[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Naira O'Connor

      Die Packung, die ihr normalerweise eine halbe Woche, wenn nicht eine ganze gereicht hatte war nun leer und Naira zerknüllte sie. Am liebsten hätte sie diese irgendwo hin geworfen, um ihre Emotionen ein wenig zu entladen, aber sie wollte die Umwelt nicht zumüllen, nur weil sie schlechte Laune hatte. An ihrem Handy suchte sie nach möglichen Bleiben, einem Zimmer oder wenigstens einem Bett, aber es gestaltete sich mit einem Hund war nicht so einfach. Zurück kommen wollte sie nicht, vor allem nicht, solange sie das Gefühl hatte, dass Victor etwas mit seiner Kollegin am Laufen hatte. Die Dunkelhaarige war normalerweise niemand, der irgendwie groß eifersüchtig war, auch wenn sie alle Gründe dazu hatte, aber sie durfte sich aufregen.. Victor hätte ihr die Hölle heiß gemacht, dass sie überhaupt mit einem Kollegen essen gegangen ist, ALLEINE. Er wäre noch viel unzufriedener, wenn es Naira passiert wäre, deshalb sollte er die Füße still halten und abwarten, bis seine Frau, oder eher Verlobte, wusste, was sie tun wollte. Es war aber alles ein Schwachsinn, was ihr in den Sinn kam, egal, worüber sie nachdachte und was für eine Idee sie hatte.
      Als Spike den Kopf hob und seinem Frauchen mitteilte, dass ihm etwas nicht gefiel hob auch Naira den Kopf und blickte in die Richtung. Sie brauchte keine drei Sekunden, um zu realisieren, dass es ihr Mann war und sofort aufzustehen. Die Wut kam wieder hoch. "Spionierst du mir nach?!". Es war keine tolle Begrüßung, aber die Wut, die sich eigentlich schon verabschiedet hatte kam sofort wieder hoch. Die Frau konnte es nicht fassen, wie ihr Mann hier vor ihr stehen konnte, es war ihr klar, dass er dafür vermutlich die Zugänge bei der Arbeit nutzte, aber es war ihr nicht klar, warum er meinte es tun zu müssen. "Das ist krank!", rief sie ihm noch hinterher und vergrößerte den Abstand, indem sie auf die anderen Steine kletterte und damit vor allem an Höhe gewann. Weit würde sie so nicht kommen, aber ihr Mann sollte sich lieber zurück halten, sonst würde es schlecht für ihn laufen.
      Die Reaktion fiel vielleicht ein wenig übertrieben aus, aber es hatte lediglich mit ihren Vorerfahrungen zu tun. Alex hatte ihr damals auch nachspioniert und so etwas lässt sie nicht mit sich machen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hatte seinen Weg über den Sand zu ihr gefunden und auch wenn Spike bereits der erste war, der Alarm schlug, wollte er nicht stehen bleiben. Aus genau dem Grund, als Naira auf einmal aufsprang und Abstand zu ihm suchte. Victor biss die Zähne zusammen: "Das tu ich nicht!", seine Tonlage war alles andere als freundlich. Er hatte aber auch nicht vor sich jetzt von ihr sagen zu lassen, er solle wieder nach Hause gehen oder dergleichen.
      Unzufrieden lief er hin, als sie gerade den nächsthöheren Felsen erklommen hatte. Ihr Aussage, es sei krank, ließ ihn nur den Kopf schütteln. Er war erleichtert sie zu sehen, aber jetzt kam der Moment in dem er beweisen musste, dass er keinerlei, Skrupel hatte sie wieder nach Hause zu bringen.
      "Du bist diejenige, die hier krank handelt.", entfuhr es ihm ungewollt, aber er entschuldigte sich nicht für seine Worte: "Du kannst nicht einfach wegrennen, nur weil ich es verpasst habe zu einem Termin mit dir zu gehen. Komm da jetzt runter."
      Victor sah zu ihr hoch, machte aber keine Anstalten ihr nach oben zu folgen. Er versuchte sogar eher einen Weg drum herum zu finden, um ihr zuvor zu kommen oder sie abzufangen, bevor sie türmen konnte.
      "Ich bin hergekommen weil ich mir Sorgen machte. Und weil es wohl besser sei sich im persönlichen auszusprechen, statt dass Alex schon wieder zwischen uns steht, als hätten wir es nötig. Er weiß auch so schon zu viel von uns beiden..."
    • Naira O'Connor

      "Du hast nicht nur irgendeinen Termin verpasst.. Du hast einen für mich wichtigen Termin verpasst! Weil du mit deiner scheiß Affäre essen gehen musstest!". Sie nannte sie nicht bei Namen und sie unterstellte ihrem Mann gleichzeitig, eine andere Frau zu haben, aber letztendlich war es doch scheiß egal, was sie hier sagte, es würde nichts an der Situation ändern. Naira vergrößerte sogar wieder den Abstand. " Es ist definitiv krank, dass du deine Freundin nicht in Ruhe lassen kannst, wenn sie nicht nach Hause kommen will, weil du Scheiße gebaut hast! Das ist krank Victor!".
      Es hätte sie vermutlich jeder gehört, so laut wie die beiden sich unterhielten, aber zum Glück war der Bereich des Strandes leer, denn bei Nairas Laune war es gefährlich, ihr so nah zu sein. Ihr Mann erwähnte Alex, da schnaubte die Frau und schüttelte den Kopf. "Er ist der einzige bei dem du checkst, dass du Scheiße gebaut hast.. Und er ist der einzige, der mir in diesem Moment zuhört und versucht zu helfen.. Wir haben es sehr wohl nötig, dass jemand zwischen und vermittelt! Und wäre er nicht gewesen, hätte ich kein einziges Wort mit dir am Telefon gesprochen! ". Die Tränen rannten ihr wieder über die Wange, es war schwierig sie irgendwie zurück zu halten, aber letztendlich war das doch auch egal. "Ich wollte nur eine Stunde von dir.. Eine scheiß verdammte Stunde! Aber du hattest es ja nicht einmal eingesehen, warum ich sie wollte! Von mir aus müssen wir gar nicht heiraten, wenn du nicht verstehst, dass du auch daran beteiligt bist! Ich kann nicht ständig alles alleine machen!".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Das Wort Affäre schoss ihm wie ein Pfeil durch die Brust. Affäre...Er hatte doch keine Affäre, die Frau wollte einfach nur nicht locker lassen und mit ihm essen gehen! Was daran...Victor grummelte.
      "Verflucht, Naira...", als sie weiter von ihm wegging, wollte er aufholen und erklomm den ersten Felsen. Doch er hielt den Abstand zu ihr ein, den sie anfangs ausgemacht hatte. Er wollte nicht dass sie auf einmal wegrannte, nur weil er näher kam und erst recht wollte er das nicht, als er sah wie sie anfing zu weinen. Ihre Stimme zitterte kaum, ihre Emotionen mussten dabei wohl einfach nur raus.
      "Ich finde es nicht krank, wenn ich mir um das Wohlergehen meiner Frau sorgen mache. Dann sollte ich wohl immer wissen dürfen wo du bist! Und im Notfall muss ich dich abholen kommen, wenn du wieder bockig bist.", sprach Victor mit sehr viel erzwungener Ruhe in der Stimme. Seine Hände hatten sich zu Fäusten geballt und er beobachtete noch nicht einmal Spike, der seine Schwierigkeiten hatte auf den steilen Felsen nach oben zu kommen. Aber er wollte wohl ebenso wenig von Nairas Seite weichen.
      Nairas folgende Worte ließen Victor kräftig den Kopf schütteln. Er rang sogar mit sich nicht zu lachen.
      "Wie kommst du darauf, dass ich das will? Alex weiß wegen dir schon viel zu viel über uns! Und ja, er hat damals helfen können, aber wir sollten uns auf uns konzentrieren und er soll raus aus unserer Beziehung. Wir führen hier kein magisches Dreieck oder irgendeinen Scheiß, Naira!", er wurde wieder lauter. Was die Aufmerksamkeit anging, die er damit auf sich und seine Verlobte zog, war ihm sichtlich egal. Es war ja nicht der erste Streit, den sie mitten in der Öffentlichkeit führten.
      "Komm jetzt runter Naira und stell dich nicht an wie ein kleines Mädchen! Du forderst ständig ein wenig Zeit hier, ein wenig Zeit da! Es reicht. Becca ist nur eine Kollegin und keine scheiß Affäre, wie du glaubst. Also erzähl nicht so einen Blödsinn! Wir werden heiraten, weil wir beide es so wollten!"
    • Naira O'Connor

      "Bockig?!", sie hob ihre Augenbraue hoch. "Du versuchst es ja noch nicht einmal zu verstehen.. Es ist ja nicht nur das, was du dir geleistet hast, es ist der ganze scheiß Tag und die ganze scheiß Woche!". Victor verkürzte den Abstand ein wenig, aber Naira blieb auf dem Stein stehen, erst bei seinen nächsten Worten ballte auch sie die Hände zu Fäusten und verringerte den Abstand, bis sie sich beide genau auf Augenhöhe waren. Die Wut stand ihr ins Gesicht geschrieben. "Du siehst es echt nicht..",zischte die Frau zwischen geschlossenen Zähnen. "Wenn es dir nicht passt, dass deine Verlobte mit dir immer wieder Zeit verbringen möchte, dann wird dich die Nachricht erfreuen, dass sie gerade beschlossen hat auszuziehen.. Es tut mir ja schrecklich leid, dass ich dich Liebe und was von dir will.. Es ist ja ein Problem, wenn ich ein wenig Zeit von dir fordere, aber wenn diese Becca was will, dann stört es dich nicht, oder was?! Warum musstest du es verstecken, dass sie mit dir zusammen arbeitet?! Vielleicht weil sie dir gefällt?! Es ist egal, ob ihr schon was miteinander hattet oder nicht, wenn sie nicht bedeutungsvoll wäre, würdest du es mir nicht verschweigen und mich dann anlügen...". Naira sprach in Ruhe, aber mit sehr viel Nachdruck und einer gewissen Strenge." Und merkst du gar nicht, dass sich immer alles um dich drehen muss? Du willst, dass ich heim komme.. Du willst nicht, dass ich Kontakt zu anderen Männern habe.. Du willst das nicht.. Du willst das.. Schon mal daran gedacht, dass ich vielleicht jemanden will, mit dem ich darüber sprechen kann, was du mal wieder für eine Scheiße gemacht hast, bevor ich dir den Kopf abschlage?! Vielleicht brauche ich jemanden, mit dem ich darüber rede, dass ich an Alpträumen leide, dass meine Arbeit Scheiße ist und ich unglücklich, weil mein Mann will davon nichts hören!". Die Worte lagen ihr schon ein wenig länger auf der Zunge. " Und jetzt fahre ich nach Hause und werde meine Sachen packen.. Und Gnade dir Gott, du wirst mir folgen, oder mich versuchen aufzuhalten". Naira drehte sich um, sie wollte sie Steine wieder hoch klettern und sich von ihrem Mann verziehen, sie wollte ihn nicht mehr sehen, aber durch ihre Wut passte sie nicht darauf auf, wohin sie trat. Ein Stein war etwas locker, letztendlich rutschte die Frau ab und landete mit ihrem Fuß unglücklich zwischen anderen Felsen. "Scheiße!", zischte sie laut, der Tag war einfach nur schrecklich und wenn ihr Fuß nun noch gebrochen sein würde, dann wäre alles vorbei für sie.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ja, sie war seine bockige Frau. Nie in seinem Leben hätte er sie für etwas anderes bezeichnet. Seine Freundin, Verlobte, Frau...Das war doch an sich alles nur ein Synonym und Becca...Becca würde nichts daran ändern. Dass seine Freundin ihm nun aufzählte was alles an seinem Verhalten falsch war, wie er mit der neuen Kollegin umging, ließ ihn schwer schlucken. Ja, er hatte ein paar Gedanken zu ihr. Er hat sie angesehen und sie ihn...und er spürte, dass die Frau etwas haben wollte, was er ihr aber wiederum nicht bitten konnte. Er war doch Naira verpflichtet. Obwohl das wohl alles andere als die richtige Bezeichnung für ihre Beziehung war.
      Victor schüttelte den Kopf, hielt ihr aber stand, als sie zu ihm runter kam. Er war gewillt sie zu halten und mit sich zu nehmen, aber vorerst wagte er es nicht, denn den ruhigen Tonfall, den sie anschlug, kannte Victor nur zu gut. Er erwiderte ihren Blick eisern und sah von einem Auge zum anderen, um alles was sie sagte, mit ihrem Blick zu unterstreichen. Warum war sie so gemein? Und was meinte sie mit Reden...Sie konnte doch immer mit ihm reden. Victor blieben die Sätze im Hals stecken.
      "Ich habe sie dir nicht verheimlicht. Sie war einfach nicht wichtig zu erwähnen. Es sind...eben einfach nur Kolleginnen...", er wurde leiser, weil er sich verteidigen musste und so recht wollte es ihm aber nicht in den Kopf, wie er das nun noch ins Positive für sich drehen konnte.
      "Jetzt komm mal wieder runter. Ich unternehme doch Sachen mit dir, spiele deine Spielchen auf dunklen Parkplätzen und irgendwelchen ... ach...", er wusste nicht wie er den Satz beenden sollte und fuchtelte ihn mit der Hand fort.
      "Du hast dich ebenfalls dazu entschieden den Job anzunehmen und nun willst du es mir in die Schuhe schieben,d ass du darin unglücklich bist? Nimm einen anderen! Einen der dich nicht an die Morde denken lässt, einen der dich vergessen lässt, dass du in Gefahr warst!", Victor wurde verzweifelt und er glaubte immer weniger daran,d ass er Naira an Ort und Stelle hier davon überzeugen konnte mit sich zu gehen. Und wie erwartet, drehte sich diese um, nachdem sie ihm vor die Füße warf sie würde ausziehen.
      "Ausziehen? Wohin?", schaffte er es noch reflexartig zu fragen, als Naira sich umdrehte und weg wollte. Doch sie rutschte ab. Victor war noch perplex, ergriff aber ihren Oberarm, als sie bereits abgerutscht war.
      "Vorsichtig...", entkam es ihm noch instinktiv, weil er natürlich nicht wollte, dass sie sich verletzte, trotzdem war er noch verwirrt über ihre Aussage.
      "Warum willst du ausziehen? Weil es mal ein wenig zwischen uns nicht klappt? Hat die Alex diesen tollen Rat gegeben, weil du dich so oft mit ihm unterhältst? Er ist nicht dein Psychiater, Naira.", unterstellte Victor nun.
    • Naira O'Connor

      Er hielt ihren Oberarm fest und ein Kribbeln machte sich breit, doch bevor sie sich entschließen würde ihm nachzugeben riss Naira ihren Arm aus der Hand ihres Mannes und funkelte ihn mit wütenden Augen an. Er war der Meinung, dass Alex derjenige war, der ihr diese Idee untergejubelt hatte. "Zu deiner Information.. Alex ist derjenige, der trotz allem zu dir hält.. und ohne ihn, würde ich nicht mit dir sprechen.. aber ja, mein Psychiater ist der Meinung, dass es deutlich gesünder wäre, wenn ich ausziehen würde!".
      Die Schmerzen, die sie in ihrem Fuß hatte verschärften den Ton, den sie Victor gerade an den Kopf warf. Sie versuchte sich hochzuziehen, um den Fuß zwischen den Steinen zu befreien, aber es war nicht ganz einfach mit den Schmerzen und der Wut in ihrem Bauch.
      "Und ich will ausziehen, weil es dich scheinbar überfordert eine normale Beziehung zu führen! Ich habe für dich diesen Job angenommen.. Nur für dich.. Und es gibt nur einen Job, der ich glücklich machen würde, aber dir zuliebe gehe ich jeden verdammten Tag in diese Schule und reiße mich zusammen, um nicht einen Job als Detective anzunehmen!". Sie schaffte es dieses Mal sich hochzuziehen und blickte zu ihrem Fuß runter. "Du schaffst es scheinbar nicht zu verstehen, dass ich keine Spielchen spielen will, ich will mit die Zeit verbringen und mich geliebt fühlen! Weil du es auch willst und nicht, weil du es nur tust, weil ich es will! Ich versuche unsere Beziehung irgendwie übers Wasser zu halten, aber du hast scheinbar keine Lust darauf! Deshalb ziehe ich aus, wir sehen uns dann ein Mal im Monat, wenn du Lust darauf hast und wir sind beide zufrieden!". Sie seufzte. "oder du jedenfalls..".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war nicht einmal der Überzeugung, dass Alex der Übeltäter war. Er selbst wollte es aber auch nicht sein. Sein Kopf war einfach nur noch verwirrt und er hoffte, dass sich Naira besann bei ihm zu bleiben und nicht zu gehen. Sie riss sich los und ihr Blick schmerzte ihm sehr. Doch ihre Worte ließen diesen Schmerz nicht einmal bis zum Hirn durchsickern. Sie erwähnte einen Psychiater. Sie sprach es so aus, als sei sie schon längst bei einem. Warum sie es ihm nicht erzählt hatte, konnte er nicht erklären? War er so grauenvoll ihr gegenüber, dass sie ihre Probleme nicht einmal voll und ganz mit ihm teilen konnte?
      Unsicher sah Victor sie an.
      Die Vorwürfe trafen ihn hart und während er hoffte ihr noch aus der Patsche zu kommen, wollte er es auch nicht, weil sie sonst wegrennen konnte. Weg von ihm...Und ihre Worte bestätigten das ganze auch noch. Er zog die Luft scharf ein. Gab es kein Argument? Sollte er sie küssen? Sollte er sie einfach nur über die Schulter werfen und nach Hause bringen oder sollte er sie gehen lassen? Fragen, die er alle nicht zu 100% beantworten konnte oder gar wollte. Der Ausgang all dieser Szenen in seinem Kopf nahmen ein übles ende. Sie ging. Sie schlug die Türe vor seiner Nase zu, ließ ihn in Amerika zurück und machte ihre Worte wahr. Einmal im Monat sollten sie sich nur noch sehen.
      Victor hielt ihr die hand hin, damit sie sich mit seiner Hilfe aus den Fängen des Steins befreien konnte.
      "Soll...", er kaute auf seiner Unterlippe herum und senkte den Blick. Er konnte sie nicht mehr anschauen. Er hielt es für ein Spiel, wenn er ihre Worte richtig verstand und sie...sie wollte nur Liebe und Aufmerksamkeit, aber wie viel noch? Naira war nicht die erste Frau, die von ihm das forderte. Und das machte es nicht gerade einfacher.
      "Jetzt komm doch wieder zur Besinnung. Du hast den Job angenommen, damit du auch nicht mehr mit solchen Fällen in Kontakt kommst. Es hat dich total platt gemacht...", er schnaubte unverständlich. Die Wut war aus ihm gewichen, aber allen Anschein nach war Naira vollstens bereit weiter zu wettern.
      "Wie...kommst du nach Hause?", fragte er ein ticken leiser und sah sich um, ob er ihren Wagen irgendwo entdecken konnte. Doch dieser stand nirgends in der Nähe.
    • Naira O'Connor

      "Victor verdammt.. Ich .. liebe.. den Job.. als Detective!". Sie funkelte ihn wieder an und musste sich zügeln, um sich nicht auf ihn zu stürzen, um ihm endlich zur Besinnung zu bringen. "Ich habe es nur.. wirklich nur für dich nicht mehr angenommen..". Ihre Hände zitterten vor Wut. "Ich habe in meinem Leben nichts lieber gemacht, als vor Akten zu sitzen und mit den Kopf darüber zu zerbrechen.. was wirklich passiert ist..". Die Augen füllten sich wieder mit Tränen und sie kämpfte damit, nicht weitere Vorwürfe aus ihrer Kiste zu greifen. Um sich abzulenken blickte Naira wieder zu ihrem Fuß und zog das Bein an, um ihren Schuh abzustreifen, der Fuß schmerzte.
      "Unsere Beziehung ist dir einen Dreck wert..", begann sie nun deutlich ruhiger. "Ich sage damit nicht, dass du nicht vielleicht Gefühle für mich hast.. Dass du mich nicht liebst.. Aber Es ist dir egal.. du würdest mich am liebsten Zuhause einsperren, mich dort fest halten und währenddessen ein ruhiges Leben zu führen.. Du würdest gerne mit Frauen flirten, frei in dem sein mit deinen Arbeitskolleginnen zu machen, was du möchtest.. um dann in Ruhe nach Hause zu kommen und ab und zu ein wenig Liebe von mit zu bekommen.. Was anderes vermittelst du nicht..". Naira zog sich auch die Socke aus, ihr Fuß lief blau an. "Eine Beziehung basiert auf einem Geben und Nehmen.. Auf Vertrauen und gegenseitigem Zuhören.. Aber es interessiert dich einfach nur nicht.. Du empfindest es als lästig, dass ich Zeit mit dir verbringen möchte.. Aber als wir aus Alaska verschwunden waren konntest du nicht genug Zeit mit mir verbringen.. Du regst dich über jeden Mann, der mir zu nah kommt, aber guck dich mal selber an, Victor.. Und jetzt stell dir mal vor, ich hätte dich versetzt.. mit einem Arbeitskollegen, der mich zum Essen eingeladen hat.. ALLEINE..". Sie blickte doch wieder zu ihm. "Du hättest den Kerl auseinander genommen.. Aber ich darf mich nicht darüber aufregen, dass du mich an einem wichtigen Termin für unsere scheiß Hochzeit versetzt hast".
      "Und ich komme nicht nach Hause! Was verstehst du daran nicht!".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Natürlich liebte sie ihren ehemaligen Job. Er wusste, wie sehr ihre Augen geglänzt und geleuchtet haben, als sie das Angebot ihm unterbreitet hatte. Umso mehr verstand er auch jetzt, dass sie das alles nicht annehmen konnte, weil er es ihr verbot.
      "Okay, vielleicht tust du es ja nur wegen mir! Vielleicht nimmst du deinen Job als Detective nicht mehr an, weil ich es nicht will. Weil ich mir sorgen um dich mache und ich dachte du wirst etwas gutes, neues finden in deiner neuen Stelle.", er knurrte unzufrieden und beobachtete aufmerksam jede Handlung von ihr. Als sie die Socke vom Fuß zog, sah er wie es um diesen stand. Nicht gut. Damit würde sie nirgendwo hin fahren wenn es um ihn ging.
      Ihre Vorwürfe waren wie immer kaltherzig und zeigten Victor eine andere Sicht auf sich selbst. So hätte er sich nicht eingeschätzt: "Das ist Blödsinn Naira. Ich würde dich nicht einsperren und ich liebe dich. Erzähl doch nicht so einen Blödsinn...", er schüttelte den Kopf und kletterte vom Felsen zu ihr rüber, um sich irgendwie besser zu positionieren, um ihr dann zu helfen. Wenn sie denn zu dem Schritt ansetzte zu gehen.
      "Ich bin nicht derjenige der gerade kein Vertrauen hast. Du wirst mir vor ich hätte etwas mit meiner Kollegin, dabei geht sie mir nur auf die Nerven...", erwiderte Victor verteidigend. "Und natürlich rege ich mich dann bei dir über jeden Mann in deiner Nähe auf, weil ich weiß, dass diese nicht von dir ablassen werden. Ich will nur dass du sicher bist. Ich bin ja nicht auf dich wütend, verflucht, sondern auf die Kerle. Ich vertraue dir...Und natürlich darfst du nun wütend sein...Aber du übertreibst maßlos, Naira. Und nun komm her. Red dir das endlich aus dem Kopf, dass du nicht nach Hause kommst. Das ist dumm. Wo willst du hin mit dem Fuß?", er kam näher und ergriff ihren Arm, um diesen sich über die Schulter zu werfen. Er wollte sie stützen, um vom Fels runter zu kommen.
    • Naira O'Connor

      Naira versuchte ihren Fuß zu bewegen, aber sie quittierte es mit einem Zischen und ließ es gleich wieder sein. Ihr Mann war mit ihren Worten nicht zufrieden, aber Naira hatte es satt, ständig sich zu wiederholen und Victor deutlich zu machen,dass er etwas ändern musste. Langsam versuchte sie sich noch weiter hochzuziehen und aufzustehen, um den Fuß zu belasten. "Sie geht dir auf die Nerven?". Ihr Blick fuhr wieder sofort zu ihren Mann und sie setzte genau den Blick auf, den er so hasste. "Victor.. Welche Frau nervt einen Kerl.. Die es schafft mit ihm Essen zu gehen, obwohl er nicht einmal mehr Lust hat seine eigene Frau zum Essen mitzunehmen, wenn sie es nicht fordert.. Der seine Frau anlügen muss, aus Angst.. seiner Frau zu sagen, dass er mit einer Frau zusammen arbeitet.. Gott! Ich war noch nie in unserer Beziehung eifersüchtig.. Noch nie! Aber scheinbar muss ich es ab heute sein! Denn du springst ja, wenn sie sich nur anbettelt..". Er versuchte ihr zu helfen, legte sich ihren Arm um die Schulter, da brannten schon alle Sicherungen bei ihr durch. Mit einer flachen Hand schlug sie ihm ins Gesicht und biss ihre Zähne zusammen. Die Tränen stiegen ihr wieder in die Augen. "Hör ..verdammt.. nocheinmal.. auf.. mir zu sagen.. was ich zu tun habe!". Ihr Brustkorb sank und hob sich viel zu schnell, die Wut beschleunigte ihr Herz. "Genau deshalb will ich nicht nach Hause kommen.. Weil du mir nichts zu sagen hast! Ich bin Dreißig Vic.. Erwachsen.. Und wenn ich es will, dann werde ich mit dem verflucht gebrochenen Fuß mit dem Auto in das nächste Krankenhaus fahren!".
      "Du vergreifst dich im Ton.. Genau deshalb dauert dieser Streit und unsere Diskussion hier ewig.. ich bin kein Mitglied deines Teams und ich bin ganz sicher nicht dein EIgentum.. Du hast mir nichts zu sagen, verstanden?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Naira schien nicht verstehen zu wollen, dass Victor keines falls Interesse an Becca hatte. Ja, jeder nannte sie so und verdammt, er hatte doch einfach nur Hunger und war gefrustet vom Fall. Warum musste das nun so derartig eskalieren, dass Naira so wütend auf ihn war und dann auch noch alles erdenkliche gegen ihnen verwendete. Gerade als er ihr helfen wollte, bekam er die schallende Ohrfeige ab. Er kniff die Augen zusammen und wollte sie nicht loslassen, doch er kam nicht drum herum, weil sich Naira wieder von ihm los riss. Im Endeffekt konnte es ihm nur recht sein. Jetzt hatte sie die Grenze wieder überschritten und Victor trat von ihr zurück.
      "Natürlich. Die große erwachsene Naira, die immer alles alleine machen muss!", er riss die Hände in die Luft, als Zeichen, dass er gar nichts machen konnte oder gar wollte in dem Fall.
      "Weißt du was? Du nervst mich. Du mit deiner ständigen Nörgelei über die Presse und diesen beschissenen Fall!", er wurde wieder lauter und stieß ihr mit dem ausgestreckten Zeigefinger gegen die Schulter.
      "Ich wollte dich aus dem Revier haben, damit du aufhörst dir Gedanken über deinen Vater und Thomas zu machen und ich habe gedacht es klappt! Aber nein, stattdessen warst du wohl diejenige, die gelogen hat, damit ich nun dastehe, wie der Idiot, der keine Ahnung hat von seiner Frau!", er wurde stetig lauter, je mehr er von sich gab und gerade als er wieder ansetzen wollte ihr zu erklären, wie er es Leid hatte ständig nach ihrer Pfeife zu tanzen, wenn sie mal ein wenig Zuneigung brauchte, stieg gerade jemand vom Fahrrad und blickte vom Pier herunter, der hinter den Felsen verlief. Er kletterte darüber und sah runter mit einem unsicheren Gesichtsausdruck:" Hey, ist alles in Ordnung?"
      Victor sah den jungen Fahrradfahrer wütend an: "Ja leck mich am Arsch. Was willst du hier? Den großen Retter spielen? Verpiss dich...Sie ist meine Freundin, wir haben nur eine kleine Auseinandersetzung."
    • Naira O'Connor

      Es schmerzte, jedes Wort, welches er von sich gab schmerzte, aber sie waren an einem Punkt angelangt, an dem Naira zuletzt vor dem ersten Antrag war. Sie war fertig mit den Nerven und ihr Mann verstand es wirklich nicht, er verstand nicht, was sie von ihm wollte. "Du hast auch keine Ahnung von deiner Frau..", stimmte sie ihm zu. Ihre Stimme war deutlich ruhiger, sie war gebrochen. "Du hast keine Ahnung, dass sie seit einem halben Jahr den Psychiater aufsucht, der ihr hilft mit dem fertig zu werden, über das sie nicht reden darf.. Du hast keine Ahnung, dass sie wiederkehrende Alpträume hat und nachts nicht schlafen kann, weil du sowieso nicht mit ihr in einem Bett schläfst.. Du hast keine Ahnung, dass der Vortrag ihr wichtig für die Bewältigung ihrer Probleme war und sie damit sich erhofft hatte, es endlich abschließen zu müssen.. Du hast auch keine Ahnung, wie oft sie sich am Tag von dem Gedanken verabschieden muss, dass sie nicht die Stelle antritt, die für sie frei steht.. Du weiß auch nicht, wie wichtig es ihr ist mal von dir zu hören zu bekommen, dass sie toll ist, oder dass sie was besseres ist, als nur eine Lehrerin, die den Polizisten von Morgen das vermitteln soll, was sie sich jahrelang erkämpft hatte.. du siehst nicht, wie traurig sie jeden Tag ist, wenn du ihr mal wieder den Rücken zukehrst, weil die dir keine fünf Minuten für sie nehmen kannst.. und du hast es auch nicht verstanden, wie wichtig der Termin heute für sie war, um mit dir gemeinsam nach etwas zu suchen, was sie anziehen kann, um dir das Ja-Wort zu geben, vor dem sie mehr Angst hat, als vor allem anderen..". Sie schnaubte. "Es entgeht dir sehr viel.. genau deshalb will ich mit dir Zeit verbringen..".
      Naira hätte es noch weiter aufzählen können, aber die Stimme eines jungen Mannes ließ sie hoch blicken. Er ließ sich von den unfreundlichen Worten ihres Mannes nicht abblitzen, sein Blick sah eher besorgt zu der Dunkelhaarigen. "Es ist alles okay.. Ich bin nur abgerutscht.. und mich mit meinem Verlobten gestritten". Er sah nicht sehr überzeugt aus, aber da sanfte Lächeln auf Nairas Lippen ließ ihn wieder auf sein Fahrrad steigen, die Frau dagegen versuchte mit ihrem Fuß die Felsen wieder abzusteigen, dabei biss sie sich auf die Zähne und nahm den Schmerz hin. "Du hast gewonnen Vic.. Ich fahre zum Arzt und dann nach Hause..". Sie blickte ihn nicht mehr an, es war für sie einfach vorbei, es war für sie alles vorbei.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Stumm hörte er ihr bei der Aufzählung zu. Alles was sie da sagte stimmte bis zu einem gewissen Grad. Er wusste nicht, dass sie immer noch so sehr unter dem Mordfall litt und unter all der Vergangenheit, die vor einem Jahr aufgewühlt wurde. Sie verschwieg ihm ihre Gänge zum Psychiater und das obwohl er sie niemals hätte dafür hassen können. Er selbst musste damals beim Psychologen auftauchen. Teils, weil es die Polizei so gewollt hatte, teils aber auch, weil er keine andere Wahl hatte. Zwischen der Schlaflosigkeit und dem Alkohol konnte er an nichts anderes denken...und nun...Victor konnte nur den Mund offen halten, bereit dazu etwas zu sagen, aber nicht ein Wort, nicht ein Ton kam von ihm raus. Auch als der Passant verschwunden war, auch wenn er mehrmals noch nach hinten gesehen hatte, ließ Victor nicht dazu bringen etwas zu sagen. Naira sagte ihm, er hätte gewonnen, aber danach fühlte es sich nicht an.
      Er selbst stieg ab und landete wieder in dem weichen Sand. Sein Blick folgte Naira wie sie runter kam. Irgendwie hatte ihr Zugeständnis und die Reihe an Vorwürfen ihm die Luft aus den Segeln genommen. Noch immer spürte er die brennende Wange, aber diese interessierte ihn sehr wenig, um Vergleich dazu, was seine Frau ihm gesagt hatte.
      "Weißt du was, Naira...Mach doch was du willst...", entschied er letztlich und ging ohne zurückzuschauen in Richtung seines Wagens. Und das obwohl ihm dabei die Brust schmerzte, sie alleine zu lassen. Aber er konnte sich nicht vorstellen, dass sie ihn nun bei sich haben wollte. Weder im Krankenhaus, noch auf der Rückfahrt nach Hause.
      "Ich will dich nur zu Hause wissen heute Nacht. Das ist alles...und vielleicht, wenn es nicht so schlimm mit uns aussieht. Schaffen wir es morgen bei der Anprobe für dein Kleid gemeinsam da zu sein...Ohne uns zu streiten.", das letzte wiederum sagte er doch recht leise, weil er sich nicht sicher war, inwiefern es sich gelohnt hatte, den neuen Termin bei der Frau auszumachen. Sollten sie auch diesen nun verschieben oder gar absagen kurzfristig, dann würde die Frau die beiden wohl nie wieder bei sich sehen oder hören wollen.
    • Naira O'Connor

      Sie seufzte und schnaubte gleich darauf, als ihr Mann ihr sagte, dass sie machen sollte, was sie wollte. Jetzt auf einmal hatte er nicht mehr gewinnen wollen, oder was war sein Problem? Letztendlich war die Frau zu müde geworden, um sich damit aufzuhalten, sie wollte nach ihrem Fuß gucken und dann schlafen gehen. Sie schnaubte noch einmal belustigt, als ihr Mann irgendetwas von einer Kleidanprobe sprach, aber es gab keine mehr, was wollte er daran nur nicht verstehen?
      Langsam ging sie den Weg zu ihrem Wagen zurück, Spike folgte Naira auf jeden Schritt, auch wenn er sich nach Victor unsah. Ihr Wagen stand ein wenig weiter weg und nach einiger Zeit schaffte sie es letztendlich vollkommen verheult in den Wagen zu steigen und ihren Hund reinzulassen. Sie war fertig mit den Nerven, aber die Frau wollte einfach nur ins Krankenhaus fahren, um sich dort verarzten zu lassen. Leider klappte es mit dem Autofahren nicht so ganz, wie sie es sich vorstellte, denn das Ausparken brachte sie mit dem verletzten Fuß schon dazu, es zu unterlassen und aufzugeben. Widerwillig musste Naira zu ihrem Handy greifen. Mehrere Minuten kämpfte sie mit sich, aber sie rief dennoch ihren Mann an, jemand anderes würde ihr nicht helfen können. Sie wartete ab, bis er dran ging.
      "Kannst du mich ins Krankenhaus fahren.. Bitte? Ich habe kein Geld für ein Taxi".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es war nicht so, dass er nicht recht haben wollte in ihren Streits. Er wollte einfach nur nicht so recht haben. Er wollte nicht auf diese Art und Weise gewinnen, in dem sie einfach das Handtuch schmiss und ihn alleine stehen ließ. Victor knurrte in sich hinein und stieß Sand vor sich hin, als er es endlich von dem Strand zu seinem Wagen schaffte und sich rein setzte. Er fuhr aber nicht nach Hause. Stattdessen saß er einfach nur drin und legte die Hände ans Lenkrad, um darauf dann die Stirn zu legen. Er war so müde. So unglaublich genervt und müde von all ihren Geschichten, die sie hatten. Und dann war er auch noch so dumm und erzählte ihr nicht von Becca. Sie war Detective und sie war gut in ihrem Job gewesen. Natürlich fand sie heraus, dass er sich bloß so anstellte, weil er an Becca etwas interessant und gut aussehend fand. Ob es nun ihre Kurven waren, ihre Augen oder das volle Haar. Aber verdammt diese Frau stellte sich dümmer als sie war und das gefiel ihm nicht. Er wollte eine wie Naira, die ihm zeigen konnte wo der Haken hing.
      Er blieb gute 10 Minuten in dem Wagen sitzen mit dem Gedanken ob er nicht doch aussteigen sollte, sie einholte und dann mit ihr fuhr. Den Wagen könnte er dann hier stehen lassen und morgen vielleicht mit dem Taxi holen. Irgendwie so würde es doch schon passen. Aber das wollte er natürlich auch nicht sich eingestehen. Victor lehnte sich zurück und holte das Handy heraus. Der Versuch sie anzurufen ging ins Leere, denn es klingelte für ihn. Naira stand auf dem Display. Victor zog die Stirn kraus, dann ging er ran und lauschte, was sie zu sagen hatte. Die Frage ob er sie fuhr, war natürlich leicht zu beantworten und es reichte ihm als teilweise Versöhnung, dass sie nicht nach Geld für ein Taxi fragte. "Wo bist du...", fragte er ins Telefon und folgte dann zu Fuß ihren Anweisungen. Lieber ließ er den Geschäftswagen in der nächsten Stadt stehen.
      Sobald er sie gefunden hatte, stieg er in ihren Wagen und fuhr ohne ein weiteres Wort aus der Parkbucht. Nach ihren Streitereien kehrte dann meist diese Stille ein. Er folgte dem Navi zum nächstgelegenen Krankenhaus und blieb im Wagen sitzen, wie ein schmollendes Kind, dass auch darauf wartete, dass man ihn fragte, ob er ihr beim Laufen half.
    • Naira O'Connor

      Es dauerte einen Augenblick, aber mit Nairas Anweisungen kam Victor an ihrem Wagen an und stieg ein, um sie zu fahren. In der Zeit hatte sich seine Frau auf die Beifahrerseite gesetzt und brav darauf gewartet, bis er da war. Sie sprachen beide nicht, es herrschte meistens eine Stille, nachdem sie sich gestritten haben, das konnte sich sehr in die Länge ziehen. Der Weg war nicht sehr lang, bis Victor am Krankenhaus parkte und seine Frau aussteigen konnte. Es war schön schwierig gewesen in ihren Geländewagen einzusteigen, das Aussteigen gestaltete sich noch schwieriger. Sie seufzte, ihre Ehre musste nun begraben werden.
      "Kannst du mir aus dem Wagen helfen.. Bitte?". Sie blickte zu ihrem Mann, es war verdammt schwer für sie ihm einzugestehen, dass sie etwas nicht selber machen konnte, vor allem, wenn sie sich stritten.

      Mit Victors Hilfe konnte seine Frau sich in der Anmeldung anmelden und mit ihm gemeinsam in dem vollen Warteraum warten. Sie setzte sich, Wartezeit würde ihnen vielleicht gut tun und sie darüber nachdenken lassen, was sie gesagt haben, für Naira war aber noch nicht alles gesagt, jedenfalls von seiner Seite nicht. "Was hat sie denn, was ich nicht habe?", fragte sie ihren Mann irgendwann von der Seite, blickte aber nicht zu ihm rüber. In der Menschenmenge würden sie vielleicht zivilisiert über ihre Probleme sprechen können.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor konnte ebenfalls bockig sein und es sich nicht entgehen lassen mal das ein oder andere Mal einfach nur stumm in der Gegend zu sitzen und darauf zu warten, dass sie ihn ansprach. Ob er auf sie reagierte, war letztlich eine andere Sache. Meistens tat er es mit einem Schnaufen, Grummeln oder sonst einem Geräusch, das im entferntesten mit einer Zustimmung interpretiert werden konnte. Dass sie ihn nach Hilfe fragte, war okay. Er schob sich aus dem Wagen, ging drum herum und half ihr mit runter. Spike musste im Wagen bleiben für die Zeit. Victor schloss diesen ab, ließ für den Hund aber ein wenig das Fenster offen.

      Nachdem sie sich angemeldet hatten bei der Schwester, die eher genervt war über weitere Patienten, als dass sie sich freute zu helfen, konnten sie im Wartezimmer platz nehmen. Es war nicht voll, aber auch nicht leer. Ob das gut war, konnte Victor nicht entscheiden. Andererseits waren sie hier in der Nachbarstadt. Keiner von den Leuten würde sie wieder erkennen. Außer ihn vielleicht, wenn sie aufmerksam die Zeitung lasen und sich an sein Gesicht oder seinen Namen erinnerten. Victor beugte sich vor und stützte sich an seinen Knien ab. Mit den Händen fuhr er großzügig durch das Gesicht und über den Hals. Da war wieder diese Frage, diese Unterstellung.
      Eine ältere Dame neben ihnen horchte natürlich bei solch einem prekären Thema auf.
      "Nichts. Nichts hat sie verdammt nochmal...Ich war frustriert vom Fall, hatte Hunger und wir waren zu spät für die Mittagspause mit den anderen Kollegen...Sie hat darauf bestanden essen zu gehen und ich habe mein Handy als auch mein Zeitgefühl im Büro liegen lassen.", er versuchte so leise und normal wie möglich zu reden. Ob ihm das gelang, sah man an den immer spitzer werdenden Ohren der alten Dame.
      "Ich finde, dass sie keine besondere Leuchte ist...und überhaupt...ich habs verbockt okay. Wäre ja nicht das erste Mal..."
      Er sah sie nicht an, vergrub stattdessen das Gesicht wieder müde und geschafft in seinen Händen.
    • Naira O'Connor

      Sie hätte sich mit einigen Antworten auf diese Frag zufrieden geben können, wenn Victor es ihr doch einfach nur sagen würde. Wenn sie doch nur hübscher wäre, oder besser aussehen würde.. Wenn sie einen guten Job machen würde oder einfach nur Victor um den Finger gewickelt hätte, es wäre alles deutlich zufriedenstellender, wenn er es einfach aussprechen würde, als ihr zu sagen, dass es nichts war. Naira seufzte und lehnte sich wieder zurück, sie kreuzte ihre Arme vor der Brust. Der Unterton machte ihr immer noch deutlich, dass ihr Mann nicht davon begeistert war, mit ihr hier darüber zu sprechen, aber Zuhause würde dieses Gespräch nicht möglich sein. Aber er gab es zu, dass er es mal wieder vermasselt hat.
      "Warum musstest du dich dann heute morgen rausreden, als du deine Kolleginnen erwähnt hattest?", fragte sie daraufhin und bemerkte den Blick der älteren Dame, die auf ihnen haftete. Naira musste nur den Blick aufsetzen, den Victor am Morgen erwähnt hatte und schon sah die Frau weg, um sich das nicht ansehen zu müssen. "Ich habe doch extra mit deinem Chef abgesprochen,dass du heute früher Schluss machst.. Ich muss mal mit ihm ein ernstes Wort sprechen.. Er sollte dich aus dem Büro rausschmeißen, damit du nicht zu spät kommst". Sie seufzte wieder und sah eine Krankenschwester, die aus dem Wartezimmer jemanden mit nahm, wenigstens einer weniger, der vor der Dunkelhaarigen dran war.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • "Ja, genau. Wenn es so einfach wäre. So sehr dich mein Chef mag. Aber er hat wahrlich besseres zu tun, als sich dauerhaft um deine Wünsche zu kümmern...", es war fies, aber irgendwo musste er es ihr mal sagen, dass sie nicht ständig die Karte seines Vorgesetzten ausspielte. Aber das rührte wahrscheinlich daher, dass er Angst hatte um seinen Job. Es war alles allein auch Nairas Wille, dass er diesen Job bekam und behalten durfte. Victor räusperte sich und lehnte sich dann zurück: "Hör zu...Ich...weiß nicht wieso ich es dir nicht gesagt habe. Vielleicht weil ich glaubte, dass du eifersüchtig wirst und...es dann Theater gibt, nur weil Frauen in meinem Team sind...", er schüttelte den Kopf und legte den Kopf nachhinten gegen die Wand, um die Augen für den Moment zu schließen. Wenn sie da war, konnte er sich diese Blindheit erlauben. Auch wenn sie sich hassten, sich stritten oder sonst irgendwie toxisch aufeinander reagierten. Am Ende war es doch Victor der weiterhin an ihrer Seite zu finden war und der nicht weichen wollte. Nur wenn sie ihn weiter wegschieben würde.
      "Du hast einen dummen Mann zum Freund, okay?...Ein Wunder, dass ich überhaupt noch Detective bin...", grummelte Victor ergeben und wollte seine Hand auf ihren Schenkel legen, hielt kurz in der Luft an, bevor er es dann doch tat und ihr leicht auf das Knie tätschelte.
      "Dumm einfach...Ich habe aber einen neuen Termin ausgemacht, okay?...Ich wollte das nicht einfach so stehen lassen. Aber na ja. Jertzt kommts auf dich drauf an, ob du es noch machen willst..."
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