[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

    • Es verlief alles so, wie Isabella es sich erhofft hatte. Ihr Schauspiel war perfekt, die Reaktion von Anisa wie sie es vorausgesehen hatte. Es fehlte nur noch Killian, dieser Teil würde am der Schwerste werden. Allerdings hatte die schöne Frau mit der brünetten Mähne auch daran gedacht. Sie würde Killian nur für sich haben, es fehlte nur noch ein kleiner Schritt. Ein kleiner Stein lag ihr noch im Weg und diesen würde sie mit ihren hohen Stiefeln vom Platz kicken. Mit ebenfalls verweinten Augen hatte sie sich mit dem Handrücken über das Gesicht gewischt, verschmierte sogar ihr Make Up und rannte mit der Rothaarigen als würde ihr Leben davon abhängen zum Wagen. Niemand würde auf die Idee kommen, dass sie all das nur inszenierte. Sie weinte echte Tränen, sie spielte echte Panik vor und selbst ihre Stimme war an die Situation angepasst. "Er wird es! Wir müssen ihm vertrauen Lady Anisa.", antwortete Isabella schnell und wartete darauf bis sie in den Wagen gestiegen war, ehe sie auf das Gaspedal drückte. Der schwarze Mercedes setzte sich mit quietschenden Reifen in Bewegung und hinterließ vor dem Haus in welchem Killian wohnte, schwarze Strafen auf dem Asphalt. "Sie beschützen ihn. Alle geben ihr Bestes. Euer Vater wollte das ich Killian rufe und aus dem Sichtfeld verschwinde. Telefonieren ist zu riskant, man hat selbst unsere Leitung gekappt und wir können Lev nicht erreichen. Jetzt weiß ich auch warum, er ist bei Killian.", antwortete Isabella und nahm eine Kurve ziemlich scharf, so das hinter ihr die anderen Autos bereits hupten. Die Situation war dramatisch und perfekt, alles verlief exakt so wie erwartet. Das Lagerhaus von dem Isabella sprach war abseits von Venedig an einem Anlegehafen für Fruchtschiffe. Überall waren teilweise verrostete Metallcontainer und nirgendwo eine Menschenseele zu erblicken. Isabella hatte den Wagen mit einer solchen Geschwindigkeit geparkt, dass sie auch hier wieder schwarze Streifen hinterließ. Erst als sie angekommen waren, hatte sie auf das Senden der Nachricht an Killian geklickt. "Schnell, Lady Anisa!" rief die Brünette panisch und rannte mit der schönen Rothaarigen in das Lagerhaus an welchem an der Hauswand eine schwarze 11 geschrieben stand. In der Lagerhalle war niemand zu sehen, alles um sie herum war dunkel bis auf die Mitte der Halle, an welcher fast schon Filmreif ein alter Holzstuhl stand. Ein breites Grinsen welches das schöne Gesicht der jungen Italienerin zu einer Fratze verzerrte, bildete sich auf ihren Lippen. Mit ihren rot lackierten Fingernägeln erhob sie ihre Hand und schnippte mit den schlanken Fingern. Große und breite Arme hatten sich um Anisa geschlungen, sie nieder gerungen, ehe sie finstere Gestalten welche in der Dunkelheit der Lagerhalle gelauert hatten auf den Stuhl in der Mitte zerrten. "Herzlich Willkommen Lady Anisa. Ich lade dich hiermit ein, ein Spiel mit mir zu spielen.", säuselte sie zuckersüß, während zwei groß gewachsene Männer die nicht zur Astolfo-Familie gehörten die schöne Rothaarige an den Stuhl fesselten.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Anisa wusste nicht, was sie eigentlich denken sollte. Die Villa wurde angegriffen und laut Isabellas Beschreibung befand sich dort bereits das reine Blutbad. Egal wie mächtig ihr Vater, der gefürchtete John Astolfo auch war, niemals könnte er gegen eine Überzahl an Feinden gewinnen. Ihr blieb nichts anderes übrig, als Isabella zu folgen, in dieses Auto zu sprinten und zu hoffen, das ihr Vater bald zu ihnen stoßen würde. Zwei Wochen war nichts geschehen und Anisa hatte in dieser Zeit langsam wieder zur Normalität zurück gefunden. Das Zittern ihrer Hände hatte aufgehört, auch ihre Wunden waren verheilt und hatte nicht jede Sekunde unter der Dusche Tränen vergossen. Sie war sogar mit Killian gemeinsam einkaufen gegangen, auch wenn sie fast schon paranoid an seiner Seite geklebt hatte. Aber wer konnte es der schönen Rothaarigen schon verübeln? Sie wurde ihr vorheriges Leben in Watte gepackt und von dieser Welt verschont, natürlich war sie nach diesen Vorfällen verstört. Aber sie hatte langsam ihre Angst wieder ablegen können, sie hatte an einem Tag sogar die Frau von Mario getroffen, um ihr aufrichtiges Beileid gesprochen, ebenso wie ihre Gedanken mitgeteilt, einfach um sich zu erleichtern. Nur langsam hatte sie sich wieder finden können, aber das, dieser Angriff auf die Villa, auf ihren Vater, warf sie wieder völlig aus der Bahn. Ihr Herz raste und das Blut rauschte mit Höchstgeschwindigkeiten durch ihren Körper. Erst als sie in das Auto gestiegen war und Isabella sofort auf das Gaspedal trat, merkte Anisa, wie schwer sich ihre Beine anfühlten. Würde sie jetzt wieder aussteigen, würde sie vermutlich keinen Schritt schaffen, ohne auf der Stelle zusammenzusacken. Isabella fuhr wie eine verrückte, achtete nicht auf Ampeln oder den fließenden Straßenverkehr, sie machte sich ihre eigenen Regeln, allerdings interessierte Anisa das im Moment in keiner Sekunde. Sie konnte nicht aufhören daran zu denken, das ihr Vater noch am Leben sein musste. Er musste es einfach und Killian würde ebenfalls so lebendig aus dieser Sache kommen, wie sonst immer auch. Während der ganzen Fahrt hatte sie sich an den Sitz geklammert und stumme Gebete an den Himmel gesendet, auch wenn sie an keinen Gott oder desgleichen glaubte. An einem Anlegehafen für Frachtschiffe kamen sie mit quietschenden Reifen zum Stehen und Isabella zögerte keine Sekunde, als sie aus dem Auto stieg und Anisa aufforderte, ihr zu folgen. Panisch rannte Anisa der Brünetten nach, leider war aus der Ferne niemand zu sehen. Auch als sie sich dem Lagerhaus näherten, brannte nirgends Licht und keine Menschenseele befand sich an diesem Ort. Noch ahnte Anisa nichts, sie überkam nur die Angst. Ihr Vater war noch nicht hier und Killian ebenfalls nicht. Verängstigt schweiften ihre grünen Augen durch die Lagerhalle und hafteten auf dem Holzstuhl, der verdächtig in der Mitte des Raumes platziert war. Sofort fühlte Anisa sich zurück geworfen. Vor wenigen Wochen hatte sie sich auf einem ähnlichen Stuhl befunden. Wie erstarrt fixierten ihre Augen diesen Stuhl und im nächsten Moment hörte sie ein Schnippen, darauffolgend dumpfe Schritte. "Isa-...", Anisa konnte den Namen gar nicht aussprechen, da spürte sie schon, wie muskulöse Arme nach ihr packten. Schreiend wehrte sie sich, rief nach Isabella, nur leider hörte sie die Brünette nicht. Mit dem Rücken war Anisa zu ihr gedreht, weshalb sie noch nicht die Veränderung der Miene, der schönen Giftmischerin sah. "Lasst mich los!", schrie Anisa. Sie war zu schwach und wenn sie es richtig spürte, handelte es sich um zwei Männer, die sie mit dem Gesicht voraus auf den Boden drückten. Ihre Wange rieb auf dem kalten, dreckigen Boden, als sie unerwartet leicht wieder hinauf und in Richtung Stuhl gezerrt wurde. Erst als sie Isabellas Worte und veränderte Stimme hörte, riss sie ihre Augen voller entsetzen auf. Nein... Nicht Isabella. War das etwa nur eine Lüge gewesen!? Die Männer zogen grob an ihren Armen und fesselten ihre Handgelenke hinter der Stuhllehne und drückten sie an ihren zierlichen Schultern hinunter, damit sie nicht die Chance hatte, um davon zu rennen, was ihr ohnehin nichts nützen würde. "Was redest du da!", schrie sie Isabella entgegen. "Verdammt, was ist hier eigentlich los!".
    • Isabella konnte gar nicht anders als amüsiert die Szenerie zu beobachten. Die Kerle fraßen ihr praktisch aus der Hand. Es war ein leichtes sie davon zu überzeugen, sich gegen die Astolfo-Familie zu erheben, wenn sie ihnen nur glaubhaft ihrer Plan präsentierte. Natürlich waren auch einige Zweideutigkeiten im Spiel. Leere Versprechungen welche Isabella nie halten würde, immerhin gehörte sie ganz Killian. Kein Mann der Welt würde ihr das geben können, was sie brauchte und dieses Miststück wagte es ihn ihr wegzunehmen! Die brünette Schönheit schäumte förmlich über für Wut. Wie konnte sie es nur wagen! Das sonst so anmutige Gesicht hatte sie zu einer scheußlichen Fratze verzogen, während sie beobachtete wie die zwei Schränke Anisa zu Boden drückten. Gegen solche Männer hatte eine Frau einfach keine Chance, außer natürlich sie war ähnlich stark ausgebildet. Die beiden kamen aus der Unterschicht der Mafia, hatten nichts mehr zu verlieren und würden für schnelles Geld alles tun. Demnach war es für sie keine Frage von Ehre eine schwache Frau handlungsunfähig zu machen. Natürlich verstand Anisa überhaupt nichts mehr als sie an den Stuhl im Zentrum der Lagerhalle fest gebunden wurde. Wie eine Verrückte schreite sie herum, während Isabella sie umkreiste. Lediglich ihre hohen Absätze waren in der gesamten Halle zu hören. "Was hier los ist?", wiederholte sie zuckersüß, ehe sich ihr Gesicht erneut verfinsterte und sie grob die schöne Rothaarige am Kinn packte. "Ich werde mir Killian wiederholen. Wie kannst du wagen ihn mir wegzunehmen du widerliche Schlampe?", fauchte sie sauer und lies ihr Kinn grob los. "Du glaubst du hast ihn verführt, dabei ist er doch nur bei dir weil du die Tochter vom Chef bist. Glaubst du etwa er empfindet wirklich etwas für dich?", lachte sie hämisch. "Kill ist ein Mörder, jemand der Leben nimmt und nicht jemand der Leben schützt." Isabella zuckte eine Pistole und warf diese in die Mitte des Raumes. "Ich werde ihn vor die Wahl stellen, entweder er nimmt dein Leben oder sein eigenes. Niemand ist so loyal und würde sein Leben unter das von jemand anderem stellen. Er ist kalt und schön wie Eis. Glaubst du etwa, wenn er dir sagt er beschützt dich mit seinem Leben? Wie wäre es, wenn wir das einmal austesten?"


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Perplex starrte Anisa zu Isabella, die sie wie ein Leopard umkreiste, als wäre sie ihre Beute. Und verflucht, im Moment war sie das tatsächlich auch. Was war in sie gefahren, das sie es wagte, die Tochter des Oberhauptes der Astolfo-Familie zu entführen!? Anisa war so verwirrt, das sie ganz vergaß, ob ihre Aussage am Anfang ihres Schauspiels überhaupt der Wahrheit entsprach. Wie schon vor einigen Wochen befand sie sich wieder auf einem Stuhl gefesselt und konnte sich nicht bewegen. Die Fesseln waren fest um ihre Handgelenke gewickelt und konnte wieder spüren, wie es sich bei jeder Bewegung in ihre zarte Haut schnitt. Ihre Tränen waren erloschen und in ihr brodelte die pure Wut. Das Blut schoss wie Lava durch ihren Körper und funkelte Isabella wütend an, die grob nach ihren schmalen Kinn griff und ihr erklärte, worum es hier überhaupt ging. Ihre Überraschung konnte sie allerdings nicht verbergen, als sie hörte, wie Isabella Killian erwähnte. Sie ist krank! Isabella ist wirklich wahnsinnig! Killian hatte bereits erwähnt, das er merkte, das ihre Gefühle für ihn viel mehr an Wahnsinn grenzte. Sie ist verrückt geworden und nur, weil Killian es zur Aufgabe bekommen hatte, die Tochter des Bosses zu beschützen. Das bedeutete für Isabella den sicheren Tot! Angewidert spuckte Anisa auf den Boden, direkt vor Isabellas High Heels. "Das bedeutet dein Tot, Isabella!", zischte sie ihr entgegen. Isabella blieb unbeeindruckt und warf eine Pistole in die Mitte des Raumes, während sie Anisa erklärte, was ihr Ziel von diesem ganzen war. "Du bist verrückt geworden! Du hast sie doch nicht mehr alle!", rief sie ihr entgegen und zappelte wie eine Verrückte auf diesem Stuhl. Die Fesseln rieben an ihrer zarten Haut und auch die Umklammerung um ihre schmalen Schultern wurden fester. "Selbst wenn er mich erschießt, wird er niemals bei dir bleiben! Und glaube mir du Verrückte, er wird mich nicht erschießen!". Anisa wusste, das, egal was sie sagte, Isabella nur dazu anspornte, ihren Tot sehen zu wollen. Killian würde sie nicht erschießen, ganz sicher nicht! Es mag sein das Killian ein Auftragsmörder ist, aber niemals würde er eine Unschuldige töten. "Nachdem er sieht, was du getan hast, wirst du die Erste sein, die er abknallt!". Woher Anisa diesen Mut eigentlich nahm und keine Schwäche zeigte, lag wohl daran, das sie Killian vertraute. Er würde sie nicht erschießen, ganz Sicher nicht und für das alles hier würde auch er eine Lösung finden...
    • Angewidert blickte Isabella auf die Stelle an welche Anisa ihr vor die Füße gespuckt hatte. Im ersten Moment blieb sie unbeeindruckt, tat dann aber das was sie bereits von Anfang an tun wollte, seit sie Anisa an der Seite von Killian gesehen hatte. Mit einem gekonnten Schlag hatte sie der Rothaarigen eine Ohrfeige verpasst, deren Schlag noch in der kompletten Halle ertönte. Ja Frauen konnten eindeutig unheimlich sein, denn selbst die Männer um sie herum beobachteten das Ganze mit einem skeptischen Blick. Die Brünette lies sich nach ihrem kleinen emotionalen Wutausbruch nicht aus der Ruhe bringen und erklärte Anisa direkt ihren Plan, welchen sie vorbereitet hatte. Ihr Gesicht war längst nicht mehr das schöne Gesicht, welches man von ihr kannte. Ihre Augen waren hysterisch, ihr Grinsen eine Fratze und immer wieder kicherte sie vergnügt als hätte sie endgültig den Verstand verloren. Nun das hatte sie auch. Sie war so besessen von Killian das jeder Konkurrent ausgeschalten wurde, egal ob Mann oder Frau. "Aww, bist du dir da so sicher? Bislang habe ich jeden aus dem Weg geräumt der es auch nur gewagt hat Zärtlichkeit mit meinem Kätzchen auszutauschen.", säuselte die Brünette und kicherte. "Wäre Lev nicht sein bester Freund wäre auch er schon längst verschwunden. Allerdings wäre mein Kätzchen dann wütend. Dich wird er irgendwann vergessen. Du bist nur ein Job, aber ich war immer an seiner Seite.", daraufhin packte sie Anisa wieder grob am Kinn. "ICH! Nicht Du! Ich war immer bei ihm! Ich kenne all seine Schattenseiten! Du weißt rein gar nichts über ihn!!", schrie sie der Tochter ihres Vorgesetzten ins Gesicht, drehte sich dann weg und betrachtete die Waffe welche auf dem Boden lag. "Ich habe kein Problem damit durch seine Hand zu sterben. Immerhin wird er es tun. Wir werden im Tode vereint sein. Hauptsache du bist aus seinem Leben verschwunden.", erklärte Isabella krankhaft verträumt als würde sie von einem kindlichen Märchentraum sprechen. Ihr Blick wanderte auf ihr Handydisplay. "Es wird bald soweit sein." Sie stellte sich also direkt hinter Anisa und hielt ihr eine zweite Waffe an die Schläfe. Auch das war Teil ihres Planes.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Diese Frau plagte der Wahnsinn. Mit dieser Entführung stürzte sie in den sicheren Tot! Anisas Körper zitterte, vor Wut. Es war nicht so, als verspürte sie keine Angst, allerdings nahm die Wut die Überhand. All das, nur weil diese Frau besessen von Killian war! Niemals würde sie es ihr gönnen, nun um ihr Leben zu flehen. So wie Anisa provozierend auf den Boden spuckte, war das auch nicht die klügste Idee, allerdings interessierte sie es nicht sonderlich. Isabella wollte diesen Sieg und genoss es in vollen Zügen, die Rothaarige wehrlos auf diesem Stuhl gefesselt zu sehen. Anisas abwertende Reaktion führte zu einer weit ausgeholten Ohrfeige. Ihr Gesicht brannte fürchterlich und der laute Schlag dröhnte ihr auch nach Sekunden noch immer in den Ohren. So eine Kraft hatte sie Isabella gar nicht zugetraut. Für einige Sekunden sprach Anisa kein Wort, musste sich erst neu finden und den höllischen Klang in ihrem Ohr abschütteln. Nachdem ihr Gesicht abgeheilt war, trug sie nun erneut ein Zeichen von Gewalt in ihrem Gesicht, einen roten Handabdruck. Wutentbrannt beobachtete Anisa die Brünette, wie sie sie mit ihren Blicken durchbohrte. Ihre Augen sprachen Bände. Wäre es ihr möglich und hätte sie diesen Plan nicht bereits in die Gänge geführt, hätte sie Anisa vermutlich sogar bei lebendigen Leib angezündet und genussvoll zugesehen. Das traute man ihr zumindest zu, so wie sie Anisa angewidert und triumphierend anfunkelte. Sie werte sich nicht, als Isabella erneut nach ihrem Kinn griff und ihre langen Fingernägel in ihre Haut bohrte. Wie viele Leben hatte diese Frau schon auf dem Gewissen!? Es lief ihr eiskalt über den Rücken, die Angst stieg in ihr auf und doch zeigte Anisa keine anderen Gefühle als den puren Hass, den sie für Isabella in diesen wenigen Minuten entwickelt hatte. Erst als die langen Fingernägel von ihrer zarten Haut abließen und sie wie verträumt vom Tot sprach und diese Waffe anstarrte, stellten sich ihre Nackenhaare zu berge. "Auf jemanden wie dich verzichtet er nur allzu gern. Während du in der Hölle schmorst, wird Killian nicht bei dir sein. Du bist unbedeutend für ihn! Eine von vielen!", schrie Anisa der Brünetten entgegen. Es war keine gute Idee, das wusste selbst Anisa. Isabella brauchte nur nach der Waffe zu greifen, die inmitten des Raumes lag und sie erschießen. Und dennoch bewarf Anisa sie mit Schimpfwörtern, bis sie plötzlich das kalte Metall auf ihrer Schläfe spürte, als Isabella hinter sie getreten war. Ihr Herz schlug wie wild und ihre Augen weiteten sich. "Du bist verrückt...", murmelte Anisa.
    • Ihr Gerede langweilte sie. Diese Frau langweilte sie! Oh wie konnte Killian nur an der Seite dieser Frau bleiben. Isabella würde ihn retten, ja retten! Dann würde er erkennen, dass sie die einzig wahre Frau für ihn sein konnte. Die Brünette würde ihm die Augen öffnen, ihn von dieser Plage erlösen und dann konnte er frei sein! Er würde ihr gehören, sie würden glücklich werden. Mit funkelnden Augen hatte sie lauthals gelacht, während sie Anisa einfach weiter reden lies. Im Moment hörte Isabella ohnehin nicht mehr zu. Sie war in ihrer eigenen kleinen Welt gefangen, in welcher es nur sie und Killian gab. Ohr, wie sehr sie sich doch nach ihm verzehrte. Schmachtend blickte sie durch den Raum in der Hoffnung ihr Angebeteter würde bald hier sein. Um dem Ganzen mehr Dramatik zu verleihen hatte sie Anisa schlussendlich doch eine Waffe an die Schläfe gehalten, nur um ganz sicher zu gehen. "Verrückt?", kicherte sie. "Oh, das sagen viele. Ich bin verrückt vor Liebe." säuselte sie und drückte die Waffe enger an den schönen Kopf von Anisa. "Aber ich bin gütig. Ich wollte dir eigentlich ein Gift verabreichen, welches dich langsam in den Wahnsinn treibt. Ich habe aber entschieden das mein Kätzchen dir das Leben nehmen wird. Denn Mann den du niemals haben kannst! Der Mann der mir gehört." lachte sie vor sich hin. Ja, eigentlich gab Isabella gerade das perfekte Bild einer Psychopathin ab. Sie war vollkommen wahnsinnig geworden. Wahnsinnig vor Liebe. Einer Liebe welche sie niemals haben konnte. Sie wusste das Killian ein Freigeist war, ein Raubtier welches man nicht zähmen konnte. Ihn so handzahm in der Nähe von Anisa zu wissen, hatte sie um den Verstand gebracht. Killian durfte nicht zahm werden, er musste kämpfen.
      Er musste!
      Keine Sekunde später wurde die Tür weit aufgerissen. Killian war vollkommen außer Atem als er die schwere Lagertür aufriss und in wenigen Sekunden die Männer ausschaltete, welche zuvor Anisa zu Boden gedrückt hatten. Es dauerte kein Augenblinzeln und sie fielen zu Boden wie Fliegen. "Anisa!" Lev hatte die Rothaarige sofort entdeckt. Da er seinen besten Freund nicht alleine lassen wollte, obwohl ihm das Kämpfen nicht lag, war er ihm dennoch gefolgt. Isabella hatte damit gerechnet das Killian die Männer direkt ausschaltete. Sie waren keine Gegner für ihn und sie hätte von ihrem Angebeteten nichts anderes erwartet.
      "Hallo mein Kätzchen.", schnurrte sie ihm verliebt zu, während Killian verstört auf die Szenerie blickte, welche sich vor ihm abspielte. Lev wollte gerade einen Schritt nach vorn machen, da hatte Kill ihn bereits zurück gehalten und schüttelte den Kopf. "Schlaues Kätzchen.", kicherte die Brünette verliebt. "Einen Schritt und ich werde nicht einmal mehr eine Forderung stellen."
      "Isabella, was willst du?", kam es kühl und überraschend ruhig von dem Dunkelhaarigen. Er durfte um Anisas Willen nicht in Panik geraten. Er hatte sie einmal in Gefahr gebracht, er würde das nicht weiter riskieren.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Den einzigen Gedanken den Anisa im Moment besaß war, das Isabella vollkommen verrückt war. Sie entführte die Tochter von John Astolfo, bedrohte sie und schwor ihr den Tot für diesen Tag. Anisa hatte Angst, doch ihre Wut war größer. Für Anisa stand Gewalt noch nie zur Debatte und doch verspürte sie große Lust, Isabella einen Schlag mitten in ihr Gesicht zu verpassen. "Das ist keine Liebe, Isabella! Killian wird dich für das, was du getan hast, büßen lassen!". Anisa konnte einfach nicht ihren Mund halten, selbst dann, als der kalte Lauf der Waffe direkt an ihrem Klopf klebte. Noch mehr beunruhigte sie allerdings dieses wahnsinnige Lachen der Braunhaarigen. Auch der Gedanke an die Frauen und Männer, die sterben mussten, nur weil sie das Bett mit Killian geteilt hatten. Es war kein Geheimnis und Isabella war nur einer dieser vielen Menschen, nur konnte sie dies mit sich selbst nicht ausmachen. Sie wollte die Einzige in seinem Leben sein, auch wenn es bedeutete, Anisa Yulis Astolfo zu töten. Das kalte Metall drückte enger an ihre Schläfe und brachte Anisa zum Schweigen. Sie starrte zu Boden und sah bereits, wie das Blut aus ihrem Kopf fließen würde, über ihr Gesicht und zu Boden sickerte. Die letzten Ereignisse hatten sie abgehärtet, allerdings würde sie nach dieser Entführung, würde sie es überleben, ein verstörtes Leben führen. Wie sollte sie noch normal weiter leben können? Zitternd presste sie ihre vollen Lippen zusammen, als würde ihr erst jetzt bewusst werden, was hier überhaupt geschah, das ihr eine Pistole an den Kopf gehalten wurde. Ihre eigenen Gefühle überrannten sie, es waren so viele auf einmal. Einzelne Tränen, die sie durch ihre Wut noch zurück gehalten hatte, kullerten über ihre Wangen und fielen auf den kalten Steinboden. Jetzt begannen die Vorwürfe, denn nur durch ihre Existenz gab es in den letzten Wochen und Monaten so viele Tote. Sie hatten alle versucht zu beschützen und zahlten mit ihrem Leben und dieses Mal war es Killian, der vor eine Wahl gestellt wurde. Bevor Anisa in ihre Gedanken fallen konnte, wurde auch schon die Tür aufgerissen und Killian stürmte durch die Tür. Keine Sekunden später hörte man den dumpfen Aufprall der leblosen Körper, die Killian ausgeschaltet hatte. Hilfe suchend blickte sie zu Lev, der zu ihrer Überraschung ebenfalls gekommen war, dann zu Killian, der mit ruhiger Stimme zu Isabella sprach. "Verdammtes Miststück.", brachte Anisa unter zusammen gepressten Zähnen hervor, sodass nur Isabella sie hören konnte und fing an, mit ihren Händen gegen die Fesseln anzukommen.
    • "Es ist die einzig wahre Liebe!", schrie ihr Isabella sauer entgegen. Dieses Miststück hatte doch keine Ahnung. Sie wusste nichts von echter Liebe. Diese Göre die alles nur in den Hintern geschoben bekam, niemals auch nur einen Finger krümmen musste. Dieses verwöhnte Miststück hatte keine Ahnung vom echten Leben. Oh, Isabella würde ihr eine Lektion erteilen. Allerdings würde Anisa diese nicht überleben, dessen war sie sich sicher. Killian würde nie sein Leben für sie hergeben. Außer vielleicht für John Astolfo würde ihr Killian für niemanden sterben wollen. Er war frei! Anisa sperrte ihn ein! Isabella würde ihn befreien und dann würde ihr Killian ganz allein gehören. Sobald diese rothaarige Hexe verschwunden war, war die Gefahr gebannt. Lachend drückte sie weiter die Waffe an den Kopf der Rothaarigen. Als Killian hektisch den Raum betrat, hatte er nicht eine Sekunde gezögert und die Angreifer erledigt. "Das ist mein Killian.", schmachtete Isabella entzückt, während das Blut der Opfer schon den Boden färbte. Die Steine hatten eine tiefrote Farbe erhalten. Aber was kümmerte es die Brünette? Sie alle hier waren nur Schachfiguren. Killian war ihr König und sie seine Königin! Es würde perfekt werden, alles würde perfekt werden und wenn sie sterben sollte, dann würde sie Anisa mit sich ziehen, damit Kill frei sein konnte. Sie war so selbstlos!
      Lev rührte sich wie Killian befohlen hatte nicht vom Fleck, konnte aber auch nicht das Handy für Verstärkung rufen da Isabella sie mit Adleraugen beobachtete. Eine falsche Bewegung und sie würde Anisa erschießen, dass wussten beide Männer in diesem Moment. Warum aber die Waffe in der Mitte des Raumes lag, war Killian noch nicht so ganz bewusst. Dennoch hafteten seine Augen an der Waffe. Erst als er die hektischen Bewegungen von Anisa bemerkte, blickte er auf und lächelte leicht. "Hab keine Angst, vertrau mir.", sprach er ruhig mit der Rothaarigen. Etwas das Isabella nur noch wütender machte! "Ich stelle dich vor die Wahl mein Kätzchen! Du oder Sie! Ich lasse es nicht zu, dass sie dich mir wegnimmt und wenn ich dich nicht haben kann, dann soll dich keiner haben!", schrie sie dem Brünetten fast schon entgegen.
      "Du bist doch krank.", stammelte Lev perplex. Nicht einmal er hatte damit gerechnet, dass es so eskalieren würde. Er wusste das Isabella verrückt war, aber er hatte sie unterschätzt. Verdammt.
      "Sie oder ich?", wiederholte Killian ruhig und blickte wieder auf die Waffe vor sich auf dem Boden. "Richtig mein Kätzchen. Entweder du beendest ihr Leben oder deines. Es ist einfach nicht wahr?", säuselte sie zärtlich und sich dem Ergebnis der Entscheidung schon bewusst. Niemals würde sie mit etwas anderem rechnen, als das er den Tod von Anisa wählte.
      Schmunzelt nahm er die Waffe welche auf dem Boden lag in die Hand. "Es ist einfach, das ist wahr.", damit hielt er sich die Waffe an den Kopf und drückte ab.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Der kalte Lauf der Pistole signalisierte der Rothaarigen, den Mund zu halten. Es wäre nun Selbstmord, sich weiter gegen Isabella zu stellen. Sie schrie ihr entgegen und lachte krankhaft, sodass ein kalter Schauder über Anisas Rücken lief. Ihre Angst wurde größer und die Sekunden die verstrichen, fühlten sich an wie Stunden. Es dauerte nicht lange, bis Killian gemeinsam mit Lev die Lagerhalle betrat, allerdings fühlte es sich wie eine halbe Ewigkeit an. Währenddessen hatten Tränen ihren Weg über die rote Wange der Rothaarigen gebahnt und fielen zu Boden. Ihre Wut war groß, doch dieses mal war es die Angst, die sie übernahm, vor wenigen Sekunden war es noch die Wut gewesen, die gesiegt hatte. Aber mit Killian erscheinen erinnerte Anisa sich daran, was Isabella eigentlich vor hatte. Sie war felsenfest davon überzeugt, das Killian Anisa nicht töten würde, gleichzeitig glaubte sie aber nicht daran, das er sich selbst töten würde. Unsicher blickte sie zu Killian, der ihr ein leichtes Lächeln schenkte und selbst in dieser Situation versuchte, sie zu beruhigen, was zu folge führte, das sie das Zittern und die Tränen nicht weiter kontrollieren konnte. "Es tut mir so leid...", antwortete sie mit zittriger Stimme. Isabella würde sie erschießen, bevor Killian überhaupt die Möglichkeit bekam, irgendeinen Ausweg zu finden, garantiert. Anisa hatte noch nie einem Menschen den Tot gewünscht, aber sie hoffte, das Killian ihre Tat bestrafen würde, nachdem sie leblos an diesem Stuhl hängen würde. Verängstigt beobachtete sie Killian, wie er sich schmunzelnd der Waffe näherte und sie aufhob. Wie konnte er nur in dieser Situation etwas amüsierend finden? Es war erschreckend, allerdings konnte Anisa nicht deuten, was als nächstes passieren würde. Würde er sie doch erschießen? Und im nächsten Atemzug Isabella? Ihre Augen weiteten sich schockiert und voller Angst, als sie beobachtete, wie Killian die Pistole an seinen Kopf hielt. "Nein! KILLIAN!", schrie Anisa entsetzt und zerrte an den Fesseln um ihre schmalen Handgelenke. Das schmale Seil schnitt bei jeder Bewegung in ihre zarte Haut. Anisa zog verzweifelt so fest daran, das ihre Hände aufschürften und das Bluten begannen. Er sollte sich nicht umbringen. Nicht für sie! Ihr Herz hämmerte wie wild gegen ihre Brust, bis es fast schon schmerzte. Erneut rief sie verzweifelt und mit Tränen überströmten Gesicht seinen Namen, bis er plötzlich abdrückte.
    • Isabellas Gesichtszüge entgleisten ihr vollkommen, als sie die Bewegung verfolgte welche Killian andeutete. Sie war beeindruckt von seiner Ruhe und Gelassenheit, wollte ihn wieder dafür bewundern. Auch wenn seine Ruhe nur Anisa galt. Es machte sie rasend! Gott, er sollte sie endlich erschießen! Selbst wenn es sie selbst das Leben kosten würde! Oder er knallte Isabella ab und sie gleichzeitig Anisa, das war ebenfalls in Ordnung. Allerdings hatte sie nicht damit gerechnet, was er stattdessen tat. Auch wenn sie die Waffe präpariert hatte, hatte sie nicht damit gerechnet. Er hatte sich mit solch einer Seelenruhe die Waffe an den Kopf gehalten und er hatte abgedrückt. Mit einem Lächeln! Einem verdammten Lächeln! "Killi...", Lev konnte seinen Namen nicht zu Ende schreien, da hielt er perplex inne. Auch Killian stutzte. Die Waffe war nicht geladen. "Willst du mich verarschen?", murrte Killian genervt und warf ihr die ungeladene Waffe vor die Füße. "Gib mir eine geladene Waffe oder ich erledige es selbst." Seine goldenen Augen funkelten so kalt wie Isabella es sonst liebte, in diesem Augenblick allerdings hasste. "Du .... DU WÜRDEST DICH FÜR SIE UMBRINGEN?!", schrie die schöne Brünette fassungslos. "SIE?!", stocksauer griff sie Anisa grob ins Haar und zerrte daran. "Sie ist ein Nichts! Sie ist nicht gut für dich! Sie hält dich gefangen! Ich befreie dich von ihr! Wie kannst du dein Leben nur so wenig wertschätzen! Es ist ihre Schuld!" sauer riss sie gröber an ihrem Haar. "Sieh was du angerichtet hast, du elende Hure! Es ist deine Schuld!". "Lass sie los.", sagte Killian lediglich ruhig und blickte danach zu Lev. "Kümmere dich um alles. Ich vertraue dir."das Lächeln welches auf den Lippen von dem attraktiven Auftragskiller lag, war kein gutes Zeichen. Der junge Russe verstand, riss geschockt die Augen weit auf. "Nein! Nein, Killchen! Das kriegen wir auch anderes hin." Das erste Mal war Lev vollkommen ratlos. Der Mann welcher immer ein Ass im Ärmel hatte, immer einen Plan war hilflos und es machte ihn fertig. Er konnte seinen besten Freund nicht gehen lassen. Killian griff nach der Waffe welcher er immer an seiner Hose befestigt hatte. "NEIN!", panisch lies Isabella die Rothaarige los und rannte auf Kill zu. "NEIN!", Sie wollte niemals das er sein Leben lassen musste, nicht für dieses Miststück. Nicht für sie, für niemanden. Das durfte nicht so enden. Wie konnte ihr Plan nur so nach hinten los gehen?! Lev nutzte die Chance und rannte zu Anisa um sie von den Fesseln zu befreien, während Isabella mit Killian um die Waffe in seiner Hand kämpfte.
      Dann ertönte ein Schuss und dieses mal wurde Killian wirklich getroffen. Ein Schuss in die Brust.
      Geschockt lies Isabella ihn los, fasste sich panisch ins Gesicht und schrie "NEEEEEEEIN!". Laut und panisch ertönten ihre Schreie durch die laute Lagerhalle, während ihr Liebster zu Boden ging. Mit Tränen überströmten Gesicht wollte sie auf Anisa zu rennen. "Das ist alles deine Schuld!". Doch sie kam nur einen Schritt weit, da hatte sie Killian welcher auf dem Boden lag und nach seiner Waffe greifen konnte bereits erschossen.
      "Kill!", schnell rannte Lev nachdem er Anisa befreit hatte zu seinem besten Freund.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Er wollte sich erschießen! Er würde es wirklich tun! Panisch zerrte Anisa an den Fesseln und schrie nach ihm. Er durfte das nicht! Er konnte sie doch nicht einfach zurück lassen! Nicht so... Und dann passierte es, er drückte ab. Ihr Atem stockte und ihre weit aufgerissenen Augen starrten zu Killian, der noch immer vor ist stand. Die Waffe war nicht geladen... Ihr ganzer Körper bebte und ihre Hände zitterten, den Schmerz um ihre Handgelenke spürte sie gar nicht. Ungläubig starrte sie Killian an, der verärgert wirkte, das Isabella die Waffe nicht geladen hatte und warf ihr die Pistole vor die Füße. Anisa konnte nicht richtig atmen, sie hatte das Gefühl, ich würde die Luftzufuhr abgeschnürt werden und schnappte nach Luft. Ein schmerzerfüllter Schrei entkam ihren Lippen, als Isabella plötzlich in ihr volles Haar griff und grob daran zerrte. Es fühlte sich so an, als würde sie nicht nur ihre Haare, sondern ihre gesamte Kopfhaut vom Kopf reißen. Gegenhalten konnte Anisa nicht, sie war noch immer auf dem Stuhl gefesselt und zappelte mit Schmerz verzerrten Blick umher. "Lass mich los!", schrie Anisa und zerrte erneut an den Fesseln um ihre Handgelenke - leider vergeblich. Killians Worte hörte Anisa kaum, sie hörte nur, wie schnell ihr Herz klopfte, ebenso wie das Geräusch von einzelnen Haaren, die ihr ausgerissen wurden. Unerwartet löste sich aber Isabella schreiend von ihr und brachte sie mit ihrer panischen Bewegung mit dem Stuhl ins schwanken und letztendlich traf ihr, noch immer brennendes Gesicht, schmerzvoll den harten, kalten Boden. Aufgrund ihrer jetzigen Position konnte Anisa nicht sehen, wie Isabella und Killian um die Pistole ringten, allerdings hörte sie die immer näherkommenden Schritte und spürte, wie sich jemand an den Fesseln zu schaffen machte. Es war Lev, der sie befreite und ihr auf die wackligen Beine half. Panisch blickte sie sich um und erblickte das Geringe um die Pistole in Killians Händen und dann ein Schuss. Nach Sekunden hörte man noch immer den lauten Knall durch das Lagerhaus hallen. Entsetzt blickte Anisa zu Killian, der langsam zu Boden sank. Er wurde getroffen. "Killian...", flüsterte Anisa ungläubig und wollte gerade zu ihm stürmen, als ihr plötzlich Isabella wie eine wild gewordene Furie entgegen raste. Allerdings kam sie nicht weiter als einen Schritt, als auch schon der nächste Schuss ertönte und sie zu Boden ging. "Nein...", flüsterte sie kaum hörbar und sprintete zu Killian, der blutend auf dem Boden lag. "Killian, bitte!", schluchzte sie, als sie die Wunde aus der Nähe betrachten konnte. Sein Oberteil klebte bereits vom Blut und hatte sich dunkel gefärbt. "Ruf einen Krankenwagen! Sofort!", befahl sie Lev unter Tränen und drückte auf die Wunde, um die Blutung so gut, wie es ihr auch nur möglich war, zu stoppen. "Bitte, bleib bei mir. Tue mir das nicht an!", schluchzte Anisa und hoffte, das der Krankenwagen schnellstmöglich kommen würde.
    • Isabella war eine gefährliche Gegenspielerin. Eine Manipulationskünstlerin, welche wohl das erste Mal einen Kalkulationsfehler gemacht hatte, was sie offenbar das Leben gekostet hatte. Als die brünette Schönheit mit dem zu einer Fratze verzogenen Gesicht zu Boden sank, kümmerte sich niemand mehr um sie. Es war egal ob sie nun überlebte oder starb, in diesem Augenblick war sie außer Gefecht gesetzt und das genügte Killian. Er wusste selbst nicht so genau warum er eigentlich lächelte obwohl ihm alles weh tat. Der Schmerz in der Brust war der schlimmste Schmerz den er seit langem ertragen musste und doch überkam ihn eine seltsame Ruhe. Vielleicht würde er endlich seine Schwester wiedersehen? Vielleicht war alles endlich vorbei. Er hatte tapfer gekämpft nicht wahr? Er hatte genug getan. Killian war erst 21 Jahre geworden vor ein paar Monaten und doch fühlte es sich an als hätte er schon viel mehr hinter sich. Vielleicht war es das Leben des Dunkelhaarigen welches ihn sich so alt fühlen lies. All die Trauer, die Angst, der Schmerz und das Leid. Vielleicht hatte das jetzt ein Ende. Lev hatte auch ohne die panische Anweisung von Anisa direkt einen Krankenwagen organisiert, ebenso wie John Astolfo zu kontaktieren. Er musste wissen was hier geschehen war. Er musste sehen wer sie verraten hatte und wer seine Tochter mit seinem Leben beschützt hatte. Er sollte es sehen und ihn gott verdammt endlich wertschätzen! Lev würde ihn ansonsten eigenhändig erschlagen, ganz gleich ob er das Oberhaupt der Mafia war oder nicht. Amüsanterweise wäre das sogar möglich. Die russische Mafia stand hinter dem Mann aus Moskau, das allerdings würde er weiterhin als sein Geheimnis bewahren. Der junge Russe war sofort an die Seite seines besten Freundes gestürzt, sah ihn ebenso panisch wie die schöne Rothaarige an und wusste nicht was er tun sollte. Er hasste diese Unfähigkeit! Er kannte diese Charaktereigenschaft an sich nicht. Die goldenen Augen blickten zu Anisa, während er seine Hand auf die Wunde presste. Inzwischen war um ihn herum eine dunkle Blutlarche entstanden, welche auch seine Hand gefärbt hatte. "Ich wusste irgendein Astolfo bringt mich noch ins Grab.", schmunzelte Killian amüsiert. Sein Lächeln verschwand allerdings als er ihre Tränen sah. Zärtlich wanderte er mit seiner Hand zu ihrer Wange und strich mit dem Daumen ihre Tränen weg. "Entschuldige, du bist wegen mir wieder verletzt worden und musst weinen." Lev biss sich auf die Lippen als er sie Szenerie beobachtete. Er kannte niemanden der stärker war als der junge Amerikaner. Das durfte so nicht enden. "Hey ... Killchen. Du schaffst das schon. Du überlebst alles.", stammelte er unsicher und griff nach der anderen Hand seines Freundes. "Du solltest mal dein Gesicht sehen.", schmunzelte Killian seinem Freund entgegen. " praßtí minʲá paschálußta. praßtí minʲá paschálußta." Er drückte die Hand seines Freundes noch einmal, ebenso wie die von Anisa und schloss die Augen. Im Hintergrund hörte er nur noch die Sirene eines Krankenwagens und die dunkle Stimme von niemand anderem als John Astolfo. Welch Ironie, dass seine Stimme die letzte war die er hörte.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Nein, so durfte Killian nicht enden! Er durfte verdammt nochmal nicht sterben! Mit Tränen überströmten Gesicht drückte sie ihre zitternden Hände auf seine Schusswunde. Sein Oberteil, ebenso wie ihre Hände waren von seinem warmen Blut benetzt und eine Blutlache bildete sich um seinen Körper. Ihr Herz brach in tausend Stücke und das Atmen fiel ihr schwer. Killian konnte sie nicht verlassen, er durfte es nicht! Nicht so! Das einzige was sie vollkommen verwirrte war, das er lächelte. Es war ein schwaches Lächeln, aber er lächelte sie an, als wäre er mit diesem Ergebnis zufrieden. "Sag sowas nicht. Das wird nicht passieren.", schluchze Anisa und kniff ihre Augen zusammen, um die Tränen zurückzuhalten. Allerdings öffnete sie ihre großen Augen wieder, als sie die Berührung an ihrer Wange spürte. Die Schmerzen die sie selbst empfand, hatte sie ganz vergessen, nur ihr Herz spürte sie, wie es wie wild gegen ihre Brust hämmerte, so schnell, das dies fast schon zu schmerzen begann. "Du wirst es schaffen, es wird alles wieder gut werden. Ganz Sicher.", brach Anisa mit zittriger Stimme hervor. Killian durfte nicht aufgeben. Er konnte nicht einfach so gehen! Er durfte sie nicht verlassen... Ihre Sicht war verschwommen und sah nur die Umrisse des Dunkelhaarigen, der auf dem Boden verblutete. Sie spürte nur noch wie er sanft ihre Hand drückte, bis plötzlich ihr Vater in das Lagerhaus gestürmt kam. "Kill!", rief er und eilte zu seiner Tochter und dem jungen Russen, die neben Killian auf dem Boden knieten. Der Stoff der Jeans, die Anisa trug, sogen bereits das Blut auf, indem sie kniete. Es war ihr egal, würde sie nun den Druck auf seiner Wunde mindern, würde das Blut noch viel schneller entrinnen. Es fühlte sich an, als würde sich alles in Zeitlupe abspielen. Als wäre ihr Vater zu ihnen geschlichen und die Sanitäter waren ebenso langsam. Ihre Tränen tropften auf seine Brust, die sich nur langsam hob und wieder senkte. Bis sie plötzlich das Gefühl hatte, sein Brustkorb senkte sich nicht mehr, wurde sie auch schon von ihrem Vater von Killian gezerrt, damit die Sanitäter ihrer Arbeit nachgehen konnten. Es war alles ihre Schuld. Dies alles hätte nicht passieren müssen! Anisas Knie gaben nach, nachdem ihr Vater sie fast schon dazu zwingen musste, um sich von Killian zu entfernen und fiel schluchzend auf die Knie. Eigentlich wusste sie, welch Chancen Killian standen, denn sie studierten nicht umsonst und wie die Sanitäter vorgehen würden, allerdings befand sie sich in einem jämmerlichen Zustand. Alles kam in ihr hoch und sogar die Galle spürte sie, wie sie säuerlich ihre Speiseröhre hinauf kletterte und sie sich schlussendlich auf den Steinboden übergab. "Komm, Schätzchen.", hatte sie ihren Vater sagen hören und spürte, wie er ihr erneut auf die Beine half. Vorort kümmerten sich die Sanitäter um Killian, bis sie ihn auf die Trage hieven konnten, um ihn in den Krankenwagen zu transportieren. Man hatte ihnen erzählt, in welches Krankenhaus Killian gebracht wurde und Anisa ließ es sich nicht zweimal sagen, das sie ihnen nachfahren durften.
    • Killian bekam um sich herum nichts mehr mit als er die Augen schloss. Gott, es fühlte sich gar nicht so übel an. Er hätte nicht erwartet, dass jemand mal um ihn weinen würde. Selbst Lev hatte glänzende Augen bekommen, er hatte es genau gesehen. Das Anisa allerdings so sehr um ihn weinte, war nicht in Ordnung. Sicherlich machte sie sich Vorwürfe und sie würde sich wieder Zuhause verschanzen. Man, nicht einmal im Jenseits würde er vor ihr Ruhe haben. Hätte er nicht solche Schmerzen, dann hätte er gelacht. Allerdings ließ auch das nach, als er in die Bewusstlosigkeit versank. Nur noch die Stimme von John Astolfo die in seinen Ohren hallte und dann wurde alles schwarz. Erlösend schwarz.
      Lev hatte die Sanitäter zu Killian geführt, welche die ersten Notversorgungen durchführten und nur mit dem Kopf schüttelten. Am liebsten hätte der junge Russe sie alle samt kalt gemacht! Sie sollten nicht aufgeben, verdammt nochmal. Sein Blick wanderte mitleidig zu Anisa, welche sich auf dem Steinboden erbrach und ihr Vater versuchte sie zu beruhigen. Wie konnte sich das Mädchen bitte beruhigen? Nicht einmal Lev konnte das Zittern seiner Hände unter Kontrolle bekommen. Das war alles die Schuld dieses verdammten Miststücks! Gerade als Lev sich zu Isabella drehen wollte um sich zu vergewissern, dass sie ja das zeitliche segnete, riss er geschockt die Augen auf. Sie war weg.
      Wie ...
      Hatte Killian etwa Nachsicht? Nein, er verfehlte nie. Es muss daran gelegen haben, dass er auf die schnelle abgedrückt hatte, nur damit er sie erwischte und sie Anisa nicht erreichen konnte. "Bljad.", fluchte er sauer und hätte am liebsten quer durch den Raum gebrüllt. Allerdings machte er sich eher an die Aufgabe die Sanitäter zu verfolgen, welche seinen besten Freund in das nächste Krankenhaus fuhren. Sein Blick haftete dabei einen Moment an John Astolfo. Im Gegensatz zum Rest der Familie war Lev unabhängig und er wurde von den Astolfos gebraucht und nicht anders herum. Demnach besaß der junge Russe eine gewisse Immunität gegenüber dem Oberhaupt der Familie. Nur weil er bei ihm aufgewachsen ist, bedeutete es nicht das er ihm untergeordnet war. Eigentlich war Lev so etwas wie ein Geschenk der russischen Mafia. "Ich hoffe sie wissen ihn wenigstens jetzt zu schätzen. Er ist nicht nur ein hübsches Ding, dass sie sich daheim halten können. Glauben Sie nicht, ich hätte ihre Blicke nicht bemerkt John." Sein Blick wanderte wutentbrannt zu Anisa. "Vertrau diesem Mann nicht zu sehr Anisa." Er streckte seine Hand nach der rothaarigen Schönheit aus. "Lass uns zu Killchen gehen. Ich weiß das er das überlebt. Ihn bringt so schnell nichts um ..." um für sich und Anisa stark zu sein, versuchte er zu lächeln. Er hatte Killian versprochen, dass er Anisa beschützen würde und das bedeutete selbst, wenn es vor ihrem eigenen Vater war.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Es fühlte sich an, als würde gerade ihre kleine Welt unter gehen. Seit Jahren, von Beginn an, hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht, Killian von dieser ganzen schrecklichen Welt zu beschützen, obwohl Anisa selbst nicht einmal wusste, wie schrecklich diese Welt war. Und jetzt war es geschehen, das er bereit war, sein Leben für ihres zu geben. Er hatte ihr versprochen, sie mit seinem Leben zu beschützen und genau das war es auch, was er getan hatte. Er hatte sie aus den Fängen der Brünetten befreit, sie erschossen und wollte ihre Aufforderung erfüllen. Er hatte nicht eine Sekunde gezögert, als er die Pistole aufhob, die Isabella zuvor in die Mitte des Raumes geworfen hatte. Immer wieder hatte er versucht, sie zu beruhigen, hatte gelächelt und das für sie, nicht für Isabella. Für Anisa wollte er sein Leben geben und das war etwas, mit dem sie nicht Klar kam. Sie hatte vor sich auf diesen verdammten Boden gekotzt. Auf dem Boden, auf dem Killian dabei war, an Blutverlust zu sterben. All die Jahre hatte sie versucht ihn zu schonen, sich selbst vor ihm zu schonen und nun hatte er sich selbst in die Brust geschossen. Anisa schluchzte und fand nur mit der Hilfe ihres Vater auf ihre wackligen Beine zurück. Hätte er sie nicht von Killian gezerrt, würde sie nun die Sanitäter dabei beobachten, wie sie in weg trugen und in den Krankenwagen schafften. Für all das gab die Rothaarige sich selbst die Schuld. Egal was sie versucht hatte, es war zu wenig gewesen. John half seiner Tochter wieder auf die Beine, ehe ihnen eine Sanitäterin erklärte, in welches Krankenhaus Killian gebracht werden würde und verschwand direkt in den Krankenwagen, der mit Sirenen davon fuhr. Gott, hoffentlich überlebte es Killian! John versicherte seiner Tochter, sie umgehend in dieses Krankenhaus zu bringen, als plötzlich Lev sich ihnen plötzlich in den Weg stellte. Zu Johns Verwunderung sprach der junge Russe Worte aus, die sich sonst niemand traute, ihm vorzuhalten. Bevor er auch nur etwas erwidern konnte, entriss Lev ihm auch schon seine Tochter woraufhin John Lev an der Schulter packte. "Wag es nicht...". "Hör auf!", schrie Anisa ihrem Vater entgegen, den sie prompt unterbrach. Sie hatte nicht die leiseste Ahnung, wovon Lev eigentlich sprach, aber sie wollte nun keine Diskussionen beginnen, während Killian in Lebensgefahr schwebte. "Ani-...". "Es ist mir scheiß egal! Es ist mir verdammt nochmal scheiß egal!", schrie sie ihrem Vater verzweifelt entgegen. "Du bist viel zu Stolz! Hör auf dich aufzuspielen wie ein König, Vater! Killian hat alles getan, um dich zu beeindrucken! Und du!? Du..!", Anisa konnte ihren Satz gar nicht beenden, denn ihre Worte erstickten in ihrem Schluchzen. Ohne ein weiteres Wort ließ sie ihren Vater zurück, der ihr so perplex nachsah, das er erst einmal realisieren musste, das sich seine Tochter gegen ihn gestellt hat. Jetzt wollte sie einfach nur ins Auto steigen und in dieses Krankenhaus, weshalb sie nach Levs Hand gegriffen hatte und mit ihm zum Auto eilte, mit dem er und Killian hergekommen waren.
    • Levs Blick hatte sich automatisch verfinstert, als John ihn anschreien wollte. War er sich überhaupt darüber im Klaren, dass er nicht zu den Astolfos gehörte und hinter ihm eine Macht stand, für welche John ein kleiner Fisch war? Der junge Russe war niemand welcher seine Hintergründe ausspielte. Ihm war dieses ganze Mafiagetue so etwas von egal. Ähnlich wie Anisa wollte er mit dem Quatsch nichts zu tun haben. Leben und Tod, damit wurde in diesen Organisationen gespielt als wären es Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Figuren. Gott er war es so Leid! Jetzt allerdings rang sein bester Freund um sein Leben und das weil er jemanden beschützt hatte. Er hatte jemanden beschützt, nicht getötet. Lev hätte am liebsten ganz Russland nach Italien beordert um alles dem Erdboden gleich zu machen, aber er wusste das er gerade aus reiner Impulsivität handelte. Er musste ruhig bleiben, weswegen er nichts mehr gegenüber John äußerte. Im Gegenteil es übernahm Anisa für ihn. Der Schwarzhaarige war beeindruckt, wie sie sich gegen ihren Vater stellte und Lev schwörte sich, er würde Anisa beschützen. Er würde ihr all diese schmutzigen Geheimnisse offenbaren, er würde sie vor dieser Welt beschützen. Killian hatte ihm die schöne Rothaarige anvertraut und er würde dieses Versprechen halten, auch wenn er sich dabei gegen ihren eigenen Vater stellen musste. Er war dankbar, dass ihm Anisa entgegen kam. Vorsichtig nahm er ihre zarte Hand in seine und rannte mit ihr zu dem Wagen, mit welchem er und Killian zur Lagerhalle gefahren waren. "Das war sehr mutig von dir Anisa.", lobte der Dunkelhaarige sie aufmunternd und drückte auf das Gaspedal, kaum hatte sie sich angeschnallt und die Türe sicher verschlossen. Er wollte auf alle Fälle vor den anderen im Krankenhaus ankommen. Er wollte genaustens die Ärzte beobachten um zu überprüfen, wem Kill anvertraut wurde. "Verdammt. Ich stand einfach nur da.", fluchte er und haute mit den Fäusten auf das Lenkrad, als er gezwungenermaßen an einer roten Ampel halten musste. "Immer wieder hab ich über alles hinweg gesehen, gedacht er würde es schon packen und jetzt? Jetzt wo er mich gebraucht hat, hab ich nichts getan." sich selbst in Vorwürfe stürzend fuhr er weiter kaum hatte die Ampel sich endlich dazu entschlossen auf grün umzuschalten. Es dauerte bei dem Fahrstil von Lev keine 10 Minuten als er mit Anisa am Krankenhaus ankam. Er nahm diese wieder vorsichtig an der Hand um sie nicht zu verlieren und rannte mit ihr in das weiße Gebäude. Fast hätte er die arme Frau am Empfang angeschrien, die sie zuerst nicht in den Not-OP lassen wollte. Glücklicherweise durften sie wenigstens davor warten. Im OP-Saal selbst hatten sie auch nichts zu suchen. Anisa vielleicht, aber noch war sie keine Chirurgin, also musste auch sie warten. Lev wollte sich gar nicht ausmalen, wie schlimm das für die Rothaarige sein musste. Der junge Russe konnte sich nicht setzen, lief wie ein Tiger im Käfig auf und ab und starrte auf das rote Lämpchen, welche immer noch die OP andeutete.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Anisa fehlte die Kraft und die Lust, nun mit ihrem Vater zu diskutieren. Killian hatte alles daran gesetzt, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, gelobt zu werden und die Anerkennung zu bekommen, die er sich schon als kleiner Junge gewünscht hatte. Ihr eigener Vater war wie ein Vaterersatz für ihn gewesen und was war der Dank dafür? Ihr verdammter Vater sollte aufhören, den König von seinem schmutzigen Spiel zu spielen. John hatte zugelassen, das Killian in diese ganze Welt eintauchen musste, nur, damit er Leben durfte. Er hatte aus Killian einen Mörder geschaffen, den er ebenfalls nur als Schachfigur einsetzte. Vielleicht lag ihm an dieser schönen Schachfigur mehr als an den anderen, aber niemals hatte er ihm diese Liebe gezeigt, die ein Vater seinem Kind zeigte. Womöglich war das ein schlechter Vergleich, immerhin ist John nicht Killians Vater, aber ab und an grenzte er an seine Vaterrolle. Nur das er, wie er es bei Anisa getan hatte, keine Geschichten vorlas, damit er friedlich einschlafen konnte, sondern drückte ihm eine Pistole in die Hand und erklärte ihm, er würde sterben, würde er nicht beginnen, sich zu verteidigen. So hatte Anisa also ihrem Vater ihre Meinung entgegen gebrüllt, zumindest so viel, wie sie aussprechen konnte und hatte nach der großen Hand des jungen Russen gegriffen, um mit ihm in dieses Krankenhaus zu fahren, in das Killian eingeliefert werden würde. Nur ein leises Danke gab sie Lev als Antwort, nachdem sie sich angeschnallt hatte und keine Sekunde später Lev aufs Gaspedal trat. Killian würde es überleben, ganz bestimmt... Bei diesen Gedanken konnte Anisa sich nicht beherrschen, blickte lediglich mit ihrem Tränen überströmten Gesicht aus dem Fenster. "Hättest du etwas getan, dann hätte Isabella mich erschossen... Und das wusste er.", antwortete Anisa und spürte, wie trocken ihr Hals geworden war und ihre Stimme dadurch sich rauer anhörte, als sie eigentlich war. Auch wenn sie sich wünschte, er hätte sie erschossen. Hätte Killian sich dazu entschieden, sie zu erschießen, dann schwebte er nun nicht in Lebensgefahr. Ihr Leben nutzte ohnehin nichts, Menschen gaben ihr Leben, nur um sie zu beschützen. Nur um einen Menschen zu beschützen, mussten unzählige andere sterben. Es war ungerecht und das wusste Anisa. Nur weil sie die Tochter von John Astolfo ist, starben Mario, Riccardo und noch viele andere. Killian wollte sie zu dieser Liste nicht dazuzählen müssen. Am Krankenhaus angekommen stürmten Lev und Anisa, Hand in Hand in das Gebäude und erkundigten sich ungeduldig. Anisas kleines Herz war bereits zerbrochen, ebenso wie ihre Nerven, in dieser Situation konnte man es ihr wohl nicht verübeln, das sie auch mit dieser Dame nicht diskutieren wollte, genauso wenig wie Lev, der sie fast schon anbrüllte. Zu ihrem Glück jedoch wirkte es und der Weg zum OP-Saal wurde beschrieben. Sie beide ließen keine Sekunde vergehen, in der sie wieder vorstürmten um darauffolgend vor dem OP-Saal zu warten. Das kleine Lämpchen über den Türen leuchtete und Lev starrte ununterbrochen darauf, während Anisa auf einem der Holzstühle kauerte und ihr Zittern versuchte zu kontrollieren. Leider war ihr das nicht möglich, ebenso wie ihre Tränen, die sie nicht zurückhalten konnte. "Das wird noch einige Stunden dauern.", erklärte sie Lev, der auf und ab lief. Mit ihrem Handrücken wischte sie sich die Tränen fort, ehe bereits neue über ihre Wangen kullerten, erhob sich von dem Stuhl und näherte sich Lev, um ihre Arme um ihn zu schlingen. Weinend drückte sie ihr Gesicht gegen seine Brust. Sie brauchte diesen Halt, um nicht selbst einer dieser Patienten zu werden. "Er wird es schaffen.", schluchzte sie immer wieder.
    • Natürlich hatte Anisa mit ihren Worten Recht, aber Lev konnte im Moment nicht rational denken. Er fuhr schlimmer als sonst, hatte die Frau am Empfang des Krankenhauses angeschrien die am wenigsten für ihre Situation konnte und nun lief er ungeduldig vor dem OP-Saal herum. Er kannte sich so nicht und es machte ihm Angst wie emotional er reagierte. Andererseits beruhigte es ihn, denn es zeigte ihm nur das er nicht zu einem Monster geworden war. Lev wusste das sich mit dieser Frage Killian beschäftigte, auch wenn er es nie zugab. Der junge Russe wusste es auch nur, weil der Brünette im Schlaf geredet hatte. Lev hatte sich ohnehin gefragt, wie viel Killian ertragen konnte bis er irgendwann zerbrach. All diese Dinge die er überlebt und erlebt hatte waren nichts was ein normaler Mensch verkraften würde. Mord, Gewalt, Vergewaltigung, Drohungen, wie hatte er das ertragen? Vielleicht war dieses Ereignis, sein Leben auf Messerschneide ein Segen für Kill? Er hatte gelächelt, er hatte Gott verdammt nochmal gelächelt. Lev schüttelte schnell den Kopf um diese Gedanken aus dem Kopf zu bekommen. Er wusste das sein bester Freund das überlebte. Er hatte bisher alles überlebt. Der junge Mann musste sich beruhigen, allein schon Anisa zu Liebe. Die Rothaarige war es, die ihn aus seinen Gedanken holte, denn er spürte plötzlich zwei schlanke Arme um sich. Lev war nicht sonderlich groß, weswegen die beiden sich eigentlich gegenseitig umarmten, statt er sie. Aber er drückte die schöne junge Frau so fest an sich, als wäre sie ein Rettungsring, saugte ihre Worte auf wie ein Schwamm und suchte selbst darin Mut. "Du hast Recht. Er hat schon Schlimmeres überlebt.", antwortete er ihr zuversichtlich. "Ich werde hier bleiben, du sicherlich auch oder? Du hast Recht, es wird Stunden dauern, aber ich kann hier nicht weg.", meinte Lev leise und strich der Rothaarigen sanft durchs Haar. Seine Fingerspitzen glitten durch ihre glatten und weichen Haare, beobachteten wie das Rot an seinen Fingern entlang glitt. "Killchen meinte einmal, dass er dein Haar liebt. Wusstest du das?", verriet er ihr schmunzelnd. "Es ist seine Lieblingsfarbe, dieses Flammenrot." Er versuchte sich selbst und Anisa mit der Erinnerung aufzumuntern. Er wusste das es bescheuert war, aber es half wenigstens etwas um nicht weiter die Schuld bei sich zu suchen. "Als wir Kinder waren hat er gesagt, dein Haar ist überall. Man kann dich nie übersehen, obwohl du ein Zwerg bist. Seine Worte nicht meine. Erinnerst du dich als deine Haare so lang waren, dass sie dir schon fast bis zu den Oberschenkel gereicht hatten, bis du sie abschneiden musstest? Killchen hatte gesagt, dass wenn du dein Haar so weiter wachsen lässt, du irgendwann nur noch ein roter Haarball bist.", jetzt musste selbst Lev bei der Erinnerung lachen. "Er wird mich zwar steinigen wenn ich dir das erzähle, aber wir wussten von den Plätzchen an Weihnachten die du immer gebacken hast. Du durftest sie ihm zwar nie geben, aber wir sind nachts in die Küche geschlichen und haben sie geklaut. Laut Killchen waren sie ja ohnehin für ihn. Er hat immer über beide Ohren gegrinst."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Wie lange genau diese Operation dauern würde, wusste Anisa nicht, sie wusste nur, das es eine verdammt lange Nacht werden würde. Eine schlaflose Nacht mit Tränen, Verzweiflung und Vorwürfen. Anisa war bereits mit ihren Nerven am Ende, auch schon vor zwei Wochen, nachdem sie Entführt worden war. Nur langsam hatte sie wieder einen Weg in ein normaleres Leben gefunden, es gab allerdings noch einige viele Hindernisse zu überwinden. Nun fing sie von Vorn an. Nur ohne Killian und das war etwas, das Anisa nicht verkraften konnte. Aber sie versuchte stark zu sein. Für sich und für Lev. Mit kullernden Tränen hatte sie sich dem Schwarzhaarigen genähert und ihre Arme um ihn geschlungen. Sie brauchte diesen Halt und diese Kraft, die Lev ausstrahlte, damit sie nicht in ein tiefes Loch fallen würde, aus dem sie es alleine nicht mehr schaffen würde. Einige lange Sekunden verharrte Anisa in dieser Umarmung und schluchzte, das es Killian schaffen würde. Ganz sicher würde er es überleben. Sie würde gemeinsam mit Lev in diesem Krankenhaus bleiben, selbst wenn man versuchen würde, sie bitten zu gehen, würde sie sich nicht vom Fleck bewegen. Also bejahte sie die Frage des Schwarzhaarigen.. Ihr zuliebe sprach sprach Lev Worte aus, die ihre Tränen langsam nur minderten und spürte, wie er eine ihrer seidenen Haarsträhnen zwischen seine Finger gleiten ließ. "Das hat er mir nie erzählt.", murmelte sie, als sie sich mit ihren Handflächen die Tränen aus dem Gesicht wischte. Ihr Make up hatte sie mittlerweile komplett weggeweint. Wer brauchte schon Make up Entferner, man brauchte nur Stundenlang heulen, dann hat sich die Sache ebenfalls erledigt. Mit rötlichen Augen blickte sie zu Lev auf und konnte das leichte Lächeln gar nicht unterdrücken. Es erwärmte ihr Herz, das Lev ihr sowas erzählte. Wenigstens gab es eine Sache an ihr, die Killian liebte. Diese positiven Gedanken an früher dämmten ihr Zittern etwas ein und lenkte sie von der Tatsache ab, das Killian in diesem OP-Saal um sein Leben kämpfte. "Er nannte mich rothaariger Zwerg.", erinnerte sich Anisa. Und natürlich konnte sie sich daran erinnern, wie lang ihre Haare gewesen sind. Schon immer wollte sie wie eine Prinzessin sein und die Geschichte von Rapunzel hatte sie so fasziniert, das sie ebenfalls so lange Haare haben wollte. Sie fühlte sich ein wenig wie diese Prinzessin, mit dem meterlangem Haar. "Meine Mutter hatte die ganzen Knoten aus meinem Haar nicht mehr heraus bekommen. Ich hatte tagelang um meine langen Haare getrauert. Aber Killian hatte mir einmal gesagt, das die schulterlangen Haare gar nicht so schrecklich sind. Vermutlich war das seine Art zu sagen, das es gut aussah.". Wie gern Anisa sich zurück erinnerte. Aber das Lev die Plätzchen erwähnte, damit hatte sie nicht gerechnet. Das er sich wirklich noch daran erinnern konnte! Und Killian hatte tatsächlich gewusst, das sie für ihn gebacken hatte. "Ich dachte, es hätte ihn nie interessiert.", murmelte Anisa verdutzt. "Es gab so vieles, was ich ihm zeigen oder schenken wollte. Aber mein Vater hatte uns den Kontakt verboten und umso älter wir wurden, umso mehr entzog sich Killian mir.", gestand sie Lev. Vermutlich wusste der Schwarzhaarige dies aber schon. Immerhin wusste er viel mehr über Killian, als Anisa. Isabella hatte Recht. Die Brünette war an seiner Seite gewesen, nicht sie. Sie wusste so wenig über Killian und doch hatte sie das Gefühl, ihn besser zu kennen, als jeder andere.
    • Benutzer online 4

      4 Besucher