[2er RPG] ☠ I need a Gangsta ☠

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    • Die Wunde war nicht sonderlich ernst, ein Streifschuss. Es war ja nicht einmal eine Kugel in seinem Körper, wie man heraus fischen musste. Nicht das er darauf versessen gewesen wäre. Unbedingt viel Blut hatte er dadurch auch nicht verloren, aber für Anisa reichte es bereits um am Rande eines Nervenzusammenbruchs zu stehen. Er konnte es der Rothaarigen nicht verdenken, sie war nicht von klein auf an all dies gewöhnt worden. Nein, viel mehr hatte man sie davor immer beschützt. Jetzt auf einen Schlag in die Finsternis gezogen zu werden, das verkraftete kein gesunder Verstand. Würde die feurige Schönheit damit auf Anhieb fertig werden, hätte sich Kill sicherlich gefragt ob er auf eine Soziaphatin handelte. Demnach war er fast froh über ihr Handeln, auch wenn es im Moment für sie eher hinderlich war. Kill seufzte schwer, versuchte so einfühlsam wie nur irgend möglich mit ihr zu sprechen und sie zu beruhigen. "Ich weiß das du es schaffst. Komm.", er stand eilig auf, schnappte sich die Hand von Anisa und zog sie Richtung Haus. Natürlich hatte er immer seine Waffe griffbereit. Man konnte nicht wissen ob sich noch jemand in der viel zu großen Villa befand. Während Anisa sofort ins Badezimmer eilte, sicherlich um nach einem Verbandskasten zu suchen, hatte Kill nach seinem schwarzen Handy gegriffen, wischte mit dem Finger über den Touchdisplay und hatte direkt im Kurzwahlspeicher bereits die gesuchte Nummer gespeichert. Es war ein kurzes Gespräch, mit den knappen Worten das es Arbeit gab und das es Anisa gut ging. Weitere Informationen würde er lediglich mit John Astolfo teilen, weswegen er bereits nach nicht einmal 20 Sekunden aufgelegt hatte und Anisa dabei beobachtete, wie sie den Verbandskasten durchforstete. Natürlich war er ihr in das angrenzende Badezimmer mit den schicken schwarzen Marmorfliesen sofort gefolgt. Noch einmal würde er sie nicht unbeaufsichtigt lassen. "Anisa wir müssen verschwinden."


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    • Für Anisa ging im Moment eine Welt unter. Aus dieser Welt, die sie seit letzten Abend kennen lernt, hatte sie immer versucht zu entkommen. Irgendwie war sie immer mittendrin gewesen und irgendwie auch nicht. Es war alles so kompliziert und Anisa konnte keinen klaren Gedanken schaffen. Das einzige was sie im Moment wusste war, das sie Killians Wunde versorgen musste, egal ob die Wunde für Killians Verhältnisse klein war, Anisa hatte große Angst und wie schon gedacht, machte die junge Frau sich dafür verantwortlich. Der Gedanke, wäre sie nur niemals geboren worden, dann wäre das alles niemals passiert, hatte sich bereits in ihrem hübschen Kopf festgesetzt. Mit diesem Gedanken folgte sie also Killian in die Villa zurück und hatte sofort das Badezimmer aufgesucht und dort einen Verbandskasten zu finden. Wie erwartet befand sich das rote Kästchen mit dem weißen Kreuz darauf, in dem Spiegelschrank über dem Waschbecken. Killian schien die Sache ganz anders zu sehen, während Anisa darauf beharrte, ihm die Wunde zu verbinden, wollte er so schnell wie möglich weg von hier, was mehr als verständlich war. Die junge Studentin hatte jedoch einen besonderen Dickschädel und würde nicht verschwinden, solange diese verfluchte Wunde nicht versorgt war. Also forderte sie den Dunkelhaarigen dazu auf, sich auf die Toilette zu setzen, um seine Wunde zu versorgen zu können. "Das wird etwas brennen.", sagte sie mit sanfter Stimme, trotz der Umstände und tupfte vorsichtig mit einem Desinfektionsmittel getränktem Tuch, über den Streifschuss. Schnell und dennoch sorgfältig desinfizierte die Medizin-Studentin den Dunkelhaarigen und verband seine Schulter. Nachdem Anisa ihren Willen bekam und sie sich somit etwas beruhigen konnte, eilten sie wachsam aus der Villa, stiegen wieder in ein Auto und ließen auch diesen Ort hinter sich.
      Anisa war noch immer Schweiß gebadet, ihre Hände zitterten noch immer und ihre Beine fühlten sich an, als wären sie nicht nur taub, sondern bestünden aus Pudding. Das war zu viel, für ihr in Watte gehülltes Herz und doch hatte sie so viel Mut und so viel Durchhaltevermögen. Das hatte sie wohl von ihrem Vater geerbt.
    • Killian fielen mindestens tausend Dinge ein, die im Moment wichtiger waren als die kleine Wunde, welche ihm zugefügt worden war. Sie mussten hier weg, die Feinde mussten verschwinden, Anisa musste in Sicherheit sein. Die Liste war endlos und doch würde die Rothaarige nicht nachgeben, bis sie nicht ihren Willen bekam. In dieser Hinsicht war sie eindeutig eine Astolfo. Kill hatte außer John noch nie einen so sturen Menschen getroffen, bis er Anisa kennengelernt hatte. Die Kleine war dickköpfiger als ihr eigener Vater und wäre es menschenmöglich, würde sie garantiert der Metapher mit dem Kopf durch die Wand alle Ehre machen. Seufzend hatte also der berühmte Auftragskiller, der zierlichen Mafiaprinzessin nachgegeben und sich auf den geschlossenen Toilettensitz niedergelassen um sich verarzten zu lassen. Durch das Gras in welches er mit seinem Gegner gefallen war, war neben seinem Oberkörper und der Hose auch sein ganzes Gesicht voller Dreck. Er war nass vom beginnenden Morgentau und ihm war fucking kalt! Um es mal mit dem Jargon zu verdeutlichen, welches der attraktive Killer gern verwendete. Seine Laune war offiziell am Tiefpunkt angelangt und er hätte nicht gedacht, heute noch so schnell wieder lachen zu können. Die Aussage von Anisa war allerdings Goldwert. Er wurde geschlagen, misshandelt und zu guter Letzt mehr als nur einmal in seinem Leben angeschossen und dann sprach sie von den leichten Schmerzen eines Desinfektionsmittels? Seine Mundwinkel zuckten leicht nach oben und er beherrschte sich schwer jetzt nicht zu lachen. "Du bist echt süß.", schmunzelte er dann und lies die Behandlung ohne großes Murren über sich ergehen. Er war froh das sich die Rothaarige damit beeilte und er mit ihr das Weite suchen konnte. Jedenfalls hatten sie alles Stehen und liegen gelassen, waren endlich zum Auto gerannt und in der schützenden Finsternis der Nacht verschwunden.
      Die Cleaner der Mafia würden sich um die Spuren des Kampfes kümmern und John Astolfo wurde sicherlich schon informiert, bevor Kill überhaupt den ersten umgelegt hatte. "Wir werden fürs Erste zu mir fahren, bis ich alles weitere mit dem Alten geklärt habe."


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    • Natürlich musste Anisa ihren Willen durchsetzen, nichts hätte sie davon abhalten können, Killians Schusswunde zu verbinden, abgesehen von einem weiteren Fremden, dessen Waffe an ihre Schläfe gehalten würde. Sie begann sorgfältig, aber zügig mit dem verbinden der Wunde und erklärte fürsorglich, das es gleich brennen könne. Killian hatte daraufhin geschmunzelt und ihr gesagt, sie sei süß. Für einen Moment hielt die attraktive Rothaarige inne, blickte zu dem schönen Gesicht hinauf, ehe sie ihre Konzentration wieder auf seine Wunde richtete. Lediglich mit einem sanften Lächeln hatte sie geantwortet und den Verband befestigt, um darauffolgend aus dieser Villa verschwinden zu können.
      Und wieder fand sie sich in einem tiefschwarzen Auto wieder, indem sie nur in einem langen T-Shirt gekleidet war, das Blut bespritzt war. Erst nach vollendeter Versorgung merkte sie, wie schnell ihr Herz noch immer pochte und dementsprechend ihre Atmung war. Was sie nicht glauben konnte, waren Killians Worte, die er plötzlich aussprach. Sorge stieg in ihr auf und konnte ihre folgenden Gedankengänge nicht kontrollieren. Was wäre, wenn man sie verfolgen würde? Und sie dieses Mal Killians Wohnung auseinander nahmen? Es war etwas völlig anderes, dringten diese Leute in ihre Wohnung ein, aber das Killians Privatsphäre so gefährdet werden würde, verunsicherte die Rothaarige. Immerhin war das sein Rückzugsort und seine verdammte Wohnung. "Meinst du, das wäre eine gute Idee? Was wenn man uns wieder findet?", fragte die Rothaarige besorgt und fuhr sich über die kalten, nackten Oberschenkel, um diese aufzuwärmen. Es musste einen eigenartigen Eindruck machen, würden sie aus dem Auto steigen, denn Killian zeigte sich mit freiem Oberkörper und Anisa mit nur einem Shirt, das nur knapp über ihren Hintern reichte.
    • Das Auto war kalt und für Killian fühlte es sich an wie eine Ewigkeit, bis die schwarze Luxuskarre anfing überhaupt irgendwelche Wärme abzugeben. Er war von Kopf bis Fuß dreckig, müde und seine Laune war sprichwörtlich mörderisch. Bei aller Liebe kurz vor dem zu Bett gehen, waren Attentate nichts was unbedingt auf seiner ´Das hätte ich jetzt gerne´-Liste stand. Eigentlich wollte er überhaupt nichts mehr, außer seine Dusche und sein Bett. Demnach hatte er während der ganzen Fahrt nur knappe Sätze von sich gegeben. Er informierte Anisa darüber, dass sie zu ihm fahren würden und steuerte langsam in Richtung Innenstadt von Venedig. Natürlich war die Sorge der Rothaarigen äußerst berechtigt. "Meine Türe besteht aus kugelsicheren Material und ist Passwort geschützt. Ich ändere den Code jeden Tag und nicht einmal Isabella kann ohne meine Erlaubnis die Wohnung betreten. Nicht einmal dein Vater kennt jeweils den aktuellen Code, ohne das ich es ihn wissen lasse. Demnach wüsste ich sofort wer mein Zuhause ohne mein Wissen betreten hat. Ein befreundeter IT-ler hat das für mich entwickelt und laut ihm benötigt man verdammt viel Zeit um hinter den Mechanismus zu kommen. Da ich jeden Tag den Code ändere, erweist es sich als deutlich schwierig das Programm zu hacken. Ich kenne mich damit zwar null aus, aber bisher ist mein Kopf noch an meinem Hals.", erklärte Killian der verängstigten Anisa sorgsam und steuerte die Tiefgarage des Hauses an. Killian wohnt total unauffällig in einem Mehrfamilienhaus. Neben ihm leben ganz normale Leute, Mütter mit Kindern oder irgendwelche Studenten. Natürlich würde er sie in einen Krieg mit hineinziehen, aber die Tarnung war über all die Jahre so perfekt, dass es nie Vorkommnisse gab und er war bislang nach jedem Auftrag Heim gekehrt. Er bewohnte eine hübsche kleinere Wohnung im Obergeschoss des Hauses, mit dem einzigen Unterschied zu anderen Wohnungen, seine schwere Tür und seine Fenster aus Panzerglas. Optisch allerdings sah man davon rein gar nichts. Die Leute im Haus sahen ihm allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen. Während die einen ihn für einen Schläger hielten, der immer mir blutenden Sachen nach Hause kam, glaubten die anderen er wäre irgendein reicher Sohn mit schicken Anzügen der genug von Zuhause hatte. Bei den Müttern allerdings war er sehr beliebt, er war nett zu ihren Kindern und sie brachten ihm immer Essen vorbei. Natürlich sehr zum Entsetzen der Ehemänner, aber man gewöhnte sich daran. Nun der ein oder andere Ehemann brachte ihm durchaus ebenfalls gern Essen vorbei ...
      Kill ging es also Bestens. Nachdem Kill also den Wagen in der Tiefgarage geparkt hatte, stieg er mit Anisa aus, drückte auf den Knopf der ferngesteuerten Türöffnung des Autos und der Wagen schloss sich. Das Haus besaß keinen Aufzug, weswegen sie die Treppen nehmen mussten. Als sie im obersten Stockwerk des dreistöckigen Hauses ankamen, war die letzte Tür im Flur seine. Er tippte blitzschnell an einem kleinen Computer die Zahlenkombination ein und änderte sie direkt von Innen an dem zweiten kleinen Computer als sie die Tür hinter sich geschlossen hatten. Im Gegensatz zu Anisa wohnte Kill in keiner riesigen Penthousewohnung, sondern bewohnte eine einfache Dreizimmerwohnung. Natürlich hatte ihm John oft genug angeboten ihm ein Haus zu kaufen oder das er gleich zu ihm konnte, etwas das Kill immer abgelehnt hatte. Für seine Verhältnisse war bereits diese Wohnung riesig. Seine Küche und Wohnzimmer befanden sich in einem großen Raum, welche er aber von der Raumaufteilung perfekt abgetrennt hatte. Sein Badezimmer war klein aber fein und er besaß zwei Spiegel darin. Auf dem einen hatte Isabella gemeint unbedingt etwas drauf schreiben zu müssen, worauf er geantwortet hatte, aber irgendwie witzig fand und ihn hatte hängen lassen. Dazu besaß er ein Schlafzimmer und noch einen kleinen Nebenraum in dem ein großer Boxsack hing, ein Laufband stand und eine winzige Wand mit Schussfiguren, allerdings für diese Softgunpistolen die man nicht hörte und er mit ihnen lediglich zielen übte. Seine Wohnung war extrem aufgeräumt, da Kill kein Freund von Unordnung war und offenbar war auch Isabella nicht mehr da gewesen, was ihn erleichterte. "Ich geh duschen. Du kannst an meinen Kleiderschrank und dir etwas zum Anziehen nehmen. Wir kümmern uns morgen um deine Klamotten."



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    • Während der Fahrt antwortete Killian der eingeschüchterten Anisa nur knapp, nur ihre erste Frage, hatte er ausführlich beantwortet. Dennoch, die Angst war viel größer, als die Worte des Dunkelhaarigen. Innerhalb so kurzer Zeit, wurde zwei Mal aus ihrem heilen und sorglosen Leben gezerrt. Hätte sie dieser erste Angriff nicht so durcheinander gebracht, hätte sie dieses verfluchte Fenster geschlossen! Gott, wie sehr sie sich selbst dafür hasste. Es hätte nichts passieren müssen, wäre dieses Fenster nicht offen gestanden. Und dann war sie wieder nur in einem ihr zu großenTt-Shirt bekleidet. Ihre Beine froren und mied es, ihr Shirt zu berühren, das Blut bespritzt war. Sie hatte ihre Finger verschränkt und blickte schweigend aus dem Fenster und beobachtete die vorbeiziehenden Bäume und Gebäude. Immer wieder hatte sie sogar über die Schulter geblickt, um ein verdächtiges Fahrzeug ausfindig zu machen, jedoch war keines zu sehen. Erst bis sie dann in eine ihr bekannte Gegend einbogen und in eine Tiefgarage fuhren, wurde die Rothaarige wieder nervös. Sie wollte nicht aus diesem Auto steigen. Allerdings blieb ihr keine Wahl und somit stieg sie aus dem warmen Auto und fühlte an ihren Füßen den kalten Boden der Garage. Anisa wartete, bis Killian um das Auto gelaufen war und sie ihm die Treppen hinauf folgen konnte, um zu seiner Wohnung zu gelangen. Erst als sie seine Wohnung betreten und Killian die Wohnungstür geschlossen hatte, konnte sie ihre schnelle Atmung etwas beruhigen, auch die Tatsache, das diese Wohnung deutlich geschützt und Killian an ihrer Seite hatte, fiel die Anspannung von ihr. Vorsichtig folgte sie dem Flur, bis Killian meinte, Duschen zu gehen und sie könne sich an seinen Klamotten bedienen. "Danke.", murmelte die Rothaarige, nachdem sie sich zu ihm gewandt hatte, ehe sie weiterhin seine Wohnung erkundet hatte. Unbedingt genau erkundete sie die Wohnung nicht, viel lieber zog sie sich ein beliebiges Shirt aus dem Kleiderschrank, mit den Schwebetüren heraus und zog es sich über ihren hübschen Kopf, nachdem sie das Beschmutzte auf den Boden geworfen hatte. Ein einfaches schwarzes T-Shirt, das ihr, wie die anderen zuvor schon, zu groß war. Das Alte hatte sie sofort in der Küche im Mülleimer entsorgt und war in das Badezimmer geschlichen, indem Killian noch immer duschte. Ihren Blick hatte sie abgewandt und sich mit dem Rücken zur Dusche, auf den kalten Boden gesetzt. Im Moment wollte sie sich in keinem Zimmer alleine aufhalten und wie schon zuvor, wollte sie sich den Dreck von der zarten Haut schrubben.
    • Kill hatte vernommen wie jemand die Tür geöffnet hatte, kaum war er im Bad verschwunden. Sein Zuhause war der einzige Ort an dem er Anisa tatsächlich mal ein paar Minuten allein lassen konnte, aber er verübelte es ihr nicht im geringsten, dass sie seine Nähe suchte. Da er es gewohnt war, vor anderen Leuten seinen Körper zeigen zu ´müssen´besaß er nicht mehr sonderlich viel Schamgefühl. Es interessierte ihn daher herzlich wenig, ob die schöne Rothaarige nun zu ihm in die Dusche sah oder nicht. Sein übliches Ritual unterbrach er deshalb jedenfalls nicht. Für einen kurzen Moment hatte er die Augen geschlossen, lehnte seine Stirn an die kalten Badezimmerfliesen und fragte sich, wie all das nun weiter gehen sollte. Er konnte die kleine Mafiaprinzessin schlecht für den Rest ihres Lebens hier einsperren und ob sie seiner Bitte bezüglich der Party nach dem Vorfall noch durchstehen würde, dass bezweifelte er langsam. Schweigend hatte er nach seinem Shampoo gegriffen, welches einen sanften Duft verströmte, der sich irgendwas von wegen ´Meeresbrise´schimpfte. Er mochte das Shampoo und auch das Duschgel, welches einen ähnlichen Duft besaß. Wie üblich wusch er sich das Blut von seinem Körper, während rote kleine Wassertropfen an ihm entlang glitten und ihre Spuren im Abfluss fanden. Nichts was diese Dusche nicht kennen würde. Nachdem er mit sich zufrieden war, zumindest was die Reinigung betraf, war er neben Anisa aus der Dusche gestiegen und hatte sich ein schwarzes Handtuch geschnappt, dass er in einem seiner Hochschranke verstaute. Dieses wickelte er sich um die Hüfte, ehe er sich mit einer Hand durch das nasse Haar glitt und nun doch zu der Rothaarigen sah. "Geh dich waschen, ich bin solange im Wohnzimmer. Es wird dir nichts passieren, dass versichere ich dir." Danach war er wieder in Schweigen verfallen und aus dem Badezimmer gelaufen. Er steuerte sein Wohnzimmer an, öffnete dort einen der Schränkte, die eine kleine Alkoholsammlung beherbergten. Die meisten waren Geschenke, aber nach Missionen kamen ihm diese oft gelegen. Er nahm sich die Freiheit heraus, sich ein Glas mit Whisky zu füllen, dass er nebenher trank als er in das Schlafzimmer ging um sich dort zu Ende abzutrocknen und umzuziehen. Seine Haare lies er meistens so trocknen, aber er fand sich nun in einer trocknen und warmen schwarzen Jogginghose wieder, die ihm locker um die Hüfte hin und ein dunkelgraues Tanktop. Die dreckigen Klamotten hatte er wie so üblich direkt im Müll entsorgt.


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    • In keiner Sekunde hatte Anisa sich nach Killian umgedreht, der nach einigen Minuten nackt und tropfend aus der Dusche gestiegen war. Ihre langen, schlanken Beine hatte sie an ihren Körper heran gezogen und ihr Kinn auf ihren Knien abgestützt und an die weiße Wand gestarrt. Auch als Killian erwähnt hatte, sie könne sich duschen, blieb sie schweigsam und erhob sich erst, nachdem er aus dem Badezimmer verschwunden war. Das saubere Shirt zog sie wieder aus, ebenso wie ihren Slip und stieg unter die Dusche, inder sie das heiße Wasser aufdrehte und über ihren weichen Körper und ihr langes Haar prasseln ließ. Einige Minuten stand Anisa, an den kalten Fliesen abstützend, unter dem Wasser und starrte zum Boden, während sich ihre salzigen Tränen mit dem süßen Wasser mischte. Wie viele Tote würde es noch geben? Und wie lange würde sie sich verstecken müssen, bis sie endlich wieder normal leben konnte. Ob sie jemals wieder normal leben konnte? So vieles kreiste in ihrem hübschen Kopf, über das sie sich eigentlich keine Sorgen machten sollte. Diese Art von Leben war niemals für sie bestimmt und obwohl ihr kleines Herz so dick in Watte eingewickelt worden war, bewies sie so viel Mut und Stärke, was sie sich wohl selbst nicht zugetraut hatte. Und jetzt, nackt unter der Dusche, fühlte sie sich wieder so verloren, so zerbrechlich wie eine leere Hülle und weinte. Dennoch wollte sie diesen Dreck von sich wischen, dieses Blut von ihrem Körper schrubben und wusch sich mit dem Duschgel über ihren gesamten Körper, bis sich dieser leicht rot verfärbte. Auch ihre Haare shampoonierte sie und blieb noch weitere Minuten unter dem heißen Wasser, bis sie sich dazu entschied, aus der Dusche zu steigen und ihren heißen Körper in ein großes, schwarzes Badetuch zu hüllen. Ihre langen Haare hatte sie lediglich mit einem Handtuch getrocknet und ließ sie feucht über ihren Rücken fallen, nachdem sie sich wieder angezogen hatte. Die benutzten Handtücher hing sie zum trocknen auf und verließ dann das Badezimmer, um in das Wohnzimmer zu gelangen, indem sie sich auf das Sofa fallen ließ. Außerhalb der Wohnung war es noch immer stockdunkel und mitten in der Nacht, für Anisa im Normalfall schon lange Schlafenszeit oder würde noch in dem ein oderen anderen Buch herumblättern. Das sie vor irgendwelchen Fremden flüchten müsste, wirkte noch immer so unwahr.
      "Bist du müde?", fragte sie unsicher, wie sie mit dieser Situation nun umgehen sollte.
    • Da Anisa einige Zeit im Badezimmer verbrachte, hatte Killian genug Zeit für den ein oder anderen Drink. Zwei Gläschen später fand er sich auf seinem kleinen Balkon wieder und hatte sich eine Zigarette angezündet. Ritual beendet, könnte man jetzt wohl sagen. Es war schon lächerlich, dass er jetzt erst begann sich wieder zu entspannen. Diese ganze Fahrt über war er so mit Adrenalin und Kälte gefüllt gewesen, dass er sicherlich ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, weiter hätte ´arbeiten´können. Erst jetzt nach der Dusche, einem Schluck Whisky und einer Zigarette, hatte er sein Rhythmusgefühl wieder. Eine ziemlich merkwürdige Art mit seinem Job umzugehen, aber wenigstens funktionierte es mehr oder weniger für ihn ganz gut. Er blies gerade den grauen Qualm in den dunklen Nachthimmel, als er die Stimme von Anisa hinter sich vernahm. Ihre Haut war leicht gerötet, sicherlich vom vielen Schrubben der armen Haut und ihre Augen geschwollen. Sie hatte geweint unter der Dusche, aber nicht einmal Kill war so taktlos, sie darauf anzusprechen. "Ich bin hundemüde.", gestand er ihr daher ehrlich und zog noch ein paar mal an seiner Zigarette, ehe er sie in seinem kleinen blauen Aschenbecher am Fensterbrett ausdrückte und wieder zurück zu Anisa in die Wohnung kam. "Brauchst du noch irgendetwas? Ansonsten würde ich vorschlagen, dass wir uns hinlegen.", meinte der Dunkelhaarige schließlich und deutete auf eine dunkle Tür, wohinter sich sein Schlafzimmer befand. "Du kannst dir aussuchen ob ich bei dir bleiben soll oder ob ich mich auf das Sofa verziehe, dass im übrig genial ist. Ich schlafe öfter darauf. Ich würde dir das nicht anbieten, wäre es hier nicht sicher.", versuchte er sie dann mit dem Vorschlag zu beruhigen, auch wenn er stark bezweifelte, dass das auch nur ansatzweise funktionierte.


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    • Wie man es von Anisa hätte erwarten können, hätte sie in jedem anderen Fall eine Bemerkung zu der Rauchergewohnheit abgelassen, dieses Mal jedoch nicht. Ihre Energie war aufgebraucht, sie wollte sich nicht weiter rumärgern und blieb Killian deshalb einen Kommentar erspart. Sie hatte sich lediglich erkundigt, ob er müde war, sie war es immerhin und wünschte sich nichts anderes, als einfach schlafen zu gehen. Abgesehen von Alkohol, den ließ sie aber dann doch lieber für die restliche Nacht unberührt. Mit schlaffen Schultern und müden und geschwollenen Augen blickte sie zu Killian hinauf, der ihr wieder die Wahl gelassen hatte, ob er bei ihr schlafen sollte oder nicht. Sie versuchte seinen Worten Glauben zu schenken und entschied sich, für diese Nacht ihre Gedanken wieder neu zu sortieren. Sie sollte wieder zu sich selbst finden und sich nach und nach wieder beruhigen. "Schon gut, ich schlafe auf der Couch. Du musst nicht bei mir bleiben.", murmelte sie und bat nur noch um eine Decke, in die sie sich einmurmeln konnte.
      Irgendwann, nach ewigem rumgetue, war die Rothaarige in einer dicken Decke eingemurmelt, starrte an die Decke hinauf und ließ die letzten Stunden Revue passieren. Mario war tot, ebenso wie einige andere der Astolfo Familie und einige der Angreifer. Wer weiß, womöglich hatten einige die Flucht ergriffen und es geschafft, von dem ganzen Schlachtfeld, den sie in dem Wohngebäude hinterließen, zu verschwinden. Wollte sie überhaupt wieder zurück in diese Wohnung? Womöglich würde sie sich nie wieder Sicher fühlen...
    • Er hatte keine Lust sie auf dem Sofa liegen zu lassen. Aber ewig mit dieser sturen Prinzessin zu diskutieren, brachte er heute nicht mehr fertig. Mehr oder weniger gegen seinen Willen, winkte er genervt ab und ging mit einem brummigen "Nacht", in sein Schlafzimmer. Was sollte er dazu auch groß noch erwidern? Er war müde und wollte nur noch schlafen, etwas das er die letzten Nächte nicht unbedingt konnte. Er war es gewohnt lange ohne Schlaf auszukommen, aber das forderte irgendwann seinen Tribut. Er hatte es heute gemerkt, er war unaufmerksam und nicht so geschickt und effizient wie er es sonst war. Er hatte ewig gebraucht um diese Kerle zur Strecke zu bringen und hatte Anisa unnötig in Gefahr gebracht. Natürlich würde er es niemals vor Anisa zugeben, aber diese Tatsache nagte an ihm. Was seine Arbeit betraf war er nun mal ein ewiger Perfektionist. Er hätte es sich niemals verzeihen können, hätte er seinen Gönner John Astolfo enttäuscht. Ganz gleich wie unhöflich er mit ihm sprach, er respektiere niemanden so sehr wie ihn. Das sollte bei jemanden wie Killian schon etwas heißen, immerhin besaß er nicht gerade das was man Respekt vor Autoritätspersonen nennen konnte. Seufzend hatte er sich mit dem Gesicht voraus, nicht unbedingt elegant in sein Bett geworfen. Ein genervtes Seufzen grummelte er gegen sein Kissen, drehte sich aber dann doch zurück auf den Rücken, während er mit seinen goldenen Augen die Decke anstarrte. Er hatte heute zu viele Fehler gemacht, das war amtlich. Sauer biss er sich auf die Lippen. Außerdem hatte er diese Angreifer obwohl er ihnen die Maske vom Gesicht gerissen hatte, nicht erkannt. Er konnte weder sagen von welcher Organisation sie kamen, noch wer ihr Heeresführer war. Eins war zumindest sicher, Kill musste sich beeilen. Er konnte nicht wissen, ab wann sein Schutz allein nicht mehr ausreichen würde und würde er von einer großen Menge umzingelt werden, könnte selbst der Tiger von Astolfo nichts mehr gegen sie ausrichten. Was brachte ihm schon sein Spitzname, wenn man ihn in Ketten legte? Er konnte sich nur zu gut ausmalen, was sie mit ihm anstellen würden, geschweige den mit Anisa. Er richtete seinen Arm Richtung Decke und ballte seine Hand zu einer Faust. Damit würden diese Kerle nicht davon kommen!


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    • Egal wie oft sie zum Fenster blickte, die Sonne ging einfach nicht auf. Keine Sekunde hatte sie die Augen schließen können, egal wie oft sie es auch versucht hatte. Es hatte sich angefühlt, als wäre die Nacht bereits vergangen und ein neuer Tag angebrochen, allerdings stellte Anisa fest, das erst zwei Stunden vergangen waren, als sie aufgestanden war um sich ein Glas Wasser zu holen und die Uhr in der Küche erblickte, die drei Uhr Nachts anzeigte. Es waren immer die gleichen Gedanken gewesen, immer wieder hatte sie die Blutverschmierten Leichen auf dem Boden gesehen und immer wieder hatte sie in Richtung Wohnungstür gestarrt, weil sie angst hatte, jemand würde einbrechen und sie erfolgreich entführen. Ihre Gedanken konnte sie nicht erfolgreich sortieren und ihre Augen fühlten sich trocken von dem ganzen Weinen an. Still hatte sie Tränen vergossen, ihr Kissen durchnässt und eine Ecke der Decke missbraucht, um ihr Gesicht zu trocknen. Nachdem Anisa einen Schluck getrunken hatte, tapste sie leise in das Schlafzimmer, indem Killian in seinem Doppelbett lag. Anisa wollte nicht weiterhin alleine sein und würde Killian nicht im selben Raum schlafen, würde sie die nächsten Nächte kein Auge schließen können. Auf leisen Sohlen schlich Anisa um das Bett, krabbelte vorsichtig zu Killian ins Bett und schlüpfte ohne Erlaubnis unter die weiche Decke. Ein wohliges Gefühl breitete sich in ihr aus und ihr Körper konnte sich langsam weiter entspannen. Ihre schlanken Finger fuhren sanft über den muskulösen Oberkörper und ruhten auf seiner Brust und schmiegte ihren weichen Körper an seinen. Es war schon fast furchteinflößend, welch Sicherheit sie verspürte, wenn sie Killian so nah sein konnte. Ihr Körper reagierte eigenartig und das warme Gefühl breitete sich immer weiter in ihrem wohlgeformten Körper aus.
    • Nachdem er fertig war vor sich hin zu fluchen und sämtliche grummelnde Kommentare von sich gegeben hatte, die ihm einfielen war er endlich im Land der Träume angekommen. Bei sich Daheim konnte er endlich die Ruhe finden, die er sonst nie verspürte. Hier roch es nach seinem Weichspüler in den Laken, hier hatte es genau die richtige Raumtemperatur um sich wohl zu fühlen und hier besaß er etwas, dass nur ihm gehörte. Dennoch blieb er mit einem Ohr wach, bekam all die Geräusche um sich herum mit und war sich sehr wohl darüber im Klaren, als sich Anisa in sein Schlafzimmer geschlichen hatte. Berufskrankheit, er konnte es nicht abstellen selbst in der Nacht alles um sich herum mit zubekommen. Er war nicht unbedingt ein Freund von Kuscheleinheiten in der Nacht und doch hatte er es Anisa gestattet, sich zu ihm ins Bett zu legen und sich an ihn zu schmiegen. Er spürte ihre kalte Haut an seiner, ehe er leicht seufzte und seine Arme um sie legte. Killian konnte es ihr nach all dem was geschehen war nicht verübeln und demnach tolerierte er dies auch ohne zu murren. Was ihm mehr zu schaffen machte war die Erinnerung, welche Anisa mit ihrem Handeln aufwirbelte. Kill erinnerte sich daran, wie er als er klein war genau wie die Rothaarige jetzt, in das Bett seiner Schwester gekrabbelt war, wenn er Angst hatte und das kam sehr oft vor. Seine Schwester war stark, schön und der Mensch welchen er am meisten in seinem Leben bewunderte, aber auch der Mensch der mit seinem Fehlen den größten Schmerz in ihm verursachte. Es ärgerte ihn, dass er sich so oft in letzter Zeit an Elaine erinnerte. Dabei hatten Anisa und seine große Schwester absolut nichts gemeinsam, nicht einmal einen kleinen Funken Ähnlichkeit. Klar waren sie beide schön und stark, aber dennoch unterschiedlich wie Tag und Nacht. Warum also wirbelte es in ihm Erinnerungen auf, die er meist verdrängte und nur dann ans Licht holte, wenn er allein war? Gott, er war echt zu müde für den Müll.
      Auch wenn es bedeutete, dass er sich morgen wieder aus dem eisernen Griff von Anisa winden musste, hatte er sich nun ebenfalls an sie gelehnt und weiter seinen wohlverdienten Schlaf gesucht.


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    • Die schöne Rothaarige wollte nicht weiter alleine in diesem Raum schlafen. Sie ängstigte sich noch immer, selbst als Killian ihr versichert hatte, das ihr nichts geschehen würde. Sie vertraute ihm, glaubte ihm, das ihr nichts geschehen würde, sonst hätte er ihr dieses Angebot nicht gemacht, alleine zu nächtigen, doch war die Angst noch viel zu groß, als das sie nur ein Auge zu bekäme. Anisa hatte es wirklich versucht, aber sie fand nicht zum Schlaf, weshalb sie von der zugegeben sehr bequemen Couch krabbelte und zu Killian in das Schlafzimmer schlich. Als Kind hatte sie das gleiche getan, war zu ihrer Mutter und ihrem Vater in das Schlafzimmer geschlichen, wenn sie schlecht geträumt hatte und sich zwischen ihnen gelegt. Und auch hier bekam sie tröstenden und starke Arme um ihren zierlichen Körper geschlungen, worüber sie sich mehr als freute. Ein wohliges Gefühl breitete sich in ihr aus und verfluchte sich selbst dafür, das sie so stur war, und die Stunden, die sie alleine im Wohnzimmer verbracht hatte, bevorzugt hatte. Killians aufgewärmte Haut wärmte die der Rothaarigen, woraufhin sie sich weiter an ihn schmiegte und ihre Beine, wie auch die letzte Nacht anwinkelte und mit seinen verschlang. Nach wenigen Minuten fand auch endlich Anisa zum Schlaf und hatte sich in der Nacht in keiner Sekunde von Killian abgewandt. Es war fast so, als hätte ihr Körper an seinem geklebt und egal was sie auch machte, sie könne sich nicht von ihm lösen.

      Erst am nächsten Morgen, als die Sonnenstrahlen durch das Fenster drangen und Anisa in das schöne Gesicht schien, rührte sie sich langsam und blinzelte verschlafen durch den Raum. Verwirrt blickte sie sich müde in dem Raum um, bis ihr wieder eingefallen war, das sie zu Killian geschlichen war, bevor sie endlich schlafen konnte. Zuvor hatte sie kein Auge zubekommen, hatte geweint und tausende von Sachen waren ihr durch den Kopf gegangen. Erst als sie in die starken Arme von Killian fand, hatte sie zum Schlaf gefunden und fand sich somit in seinem Schlafzimmer wieder.
    • Wenn er gewusst hätte, dass eine Nacht durchschlafen bedeuten würde, dass er sich ausgerechnet in einem Albtraum wiederfinden würde, hätte er es bevorzugt, wie so oft die Nacht durchzumachen. Es war lange her das Killian einen schlechten Traum hatte, was fast schon paradox war, wenn man sein bisherigen Lebensweg verfolgte. Er hatte schlimme Dinge gesehen, schlimme Dinge getan und doch hatte er sich schon früh damit abgefunden. Das er psychisch nicht mehr ganz in Takt war, dass war ihm als Kind schon früh bewusst gewesen. Wie könnte Killian es auch sein, bei dem Leben welches er geführt hatte und noch immer führte? Das er allerdings ausgerechnet heute Nacht, in welcher er nicht allein war, von seiner Schwester träumte, dass hätte er beim besten Willen nicht steuern können. Es war zum verrückt werden, aber das war nun mal ein Punkt, gegen den er machtlos war. Genauso wenig, wie dagegen, dass er im Schlaf immer wieder den Namen seiner großen Schwester flüsterte. "Elaine."
      Immer und immer wieder sah er den Augenblick ihres Todes vor Augen und immer und immer wieder, sah er sich selbst wie er als kleines Kind zu einem Messer griff und seinen eigenen Vater erstach. Blinde Wut, Hass und eine unendliche Trauer. Es war zum verrückt werden.
      Sein Gesicht verzog sich im Schlaf schmerzerfüllt, während er fast wie ein Mantra den Namen seiner Schwester wiederholte. Fast schon panisch war er am nächsten Morgen aufgeschreckt. Sein Herz hämmerte wie ein Presslufthammer gegen seinen starken Brustkorb, der sich wie die Flügelschläge eines Vogels schnell hob und senkte. Keuchend fuhr er sich mit einer Hand über das Gesicht und strich sich dann den Pony aus dem Gesicht. Sein Blick wanderte zur Seite. Richtig, er war ja nicht allein. Anisa war offenbar vor ihm wach gewesen. "Hi...", murmelte er beiläufig, während er an die weiße Decke über ihn blickte.


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    • Während Anisa ruhig neben Killian schlafen konnte, schien Killian diesen ruhigen Schlaf wohl nicht zu teilen. Ihr war nicht nur aufgefallen, das sie zu ihm ins Bett geschlüpft war, sondern der attraktive Mann neben ihr noch immer unruhig schlief und immer und immer wieder einen weiblichen Namen flüsterte. Sie kannte diesen Namen, weshalb sie davon ausging, das Killian einen Albtraum haben musste. Vorsichtig stützte sie sich neben ihm ab und streichelte sanft seine Wange. "Killian.", flüsterte Anisa und musterte das schöne Gesicht, das nur wenige Zentimeter von ihr entfernt war. Wann war dieser kleine Junge von damals, nur so schön geworden? Sie konnte es durchaus nachvollziehen, das all die Studentinnen gekichert und sich umgedreht hatten, als ihr Begleiter an ihnen vorbei gegangen war. Killian hatte nicht nur ein schön gezeichnetes Gesicht, sondern auch einen wunderschönen Körper, den man nicht nur ansehen, sondern auch spüren wollte. Erneut flüsterte Anisa seinen Namen, streichelte weiterhin sanft seine Wange um ihn vorsichtig aus seinem Traum zu retten. Er schlief unruhig, sein Gesicht verzerrte sich und immer wieder murmelte er den Namen seiner Schwester. Plötzlich aber schrak Killian hoch, weswegen Anisa reflexartig ihre Hand von ihm zog und ihn besorgt ansah. Nach wenigen Sekunden bemerkte er auch Anisa, die mitten in der Nacht zu ihm geschlichen war. "Alles in Ordnung?", fragte Anisa leise und entfernte sich nicht von ihm. Die neckende und freche Art der Rothaarigen war verflogen und wirkte nun wie die besorgte Freundin, die mit ansehen musste, wie er im Traum leiden musste. Sie wollte nicht fragen, was er geträumt hatte, wollte die Erinnerungen fürs erste beiseite schaffen und sich nach seinem Zustand erkundigen. Ob Killian wohl öfter von seiner Schwester träumte? Dies musste ihn wohl noch immer verfolgen. Aber wie konnte man ihm das auch verübeln, hätte sie mit ansehen müssen, wie ihre Mutter ermordet worden war, dann würde sie vermutlich ebenfalls noch von ihr träumen, ob gut oder schlecht.
    • Natürlich musste es schon merkwürdig wirken, wie er sich als wäre ein Fisch auf dem Trocknen im Bett umher gewälzt hatte. Naja soweit Wälzen im Klammergriff einer Anisa Astolfo überhaupt möglich war. Jedenfalls war es ihm mehr als nur unangenehm, dass ihn Anisa so erleben musste bzw. erlebt hatte. Da Killian niemand war der über seine persönlichen Gefühle sprach, hatte er auch nicht vor ehrlich auf die Frage der schönen Rothaarigen zu antworten. Kill konnte über praktisch alles reden, aber seine Schwester oder wenn ihn etwas traurig machte, dass waren absolute Tabuthemen. Der einzige Mensch der jemals einen Nervenzusammenbruch seinerseits erlebt hatte, war Isabella als Killian gerade mal 15 Jahre alt war. Das war allerdings nur ein einziges Mal vorgekommen, aber vielleicht auchd er Grund warum er so an der Brünetten hing, obwohl ihre Zuneigung für ihn eher als krankhafter Besessenheit bezeichnet werden konnte. Als ihm also Anisa fragte, ob es alles in Ordnung war, brauchte er lediglich 5 Sekunden bis er wieder ganz der Alte war. Cool, entspannt und vollkommen überzeugt von sich und seinem Leben. "Natürlich.", antwortete er ihr also zuversichtlich und strich der Rothaarigen eine ihrer langen Haarsträhnen hinters Ohr. Ihre Augen waren noch geschwollen vom Weinen und doch hatte sie nichts von ihrer Schönheit eingebüßt. Wahrscheinlich würde Anisa selbst mit einem Müllsack bekleidet aussehen wie eine Ballkönigin. Eigentlich passte doch der Spitzname Mafiaprinzessin ziemlich gut zu ihr. Schön wie eine Prinzessin war sie in seinen Augen jedenfalls tatsächlich. Daraus hatte er auch in jungen Jahren kein Geheimnis gemacht, wozu auch? Er hatte selbst als kleiner Junge gesagt, dass Anisa süß sei, was ihm böse Blicke einbrachte, aber nichts war das Kill auch nur interessiert hätte. Killian war das Geschlecht egal, ob Mann oder Frau in seinen Augen konnte jeder schön sein und wenn er jemanden attraktiv fand, dann war das eben so. "Konntest du schlafen? Du hast mir jedenfalls das Blut abgedrückt.", scherzte Killian mit einem amüsierten Lächeln und schüttelte theatralisch seinen Arm.


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    • Wie hatte Anisa auch nur eine Sekunde daran denken können, das Killian sich ihr öffnen würde? Natürlich war es in seine alte Rolle geschlüpft und ihr wie immer ganz gleichgültig geantwortet. Ein enttäuschtes Seufzen entglitt ihren Lippen, als Killian ihr dann jedoch eine Haarsträhne hinter das Ohr legte, lehnte sie sich zurück in das Bett und griff nach seiner Hand, der ihre weiche Strähne zurück gesteckt hatte. Sie hatte als Kind die ganze Liebe ihrer Mutter und ihres Vaters spüren können, ihr wurde in keiner Sekunde das Gefühl gegeben, das sie sie nicht lieben würden und das machte sie wohl nun so fürsorgend, was Killian im Moment betraf. "Lüge mich nicht an.", flüsterte sie und verschränkte für einen Moment ihre Finger mit seinen, ehe sie sich wieder löste. "Du hast mein Verständnis, wenn du nicht mit mir reden möchtest, aber bitte, lüge nicht.", sagte sie ernst und doch so sanft. Seine goldenen Augen waren so schön und in diesem Sonnenaufgang wirkten sie noch viel goldener, wenn dies überhaupt möglich war. Diese Augen hatte sie als kleines Mädchen schon so faszinierend gefunden und daran hatte sich im Alter nichts geändert, das einzige was sich geändert hatte, das er nicht mehr niedlich, sondern wirklich attraktiv geworden war. Das Killian jedoch ein Auftragskiller geworden war, stimmte die Rothaarige traurig. Das hatte sie sich niemals für ihn gewünscht. Wusste er denn, wie sehr sie sich bemüht hatte, ihn von diesem Grausamen zu befreien? Als kleines Mädchen hatte sie natürlich nicht sonderlich viel Möglichkeiten und gegen ihren Vater konnte sie nicht viel ausrichten. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann würde das auch so erfolgen. Nur ihre Mutter war die einzige Person, die ihren Vater immer wieder zur Vernunft bringen konnte. "Erst als ich zu dir gekommen bin, konnte ich schlafen.", antwortete sie ehrlich und zog an der Decke. "Und ich will auch gar nicht aufstehen.".
    • Gerade als der Dunkelhaarige seine Hand zurückziehen wollte, hatte Anisa diese aufgehalten. Ein wenig überrascht blickte er sie an, ehe ihm bei ihren nächsten Worten ein leicht genervtes Seufzen entfleuchte. Was sollte er darauf nun bitte sagen? Er war nicht in einer Welt groß geworden, in der alle lieb zu einem waren und man alle mit Samthandschuhen anfasste. Killian konnte also die behütete Welt von Anisa nicht auch nur im entferntesten nachvollziehen. Natürlich hatte sie es als Tochter des Oberhauptes alles andere als einfach, aber dennoch hatte sie einen liebenden Vater, der sie vor all dem bewahren wollte. Sein Vater hatte ihn mit einer Ohrfeige einen schönen Tag gewünscht. "Dann ziehe es vor, lieber nicht darüber zu reden.", antwortete Kill daher ehrlich und beließ es dabei. Er hatte nicht der Bedürfnis sich bei irgendjemanden auszuheulen, wozu auch? Ändern tat man daran nichts und man verschwendete unnötig Energie. Kill hatte gelernt immer nach vorne zu sehen. John Astolfo sagte ihm einmal, dass seine Vergangenheit tot sei und daran hatte er sich bis heute gehalten, auch wenn er die Erinnerung an seine Schwester hütete wie einen Schatz ganz gleich wie schmerzhaft sie auch war. Als Anisa meinte, dass sie erst schlafen konnte, als sie zu ihm ins Bett gehuscht war, schmunzelte er leicht. "Du hast dich tapfer geschlagen Anisa.", lobte er sie dann ehrlich und streckte sich ein wenig, als er sich aufgesetzt hatte. "Wir müssen später zu deinem Alten und einen Statusbericht abgeben. Ich habe ihm zwar mehr als nur einmal versichert, dass es uns beiden gut geht, aber er will uns sehen.", erklärte er der schönen Rothaarigen den heutigen Tagesplan, denn sie zumindest in soweit einhalten sollten.


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    • Es war doch zu erwarten, das Killian so geantwortet hatte. Was hatte sie sich auch dabei gedacht? Das er ihr plötzlich von seinem Leid erzählen würde? Nein, ganz sicher nicht, aber etwas wie Dankbarkeit für ihre Fürsorge? Genervt drehte der zierliche Körper neben dem Dunkelhaarigen ihm den Rücken zu. Die grünen Augen starrten an die Wand, während sie genervt vor sich hin grummelte. Was machte sie hier überhaupt? Wann hatte sie damit begonnen, ihre Liebenswürdige Art und diese Zerbrechlichkeit an die Oberfläche zu lassen? Das musste der Schock sein und die ganzen ungewohnten Situationen, an die sie sich lieber nicht zurück erinnerte, in der Nacht hatte sie genug Tränen fließen lassen. Hinter ihr spürte sie etwas bewegen, Killian, der sich streckte und ihr erklärte, das sie zu ihrem Vater müssten, um sich, wie immer, persönlich davon zu überzeugen, das es seinem kostbaren Schatz gut ginge. "Wird mir jemand wieder Kleidung bringen? So kann ich nicht auf die Straße.", antwortete sie mit kaltem Unterton und blieb in der Decke eingemurmelt. Wirkliche Lust, sich wieder in das Auto zu setzen, hatte Anisa nicht sonderlich. Als sie die letzten zwei Male in ein Auto gestiegen war, dann galt dies nur zur Flucht. Ein Bett, eine dicke Decke, unendlich viele Kissen und eine verdammt gute Pizza waren das, was Anisa brauchte. Oder auch asiatisch. Zumindest handelte ihr Plan nicht davon, einen Fuß aus dieser Wohnung zu setzen. Und Zuneigung, die sie leider Gottes von dem viel zu einfühlsamen Killian nicht bekäme. Natürlich war das ein Witz. Von ihrer Mutter hatte sie als kleines Mädchen immer ihre langen Haare gekämmt bekommen, sowie ihre Lieblingskekse und doppelt so viel Liebe wie sonst, wenn sie sich vor etwas fürchtete.
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