer gewesen, als ohnehin schon. Inzwischen verstanden sie sich wortlos, konnten sich aus Schlafmangel anzicken ohne einander böse zu sein und erzählten sich allerhand dumme Geschichten nur um sich irgendwie auf andere Gedanken zu bringen.

      Lev hatte seinen Kopf auf seiner Hand gebetet, welche an seinem Knie abgestützt war und erlaubte sich ein paar Sekunden seine schweren Augen zu schließen. Nur ein paar Sekunden ...
      Erst eine laute und strenge Stimme, welche ausnahmsweise einmal nicht zu den kichernden Krankenschwestern gehörte sondern zu einer älteren Schwester mit pechschwarzen Haar, welche sie immer zu einem hohen Dutt trug und sie als Camilla kennengelernt hatten, ihn aus dem Sekundenschlaf riss.
      "Junger Mann! Sie legen sich sofort wieder hin! Es ist mir egal ob sie den jungen Pflegern und Schwestern den Kopf verdrehen, bei mir zieht das nicht mein Freund!"
      "WAH! Lass die Finger von mir alte Schachtel!"
      Sofort war Lev aufgesprungen als er die ihm bekannte Stimme hörte und hatte direkt zu Anisa gesehen.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Eine ganze Woche ist bereits vergangen und noch immer hatte Killian kein Auge geöffnet. Wie gern Anisa endlich wieder in diese schönen, goldenen Augen sehen würde. Sie konnte nicht einfach weiter herumsetzen, aber eigentlich tat sie nichts anderes. Gemeinsam mit Lev warteten sie vor dem Zimmer, indem Killian sich befand oder drinnen, um Killians Erwachen auf keinen Fall zu verpassen. Die Nachricht des Arztes, mit den blonden Locken, von dem Anisa bereits schon wieder den Namen vergessen hatte, raubte ihr einiges an ihrer letzten Kraft. Sie hatte kaum geschlafen, besaß deshalb dunkle Augenringe und aß nur wenig. In nur einer Woche hatte selbst Anisa sich verändert. Sie sah kränklich aus, war blass und wirkte noch schlanker, als sie ohnehin schon gewesen war. Wie konnte das nur in einer Woche passieren! Das Killian einfach kein Auge öffnete, machte Anisa fertig. An allem gab sie sich die Schuld. Vom Anfang bis zum Ende. Angefangen bei dieser schrecklichen Ausbildung als Auftragsmörder, bis zu diesen komischen Kontakten, die Killian pflegte - gutes Beispiel, Isabella - und es dieser brünetten Frau es zu verdanken war, das Killian nun hier festsaß und um sein Leben kämpfte. Sie hatte es nicht geschafft, ihn von ihrem eigenen Vater zu schützen, hatte ihn nicht vor den Menschen beschützen können und auch nicht vor Isabella. Er hatte sich dafür entschieden, für sie zu sterben. Er hatte es einfach so hingenommen, diese Entscheidung gefällt, als wäre es ein leichtes.
      Ab und an meldete sich John bei seiner Tochter, erkundigte sich nach ihr und Killian. An zwei Tagen war er sogar ins Krankenhaus gekommen, Anisa hatte ihn jedoch nur vor dem Krankenhaus abgefangen und das auch nur für wenige Minuten. Er sollte nicht mit hinauf, er sollte Killian nicht mehr näher kommen dürfen... Das waren auch die einzigen, wenigen Minuten, an denen Anisa nicht vor Killians Zimmer kauerte. Frische Luft tat ihrem Körper gut, auch das bisschen Bewegung. Sonst saß sie nur da, starrte die weißen Wände an und versuchte, gemeinsam mit Lev, auf andere Gedanken zu kommen. Durch ihren schrecklichen Zustand wirkte sie gereizt, stritt immer wieder mit Lev oder zickte Jaden an, wenn er seinen täglichen Besuch abstattete. Immerhin hatte der Blonde anstand. Es würde ohnehin nichts bringen, würde er ebenfalls auf diesen harten Stühlen oder dem kalten Boden warten. Stattdessen kam er täglich ins Krankenhaus, manchmal auch zwei oder dreimal, um zu erfahren, wie es um Killians Zustand ging. Anisa fühlte sich genauso, wie sie aussah. Wie ein Haufen Elend.
      Es war ein Tag wie alle anderen zuvor, als Lev und Anisa versuchten, ihre geröteten Augen offen zu halten. Anisa starrte wieder die weiße Wand an, während Lev neben ihr langsam drohte in den Schlaf zu sinken und im nächsten Moment wieder aufzuzucken. Heute war es genau das gleiche, nur das ihn etwas ganz anderes aufschrecken ließ. Anisa hatte es auch gehört. Mit geweiteten Augen starrte sie zu Lev. Diese Stimme kannten beide nur allzu gut. Keine Sekunde länger wartete Anisa und stürmte unaufhaltsam in Richtung Killian. "Killian!", rief sie so erleichtert und glücklich, als sie sah, wie er sich bereits in seinem Bett aufgerichtet hatte. Er war endlich wach! Endlich konnte sie diese goldenen Augen wieder sehen und diese Stimme hören, die über ihren gesamten Körper Gänsehaut erzeugte. Das die ältere Krankenschwester nicht sonderlich davon erfreut wirkte, das der feuerrote Wirbelwind ohne Erlaubnis hinein gestürmt kam, war dem Wirbelwind sonderlich egal. Der Anblick einer weinenden Anisa musste für Lev mittlerweile Standart geworden sein, aber sie konnte ihre Tränen nicht zurück halten, als sie Killian für einige Sekunden ungläubig anstarrte, als hätte sie angst, er wäre nur einem Traum entsprungen. Und dann stürmte sie los, auf ihn zu und doch so achtsam, um seine Schmerzen nicht zu vergrößern.
    • Seine Brust schmerzte, es war nicht so als würde er es nicht merken. Er wollte es lediglich unterdrücken, dennoch konnte er nicht leugnen das er unglaubliche Schmerzen hatte. Die Schmerzmittel schienen aber den Großteil davon zu dämpfen, worüber Killian äußerst dankbar war. Er hatte bemerkt, dass er stark abgenommen hatte was ohnehin bei seiner zierlichen Figur nicht nötig gewesen wäre. Wie lange lag er hier schon? Als er das erste Mal wieder sprach hatte er das Gefühl er wäre innerlich komplett ausgetrocknet. Sein Hals fühlte sich an wie Schmirgelpapier. Und verdammte scheiße hatte er Kopfschmerzen. Das letzte Mal hatte er sich nach zwei durch gezechten Nächten so gefühlt. War er betrunken? Nein, das hier war ein Krankenhaus und irgendwie hing er sowohl an einem Beatmungsgerät, als auch an irgendeinem Bluttropf. Was zur Hölle war passiert? Seine Augen gewöhnten sich nur schwer an das grelle Licht und erst Recht an das sterile Weiß des Raumes, in welchem er sich befand. Er hasste Krankenhäuser. Nicht das er oft welche gesehen hätte ...
      Killian brauchte erst einige Minuten um sich langsam bewusst zu werden, was eigentlich passiert war. Ah richtig ... Isabella.
      Da war etwas. Wo war Anisa? Als Killian versuchte sich nach der Rothaarigen umzusehen wurde ihm direkt schwindelig, so dass er sich an den Kopf fasste. Gott, war das nervig. Da er in seinen Augen keine Zeit für das alles hatte und Anisa suchen musste, hatte er kurzer Hand die Infusion aus seinem Arm gerissen, welcher verdächtig dünn geworden war. Ein Glück war hier nirgendwo ein Spiegel zu sehen. Als hätte es die Krankenschwester gerochen, trat eine für eine Frau viel zu große Gestalt in den Raum. Ihr Gesicht ebenso streng wie der zurück gebundene Dutt, welcher offenbar ihre Mähne bändigen sollte. Wenn Blicke töten könnten. Natürlich waren Killians alle erste Worte, dass er sich über die Frau beschwerte. Nur wurde das nicht sonderlich positiv zur Kenntnis genommen. Gerade als er erneut versuchen wollte zu verschwinden, wurde schon die Tür aufgerissen und ein rothaariger Wirbelwind war in seine Arme gestürzt, dicht gefolgt von einem schwarzhaarigen jungen Mann mit den schlimmsten Augenringen die er je gesehen hatte. Perplex blickte er zu Anisa in seinen Armen hinunter, schmunzelte leicht und legte seine Arme vorsichtig um sie. Danach wanderte sein Blick zu Lev. "Ihr seht echt scheiße aus."
      Offenbar genügte Lev das um zu erkennen, dass es tatsächlich Killian war, denn er wischte sich über die Augen und blickte zur Seite. Moment ...
      "Ey Lev, heulst du etwa?", hakte Kill verwundert nach, woraufhin Lev ihn sauer ansah. "zatknis.", fluchte der Russe woraufhin der Brünette lediglich schmunzelte. "Komm schon her, Heulsuse.", daraufhin hob er seinen freien Arm welcher nicht Anisa festhielt und nahm ihn ebenso in die Arme. "Du klingst wie ein alter Mann.", grummelte Lev und vergrub sein Gesicht in den Armen von seinem besten Freund.
      "Zatknis.", antwortete nun Killian.


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    • Es war eine riesen Erleichterung, endlich wieder diese Stimme zu hören, die durch die Tür hallte. Killian war endlich wach geworden! Er hat es überlebt! Ohne eine weitere Sekunde zu zögern, stürmte Anisa in dieses Zimmer und warf sich in Killians Armen. Natürlich hatte sie darauf geachtet, ihm nicht wehzutun. Er musste höllische Schmerzen haben, auch wenn er bereits unzählige Schmerzmittel eingeflößt bekam. Ein Schluchzen konnte sich die schöne Rothaarige nicht unterdrücken. Endlich war die Warterei vergangen und Killian endlich wieder am Leben. Der Dunkelhaarige würde noch einige Zeit in diesem Krankenhaus verbringen müssen und Anisa würde keine Sekunde weichen. Es wäre unmöglich, sie nun von seiner Seite zu zerren. Ein normales Leben könnte Anisa ohnehin nicht mehr führen, das hatte sie sich selbst eingestanden. Alles war zu viel und all das Erlebte, kam auf einem Schlag. In so einer kurzen Zeit könnte das kein Mensch verarbeiten. Jetzt, wo Killian wieder wach war und Anisa sich in den nächsten Stunden über seinen körperlichen Zustand sicher war, würde sie zu einem Psychiater gehen. Und all das ohne zu murren, sonst würde sie unter diesem ganzen Druck und der Schuldgefühle die auf ihr lasteten, untergehen. Ein bitteres Lächeln umspielte ihre Lippen, als Killian erwähnte, wie schrecklich sie beide aussahen. Nur konnte er nicht wissen, das es ihr noch viel schrecklicher ging, als sie aussah.
      Irgendwann konnte sie sich von Killian lösen, auch wenn sie es nicht wollte. Wortlos kniete sie neben dem Bett, hatte ihre Arme um den verletzten Dunkelhaarigen geschlungen und ignorierte die unbequeme Position. Seit einer Woche hatte sie auf einem harten Stuhl verbracht und hatte eine enge Freundschaft mit einer der Toiletten geschlossen, weil sie des öfteren gebrochen hatte. Was also kümmerte sie es jetzt? "Wir hatten solche Sorgen um dich.", flüsterte sie kaum hörbar und konnte endlich wieder in diese goldenen Augen sehen. Selbst sein Gesicht war schmaler geworden.
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